Mein (un)kompliziertes Leben Teil 4

vor 26 Tagen
Klappentext: In diesen Sommerferien ist Hanna das erste Mal zu Besuch bei den Weasleys. Gemeinsam mit ihnen und Harry besucht sie die diesjährige Quidditchweltmeisterschaft. Dort haben alle viel Spaß bis die Festivalität von niemand anderes als den Todessern, treue Gefolgsleute vom dunklen Lord, gestürmt wird. Noch dazu erscheint sein Zeiche..
Harry Potter Fantasy P16 Romanze Beendet

Ferien im Fuchsbau

Verdammt! Wer in drei Teufelsnamen besaß die Frechheit gegen mein Fenster zu klopfen und mich dadurch aus meinem wohlverdienten Schlaf zu reißen?! Durfte man nicht mal mehr in seinen mehr als verdienten Ferien ausschlafen, nachdem man so ein nervenaufreibendes Schuljahr erfolgreich hinter sich gebracht hatte? Erst brach der Massenmörder Sirius Black aus Askaban aus und dann bekamen wir noch einen neuen Lehrer in VgddK was an sich ja nicht ungewöhnlich ist allerdings gab es ja da noch die winzige kaum zu beachtende Kleinigkeit, dass besagter Lehrer ein Werwolf war. Und wir hatten herausgefunden, dass nicht Sirius Black der Massenmörder war, sondern ein alter Schulkamerad von ihm Peter Pettigrew. Dieser hatte nur dafür gesorgt, dass statt seiner Sirius nach Askaban kam. Pettigrew war es auch, welcher Harrys Eltern an den dunklen Lord verraten hatte. Wenn man solche Freunde hat braucht man keine Feinde mehr. Schon wieder dieses verdammte klopfen am Fenster! Jetzt reichte es mir endgültig. Schnell schlug ich die Bettdecke zurück und raste in Vampirgeschwindigkeit zum Fenster und riss es mit so einer Heftigkeit auf, dass die Ursache für das klopfen kurz vor Schreck zurückwich und dann wieder an Ort und Stelle saß. Mürrisch sah ich die Eule mit dem braunen Gefieder an: „Du musstest ja unbedingt jetzt hierher kommen oder? Das konnte auf gar keinen Fall noch bis nach dem Frühstück warten hab ich recht?“ So als ob mich die Eule verstehen konnte nickte sie kurz mit dem Kopf und hielt mir dann den Briefumschlag in ihrem Schnabel entgegen. Ich seufzte und nahm ihr den Brief aus dem Schnabel. Mit einem Eulenkeks, den ich ihr gegeben hatte, flog sie dann auch schon wieder ihrer Wege. Leicht angepisst ließ ich mich auf mein Bett fallen und schloss kurz die Augen. Sich jetzt noch mal ins Bett zu kuscheln war sinnlos. Einschlafen würde ich sowieso nicht mehr. Dann konnte ich genauso gut auch wach bleiben. Ein leises Flügelschlagen erregte meine Aufmerksamkeit. Ich drehte meinen Kopf zur Seite und sah, dass Schadow mein dunkelgrauer Waldkauz neben meinem Kopf gelandet war und mich aus seinen dunklen weisen Augen betrachtete. Auch wenn er mit größter Wahrscheinlichkeit auf Mäusefang war hielt ich ihm trotz alle dem einen Eulenkeks hin welchen er auch gleich in den Schnabel nahm und in seinen offenen Käfig flog. Nun machte ich den Brief auf welchen ich immer noch in der Hand hielt. Wie nicht anders zu erwarten war es der jährliche Brief aus Hogwarts. Als ich ihn geöffnet hatte, zog ich eine Zugfahrkarte für den Hogwartsexpress, das Schreiben, die Bücherliste und natürlich mein Zeugnis heraus. In diesem Jahr hatte ich in allen Fächern ein Ohnegleichen erhalten. Das würde meine Eltern sehr freuen. Ich legte das Zeugnis zur Seite und nahm mir nun das Anschreiben vor:
Sehr geehrte Mrs. Night,
bitte beachten Sie, dass das neue Schuljahr am 1. September beginnt.
Der Hogwartsexpress fährt am Bahnhof Kings Cross um elf Uhr vom Gleiß 93/4 ab.
In diesem Jahr werden keine Quidditchspiele stattfinden.
Zudem benötigen die Schüler in diesem Schuljahr zusätzlich eine Abendgarderobe.
Anbei auch eine Liste der Bücher für das nächste Jahr sowie Ihr Zeugnis und die Zugfahrkarte.
Mit freundlichen Grüßen
Professor McGonagall

Also alles so wie immer eigentlich bis auf eine Sache. Wofür brauchten wir denn bitte eine Abendgarderobe? Leicht verwirrt darüber nahm ich mir die Liste mit den Büchern vor:
In diesem Jahr benötigen die Schüler folgende Bücher:
Miranda Habicht: Lehrbuch der Zaubersprüche Band 4
Bathilda Bagshot: Geschichte der Zauberei Band 4
Adalbert Schwahfel: Theorie der Magie Band 4
Emeric Wendel: Verwandlung die Zwischenstufen Band 2
Phyllida Spore: Tausend Zauberkräuter und –pilze Band 4
Arsenius Bunsen: Zaubertränke und Zauberbräue Band 4
Quirin Sumo: Dunkle Kräfte ein Kurs zur Selbstverteidigung Band 4
Newt Scamander: Fantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
Kassandra Wablatschki: Die Entnebelung der Zukunft Band 2
Das schrie ja gerade zu mal wieder nach einem extrem lehreichen Jahr. Nicht das ich etwas dagegen ein zu wenden hätte. Schließlich besuchte ich Hogwarts ja gerade um etwas zu lernen. Ich schaute zu Schadow welcher seinen Kopf unter die Flügel gesteckt hatte und schlief: „Du weißt gar nicht wie sehr ich dich beneide Schadow“, flüsterte ich und stand auf. Der einzige der nicht hier war, war mein kleiner Schmusekater Krümelchen. Allerdings bekam ich den nicht mal in Hogwarts häufig zu Gesicht. Er hatte halt irgendwie seinen eigenen Kopf und streifte lieber über die Ländereien der Schule als mit nach Hause zu kommen. Sollte mir recht sein solange die Lehrer nichts dagegen ein zu wenden hatten war es in Ordnung. Innerlich mit den Schultern zuckend stand ich mit Schwung von meinem Bett auf und verzog mich in mein Bad wo ich mich für den Tag fertig machte. Natürlich in Sommerkleidung. Hier zu Hause war es nicht wichtig die Haut zu verbergen. Also konnte ich zumindest hier ohne Fragen zu beantworten in Rock und Top rumlaufen. Außerdem musste ich die meiste Zeit des Jahres die Schulkleidung tragen. Frisch geduscht und angezogen lief ich nun mit deutlich besserer Laune durch mein Zimmer durch die Tür und den Flur, die Treppe runter, durch den Salon und die Schiebetür welche hinaus auf die Terrasse führte wo meine Eltern bereits am Tisch saßen und frühstücken. Also gesellte ich mich zu ihnen. Wir wünschten uns einen guten Morgen und widmeten uns belanglosen Unterhaltungen. „Ach bevor ich es vergesse. Hier ist mein Zeugnis.“ „Ich hoffe doch, dass es nur gute Noten sind Hanna“, antwortete mein Vater in seinem üblichen gebieterischen Tonfall und streckte die Hand nach dem Dokument aus. „Aber natürlich Vater. Ich habe in diesem Jahr nur Ohnegleichen. In allen Fächern.“ „Schön mein Schatz.“ Meine Mum tätschelte meine Wange und schenkte mir einen liebevollen Blick. „In der Tat. Sehr gut gemacht Hanna. Ich bin wirklich sehr stolz auf dich.“ „Danke Vater. Natürlich war auch wie üblich das Schreiben für das nächste Schuljahr dabei sowie die Fahrkarte und die Bücherliste. Es gibt da nur eine kleine Sache die ich nicht ganz verstehe. Wir worden aufgefordert eine Abendgarderobe mit zu bringen.“ „Das weiß ich bereits. Und das hat auch einen guten Grund.“ „Und der wäre?“ Gespannt sah ich meinen Vater an: „Eigentlich sollen die Schüler das noch nicht wissen, deshalb erwarte ich von dir, dass du es für dich behältst.“ Ich nickte eifrig. „In diesem Jahr wird an eurer Schule das trimagische Turnier stattfinden. Dies ist ein wichtiges Ereignis in der magischen Welt. Bedauerlicherweise wurde es eine ganze Weile abgelehnt. Aber nun ist es soweit.“ „Das klingt spannend. Aber es erklärt trotzdem nicht die Kleiderwahl.“ „Es wird bei diesem Turnier wie üblich einen Ball geben.“ „Das ist ja wunderbar!“, rief ich und konnte förmlich spüren wie meine Augen anfingen zu funkeln. „Weißt du Kind das trimagische Turnier dient der Förderung den Zusammenhalt der internationalen Zaubereigemeinschaften zu festigen“, erklärte meine Mum. „Aber irgendwann befand man das Turnier als zu gefährlich da auch Schüler es nicht lebend überstanden.“ Das ließ mir mein nicht vorhandenes Blut in den Adern gefrieren. Das hörte sich sehr gefährlich an und ich war garantiert nicht so blöd und würde da mitmachen. Ich hing doch irgendwie an meinem zugegebenermaßen unsterblichen Leben. Aber wer sagte denn dass nicht auch Schüler wie ich bei diesen Wettkämpfen sterben konnten. Wenn ihr mich entschuldigt werde ich in mein Zimmer gehen um mein Geld zu holen damit ich mir meine Abendgarderobe in der Winkelgasse kaufen kann. Meine Bücher werde ich dann später mit der Freundin kaufen bei der ich übernachte. Ihr erinnert euch doch sicher?“ „Ja natürlich.“ „Gut.“ Dann lief ich ins Haus, holte mein Geld aus meinem Zimmer und flitzte wieder runter. Ich wollte gerade in den Kamin steigen um mit Flohpulver in die Winkelgasse zu reisen da stiegen grüne Flammen empor und kündigten so einen Besucher an. „Luzie! Tyson! Wie schön euch zu sehen.“ Freudig fiel ich den beiden in die Arme und drückte sie herzlich. „Wenn ihr mit eurem Gruppenkuscheln fertig seid würden wir auch noch gern guten Tag sagen.“ Ich drehte mich um. Vor mir standen ein grinsender Blaise sowie ein grinsender Draco. Auch diese beiden schloss ich freudig in die Arme. „Aber was macht ihr eigentlich hier? Also nicht falsch verstehen ich freue mich wirklich euch zu sehen.“ „Unsere Eltern sind mit deinen irgendwie verabredet. Frag aber nicht wieso.“ „Hanna du bist noch nicht weg. Schön dann nimm doch deine Freunde mit und kauft zusammen eure Festanzüge ein. Das war meine Mutter. Ich nickte und schon verschwanden wir alle im Kamin. Keine fünf Minuten später liefen wir auch schon durch die Winkelgasse direkt auf ein Geschäft zu, welches ausnamelos nur Abendkleider und Festtagsroben führte. Die kleine Glocke klingelte als wir den Laden betraten. Staunend sahen wir uns in dem Laden um. Hier gab es wirklich massenhaft viele Kleider. „Ich denke wir teilen uns auf. Die Jungs zusammen und wir zwei oder was meinst du Hanna?“ „Find ich gut.“ „Und warum machen wir das nicht alle zusammen?“ „Ganz einfach Bruderherz. Wir wollen schließlich nicht, dass ihr die Kleider jetzt schon zu Gesicht bekommt.“ Die Jungs schmollten ein wenig stimmten dann jedoch zu und liefen einen Gang entlang der voller Ständer mit Festtagsroben war. Luzie und ich gingen in die entgegengesetzte Richtung und bestaunten dabei die viele Kleider. Während Luzie bereits nach den ersten fünf Minuten bereits in einer der Umkleidekabinen verschwunden war, war ich immer noch nicht fündig geworden. Ich wollte etwas ganz besonderes. Und da fiel es mir in die Hände. Es war einfach rundum perfekt. Zudem war es das letzte in meiner Größe. Ich konnte mir bereits vorstellen, wie ich darin aussah. Es war beschlossene Sache. Also nahm ich es vom Harken und lief damit zur Kasse. „Könnten Sie mir dieses Kleid nach Hause liefern?“ Die Dame an der Kasse nickte freundlich notierte sich die Adresse und packte es ein. Währenddessen hatte Luzie wohl auch ihres gefunden wie ich feststellte. Als ich bei ihr ankam hielt sie es mir strahlend entgegen. Also nochmal zur Kasse wo Luzie das Kleid bezahlte und dann die Tüte entgegen nahm. Die Jungs kamen um die Ecke und hatten ebenfalls Tüten in den Händen also hatten auch sie ihre Umhänge gefunden. Anschließend verließen wir den Laden und reisten durch einen Karmin wieder zurück. Dort begraben wir uns in den Garten wo unsere Eltern saßen und sich unterhielten. Wir gesellten uns dazu nachdem ich Blaises, Dracos, Luzies und Tysons Eltern begrüßt hatte. Nachdem der Besuch am Abend gegangen war, war ich doch ziemlich müde in mein Bett gefallen. Am nächsten Morgen erwachte ich außergewöhnlich entspannt und vollkommen ausgeruht. Damit fing der Tag ja schon mal hervorragend an. Dies war perfekt, da ich heute in den Fuchsbau, natürlich wussten meine Eltern nichts genaueres, reisen würde und dort meine restliche Ferienzeit verbringen würde. Meinen Eltern hatte ich gesagt, ich würde bei einer Freundin sein. Wenn sie erfahren, dass ich bei den Weasleys sein werde, würden sie mir buchstäblich den Kopf abreißen. So schnell wie es mir möglich war, war ich aus dem Bett gesprungen, hatte mich ins Bad verzogen, fertig gemacht, rasch den Koffer gepackt und dann die Treppe hinunter gerast. Dort verabschiedete ich mich noch von meinen Eltern und verschwand dann im Kamin. Endlich konnten die ruhigen Tage der Ferien beginnen. Obwohl ich das reisen mit Flohpulver gewohnt war, hasste ich es immer wieder. Jedesmal sowie auch jetzt wurde mir speiübel und mein ganzer Kopf drehte sich in einer irren Geschwindigkeit. Merlin sei Dank war ich froh, als das Gefühl langsam abflaute und ich nur ein Sekundenbruchteil später im Wohnzimmer der Weasleys stand. Kurz darauf stand auch schon Rons Mum vor mir: Molly Weasley. Sie war eine kleine rundliche Frau mit einem gütigen Gesichtsausdruck. Immer mit einem Lächeln. Als sie mich erkannte wuselte sie auch schon auf mich zu und zog mich mütterlich fest in ihre Arme: „Ich find es wirklich sehr schön, dass du zu uns gekommen bist Hanna. Ron, Fred und George freuen sich schon seit Tagen auf dich.“ Freundlich erwiederte ich die Umarmung. Ich meine wie konnte man diese kleine Frau nicht mögen? „Ich freue mich, dass ich hier sein darf, Mrs. Wesley.“ „Ach Hanna nenn mich doch Molly Kind. Oh darf ich dir meine beiden ältesten Söhne Bill und Charlie vorstellen“, sagte sie und zeigte auf zwei junge Männer welche gerade das Zimmer betreten hatten und sich rechts und links neben ihre Mutter stellten. Die beiden sahen mich mit großen Augen an. „Hi ich bin Bill. Der älteste von uns“, stellte sich der junge Mann auf der linken Seite vor und reichte mir seine Hand welche ich ergriff: „Ich bin Hanna. Freut mich.“ „Und ich bin Charlie. Der zweitälteste.“ „Freut mich Charlie.“ Während die zwei mich immer noch anstarrten, wies Molly sie an, mir ein bisschen ihr zu Hause zu zeigen. Das ließen sie sich nicht zwei Mal sagen, nahmen mich in ihre Mitte einer rechts der andere links und dann begann die Besichtigungstour. Zuerst zeigten sie mir das Haus, was ich einfach fantastisch fand. Ich fand es unglaublich, dass dieses windschiefe Haus komplett durch Magie zusammengehalten wurde. Es war einfach urgemütlich hier. Zum Schluss führten sie mich hinaus in den Garten wo auch eine Garage stand mit allerlei Muggelzeug darin. Sie erklärten mir auf meinen fragenden Blick hin, dass ihr Vater ganz vernarrt in die Muggel war. Dies konnte ich nur belächeln. Am Ende der Tour setzten wir uns in die Küche, wo Molly beim kochen war, an den Tisch während Bill und Charlie mich ausfragten. „Und du bist wirklich erst vierzehn Jahre alt?“ „Ja Charlie. Wieso fragst du?“ „Weil du schon wie eine junge erwachsene Dame aussiehst. Also ich mein jetzt nicht alt sondern wie eine hübsche junge Frau die gerade volljährig geworden ist“, stotterte er vor sich hin. „Danke für das Kompliment Charlie. Aber ich bin wirklich erst vierzehn.“ „Wow“, sagte er nur und Bill tat es ihm gleich. „Jetzt übertreibt ihr aber. Ich meine es gibt doch noch andere hübsche Frauen und junge Mädchen.“ „Hübsch schon aber nicht schöner als du“, stießen sie gleichzeitig hervor. „Jetzt hört aber mal auf ihr zwei. Ihr macht die arme Hanna ja ganz verlegen“, tadelte Molly ihre Söhne nachdem sie sich zu uns umgedreht hatte. Ich winkte ab: „Keine Sorge Molly. Das ist mir keineswegs unangenehm. Im Gegenteil ich fühle mich geschmeichelt.“ Ich schenkte ihren Söhnen ein Lächeln. Sie erwiederten diese Geste sofort und schauten mich weiterhin einfach an. Ich fühlte mich hier mehr als nur wohl. Natürlich mochte ich auch mein zu Hause aber hier war es viel herzlicher. „Ich hoffe doch es gefällt dir hier bei uns. Ich meine du bist bestimmt etwas anderes gewohnt.“ Ich war wohl zu tief in Gedanken abgerutscht, dass ich gar nicht bemerkt hatte, wie Molly sich zu mir gedreht hatte. Schnell winkte ich ab: „Ganz im Gegenteil Molly. Ich finde es hier bei euch mehr als nur schön. Obwohl ihr mich gar nicht richtig kennt, habt ihr mich so herzlich empfangen. Natürlich mag ich mein zu Hause aber da ist es nicht immer so und meine Eltern sind schon ziemlich streng. Aber ich weiß, dass sie nur das Beste für mich wollen. Trotzdem wäre mal ein bisschen mehr herzlicher Umgang sehr schön.“ „Oh Kind, dass freut mich wirklich.“ Ich konnte sehen, wie Molly sich ein paar kleine Tränchen aus den Augenwinkeln wischte. „Du bist hier immer willkommen“, sagten Bill und Charlie. „Das ist wirklich sehr lieb von euch danke.“ „Sag mal wie findest du das George? Unsere Hanna hat uns einfach durch unsere älteren Brüder ersetzt.“ „Ich weiß nich Fred. Aber sie hat uns ja nicht mal bemerkt.“ Ich drehte mich um: „Fred! George! Ich hab euch nicht gesehen.“ Schnell sprang ich auf und fiel meinen beiden Lieblingszwillingen voller Freude um den Hals. Ich war überglücklich meine Chaoszwillinge wieder um mich zu haben. Oja ich war sowas von untypisch Slytherin aber nicht komplett. Aber im Gegensatz zu den anderen mochte ich die Weasleys. Sie waren für mich wie eine zweite Familie. Da ich die zwei solange nicht gesehen hatte musste ich sie erstmal knuddeln und ich weiß, dass sie das voll und ganz auskosteten. Somit hatte ich das Glück, dass sie ihre Scherzartikel nicht an mir ausprobierten. Die zwei nahmen mich hoch und setzten mich auf einen Stuhl wo sie sich rechts und links fallen ließen. Bill und Charlie wurden auch begrüßt welche dies erwiederten aber trotzdem leicht grimmig drein schauten. Kurz darauf erschien Ron in der Tür welcher sich an den Rahmen angelehnt hatte. Wie immer hatte er Ruß an der Nase wenn er mit Flohpulver gereist war. Das hieß er musste gerade wieder gekommen sein wo immer er war. Als er mich sah kam er zu mir und begrüßte mich. Ich wollte ihn fragen, wo er den eigentlich gewesen war, als eine weitere Person meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Schnell sprang ich auf und begrüßte die Person. Die Person lächelte und zog mich dichter heran. Ich hatte Harry wahnsinnig vermisst. Seit Schuljahresende hatten wir uns nicht mehr gesehen. Wir hatten uns zwar ab und zu geschrieben aber ich wollte ihn sehen. Harry drückte mich ein Stück weg, sodass er mich ansehen konnte: „Schön dich zu sehen“, murmelte er ehe er seine Lippen auf meine drückte. In mir explodierte ein Feuerwerk und ich erwiederte automatisch. Schließlich löste er sich wieder und gemeinsam setzten wir uns zu den anderen an den Tisch wo uns zwei doof drein blickende Gesichter anschauten. Bill und Charlie. Verwirrt sahen sie zwischen mir und Harry hin und her. „Stimmt was nicht?“, richtete ich mich an die zwei. „Junge Liebe. Das ist in diesen schweren Zeiten wirklich schön“, schwärmte Molly und schenkte uns ein gütiges Lächeln. Bill und Charlie fiel die Kinnlade runter. Das sah wirklich komisch aus. Leicht verdattert reichten sie Harry die Hand und stellten sich vor. Ich schaute die beiden grinsend an. „Du und Harry seid…“, setzten Charlie und Bill schließlich an und wir nickten synchron: „…ein Paar. Ja.“ „Wie lange denn schon?“, fragten sie. „Seit Ende letzten Schuljahres.“ Darauf konnten sie nichts mehr sagen und schauten verdattert aus der Wäsche. Plötzlich polterte ein älterer Mann in die Küche und sah die Zwillinge böse an. Er hielt ihnen eine ellenlange Schimpfftirade über irgendetwas was sie angestellt hatten. Als ich erfuhr, dass sie einen ihrer Scherzartikel bei Harry zu Hause fallen gelassen hatten, und sein Cousin, wie heißt er noch gleich?, diesen in den Mund gesteckt hatte, war seine Zunge dick geworden und hatte angefangen zu wachsen. Als ich das hörte konnte ich nicht anders und lachte mit den anderen mit. Ich fand, dass er es verdient hatte. Harrys Onkel und Tante sowie sein Cousin behandelten ihn mehr als nur mies. Als wir uns kennen gelernt hatten, hatte mir Harry erzählt, dass er kein richtiges Zimmer hatte sondern in einem Schrank unter einer Treppe schlafen und die Kleidung seines dicken Cousins auftragen musste. Damals hatte ich entrüstet den Kopf geschüttelt. Ich konnte nicht glauben, dass man so etwas mit einem Kind tat. Dies hatte sich aber geändert, nachdem Harry am Ende des ersten Schuljahres zurückkam. Sie hatten Angst, er würde sie verhexen. Sie wussten nicht, dass Harry außerhalb der Schule nicht zaubern durfte. Dies hatten sie wohl aber mittlerweile erfahren. Aber immerhin hatte Harry so ein richtiges Zimmer bekommen. „Wenn ich das eurer Mutter erzähle…“, tobte Mr. Weasley. Da kam auch schon Molly, welche kurz in den Garten verschwunden war, wieder zur Tür herein. Wartend sah sie ihren Mann an. Dieser schien unter ihrem Blick zusammen zu schrumpfen. Anscheinend hatte er nie vorgehabt es ihr zu erzählen. Er versuchte Molly zu beschwichtigen und sagte nur er habe bereits mit Fred und George geschimpft. „Hallo“, kam eine Stimme von der Tür und unterbrach das Specktakel. Dort standen die zweite beste Freundin von Harry und Ron Hermine Granger mit der ich mich überhaupt nicht verstand und das lag nicht an ihrem Blutstatus, und zum anderen die kleine Schwester von den Weasleyjungs Ginny. Molly griff das vorige Thema wieder auf und Granger fragte Ron ob er nicht Harry zeigen möchte wo er schläft. Aber Ron begriff erst nach dem zweiten Wink und stand dann auf. Auch Harry und ich erhoben uns. „Wir begleiten euch“, sagten Fred und George. „Ihr bleibt hier!“, fuhr Molly ihre Söhne an. „Hanna liebes du kannst bei Ginny und Hermine schlafen“, setzte sie hinzu und wandte sich an mich. Ich nickte und folgte den anderen hinaus. Gemeinsam stiegen wir eine klapprige Treppe hinauf, welche im Zickzack durch das gesammte Haus zu führen schien. Als wir ganz oben ankamen hallten von unten Rufe durch das Haus, die klangen als hätte Rons Vater seiner Frau von den Toffeebohnen erzählt. Ron öffnete unterdessen die Tür zu seinem Reich und ließ uns eintreten. Sein Zimmer war zwar recht klein, strahlte aber dafür eine ungeheure Gemütlichkeit aus. Es war in den Farben seiner Lieblingsquidditchmannschaft gehalten in orange und gelb. Seine Wände wurden von Postern der Mannschaft geziert welche fröhlich winkten. Auf seiner Fensterbank stand ein Aquarium in welchem ein Frosch saß und auf seiner Kommode stand ein kleiner Käfig in welcher eine kleine Eule auf und ab hüpfte und wie verrückt zwitscherte. Die war echt niedlich. Während Harry und ich uns gemeinsam auf eines der Betten fallen ließen setzten die anderen sich ebenfalls. „Fred und George werden auch hier schlafen, weil Charlie und Bill ihr Zimmer bekommen haben.“ Ron erzählte uns wie Pig, die kleine Eule, zu ihrem Namen gekommen war und wie unausstehlich sein Bruder Percy geworden war, seit dieser seine Ausbildung im Ministerium begonnen hatte. Nachdem wir von unten keine lauten Stimmen mehr hörten beschlossen wir wieder hinunter zu gehen. Dort wurden wir von Molly in Empfang genommen welche den Jungs Besteck in die Hand drückte und Ginny und Granger bekamen Teller und Tassen welche sie in den Garten bringen sollten wo wir dann alle zusammen Mittag essen würden da die Küche für zwölf Personen zu klein war. Molly hatte gesagt ich könnte Bill und Charlie beim herrichten der Tische helfen. Also lief ich voran in den Garten mit den anderen im Schlepptau und bot ihnen meine Hilfe an. Ron und co. stellten die Sachen auf einen Baumstumpf ab um Molly beim tragen zu helfen. Unterdessen baute ich mit den beiden die Tische fertig auf und stellten Bänke hin. Gerade stellte ich gemeinsam mit Bill die letzte Bank auf, als ich auch schon von hinten um die Hüfte gepackt und in die Luft gehoben wurde. Charlie hielt mich fest umklammert während Bill auf uns zustürzte und begann mich durch zu kitzeln. Ich versuchte mich zu befreien jedoch blieben jegengliche Fluchtversuche ereignislos. „Bill, Charlie bitte ich kann nicht mehr“, bettelte ich bis sie sich schließlich erbarmten und sich mit mir auf den Rasen fallen ließen. Während Bill und Charlie mich von beiden Seiten umklammerten versuchte ich meine Scheinatmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Bill und Charlie drückten mir einen Kuss auf. „Ich mag euch auch“, antwortete ich, zog die zwei nähr zu mir und drückte ihnen ebenfalls einen Kuss auf. „Mach das noch mal.“ Ich lächelte und drückte ihnen jeweils noch zwei weitere Küsschen auf. „Was ist denn hier passiert.“ Wir blickten auf und sahen Granger, Ron und Harry vor uns stehen, wovon letzterer mich komisch ansah. „Was soll denn sein?“, fragten Bill und Charlie. Die zwei sprangen leichtfüßig auf und zogen mich anschließend auf die Beine. Anschließend halfen sie gemeinsam mit Ron und Granger den anderen die restlichen Gegenstände auf den Tisch zu stellen, mit welchen sie gerade in den Garten geschlendert kamen. „Harry was ist los?“ Irgendwie machte er einen leicht grimmigen Eindruck. „Kein Grund zur Aufregung“ Einen kleinen Moment sah er mir in die Augen ehe er den Kopf senkte und leise flüsterte: „Tut mir Leid Hanna. Natürlich vertraue ich dir. Aber wie du weißt hab ich schon meine Eltern verloren…“ Er brauchte nichts weiter sagen. Ich verstand ihn auch so. Also umarmte ich Harry einfach und lehnte mich an ihn. „Du verlierst mich nicht. Niemals.“ Harry festigte seinen Griff und hielt mich fest. So blieben wir einen Moment stehen bevor ich mich leicht löste um ihm ins Gesicht sehen zu können. In die Augen, die meinen so ähnlich waren. Diese Augen schlossen sich langsam und kamen mir nähr. Lächelnd schloss auch ich meine und spürte schon kurz darauf Harrys Lippen liebevoll auf meinen. Dieses Gefühl war jedes Mal wieder unbeschreiblich. „Hey ihr Turteltauben verschiebt euer Geknutsche auf später. Jetzt gibt’s essen.“ Also schlossen wir uns Fred und George an und liefen so gemeinsam zu den anderen hinüber, welche bereits am Tisch saßen. Gemeinsam setzten wir uns alle an den Tisch welcher unter der Last der vielen Teller und Töpfe fast zusammen zu brechen schien. Alle Anwesenden am Tisch verfielen in ein angeregtes Gespräch miteinander während sie sich das überaus köstliche Essen von Molly schmecken ließen. Sie war wirklich eine ausgezeichnete Köchen. Nebenbei erfuhren wir, dass Arthur Karten für die große Quidditchweltmeisterschaft von Ludo Bagman, Leiter der Abteilung für magische Spiele und Sportarten, geschenkt bekommen hatte. Ron fragte irgendwann später im Flüsterton, ob Harry bereits etwas von Sirius gehört hatte. Er berichtete, dass er bereits zwei Mal von ihm Post bekommen hatte. Allerdings nicht genau um was es ging. „Schon so spät“, ertönte da die Stimme von Molly. „Ihr solltet schon längst im Bett sein, die ganze Bande, ihr müsst Morgen in aller Frühe aufstehen, damit ihr zum Endspiel kommt. Harry, Hanna wenn ihr mir eure Listen raus legt, dann besorge ich eure Sachen Morgen in der Winkelgasse. Ich muss sowieso dort hin“, fügte sie noch hinzu. „Danke Molly. Das wäre sehr freundlich“, antwortete ich und ging dann gemeinsam mit den anderen ins Haus. Dann stiegen wir die Treppen wo wir uns von den Jungs verabschiedeten. Anschließend folgte ich Ginny und Granger in Ginnys Zimmer wo ich mich, nach dem ich mich umgezogen hatte, auf mein Bett fallen ließ und einschlief. Ich war gespannt, wie der morgige Tag wohl sein würde. Natürlich hoffte ich, dass wir nicht meinen Eltern über den Weg laufen würden. Das würde ein riesiges Theater geben und lebenslanges Hausarrest. Und ich könnte keinen Schritt mehr tun ohne beobachtet zu werden. Schließlich wäre die Tatsache, dass ich mit den Weasleys befreundet bin und Harry Potter mein Freund wäre Hochverrat an der reinblütigen Rasse und so ein inakzeptables Verhalten könnten meine Eltern niemals dulden. Ich als ihre einzige Tochter würde Schande über sie bringen. Aber ich meine was kann ich denn schon dafür? Schließlich sucht sich keiner aus, in was für familiäre Verhältnisse man hineingeboren wird oder? Naja hoffen wir mal dass alles gut geht. Ansonsten schreibe ich schon Mal mein Testament. Sicher ist sicher.

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nck1Ddramione 28. Oct 2017

Eigentlich müsste Hanna doch wissen, was ein Denkarium ist, da sie ja, im Gegensatz zu Harry, mit Zauberei aufgewachsen ist.

YukaKazami 01. Nov 2017
Stimmt hab ich so nicht drüber nachgedacht.
nck1Ddramione 14. Aug 2017

Hey, ich wollte mich mal melden. Ich verfolge deine Geschichte jetzt seit dem ersten Jahr und bin immer wieder erneut vollkommen von ihr eingenommen. Es ist wundervoll, wie du Hogwarts aus Hannas Sicht beschreibst. Aber ich wollte dich bitten, den zweiten Teil nochmal hochzuladen, da dieser auf deinem Profil nicht verfügbar ist.