Die letzten Stunden - Auf den Spuren von Jack the Ripper

24.06.16 22:31
Mary Jeanette Kelly wurde ca. 1863 in Limerick, Irland geboren und verstarb am 9.November 1888 in London. Sie war das letzte der fünf bestätigten Ripper-Opfer. Doch, wie verbrachte sie ihre letzten Stunden? Diese Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten, jedoch entspringt die Handlung meiner Fantasie ;)
Fiktive Biographien Krimi P18 Tragödie/Leid In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
  • Hoffnung
Bemerkung des Authors: Lasst mir nen Kommi da, würde mich sehr über Feedback freuen :D

Hoffnung

„Und man wird zurückschauen und sagen, dass ich das 20. Jahrhundert eingeläutet habe…“
Angebliches Zitat: Jack the Ripper


„Mein Messer ist so schön und scharf, ich möchte gleich wieder an die Arbeit gehen, wenn sich die Gelegenheit für mich bietet.“
Jack the Ripper in einem seiner Briefe

Als Joseph sich von mir trennte, brach eine Welt für mich zusammen. Ich habe mein Bett zwar mit schon sehr vielen Männern geteilt und teilen müssen, aber er war etwas ganz besonderes. Er war mein Seelenverwandter. Ich wollte mein restliches Leben mit ihm und keinem anderen verbringen. Ich lernte Mr. Joseph Barnett, einen mittellosen Schneider, vor etwa 1,5 Jahren kennen. Die wunderbarsten Jahre meines Lebens.
Aber er konnte nicht verstehen, dass ich meinen Körper für Geld verkaufte. Und ich tat das auch mit jedem Mal und mit jeden Tag, den ich länger mit ihm zusammen war, weniger gerne. Und ich wollte es auch eigentlich nicht mehr tun, als es mit Joseph und mir ernster wurde. Einige meiner Stammfreier kamen jedoch auf mich zu und boten mir deshalb mehr Geld an. Ich hätte so mehr Geld an einem Tag verdient, wie ansonsten in einer Woche! Ich musste annehmen. Ich musste es tun, um Geld für uns zu verdienen. Genügend, um endlich zurück in meine alte Heimat, Limerick in Irland, zurückzukehren.
Diese Zusammenhänge konnte Joseph jedoch nicht akzeptieren. Er trennte sich. Und ich konnte es auch noch verstehen. Dennoch weinte ich zwei Tage hindurch. Es tat so weh ihn zu verlieren. Ich verbrannte innerlich und gefror gleichzeitig zu Eis. Aber heute, neun lange Tage nach unserer Trennung, wollte er sich noch einmal mit mir treffen um über alles zu sprechen. Ich hatte also noch eine Chance. Ich würde ihn von meinem Plan überzeugen, ihm meine Liebe beweisen. Und dann würde er mit mir dieses schreckliche Land verlassen.
London war zu dieser Zeit eine alles andere als schöne Stadt. Sie war duster, neblig und sie stank erbärmlich. Was die letzten Monate das Maß zum Überlaufen brachte war die Tatsache, dass ein Ripper sein Unwesen trieb. Dieser mordete auf besonders brutale Art und weiße Prostituierte, also Frauen wie mich. Sie waren zwar alle um einiges älter, es war aber dennoch überaus beängstigend. Das bot mir den letzten und entscheidenden Grund, diese schreckliche Stadt und dieses noch viel schrecklichere Land zu verlassen.
Ich betrachtete mich im Spiegel. So schlecht sah ich doch gar nicht aus. Mit meinen 25 Jahren wirkte ich frisch, meine rotbraunen Haare fielen in sanften Wellen über meine Schultern und bedeckten meine Brust. Eine schlichte weiße Bluse umhüllte meinen Oberkörper und gab genügend preis, um als Frau wahrgenommen zu werden. Sie verdeckte jedoch ebenfalls genügend, um nicht billig zu wirken. Sie passte perfekt zu meinem knöchellangen schwarzen Rock, dessen Abschluss meine Waden sanft umschmeichelte und meine hübschen Schuhe zeigte.
Um 20Uhr wollte mich Joseph abholen und mit mir in sein liebstes Gasthaus gehen, das „Horn of Plenty“. Das hieß, dass ich nur noch eine halbe Stunde Zeit hatte, mich herauszuputzen. Ich wollte ihn mit meinen äußeren Reizen beglücken, ihm zeigen das ich es wert bin, ihm zeigen wie sehr er mir fehlt.

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