Old Scars and Future Hearts

vor 9 Tagen
3 lange Jahre sind vergangen seit dem Abend auf dem Balkon. Der Abend der alles zerstört hat was noch übrig geblieben war von Freundschaft und Liebe. Mit Dakota und Jonah auf der einen Seite, den Jungs auf der Anderen und Kyra die irgendwie ihre ganz eigene Seite hat scheint die Welt kein bisschen einfacher zu sein. Eine Nacht ohne scheinbar ..
All Time Low Drama P18 Romanze In Arbeit

To the sorry Unfaithful

Dakota:

Wie im Flug waren die letzten paar Stunden an mir vorbei gezogen. Jetzt stand ich hier mit meinem zweiten Champagner Glas in meinem schicken roten Cocktailkleid bemüht darin mir meine Unlust über diese Situation nicht anmerken zu lassen. Es war nicht so, dass ich nicht überglücklich war mit dem No. 1 Bestseller der New York Times ausgezeichnet zu werden, doch wie ich hier umgeben von Reportern und Verlagsmitarbeitern stand galt mein einziger Gedanke der Tatsache, dass ich hier mutterseelenallein stand. Die einzige Person die hätte hier sein können, hatte selbst einen wichtigen Tag vor sich gehabt und auch wenn er beteuert hatte, er würde versuchen hier zu sein, so hatte ich doch gewusst, dass es nichts werden würde. Ich war nicht sauer auf ihn. Dazu hatte ich kein Recht. Er hatte seine eigene Karriere an der er schon so lange arbeitete und jetzt hatte er einen wirklich wichtigen Fall an Land gezogen und hatte sich voll rein gehangen. Und wer hatte schon ahnen können, dass der Tag des ersten offiziellen Gerichtstermins genau auf den Tag der Preisverleihung fallen würde.
So stand ich hier, alleine in einem Raum voller Menschen, und dachte darüber nach wie jede einzelne meiner ganz persönlichen Fehlentscheidungen dazu geführt hatte, dass ich hier nun alleine stand und mich mit Glückwünschen von Leuten rumschlug die mir nicht mehr bedeuteten als der Dreck unter meinem 1000$ Pumps. So sehr wünschte ich in diesem Moment, dass es eine Kreatur, meinetwegen auch den Teufel, gab mit der man Deals machen konnte. Mein Erstgeborenes und meine vielleicht nicht mehr ganz so unsterbliche Seele hätte ich dafür gegeben um hier nicht allein sondern umgeben von den Menschen die ich am meisten liebte zu stehen. Um all die grausamen, egoistischen Dinge, die ich ihnen angetan hatte ungeschehen zu machen und eine zweite Chance zu bekommen.
"Dakota?" überrascht sah ich von meinem Glas hoch und erblickte ein bekanntes aber lang nicht mehr gesehenes Gesicht vor mir. "Nathan? Wow.. eh good to see you." verwirrt aber erfreut begrüßten wir uns kurz ehe er in einer dezenten Geste eine junge Frau zu uns bat. "Dakota, this is Jessie. My.. fiancé." nun war ich wohl am Maximum der Überraschung angekommen. Eine zierliche brünette Frau streckte mir ihre Hand entgegen. "Fiancé, huh? Congratulations. Both of you." lächelte ich daraufhin und gab ihr ebenfalls freundlich die Hand. "Thank you but we should be congratulating you. No.1 Bestseller! What a landmark for an author." ihr Stimme klingelte engelsgleich in meinen Ohren und ich nickte etwas verlegen. "Thanks. I'm really honored." es kehrte kurz Stille ein ehe Nathan seine Verlobte ansah. "Would you excuse us for a second, darling?" sie nickte, verabschiedete sich und ging dann ein paar Schritt zur Seite während Nathan und ich ebenfalls ein paar Schritte gingen. "I hope this wasn't too awkward." unsicher strich Nate sich durch die Haare. "No, no really not. She's lovely Nathan and I'm so happy to see that you found someone who truely makes you happy. That's all I ever wanted for you." ich meinte jedes einzelne Wort davon ernst. Es machte mich wirklich glücklich zu sehen, dass er jemanden gefunden hatte der besser zu ihm passte und ihn auch wirklich glücklich machte. So jemanden hatte er immer verdient. Nicht jemanden wie mich, die nie wirklich bereit für ihn gewesen war. Natürlich hatte ich ihn geliebt, aber ich hatte auch nie wirklich aufgehört Zack zu lieben was im Endeffekt zu dem geführt hatte was eben passiert war. Ich hatte ihn betrogen und verletzt und Nathan war immer zu gut für mich gewesen.
"Thanks. It means a lot to me to hear that." ich erkannte genau die Erleichterung in seinem Gesicht. "So, how are things for you? Except for the professional success which is quite obvious. I heard about your epic win in court. Surely a relieve." ein Nicken meinerseits bestätigte seine Aussage. "So how's life with Zack? Did everything work out like you wanted it to?" damit schoss er mir direkt ins Herz. Ich mischte den aufkommenden Schwall an Traurigkeit mit Champagner und schluckte ihn wieder runter. "No, sadly not." antwortete ich dann sanft und schenkte ihm ein dezentes Lächeln. "Really? I thought you two were back together when I saw him.." bevor er weiter sprechen konnte wurde er von Jonah unterbrochen. "Oh Gott, tut mir so leid!" er nahm mich in den Arm und küsste kurz meine Wange. "Nathan, wow. Long time no see." etwas verwirrt sah Nathan zwischen Jonah und mit hin und her ehe er lächelte. "Yeah, good to see you Jonah." die Beiden gaben sich die Hand und bevor sich mir die Chance bot Nathan zu fragen was er hatte sagen wollen kam Jessie dazu und dicht darauf gefolgt verabschiedeten sich die Beiden von uns und ließen mich mit einem merkwürdigen und fragenden Gefühl zurück. Doch ich hatte nicht wirklich eine Möglichkeit in Ruhe darüber nachzudenken bevor Jonah mich ausgiebig beglückwünschte.

Wir blieben auch nicht mehr lange dort sondern fuhren recht bald zurück nach Hause bzw zu Jonah. Im Taxi wurde es dann erstmal still und ich hatte wieder eine Minute um nachzudenken. Diesmal gingen meine Gedanken allerdings zu Kyra. Als ich das Schreiben mit der Information über die Nominierung bekommen hatte, hatte ich mir als erstes vorgestellt wie ich Kyra anrufen würde, weil sie wahrscheinlich grade arbeiten gewesen wäre, und wie wir dann zusammen am Telefon ausgeflippt wären. Wie sie wahrscheinlich sofort parallel mit den Jungs vereinbart hätte, dass sie alle vorbei kommen mussten damit wir das bei einer Runde Sekt feiern konnten. Wie sie, vollkommen überzeugt davon, dass ich gewinnen würde, wahrscheinlich direkt eine super witzige After-Party-Party organisiert hätte, die bis in die frühen Morgenstunden angedauert hätte und in deren Anschluss wir alle zusammen auf der Dachterrasse gesessen hätten und den Sonnenaufgang beobachtet hätten. Alle zusammen. So wie es immer gewesen war.
Doch so wie alles jetzt war interessierte es sie wahrscheinlich nicht mal ob ich noch lebte. So grausam das vielleicht auch schien, doch ich hätte es absolut verstehen können. Ich hatte den ultimativen Verrat begangen und ihr das Herz auf die denkbar schlimmste Art und Weise gebrochen. Die Tatsache, dass sie ohne ein weiteres Wort verschwunden war hatte mehr gesagt als jedes Menschen bekannte Wort es je gekonnt hätte. Wir waren für sie gestorben also ging es uns auch nichts mehr an wo sie sich befand und was sie tat.
Das erste Lebenszeichen hatte ich ca. 5 Monate später in Form einer E-Mail erhalten in der sie mich bat die Wohnung zu kündigen und sie auszuzahlen. Mehr nicht. Kein Wort was daran erinnert hätte, dass wir mal beste Freundinnen gewesen waren. Selbst Bekannte fanden wärmere Worte füreinander als Kyra sie für mich gefunden hatte. Ich war einfach nichts mehr für sie und mit der Aufgabe der gemeinsamen Wohnung durchschnitt sie endgültig das Band. Natürlich kam ich ihrem Wunsch nach, faxte und mailte ihr alle wichtigen Details und nur so erfuhr ich schließlich auch, dass sie nach Frankreich zurück gegangen war.
Das war jetzt knapp 2 1/2 Jahre her und seit dem hatte ich nichts mehr von ihr gehört. Ich hatte es auch nicht versucht. Im Gegensatz zu Jonah den ich fast regelmäßig dabei erwischte wie er ihr schrieb oder ihr Nachrichten hinterließ. Es brach mir das Herz zu sehen wie verzweifelt er um ihre Aufmerksamkeit kämpfte und wie er immer wieder auf's Neue auf Granit biss.

Bei Jonah angekommen ließen wir uns auf der Couch nieder und befreiten uns Beide erstmal von Schuhen und Schmuck. Irgendwann zogen wir uns auch gemütlichere Klamotten an. Auch wenn wir nicht zusammen wohnten so hatte jeder in der Wohnung des jeweils Anderen ein paar Kleinigkeiten hinterlegt. Manchmal konnte ich schon verstehen wieso unsere Freunde es als schwierig empfanden uns zu glauben, dass wirklich nichts zwischen uns war.
Ziemlich bald kam Jonah auf die Idee, dass so ein guter Tag nicht so niedergeschlagen enden sollte, also versammelte er sämtlichen Alkohol der sich in seiner Wohnung befand auf den Wohnzimmertisch, inklusive mehrerer Shot- und normaler Gläser.
Was darauf folgte war ein Trash-Film nach dem anderen und nur jedes Menschen bekannte Trinkspiel nacheinander und manchmal auch gleichzeitig. Zugegeben, wir hatten wirklich eine Menge Spaß und schafften es tatsächlich unangenehme Pausen und stille Momente zu vermeiden in denen einer von uns Beiden auch nur Möglichkeit gehabt hätte über etwas negatives nachzudenken.
Das Ende vom Lied war, dass wir in den frühen Morgenstunden auf der Terrasse saßen und uns eine Zigarette teilten. "Ich bin stolz auf dich." murmelte Jonah dann irgendwann und reichte mir erneut die Zigarette. "Wegen der Auszeichnung?" fragte ich und nahm einen tiefen Zug. "Nicht nur deswegen. Ich hab mir ne ganze Zeit lang wirklich Sorgen um dich gemacht und bin echt froh, dass du doch noch die Kurve gekriegt hast und dann gleich so ne Glanzleistung vollbracht hast." ich grinste und reichte ihm nach einem weiteren Zug die Kippe zurück. "Danke." "Gerne." erwiderte er und es wurde wieder still. "Weißt du worauf ich jetzt Lust hab?" grinste er mich nach einiger Zeit an. "Keine Ahnung, aber dem Grinsen nach zu urteilen kann es nichts gutes sein." lachte ich und drückte die Zigarette im Aschenbecher aus während Jonah aufstand. "Doch. Ist ne grandiose Idee." er hielt mir seine Hand hin. "Bezweifle ich stark." bestärkte ich meine zuvor getroffene Aussage doch das tat seiner Zuversicht keinen Abbruch und so ließ ich ihn mich auf die Beine ziehen nur um es zu bereuen sobald er mich hochhob und mit mir zusammen in den Pool sprang der sich ebenfalls auf der Terrasse befand.
Als ich wieder auftauchte und mir die Haare aus dem Gesicht wischte sah ich Jonah der sich köstlich amüsierte. "Du siehst aus wie'n begossener Pudel." prustete er vor sich hin. "Toll. Und weißt du wie du gleich aussiehst? Wie ne Wasserleiche!" fauchte ich lachender Weise bevor ich mich auf ihn stürzte und ihn kurz unter Wasser drückte ehe ich ihn wieder auftauchen und nach Luft schnappen ließ. "Miststück." hustete er zwischen dem lachen. "Payback's a bitch, Bitch." lachte ich und machte mich daran aus dem Pool zu steigen. "Ah, ah, ah! Wo wollen wir denn hin, Madam?" schneller als gedacht war Jonah bei mir und zog mich zurück ins Wasser. Ich drehte mich um und fand Jonah nur wenige Zentimeter von mir entfernt. "Willst du schon gehen?" flüsterte er mir zu und ich musste mir grinsend auf die Unterlippe beißen.
Alles weitere geschah wie im reinsten Rausch. Ich erinnerte mich an Küsse. Hungrige Berührungen und ein Gefühl voller Ekstase und Glückshormone die ich schon für ausgestorben gehalten hatte. Deutlicher in Erinnerung schien mir die 2. Runde im trockenen deutlich wärmeren Bett. Es gab für keinen von uns Beiden irgendwelchen halt. Wir hatten Beide nichts mehr zu verlieren. Wir hatten schon alles verloren. Und wenn schon in der Hölle landen, dann eben auch richtig.
So vertrieben wir uns die nächsten paar Stunden mit verschwitztem aber verdammt gutem Sex, bis ich einige Stunden später in einem durchgewühlten und nach Sex riechendem Bett erwachte und die Sonne auf meiner Haut spüren konnte.
Meine Augen brauchten einige Zeit um sich an das Licht zu gewöhnen. Meine Nase nahm relativ schnell den Geruch von Kaffee wahr und so quälte ich mich aus dem bequemen Bett hoch, zog einen frischen Slip und eine Hemd von Jonah an bevor ich mich in die Küche begab. Ich setzte mich an den Tresen und blickte auf den Stapel Post der dort ebenfalls lag. Eine Tasse Kaffee wurde vor meiner Nase platziert und ich merkte wie Jonah von hinten seinen Kopf auf meine Schulter legte. Doch mich interessierte der hübsch verzierte und offensichtlich sehr teure, festliche Umschlag der dort unter Rechnungen und Prospekten lag zu sehr um weg zu sehen und so nahm ich ihn an mich. Noch bevor ich fragen konnte hörte ich Jonahs unsichere und nervöse Stimme an meinem Ohr. "Das ist die Einladung zu Cara's und Rian's Verlobungsfeier." diese wenigen Worte schnürten mir augenblicklich die Kehle zu. Auf einmal legte sich unglaubliche Reue auf mein Gemüht und meine Gedanken fuhren Karussell. Es konnte nicht nur sein, dass ich in (laut Datum der Einladung) 6 Wochen Zack wieder gegenüber stehen würde, nein. Viel schlimmer. Das konnte tatsächlich bedeuten, dass Kyra vielleicht auch wieder da war.

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blue-rider 21. Oct 2016

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