Gans? Gans! Verdammt!

vor 4 Mon.
Da fällt man einmal ins falsche Topic und hat sofort eine Gans am Hals. Zu meinem Leidwesen verschwindet das Federvieh auch nicht freiwillig. Cover liezenzfrei von: Huskyherz/pixabay.com
Schreibchallenges Humor P12 In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
Bemerkung des Authors: Cryptickid: Also dann Osterhaserl, zur Beruhigung, erkläre doch mal neugierigen Küken, woher die Eier im Nest kommen. Bringt sie der hoppelnde Klapperstorch oder ist das doch wie bei den Blümchen und Bienchen? Wer den Wissensdurst der Kleinen stillt und wie, bleibt dir überlassen, auch die Realitätsnähe ;) Bitte P12 Gans dolle beachten! ^^

Die Sache mit den Eiern

„Hahaaaaa! Ich bin Vater! ICH BIN VATER!“ Der Jubel aus dem Nachbarnest war nicht zu überhören. Neugierig streckte Elvira den Kopf unter dem Busch hervor und begutachtete Erpel Anton neugierig. Aufgeregt hüpfte er auf und ab, schlug dabei mit den Flügeln, dass sein prächtiges Federkleid nur so schimmerte, und jubelte lauthals vor sich hin.
„Sei still und vor allem halte Abstand! Wenn du weiter so schreist, ist jeder Marder im Umkreis von drei Kilometern wach!“ Seine Frau Sonja plusterte ihre Federn auf und zischte ungehalten auf ihren Mann ein, während sie ihn mit ein paar Flügelschlägen vom Nest zurückdrängte.
„Aber ich freu mich doch so…“, flüsterte Anton augenblicklich leise vor sich hin. Mittlerweile hatten auch Elviras Geschwister den Kopf neugierig durch das Gebüsch gesteckt und blinzelten in die Morgensonne.
„Was geht da vor sich, Mama?“ Estelle legte den Kopf in den Nacken und blickte neugierig zu ihrer Mutter auf, die den Weg um das Gestrüpp gewählt hatte.
„Tante Sonja hat Eier im Nest“, erklärte Mutter Sophia ruhig und mit einem sachten Lächeln an den Rändern ihres Schnabels.
„Was sind Eier?“ Elvira blickte fragend in Richtung des Nests, ohne etwas Besonderes zu sehen.
„Wir kommen aus Eiern, Dummchen!“ Ihr Bruder Seb hackte mit seinem Schnabel kurz in ihre Richtung, doch sie wich ihm geschickt aus.
„Das kann Elvira doch nicht wissen, Seb! Sie ist als letzte geschlüpft. Und du bist heute Morgen mal wieder ganz schön verstrubbelt!“ Mit einem vergnügten Schnattern machte ihre Mutter einen Satz auf sie zu und begann die Federchen ihres Nachwuchses mit dem Schnabel zu ordnen.
„Ahh, es ist noch zu früh für die Morgentoilette, Mama!“
„Autsch, nicht so fest ziehen!“
Sie lachten vergnügt auf und flüchteten spielerisch ein Stück auseinander. Aber Elviras Neugierde war von etwas anderem gefesselt. Leise schlich sie sich an ihren Brüdern und Schwestern vorbei zum Nest ihrer Tante. Enttäuscht blickte sie dort von links nach rechts und wieder zurück.
„Aber wo sind denn nun die Eier, Tante Sonja?“ Aus ihren großen, runden Augen blickte Elvira nach oben. Nur ihre Tante saß gemütlich im Nest und bildete so keinen Unterschied zur sonstigen Situation.
„Na hier!“ Sonja zwinkerte ihr zu und hob sich vorsichtig an. Tatsache! Da lagen vier Eier im Nest. Sie waren leicht hellblau bis hellgrün, nur ganz leicht! Die Farbe erinnerte Elvira an den Himmel, ganz früh morgens, wenn die Sonne gerade aufging.
„Die sind aber toll! Wie hast du die gemacht, Tante Sonja?“ Elvira blickte neugierig auf. Verlegen legte ihre Tante den Kopf zur Seite und blickte zu ihrem Mann. Elvira folgte ihrem Blick. Ertappt schaute Onkel Anton auf den Boden.
„Ich bin mal frühstücken!“, entschied er sich urplötzlich und watschelte in schnellen Schritten auf den See zu, an dem sie lebten. Keine Minute später war sein Kopf schon unter der Wasseroberfläche verschwunden.
„Aber wo kommen die Eier denn nun her?“ Elvira schaute wieder ihre Tante an.
„Die bringt Mutter Natur. Das wirst du verstehen, wenn du etwas älter bist“, antwortete ihre Tante kurz angebunden und ließ sich wieder fallen. Elvira merkte, dass ihrer Tante das Thema unangenehm war und wechselte es artig.
„Schade, dass es nur vier Eier sind. Ich hätte gern noch mehr Freunde zum Spielen.“
„Oh, keine Sorge, das werden noch mehr!“, beruhigte sie ihre Tante und wackelte auf dem Nest hin und her. Es musste unbequem sein, auf den Eiern zu sitzen. Gern hätte Elvira sie noch mehr gefragt, aber da rief auch schon ihre Mutter Sophia nach ihr. Es war Zeit fürs Frühstück und als gehorsames Entchen, dass sie war, folgte sie der Aufforderung natürlich prompt. Elvira reihte sich als letzte in der Schlange ein und so schwamm die ganze Familie hinaus auf den See.

*

„Aha, und wer soll diese Mutter Natur sein?“ Seb blickte sie mit schiefem Köpfchen an. Sie saßen auf einem Stein am Rand des Gewässers und ruhten sich gerade aus.
„Na ja, sie bringt die Eier!“ Hilflos zuckte Elvira die Flügelchen und kuschelte sich wieder an ihre Lieblingsschwester Estelle.
„Das ist doch Quatsch! Ich habe noch nie jemanden Eier herumtragen sehen. Wie soll die denn aussehen?“ Seb war einfach nicht ruhig zu stellen. Elvira mochte ihren Bruder nicht. Er biss sie ins Schwänzchen und zog dann an den Federn. Er war immer viel zu laut und nie hielt er sich an die Reihenfolge in der Schlange hinter Mutter.
„Woher soll Elvira das wissen? Sie hat sie doch auch noch nicht gesehen!“, mischte sich Estelle gähnend ein und streckte die Flügelchen.
„Ja, weil es sie nicht gibt.“ Seb sprang ins Wasser und eine kleine, kalte Welle schwappte über Elviras Schwimmhäute hinweg. Genervt schaute sie erst nach unten und dann Seb mitten ins Gesicht.
„Es gibt sie wohl! Und ich werde sie finden!“ Auf einmal war Elvira für die Idee Feuer und Flamme. Sie würde Mutter Natur suchen und sie bitten, dass sie Tante Sonja nur kleine Entenmädchen bringen würde. So hätte sie ganz viele Freunde zum Spielen und müsste sich nicht mehr mit Seb und ihren Brüdern beschäftigen. Und weil ihr die Idee so gut gefiel, sprang Elvira direkt auf. „Ich geh sie jetzt suchen und dann erzähl ich dir, wie sie aussieht!“ Mit einem Satz war sie im Wasser und paddelte los, was die kleinen Füßchen hergaben.
„Das traust du dich doch eh nicht!“, klang das gehässige Schnattern ihres Bruders ihr nach. Aber er würde schon sehen.

*

Elvira paddelte in Ruhe über den Teich. Der Tag war sonnig, halbwegs warm und sie war zum ersten Mal in ihrem Leben allein unterwegs. Interessiert gründelte sie hier und da, doch so richtig wollte sie sich nicht freuen. Unruhig blickte sie sich immer wieder um. Ob Mutter schon gemerkt hatte, dass sie verschwunden war? Bestimmt hatte Seb sie verpetzt. Und nun wollte sie es ihm erst recht beweisen. Leider hatte Elviras Vorhaben einen entscheidenden Haken. Sie hatte keine Ahnung, wo Mutter Natur wohnte. Erschöpft paddelte sie ans Ufer und kämpfte sich durch das hohe Gras. Irgendwer würde es schon wissen, sie müsste nur den richtigen finden!
„Entschuldigung bitte, wohnt hier Mutter Natur?“ So laut wie es ihr möglich war, quakte sie in ein Loch im Boden. Ein leises Klopfen war die Antwort. „Verzeihung?“, fragte sie verunsichert nach.
„Hier wohnen wir!“ Aus der Dunkelheit kam etwas auf sie zugeschossen und Elvira fiel erschrocken auf ihren kleinen Entenhintern. „Wen suchst du?“ Das Kaninchenjunge rieb sich verschlafen mit einer Pfote über die Augen und richtete sich dann auf die Hinterbeine auf.
„Mutter Natur!“, flüsterte sie eingeschüchtert und erhob sich langsam vom Boden.
„Tut mir leid, die kenn ich nicht.“ Das Kaninchen gähnte und Elvira riss reflexartig das Schnäbelchen mit auf.
„Sie bringt die Eier“, erklärte sie also, nachdem sie endlich wieder sprechen konnte.
„Hmm…“ Das Kaninchen kratzte sich grübelnd am Löffel. „Ich habe letztens etwas sehr Langes, Dünnes mit einem Ei im Maul gesehen. Ich fand das sehr merkwürdig. Vielleicht war das Mutter Natur?“ Das Kaninchen gähnte ein weiteres Mal herzhaft. „Entschuldigung! Es ist so früh, ich muss zurück ins Bett!“ Winkend drehte es sich um und hoppelte zurück in die Dunkelheit. Verdattert schaute Elvira dem Kaninchen nach. Es war mitten am Tag, wie konnte man da nur so müde sein? Allerdings war sie sehr zufrieden. Die Unterhaltung hatte sie ein ganzes Stück weiter gebracht. Mutter Natur war also lang und dünn. Das war gut zu wissen. Mit ihrem ersten Hinweis marschierte Elvira weiter durch das Unterholz.

*

„Hallo, weißt du, wo Mutter Natur wohnt?“ Elvira hatte vor einem possierlichen Tierchen gehalten, das gerade eifrig im Boden buddelte.
„Nein, ich fürchte nicht. Aber ich habe auch ein schlechtes Ortsgedächtnis“, gestand ihr gegenüber. „Hast du meine Nuss gesehen?“, fragte es sie keine zwei Sekunden später.
„Deine Nuss?“ Verwirrt schaute sich Elvira um.
„Ja, ich war mir so sicher, dass ich sie vor dem Winter hier vergraben habe.“ Das Eichhörnchen buddelte an einer Stelle zwei Zentimeter weiter eifrig los.
„Nein. Tut mir leid! Von Nüssen verstehe ich nichts.“ Außerdem war sie im letzten Winter noch nicht am Leben gewesen, aber das verkniff sie sich zu erwähnen. Elvira sah dem Eichhorn eine Zeit lang zu. „Mutter Natur bringt die Eier“, warf sie schließlich ein.
„Oh, wenn das so ist. Ich habe letzten Winter ein sehr merkwürdiges Tier gesehen. Es war lang, dünn, fast ganz weiß und ich denke, es hatte ein Ei im Maul. Das konnte man im Schnee allerdings schlecht erkennen. Vielleicht war es aber auch eine Nuss. Vielleicht hat es meine Nuss geklaut!“ Verwirrt schaute sich das Eichhörnchen erneut um und begann dann hektisch hinter sich zu buddeln. Das arme Geschöpf hatte scheinbar wirklich keine Ahnung, wo es was hinterlegt hatte. Aber zumindest hatte Elvira eine weitere Antwort bekommen. Mutter Natur war also lang, dünn und weiß. Entschlossen watschelte sie weiter. Das Eichhörnchen war mit seiner Suche so vollauf beschäftigt, dass es davon nichts mitbekam.

*

„Autsch!“ Elvira zuckte erschrocken zurück. Sie war um einen Baumstamm herum gelaufen und mitten gegen eine Wand aus Stacheln geknallt. Zum Glück hatten ihre Federn sie vor Schlimmerem bewahrt. Irritiert blickte sie das Gebilde an. Dieses begann zu wackeln und sie machte einen erschrockenen Satz zurück.
„Ach, du warst das. Ich dachte schon, du wärst ein Hund.“ Der Igel rollte sich gemächlich auf und begann mit seiner Nase zwischen den Blättern nach etwas zu suchen. Elvira sah ihre Chance.
„Entschuldigung. Darf ich fragen, haben Sie schon einmal etwas von Mutter Natur gehört?“, fragte sie also möglichst höflich und machte einen kleinen Knicks. Das Tier wirkte gefährlich, da schadete eine Portion zusätzlicher Höflichkeit nicht.
„Nihhhhasssissswisss“, murmelte es unter dem Laub.
„Das habe ich nicht verstanden.“ Enttäuscht blickte Elvira den Igel an, der eifrig vor sich hin schnuffelte.
„Nicht das ich wüsste, warum?“ Der Igel hatte netter Weise die Nase aus dem Dreck gehievt und betrachtete sie interessiert.
„Sie bringt die Eier und ich habe eine Bitte an sie“, erklärte sie also ergeben. Langsam schmerzten ihre kleinen Entenbeinchen. Noch nie war sie an einem Tag in ihrem kurzen Entenleben so weit gelaufen.
„Ich kenne nur ein Tier, das sich mit Eiern beschäftigt, und das hat einen sehr, sehr langen Schwanz. Aber ich denke nicht, dass du es kennen lernen willst.“ Der Igel zuckte aufgeregt zusammen und machte drei Sätze nach vorn. Seine Nase tauchte ab und auf einmal kam ein sehr ekelerregendes Schmatzen zwischen dem welken Laub hervor. Angewidert suchte Elvira das Weite. Wer aß denn bitte dicke, schwarze Käfer? So etwas hatte sie noch nie erlebt.

*

Der kleine Waldsaum nahm ein Ende. Ihre Mutter hatte sie immer davor gewarnt, dieses Stück Land zu verlassen, außerhalb des Waldes sei es gefährlich. Nun stand Elvira an der Grenze und blickte über eine große Fläche kurzen Grases hinweg, auf der nur noch vereinzelt Bäume standen. Wieso das Gras wohl so kurz war? Mutter Natur hatte auf jeden Fall einen weiten Weg vor sich. Wie sie wohl die ganzen Eier balancierte? Oder trug sie tatsächlich jedes einzelne Ei mühselig im Maul herbei? Dann wäre es kein Wunder, dass Tante Sonja erst vier Eier in ihrem Nest hatte. Ein wenig jagte ihr die Idee, ganz allein auf diese weite Ebene zu kommen, Angst ein. Aber Elvira würde nicht aufgeben. Sie würde Seb beweisen, dass es Mutter Natur gab und dass sie mutig genug war, sie zu finden.
Mit einem erschöpften Seufzen machte sich Elvira also auf, obwohl ihre Füße sie schon jetzt so schmerzten, dass sie am liebsten nur noch ins Wasser rutschen wollte. Tapfer wackelte sie über das kurze Gras ohne auf jemanden zu treffen. Der Himmel zog sich zu und ein scharfer, kalter Wind fegte über die Fläche heran, auf der es keinen Schutz gab. Seit dem Frühstück hatte Elvira nun schon nichts mehr ergründelt. Als sie schließlich einen der großen, einsam stehenden Bäume erreichte, ließ sie sich auf ihren kleinen Entenpo fallen. Traurig unterdrückte sie ein Schniefen. Wem hatte sie da etwas vorgemacht? Sie würde Mutter Natur nie finden! Hier gab es keine Entenseele, die ihr weiterhelfen konnte, und sie konnte einfach nicht mehr weiter watscheln. Die ersten, schweren Tropfen zersprangen vor ihr auf dem Boden und jagten ihr hier draußen eine Heidenangst ein. Traurig und frierend zog sich Elvira zwischen die großen Wurzeln des Baumes zurück und machte sich ganz klein in seinem Schutz. Was sie nun nicht dafür geben würde, sich in Mutters weiche Daunen zu kuscheln. Obwohl der Sturm erst richtig losbrach, schlief sie langsam ein.

*

„Kyaaaaahhhh“ Der Schrei ging Elvira durch Mark und Bein. Entsetzt sprang sie auf ihre kleinen Entenfüße und wollte losrennen, doch etwas Großes versperrte ihr den Weg. Ehrfürchtig legte Elvira den Kopf in den Nacken. Der Vogel vor ihr war riesig! Ein langer, dünner Hals, glänzendes, weißes Gefieder und der längste Schwanz, den sie je gesehen hatte – Elvira hatte sie gefunden.
„Mutter Natur!“ Beeindruckt schlug sie mit den Flügelchen. Der Vogel vor ihr trug sogar eine Krone. Wenn das Seb nicht beeindruckte, was dann? Irritiert legte Mutter Natur den Kopf zur Seite. Begeistert stellte Elvira fest, dass der Sturm sich gelegt hatte und die Sonne sich gegen Westen senkte. Sie hatte noch nicht mal einen Tag gebraucht, um Mutter Natur zu finden.
„Was machst du hier?“, forderte diese von Elvira.
„Ich habe dich gesucht, Mutter Natur! Wegen der Eier und wegen Seb und weil ich dich…“
„Immer langsam!“ Mutter Natur machte zwei Schritte zurück und schüttelte den Kopf, dass ihre kleine Krone aus Federn hin und her wippte.
„Entschuldigung! Ich wollte dich bitten, ob du meiner Tante Sonja nur weibliche Küken bringen könntest. Ich wünsche mir so sehr jemanden zum Spielen. Seb ist immer so gemein zu mir und ich habe zwar Estelle, aber…“
„Langsam!“ Mutter Natur hob ihren Schwanz und, was zuvor eine lange Schleppe gewesen war, hob sich an zu einem riesigen Rad aus Federn. Beeindruckt verstummte Elvira endlich.
„Du kommst vom See?“
Ihr Entenköpfchen nickte, ohne den Blick vom riesigen Federrad abzuwenden. Es wirkte, als hätte jemand Sterne an Mutter Natur geheftet. Noch nie hatte sie so etwas Beeindruckendes und Schönes gesehen.
„Ich denke, wir sollten dich dorthin zurück bringen. Spring auf!“ Mutter Natur klappte die langen Schwanzfedern wieder ein und bot sie Elvira an. Ihr Schnäbelchen öffnete und schloss sich, ohne einen Laut hervor zu bringen. Mutter Natur ließ sie auf sich reiten! Mit einem begeisterten Quaken hüpfte sie schließlich auf ihren Rücken. Der Weg, den sie so mühsam zurückgelegt hatte, wirkte auf einmal viel kürzer. Die Aussicht von so weit oben war ganz anders. Was aber noch viel besser war, Mutter Natur wusste genau, wo sie hin mussten.

*

„Und dann kam Mutter Natur vorbei und hat mich wieder nach Hause gebracht!“ Elvira hatte die Geschichte nun schon zum zweiten Mal erzählt. Ihre Geschwister konnten nicht genug davon bekommen, wie sie Mutter Natur aufgespürt hatte.
„Hast du dich ein wenig beruhigt?“ Hank blickte Sophia an und diese nickte immer noch erleichtert, aber auch vollkommen erschöpft. Nach Elviras Verschwinden hatte sie lauthals schnatternd den gesamten See abgesucht. Als sie ihre Kleine dort nicht finden konnte, hatte sie schon das Schlimmste angenommen gehabt.
„Und du *Mutter Natur*? Geht es halbwegs? Ich bin dir so dankbar, Hank, dass du sie den ganzen Weg zurück getragen hast. Es muss sehr anstrengend gewesen sein, mit den Schwanzfedern durchs Unterholz zu kommen.“ Der weiße Pfau nickte.
„Bei so viel Schönheit war es ja nicht zu übersehen, dass das deine Kleine ist. Nur diese Mutter-Natur-Geschichte solltest du schleunigst aufklären!“ Sophias Jugendfreund Hank verkniff sich einen lauten Lacher. „Für eine Frau hat mich wirklich noch nie jemand gehalten.“
„Oh, keine Sorge Hank! Aufklären werde ich sie. Und wenn wir gerade dabei sind, werde ich ihr wohl auch gleich Eier-Schlangen, Hermeline und Füchse näherbringen müssen. Nicht auszumalen was hätte passieren können, wenn sie nicht auf dich getroffen wäre.“ Mutter Sophia seufzte noch einmal schockiert und schüttelte dann den Kopf.
„Vielleicht hat *Mutter Natur* heute doch einmal ihre Finger schützend mit im Spiel gehabt.“ Hank zwinkerte ihr zu und stieß dann einen seiner schrillen, markerschütternden Schreie aus. Alle Küken betrachteten ihn ehrfürchtig. Vor allem ihr kleiner Wirbelwind Seb war heute Abend besonders leise. Sie würde Elvira ihren Triumpf für heute Nacht gönnen. Morgen wäre noch genug Zeit, um ihnen zu erklären, warum Entenjungs auf Entenmädchen standen… im wahrsten Sinne des Wortes.

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cryptickid 14. Mar 2017

Was für eine unterhaltsame Doppelgans :) erst eine Enten-Enzyklopädie und dann wird endlich das Geheimnis um die Zwangsente gelüftet. ^^
Quakend auf dem Boden sitzen und dabei Grashalme rupfen, darauf hätte ich richtig Lust.
Und sehe ich das richtig, Enten quaken Berliner Dialekt?

Liebe Grüße ^^

Osterhaserl 14. Mar 2017
Huhu, ich habe Erdbeeren, wären die nicht viel besser ;D Ja, ich versuche, die Enten Berlinerisch schnattern zu lassen. Ob das so wirklich hingehauen hat, kann ich aber selbst nicht 100% sagen ;)
Leroy 13. Mar 2017

abjebrochen´m Zwerch???

Ok, bei dem Dialekt musste ich mich schon anstrengen alles zu verstehen, aber ansonsten. Ich bin sprachlos. Das ist ungelogen eine der besten Gänse die ich je gelesen habe. Auch wenn meine Erscheinung am Anfang doch ein wenig hadesmässig ist. xD

Freue dich auf weitere Gänse von mir.^^

Mit freundlichen Grüssen, der Gansinator

Osterhaserl 13. Mar 2017
Du musst ja auch zum Anfang ganz furchtbar autoritär wirken. Wer könnte wohl ein besseres Vorbild dafür sein, als der Herr der Unterwelt höchstpersönlich ;) Freut mich, dass die Mühe sich rentiert hat und dir die ganz gefällt.
wolkenloch 29. Jan 2017

Haserl, Du überrascht mich immer wieder! Auf diese Idee, dass Mutter Natur die Eier bringt, muss man erst kommen. Klasse Arbeit schon wieder einmal, ganz so, wie es eben Deine Art ist! Ich bin ein großer Fan Deiner Arbeiten. Liebe Grüße

Osterhaserl 29. Jan 2017
Schön, dass ich dich gut unterhalten konnte und danke sehr, für dein großes Lob! Es ist immer toll zu erfahren, wenn sich andere über die eigenen Werke freuen.