Nebel der Nacht

vor 2 Mon.
Song und Karuah haben es geschafft. Sie haben den Rand der Nebel erreicht und alles scheint gut zu sein. Doch der Kampf gegen die Ninjas ist noch nicht gewonnen und ein neues Problem kommt auf sie zu. Werden sie es schaffen, dieses zu bewältigen? An der Seite von neuen und alten Freunden... Achtung! Fortsetzung der Fortsetzung *grins*: 1. Te..
Abenteuer Abenteuer P12 Fantasy In Arbeit
Bemerkung des Authors: Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, weil Songs Prüfung nicht ganz so spannend geworden ist wie ich es mir erhofft hatte...Deswegen hab' ich mich bei Karuah noch mehr reingehängt und bin eigentlich ganz zufrieden damit. Viel Spaß beim Lesen! ~Asatira

15. Einfach geben hätte auch gereicht (Karuah)

Mit einem leisen Klacken fiel die Tür hinter mir ins Schloss und ich drehte mich unsicher um. Durch das etwas trübe Glas, konnte ich die Umrisse von Song und Maera ausmachen, die mich bis zum Anfang meiner Prüfung begleitet hatten und jetzt langsam zum Zentrum der Rand der Nebel aufbrachen. Es war verblüffend, wie sehr ich mir Song gerade neben mir wünschte. Was war bloß los? Ich lehnte meine Stirn kurz gegen das kühle Glas, bevor ich mich umdrehte und in einem Meer aus Grüntönen versank. Überall türmten sich Pflanzen übereinander und selbst von der Decke hingen welche. Sogar kleine Bäume gab es hier. Durch das Blätterdach fielen zwar ein paar wenige Sonnenstrahlen, doch das Gewächshaus war geflutet mit Licht. Ich schmunzelte. Da hatte Hikaro doch seine Finger im Spiel. Der Boden war gefliest mit natürlichem Schieferboden und in der Mitte stand ein goldener Sockel, auf dem, in ein wenig Erde, eine Pflanze mit einer Knospe platziert war. Ich begutachtete sie genauer. Die Knospe war feuerrot, doch es zogen sich dünne grüne Adern die Blätter entlang. Plötzlich erschien etwas Grelles neben mir und ich kniff kurz die Augen zusammen. Der Geist, den ich schon bei Songs Prüfung gesehen hatte, zeigte kurz auf die Pflanze, dann auf mich, formte mit den Händen eine aufgehende Blüte und zeigte wieder auf die Pflanze. Bevor ich auch nur blinzeln konnte, war er wieder verschwunden und ich sah mich suchend um. Wirklich redseelig schienen die ja auch nicht zu sein. Aber ich wusste was ich zu tun hatte. Ich sollte warten bis die Blume erblühte. Ich schaute mich misstrauisch um. Es musste wieder einen Haken geben. Das konnte nicht so einfach sein. Doch ich konnte nichts entdecken.
"Wer weiß.", murmelte ich leise und ließ mich zu Boden gleiten. Mit dem Rücken am Sockel lehnend, schloss ich die Augen um nachzudenken. So viel war in der letzten Zeit passiert, was ich noch gar nicht wirklich realisiert hatte. Meine beste Freundin war wieder aufgetaucht. Jera wurde entführt. Wir hatten Maat wiedergesehen. Und Song... Ich schüttelte meinen Kopf. Nein, ich durfte jetzt keinen Gedanken an ihn verschwenden, schließlich sollte ich mich konzentrieren und auf die Blüte aufpassen. Vorsichtig lugte ich, wie ein kleines Kind, über den Rand des Sockels, die Hände daran geklammert. Die Knospe zeigte noch immer keine Veränderungen auf. Komisch.
Langsam streckte ich meine Hand aus, stoppte aber unmittelbar vor der Pflanze. War es wirklich eine gute Idee sie anzufassen?
Aber sie war sooo schön. Ich grinste.
Naja, ich hatte schon immer nicht großartig auf meine vernünftige Seite gehört. Durch meinen leichten Stupser verursacht, bog sie sich etwas nach hinten und kam nach ein paar Schwingungen wieder zum Stehen. Sie fing kein Feuer, sie zerfiel nicht zu Staub, sie verwelkte nicht. Es passierte einfach nichts.
"Merkwürdig.", murmelte ich. Ein leises Knacken ließ mich herumfahren und ich spähte ins Dämmerlicht, da mit dem Knacken auch Hikaros Magie geendet hatte und nur noch die wenigen Sonnenstrahlen blieben. Ich wollte auf meinen Rücken greifen, um meinen Stab zu zücken, doch mir fiel mit einem Stöhnen ein, dass ich ihn abgelegt hatte, bevor ich das Gewächshaus betrat. Hilflos sah ich mich um und entdeckte in der Nähe eine Gartenharke. Falls es zu einem Kampf kommen sollte, dann konnte ich die ebenfalls benutzen. Ein dunkler Schatten huschte hinter ein paar Büschen entlang und ich sprang sofort zu der Harke. Wenige Sekunden später zersprang ein Topf, der genau über mir hing und berieselte mich mit Erde. Ich hustete etwas von dem braunen Zeug aus und fluchte leise. Neben mir klirrte es metallisch und ich folgte dem Geräusch mit den Augen. Auf dem dunklen Farbton des Schiefers glitzerte ein silbernes Wurfmesser und ich sog scharf die Luft ein. Verdammt, wie viele Werfer gab es noch? Das charakteristische Zischen, einer gezogenen Schneide ertönte hinter mir und ich drehte mich blitzschnell um. Ein Ninja stand an der Knospe und sah aus, als wolle er sie abschneiden. "Nicht!", schrie ich, machte einen Satz nach vorn und ehe der Ninja es sich versah, rammte ich ihm ein Ende der Harke in die Magengrube. Er taumelte rückwärts und bevor ich auch nur zucken konnte, löste er sich in Staub auf und rieselte zu Boden. Ein weiteres Wurfmesser verfehlte mich nur haarscharf und ich sprang schützend vor die Blüte. Ein Arm schlang sich um meine Kehle und ich ließ, verzweifelt nach Luft japsend, die Harke fallen. Mit einem hektischen Blick sah ich mich nach Fluchtmöglichkeiten um und sah meine Chance. Bevor der Ninja meine Absichten auch nur erahnen konnte landete eine handvoll Erde in seinem Gesicht und er ließ mich los. Auch er verpuffte in einer gräulichen Wolke, die langsam zu Boden rieselte und dort ein kleines Häufchen bildete. Ich kniete nieder und besah mir den Staub genauer. Irgendetwas war anders. Ninjas zerfielen nicht zu Staub. Sie verschwanden, ja, aber sie hinterließen keine Rückstände. Und außerdem waren sie fiel schwieriger zu besiegen als diese hier. Plötzlich traf etwas Kaltes auf meinen Kopf und lief danach langsam an meiner Schläfe hinunter. Ich blickte verblüfft auf und ein weiterer Wassertropfen landete auf meinem Gesicht. Vom Dach rieselten an einer Stelle einige Wassertropfen auf die Knospe hinab und schenkten ihr Wasser. Ich holte für einen Moment tief Luft, während ich die Wassertropfen beobachtete, die langsam in die Erde sickerten. Doch dieser Moment der Ruhe blieb nur wenige Sekunden, denn schon im nächsten Augenblick nahm die Knospe ein fahles Grau an und sank in sich zusammen. "Das gibts doch nicht!", knurrte ich leise und hielt meine Hände über die Pflanze. Vorsichtig nahm ich einen Schluck, als ich genug aufgefangen hatte, hoffte dass es nicht giftig war und schreckte verwirrt hoch. Das Wasser schmeckte süß. Einen kurzen Moment überlegte ich. Es gab einige Pflanzen die ein süßes Gift entwickelten, jedoch nur für andere Pflanzen giftig waren. In Windeseile hatte ich einige Pflanzen heraufbeschworen, die sich wie ein Dach über die Knospe wölbten und das Wasser an der Seite abfließen ließen. Mit einem "Sicher ist sicher." fing ich an die Knospe aus der Erde zu graben. Nach einigen Minuten hatte ich es geschafft sie in einen kleinen Topf, den ich gefunden hatte, umzupflanzen und nach mehreren Sekunden des Atemanhaltens fing sie an sich wieder rot und grün zu färben. Ein kühler Windstoß, wahrscheinlich von einem geöffneten Fenster in der Nähe, fuhr mir ins Gesicht und ich streckte zufrieden meine Arme in die Luft, während ich die Augen schloß. Einige Minuten später hatte ich es mir wieder auf dem Boden gemütlich gemacht und besah mir von Weitem die anderen Pflanzen genauer. Direkt vor mir blühten ein paar kräftig rote Blumen, daneben etwas das aussah wie Schilfrohr und etwas weiter konnte ich Farne entdecken. Doch etwas ließ mich misstrauisch werden. Etwas Weißes glitzerte an den Spitzen und ich trat ein paar Schritte heran um das genauer unter die Lupe zu nehmen. Es sah aus als hätten sich kleine Kristalle gebildet, die sich nun langsam die Blätter hinaufzogen. Fasziniert streckte ich meine Hand aus und meine Fingerspitzen fingen bei der leichten Berührung an zu schmerzen, denn das an den Spitzen waren extrem kalte Eiskristalle. Instinktiv drehte ich mich zu meiner Knospe um und fluchte still auf. Die komplette Knospe war von einer Eishülle umschloßen. Ratlos stand ich vor der Knospe und besah sie mir von allen Seiten. Sie durfte auf keinen Fall erfrieren, so viel war klar. Vorsichtig strich ich über die Hülle und sie schmolz unter meiner Berührung. Ich hätte mir mit der Hand vor die Stirn schlagen können. Klar, ich hatte ja auch Feuer als Spezialisierung! Behutsam befreite ich die Knospe von ihrem Gefängnis, während das geschmolzene Eis in die Erde tropfte. In wenigen Minuten war nichts mehr als die Knospe übrig und ich setzte mich wieder auf den Boden. "Bitte, eine Pause!", flehte ich stumm gen Himmel und schloß für einen Moment die Augen. Das nächste was ich wieder wahrnahm war das leise Geräusch von Schritten, die hin und her liefen und ich fuhr erschrocken zusammen. Ich musste wohl eingeschlafen sein. Ein Junge mit dunkelbraunen Haaren kniete vor den roten Blumen, die ich vorher schon bewundert hatte und schaufelte Erde nach. Ich besah ihn mir genauer. Er trug einen bläulichen Pullover und eine graue Hose, dazu dunkelbraune Stiefel und sah mir damit nicht wie ein Ninja aus, eher wie ein Gärtner. Auch war er recht jung...12 höchstens 13. Als hätte er meinen Blick bemerkt, drehte er sich um und musterte mich von oben bis unten: "Gut, du bist wach." Er hielt mir einen Becher mit dampfenden Inhalt hin und ich nahm ihn zögerlich an. Konnte ich ihm trauen? Der Junge betrachtete mich weiter: "Das ist ein Tee zur Stärkung. Das war eine harte Nacht, aber du hast deine Aufgabe erfüllt." "Ich hab was?", fragte ich ungläubig und brauchte einige Sekunden bis ich seine Worte realisierte. Hastig drehte ich mich zur Blüte um und fing an zu grinsen. In der Mitte lag ein Amulett. Es sah aus wie ein verformter Zweig, der einen Baum in einem Kreis bildete und in den Lücken waren feuerrot schimmernde Glasperlen eingelassen. Behutsam steckte ich es in meine Jsckentasche und drehte mich wieder zu dem Jungen um. Er hatte mich die ganze Zeit beobachtet und ich nippte schnell an dem Tee, um ihn nicht zu kränken. "Du hast dich gut geschlagen.", fing er langsam an, "Ich hab dich dabei beobachtet." Ich machte nur abfällig "Aha" und trank meinen Tee weiter. Er hätte mir ja helfen können! "Wie komm ich hiereigentlich wieder raus?", fragte ich nebenbei und musterte den Jungen. Er sah mich ungläubig an: "Durch die Tür, ganz einfach." "Die ist abgeschlossen." "Ach ja?" Nun starrten wir uns beide ungläubig an und er zuckte nur mit den Schultern: "Dann wird dich irgendwann jemand holen." Wie auf's Stichwort erklang das Klicken einer aufgeschloßenen Tür und ich hörte eine vertraute Stimme meinen Namen rufen: "Karuah? Lebst du noch oder bist du schon tot?" "Kagome!", rief ich fröhlich und sprang auf. Meine Freundin kam um die Ecke gelaufen und grinste breit: "Siehst mir noch ziemlich lebendig aus." Dann fiel ihr Blick auf den Jungen und sie zog eine Augenbraue nach oben, ihr Grinsen war verschwunden. Sie musterte den Jungen mit einem Blick, den ich weder schon einmal bei ihr gesehen, noch deuten konnte. Der Junge starrte zurück und nickte dann leicht bevor er sich erhob: "Ich geh' dann mal." Und schon war er, zwischen den Sträuchern hindurch, gegangen . "Ähm...wer...?", stammelte ich und deutete auf die leicht schwingenden Äste, hinter denen der Junge verschwunden war. "Keine Ahnung wie er heißt, aber er ist sowas wie der inofizielle Gärtner des Gewächshauses. Er lebt sozusagen hier drin, kommt nur selten raus. Und seine Spezialisierung sind, glaube ich, Gifte.", erklärte mir meine Freundin. Ich nickte abwesend: "Wie lange war ich eigentlich hier drin?" "Ein paar Stunden. Inzwischen ist es Nacht, aber Hikaro war so freundlich und hat dir etwas Licht beschworen. So war es einfacher.", wurde wieder meine Frage beantwortet und mit einem boshaften Grinsen fügte Kagome hinzu: "Übrigens schien Song deinen Fähigkeiten vollkommen zu vertrauen, denn er hat sich als Einziger auf's Ohr gehauen, während wir alle gewartet haben, bis du deine Prüfung beendet hast." Ich verdrehte die Augen. Da schien mir ja jemand wirklich zu vertrauen.

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