Isabella - A life between love and fear

25.09.16 10:52
Isabella ist die Siegerin der 45. Hungerspiele. Sie stammt aus Distrikt 12 und hat die Spiele nur mit Hilfe von dem ehemaligen Kapitolbewohner Jared überlebt. Auch Dylan und Helen haben ihr geholfen. Doch geht der Plan von Jared wirklich auf, dass die vier sich nach der Arena wiedersehen? Oder tötet das Kapitol die ehemaligen Tribute als Strafe..
Die Tribute von Panem Drama P12 Romanze In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
  • 1. Kapitel

1. Kapitel

Als ich mich mittig auf den runden kleinen weißen Podest stellte und sich die Glaswand langsam um mich herum schloss, wusste ich, dass es vorbei war.
Mein Leben.
Es war vorbei.
Ich werde nie wieder lebend nach Hause kommen. Nie wieder in meinem Bett liegen können. Und nie wieder meinen Distrikt sehen. Obwohl, wurden die Leichen der gefallenen Tribute nicht zurück in den Distrikt aus denen sie stammten gebracht? Dann könnte ich meinen Distrikt vielleicht doch noch einmal sehen, vorausgesetzt, ich verschwand beim sterben nicht komplett von dieser ungerechten Welt, sondern geisterte hier noch weiter rum, dann könnte ich zugucken, wie mein lebloser Körper zurück nach Hause geflogen wurde.
Mit einem leichten klacken trafen die zwei Glaswände aufeinander und der Boden fuhr langsam nach oben.
Ich stütze mich mit einer Hand an dem Glas ab und hob langsam meinen Kopf, sodass ich hoch über mir den Himmel sehen konnte.
Besser gesagt, den Himmel der Arena, in der ich mit 23 anderen Jugendlichen ums überleben kämpfen musste und dabei höchstwahrscheinlich schnell sterben werde. Wie sollte ich, ein Mädchen aus dem 12. Distrikt mit überhaupt keiner Erfahrung in Sachen Waffen und Kämpfen, hier länger als ein paar Stunden überleben? Das Gemetzel am Füllhorn konnte ich umgehen, indem ich einfach nicht dahin gehen würde, sondern so schnell mich meine Beine trugen weit weg rennen würde.
Das konnte ich. Laufen, rennen. Ich hatte Ausdauer und war schnell. Bei dem Training im Kapitol habe ich es auch mal mit kämpfen versucht. Es blieb leider nur bei einem Versuch. Die Gewichte waren mir zu schwer, den Bogen hielt ich richtig, schoss die Pfeile aber immer meilenweit neben das Ziel, wenn ich überhaupt einen Pfeil abgeschossen bekommen hatte, meistens löste ich die Sehne und der Pfeil flog schnurstracks auf den Boden. Auch im Messerwerfen hatte ich mich versucht, aber auch ohne Erfolg. Die Messer trafen selten die Zielscheibe, und wenn, dann nur am Rand, nicht in der Mitte und bei den Pappfiguren traf ich nie das Herz. Am nächsten dran war ich einmal, als ich die rechte Hand der Figur traf. Vorher hatte ich immer nur die Knie getroffen. Und mit diesem Glück meisterte ich alle Kampfarten. Das einzige, woran ich irgendwann Spaß hatte, war die Station, an der man Knoten binden konnte. Darin war ich echt gut (zumindest dem Trainer nach, wir hatten uns am Ende echt gut verstanden, da ich immer bei ihm war). Daher hatte ich, als wir alleine vor dem Kapitol das beste, was wir im Training hinbekommen hatten, vorführen sollten, wacker Knoten gebunden. Ich war stolz, dass ich meinen Rekord, was die Schnelligkeit betraf, gebrochen hatte, aber das Kapitol bewertete mich mit der fast schlechtesten Note. Das fand ich schon echt unfair, immerhin hatte ich mich bemüht!
Aber eins konnte ich komischerweise nicht ganz so schlecht: Bei dem Publikum sympathisch rüberkommen. Bei meinem Interview hatten hinterher alle geklatscht, mehr, als bei den 23 anderen Tributen.
Frische Luft schlug mir entgegen und ich konnte einen ersten Blick in die Arena werfen. Direkt vor mir war lehmiger Boden, der irgendwann in einem kleinen Wald endete. Auf der anderen Seite war leider kein Wald, in den ich hätte flüchten können, sondern nur Stein. Mist.
Ich sah zu den anderen Tributen, die auf ihren Podesten in einem Kreis standen. Geradeaus vor mir war das Füllhorn. Ich könnte also nach hinten rennen, während die anderen zum Füllhorn rannten, um sich die besten Waffen zu holen. So hätte ich Zeit gewonnen. Der Nachteil der ganzen Sache war aber, dass ich dann absolut nichts bei mir hatte. Nichts zu essen, keine einzige Waffe oder auch nur eine Decke für die Nacht. Ohne diese Sachen würde ich in ein paar Tagen verhungert, verdurstet oder erfroren sein. Also musste ich auch zum Füllhorn.
"Herzlich Willkommen bei den 45. Hungerspielen und möge das Glück steht's mit euch sein!" Der Lautsprecher verstummte und der Countdown setzte ein.
Fieberhaft überlegte ich, was ich jetzt tun sollte. Füllhorn oder wegrennen? Füllhorn oder wegrennen?
"...8...7..."Meine Gedanken überschlugen sich. Da fiel mir noch eine andere Möglichkeit ein. Ich musste einfach einen Schritt von diesem Podest machen, dann würde ich in die Luft gesprengt werden und hätte dieses Problem nicht mehr.
"...6...5..." Genau! Ich werde jetzt einfach von diesem blöden Podest gehen und alles hätte sich erledigt. Komischerweise fiel mir jetzt meine Mutter ein. Ich war ihr einziges Kind, mein Vater war kurz nach meiner Geburt an irgendeiner Krankheit gestorben und sie hatte mich ganz alleine großgezogen. Sie war am Boden zerstört gewesen, als mein Name bei der Erne fiel. Bei der Verabschiedung konnte sie ihre Tränen nicht zurückhalten, genauso wie meine besten Freundinnen Maria und Laura. Wir wussten alle vier, dass wir uns nie wieder sehen werden.
Doch würde es für sie nicht noch schrecklicher sein, zu sehen, dass ich noch nicht mal versucht habe zu kämpfen? Aber andererseits, sie mussten ja nicht hier stehen und wissen, dass sie eh in den nächsten Tagen sterben werden. Warum sollte ich dann nicht hier runter gehen und schnell und schmerzlos sterben? Damit wurde ich mir selber einen Gefallen tun und dem blöden Kapitol noch eins auswischen.
Ich fand, dass die Hungerspiele das schlimmste sind, was man Menschen antun konnte. So viele Menschen starben täglich an unheilbaren Krankheiten. Warum mussten dann die, die gesund waren, so lange gegeneinander kämpfen, bis es nur noch einen überlebenden gab? Das regte mich richtig auf.
Ich fasste einen Entschluss, auch wenn ich mir selbst unsicher war und stellte mich ganz nah an den Rand von dem Podest hin.
"...4..." Ich hob meinen Fuß hoch, da ich einfach keine andere Lösung mehr fand. Ich hatte schon länger mit meinem Leben abgeschlossen, was meinen Mentor natürlich sehr gefreut hatte. Er hatte immer versucht, mir ein bisschen Mut zu machen, aber ich konnte ihn nicht so richtig ernst nehmen, weil er nur aus Zufall gewonnen hatte. Ich erinnerte mich nicht mehr genau daran, wie es war, aber auf jeden Fall hatte er sich immer am Rand von der Arena aufgehalten, die anderen Tribute waren zu faul da hinzulatschen und als nur noch mein Mentor und ein anderer Tribut lebten, ist der andere Tribut zum Rand der Arena gelaufen, aber mein Mentor ist immer im Kreis gelaufen und so haben sie sich nie getroffen. Der andere Tribut ist irgendwann an giftigen Beeren gestorben und so hatte Mark gewonnen.
"...3..." Ich zitterte jetzt doch leicht. Schließlich versuchte ich nicht jeden Tag, Selbstmord zu begehen. Ist schon ein komisches Gefühl und ich hätte liebend gerne darauf verzichtet. Blöder Weise kam jetzt mein schlechtes Gewissen hoch. Meine Mutter saß bestimmt zu Hause vor dem Fernseher und hoffte, dass ihre Tochter noch einmal zurück zu ihr kommen würde. Aber jetzt musste sie langsam verstanden haben, was ich gerade vorhatte. Bestimmt kämpfte sie schon mit den Tränen. Es war auch echt schrecklich für die Eltern, deren Kinder hier in der Arena standen, fiel mir ein. Schließlich war es das schlimmste für Eltern, wenn sie ihre eigenen Kinder überlebten und ganz schrecklich fand ich es, wenn der Tod des eigenen Kindes zur Bespaßung von ganz Panem auch noch im Fernsehen lief.
Tut mir leid Mum, aber ich werde sonst in ein paar Stunden sterben, dann musst du wenigstens keine Angst mehr um mich haben. Und Maria, irgendwann wirst du eine neue beste Freundin finden, die mit dir den Distrikt unsicher macht, genauso wie du Laura, irgendwann wirst auch du wieder glücklich werden und mit einer anderen nach hübschen Typen ausschau halten. Vielleicht freundet ihr zwei euch ja mal endlich an, dann wäre das alles ein bisschen einfacher.
Langsam streckte ich meinen Fuß nach vorne.
"...2..."
"Nein! Tu's nicht!" Erschrocken schaute ich nach links und in die vor Schreck geweiteten Augen von einem Jungen mit blonden Haaren, etwa ein Jahr älter als ich. Nach genau so einem hatte ich immer mit Laura gesucht! Warum fand ich ihn hier? In den Hungerspielen? Wo wir doch eh keine Chance hatten, uns näher kennenzulernen?
Ich zögerte, ließ meinen Fuß aber vorgestreckt.
"Tu's nicht. Für mich!" Das brachte mich jetzt völlig aus dem Konzept.
"...1..." Ich kannte den Jungen doch gar nicht, aber seine Augen sahen mich bittend und auch verzweifelt an und ich stoppte perplex in meiner Bewegung, blieb auf einem Bein stehen und sah den Jungen nur erstaunt an....
"Fröhliche Hungerspiele! Und möge das Glück stehts mit euch sein!"
Und dann fiel der Startschuss.

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