Fear of the past Life [2]

vor 8 Tagen
Nachdem Talea aus den Fängen von Joseph befreit wurde, brachte Will sie wieder nach Distrikt Zwei mit der Hoffnung, dass ihr Leben wieder etwas normal ablaufen würde. Talea versucht, ihr Leben irgendwie wieder in Ordnung zu bringen, bis sie ihren Bruder wieder trifft und Ayleen ihr erzählt, warum sie noch lebt, obwohl Snow sie hinrichten lass..
Die Tribute von Panem Abenteuer P12 In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 | Zurück

Die Fahrt nach Distrikt Zwei dauert ungewöhnlich lange. Statt zwei Tage sind wir schon drei im Zug. Daraus schloss ich, dass dies kein Hochgeschwindigkeitszug ist.
Meine Vermutung bestätigte sich auch ein paar Stunden später, da Will mir erzählte, das Claire alleine nach Hause fährt. – Mit einem anderen Zug.
Somit sind nur Dave, Will, Ayleen und ich in diesem.
Mittlerweile habe ich mich wieder einigermaßen erholt.
Zwar habe ich das Gefühl, dass mir mein linker Arm abfällt, da die Wunde, die mir Joseph zugefügt hat, ziemlich tief ist – Dave meint, dass mein Knochen verletzt ist, jedoch kann er es erst später sagen, wenn wir in Distrikt Zwei sind – und zudem ist sie auch noch entzündet.
Das wird lange dauern, bis mein Arm wieder heil ist.
Seufzend schließe ich meine Augen und versuche einfach mal abzuschalten.
Leider, so muss ich feststellen, klappt es überhaupt nicht. Immer wieder spielt sich vor meinen inneren Auge meine Entführung und Folterung ab. Und dazu meine ich, Josephs fieses Lachen noch zu hören.
Ich schüttle mich, da mir plötzlich ganz kalt wird. Es wird lange dauern, bis ich das ganze überwunden habe.
„Darf ich mich zu dir setzen?“
Langsam öffne ich meine Augen und sehe hoch zu Ayleen. Ich nicke, rutsche auf die Seite und klopfe rechts neben mich. Das blonde Mädchen fängt leicht an zu lächeln, bevor sie sich setzt.
Ich jedoch starre die Wand gegenüber von mir an, da ich einfach keine Ahnung habe, was ich sagen soll.
Warum hast du mich gerettet?
Hast du nicht für Joseph gearbeitet?
Warum bist du genauso, wie ich?
Tausend Fragen schwirren mir im Kopf herum, dennoch frage ich keine laut.
„Es tut mir leid“
Ich öffne meine Augen wieder, die ich vor kurzem schloss, und sehe Ayleen an. „Was?“
„Das es zuerst so ausgesehen hat, dass ich auf deiner Seite bin und dann doch auf Josephs...“
Ich schüttle den Kopf.
„Das muss dir nicht leid tun. Zugegeben, das war schon ein richtiger Schlag ins Gesicht aber... aber du bist jetzt hier und hast mich gerettet. Das zählt, oder?“
Erneut schleicht sich ein kleines Lächeln auf ihren Lippen. „Danke“, flüstert sie und steht auf. „Ich lass dich mal wieder alleine“, fügt sie hinzu und verschwinden so schnell, wie sie anscheinend gekommen war.
Mit meiner rechten Hand fahre ich mir durch meine blonden Haare, als die Tür zischend aufgeht und Dave darin steht. Sanft lächelt er mich an. „Wie geht es dir?“
Ich zucke mit den Schultern. „Passt schon“, murmle ich, als er sich neben mich setzt.
„Darf ich?“ Er deutet auf meinen verbundenen Unterarm. Ich nicke und halte meinen besten Freund diesen hin.
Dadurch das er Friedenswächter ist, bekam er auch die Grundbildung für die Erste Hilfe. Wenn man sich es recht überlegt, ist das eigentlich Schwachsinn, da die Diener des Kapitols so gut wie nie jemanden versorgen müssen. Dennoch bin ich froh, dass Dave es jetzt doch kann.
Vorsichtig wickelt er den Verband herunter. Dabei kommt er an meine Wunde und ich keuche kurz vor Schmerz auf.
„Sorry“, nuschelt Dave sofort schuldbewusst.
Statt zu antworten, beiße ich mir auf die Lippen, da mein bester Freund gerade vorsichtig die Wunde begutachtet, indem er leicht seine Finger drauflegt.
„Das ist gar nicht gut“, murmelt er und ich sehe ihn fragend an. „Die Entzündung ist größer geworden“ Ich schlucke. Wird mein Arm jemals wieder heil werden?
„Aber das wird wieder, Talea“, versucht Wills Bruder mich aufzumuntern, bevor er irgendeine Creme vorsichtig auf die Wunde schmiert und mir wieder einen Verband anlegt.
„Danke“, lächle ich.
„Keine Ursache. Ich bin nur froh, dass dir nichts weiter passiert ist“ Dave zieht mich in seine Arme, bedacht dabei, meinen linken nicht zu berühren, und drückt mir einen Kuss auf die Haare.
Ich erwidere seine Umarmung und jetzt erst wird mir so richtig bewusst, dass ich ohne ihn, die letzten beiden Jahre nicht überlebt hätte. Ich wäre vermutlich irgendwann daran zerbrochen.
Aber genau das hattest du doch schon, schaltet sich meine innere Stimme ein. Als die 73. Spiele begonnen haben und du herausgefunden hast, das Stefan der männliche Tribut ist.
So richtig weiß ich nicht, wie ich mich fühlen soll, dass er tot ist. Auf der einen Seite bin ich traurig, aber auf der anderen froh.
Ich kannte ihn lang und dennoch ist es irgendwie gut, dass er tot ist. Er hätte bestimmt versucht, Will und mich auseinander zu bringen.
Dave und ich lösen uns voneinander und ich nutze die Chance, ihm das zu fragen, was mir seit ich es erfahren habe, durch den Kopf geht. „Es gibt wirklich keine Sieger?“
Er nickt. „Ja. Technischer Fehler. – angeblich. Aber ich glaube, da wolle jemand Snow einen Denkzettel verpassen“
„Ja, kann möglich sein“, überlege ich laut. „Aber wieso hat derjenige dann es mitten in den Spielen gemacht? Und nicht am Anfang oder so?“
Mein bester Freund zuckt mit den Schultern. „Keine Ahnung“
Ich lehne mich zurück. So wirklich was anfangen mit den Informationen kann man ja nichts, denke ich mir stumm.
„Darfst du eigentlich hier sein?“, frage ich, um das Thema irgendwie zu wechseln. Schließlich gehört Dave zu den Friedenswächtern im Kapitol. – Er kommt nur in die Distrikte, wenn er jemanden vertreten muss.
„Naja“
„Dave?!“, knurre ich schon fast und fixiere ihn mit meinen Augen, welche ich zu Schlitze verformt habe.
Etwas nervös kratzt er sich im Nacken. „Ich hab mit Mike getauscht. Er wäre in Zwei und er war mir noch einen Gefallen schuldig“ Ich schüttle den Kopf.
„Du weiß, was passieren kann?“ - „Ja, aber es wird nicht passieren“
Ich möchte gerade noch etwas erwidern, als die Tür erneut zischend auf geht und Will den Raum betritt.
Er lächelt leicht. „Wir sind da“
Aus irgendeinem Grund fange ich ebenfalls an zu lächeln, bevor ich mich aufrapple und zur Zugtüre gehe.
Mit einem kleinen Ruck bleibt der Zug stehen und die Türen öffnen sich.
„Willkommen zurück in Distrikt Zwei, Talea“

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