NOVUS - Kampf um Anfang und Ende

vor 3 Mon.
Gabriella ist ein ganz normales 17 jähriges Mädchen ... mit nicht ganz so normalen Zauberkräften. Als ihre Eltern sterben, muss sie sich in einer neuen Schule und einem völlig neuen Leben zurechtfinden. Doch durch eine Reihe kurioser Zufälle gerät sie in eine Spirale aus Liebe, Freundschaft und Gefahr. Wird sie ihre Freunde und die große L..
Fantasy - modern Fantasy P16 Romanze In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 3

Bevor ich die Nachricht öffnete, kam ich nicht umhin, auf mein Hintergrundbild zu starren. Er hatte es geändert. Ich schnappte nach Luft und versuchte mich zu beruhigen und nicht die Aufmerksamkeit der beiden anderen auf mich zu ziehen. Finn begann gerade damit in einem Buch zu blättern, Megan hatte sich an den Kamin gesetzt und tippte aufgeregt etwas in ihr Handy.
Das Hintergrundbild zeigte nicht wie vorher eine Blumenwiese die an meine Eltern erinnerte, sondern bildete einen Bauch ab. Einen muskulösen Bauch, ein Sixpack, und nicht nur irgendein Sixpack, es zeigte Jayden's muskulösen, durchtrainierten Bauch. Ich schluckte und die Röte schoss mir ins Gesicht. Hatte er das wirklich gemacht? Hatte er wirklich meine
Handy geklaut und ein Foto von sich, halbnackt und verschmitzt lächelnd, gemacht? Das konnte nicht sein Ernst sein!
Ich öffnete die Nachricht und mein Atem stockte. Sie war von einem neuen Kontakt Namen's: Traumprinz.
Hey Prinzessin,
dein Hintergrundbild gefällt mir. Sag mal, macht dich so was an? Dein Traumprinz:)
Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Als ich aufschaute, warf Megan mir einen fragenden Blick zu, doch ich machte ihr mit einem Blick klar, das wir das später klären würden. O ja, ich hatte ihr einiges zu erklären.
Wow, was hast du nur für ein Selbstvertrauen? Träum weiter „Traumprinz“, weder du noch dein Sixpack machen mich an! Und nenn mich nicht Prinzessin!
Schrieb ich zurück und wartete gespannt und mit klopfendem Herzen auf eine Antwort. Sie kam nach ein paar Sekunden.
Ich wette du wirst gerade rot und dein kleines Herz schlägt so schnell wie ein Presslufthammer.
Ich pustete empört die Luft aus meinen Lungen. Dieser Kerl war unmöglich, unhöflich und verdammt nochmal...er hatte recht. Ich rappelte mich aus dem großen Sitzkissen hoch und kam schnaufend zum stehen. Meggi stand mit mir auf und packte mich am Arm. „Hey, wo willst du hin?“, fragte sie etwas forsch. „Sorry, aber ich muss hier weg. Ich erzähl euch später warum, aber jetzt muss ich erstmal den Kopf freikriegen.“
Sie ließ mich los und ich stürmte aus der Bibliothek. Die Blicke die ich stechend in meinem Rücken spürte, interessierten mich nicht. Ich rannte hinaus und flog hoch in die Lüfte. Ich musste den Kopf frei bekommen. Frei von Jayden und seinen Nachrichten. Dieser Typ verwirrte mich total.
Ich kannte ihn ja nicht einmal richtig, und doch ließ er meine Knie weich und meine Wangen rot werden. Das erste mal hatte ich ihn in diesem Club getroffen, wo er mich prompt beleidigt hatte. Und dann war er im Unterricht so anders und schrieb mir Nachrichten, die ich nicht richtig deuten konnte. Manchmal schrieb er süße Dinge und dann wieder total absurde und versaute. Ich wurde einfach nicht schlau aus ihm. Aber hey, es war mein erster Schultag, da musste ich ja auch noch nicht alles wissen.
Die nächsten zwei Wochen vergingen sehr schnell. Im Unterricht bei Ms Smith schaltete ich total ab und verstand nicht eine einzige Aufgabe in Mathematik. Die Verteidigungsstunden, die dem herkömmlichen Sportunterricht in keiner Weise glichen, waren anstrengend, machten aber trotzdem Spaß. Mein dritter und letzter Lehrer in Geschichte und Wesen, war Professor Barringer, ein kleiner, bleicher Mann mit Hakennase, der mir kalte Angst einjagte. Er verabscheute mich aus irgendeinem Grund von Anfang an und machte ausschließlich Theorie, mit einem Haufen Aufsätze.
Ich schrieb hin und wieder mit Jayden und hatte nach fast jeder Stunde einen Zettel in der Tasche. Ich mochte seine Nachrichten, mal waren es Aufmunternder Worte oder ein Insiderwitz über einen der Lehrer oder Schüler. Jeden Morgen stand ich mit eine Lächeln auf und sah als erstes auf mein Handy. Die „Guten Morgen“-Nachricht lies nie lange auf sich warten.
Megan und Finn waren tolle Freunde geworden, doch von meinen Fähigkeiten hatte ich ihnen immer noch nicht erzählt. Ich vertraute zwar beiden voll und ganz, doch ich hatte es noch nicht übers Herz gebracht.
Am Montagnachmittag saßen wir wie immer in unserer versteckten Ecke in der Bibliothek und wärmten uns an dem steinernen Kamin. Obwohl noch Sommer war, fegten immer
wieder Gewitter über das Land und kühlten die gesamte Schule ab. Die Kamine die an jeder Ecke waren, boten eine schöne Möglichkeit sich zu wärmen. Ich hatte gestern Abend, als ich mal wieder nicht hatte einschlafen können, einen Entschluss gefasst. Ich wollte meinen Freunden gegenüber ehrlich sein. Restlos!
Ich holte einmal tief Luft und stand auf. „Finn, komm mal her!“, sagte ich leise und zeigte auf das Sitzkissen. Er sah mich unsicher an, kam aber herüber. „Ich hab euch was zu sagen, Maggi?“, fragte ich um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Sie steckte ihr Handy weg und sah mich neugierig an. Finn hatte den selben erwartungsvollen Blick.
Und dann begann ich. „Ich habe ein Geheimnis, das ich noch nie jemandem erzählt habe, ihr dürft es auch keinem sagen.“, sagte ich unsicher und rang die Hände. „Seit meiner Kindheit habe ich allein mit meinen Eltern auf dem Land gelebt. Meine Mutter war eine Levare...und gleichzeitig eine Solum, mein Vater war Ignis und Liquor.“ Ich wartete gespannt ab und begann nervös auf und ab zu marschieren.
Ich wagte es nicht ihnen in die Augen zu sehen, als ich weiter erzählte. „Sie haben sich von allen zurückgezogen, als sie mich bekamen und haben mich auch zuhause in Magie unterrichtet. Sie haben mich nicht nur in meinen Luft-Fähigkeiten, sondern auch in meinen Feuer-, Erde- und Wasser-Fähigkeiten unterrichtet. Ich habe Kräfte von allen vier Völkern geerbt. Ich kann verstehen wenn ihr mich jetzt hasst und mich nie wieder sehen wollt, aber bitte, bitte verratet mich nicht.“, flehte ich ängstlich und verstummte als Megan mich in ihre Arme schloss.
Ich erstarrte, außer Stande die Umarmung zu erwidern. Ich war einfach zu überrascht. Diese Reaktion hatte ich nun so gar nicht erwartet.
„Zauber mal was!“, sagte Finn und hüpfte aufgeregt umher. Megan kicherte und zog mich zum Kamin. „Ich will Feuer sehen! Das fand ich immer am coolsten.“, kreischte sie und wurde schnell leiser, als sie meinen geschockten Blick sah. Ich setzte mich auf den Sessel vor dem Kamin, in dem ein kleines Feuer prasselte und konzentrierte mich auf die Flammen. Einen Moment später war das Feuer gelöscht und Megan schlug mir auf den Arm. „Aua!“, motzte ich lachend.
„Für was war das denn?“ Sie lachte und schlug nochmal zu. „Dafür, das du mir nicht schon vorher diese abgefahrenen Sachen gezeigt hast du Kuh! Das ist so ziemlich das coolste was man sich vorstellen kann, ich meine Gott, du kannst alle vier Grundelemente beherrschen.“, kreischte sie leise und tanzte durch den kleinen Raum. Finn prustete los und riss mich mit, doch schnell wurde er ernst und sah mich mit hochgezogenen Brauen an. „Es ist ja eigentlich schon verboten mit jemandem aus einem anderen Volk zusammen zu sein.“, begann er unsicher. „Finn! Hör auf! Lass sie in Ruhe mit deinen komischen Theorien! Und du Gab, zeig uns noch mehr!“, sagte Megan gespielt genervt.
Ich grinste und schnappte mir das Wasserglas vom Tisch. Den Rest des nachmittags verbrachten wir damit, das ich meinen Freunden meine vielfältigen Kräfte präsentierte. Ich zauberte Wassersäulen die den halben Tisch nass machten, Feuerkugeln die über meinen Händen schwebten und verwandelte den Boden unserer kleinen Ecke in eine bunte Blumenwiese. Megan war völlig aus dem Häuschen, und Finn sah einfach nur geschockt und bleich aus.
Am Abend ging ich mit zu Megan und wir versuchten etwas zu backen, wir waren beide sehr unbegabt was das anging. Finn hatte leider keine Zeit, wollte aber auch nicht so richtig durchblicken lassen, was er machte. Ich erzählte Maggi endlich von Jayden und zeigte ihr die Nachrichten. Sie kreischte laut und war aufgeregter als ich selbst. Aber das war kein Wunder, denn er war schließlich der beliebteste Junge der ganzen Schule. Und das nicht nur wegen seiner Familie und seinem Aussehen, er war ein engagierter und aufgeschlossener
Kerl. Er war sogar Schulsprecher.
Kurz nach zwölf sank ich dann tot müde in die Federn, und dachte nur noch daran, wie erleichtert ich war, das meine Freunde nun alles über mich wussten.
„Aua! Das tut weh! Nicht jeder ist so schnell wie Sie!“, schrie ich sauer, als Mr Allington mich zum dritten mal mit dem Degen in den Bauch stach. Es war nicht doll, tat aber trotzdem weh. Nathan lächelte. Ihm war ganz klar anzusehen, das Verteidigung sein Lieblingsfach war, und ich sein Lieblingsopfer. Bei jedem Zweikampf suchte er mich aus, gegen ihn anzutreten und ich wurde einfach nicht besser. Es war wie verhext. Er schlug mich jedes verdammte mal.
„Ach Gabriella, Sie müssen besser werden, und Ihre Freundin Megan ist auch nicht viel besser!“, meckerte er lachend und bei dem Glitzern seiner hübschen Augen konnte ich nicht lange böse sein. Er sah einfach nur toll aus wenn er lächelte. Das war auch noch so eine Sache, Nathan Allington war ein äußert attraktiver Lehrer und alle Mädchen schwärmten für ihn. Und trotzdem schien er es auf mich abgesehen zu haben, nein, nicht im negativen Sinne, er mochte mich. Aber es war mir nicht ganz geheuer. Was hatte ich nur in letzter Zeit mit der Männerwelt am Hut?
Diese blöden Hormone!
Aber er war einfach nur heiß, ich war ja nicht verliebt oder so was blödes!
Nach der Stunde gingen wir auf den Hof und genossen die frische Luft, in ein paar Wochen würden bereits die Herbstferien anfangen und das war an der Kälte bereits zu spüren. Es war jeden Tag regnerisch und der Himmel nie ganz frei von Wolken.
In den Mathestunden schlief ich vor Langeweile fast ein. Unser Thema war kompliziert und hatte irgendwas mit Formeln und Grafen zu tun, glaube ich. Ich stützte gelangweilt den Kopf auf die Hände und starrte an die Wand. Sie kam mir heute unglaublich interessant vor. Ms Smith kritzelte gerade etwas mit einer unleserlichen Schrift an die Tafel, als mich jemand von hinten in den Rücken stach. Ich drehte mich neugierig um, war aber aus irgendeinem Grund genervt. Hinter mir saß ein Muskelprotz mit hellbraunem Haar und markanten Gesichtszügen. Mein Typ war er nicht gerade.
„Du hältst dich wohl für was besseres he?“, fragte er schnippisch und starrte an mir vorbei. „Bitte was?“, fragte ich stirnrunzelnd, das war jetzt ein Scherz. „Niemand beleidigt Olivia Helman ohne Folgen! Niemand! Mach dich auf was gefasst!“, sagte er leise und bedrohlich. Ich wurde stocksteif und drehte mich um, meine Gesicht war bleich geworden. Was war da gerade passiert? Hatte dieser Kerl mir gerade etwa wirklich gedroht? Ich schluckte schwer und sah zu Megan, sie hatte die Situation auch mitbekommen.
„Ich glaube diese Zicke Olivia will dich fertig machen.“, stellte Finn unnötiger Weise fest. „Ja, aber die Frage ist doch warum? Warum hasst sie mich so? Ich hab ihr doch gar nichts getan!“, sagte ich unsicher und mit zittriger Stimme. Wenn ihr Handlanger, der hinter mir saß, mich verprügelte, war ich tot! Ihn konnte ich beim besten Willen nicht besiegen, niemals! Die Pause war fast zu Ende, als Jayden's Nachricht mich erreichte.
Was ist passiert Prinzessin? Was wollte Fred, Olivias Untertan, von dir?
Ich schüttelte den Kopf, obwohl er das natürlich nicht sah und schrieb schnell,
Nein nein, alles gut!
zurück bevor ich mein Handy weg steckte.
Die nächste Stunde war Geschichte bei Professor Barringer, dem alten Grießgram. Er piesackte mich bei jeder Möglichkeit und stellte mich jede Stunde bloß. Olivia war eine der wenigen die er nicht anschnauzte. Natürlich. Sie war aber auch eine solche Schleimerin. „Miss Blair, beschreiben Sie das Aussehen und die Fähigkeiten der Maga!“, forderte er
schon während des Klingelns.
Ich sog erschrocken die Luft ein, darauf war ich nicht vorbereitet gewesen. „Äh...Ähm, ich...“, stotterte ich hilflos und machte mich auf meinem Platz ganz klein. „Miss Helman, beantworten sie die Aufgabe!“
„Maga, auch Feen genannt, sind Fingergroße Wesen sie je nach Farbe der Haut ein anderes Licht haben. Ihre Fähigkeiten sind sie Brechung des Lichts und die Heilung. Außerdem sind sie sehr gute Kämper und verteidigen ihre Freunde und ihre Heimat mit ihrem Leben.“, ratterte sie die Fakten aus dem schweren Buch vor ihr herunter. Ich warf ihr einen giftigen Blick zu und zählte in Gedanken bis zehn. Hier, mitten im Klassenraum, eine Wutanfall zu bekommen und vielleicht Feuerbälle auf Olivia zu schießen, wäre keine so gute Idee. Auch wenn ich das nicht beeinflussen konnte, so konnte ich doch versuchen mich zu beruhigen. Neun...zehn...
Ich atmete tief durch und mein Blick traf auf Jayden. Er warf mir einen mitleidigen Blick zu und grinste dann breit. Ich lächelte ungewollt zurück und drehte mich schnell wieder nach vorn. mit roten Wangen starrte ich in eisblaue, kalte Augen, die mich abschätzig musterte. Der Professor hatte sich vor mir aufgebaut und sah abfällig grinsend auf mich herab. „Nun Miss Blair, von was habe ich wohl gerade gesprochen?“, fragte er kalt und monoton. Denk nach verdammt nochmal, denk nach Gabriella!, versuchte ich mich zu motivieren, das mir die eben gesagten Worte wieder einfielen. Natürlich funktionierte es nicht und er hob nach einiger Zeit nur eine Braue und ging weg. Erleichtert, das er nicht mehr so nahe vor mir stand, seufzte ich leise und verkroch mich halb unter meinen Tisch.
Unser Thema war irgendein großer Krieg der vier Völker, bei denen Maga anscheinend eine wichtige Rolle gespielt hatten, doch ich hatte keine Ahnung wieso. Gott, ich hatte in meinem ganzen Leben noch nicht Geschichtsunterricht gehabt. Woher sollte ich das alles denn auch wissen? Frustriert stützte ich den Kopf in meine Hände. Warum hasste dieser Lehrer mich nur so? Was hatte ich ihm denn schon getan? Nichts! Warum wurde ich dafür bestraft?
„Hey Leute, habt ihrs schon gehört? Die Schule wird über die Herbstferien wegen Bauarbeiten geschlossen, wir dürfen nicht auf dem Campus bleiben.“, brachte Finn eine niederschmetternde Nachricht mit in mein Quartier. Ich schnaufte erschrocken und setzte mich verzweifelt auf das große graue Sofa in der Mitte der Raums. Womit hatte ich das nun wieder verdient?
„Verdammt, wo soll ich denn dann hin? Ich kann mich ja schlecht hier verstecken.“, murrte ich düster. Megan umarmte mich tröstend und lächelte dann. „Ach, ich würd dich ja zu mir einladen, aber unser Haus ist so schon zu klein , von meinem Zimmer ganz zu schweigen. Tut mir leid, aber geh doch einfach in ein Hotel oder so.“, schlug sie aufmunternd vor. Ich nickte, immer noch wenig enthusiastisch. „Meine Eltern fahren mit mir zu verwandten am anderen Ende des Landes, da kannst du leider auch nicht mit.“, sagte Finn mürrisch und klopfte mir auf den Rücken. Ich kleisterte mir ein Lächeln ins Gesicht und versuchte mir meine Enttäuschung nicht ansehen zu lassen.
„Ach wisst ihr was, ich geh einfach in ein Hotel wie du sagtest Meggi, und mach mir ein paar schöne Tage. Ist schon gut.“
„Okay, wie du meinst, aber jetzt mal ein etwas erfreulicheres Thema. Der alte Professor ist doch bestimmt schon tausend Jahre alt, müsste der nicht auch mal in Rente gehen? Oder naja...vielleicht sterben?“ Finn schlug sie empört mit dem Kissen und sie japste lachend: „Okay, okay, tut mir leid, das war fies.“ Ich beobachtete die Sache lachend und vergass für einen Moment meine Sorgen.
Meine Freunde waren in kürzester Zeit das wichtigste in meinem verkorksten Leben
geworden. Natürlich dachte ich jede freie Minute an meine Eltern und träumte jede Nacht von ihnen, doch mit der Unterstützung meiner Freunde, war ihr Tod leichter zu ertragen. Sie waren mein Ein und Alles gewesen und jetzt...jetzt waren sie einfach weg. Ohne ersichtlichen Grund. Ich fragte mich immer wieder, warum genau sie? Warum meine Eltern? Warum mussten sie sterben?
Am Abend gingen meine Freunde in ihre eigenen Häuser und ließen mich allein. Da ich noch nicht schlafen wollte, flog ich ein wenig herum und machte ein paar der lästigen Hausaufgaben. Als ich später in meinem Bett lag, die Decke bis an den Hals gezogen, summte mein Handy.
Hi, ich hoffe ich hab dich nicht aus deinen heißen Träumen über mich gerissen und geweckt. Was machst du eigentlich in den Herbstferien? Die Schule ist geschlossen und ich hab gehört du hast niemanden zu dem du kannst...alsooo, was machst du?
Ich setzte mich auf und las die Nachricht mehrmals, fragte er mich gerade wirklich etwas ernsthaftes? Also etwas ernst gemeintes? Ich grübelte kurz und schrieb dann zurück.
Okay, ähm...soll ich ehrlich sein? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich geh ich in ein Hotel oder so, solange diese blöden Bauarbeiten laufen und ich nicht in der Schule wohnen kann. Aber warum willst gerade DU das wissen?
Unsere Nachrichten-Gespräche bestanden sonst aus Anzüglichkeiten und nicht ganz ernst gemeinten Sticheleien. Was hatte sich verändert? Was führte er im Schilde? Oder meine er es wirklich ernst und wollte jetzt den Netten, Interessierten spielen? Nach einer Weile kam die Antwort.
Ganz einfach, da ich ja, wie du weißt, ein herzensguter Mensch bin. Und du mir leidtust, dachte ich...du willst vielleicht mit zu uns kommen. Da ich Teil der Herrscherfamilie bin, haben wir in unserem RIESIGEN Haus sicher noch ein Plätzchen für dich. Und sonst heiße ich dich auch gern in meinem Bett willkommen ;)
Ich schnappte nach Luft und starrte verwundert und geschockt zugleich auf meine Handy. War das sein Ernst? Das konnte nicht real sein! Ich kannte diesen Kerl doch kaum, wir hatte praktisch noch nie richtig miteinander gesprochen.
Moment mal, HERZENSGUTER MENSCH??? Du? Machst du immer so tolle Witze? Schrieb ich lächelnd und grübelte über sein Angebot nach. War es wirklich eine gute Idee zu fremden Leuten zu gehen und sozusagen bei ihnen zu...wohnen? Andererseits schien er mich nicht verschleppen zu wollen oder etwas anderes gruseliges. also drohte wahrscheinlich keine Gefahr. Nach ein paar Minuten schrieb ich eine weitere Nachricht. Ich, ich würd gern kommen...was ist mit deiner Familie? Deinem Cousin und deiner Cousine? Ich kenne die doch gar nicht, und wir? Wir haben bis jetzt nur geschrieben und ignorieren uns auf dem Flur. Wo soll das hin führen? Ich weiß nicht, ob ich euch vielleicht störe.
Er ließ nicht lange auf sich warten und schrieb sofort zurück. Mittler Weile war es nach eins.
Ich glaube das niemand ein Problem mit dir haben wird. Wenn du das sexy Kleid aus dem Club anziehst, hast du die männlichen Mitglieder meiner Familie in jedem Fall auf deiner Seite ;)
Meine Wangen und mein Gesicht liefen rot an. Dieser Jayden war manchmal echt unmöglich!
Du bist widerlich! Kannst du nicht mal eine Nachricht schreiben, ohne eine sexistische Anspielung oder Beleidigung?
Ich fragte im Scherz, aber die Antwort wollte ich wirklich wissen. Er hatte noch nie
wirklich vernünftig geschrieben. Er war anders als alle die ich je gekannt hatte. Aber genau das fand ich aufregend und...sexy.
Ich könnte, aber ich will nicht. Also Prinzessin, kommst du? Kannst auch in meinem Bett schlafen oder nackt in der Dusche...meiner Dusche ;) Überlegs dir, das Angebot steht! Meine Gesicht wurde noch rötlicher und glich wahrscheinlich einer überreifen Tomate. Mein Herz schlug heftig gegen meine Brust.
Klar, weißt du was? Ich überlegs mir. Das Kleid hab ich geschreddert, aber nackt sein lässt sich immer einrichten. Gute Nacht „Dreckskerl“ :)
Schrieb ich lächelnd und schloss glücklich die Augen.
Süße Träume Prinzessin<3...von deinem Traumprinz...und seinem Sixpack. Ich wette du hast es immer noch als Hintergrund.
O Gott, er hatte ja so recht. Seine Bauchmuskeln waren aber auch ein zu toller Anblick. Mit einem Lächelnd auf den Lippen schlief ich ein und träumte tatsächlich von Jayden, der vielleicht oder vielleicht auch nicht mein Traumprinz werden könnte.

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