Du bist Mein

vor 1 Mon.
Eliza zieht in ein Haus im Wald 'Dark Forest'. Eines Tages findet sie einen Brief vor der Türschwelle liegen. Drei Worte stehen darauf. 'Du bist Mein'. Eines Tages sieht sie einen Mann, der auf ihr Haus starrt. Doch als sie seine netten Briefe zu ignorieren beginnt, wird er bösartig. Und dann geschieht etwas vollkommen Unerwartetes.
Krimi/Thriller Thriller P16 Drama In Arbeit

1. Kapitel

Der Regen prasselte auf die Windschutzscheibe des brandneuen weißen Audi A3. Der Wagen preschte, mit einer Geschwindigkeit, welche die Begrenzungsschilder, die 60 anzeigten, bei weitem übertraf, die nassglänzende Straße entlang. Eine Frau, mit zurück-gebunden weizenblondem Haar saß am Steuer. Eine schwarze teure Sonnenbrille saß wie ein Diadem auf ihrem Kopf. Sie trug eine dunkelblaue Jeans, ein graues Top und darüber eine schwarze Lederjacke. Kleine rote Rubine zierten ihre Ohren und um ihr Schlüsselbein legte sich eine wunderschöne Perlenkette. An ihrem rechten Handgelenk war ein elegant geschwungenes Tattoo zu sehen, es war ein einziges Wort: Melanie. Der Name ihrer verstorbenen Tochter.
Eliza war eine Frau von 38 Jahren, die ihre 10-jährige Tochter vor 8 Jahren verloren hatte. Sie wusste, dass sie jung Mutter geworden war und der Vater ist abgehauen, als ihre Tochter 3 Jahre alt war und hat sie mit der Verantwortung und dem Stress allein gelassen. Sie jedoch hat sich nicht unterkriegen lassen, hat geschuftet für 2 und eines Tages kam das Glück zu ihr. Als Melanie 3 Jahre alt gewesen war, hatte sie tatsächlich 5 Millionen Euro im Lotto gewonnen und durch dieses Glück konnte sie sich voll und ganz ihrer Aufgabe als Mutter widmen. Und das hat sie getan, bis zu dem verhängnisvollen Tag.
Und jetzt nach 8 endlos scheinenden Jahren der Trauer, hatte sie beschlossen, dass es einfach genug war. Sie musste ein neues Leben beginnen und das Vergangene hinter sich lassen. Also raste sie Richtung Norden in den Wald, den sie selbst immer gerne ‚Dark Forest‘ nannte, weil der Name einen schönen Klang besaß. Sie wusste nicht wie der Wald hieß oder ob er überhaupt einen Namen hatte, aber sie wusste, dass sie den Wald mochte. Sie liebte die Einsamkeit, die vollkommene Freiheit die sie in Wäldern umgab.
Der Wald war knappe 3000 km von ihrer Heimatsstadt entfernt und das war eine gute Entfernung für einen Neuanfang. Vor einigen Jahren hatte sie den Bau eines Hauses in genau diesem Wald in Auftrag gegeben und nun wollte sie in diesem Haus wohnen, das die Arbeiter einfach exakt so gebaut hatten, wie sie es von ihnen verlangt hatte. Manchmal vergaß sie, welch lebhafte Fantasie ihre Wort in manchen Menschen auslösen konnten.
Das Haus war aus hellem Holz gebaut und hatte eine quadratische Grundform. Das Dach war schwarz und flach. Weiße eckige Steine bildeten einen Weg zur Veranda. Wegen den Außenbeleuchtungen wurde das Haus in eine bequeme Atmosphäre getaucht. Vor dem Haus befand sich ein See, mit einem Steg der zum Wasser hinausführte. Ein kleines Boot, das sie sich gekauft hatte, schwamm angeleint im Wasser. So hatte sie das Haus zumindest verlassen und es müsste noch genauso sein, denn abgesehen von den Arbeitern hatte sie niemandem die Adresse gegeben. Und alle die an dem Bau beteiligt gewesen waren, sollten auf ihr Drängen hin, eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterschreiben, dass sie den Aufenthaltsort niemandem verraten würden.
Wenn sie wollte, dass sie jemand besuchte, dann würde sie sich selbst darum kümmern. Sie mochte es nicht, wenn sich Fremde auf ihrem Eigentum herumtrieben.
Doch als sie das Auto geparkt hatte und ausstieg, verließen sie ihre Sorgen. Es war einfach perfekt. Es war so ruhig und idyllisch. Die Grillen zirpten und die Vögel begrüßten sie mit einer sanften Melodie.
Eliza ging um den Wagen herum und öffnete den Kofferraum. Ihr sprang Rusty entgegen. Für ihn musste die Fahrt anstrengend gewesen sein, doch wenn sie woanders hinging, musste er unbedingt mitkommen. Der Australian Sheperd sprang an ihr hoch und Eliza umarmte ihn. Sie fielen auf die Wiese. Lachend streichelte sie das weiche braunweißrote Fell ihres Hundes. Sie fand einen Stock und warf ihn in den angrenzenden Wald hinein. Rusty jagte laut bellend hinterher.
Eliza räumte einige wenige Kartons in ihr neues Heim. Sie hatte nicht viel gebraucht, denn es war schon so gut wie fertig eingerichtet. Sie stellte eine Schüssel mit Wasser für Rusty auf der Veranda bereit, eine mit Trockenfutter und eine mit Fleischstückchen. Ja ihr Junge war ein verwöhnter Hund, aber er behielt seine Form bei, da er jeden Tag draußen war und Vögel spielerisch jagte oder sie beim Joggen durch den Wald begleitete. Sie hatte keinen Mann und wollte auch keinen, aber ihre Figur war ich dennoch wichtig.
Rusty kam angerannt und brachte ihr das Stöckchen. Sie warf es wieder und er flitzte davon. Sie musste lächeln, als sie ihm dabei zusah und auf ihn wartete. Eliza setzte sich in die Wiese und holte ihren Zeichenblock hervor. Ein fast fertiges Bild von Rusty war auf dem Papier zu sehen. Die Skizze war fertig, aber die Farben fehlten noch, also nahm sie einen hellbraunen Stift und begann Rustys Fellformatierungen nachzumalen. Sie wechselte von Braun zu Rot und am Ende widmete sie sich seinen wunderschönen stechend hellblauen Augen.
„Na mein Großer, was bringst du mir denn da Schönes?“ Ihr Hund zog etwas hinter sich her. Es war ein noch größerer Stock. Eliza musste lachen, als sie das sah. Der Ast war gut 3 Meter lang und am Stamm um die 40cm dick. Rusty mühte sich ab damit. Eliza stand auf und half ihm dabei. „Gut gemacht, mein Junge. Der kommt sofort in unsere Sammlung.“ Rusty bellte zustimmen und rannte hinters Haus. Eliza mühte sich ab, aber dann hatte sie ihn hinters Haus gezerrt. Rusty saß hechelnd und offensichtlich sehr stolz auf sich neben einem Loch, in das Eliza den Fund nun hineinstellte. Rusty grub das Loch wieder zu und der Ast stand aufrecht in seiner neuen Umgebung. Rusty markierte den Stamm, damit Eliza wusste, dass das seiner war. Sie musste kichern. „Aber Rusty, ich würde dir doch niemals etwas von deiner Sammlung klauen.“
Als sie das erste Mal hier gewesen waren, hatte Rusty ihr seinen ersten Stock gebracht und war damit zielstrebig zu dem hinteren Hausbereich gerannt. Seitdem existiert dort ein eingezäuntes Gebiet, das Rustys Schätze schützte. Der Zaun war gut 2 Meter hoch und zeigte weiße Rosenranken. Man konnte wundervoll von außen ein interessierter Beobachter sein.
In der weißen Holztür war eine große Hundeklappe angebracht, durch die Rusty nach Belieben ein- und ausgehen konnte.
„Komm mit mein Junge. Jetzt wird erst mal gegessen.“ Rusty sprintete zur Veranda und naschte aus seiner Essensmischung. Eliza ging in die Küche. Weiße Theken mit hellen steinverzierten Marmoroberflächen waren mit der Wand verbunden, die in der Ecke eine Kurve machten und sich in die rechte Richtung weiterschlängelten. Ganz am Ende dieser Reihe befand sich ein silbernes großes Waschbecken, gleich darunter in der Theke war eine Spülmaschine eingebaut und daneben stand ein Biomülleimer in einer der Theken, die mit einem goldenen Griff verziert war. In der Mitte der Theken war ein Herd angebracht mit schwarzer frisch polierter Keramikoberfläche. Ein großer silberner Doppeltürkühlschrank mit schwarzen Griffen stand ganz links von der Thekenreihe. Ein silberner Restmülleimer stand gleich daneben. Auf der rechten Seite des Kühlschrankes war ein ebenso hohes und einen halben Meter breites Ausfahrfach, in dem sich die Kochutensilien wie Salz und Mehl befanden und auch einige Dosen für Rusty hatte Eliza dort hinein gestellt. Einen Meter vor den Theken befand sich eine 2x3m große Arbeitsfläche, auf der Eliza sich nun ein Sandwich mit Salami, Käse und je einem Blatt Salat zubereitete.
Auf der Arbeitsfläche standen ein Pfeffer- und ein Salzstreuer und ein Halter für Schneidebretter.
Ein Gewürzeschrank hing über dem Ceranherd. Für jedes Gewürz gab es ein Fenster, durch das einem das jeweilige Gewürz entgegenstrahlte. 2 Hängeschränke für Geschirr hingen neben dem Gewürzschrank. In die Theken waren Schubladen eingearbeitet, in einer davon befand sich das Besteck.
In der Mitte des Raumes stand ein Esstisch mit 6 Stühlen darum, der Vollständigkeit halber, nicht etwa weil sie Besuch erwartete.
Es dämmerte und Eliza setzte sich draußen auf die Bank, die einen wunderschönen Blick auf den See freigab und stellte ein Glas Wasser und den Teller mit den Sandwiches auf einen kleinen Tisch, der rechts von ihr neben der Bank stand.
Die Bäume, welche um den See zu tanzen schienen, waren dunkle, geheimnisvolle Wächter, die diese Gegend als ihr Eigen betrachteten und sie vor jeglichen Gefahren zu schützen versuchten.
Der See, der von dem brennenden Tagesplaneten angeschienen wurde, lag schwarz und abgründig vor den Bäumen, wie ein unebener Spiegel, der die Strahlen der untergehenden Sonne einfing und sie zum Spielen zwang.
Eliza seufzte wohlig. Sie liebte Sonnenauf- und untergänge. Diese unglaublichen Naturschauspiele gaben wunderschöne Porträts da, sie sie zu Genüge gemalt hatte und noch malen würde.
Rusty sprang auf die Bank und legte seinen Kopf in ihren Schoß. Sie kraulte ihn am Kopf und er schloss wohlig die Augen.
Eliza schob Rustys Kopf sanft beiseite und stand auf. Erwartungsvoll blickte er zu ihr auf.
Eliza räumte das Geschirr in die Spülmaschine und wischte kurz über die Theken, den Lappen hing sie über den Wasserhahn. Dann rief sie Rusty und als beide draußen und startklar waren, konnte ihr Abendspaziergang beginnen. Ein sanfter Wind begleitete sie und spielte mit Elizas Haaren. Sie band sich die Haare zurück und genoss die Wärme, die trotz des leicht kalten Windes wohlig in ihre Glieder kroch.
Der in der Dämmerung leuchtende Wald schien sie empfangen zu wollen und erstrahlte vor lauter Sonnenenergie.
Rusty lief begeistert hinein und Eliza verfiel in einen leichten Sprint. Sie lief gerne und für Rusty war das ebenso ein tolles Fitnessprogramm.
Eliza atmete tief ein. Sie liebte den Waldgeruch und die Geräusche.
Als sie einige Kilometer in den Wald gelaufen war, blieb sie stehen um zu verschnaufen. Sie stützte sich auf den Knien ab und keuchte. Rusty kam zu ihr gerannt. Seine Augen glänzten vor lauter Freude. Er liebte diese Gegend genauso sehr wie sie. Sie streichelte ihn, ging in die Knie und nahm ihn in den Arm. Er kuschelte sich an sie, während der Wind durch sein Fell strich. Sie ließ von ihm ab und er rannte weiter. Eliza betrachtete ihre Umgebung. Sie stand auf einer wunderschönen Lichtung, in deren Mitte sich ein kleiner See befand, auf dem weiße und hellrosa Seerosen schwammen. Rusty stand am Rand des Sees und sprang ins Wasser. Es platschte und Eliza stand schmunzelnd am Ufer und schaute ihm beim Schwimmen zu. Er hatte kräftige Beine und das Schwimmen fiel ihm mittlerweile sehr leicht. Früher vor etwa 5 Jahren als er noch ein Junges war, war er jedem See ferngeblieben, weil er einmal beinahe ertrunken wäre, wenn sie ihm nicht geholfen hätte. Doch als es einmal umgekehrt war und sie seine Hilfe brauchte, hatte er seine Angst besiegt und war ihr hinterhergesprungen.
Einmal war sie zu weit ins Meer hinausgeschwommen, als sie auf Hawaii Urlaub gemacht hatten und hatte ihre Erschöpfung zu ignorieren versucht, doch es war ihr nicht gelungen. Sie wäre beinahe ertrunken, wenn Rusty nicht seine Dämonen besiegt und sie gerettet hätte.
Doch nun schwamm er wie ein richtiges Naturtalent. Eliza setzte sich und genoss die letzten Sonnenstrahlen. Auf der Lichtung war das Gras hochgewachsen, es war beinahe einen halben Meter hoch und stand für seine Länge sehr aufrecht, aber es war auch sehr trocken. Einige Schilfrohre und braune Rohrkolben schmückten das Wasser am Ufer des Sees. Die Bäume standen in einigen Metern Abstand, als würden sie dem See Ehrerbietung entgegenbringen. Es waren alle möglichen Baumarten. Buchen, Tannen, Fichten, Eschen, Ahorne, Eichen. Doch das war sehr hübsch anzusehen.
Plötzlich wurde Rusty unter Wasser gezogen. Entsetzt beobachtete Eliza das Geschehen. Sie sprang in den See und schwamm zu der Stelle, an der er untergetaucht war. Sie tauchte und suchte nach ihm. Das Wasser war extrem grün, aber dann fühlte sie ihn. Sie befreite ihn von der Schlingpflanze und sie tauchten wieder auf. Er keuchte und schwamm schnell wieder zum Ufer, Eliza folgte ihm. Nach Atem ringend lagen sie erschöpft am Ufer. Rusty krabbelte auf sie zu und leckte ihr übers Gesicht. Seine Augen waren immer noch ängstlich. Sie setzte sich auf und drückte ihn an sich. Und nachdem sie sich wieder einigermaßen erholt hatten, gingen sie durchnässt und müde wieder zurück zum Haus.
Sie badete Rusty und als sie sich davon vergewissert hatte, dass es ihm gut ging, nahm sie ein Bad. Sie genoss die Wärme und schloss die Augen. Sie hatte sich ein Glas Wein mit in die Badewanne genommen, das sie nun genüsslich trank. Sie ließ ihn im Glas kreisen und betrachtete die rote Flüssigkeit darin. Es war ein köstlicher Wein und nachdem sie das Glas geleert hatte, stieg sie aus der Wanne und ging nach unten ins Wohnzimmer. Rusty lag vor dem Kaminfeuer und döste. Eliza stellte das Glas ins Waschbecken, legte sich aufs Sofa und schlief augenblicklich ein.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
ATheobald84 09. Jun 2017

Huhu bin über deine Story gestolpert und finde sie bis jetzt gut. Bin sehr gespannt wie es weiter geht

Gelöschte Antwort
Schatten-Jaeger 01. Jul 2017
Dankeschön :)
Destany_dream 15. Apr 2017

Ich finde deine Geschichte bis jetzt echt sehr gut. Hoffentlich kommen bald die nächsten, weil es sehr spanend ist und ich gerne wissen will, wie es weiter geht :)

Schatten-Jaeger 17. Apr 2017
Vielen Dank, sowas hört man gerne *-* Ja demnächst werde ich wieder was hochladen, denke ich :D