Nebel der Nacht

vor 2 Mon.
Song und Karuah haben es geschafft. Sie haben den Rand der Nebel erreicht und alles scheint gut zu sein. Doch der Kampf gegen die Ninjas ist noch nicht gewonnen und ein neues Problem kommt auf sie zu. Werden sie es schaffen, dieses zu bewältigen? An der Seite von neuen und alten Freunden... Achtung! Fortsetzung der Fortsetzung *grins*: 1. Te..
Abenteuer Abenteuer P12 Fantasy In Arbeit
Bemerkung des Authors: Hier ist das dritte Kapitel von Nebel der Nacht, diesmal mit einer ganz neuen Sichtweise, viel Spaß beim Lesen ^^ -Carottenelfe

3. Hikaro und ich (Ava)

"Hey! Song richtig? Karuah hat uns schon Bescheid gesagt, das du kommst. Schön dich kennenzulernen, ich bin Ava."
Ich streckte die Hand aus und musterte meinen Gegenüber. Er sah zwischen Hikaro und mir hin und er, Verwirrung lag in seinen Augen. Seine Augen. Sie waren mir sofort aufgefallen. Grüne Sprenkel auf hellem Blau, an irgendwen erinnerten sie mich ...
"Alles in Ordnung? Song?" fragte Karuah besorgt, sie stieß ihn am Arm an, woraufhin er aus seinen Gedanken fuhr und sich verwirrt umsah.
"Äh ja ... Alles Bestens", sagte er schnell, als er Karuahs misstrauischen Blick bemerkte. Sein Blick wanderte zu meiner Hand, die ich immer noch ausgestreckt hatte.
"Hallo Ava", sagte er mit einem peinlich berührten Lächeln und schlug ein. Ich erwiderte sein Lächeln fröhlich, dann wandte er sich an Hikaro. Fragend blickte er zu Karuah und wieder zu Hikaro.
"Ich bin Hikaro", meinte dieser und musterte Song aufmerksam. Dieser drückte die ihm dargebotene Hand und nickte.
Einige peinliche Minuten des Schweigens entstanden, in der ein jeder den anderen musterte, dann sagte Karuah trocken in die Stille hinein: "Die Versammlung fängt jetzt an, kommt ihr beide mit?"
Ich blickte zu Hikaro, der nachdenklich Löcher in die Luft starrte, dann schüttelte ich mit dem Kopf.
"Wir haben heute Patrouille ... " seufzte ich und schnitt eine Grimasse.
"Schade ... Naja, dann sehen wir uns wahrscheinlich später wieder. Komm Song, wir müssen los" sagte Karuah und zog den Jungen, der sich noch nicht von der Stelle gerührt hatte, hinter sich her.
Ich sah ihnen noch nach bis die großen hölzernen Flügel hinter ihnen zu schwangen, dann fragte Hikaro: "Seit wann haben wir heute Patrouille? Es ist Mittwoch."
"Ich will mir nur nicht wieder Maeras ewige Reden anhören oder ihre Warnungen ... Jeder weiß, dass die Ninjas uns keine Kekse verkaufen wollen, warum wiederholt sie das immer wieder?" Hikaro wollte etwas erwidern, doch fiel ihm ein, das er die Diskussion gegen mich sowieso verlieren würde und er nickte einfach nur. Schweigend liefen wir durch eine Seitenstraße und setzten uns auf einige Treppenstufen, die so aussahen als wären sie extra dafür gemacht, das man sich auf sie drauf setzte. Tauben kamen angeflogen, und scharrten nach Brotkrumen, die sich zwischen den Pflastersteinen verfangen hatten.
Nach einigen Minuten fragte ich, mehr an mich selbst gerichtet:
"Warum hat er uns so angestarrt?"
"Wer?"
Genervt verdrehte ich die Augen. Manchmal konnte er so begriffsstutzig sein, das erwartete man eigentlich nicht, wenn man mit einem Genie wie ihm redete.
"Rate mal, du bist doch sonst so ein aufgewecktes Köpfchen"
"Song?"
Ich jubelte sarkastisch: "Jaaaaaa, du hast es, jetzt bekommst du eine Medaille!"
Hikaro ignorierte gekonnt den Sarkasmus, der in meiner Stimme lag und meinte:
"Er erinnert mich an irgendwen, aber ..."
"Dir fällt etwas mal nicht ein?!" fiel ich ihm ungläubig ins Wort und lachte.
„Ja … Tatsächlich, mir fällt etwas nicht ein …“ Er stimmte lachend mit ein, wir waren schon lange an die ewige Stichelei gewöhnt. Es war eine freundschaftliche Stichelei, wie sie bei besten Freunden oft vorkommt.
Ich versank in Gedanken, es entstand ein unglaublich seltener Moment, in dem ich komplett ruhig war. Waren wir wirklich beste Freunde? Wir hatten uns sofort verstanden, als wir uns das erste mal begegneten. Die Wölfe hatten mich hierher geführt, ich war ungefähr sieben Jahre alt gewesen. Hikaro hatte mich gefunden, als ich total verwildert unter einem Baum nahe der Stadt eingeschlafen war. Er hatte sich durch die unsichtbaren Nebel geschlichen, die den Rand der Nebel umgaben und hatte mich zu den Anführern gebracht, die dort über mich entschieden hatten.
Abwesend musterte ich Hikaro. Seit dem Ereignis vor fast neun Jahren hatten wir uns beide sehr verändert. Er trug nun eine Brille, hinter der er seine hohen Wangenknochen, seine unzähligen Sommersprossen und seine grünen, zusammengekniffenen Augen etwas verbarg. Blonde Locken umrahmten sein längliches Gesicht, welches oft durch ein nachdenkliches Lächeln gekennzeichnet war.
Auch ich war kein kleines Kind mit großen Augen und einem kugelförmigen Gesicht mehr. Nur noch meine Stupsnase erinnerte an früher, meine zusammengebundenen Haare waren, worauf ich besonders stolz war, von einigen eisblauen Strähnen durchzogen. Sie hatten sich verfärbt, als ich meine magische Kraft entdeckte: Eis.
Erst war ich wütend und verzweifelt gewesen, warum hatte ich nicht eines der Hauptelemente bekommen? Hikaro versuchte mir immer wieder zu erklären, dass Eis im Grunde auch Wasser sei und das ist ja ein Hauptelement. Doch in diesem Augenblick konnte mich nichts und niemand trösten. Mit der Zeit lernte ich dann meine Fähigkeiten zu schätzen, denn nicht jeder Gegner kam gut mit plötzlich vereisten Böden und Statuen aus Eis klar ...
"Hey! Schaut euch das an: eine nachdenkliche Ava!"
Erschrocken fuhr ich hoch. Hikaro saß dicht neben mir, er hielt einen kleinen, schwarzen Beutel in der Hand und musterte ihn neugierig.
Genervt seufzte ich. Nicht schon wieder …
"Kannst du mir das wiedergeben?" fragte ich und sah ihn mit großen Augen an. Zumindest versuchte ich es.
"Du hast das Zauberwort vergessen. Und schau mich nicht mit dem Hundeblick an, das wirkt nicht.", lachte er und sprang auf. Seine Schritte hallten die Straße hinunter, bis er von dem Menschenstrom erfasst wurde und untertauchte.
"Blödes Zauberwort ..." keuchte ich, als ich ihm hinterherrannte und mich in den Menschenmassen verlor.
So etwas war typisch Hikaro. Obwohl er nun volljährig war, benahm er sich manchmal wie ein Kindergartenkind. Naja, seufzte ich in Gedanken. Das musste man ihm lassen. Er war zwar kindisch und besserwisserisch, doch auf seine ganz eigene Art unglaublich charmant.

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