Reichsausschusskinder

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Unter dem Tarnnamen „Kinderfachabteilung der Nervenklinik Wiesengrund“ wurden 1941 – 1945 175 ‚Reichsausschusskinder‘ gnadenlosen Experimenten unterzogen. Von den 66 Mädchen und 109 Jungen zwischen neun Monaten und 16 Jahren starben 81 qualvoll. Diese Geschichte basiert auf wahren geschichtlichen Begebenheiten und orientiert sich ..
Fiktive Biographien Tragödie/Leid P16 Drama Beendet
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Nun sitze ich hier, und schreibe meine letzten Zeilen. Ich schreibe, um mich seelisch auf das Kommende vorzubereiten und um meiner Reue Ausdruck zu verleihen. Damit kann ich meine Taten nicht ungeschehen machen, aber ich kann andere daran hindern, genauso zu handeln wie ich.

Geboren wurde ich im Juli 1910 in Minden im Kaiserreich Deutschland. Als Sohn eines Oberst genoss ich gewisse Vorteile. Bis zu meinem vierten Lebensjahr wurde ich, das einzige Kind meiner Eltern, sehr verwöhnt und behütet.
1914 brach der 1. Weltkrieg aus, nachdem ein Attentat in Sarajevo stattfand und dabei der österreichische Thronfolger starb. Mein Vater wurde natürlich eingezogen und fiel 1915 im Gaskrieg, da die noch unausgereiften Gasmasken nicht genügend abdichteten. Davon habe ich, als vierjähriger Junge nicht sehr viel mitbekommen. Ich muss sagen, dass mir mein Vater auch nie wirklich gefehlt hatte, da ich mich kaum an ihn erinnern konnte. Im Jahr 1918 endete der Krieg und die Regierungszeit des Kaisers Wilhelm des II. Er lebte bis an sein Lebensende in den Niederlanden und Deutschland wurde zur Weimarer Republik. Unser neuer Reichspräsident war ein guter Mann. Einst sagte er:
„Ich will und werde als der Beauftragte des gesamten deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, dass ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und dass ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.“
Dafür zolle ich ihm noch heute meinen größten Respekt.
Nach dem Tod meines Vaters ging es meiner Mutter sehr schlecht. Sie zog sich meist auf ihr Zimmer zurück und weinte. Ich sah sie kaum noch und wurde mehr von meinen Kinderfrauen aufgezogen als von ihr. Sie fehlte mir sehr, hatte ich doch nun keinerlei elterlichen Zuspruch mehr. Ich hatte ganze drei Betreuerinnen an der Zahl, da wir jeden Monat eine großzügige Summe erhielten. Als eine Art Dank für den Einsatz meines Vaters.
Von den Kinderfrauen wurde ich jedoch nur gedrillt, erfuhr keinerlei Liebe durch sie, nur Härte, Regeln und Härte. Oftmals war ich froh, wenn sich die Köchin wieder über ihre verschwundenen Rührlöffel beschwerte, dann ließen sie mich einige Wochen wenigstens körperlich in Frieden. Sie wollten mir aufzeigen, wie es im Militär sein wird. Ab meinem 16. Lebensjahr blieben die Zahlungen jedoch aus, denn ab diesem Zeitpunkt sollte ich arbeiten und die Laufbahn meines Vaters einschlagen.
Ich jedoch hatte andere Pläne. Ich studierte Medizin an der Universität Hamburg und promovierte 1932. Dies war zur Amtszeit von Paul von Hindenburg. In ihm fand ich, im übertragenen Sinne, eine neue Vaterfigur. Ich bewunderte ihn für seine Taten und Handlungen.
Und er gab mir Hoffnung. Hoffnung, dass es nie wieder zu einem solch schrecklichen Krieg kommen würde, wie den Weltkrieg. Denn er sagte:
„Wer das gesehen hat, wird immer dran denken...aber das ist nun Mal so in einem Krieg...jeder Krieg ist eine furchtbare Sache.“

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26. Jun 2016

Hey,
ich fand das du die Geschichte sehr gut geschrieben hast!
Du hast dich gut in die Person rein versetzt.
Ein sehr spannendes und zugleich auch sehr trauriges Thema.
Izzy

inako 26. Jun 2016
Das freut mich, Dankeschön :*
blue-rider 24. Jun 2016

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