I: Simulated

vor 3 Mon.
Sie waren die Gewinner eines Preisausschreibens, doch schon bald fanden sie sich in dem tödlichsten aller Spiele wieder. Aufgrund der anhaltenden Beliebtheit der Bestseller-Reihe von Suzanne Collins – den „Hunger Games“ –, entschließt man sich in Amerika, eine Simulation der Hunger Games ins Leben zu rufen. Alles soll genauso ablaufe..
Die Tribute von Panem Fantasy P16 Drama In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
Bemerkung des Authors: Halli-Hallöle zu einer neuen FF! Ja, diesmal ist es eine Tribute von Panem FF. Um ehrlich zu sein, mag ich die Idee und ich habe schon mächtig viel geplant, weswegen ich hoffe, diese FF auch fertig zu stellen. ^-^ Nun, eigentlich war es das auch schon von mir. Ich wünsche denen, die weiterlesen, viel Spaß mit den folgenden Kapiteln! =))

1

1. Kapitel

13.4.2016
Zulassung

Carissa Dawson (14)_ Teilnahme an den Hungerspielen genehmigt.
Reise zur Ernte in Washington verpflichtend.
Abmeldung nur bei schwerer Krankheit möglich.

Möge das Glück stets mit euch sein.

Die Finger meiner besten Freundin tanzten mir durchs Haar, während sie mir ganz begeistert die Haare flocht. Nebenbei schwärmte sie mir die Ohren voll, wie toll sie es fand, dass ich angenommen wurde.
Und ich konnte nicht anders, als ihr zuzustimmen.
Ich hatte so wahnsinnig gehofft, beim Hunger Games Simulator angenommen zu werden und es war wahr geworden.
Jetzt trennte mich nur noch eine zweistündige Autofahrt nach Washington D.C. von diesem Traum. Wahrscheinlich klang es sehr ironisch, dass sich jemand auf die Hungerspiele freute, aber als Ende letzten Jahres bekannt wurde, dass die Firma Winter’s Foundation die Simulation der Hunger Games spendieren würde, bewarben sich unzählig viele Jugendliche um Teil dieser Simulation zu sein.
Meine beste Freundin Lacey hatte sich nicht bewerben wollen, aber ich war sofort Feuer und Flamme gewesen. Auch, wenn ich mir eingestehen musste, dass meine Chancen angenommen zu werden, miserabel standen. Und ich war mir immer noch nicht so sicher, warum ich eigentlich ausgewählt worden war.
Ratlos zuckte ich mit den Schultern und beantwortete damit auch die Frage, die mir Lacey gestellt hatte; „Was willst du denn anziehen?“
Ich dachte mir, dass es wahrscheinlich besser wäre, ein Kleid anzuziehen.
Zumindest stand im beiliegenden Infoblatt – ein Zettel, den so ziemlich jeder Bürger erhalten hatte –, dass man ein Kleid tragen sollte. Vermutlich, damit alles authentischer wirkte.
„Ich nehm´ das braune“, machte ich dann und schon bald streckte mir Lacey besagtes Kleid entgegen.
Eigentlich, wirkte es eher wie ein Rock.
Das Kleid war braun, knielang und hatte keine Träger, zumindest keiner sichtbaren.
Bevor ich in das Kleid schlüpfte, zog ich noch eine weiße Strumpfhose an. Da mir das Kleid doch ein wenig zu freizügig war – zumindest konnte man mir direkt ins Dekolleté gucken – zog ich noch eine weiße Bluse, mit Blumen darauf, an.
Lacey hatte mir die Frisur gemacht, die auch Katniss bei der Ernte getragen hatte, aber da mir das zu doof war, ruinierte ich die Frisur mit Vorwand und steckte mir meine rotbraunen Haare zu einem Dutt.
Jetzt war ich zumindest keine Kopie, sondern ich selbst.

Meine Mutter und mein Vater waren mindestens genauso begeistert, was ich nicht ganz verstand, denn eigentlich beschwerten sich beide immer, dass ich die Bücher und die Filme so mochte – ‚die sind doch viel zu brutal‘.
Aber der Gedanke, dass ihre Tochter bald weltweit im Fernsehen zu sehen sein würde, schien beiden zu gefallen.
Als wir beim Frühstück saßen, bat ich Lacey noch einmal das Infoblatt für die Tribute, vorzulesen.
„Also“, räusperte sie sich und begann mit einer ihrer braunen Locken zu spielen,
„Nach aufrufen des Namens sind die Tribute gezwungen, die Bühne ohne Aufforderung zu betreten. Den Anweisungen der Betreuerin ist Folge zu leisten.
Um der Authentizität Willen, bitten wir die Tribute um eine kleine, schauspielerische Leistung.“
Lacey verstummte und schenkte mir einen fragenden Blick. „Schauspielerische Leistung?“, wiederholte sie, „Sicher, dass du die Richtige dafür bist?“ „Ach, sei schon still“, schnaubte ich und entriss ihr das Infoblatt.
Meine Augen scannten den ganzen Zettel und suchten nach dem Distrikt, dem ich zugeordnet worden war. Insgeheim hoffte ich, ein Karriero zu sein. Andersrum, wenn man sich an die Buchvorlage hielt, wäre es vermutlich besser, aus Distrikt 12 zu sein.
„Distrikt 10“, las mein Vater vor, als könnte er meine Gedanken lesen.
Und sofort zog sich mir der Magen zusammen. Distrikt 10?
Wieso ausgerechnet 10?! Was hatte ich denn mit Viehzucht zutun…?
Meine Mutter hatte meinen traurigen Gesichtsausdruck anscheinend bemerkt und legte eine Hand auf meine. „Kopf hoch, immerhin bist du überhaupt dabei.“ „Genau, darauf kommt es doch an, nicht?“, tröstete mich Lacey nun, „Dabei sein ist alles!“

Die zweistündige Autofahrt, entpuppte sich als reinste Hölle. Aus den zwei Stunden wurden vier und der Highway wurde zu einer Massenansammlung aus Autos. Dass alle zur Ernte wollten, war zwar nicht gesagt, aber sehr wahrscheinlich. Jeder Haushalt hatte eine Einladung zur Ernte erhalten und mindestens fünftausend Menschen waren dazu gezwungen worden, daran teilzunehmen.
Es sollte eben alles authentisch wirken.

Kaum hatten wir Washington erreicht, hielt mich nichts mehr. Ich öffnete die Tür und sprang so schnell es ging aus dem Wagen. Das Weiße Haus, war zum Glück kaum zu übersehen und so marschierte ich schnurstracks darauf zu.
Lacey war mir dabei dicht auf den Fersen, beschwerte sich über meine Haare und machte sich Sorgen, ob ich hübsch genug aussah. Letzteres war mir eigentlich recht gleichgültig. Ich war mir sehr sicher, dass die Moderatoren sich so oder so über die Kleidung der Tribute auslassen würden, ganz egal, was man trug.
Auf dem Platz vor dem Weißen Haus tummelten sich bereits unzählige Menschen und das, wo die Ernte erst in einer Stunde beginnen würde.
Ich blieb wie angewurzelt stehen und sah mich um. Etwas gab eine Reihe von Tischen, an denen Leute in Friedenswächter-Uniformen saßen und die Namen der Leute aufnahmen. Vor dem Weißen Haus hatte man eine Bühne aufgebaut, die ein Ding zwischen provisorisch und standhaft war. Sie wirkte nicht unbedingt morsch, aber einen Elefanten würde ich darauf nicht stellen.
Die Jungen und Mädchen standen in unterschiedlichen Bereichen, die Angehörigen und üblichen Erwachsenen dahinter.
Dafür, dass das hier alles nur eine riesige Simulation – eine einziges Spiel – war, wirkten alle mächtig ernst und angespannt.
Lacey zerrte mich zu den falschen Friedenswächtern hinüber. An dem Tisch, wo wir uns anstellten saß eine Frau mittleren Alters, mit welligen, blonden Haaren. „Namen?“
„Lacey Winslow.“
Über Laceys Schulter sah ich, wie die Frau den Namen in ein freies Kästchen eintrug. Dann nahm sie Laceys Zeigefinger, drückte ihn auf ein Stempelkissen und anschließend hinter ihren Namen, um einen Fingerabdruck zu hinterlassen.
Danach war ich an der Reihe.
„Name?“
„Carissa Dawson.“
Der Name schien bei der Frau etwas auszulösen. Hastig blätterte sie durch einen Stapel von Unterlagen. Während sie las, hob sie die Augenbrauen und warf mir einen fragenden Blick zu. Dann kramte sie in ihrer Tasche und zog eine Nadel hervor. „Finger.“
Ich schluckte und überlegte lange, was ich tun sollte. Meine Intuition war, mitzuspielen, mein zweiter Gedanke, wusste es besser. „Moment mal. Wieso wollen Sie mir Blut abzapfen, von meiner Freundin aber nur den Fingerabdruck?“
Eine Weile blickte mich die Frau prüfend an, danach begann sie zu sprechen. „Sie sind der weibliche Tribut, oder nicht?“ Zögerlich nickte ich. „Dann brauche ich Ihr Blut.“ Ohne weitere Erläuterungen, packte sie mein Handgelenk und stach mir die Nadel in den Finger. Kurz zuckte ich zusammen, als sie meinen Finger aufs Blattpapier drückte, dann war ich entlassen.

Ich rieb mir das Handgelenk, das von dem groben Griff der Frau ein wenig schmerzte und mischte mich unters Volk. Lacey war in ein lockeres Gespräch mit einem Jungen verfallen.
Verwundert blieb ich stehen und verdrehte daraufhin die Augen. Typisch Lacey. Sie konnte super mit Jungen. Ganz im Gegensatz zu mir.
Vielleicht lag es auch einfach daran, dass sie attraktiv war. Und sie war Cheerleaderin.
Attraktive Cheerleaderin.
Kann man beliebter sein? Ich wage es, nein zu sagen.
Der Junge schien mich nun bemerkt zu haben, jedenfalls deutete er fragend zu mir hinüber. Laceys Blick folgte seinem Finger. Sie lächelte mir zu und winkte mich zu sich. „Darf ich vorstellen?“, grinste Lacey, „Das ist Raúl. Raúl, das ist meine Freundin Carissa!“
Zögerlich reichte ich Raúl die Hand. „Es freut mich sehr“, sagte der Blonde nun und lächelte, „Ihre Freundin ist wirklich reizend, sie sagte mir, Sie wären der weibliche Tribut?“ Ohne es wirklich zu bemerken, zog ich meine Hand fort und wischte sie an meinem Kleid ab. „Ja“, antwortete ich und nickte. „Mein Freund, Damon, ist der männliche Tribut. Er kann sich sehr freuen, mit einem so netten Mädchen wie Ihnen zusammen in einem Team zu sein.“
Mehr als ein Nicken brachte ich nicht zustande. Ich wusste nicht wirklich, worüber ich verwirrt war. Vielleicht darüber, dass er mich siezte?
„Wir…müssen dann auch“, murmelte ich entschuldigend und packte Lacey am Arm, „Man sieht sich.“
Lacey drehte sich noch einmal zu dem Jungen um und winkte ihm zu, während ich mich bereits unter die Mädchen mischte.

Um Punkt ein Uhr dröhnte die Hymne Panems durch die riesigen Lautsprecher.
Lacey stupste mir gegen die Hand und deutete auf die restlichen Mädchen, die sich alle an den Händen hielten. Stöhnend verdrehte ich die Augen, reichte ihr dann aber doch meine Hand. Wenn die Leute eine Show wollten, sollte ich wohl mitspielen.
Nun betrat eine junge Frau die Bühne, die wohl die Betreuerin dieses Distriktes – also Distrikt 10 – darstellen sollte. Ihre himmelblauen Haare waren von schwarzen Strähnen durchzogen und ihre weißen Augen tanzten durch die Menge und blieben kurz an mir und danach an einem Jungen, der neben Raúl stand, kleben.
Woher wusste sie, dass wir beide die Tribute waren?
Zwei Luftzüge später, schrillte ihre piepsige Stimme über den gesamten Platz.
„Hallo, hallo meine Damen und Herren, liebe Jungen und Mädchen! Wir heißen sie Herzlich Willkommen zu den alljährlichen, 74. Hungerspielen!“
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Lacey freudig auf und ab sprang, jedoch nur solange, bis sie die Kamera entdeckte, die an einem Drahtseil über den ganzen Platz fuhr. Augenblicklich versteinerte sie und versuchte, ein ernstes Gesicht zu machen. Mich persönlich brachte ihr Gesichtsausdruck jedoch eher zum Lachen.
Aber ich verkniff es mir.
Nun betrat ein Mann die Bühne. Seine Haut war dunkel und ich hörte, wie die meisten Mädchen die Luft anhalten. Vermutlich dachten auch sie, so wie ich es für den Bruchteil einer Sekunde getan hatte, dass es sich bei dem Mann um den Präsidenten handelte. Aber auf den zweiten Blick, hatte der Mann auf der Bühne nichts mit dem Präsidenten gemeinsam.
Er hatte lange, schwarze Haare, die er hochgesteckt trug. Auf seinem halbnackten Oberkörper – er trug gerade mal eine Weste – befanden sich überall goldene Tattoos.
Dem Mann folgte ein weiterer Mann, mit hellblonden, schulterlangen Haaren. Ähnlich wie bei der Betreuerin, streiften seine eisblauen Augen nun ebenfalls durch die Menge und ich bemerkte, wie sie am männlichen Tribut hängen blieben. Und das eine ganze Weile.
Irgendwann wagte ich es, dort hinüber zu schielen, nur um mitzubekommen, wie die Beiden einander zunickten. Dann wanderte der Blick des Mannes zu mir hinüber und für eine Weile fand ich mich versteinert vor.
Erst, als sich jemand räusperte, schüttelte ich mich aus der Starre. Auf dem Podest, am Mikrofon, stand ein Mann, der eigentlich allen hier gut bekannt sein sollte. Er war einer, der zwölf Vertreter der Winter’s Foundation.
Die Winter’s Foundation, war ein riesiger Konzern, der auf zwölf verschiedenen Gebieten Marktführer war; Fischerei, Viehzucht, Luxuswaren, Energie, Elektronik, Transport, Landwirtschaft, Textilien, Holz, Bergbau und Getreide.
Da das Unternehmen in zwölf Ländern tätig war, hatte es zwölf Vorgesetzte.
Der Mann, der hier auf der Bühne stand, war der Vertreter in Amerika; Wyatt Byrd.
Ein ca. 38-jähriger Mann, mit braunen Haaren. Ihn findet man fast immer im grünen Anzug vor. Zumindest in seinen Fernsehinterviews, trägt er immer denselben Anzug.
Jeder der zwölf Vertreter war einem Gebiet zuzuordnen. Byrd gehörte dabei zur Holzverarbeitung.
Es dauerte nicht lange, da hatte sich Byrd bereits in der Geschichte der Hungerspiele verloren. Und dabei erkannte man doch sehr gut, wer sich mit der Trilogie auskannte und wer nicht. Die meisten Mädchen hörten nicht hin, sondern ließen ihren Blick über den Platz schweifen. Ein paar andere hingegen, hörten gebannt zu.
Ich gehörte dabei zu Ersteren, auch wenn ich glaubte, dass die Kameras nun auf mich gerichtet waren und sicherlich war es nicht gut fürs Image, grundlos in der Gegen rum zu starren. Wobei…ich starrte gar nicht grundlos in der Gegend rum, sondern vielmehr musterte ich meinen Mittribut. Obwohl das bei den ganzen Menschen echt mächtig schwierig war. Mein Nacken tat schon nach zwei Minuten weh.
Also gab ich es letztendlich auf und konzentrierte mich doch auf die Bühne.
Dort verlas Byrd nun die Wohltaten der Winter’s Foundation und anschließend die – imaginären – Gewinner Distrikts 10.
Wie sich herausstellte, hatten wir zwei. Ich riet, dass es sich dabei um die zwei Männer auf der Bühne, den Schwarz- und den Blondhaarigen, handelte. Und damit behielt ich Recht, denn nun winkte Byrd die Beiden ans Mikro heran.
„Also, reden wir Klartext“, schallte Byrds Stimme über den Platz, „Wenn ihr wetten dürftet – was ihr nicht dürft –, hätte Distrikt 10 gute Chancen, euer Favorit zu werden?“
Fast augenblicklich ergriff der blonde Mann das Mikrofon. „Meiner Meinung nach“, seine Stimme war tief, rau und eisig, „Sollten wir schon mal einpacken und nachhause gehen.“
Die Betreuerin, die man unter dem Namen Susan Hamilton vorgestellt hatte, lachte laut auf, aber die ernste Miene des imaginären Gewinners machte klar, dass das kein Witz gewesen war und so verstummte sie schnell wieder.
Jetzt bemerkte ich, dass der Blick des schwarzhaarigen Gewinners mir galt.
„Nun“, räusperte er sich, „Ich denke, so schlecht stehen unsere Chancen gar nicht.“
Stille.
Es war, als hätten selbst die Vögel das Zwitschern verlernt und ich spürte, wie sich eine Gänsehaut über meinen Körper zog.
Byrd bedankte sich rasch bei den Beiden nickte dann Susan Hamilton zu.
Diese richtete ihr weißes Kleid, das scheinbar komplett aus Perlen bestand, und kam zum Podest hinübergeeilt. Nun schob man zwei riesige Glaskugeln auf die Bühne. Eine für die Mädchen und eine für die Jungen.
Natürlich war mir klar, dass auf allen Zetteln, in der Mädchenkugel, mein Name stand.
Oder war festgelegt, welchen Zettel die Betreuerin ziehen musste, um den Richtigen zu ziehen?
Die Gänsehaut wurde immer intensiver, denn ich konnte das Gefühl nicht verdrängen, dass das hier wahnsinnig echt wirkte.
„Wirklich viele Zettel dieses Jahr, hm?“, murmelte Hamilton und ich hörte, wie Lacey neben mir kicherte, weswegen ich annahm, dass es ein Witz sein sollte, aber irgendwie kam der bei den meisten wohl nicht an.
Die Blauhaarige ging nun zur Mädchenkugel hinüber, ließ ihre behandschuhte Hand zwischen den Zetteln verschwinden und kehrte wenig später mit einem Zettel zum Podest zurück.
Lacey knuffte mir in die Seite. „Das bist du!“, zischte sie und ich konnte nicht anders, als zu lächeln.
Ja, das war ich. Eine von – wie vielen Millionen? – die sich beworben hatten.
Hamilton holte kurz tief Luft und für einen Moment, glaubte ich, sie würde einen anderen Namen verlesen, aber dann tönte ihre Stimme durch die Lautsprecher: „Carissa Dawson.“

Jetzt wusste ich, was sie in dem Brief mit ‚kleine, schauspielerische Leistung‘ gemeint hatten. Denn die Mädchen in meiner Reihe atmeten sofort erleichtert aus, fielen sich um den Hals und schenkten mir dann einen mitleidigen Blick. Lacey nahm mich in den Arm und fing augenblicklich an zu weinen.
Ich schluckte. Ja, jetzt hätte es sich echt ausgezeichnet, im Schultheater mitzuspielen. Aber das hatte ich nicht.
Und deswegen war es schwer genug, mein freudiges Grinsen zu verbergen. Erstaunlicherweise, schaffte ich es aber doch irgendwie.
Ich kämpfte mir meinen Weg durch die Masse von Mädchen, obwohl diese alle bereitwillig Platz machten, während Lacey sich an meinen Arm geklammert hatte. Als ich erkannte, dass sie mir damit nur helfen wollte, wuschelte ich ihr einmal durchs Haar und sprach ihr gut zu. Sagte ihr, dass ich ja wiederkommen würde, dass alles halb so wild war.
Widerwillig nickte sie nach einer Weile, doch dann kamen bereits Friedenwächter – oder vielmehr Leute in Friedenswächteruniformen – und trugen sie fort.
Noch einmal holte ich tief Luft und wappnete mich für alles, was jetzt kommen könnte. Dann bewegte ich mich langsam auf die Bühne zu.
Dort wurde ich sofort von Susan Hamilton empfangen. Sie schob mich vors Mikro und lächelte mir zu. „Sag ruhig was, Schätzchen!“
Aber ich stand wie ein Stein da und ließ meinen Blick über den Platz schweifen. Es war nicht bei den fünftausend geblieben, da war ich mir sicher.
Hamilton gab es wohl auf und eilte zur Kugel der Jungen hinüber, nur um gleich darauf mit einem weißen Zettel wiederzukommen. Ich merkte, wie ihr Blick kurz zu dem männlichen Tribut, den auch ich vorhin gemustert hatte, wanderte. Dann richtete sich ihr Blick auf einen unbestimmten Punkt in der Ferne und sie verlas seinen Namen: „Damon Hunter.“
Sofort schoss mein Blick zu meinem Mittribut, der von Raúl in die Arme geschlossen wurde und danach auf die Bühne zukam. Er wirkte selbstbewusst.
Das brachte mich dazu, mein Auftreten zu überdenken. Auch, wenn das hier nur eine Simulation war, so würden sie uns sicherlich ein bestimmtes Image aufdrücken wollen, nicht? So, wie Peeta und Katniss das verliebte Ehepaar gaben.
Oder wie Thresh nur durch sein reines Auftreten Sponsoren sammeln konnte.
Noch dazu hatte Katniss Prim gehabt.
Und auch, wenn das hier eine Simulation war, so brannten doch alle darauf, die Spiele zu gewinnen. Und dafür bräuchte man Sponsoren.
Was also würde mein Image sein?
Damon brauchte anscheinend keine Hilfe dabei, sein Image zu finden – selbstbewusst.
Also entschied ich mich dazu, dass ich auch keine Hilfe brauchte.
Jungfrau in Nöten? Bitch, please.

Hamilton ergriff nun meine rechte Hand und ehe ich mich versah, hielt sie meine und Damons Hand gen Himmel. „Fröhliche 74.Hungerspiele!“, schrie sie ins Mikro und ich hörte, dass ich und Damon den folgenden Satz beide mitsprachen:
„Und möge das Glück stets mit euch sein!“

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MagicalDreamer 05. Jul 2016

So, da ich jetzt stolze Besitzerin eines Tablets bin, dachte ich mir, um ein wenig E-Buch-Flair zu gewinnen, lese ich mal deine Geschiche darauf. Und, was soll ich sagen, ich hab´ von Kapitel 2-13 alle an einem Tag durchgelesen. Da musste ich einfach ein Kommentar abgeben. xD
Carissa ist wirklich sympathisch und auch ihre Freundin Lacey (ich mag den Namen übrigens sehr gerne ^^). Für wen ich mich bei unseren Jungs entscheiden würde, wäre definitiv Damon. Er ist doch eindeutig interessanter, obwohl Logan auch ganz nett ist. Ja, und dann sind dann da ja noch Travis (Den ich einfach nur genial finde. xD) und Lady bzw. Susan (Die auch echt super authentisch rüberkommt.). Ansonsten bin ich echt überracht, was für eine Wendung die Geschichte doch genommen hat. Teilweise hätte ich damit echt nicht gerechnet. Ich bleibe auf jeden Fall weiterhin gespannt. *--*

tigerbi 09. Apr 2016

Hey :D
Also die Idee ist echt gut, dein Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und fesselnd xD Ich hab die Kapis in einem Zug durchgelesen und freue mich schon aufs nächste :D Gut, dass alles doch nicht nur ein Spiel ist, war ja irgendwie klar xD Aber trotzdem ist es verdammt gut gemacht ^-^ich wäre nie auf so etwas gekommen ;D
Rechtschreibung und Grammatik ist auch top, da hab ich überhaupt nichts zu meckern :D Ich frage mich nur, was das Henkersbaumbild sollte :o und Travis kommt mir echt seltsam vor. Vor allem, als er dann die Pistole hebt und abdrückt o.o hilfe. Das ist echt ein gemeiner Cut xD
lg tigerbi :D

Elementar99 09. Apr 2016

Ich finde deine Idee echt super und freue mich schon auf das nächste Kapitel!!!