Der Geruch deines Blutes

vor 4 Mon.
Naruto Uzumaki ist gezwungen worden sich einem neuen Vampir- Clan anzuschließen, damit er überleben kann. Es passt ihm überhaupt nicht nun unter den Uchihas verweilen zu müssen, da sein Vater verzweifelt auf die Suche nach seiner verschwundenen Mutter gegangen ist. Dazu kommen noch Jäger, die hinter ihnen her sind, ein gelüftetes Geheim..
Naruto (Fanfictions) Mystery P16-M+M Romanze Beendet
Inhaltsverzeichnis
  • Teil 1/2
Bemerkung des Authors: Herzlich Willkommen :D Schon vorab: Ja es wird eine Fortsetzung geben und nein ich kann leider nicht sagen, wann. Habe diese Geschichte ebenfalls auf zwei weiteren Plattformen hochgeladen. Wer noch irgendwelche Fragen hat, der soll mich anschreiben. Ansonsten würde ich mich über Feedback freuen! Info: * Man wird als Vampir geboren. * Wenn man einen Menschen beißt, infiziert, wird dieser zum Ghul

Teil 1/2

Mit einem finsteren Blick auf dem Gesicht streifte er durch die stockfinstere Nacht. Seine Laune sank mit jedem Schritt mehr, den er tat und immer näher dem Gebäude entgegen kam.
Wie sehr er die Nase voll hatte von diesen Leuten, diesem Geschäft, dieser Angelegenheit. Es waren alle machthungrige Schweine, die nichts anderes im Sinn hatten, als mit unschuldigen Leben rumzuspielen. Er wollte nie zu ihnen gehören. Er fand ihre Absichten falsch und ihre Methoden, wie sie an bestimmte Sachen kamen einfach bösartig, erschreckend, abstoßend.

Aber wieso war er nochmal auf dem Weg in das sprichwörtliche Grauen? Ganz genau. Kein anderer als sein eigener Vater war der Meinung, dass er sich ihrer Gruppe anschließen musste, um zu überleben. Was hatte ihn nur dazu bewegt zu so einer Lösung zu greifen?
Trauer? Zorn?

Beides könnte möglich sein oder auch noch viel mehr. Seit diesem einen Tag, als sie seine Mutter geholt haben war unter ihnen eine Welt zusammen gebrochen. Die Wände schoben sich auseinander und hinterließen grausame Risse, die niemand zu füllen wusste. Einer von ihnen war schon lange bevor dem Ereignis mit seiner Mutter dort entstanden, doch darüber wollte er nicht grübeln.

Bei dem Gedanken an seine geliebte Mutter, wie sie mit allen Mitteln versucht hatte ihn und seinen Vater zu beschützen, blies man seine verkorkste Seele wie Asche in den Wind hinaus in das Unendliche, in die Tiefen der Menschheit.

Und genau vor einer dieser Abgründe stand er nun mit so blutroten Augen, dass sie im Glas des Schaufensters hell aufblitzten. Jeder Außenstehende würde sich bei dem Spiegelbild reflexartig erschrecken und sofort das Weite suchen, jedoch war zum Glück Keiner in Sicht. Nicht um diese Uhrzeit.

Er hob leicht seinen Arm, um einen Blick seine Armbanduhr zu werfen. Der große Zeiger stand perfekt auf der Zwölf und der Kleinere auf der Drei.

Es war soweit.
Manche würden denken, dass die Zeit des Grusels schon um Mitternacht begann, aber nicht für ihn. Nicht für sein Wesen.
Der Mond schien ihm in den Nacken und er konnte beim besten Willen nicht verstehen, was daran so faszinierend war. Klar, das Licht war kühl und gab seine Persönlichkeit wieder. Kalt, einsam, verlassen...
Aber er bevorzugte die Sonne, kaum zu glauben.

Mit einem kräftigen Ruck hämmerte an die morsche Tür des heruntergekommen Ladens. Keine zwei Sekunden später raschelte etwas auf der anderen Seite und die Klinke wurde vorsichtig runter gedrückt.
Ein grelles goldenes Paar Augen musterte ihn nervös und er war kurz davor dem Knaben den Rücken zu zu drehen, als dieser ihm mit einer Verbeugung die Tür weit aufmachte.

Brummend betrat er das Häuschen, spürte wie die Dielen unter seinen Füßen knarrten und sah wie Staub empor stieg.

„D-Darf ich Ihnen den Umhang abnehmen?", stotterte der schmächtige Mann ängstlich und der Angesprochene schüttelte als Antwort mit dem Kopf. Als ob er sein bestes Kleidungsstück in die Hände eines erbärmlichen Dieners gab.

Besagter führte ihn daraufhin den schmalen Gang entlang.
Mehrere uralte Gemälde waren an der Wand befestigt. Dass diese sich überhaupt noch halten konnten, so voller Staub, war ein Rätsel.
Der Flur endete weitere fünf Meter neben einer Treppe, die anscheinend überraschenderweise noch ganz war, und vor der nächsten Tür.
Der Diener klopfte leicht dagegen und wartete auf ein deutliches 'Herein'. Als das Zeichen laut eintrat, wurde der Eingang zu dem Zimmer geöffnet.

Er atmete ein letztes Mal tief ein und aus, bevor er den Raum betrat. Der Umhang flatterte hinter ihm und er befand sich mit einem Mal, wie der Blitz, vor den anderen Anwesenden.
Bei dem Bild, welches sich vor ihm bot, kam ihm seine letzte Mahlzeit hoch.
Ein riesiger Tisch streckte sich vor ihm empor, an dem um die 10 Leute saßen. Der Kronleuchter prangte prächtig an der Decke und die Wände waren in einem sehr altmodischen Design gestaltet. Doch das war nicht das, was ihn abschreckte.

Auf dem großen Tisch lag ihr Essen, als wäre es das Normalste auf der Erde. Sie schlürften und speisten genüßlich. Hier und da waren einige erstickte Schmerzenslaute zu vernehmen.

„Ah. Da ist ja unser Gast.", wurde er aus seinem verachtenden Gedankengang gerissen und seine Aufmerksamkeit galt dem Oberhaupt unter ihnen.
Er versuchte einen besser gelaunten Ausdruck an den Tag zu setzen, aber es wollte ihm einfach nicht gelingen.

„Nimm doch Platz.", meinte der Mann und er tat wie ihm befohlen, setzte sich an den einzigen leeren Stuhl. Direkt vor seiner Nase war der Kopf einer jungen Frau, die ihn aus leeren und gleichzeitig hilflosen Augen anstarrte. Sein Magen drehte sich um, als man ihr die Nadel in den Hals bohrte und er das süße Gebräu roch, wie es seine Sinne benetzte und ihn völlig in dessen Bann zog. Die Frau formte ein stummes 'Hilfe' mit ihren aufgeplatzten Lippen, sie hatte sich gewährt.

Er wand eisern den Blick von ihr ab und lenkte den Kopf in die linke Richtung, wo das Oberhaupt ganz am Ende des Tisches dinierte.
„Möchtest du was trinken?", wurde ihm höflich angeboten, doch er lehnte dankend ab, biss dabei auf seine Zunge.

„Also Uzumaki, ich bin froh. Dieses Treffen hat meinem Geschmack nach schon viel zu lange gedauert.", fing der Älteste an und nickte dem Blonden zu, der ganz anderer Meinung war, diese aber nicht frei aussprechen durfte. Er hätte am liebsten das Treffen so weit wie möglich hinaus gezögert. Dieser Abschaum bestand nur aus eingebildeten Bastarden, der es nicht verdient hatte einen so hohen Titel zu tragen.

Nebenbei bemerkte er Einen von jener Sippe, der ihn hochnäsig und neugierig anstarrte. Mit den Zähnen knirschend erwiderte er den Augenkontakt und malte sich aus, mit was er alles dessen Schädel aufspießen konnte. Seine langen schwarzen Nägel krallten sich in das Polster der Armlehne, sodass seine Hand nicht irgendwie aus Versehen ausrutschen konnte und dem anderen in die blasse Fresse schlug.

Dennoch unterbrach er die stille Rangelei und konzentrierte sich wieder auf das Hauptsächliche. Er war nicht gekommen, um zu töten. Auch wenn er schon so oft darüber gegrübelt hatte. Sie einfach abschlachten, dann hätten die Menschen eine Sorge weniger. Jedoch wäre er dann selbst nicht besser als sie. Ein rückgratloser Mörder, ohne Verstand.

„Ich bin neugierig, wie die anderen auch. Warum fragst du ausgerechnet jetzt nach unserer Hilfe?" Köpfe drehten sich zu ihm und warteten gespannt auf seine Reaktion.

„Sie haben meine Mutter geholt. Es werden in letzter Zeit immer mehr Entführungen gemeldet." Es war das erste Mal, dass er seine feste Stimme erhob und alle zum Schweigen brachte. Einzelne Nebengespräche wurden abrupt unterbrochen und man zog erschrocken die Luft ein.

„Verstehe. Was ist mit deinem Vater? Wie ich gehört habe ist er einigen Nachforschungen nachgegangen." Das Oberhaupt lehnte sich mit dem Oberkörper nach vorne und stützte sein Kinn auf seinen Fäusten ab.
„Ja er ist auf der Suche nach meiner Mutter."
Die Erkenntnis beunruhigte den Uzumaki noch mehr. Als erstes hatte er darauf bestanden, dass er bei der Suche helfen würde. Aber nun? Sein toller Vater hatte ihn dazu überredet einem idiotischen Plan zu folgen. Was hatte er nur getan?

Der Uchiha- Clan, der mächtigste unter unzähligen anderen, sah das Universum aus ihrer eigenen Perspektive und das schmeckte ihm ganz und gar nicht. Sie gingen mit Menschen um, als wären sie ihr Vieh und horteten sie wie Tiere gefangen im Stall. Es war verabscheuungswürdig sowas mitansehen zu müssen und nichts dagegen unternehmen zu können. Es gab unendlich andere Wege die Unendlichkeit zu überleben, dass dabei keine Leben geopfert werden müssten. Aber das war ihnen gleichgültig. Sie wollten nur das Beste trinken. Frisch aus der Quelle. Sie waren ein Haufen Arschlöcher und anderen Clans gegenüber arrogant. Man durfte ihnen nicht trauen, sonst würde sich im Schlaf, wie aus dem Nichts, ein Holzpfahl in deren Brust stechen.
Jedoch untereinander waren sie loyal und hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Es war unmöglich aus ihrem Clan auszusteigen, ohne eine erneute Bekanntschaft mit dem Tod zu machen.
Auf ihren Schultern lastete eine Schuld, die der Uzumaki ihnen nie verzeihen könnte.

„Na schön. So soll es sein. Morgen beginnt das Ritual! Mein jüngster Sohn wird dich auf dein Zimmer begleiten und dir die Einzelheiten erklären." Damit beendete Fugaku Uchiha, der Älteste, das Gespräch und scheuchte seinen Diener durch den Raum, gefolgt von seiner Frau Mikoto.
Gott, wie sehr er sie alle hasste.

Ihm taten die Ghule leid, wie sie Tag für Tag ihrem Schicksal entgegen treten mussten und dieser Bande Gehorsam leisten mussten. Er selbst würde sich niemals einen Handlanger anschaffen, der für alle Ewigkeit an ihn gebunden war. Immerhin waren sie nämlich früher auch mal Menschen gewesen, bevor man sie zu dieser Verwandlung gezwungen hatte und sie letztendlich aus ihrem Lebensraum gerissen hatte, nur damit sie dir alles hinterher putzten. Und trotzdem war es hier so schmutzig wie ein verlassenes Haus, dass jemand seit Jahrhunderten nicht mehr betreten hatte.

Noch ein Grund mehr sie zu verachten.

Ein Räuspern verfrachtete ihn wieder in die Realität und er schaute auf, erkannte mürrisch den komischen Kerl, der ihn schon die ganze Zeit angeglotzt hatte. Was? Das war der Jüngste? Na super.
„Folge mir.", klimperte der lästige Uchiha mit den Wimpern, löste bei ihm Kotzreiz aus und er stand murrend auf.

Sein seidiger, glänzender Umhang schliff elegant über dem Boden, allerdings fiel Naruto auf, dass dieser gerade eher als Staubwischer missbraucht wurde. Seufzend stieg er mit dem Schwarzhaarigen vor sich die Treppen zu den Gästezimmern hoch. Von Außen betrachtet sah man es dem Haus gar nicht an, aber von Innen war es viel größer, fast schon ein Anwesen. Bestimmt ein Tarnungszauber einer Hexe.

Je weiter sie die Treppen hoch stiegen, desto breiter wurde auch der vermeintlich schmale Flur, so kam es, dass der Dunkelhaarige neben ihm her lief und ihn angrinste.
„Was gaffst du so, pass auf, dass deine Spucke nicht den Boden erreicht, obwohl ich denke, dass das hier niemanden auffallen würde, bei dem Drecksloch.", fauchte der Blonde setzte seinen entscheidenen Standpunkt und hoffte das dämliche Grinsen des Größeren würde aus dessen Gesicht wischen. Doch falsch. Es gewann nur noch mehr an Größe.

„Es stimmt also, dass du eine scharfe Zunge hast. Mich interessiert es brennend, wie du schmeckst.", flötete der Jüngste und kam zum Stehen vor der Nummer 203. Es erinnerte Naruto an ein ätzendes Hotel.
„Komm noch ein Stück näher und es wird das Letzte sein, was du überhaupt zu einer Person gesagt hast.", gab der Blondschopf gefährlich zurück und spürte wie seine spitzen Zähne hartnäckig in sein Fleisch piksten.

„Verlockendes Angebot, aber ich muss leider ablehnen sonst wird mein Vater sauer, wenn du morgen mit Schmerzen aufwachst. Außerdem was du noch wissen solltest, halte dich von den Badezimmern hier im Stockwerk fern, da spielen die Ratten gerne Verstecken. Unten sind die Essenszeiten aufgelistet und du musst morgen um 3:00 Uhr im östlichen Flügel sein. Da ist auch nebenbei mein Zimmer, solltest du also Probleme haben..."

„Wie soll ich das nun nett ausdrücken? Ach ja. Lieber bade ich für immer mit den Ratten, anstatt auch nur einen Fuß in dein Gemach zu setzen." , verschränkte der Uzumaki die Arme. Dieser Kerl regte ihn auf. Unfassbar!

„Gemach? Aus welchem Jahrhundert stammst du? Wer sagt das denn heutzutage noch? Aber vielen Dank ich werde deine Worte ewig in meinem toten Herz tragen. Ob dein Blut genau so hitzig wie dein Charakter ist?"

„Du kotzt mich an, Uchiha." Mit diesem Satz riss er dem Jüngsten den Schlüssel aus der Hand und knallte ihm die Tür vor der Nase zu.
„Ich heiße übrigens Sasuke.", war das Letzte, was der Uzumaki von dem anderen hörte, bevor dieser amüsiert davon stolzierte.

Er hasste die Uchihas! Wie konnte man nur freiwillig ihrem Clan beitreten?! Alles an was sie dachten und was sie wertschätzten, war verdammtes Blut. Wie dieser eingebildete Mistkerl ihm schon zu verstehen gab. Menschenblut reichte ihm wahrscheinlich nicht aus, deshalb probierte er es bei ihm, um ein bisschen Abwechslung in seinen schmierigen Tagesablauf zu bekommen! Wer lies sich eigentlich auf so einen ein?
Nur über seine Leiche.

Mit einem bitteren Beigeschmack in seinem Mund zog er sich bis auf die Boxershorts aus und legte sich erschöpft in das unbequeme, harte Bett. Er legte seinen Hinterkopf auf seine flachen Hände, sodass seine Achselhaare rausragten, er sich auf dem Rücken befand und verloren an die weiße Decke blickte.
Die gesamte Situation nagte an ihm und er wusste nicht, wie er damit umgehen sollte. Er vermisste seine Eltern schrecklich. Hoffentlich war seiner Mutter nichts zu gestoßen. Aber weiß der Teufel was sie mit allen von ihnen machten. Ja er verwendete das V- Wort nicht gerne.

Waren seine Kräfte, sein Durst und alles was damit zusammen hing, doch stets ein Schandfleck in seinem Leben. Er kannte es zwar nicht anders, dennoch konnte er sein wirkliches Ich nie akzeptieren.

Ein wenig von dem eigentlichen Thema angekommen, fragte er sich wieder, was sein Vater schon alles in Erfahrung bringen konnte. Es war gefährlich ihnen nach zu spionieren. Sie waren überall, hatten Ohren und Augen in sämtlichen Städten. Die seiner Art waren nie vor ihnen geschützt.

Wenn man sich nun fragte, wer es denn war, vor dem sich jeder Blutsauger bis auf die Knochen fürchtete, könnte es nur eine simple Antwort geben.
Nämlich Jäger.

Doch nicht irgendwelche normalen Jäger des Übernatürlichen, wie man sie aus Filmen und Serien kannte. Nein diese hier waren viel erschreckender, blutrünstiger, ohne Gnade. Und vor kurzer Zeit hatten sie angefangen immer mehrere seiner Art zu entführen und niemand wusste, was letztendlich mit denen geschah. Denn keiner ist bisher zurück gekehrt.

Eine Gänsehaut befiel seinen Körper als er mögliche Szenarien vor seinem inneren Auge abspielte.

So lag er dort die restliche Nacht und zerbrach sich den blassen Kopf. Schlafen würde nichts nützen, da er noch nicht mal wusste, wie sowas ging. Einfach die Augen schließen und dann würde bitte was passieren? In diesem Fall konnte er die Menschen nicht verstehen.

Ehe er sich versah schien die Sonne durch sein Fenster und wärmte seine eiskalten Gesichtszüge. Seine Gliedmaßen wurden von Sekunde zu Sekunde schwerer. Er spürte wie ein unangenehmes Gefühl unaufhaltsam an ihm zog. Er wusste, dass es soweit war. Naruto hatte Hunger.

Also stand er seufzend auf und fühlte leicht wie sein Rücken unter dem harten Bett litt. Rasch griff er nach frischen Klamotten aus seinem Koffer, der womöglich von einem der Ghule am vergangenen Tag hier hoch geschleppt wurde. Er wollte ihn gestern nicht den kompletten Weg mitnehmen, deshalb lies er ihn lieber her transportieren.
Daraufhin schnappte er sich einen weinroten Pullover und eine schwarze Jeans, gleichzeitig nahm er sein Make-up in die Hand und tupfte es vorsichtig auf seine leichenblasse Haut. Die blutroten Augen drangen im Spiegelbild förmlich in seine Seele ein, weshalb er schnell nach seinen blauen Kontaktlinsen suchte und diese ebenfalls platzierte. Er wollte so menschlich wie nur möglich aussehen. Seine blonden Haare lies er in ihrer Position, da sie so am besten aussahen.
Diesmal klemmte er sich seinen schwarzen Mantel unter den Arm, anstatt seinen geliebten Umhang.

Fertig für die Öffentlichkeit schlenderte er die vielen Treppen runter und befand sich kurzer Zeit danach vor dem großen Essensaal. Ein verführerischer Geruch stieg ihm in die Nase und er versuchte mit allen Mitteln diesen zu ignorieren. Dabei bemerkte er nicht, wie er einen gewaltigen Schritt in den Saal machte und die anderen Anwesenden ihn mit einem geschockten Blick betrachteten. Er war ja wie ein Mensch gekleidet und sah ihnen zum Verwechseln ähnlich!

Im Gegensatz zu dem Uchiha- Clan hatte Narutos Familie immer versucht sich anzupassen, die Umhänge bei Seite gelegt und die spitzen Zähne eingefahren.
Der Blonde machte ruckartig kehrt und stürmte, den langen, staubigen Gang entlang, aus dem Anwesen voller arroganter Arschlöcher. Sollten sie doch über ihn tuscheln oder ihn für einen Freak halten, weil er unbemerkt draußen rum lief. Es interessierte ihn so viel, wie als wenn ein Reissack in China umfallen würde.

In seiner Wut rempelte er aus Versehen ein junges Mädchen an, weshalb sie durch die Wucht auf dem Bürgersteig aufprallte.
Hastig half er der zierlichen Braunhaarigen hoch und entschuldigte sich tausende Mal hintereinander. Das Mädchen aber schüttelte nur lächelnd das Köpfchen und meinte, es sei ihre Schuld gewesen, sie hätte besser aufpassen müssen.

Winkend verabschiedete er sich von ihr und schlug seinen eigentlichen Weg wieder ein. In den verbotenen Wald, welcher seinen Namen nicht umsonst trug, da sich schon viele merkwürdige Ereignisse dort abgespielt hatten und die Menschen sich vor ihm fürchteten. Dort würde ihn niemand entdecken. Niemand würde sehen, wie er das Tier in ihm raus lies und durch die Büsche raste, um zu jagen.
Gerade als er die Straßenseite überqueren wollte fiel ihm eine seltsame Gestalt hinter ihm auf, die ihn schon seit einer gewissen Zeit verfolgte. Alarmiert aktivierte er seine Sinne und was er mit diesen herausfand brachte ihn förmlich zur Weißglut. Deshalb wechselte er nicht die Straße sondern bog in eine dunkle Seitengasse ein und wartete an der Mauer gelehnt auf den Übeltäter, bis er daran vorbei latschte.

Kaum stand die Gestalt mit der Seite zu der Gasse gewandt, packte Naruto ihn hinten am Kragen und presste ihn mit übermenschlichen Kräften an die Wand.
„Wieso verfolgst du mich, Uchiha?", zischte der Blonde verärgert und würde am liebsten dem Größeren die Reißzähne raus boxen. Sein Gegenüber grinste ihn frech an, zeigte seine weißen Beißer und fasste verwundert mit dem Finger an Narutos Kinn.
„Ich bin schwer beeindruckt, aber was zur Hölle ist das für ein Zeug?", fragte Sasuke und beobachtete das Make-up auf seiner Fingerkuppe kritisch.
„Ich dachte nur Menschenfrauen tragen das.", hing er noch dran und erhielt ein bösartiges Knurren.

Der Blonde lies mit einem Mal von dem anderen ab und kramte seinen Kosmetikspiegel aus seiner Jackentasche. Toll. Nun befand sich ein Fleck an seinem Kinn, der seine wahre Hautfarbe zeigte.
„Irgendwie muss ich mich ja tarnen. Du hast meine Frage nicht beantwortet." Vorsichtig bedeckte er den Schandfleck und behob somit die Unreinheit in seinem Gesicht.

„Und warum machst du das nochmal? Seh' mich an, ich klatsch mir auch nicht irgendeine Substanz drauf oder mach meine Augen blau."

„Das geht dich einen Scheiss an.", murrte der Blonde. Es gab für sein Handeln eine ganz einfach Lösung. Er wollte für einen Tag mal nicht dieses elende Monster sein. Er wollte wie alle anderen sein. Ein ganz normaler Mensch.

„Hey, ich passe extra auf dich auf und das bekomme ich als Dank.", beschwerte sich Sasuke, gespielt verletzt.
Dem Uzumaki wurde die Unterhaltung zu blöd, weil eh nichts dabei raus springen würde. Deshalb kletterte in einer rasenden Geschwindigkeit auf ein Dach und sprang immer wieder über diese. Eigentlich wollte er laufen, wie man es nun mal tat, aber so würde er den Uchiha nicht loswerden, woraufhin er schließlich mit seiner Kraft über die Dächer sauste.

Vor ihm erstreckten sich die hohen Bäume des Waldes je weiter er sprintete. Zum Glück war er so schnell, dass ein Mensch schon viel genauer hinsehen musste, um etwas zu erkennen.
Also setzte er den Endspurt ein und glitt elegant eine Hausmauer runter, wieder auf den Erdboden. Mit einer raschen Geste war der Schmutz, den er soeben von der Wand gewischt hatte, von seinem schönen Mantel entfernt.
Naruto steuerte den kleinen Pfad an, der in das Gehölz führte, doch bevor er eine Bewegung machen konnte flitzte jemand an ihm vorbei und stellte sich ihm somit direkt in den Weg. Genervt schob der Blonde Sasuke grob bei Seite und hastete auf der Stelle den besagten Pfad entlang. Ihm war bewusst, dass der Größere ihm folgen würde, deshalb versuchte er ihn irgendwie abzuhängen, indem er wie ein wildes Tier durch Gestrüpp und um Bäume sauste.

Aus Versehen passte er nicht richtig auf und blieb mit seinem schönen Mantel an einem Ast hängen, sofort verlor er einen Knopf. Fluchend schaute er runter an seine Jacke und wäre dabei beinah über einen umgefallen Holzstamm gestolpert, wäre er nicht im letzten Moment noch gesprungen.
Plötzlich spürte er einen weiteren Luftzug neben ihm und er wusste prompt wer da versuchte mit ihm mitzuhalten. Der Uchiha warf ihm einen belustigten Blick zu und wich daraufhin geschickt einem Baum aus, der seine Sicht versperrte.

Der Uzumaki hingegen ignorierte den anderen und scannte mit seinen Augen, immer noch sausend, die Umgebung ab. Ein Hügel machte dies schwieriger als es sein sollte, weswegen er auch kurzer Hand auf diesen stieg.
Nur Bäume, weit und breit. Doch beim genaueren Betrachten fiel ihm der Sonnenstrahl auf, welcher durch einen Busch schien. Er wusste, dort würde er raus finden und seinen Verfolger loswerden. Binnen weniger Millisekunden hatte er entschieden dem Strahl entgegen zu rennen.

Natürlich watschelte der Dunkelhaarige ihm hinterher. Naruto huschte flink durch das Gebüsch, kam jedoch abrupt zum Stehen. Ihm blieb die Luft weg, als er registrierte wo er sich befand.
Das Rauschen des Wassers nahm seine Ohren ein und er musste aufpassen, ein falscher Schritt und er würde in den Abgrund fallen. Ein riesiger Wasserfall erstreckte sich vor ihm und er stand direkt auf einer Klippe. Der Abstand zur anderen Seite war zu groß, sonst wäre er womöglich noch gesprungen. Wüsste er nicht, dass er es überleben würde, wenn er stürzt, dann hätte er jetzt weiche Knie bekommen und ihm wäre speiübel gewesen.

„Lass uns ein bisschen schwimmen gehen!", erklang eine amüsierte Stimme neben ihm und er wurde mit einem Hieb in die Hüfte nach vorne geschubst. Naruto konnte gar nicht so schnell reagieren, als ihm schon der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Er wollte gerade aufschreien, da ihm das Gefühl vom freien Fall rein gar nicht gefiel, allerdings spürte er schon wie sein Körper auf das Wasser platschte und er in die Tiefe des Flusses eindrang.

Mit der Rückseite gerichtet drohte er immer weiter abzutauschen, auf den Abgrund. Eine Kontaktlinse löste sich von seinem Auge und floss seelenruhig in eine andere Richtung, er wollte sie gerade noch schnappen, doch sie glitt ihm aus den Fingerspitzen. Die Schminke verwandelte sich sobald in eine schmierige Flüssigkeit und brachte die ursprüngliche Hautfarbe des Blondschopfes zum Vorschein. Er rührte sich kein Stück, weil er seine Gedanken zu ordnen versuchte. Jedoch wusste er, dass er nicht ewig sinken konnte, weshalb er sich dazu entschied endlich aufzutauchen.

Am Ufer begrüßte ihn Sasuke ebenfalls völlig durchnässt. Er saß im Schneidersitz auf dem Asphalt und hatte den Umhang über seine breite Schulter gezogen. Sein genauso schwarzes Sweatshirt klebte eng an seinem Oberkörper und entblößte seine gutgebauten, durchtrainierten Muskeln. Zwei blutrote Augenpaare starrten sich an. Die einen glänzten frech, die anderen wiederum strahlten purer Zorn aus.

Mit einem eindeutigen unzufriedenen Knurren trottete Naruto aus dem Wasser. Die zweite Kontaktlinse saugte sich an seiner Wange fest und er wischte diese wütend weg. Toll. Alles umsonst. Was für ein Dreck. Nur wegen dem Bastard, der ihn noch nicht mal in Ruhe lassen kann.
„Das hat Spaß gemacht. Hatte nicht den Anschein, dass es hier so lustig sein kann.", stichelte der Schwarzhaarige ihn.

„Verschwinde endlich. Du regst mich auf!", zischte der Uzumaki sauer und streifte sich den Pullover ab, um ihn auszuwringen, damit er nicht ganz so tropfte.
„Warum bist du eigentlich in den Wald gerannt? Oder wolltest du mich nur loswerden?", beachtete Sasuke den vorherigen Kommentar nicht, stattdessen schlang er von hinten seine Arme um die Hüften des Kleineren und stützte sein Kinn auf dessen Schultern ab.

Naruto erschrak leicht über die Aktion, fing sich dann aber ziemlich zügig wieder und verpasste mit seinem Ellbogen dem Uchiha einen Schlag in die Magengrube.

Dieser war überrascht und hielt sich die schmerzende Stelle mit geweiteten Augen. „Woah. Ich hab nicht gedacht, dass du so viel Kraft hast.", brummte er und bekam ein bösartigen Blick als Antwort.

„Aber das ist umso besser! Ich liebe Herausforderungen.", fuhr Sasuke triumphierend fort und zwinkerte verführerisch.

„Such dir jemand anderen, der daran interessiert ist, sich gegenseitig auszusaugen.", meinte Naruto grimmig und brachte verärgert einen großen Abstand zwischen, weil der Schwarzhaarige drohte ihm näher zu kommen.
„Will ich aber nicht und ich bekomme immer das, was ich will.", grinste der Uchiha vielversprechend.

„Deine Arroganz benebelt eine Person mehr, als der Geruch des leckersten Blutes.", gab der Blonde patzig zurück.
„Guter Spruch, jedoch nur leere Worte. Glaub mir, wenn ich dir sage, dass du diesen Geruch nicht mehr aus dem Sinn bekommst." , murmelte Sasuke, biss sich auf die Unterlippe.

Naruto machte mit einem Satz kehrt und zog den teilweise getrockneten Pulli über seinen Kopf. Danach sauste er an dem Größeren blitzschnell vorbei. Denn so langsam bekam er wirklichen Hunger und wenn er dieses Gefühl nicht zu bändigen wusste, dann hätte dies weitaus schlimmere Folgen, als man es sich vorstellte.
Also drehte er den Schalter um, aktivierte somit das Wesen ihm und konzentrierte sich auf jedes Detail, das ihn umgab.
Es dauerte nicht lange und schon nahm er ein Rascheln rechts von ihm wahr. Erbarmungslos stürzte er sich auf die Rehkuh, welche von dem Angriff völlig überrascht war. Wie ein raffinierter Jäger erlegte er seine Beute schnell, sodass sie nicht viel Schmerz verspürte.

Er war nicht mal außer Puste, als das Tier leblos vor seinen Füßen lag.
Seufzend beugte er sich runter zu dem Reh und bohrte seine weißen, spitzen Reißzähne in ihre Kehle. Das Blut schmeckte scheußlich. Es besaß weder diesen süßen Nachgeschmack, noch machte es ihn tierisch verlangend oder verrückt. Aber es langte zum Überleben und er musste niemanden opfern für seinen elenden Hunger. Das war die Hauptsache.

„Ist das dein Ernst? Du ernährst dich von einem Tier!?", sprach Sasuke entsetzt, der ihm wie nicht anders zu erwarten wieder gefolgt war und betrachtete den knienden Blonden mit Unglauben.
Ruckartig unterbrach Naruto sein Saugen und wollte zu einer gelogenen Erklärung ansetzen, auch wenn er ihm seines Erachtens jene nicht mal schuldig war.

„Machst du das öfters?", fragte der Schwarzhaarige auch sogleich und gesellte sich zu dem Kleineren am Erdboden, damit sie auf Augenhöhe waren.
„Ja.", kam die Antwort schlicht und der Blonde spürte wie die rote Flüssigkeit des Rehs seine Mundwinkel hinab tropften.

„Aber du bist ein Vampir! Du trinkst das Blut eines Menschen und nicht so ein Zeug! Wir wurden dazu geboren, um zu töten."

„Du hast doch keine Ahnung. Du lebst mit deinesgleichen in einem Clan, der nichts anderes tut als Leben auszulöschen. Ich wette du hast dich noch nie damit beschäftigt wie es wäre ein ganz normaler Mensch zu sein..."
Der Uzumaki lies den Kopf ertappt hängen, hasste er sich dafür, was er dem anderen von sich selbst preis gab.
„Wieso sollte ich? Mein Leben ist perfekt. Und deines wird es bald auch sein, wenn du dich uns angeschlossen hast."

„Es wird nur alles verschlimmern. Ich werde gezwungen sein Menschen bis auf den letzten Tropfen auszutrinken." Der Blonde seufzte und strich der Rehkuh über ihr weiches Fell. Eigentlich wollte er weder das Leben eines Tieres noch eines Menschen auslöschen. Wie ist es nur dazu gekommen, dass er sich in seiner Haut so verdammt unwohl fühlt? Als kleiner Racker scherte es ihn doch auch nicht, wenn jemand drauf ging.
„Ich verstehe beim besten Willen nicht was daran so abwegig ist. Ich habe noch nie einen Vampir gesehen, der sich so dagegen sträubt." Sasuke hob eine Augenbraue über das für ihn unverständliche Verhalten. Schließlich lag es doch in ihrer Natur, jemanden zu töten!

„Die meisten verbringen ihr ganzes Leben auch nicht so unter Menschen, wie ich. Meine Eltern haben mich nicht Zuhause unterrichtet, wie es üblich ist, oder mir eingeredet, dass Menschen nur ein Nahrungsmittel sind. Ich bin auf eine Schule gegangen, hatte mehr oder weniger Freunde. Aber nie habe ich gefühlt..." Die Stille, die sich zwischen ihnen ausbreitete, war kaum ertragbar. Sasuke versuchte zumindest ein klitzekleines Stück nachzuvollziehen, was den Blondschopf dazu getrieben hatte, aber er wurde dennoch nicht schlau daraus.

„Ich verstehe es nicht. Normalerweise wäre jetzt der Punkt, an dem ich dich auslachen würde."
Er fing sich mit diesem Satz einen Todesblick ein.
„Hast du dich denn nie gefragt, warum wir so gefühllos sind? Wir empfinden nur Wut, Ärger, Schmerz und Schadenfreude. Vielleicht noch Lust beim willenlosen Sex, oder einen leichten Hauch von Neugier, der wiederum nur seinem Egoismus verfolgt, aber mehr nicht. Wolltest du denn nie wissen, wie es ist wenn man vom ganzen Herzen glücklich ist? Oder sich auf eine bestimmte Sache freut?"

„Nein, das habe ich definitiv nicht. Was kommt als nächstes, die erste große Liebe? Ich dachte, du wärst ein härterer Typ.", machte sich der Dunkelhaarige über sein Gegenüber lustig.
„Du bist einfach nur ein arroganter Mistkerl." Damit befand sich der Uzumaki wieder auf seinen Beinen. Er schaute kurz nach oben gen Himmel und erkannte durch die vielen Blätter der hochgewachsenen Bäume, dass es so langsam dämmerte und er sich auf den Heimweg machen musste, immerhin war dieses beschissene Ritual von Nöten.

„Was? Habe ich jetzt deine Gefühle verletzt?", gluckste der Uchiha mit einem Schmunzeln, dass er bei dem Anderen noch mehr Zorn auslöste, als eh schon der Fall war, war Sasuke nicht bewusst gewesen. Denn Naruto beschrieb sich selbst als ein wandelnder Beutel, der gefüllt war mit Rachegelüsten an den Männern, die seine Mutter verschleppt hatten und pure Unzufriedenheit, Hass gegenüber der Situation.

Aber es stimmte, er wollte unbedingt erfahren wie es ist all diese Gefühle zu haben. Klar, er empfand für seine Eltern eine Art Zuneigung, aber Respekt drückte es eher aus. Er nannte sie : seine geliebten Eltern, dabei wusste er nicht einmal, wie es denn überhaupt war jemanden zu lieben. Er konnte es sich nur vorstellen. Wenn er die Menschen betrachtete hatten diese eine viel engere und innigere Bindung zu ihren Mitmenschen. Beispielsweise Freunde.
In der Schule hatte er eine kleine Anzahl von ihnen gehabt, aber ihm wurde nie richtig erklärt was Freundschaft bedeutete. In seiner Welt sprach man von jene als Verbündete. Nicht Freunde. Sowas gab es nicht.
Ehepartner wurden nur verheiratet um einen gewissen Zweck zu erfüllen. Er war sprachlos gewesen, ein Pärchen gesehen zu haben, die einen Bund eingingen, weil sie es so wollten, weil es ihr sehnlichster Wunsch war.

Naruto hatte daraufhin seine Eltern mit seinen Erfahrungen konfrontiert. Jene waren der Meinung, es wäre faszinierend die Menschen zu beobachten, da sie eine ganz andere Lebensweise wie wir hätten.

„Du kannst nichts verletzen, was nicht da ist, Uchiha. Wieso rede ich eigentlich mit dir, ihr seit doch sowieso alle gleich." Eher zu sich brabbelnd schritt der Blonde den Heimweg an und suchte mit Anstrengung den kleinen Pfad, der ihn aus dem Gehölz führte.

~*~

Stillschweigend hockte sich Naruto auf einen Platz in dem riesigen Saal. Er war ein wenig nervös, lies es sich aber von außen keinesfalls anmerken. Was würde ihn nun erwarten?
Weiter von dem Tisch entfernt stand ein Podest und Fugaku steuerte auf jenes zu. Er räusperte sich, bevor er mit seiner Rede fortfuhr. Höflich begrüßte er den Rest des Clans.

„Wir haben uns heute hier versammelt um ein neues Mitglied in unsere Gruppe aufzunehmen und dessen Beitritt genüsslich zu feiern.", erklärte der Älteste sein Vorhaben mit ausgebreiteten Armen und einer emotionslosen Mine.
Der Blonde erhob sich daraufhin und schritt auf das Oberhaupt zu, welcher immer noch auf dem Podest stand und schließlich seine Handfläche auf den Kopf des Uzumakis legte. Der Mann schloss die Augen und sprach irgendwelche Worte vor sich hin, die der Blondschopf auf Anhieb nicht verstand, aber er war der Meinung, dass es sich bei dem Gemurmel mit aller Wahrscheinlichkeit um Rumänisch handelte. Die Sprache war schließlich ihre 'Muttersprache', wenn man nach ihrer Abstammung ging. Heutzutage sprechen über die Hälfte der Blutsauger sie kaum noch, da die Wesen sich auf den ganzen Kontinenten verbreitet haben und ihr Wissen über die alte Kultur verloren ging. Aber große Clans, wie die Uchihas, beherrschten die Sprache immer noch nach all den Jahren fließend.

Naruto selbst hatte von seinen Eltern einige Brocken beigebracht bekommen. Jedoch konnte er auch sagen, dass er nicht gerne nach der alten Kultur lebte, weil sie streng und selbstsüchtig ist.
Plötzlich stoppte das Gelaber Fugakus und der Uzumaki spürte wie ein starker Schmerz seine Fasern durchfuhr. Mit aller Kraft versuchte er es zu unterdrücken, aber der Schmerz überwältigte ihn einfach. Er klappte zusammen und krachte mit einem Schlag auf die Fliesen. Zischend krümmte er den Rücken, ballte die Hände zu Fäusten. Sein Körper brannte, wollte ihn in Asche verwandeln. Es fühlte sich an wie eine halbe Ewigkeit, bis das Brennen erträglicher wurde und er sich langsam aufrichten konnte.

Schnaufend wischte er den Schweiß von seiner Stirn, vor dem Ältesten kniend.
„War das alles?", fragte er provozierend. Er hatte schon schlimmere Torturen durchgehalten, das war nichts im Vergleich dazu gewesen, als man ihn am lebendigen Leib die Organe entnommen hatte, nur um zu schauen, ob sie denn nach wachsen würden. Barbarische Versuche, die er durchlitten hatte. Trotzdem konnte ihm niemand seine Faszination für die Menschen nehmen.

Fugaku nickte schmunzelnd, wahrscheinlich zum ersten Mal seit Jahrhunderten wieder.
„Du hast einen außergewöhnlichen Charakter." Naruto empfing es als Kompliment. Dabei warf er einen flüchtigen Blick auf seinen linken Unterarm, worauf sich das Mal des Uchiha Clans zeichnete. Jetzt gehörte er also wirklich zu ihnen... Leider.
Das Oberhaupt winkte einen seiner Ghule zu sich, dieser gab ihm einen gefährlich spitzen Dolch. Mit einer knappen Geste deutete er dem Blonden ihm seine Hand zu reichen.
Er schnitt mit dem Dolch präzise in Narutos Fleisch, woraufhin sein Blut hervor quoll, jedoch unterschied es sich von dem der Menschen, denn das seiner Art war so schwarz wie das Gefieder eines Raben, der in die stockdunkle Nacht empor stieg.

Der Diener kam mit mehreren Gläsern gleichzeitig angewackelt und hielt sie unter die verletzte Hand, sodass kleine Tropfen in die Kelche flossen.
Nachdem alle mit einer kleinen Menge gefüllt waren, wurden sie an die anderen Mitglieder weiter gereicht. Der Blondschopf empfand leichte Wut, wenn er daran dachte, dass die anderen von ihm kosten durften. Nun waren sie nicht mehr irgendwelche Bastarde. Sie waren seine Brüder und Schwestern, aber lieber würde er für immer in einem Käfig gehalten werden, als diese Schweine auch nur annähernd so zu nennen.

„Herzlichen Glückwunsch, Naruto Uchiha. Du bist nun einer von uns und hast die selben Rechte wie wir alle. Hoffen wir, dass es dir bei uns gefallen wird." Fugaku stieß sein Glas mit seiner Frau an und die restlichen des Clans tranken begierig aus deren Gefäß.
Von wegen. Es würde die Hölle auf Erden für ihn werden. Er hieß jetzt offiziell Uchiha und es kotzte ihn unglaublich an.

Es dauerte nicht lange und schon versammelte sich eine Gruppe der restlichen Anwesenden um ihn. Naruto hatte ihre Absichten direkt durchschaut und konnte nicht anders als die Augen zu verdrehen.
Unter den Leuten befand sich eine pinkhaarige Frau, die ihn andauernd anmachte, wie gut er doch aussah und wie stark er ja war, weil er das Ritual ohne Probleme überstanden hatte, im Gegensatz zu manch anderen, die den Tod dadurch gefunden haben. Alles nur leeres Geplapper. Ihr war anscheinend nicht bewusst gewesen, dass ihre Tarnung schon längst aufgeflogen war. Seit dem ersten Moment, wo sie versuchte unauffällig über ihre roten Lippen zu lecken. Sie war nur hinter seinem Blut her. Wenn der Schein ihn nicht trübte, dann war sie nicht die Einzige, die ihr Glück bei Naruto versuchte.

„Vergesst es.", zischte der Blonde daher und erntete verwirrte Gesichter.
„Ihr bekommt keinen Tropfen von mir." Ertappt fuhren sie zusammen und tauschten Blicke gegenseitig aus. Abrupt wurde die Masse um ihn kleiner und nur noch wenige blieben hartnäckig an seiner Seite. Dazu gehörte leider die Frau mit der ungewöhnlichen Haarfarbe.

„Du hast ihn gehört Sakura, Zieh' Leine.", mischte sich nun Sasuke ein, der sich bis jetzt raus gehalten hatte und schaute seine Clan- Schwester auffordernd an. Ein süffisantes Lächeln umspielte dabei seine Lippen.
Die Angesprochene zog scharf die Luft ein und plusterte die Wangen. Empört verschränkte sie die Arme ineinander. „Du kannst nicht jeden haben!", nörgelte sie.

„Aber im Gegensatz zu dir versuche ich es geschickt.", gab der Schwarzhaarige zurück und stupste die Frau mit dem Zeigefinger nach hinten, sodass sie nicht so nah an Naruto stand.
Der Blonde stöhnte genervt. Er wollte weder in einem Raum sein mit dieser Tussi, noch mit dem arroganten Schwein. Ihm wurde das Gespräch zu blöd, weshalb er kurzer Hand entschloss, die Treppen zu seinem Zimmer hinauf zu steigen, vielleicht könnte er ein wenig zur Ruhe kommen, bevor der nächste Tag anbrach und man als neues Mitglied einige Dinge von ihm erwartete.

Die Stufen knarrten wie verrückt unter seinen Fußsohlen und er musste unaufhaltsam seufzen. Irgendwann würde das Anwesen zusammen fallen, da war er sich definitiv sicher.
Kaum hatte er die nächste Etage erreicht, stürmte jemand wie ein Blitz an ihm vorbei, positionierte sich direkt vor seine Nase und versperrte ihm somit den Weg.
Narutos rote Augen musterten den jüngsten Sohn seines neuen 'Meisters'. Was sollte der Mist denn?

„Wo willst du hin?", fragte der Größere.
„In mein Zimmer." „Alleine.", hing der ehemalige Uzumaki noch schnell dran um die Unangenehmheit zu vermeiden, die durch Unklarheit entstehen würde.
„Was willst du dann da? Du hast das Ritual überstanden und ich muss sagen, selbst ich war beeindruckt, von meinem Vater ganz zu schweigen. Sei froh. Mein Vater hat mich in meinem ganzen Leben nur 3 Mal gelobt. Also wieso feiern wir nicht? Wir könnten doch auf eine Jagd gehen?", schlug Sasuke vor und biss bei der Vorstellung verheißungsvoll auf seine Unterlippe.

„Ich werde keinen Menschen töten, wann kapierst du das endlich?" Ärger breitete sich in dem Kleineren aus. Er hatte keine Lust zu diskutieren.
„Aber irgendwann wirst du es tun müssen, um die Tradition zu ehren. Außerdem bist du jetzt ein Teil von mir und wenn es das nicht Wert ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Wir sind miteinander verbunden, Naruto. Ob es dir gefällt oder nicht." Der Schwarzhaarige deutete auf das Mal, welches sie aneinander kettete und konnte nicht verhindern wieder auf seine Lippe zu beißen.

Es war wahr, Clans besaßen unter sich eine starke Bindung, die man mit nichts auf der Welt vergleichen konnte. Jedoch empfanden sie keine jeglichen Gefühle dabei, sie spürten nur die Stärke der Verbindung, was sich ziemlich kompliziert anhörte.
Traditionen hin oder her, Naruto verabscheute sie und würde nicht ohne Proteste die alten Bräuche befolgen. Ihm war es egal, was die anderen von ihm hielten.

„Du machst es schon wieder.", bemerkte der 'Neuling' nebenbei.
„Du schaust mich an, als wäre ich dein nächstes Hauptgericht."
Der Dunkelhaarige staunte nicht schlecht über dessen Auffassungsgabe.

„Ist es denn so offensichtlich?", grinste der Größere über beide Ohren. Die Hoffnung starb zu Letzt, hieß es doch. Also wieso sollte er mit seinen Annäherungsversuchen aufhören?
„Danke, aber ich bin reichlich satt von deinen arroganten Sprüchen.", erklärte Naruto mit einem grimmigen Ausdruck auf den Zügen. Schnurstracks drehte er seinen Körper um 180 Grad und eilte die knarrenden Treppen wieder runter, in den untersten Stock, wo er auch sofort den Ausgang aufsuchte. Länger würde er es nicht aushalten. Nicht mit diesem Mistkerl, der ihn eh nicht in Frieden lies.

Mehrere Male überprüfte er, ob ihn nicht eine Gestalt verfolgte oder dergleichen. Den Göttern sei Dank, konnte er niemanden mit seinen scharfen Sinnen ausfindig machen. Diesmal hatte er sich nicht getarnt und trug seinen Umhang, welcher durch den Wind nach hinten wehte und Naruto im Mondschein so aussehen lies, als hätte monströse Flügel, wie eine unheimliche Fledermaus.
Sein nächtlicher Spaziergang führte ihn von Dächer zu Dächer, bis er die Lust schließlich am Sprinten verlor und eine Pause auf eines der vielen Überdeckungen einlegte.

Gedankenverloren starrte er direkt in ein Kinderzimmer, das um diese Uhrzeit noch beleuchtet war. Er sah wie beide Elternteile versuchten ihr ängstliches Kind in den Schlaf zu wiegen, da dieses allen Anschein nach einen schrecklichen Traum gehabt haben musste.
Und da überkam ihn wie so oft schon diese eine Frage, die ihn nicht loslassen wollte.
Warum konnte er nicht so fühlen? Wieso war er nicht im Stande irgendeine Art von Glücksgefühlen zu empfinden? Er war nur eine depressive leere Hülle und genau der Fakt zog seine Laune in eine unendliche Schlucht voller Dunkelheit.

Die Knie anziehend saß er dort und beobachtete die Familie unauffällig. Er müsste nun Jahrtausende mit dem inneren Schmerz verbringen, wenn er seinem Leiden nicht ein Ende geben würde. Aber dafür war er viel zu stolz, er könnte das Haupt seiner Eltern nicht so beschmutzen. Sie hatten ihm die Ewigkeit geschenkt und dafür war er ihnen zwar dankbar, aber für immer war nun eine sehr sehr lange Zeit und er sehnte sich viel mehr nach einem Leben, das für ihn halt nicht möglich war.

„Na, hast du dir schon dein Ziel ausgesucht?"
Und genau in diesem Moment hätte er gerne jemandem zum ersten Mal seit Langem das Genick gebrochen.

„Wie hast du mich gefunden?", knirschte der Blonde zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. Er brauchte sich gar nicht die Mühe machen und einen Blick über seine Schulter wagen, da er genau wusste, wer ihm auf die Schliche gekommen ist.
„Wir sind in einem Clan, vergessen? Wie willst du vorgehen, sollen wir einfach durchs Fenster brechen?" Sasuke fuhr seine Krallen und seine Reißzähne gleichzeitig aus, wurde jedoch von dem Anderen aufgehalten, der ihn mit all seinem aufgestauten Zorn auf das Dach schmetterte. Naruto hielt ihn gerade mal mit einer Hand am Hals fest. Der Schwarzhaarige war über die Reaktion so überrascht, dass er hastig und geschockt nach Luft schnappte.

Die Wucht war so hart, dass einzelne Ziegeln vom Haus im hohen Bogen flogen. Hoffentlich wurde der Einwohner nicht aus dem Tiefschlaf gerissen. Jedoch rührte sich glücklicherweise in der Nachbarschaft rein gar nichts.
„Kapierst du es nicht?! Ich töte keine Menschen!", brüllte er dem Unterliegenden ins Gesicht und lief vor Wut rot an, wie ein Vulkan, der soeben ausgebrochen war.

„Wow. Du meinst es ja tatsächlich ernst.", ächzte der Uchiha und wollte sich vorsichtig aus dem Griff befreien. Der ehemalige Uzumaki blieb stur und wollte den Anderen nicht so einfach frei geben, jedoch schien seine Wut nachzulassen, je länger er in dessen blutroten Augen blickte.

„Du solltest deine ach so kostbare Zeit nicht mit mir verschwenden.", murmelte Naruto und begab sich in die Sitzposition, in der hockte, bevor der Dunkelhaarige ihn gestört hatte.

„Du hast mich neugierig gemacht. Was haben die Menschen so tolles, was dich davon abhält sie zu töten? Sind es nur ihre Gefühle?", rätselte Sasuke und leistete ihm, zu seinem Pech, Gesellschaft.

„Ich weiß es selbst nicht genau. Ich würde gerne wissen wie es ist eines ihrer Lebensmittel zu probieren. Einmal hab ich es versucht, aber mein Magen hat sich bei dem scheußlichen Geschmack umgedreht. Wusstest du, dass sie heiraten, weil sie es wollen? Oder Kinder bekommen, weil sie eine glückliche Familie sein wollen? Nicht um die dämliche Blutlinie weiterzuführen oder um einen Zweck zu erfüllen. Sie machen es freiwillig. Manche Menschen würden für andere sterben, was bei uns undenkbar ist, da jeder nur aus eigen Nutz handelt. Du interessierst dich nur für mich, weil du mein Blut trinken willst. Mich faszinieren Menschen nur, weil ich so sein will wie sie. Wir empfangen nur schlechte Emotionen und wenn da mal was Gutes da ist, dann fühlen wir nur so wegen unserer Selbstsucht. Ich verstehe nicht mal wie es geht, jemand anderen zu helfen... Aus Nächstenliebe, oder wie man es nennt. Wie geht das? Es macht mich wütend." , beendete der Blonde seine Rede und schilderte seinem Nebenmann, wie er über die Sache dachte.

„Du hast vermutlich Recht. Aber glaubst du nicht, dass es einen bestimmten Grund gibt, warum wir diese Gefühle nicht haben?"

„Bestimmt. Dahinter ist nur noch Niemand gekommen."

Und so saßen die Clan- Brüder dort, schwiegen sich gegenseitig an, bis der Morgengrauen eintraf und sie gemeinsam in das Anwesen zurückkehren mussten.
Sasuke hatte ihn nicht genervt, was ein gutes Zeichen war, so ertrug er ihn einigermaßen, doch wenn es nach seinem Kopf gehen würde, dann wäre jüngste Sohn des Oberhauptes natürlich verschwunden. Er bevorzugte nämlich die Einsamkeit.

Fünf weitere Tage rauschten an ihm vorbei, was noch nicht mal ein Wimpernschlag in seinem Leben war. Ehe er sich versah befand er sich unten im Speisesaal und beobachtete einen Ghul bei seiner Verwandlung. Wie seine Haut einen starken grauen Ton annahm und seine Augen schmerzhaft in dieses grelle Gold wandelten. Eigentlich hatte er sich geschworen niemals bei so einer Prozedur zuzusehen, doch wie nicht anders zu erwarten zwang man ihn dazu, da er nun den Uchihas angehörte.
Eine der Mitglieder hatte Geburtstag und bekam als Geschenk einen Diener, der sie in allem unterstützen sollte. Wie konnte man das nur tolerieren? Es war abstoßend.

Der Ghul verlor immer mehr an Gewicht, bis er letztendlich nur noch aus Haut und Knochen bestand. War ihr Leben dann nicht viel schlimmer als das seines Herrn? Naruto fand konnte sich nicht entscheiden. Einerseits wurde man wie Dreck behandelt und anderseits besaß man stets die menschlichen Gefühle. Er hatte oft von Ghulen gehört, die sich unsterblich in ihren Meister verliebt haben. So hatten es zwei seiner Art getuschelt und danach darüber gespottet. Wie albern es doch sei, meinten sie.
Naruto konnte es sich zwar nicht erklären, wie zur Hölle sowas möglich war, aber dann musste diese Emotion etwas Starkes sein.

Flüchtig linste er zu dem Schwarzhaarigen, der ebenso in seinen Gedanken schwamm und seine Aufmerksamkeit nicht auf das Geschehene lenkte. Der Uchiha hatte seinen Kopf ein Stück zur linken Seite geneigt und starrte emotionslos Löcher in den Tisch.
Plötzlich aber erhob seine Mutter die Stimme, an ihn gerichtet.

Sasuke bemerkte rein gar nichts und reagierte auch nicht dementsprechend. Also stupste der ehemalige Uzumaki ihn mit seinem Knie an, woraufhin der Angesprochene allerdings den Kopf in seine Richtung schwenkte und nicht zu seiner Mutter.
„Was?", flüsterte er grinsend und der Blonde gab ihm mit einer Geste zu verstehen, dass Mikoto zu ihm soeben sprach.

„Entschuldige Mutter, ich war in Gedanken.", erklärte er seine geistliche Abwesenheit.

„Das ist mir neu. Kann es sein, dass dich jemand vom Wesentlichen ablenkt?" Die Frau deutete auf den Blondschopf, welcher skeptisch eine Augenbraue hob. Sasuke verhielt sich zwar für seine Verhältnisse in letzter Zeit merkwürdig, aber dies kann wohl nicht daran legen, dass er über ihn grübelte. Oder doch? War der Größere immer noch versessen darauf von ihm zu kosten, sodass er sich eine andere Strategie ausdachte?

„Kann sein.", nuschelte Mikotos jüngster Sohn und setzte ein Schmunzeln auf seine Züge. Während die Frau den Kommentar ignorierte und ihr Wort an Naruto richtete:
„In zwei Wochen werden Gäste erscheinen, die von äußerster Bedeutung sind und ich möchte, dass du sie in Empfang nimmst."
Zustimmend, weil ihm nichts anderes übrig blieb, nickte er.
„Ja...Herrin.", es kostete ihn viel Überwindung dies zu sagen und dann auch noch in Anwesenheit der restlichen Mitglieder.

Naruto wollte gerade abdampfen, da wurde er am Handgelenk mitgezogen und in einen leeren Abstellraum verfrachtet, welcher sich seitlich von der ersten Treppe befand.
Deutlich verwirrt von der Situation schnaufte er verärgert. Der Raum war so klein, weshalb er dicht an den Größeren vor ihn gedrückt wurde und nicht mal mit seiner Hand ausholen konnte, um dem verdammten Uchiha eine Schelle zu verpassen!
„Was soll der Mist?!", knurrte er und verfluchte den Anderen seine verflixte Ruhe schon wieder gestört zu haben.
„Hör zu, du hast mich zum Nachdenken gebracht. Über die Menschen meine ich. Ich hab nur halb so viel Lust darauf sie zu töten. Ist das nicht eine gewaltige Veränderung?", fragte Sasuke rhetorisch und bekam als Antwort ein genervtes Seufzen.

„Worauf ich hinaus möchte: Ich will, dass du mich unter sie bringst! Noch nie war ich in einem dieser großen Gebäude, wo die Menschen rein und raus rennen mit Tüten in der Hand."

„Du meinst ein Einkaufscenter.", stellte der ehemalige Uzumaki fest.

„Jaja! Was auch immer. Ich will mir ihre Lebensart anschauen. Was hältst du davon?"

„Na schön, aber wir müssen uns tarnen."


Gesagt, getan. Heimlich und mit flinken, leisen Bewegungen schlichen sie sich aus dem Haus.
Naruto hatte wieder seine Klamotten an, die er so gut wie immer trug, wenn er am helllichten Tage unterwegs war. Diesmal war die Kleidung natürlich trocken. Dazu gehörten die blauen Ersatz- Kontaktlinsen, die er für alle Fälle stets in seinem Koffer dabei hatte, nachdem die Anderen von seinem letzten Ausflug verloren gegangen sind und der gebräunte Hautton an allen Stellen, wo ein bisschen Haut raus lugte, sprich seine Hände, sein Gesicht runter bis zu dem Ausschnitt seines T-Shirts. Sein gesamter Nacken und ein kleiner Fleck seines Fußknöchels war ebenfalls bedeckt.

Sasuke tat sich da um einiges schwieriger mit der Wahl seiner Klamotten und seiner Augen- und Hautfarbe. Er wollte unbedingt seine Blässe behalten, doch wenn man ihm dann so auf der Straße begegnen würde, würde man einen Krankenwagen rufen, weil der Verdacht bestand, er fälle jeden Moment um. Deswegen versuchte der Blonde ihm den blassen Hautton zu überlassen, jedoch so damit es noch einigermaßen gesund und menschlich aussah. Daraufhin kam das Problem seiner Augen. Der Kleinere musste ihm Tausend Mal erklären, dass Menschen keine blutrote Augenfarbe besaßen, weshalb er sich letztendlich für ein sehr tiefes Dunkelbraun entschied, welches fast schon schwarz wirkte.

Der Blondschopf warf ihm eine Jeans und ein Shirt hin, allerdings kamen Proteste von der anderen Seite. Die Hose sehe aus, als wäre sie von den Ratten im Badezimmer zerfressen worden und das Shirt hatte eine zu knallige Farbe, motzte er rum. „Orange! Bäh.", spie er aus und bekam daraufhin ein dunkelblaues Shirt und eine andere Jeans, die keine Löcher besaß, an den Kopf geschmissen.

Und nun liefen sie nebeneinander auf dem Bürgersteig und beobachteten die Autos, wie sie an ihnen vorbei rauschten. Sasuke war deutlich angespannt, schließlich war es nicht gewohnt in so einem langsamen Tempo eine Strecke hinter sich zu legen. Für den ehemaligen Uzumaki war es mehr oder weniger normal.

Sie kamen an einem Park an, an dem viele Kleinkinder mit ihren Kameraden spielten und ausgelassen lachten. Einige weinten auch, weil sie nicht nach Hause gehen wollten, aber die Eltern versprachen ihnen bald zurück zu kehren.
Naruto führte sie durch den Kiesweg des Parks an einen kleinen Bach, an dem eine alte Frau saß und lächelnd die Enten mit Brot fütterte. Währenddessen war der Schwarzhaarige überwältigt von seiner Umgebung, wusste nicht, was er denken sollte. Seine mittlerweile dunklen Augen starrten irritiert auf ein Pärchen, jenes stolzierte Händchen haltend an ihnen vorbei und der Uchiha blieb auf der Stelle stehen um ihnen nachzusehen.

Daraufhin blickte er Naruto rätselnd an. Dieser wollte ihren Weg fortsetzen, wurde aber unterbrochen, indem sich die Hand des Größeren in seine verhakte.
„Spürst du was?", hauchte Sasuke und studierte die weiteren Paare, die auf der Wiese ein Picknick machten und aneinander gekuschelt auf einer Decke lagen.

Der Blonde schüttelte den Kopf. Nichts. Rein gar nichts.
„Du?"

„Nein. Vielleicht tritt das Gefühl später ein? Es ist eigenartig wie sich die Menschen in ihrer Freizeit verhalten." Der Größere hatte die Stimme gesenkt, da ihm Naruto eingebläut hatte, dass er niemals sein wahre Identität preisgeben durfte. Menschen glaubten zwar nicht an Vampire, aber es gab genügend Jäger, die diesen Schein bewahren wollten, indem sie sie auslöschten.

„Lass uns noch ein bisschen warten.", brummte der Blondschopf und sie hielten für eine gute Stunde die Hand des jeweils anderen, in der Hoffnung irgendein aufkommendes Gefühl dabei zu bekommen, aber nichts dergleichen geschah. Lediglich einige seltsame Blicke trafen sie, was den Uchiha nervös machte. Aber der Kleinere erklärte es so, dass es bei Menschen eine Rolle spielte welches Geschlecht der Partner besaß, dies wiederum war völliger Humbug in seiner Welt, da es wirklich keinen Blutsauger juckte, wer was mit wem machte. Klar, nur Frauen wurden mit Männern verheiratet, was aber an der Fortpflanzung lag.

Deswegen lösten sie ihre Hände voneinander, denn es brachte sie nämlich kein Stück weiter.
Vor einem riesigen Shopping-Zentrum kamen sie zum Stehen und der Blonde musste nochmals sicher gehen, ob der Größere wirklich bereit war, dort reinzugehen.
Ein Nicken folgte und die beiden Männer fanden einen Eingang in das Gebäude. Darin befanden sich so viele Menschen, man konnte sie kaum zählen, ganz zu schweigen von den Gerüchen, die da auf sie zu rasten.

Es dauerte eine Weile, bis sich ordnen konnten und einfach von Geschäft zu Geschäft trotteten, um dort das Verhalten der Leute zu studieren. Natürlich hatte Naruto das so eingefädelt, dass es aussah, als würde er sich Schuhe kaufen wollen oder neue Anziehsachen. Sasuke stand nur an seiner Seite wie ein verlorener Hund und rempelte aus Versehen eine Frau an, die daraufhin ihre Einkäufe fallen lies und ihn anschnauzte.

Doch anstatt sich freundlich zu entschuldigen, drohte Sasuke ihr ihre Kehle rauszureißen und sie wie eine Trophäe über sein Bett zu hängen. Tja. Er war immer noch impulsiv und lies sich nicht blöd anmachen. Der Blonde musste einschreiten und die Frau davon abzuhalten die Polizei zu rufen. Sie schimpfte den Schwarzhaarigen einen Psycho und hielt schon ihr Pfefferspray in ihrem Täschchen bereit.

„Er ist in Therapie.", versprach er der Frau und zog mit dem Größeren von Dannen.

Erst draußen an der frischen Luft wieder angekommen, atmete der ehemalige Uzumaki tief ein und aus. Was eine Aktion!
Der Übeltäter verteidigte sich mit dem Argument, dass die Olle ihn, Sasuke Uchiha, nicht respektlos gegenüber sein durfte. Er musste noch viel lernen! Die Menschen kannten sein wahres Ich doch gar nicht, selbst wenn, würden sie ganz bestimmt nicht niederknien. Einerseits wollte der Dunkelhaarige sie auf eine Art und Weise kennenlernen, wie man es eigentlich für unüblich hält, andererseits konnte er sich auch nicht zusammen reißen.

Es fing bereits an zu dämmern, als sie das Anwesen betraten und Sasuke ihn endlich in seine eigenen 'Gemächer' brachte, mit der Begründung, dort könne man sich besser von dem Make- Up befreien, weil seine Dusche die Beste von allen in der Villa wäre. Ob es da wirklich einen Unterschied gab, bezweifelte Naruto stark, willigte dennoch ein, weil er keine Lust auf Diskussionen hatte.

Das Zimmer war viel größer als erwartet und aufgeräumt beziehungsweise blitzblank war es zu seiner Verwunderung auch. Wahrscheinlich hatte er auch einfach nur den dreckigen Flügel des Hauses erwischt.
Er betrachtete sich in einem der zwei großen Spiegel und fischte nacheinander die Kontaktlinsen aus seinem Auge.

„Du musst wissen, ich denke ich verstehe warum du dich selbst nicht akzeptieren kannst.", erklang es aus dem Badezimmer und der Hahn der Dusche wurde zugedreht. Das ging ja schnell.

„Was soll das denn bedeuten?"

Der Uchiha kam nur mit einem Handtuch, um den Hüften, bekleidet auf ihn zu.

„Komm schon. Ich hab sofort gemerkt, dass du nicht akzeptierst wer du bist. Du magst es nicht dich selbst als Vampir zu bezeichnen, weil es in deinen Augen abstoßend ist. Dann siehst du die Menschen, wie sie unbeschwert das machen, was ihnen Freude bereitet und du fragst dich wieso du das nicht auch haben kannst. Du fragst dich... Warum wir keine Liebe empfinden können. Der Grund dafür ist, dass wir als Waffe erschaffen wurden und solche Gefühle einen sehr stark beeinflußen können." , mit jedem Satz kam er einen Schritt näher zu ihm.

„Ein Gedankenleser. Ich hätte es wissen müssen.", murrte Naruto verärgert und schlug sich innerlich dafür, es nicht bemerkt zu haben.

„Ich hätte es dir viel früher gesagt, deine Gedanken sind nämlich ziemlich laut wenn du dich so aufregst." Der Schwarzhaarige schmunzelte amüsiert und neigte den Kopf leicht zu Seite, um besser in die Augen des Kleineren zu gucken.
„Nach dem Ereignis auf dem Dach, hab ich recherchiert und glaube mir, das war nicht einfach, herauszubekommen weshalb wir überhaupt existieren. Es hat mich nicht mehr losgelassen. Bin dafür fast erwischt worden, als ich verbotene Dokumente von meinem Vater gelesen habe." , beantwortete er somit noch die letzte Frage des Blonden.

„Wie hältst du es überhaupt aus, so ausgehungert?" Vorsichtig hob er das Kinn des ehemaligen Uzumakis an, sodass dieser keine andere Chance hatte als ihn anzuschauen.
„Du kennst die Antwort bereits."
Gar nicht.

Damit überbrückte Naruto den haaresbreiten Abstand zwischen ihnen und legte fordernd seine Lippen auf die von Sasuke, welcher die Geste nur bereitwillig erwiderte.
Der Blonde spürte nichts.
Rein gar nichts. Er hätte dabei doch etwas spüren sollen! Und es stimmte ihn einerseits wutentbrannt aber trotzdem benebelte der Geruch des Blutes ihn einnehmend genug und er vergaß sogleich seine Entrüstung.
Mit einem Ruck bohrte er die Fangzähne in den Hals des Schwarzhaarigen und saugte mit einem wohlfühlenden Seufzen an der Haut. Es überkam ihn wie eine Welle voller Lust und Befriedigung, da er endlich was anderes zu trinken bekam als dieses widerliche Tierblut. Es zerging ihm köstlich auf der Zunge und er klammerte sich mit den ausgefahrenen Nägeln noch mehr an dem Uchiha fest.

Dieser grinste triumphierend und warf stöhnend den Kopf in den Nacken. „Mach langsam, sonst hast du später keinen Hunger mehr.", keuchte Sasuke und entfernte den anderen Vampir von seiner Saugstelle, was dem Kleineren jedoch deutlich missfiel und er knurrte animalisch.
Doch lange konnte sich Naruto nicht beschweren, da er gegen die nächstbeste Wand gepresst wurde und etwas Hartes gegen seinen Oberschenkel drückte.

Kurz daraufhin wurden seine Kleider grob von seinem Körper runter gerobbt oder auch teilweise zerrissen, wenn es nicht so klappte, wie es der Größere wollte. Ein paar Sekunden schauten sie sich gegenseitig in die blutroten Augen, ehe der Blondschopf schon die Beißer spürte, wie sie in sein eigenes Fleisch eindrangen. Voller Erregung zerkratzen Narutos spitze Fingernägel den Rücken Sasukes und hinterließen anschauliche Narben.
Blitzschnell packte der Dunkelhaarige den Blonden an den Hüften und schmiss sie zusammen nicht auf ihr Bett, sondern auf den nebenstehenden Schreibtisch....

~*~ (Hier ist die Fantasie des Lesers gefragt)


Völlig außer Puste fand der ehemalige Uzumaki sich splitterfasernackt auf dem Teppichboden wieder. Was war nur eben passiert? Sein Kopf wagte es nicht den Schalter umzulegen, um vollständig zu funktionieren. Nein sein verdammter Schädel war wie leergefegt. Alles was er wahrnahm, war das ebenfalls hektische Atem neben ihm. Langsam drehte er den Kopf zu der Person neben ihm. Dieser hatte breit grinsend seinen Hinterkopf auf seinen Armen gebettet und schaute entspannt an die Decke.
Danach wagte Naruto einen Blick auf seine Hände. Jene waren blutverschmiert, was mit der Schminke eine seltsame Farbe annahm. Immerhin hatte er gar nicht die Zeit gehabt es zu entfernen.

„Das..." , fing der Blondschopf an.

„War geil? Ja danke, ich weiß.", beendete Sasuke den Satz und beobachtete den Anderen, wie er sich langsam erhob, um seine Klamotten einzusammeln.

„Ja, das war es. Aber es war ein Fehler."

„Was?"
Ruckartig wich das Grinsen aus den Gesichtszügen des Uchihas und verwandelte sich in einen Blick, den er bis jetzt noch nie getragen hatte. Geschockt stand er sofort hochkant auf seinen Beinen und wartete auf eine Erklärung.
Doch nichts dergleichen geschah, er war nicht mal in Stande die Gedanken des Kleineren zu lesen beziehungsweise zu hören.

Naruto zog sich lediglich die Klamotten über und würdigte Sasuke keines flüchtigen Blickes. Er zwang sich keinen klaren Gedanken zu fassen, weshalb er innerlich von eins immer weiter rauf zählte, bis er schließlich die Fünfzig erreichte und es dem Schwarzhaarigen zu doof wurde.
„Hör auf mit dem Mist!", schrie er daher rasend und hielt den Angesprochenen am Handgelenk fest.

„Du bist dir nicht im Klaren darüber, dass ich ohne dein Blut alles auseinander nehmen werde?!"
„Du weißt ganz genau, dass es mich anzieht.."
„Ein Mal gekostet und man kann nicht mehr anders.", waren Sätze, die er dem Blondschopf gegen's Hirn knallte.

„Das ist es ja! Ich will nicht, dass du von mir abhängig bist." oder ich von dir., hing er in Gedanken dran und war sich bewusst, Sasuke konnte es vernehmen. Jedoch verschlimmerte dies alles nur noch mehr.
„Du verachtest meine Familie so sehr?! Tja. Pech! Du bist nun auch ein Uchiha! Warum? Sag's mir!" Zornig brüllte er durch sein Zimmer.

„Du willst wissen warum?? Wegen deiner beschissenen Familie wurde meine Schwester vor Jahren von den Jägern geschnappt und jetzt haben sie auch meine Mutter! Nur weil wir uns deinem Vater nicht angeschlossen haben, haben sie die Jäger auf uns gehetzt! Ich habe mich nur aus einem Grund euch angeschlossen, weil mein Vater nicht wollte, dass unsere Blutlinie verloren geht, wenn sie mich auch holen kommen, denn hier ist es ja angeblich sicher. Er will meine Schwester und meine Mutter zurück holen aber ich bezweifle, dass er es schafft! Und jetzt lass mich los!"

Das Gespräch war beendet und zurück blieb ein zu Eis erstarrter Sasuke, der ja keine Ahnung gehabt hat. Aber wie konnte es sein, dass seine eigene Familie mit involviert in diese Angelegenheit war. Er hatte gewusst wie es um Narutos Mutter und Vater stand, aber von einer Schwester hatte der jüngste Sohn nie gehört. Das machte doch keinen Sinn!

Die Tage zogen an den Vampiren vorbei, wie ein Blitz. Der Uchiha versuchte vergeblich mit dem ehemaligen Uzumaki zu reden, ihm zu sagen, dass das doch völliger Schwachsinn sei. Was hätte denn sein Vater von solchen Verschwörungen?
Aber an all diesen Tagen war er unauffindbar und es machte ihn schirr verrückt. Nicht nur in seinem Stolz wurde er verletzt, weil man ihn zurück gewiesen hatte. Nein. Der Hunger nagte an ihm und er verlor so langsam den Verstand, wenn er nicht etwas unternehmen würde.

Sein Bruder, Itachi musste es am eigenen Leib erfahren , in welcher Situation sich Sasuke befand. Denn er prügelte aggressiv auf ihn ein, nur weil der Ältere ihn fragte, ob mit ihm alles in Ordnung sei.
Der Jüngere fühlte sich als wäre er auf Entzug und bekam zwar eindeutige Angebote von anderen seines Clans, aber wollte, nein er brauchte Narutos Blut!

Also suchte er ihn an den verschiedensten Orten. Versuchte dabei sogar getarnt zu bleiben. Er sprang auf Dächer und sprintete durch die ganze Stadt, aber nirgendwo ein Hinweis auf den Aufenthalt des Blonden.

Er lehnte an einer Hauswand und spürte den Regen auf ihn herab prasseln. Es war das angenehmste Gefühl seit einer Weile, die ihm wie eine Ewigkeit vorkam.
Die Straßen waren kaum belebt, jedoch konnte er zwei Gestalten auf der anderen Seite wispern hören.

»Was machen wir mit ihm jetzt?«

»Er nimmt das Heilmittel und dann werden wir ihn mit seiner Familie Fugaku übergeben, wie abgemacht.«

»Kakashi... Ich weiß nicht. Sollten wir das Heilmittel nicht für bessere Zwecke nutzen? Und nicht um die Rache eines uralten Knackers zu befriedigen.. Wir könnten sie doch alle heilen..«

»Er hat uns in der Zwickmühle, Iruka! Ich lasse nicht zu, dass er dir was antut! Er wird dich mir wegnehmen wenn wir seinen Willen nicht erfüllen.«

»Ein Leben gegen das von Millionen anderer.«

»Niemals. Nicht du.«

Eine kleine Pause entstand.

»Dann lass uns ein paar Vampire jagen.«

Er hatte nicht mehr die Kraft dazu klar nachzudenken. Sein Körper wirkte wie betäubt und er wäre den Männern am liebsten gefolgt, denn es war mehr als seltsam, was da vor sich ging, doch er konnte nur noch an der Mauer auf den Erdboden gleiten.
Die Kräfte schwanden mit jeder verstrichenen Sekunde, als würde jemand sie förmlich raus ziehen. Die Welt verschwamm vor seinen Augen und er wollte wissen, ob er jetzt sterben würde? Es käme ihm gelegen, denn dieser Hunger war mit nichts auf der Erde zu vergleichen.

Wo war der Blondschopf nur? Jener wusste doch, dass er zu Grunde gehen würde. Schon als der ehemalige Uzumaki damals den Saal betrat stieg dieser Geruch ihm in die Nase.

Dieser verführerische Geruch. Der Geruch seines Blutes.

Und er versank in der Tiefe.

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