Zwischen den Gefühlen!

vor 14 Tagen
Gwenny ist ehrgeizig und will, trotz Gegenwind in der eigenen Familie, ihre Ziele im Leben erreichen, auch wenn es für sie bedeutet, das sie dafür die eine oder andere Hürde ganz alleine bewältigen muss, denn Gwen ist fest davon überzeugt, das sie alles schaffen kann. Doch kurz vor ihrem Schulabschluss lernt sie Gideon kennen, und schon bald..
Edelstein-Trilogie Drama P18 Romanze In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Familienurlaub?!

Gwennys Sicht
Wie immer rannte ich die letzten paar Schritte zur Saint Lennox. Ja ich war chaotisch und Leslie würde es mir gleich wieder unter die Nase reiben, denn ich schaffte es fast keinen morgen rechtzeitig aus dem Bett, und das bedeutete, das jeder Tag mit Hektik begann.
Etwas aus der puste, stoppte ich genau vor meiner Besten Freundin, die heute noch vor dem Eingangstor stand, und wieder einmal ihren Freund anstrahlte. Er war fast anderthalb Jahr älter als wir, und die zwei schon zusammen, seit Les 16 war, aber immer noch verliebt wie am ersten Tag, doch ich gönnte es den beiden, denn sie waren wie füreinander bestimmt.
Ich dagegen hatte so gut wie keine Erfahrung mit einem Freund, und das obwohl ich auch schon achtzehn war, und in wenigen Wochen meinen Schulabschluss machen würde. Natürlich gab es hin und wieder mal einen, den ich kennengelernt hatte, wenn Les und ich tanzen waren, aber mehr als eine wilde Knutscherei war da nie gelaufen, denn es hatte einfach nicht gepasst, und von den Vollidioten auf der Schule brauchte ich gar nicht erst anzufangen.
>Na Gwenny, wieder mal fast pünktlich?<, lachte Raph, und drückte mir den Becher Kaffee, der gerade noch auf seinem Autodach gestanden hatte, in die Hand. Auch Leslie kicherte, und deswegen konnte ich nicht anders, und stimmte in ihr lachen mit ein. Ich kannte Raph und seine Sprüche, und da wir mittlerweile auch befreundet waren, machte es mir nichts aus, denn ich wusste wie er es meinte.
„Vielen Dank für den Kaffee, ihr kennt mich leider viel zu gut.“, meinte ich, nachdem wir uns wieder beruhigt hatten, und auch wenn ich es war, die immer spät dran war, so musste ich jetzt Les von ihrem Freund wegziehen, damit wir erstens nicht festfroren, und zweitens wirklich vor dem Lehrer im Klassenzimmer waren.
>Ich wollte mich noch von Raph verabschieden!<, motzte Les mich an, als wir uns auf die Stühle fallen ließen, und wieder musste ich lachen. „Mensch Les, noch eine Woche Schule, dann sind Winterferien, und da dich dein persönlicher Romeo, die ganzen zwei Wochen nach Frankreich entführt, hast du genug zeit, das mit dem Kuss nachzuholen.“ Auch sie lachte mit, denn ihr Protest war ja nicht so ernst gemeint. >Oh ja, und wir werden nicht nur Küssen!<
Theatralisch verdrehte ich bei ihrer Anspielung die Augen, und gemeinsam kicherten wir vor uns hin, bis Whitman die ganze Klasse zur ruhe rief. Doch solche Kindereien brauchten wir hin und wieder.
Der Unterricht war nämlich ziemlich anstrengend, und wir mussten uns stark konzentrieren, was aber nicht verwunderlich war, da wir im Abschlussjahr waren. Leider wirkte sich das aber auch auf unsere Freizeit aus, denn schon jetzt musste man den Grundstein für die Prüfungen legen, und das war Leslie und mir mehr als klar, also knieten wir uns ziemlich ins lernen rein, denn meine Freundin wollte unbedingt zur Polizei, und ihre wenige Freizeit verbrachte Les dann meistens mit Raphael. Doch böse sein konnte ich ihr nicht, denn sie sollte ihr Glück genießen.
Ich dagegen hatte mich für ein Jura Studium entschieden, auch wenn das Oberhaupt meiner Familie komplett dagegen war, denn Lady Arista vertrat eisern das veraltete Weltbild; Männer verdienen Geld, und Frauen müssen perfekt aussehen, eine gute Ehefrau sein, und sich um die Gesellschaftlichen Dinge kümmern. Doch ich wollte das nicht, weshalb ich nun mit ihr einige Meinungsverschiedenheiten hatte.
Na gut, ich musste zugeben, nicht nur deswegen, denn ich war schon länger das schwarze Schaf der Familie, hatte aber auch wenig Lust etwas daran zu ändern, denn ich war nun mal nicht so wie Tante Glenda, oder ihre Perfekte Tochter, die zu meiner Freude vor knapp drei Jahren zu ihrem Freund gezogen war.
Ich war eben die etwas chaotische Gwendolyn Shepherd, machte mir nichts aus Gesellschaftsschichten, und wollte mein eigenes Leben leben, ohne abhängig von der Familie zu sein, so wie meine Mum es nun nach Dads tot war. Deswegen hielt ich mich auch nicht an jede ihrer Familienregeln, und pfiff regelmäßig auf das gemeinsame Essen, oder den üblichen Sonntagsnachmittagstee, und lebte erstaunlicherweise ziemlich ruhig, auch wenn ich mir wegen meinem Verhalten mein Taschengeld selber erarbeiten musste. Doch der Aushilfsjob in der kleinen Bäckerei etwas außerhalb machte mir richtig Spaß, und es waren ja auch nur der Mittwoch Nachmittag, und der Samstag, den ich arbeiten musste, außerdem war ich schnell mit der Bahn dort.
Die strafenden Blicke von meiner Grandma, und Tante Glenda machten mir auch nichts aus, Charlotte hatte ich schon lange nicht mehr gesehen, weswegen sie mir nicht mit ihrem `Ich bin so Perfekt´, auf den Wecker gehen konnte.
Mit meiner Mum und meinen jüngeren Geschwistern verstand ich mich allerdings gut, vor allem wenn wir uns abends, alleine, in unser inoffizielles Wohnzimmer, was früher mal das Nähzimmer dieses Hauses war, zurückzogen. Hier bestärkte mich meine Mum auch, mein Vorhaben durchzuziehen, aber leider eben nur, wenn wir unter uns waren, doch ich nahm es ihr nicht übel, denn sie hatte eben viel durchgemacht und wollte so wenig wie möglich Streit haben.
Alles in allem war ich also mit einem Leben ziemlich zufrieden, denn meine Zensuren waren nicht schlecht, ich hatte eine gute Verbindung zu meiner Mum, und meinen Geschwistern, und eine beste Freundin, die immer für mich da war, wenn es darauf ankam. Außerdem fiel es mir eigentlich leicht, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, weshalb ich auch einen recht großen Bekanntenkreis hatte, und mit denen immer mal was Unternahm, wenn mir die zeit dazu blieb, doch im Moment war mir mein Schulabschluss das wichtigste.
Den Abend verbrachte ich deswegen, wie so oft in den letzten Wochen, vor meinen Büchern, und kaute auf einem Sandwich, denn ich hatte mal wieder überhaupt keine Lust auf ein Stocksteifes Abendessen, wo Lady Arista die ganze Zeit, an meinen oder den Manieren meiner Geschwistern rummeckern würde, während Glenda mit Charlotte und deren Freund angab.
Bei letzterem war ich froh, das ich ihn noch nie zu Gesicht bekommen hatte, denn wer erstens mit Charlotte zusammen war, mit ihr dann auch noch nach zwei Monaten Beziehung zusammen zog, und mit 24 Jahren der Junior Chef, der größten und renommiertesten Anwaltskanzlei London darstellte, konnte nicht ganz Normal sein. Aber es war bestimmt genau so viel heiße Luft bei seinem können dabei, wie bei meiner Cousine, denn der Chef der Kanzlei war der Bruder seines Verstorbenen Vaters, und somit sein Chefsessel bestimmt nicht erarbeitet. Kurz gesagt, konnte ich mir nur vorstellen, das dieser Gideon ein aufgeblasenes, arrogantes Arschloch war, wahrscheinlich wie ein selten dämlicher Streber aussah, und somit perfekt zu Charlotte passte.
Ein klopfen riss mich dann aber aus meinem Schulstoff, und als ich zur Tür sah, und mein Blick dabei die Uhr streifte, merkte ich, das es schon kurz vor acht war.
„Komm rein“, meinte ich etwas lauter, denn ich wusste, das es nur einer von den Shepherds sein konnte, da sich Lady Arista, selten hier hoch bewegte, und sich nie die Mühe machte irgendwo anzuklopfen.
>Gwenny, kommst du mit rüber, Mum wollte gerne was mit dir besprechen.<, sagte Nick, der nur seinen Kopf zur Tür herein gesteckt hatte. Ich lächelte ihn freudig an, denn eine Pause würde mir mit Sicherheit gut tun.
Gemeinsam betraten wir denn unser Wohnzimmer, wo Mum schon auf dem Sofa saß, und Caroline ihre Nachtgeschichte vorlas. Beide setzten wir still daneben, und meine kleine Schwester kletterte sofort auf meinen Schoß, während Mum einfach weiter las, und als die Geschichte dann zu ende war, trug ich Caroline noch in ihr Bett.
Als ich mich dann wieder zu Mum setzte, sah ich das Nick noch Fernsehen durfte, doch er störte uns ja nicht, und so unterhielten wir uns über den Tag, die Schule, und alles mögliche, bis auch Nick ins Bett musste.
Irgendwie hatte ich aber das Gefühl, das Mum etwas auf der Seele lag, und sie noch etwas mit mir besprechen wollte, deshalb beschloss ich sie direkt darauf anzusprechen, sobald wir alleine waren, und den restlichen Abend mit ihr zu verbringen, denn weiter lernen konnte ich auch die nächsten Tage noch.
>Gwendolyn<, „Mum“, sagten wir beide gleichzeitig, als sie den Raum wieder betreten hatte, und sofort war die Stimmung aufgelockert, denn wir beide mussten kichern.
Mit einer Geste deutete sie mir, das ich anfangen sollte, und Mum goss uns beiden noch einen Tee ein, bevor sie sich neben mich setzte
„Naja, ich hab nur gedacht, das du mir noch was erzählen wolltest.....“, fing ich einfach an, und ließ den Satz in der Luft hängen. Mum sah mich nur an, doch dann nickte sie.
>Gwen es ist nur so, das ich ja weiß wie du zur Familie stehst, und ich kann dich in einigen Sachen auch verstehen, aber Lady Arista hat beschlossen, in den Winterferien Familienurlaub zu machen, und sie besteht darauf, das du mitkommst. Ich weiß es gibt bestimmt tausend Gründe, wieso du hier bleiben möchtest, aber ich bitte dich uns zu begleiten, denn Nick, Caroline und auch ich hätten dich gerne dabei.<, begann sie zu erzählen, und machte eine kurze Pause, damit ich es erst mal runter schlucken konnte.
„Familienurlaub?“, konnte ich nur ungläubig fragen, aber als in Mums Augen sah, und sich ihre Bitte darin widerspiegelte, konnte ich nicht sofort ablehnen.
>Es geht nach Schottland, in ein ziemlich kleines Hotel. Naja es ist eigentlich eine alte Ritterburg die Umgebaut wurde, und auch wenn sie ziemlich abgelegen ist, so kann man dort einiges Unternehmen. Es wäre der erste richtige Urlaub für deine Geschwister, und ich hatte gehofft, das wir dort noch ein bisschen Zeit für uns hätten, bevor du dich in deinen Schulabschluss, und dann ins Studium stürzt.<
Einige Minuten ließ ich mir das alles durch den Kopf gehen, und wog Mums Worte ziemlich gut ab, während ich an meinem Tee nippte. Mum blieb dabei still, und gab mir einfach die zeit, aber je länger ich darüber nachdachte, umso mehr konnte ich sie Verstehen.
Natürlich hatte ich keine Lust, ganze zwei Wochen mit meiner Tante und Großmutter, zu Verbringen, aber mit Mum, Caroline und Nick eine Auszeit von unserem Alltag zu haben, hörte sich verlockend an. Außerdem könnte ich die freie Zeit, in der Abgelegenheit nutzen, um mich nochmal richtig auf die Prüfungen vorzubereiten, denn Les war ja auch nicht da, und ob ich hier oder dort alleine lernte, machte nun wirklich keinen unterschied.
„Also gut, ich werde das mit meinem Chef abklären, denn er hatte schon gefragt, ob ich auch mal Ferien machen wollte, und wenn das passt werde ich ohne zu murren mitfahren. Allerdings tue ich das nur für dich, und unsere kleine Familie, denn wenn ich erst im Studium bin, werde ich noch weniger zeit haben als jetzt. Lady Arista, und Tante Glenda werden wir schon irgendwie überleben.“, meinte ich, und konnte sehen wie Mum erleichtert ausatmete. Sie hatte bestimmt einige Probleme weniger, wenn ich ohne zu murren, mich einfach mal einfügte. Eine weile redeten wir noch, doch für uns beide stand fest, das wir das Beste aus der Sache machen wollten,
Zum Glück verliefen die nächsten zwei Tage ruhig, und so hatte ich mich schon halbwegs an den Gedanken gewöhnt, als ich mich auf den weg in die Bäckerei machte.
>Hey Gwenny, schön das du da bist.<, begrüßte mich Dean, da hatte ich noch nicht einmal richtig den Laden betreten. Er war der Sohn des Besitzers, und machte mit seinen 19 Jahren gerade seine Ausbildung im Geschäft. Eigentlich fand ich ihn ja ziemlich nett, und wir verstanden uns gut, doch seit einiger zeit hatte ich das Gefühl, das er mehr in mir sah, als eine Freundin und Mitarbeiterin, was mir ziemlich unangenehm war, denn er war eben der klassische Kumpel, nicht mehr und auch nicht weniger, zumal er vom aussehen gar nicht mein Typ war.
„Na wie geht’s dir.“, meinte ich zur Begrüßung, und wand mich schnell wieder aus seiner Umarmung. >Gut und dir?<, sagte er freundlich, und ich konnte nur freundlich nicken, verschwand dann nach hinten, um mich umzuziehen.
Danach sah ich noch schnell in der Backstube vorbei, denn ich hatte Mum versprochen, das mit dem Urlaub zu klären, und wie Gedacht, war es kein Problem, wenn ich die zwei Wochen nicht zur Arbeit kam, weil ich seit anderthalb Jahren nicht einmal gefehlt hatte, und zu meiner großen Überraschung, bekam ich sogar ein paar Pfund extra zugesteckt, sozusagen als Bonus und Urlaubsgeld. Ich musste meinem Chef ja nicht unbedingt auf die Nase binden, das ich im Urlaub wohl kaum die Möglichkeit bekam, es auszugeben. Trotzdem freute ich mich darüber.
Mit Dean zusammen stand ich dann den ganzen Nachmittag im Laden, Verkaufte und Bediente die Gäste, denn die wenigen Tische waren immer besetzt, was aber auch kein wunder war, denn es regnete mal wieder, und so kamen einige auf die Idee sich einen Kaffee, und ein Stück Kuchen zu gönnen.
Allerdings war Deans Laune etwas gesunken, als ich ihm erzählt hatte, das ich zwei Wochen nicht da wäre, aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen, denn ich war ihm keinerlei Rechenschaft schuldig. Genau deshalb Verabschiedete ich mich am Abend auch fröhlich wie eh und je von ihm, und seinen Eltern, und lehnte es ab, das er mich Heim bringen wollte. Ich konnte nur hoffen, das er bald wieder normal zu mir war, und endlich ein Mädchen traf, welches das richtige für ihn wäre, denn ich war es eben nicht.
Nachdem ich Mum noch Bescheid gegeben hatte das, das alles geregelt war, fiel ich todmüde ins Bett, und musste mir nun endlich klar werden, das ich meine Winterferien auf einer alte Ritterburg in Schottland verbringen würde.
Ganz große Klasse!

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BabyV95 25. Sep 2017

Ich habe einiges nachzuholen, aber im.erhin habe ich diese zwei Kapitel schon mal geschafft :)
Da ist das Treffen mit Gideons Familie ja wundervoll gelaufen und Gwen hat sich nur unnötig viele Sorgen gemacht!
Ich habe mir schon gedacht, dass Charlotte nie in diese Famile passen würde und da wundert mich ihre abweisende und überhebliche Art überhaupt nicht!
Ich bin wirklich gespannt wie lange die Ruhe noch anhalten wird:)

Tara-Jax 08. Oct 2017
schön etwas von dir zu hören und ja anscheinend hast du einiges aufzuholen aber ich hoffe die Geschichte gefällt dir nach wie vor :) LG Tara-Jax
BabyV95 04. Sep 2017

Es läuft immer noch alles schön und Gwen ist gesund im 3. Monat angelangt! Erstaunlich, dass Charlotte bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden hat, Gideon aufzuspüren, aber umso besser für Gwen und Gid!
Das Treffen mit Gideons Familie wird bestimmt wundervoll verlaufen und bezüglich der Ausbildung mache ich mir auch keine Sorgen, weil Gwen ihre Grenzen kennt und nichts tun würde, was dem Baby schaden könnte:)

Tara-Jax 10. Sep 2017
Ich freu mich das du es so positiv siehst und ich denke Gwen und Gid haben die momentane Ruhe vor Charlotte verdient, denn wenn man es mal aus ihrer Sicht sieht hat sie eigentlich keinen Grund Gwen in Verbindung mit Gid zu bringen und wahrscheinlich hat sie gerade andere Probleme als ihm nachzurennen, was atürlich nicht heißt das sie aufgeben wird ;) LG Tara-Jax
BabyV95 18. Aug 2017

Es ist weiterhin alles ruhig und friedlich bei den beiden und ich Frage mich wirklich, wie lange das wohl noch anhalten wird, bevor Charlotte ihnen die Hölle heiß machen wird!
Bin gespannt auf das nächste Kapitel:)

Tara-Jax 27. Aug 2017
Wir können ja hoffen das dies nicht passiert ;) LG Tara-Jax