Half way there

vor 14 Tagen
Es funktionierte. Es funktionierte für die beiden, in diesem kleinen Mikrokosmos, den sie sich geschaffen hatten. Und sie waren mehr als nur glücklich. Doch was, wenn die Realität die beiden einholte? Konnten sie so stark sein, wie sie es mussten? Oder würde unter dem Druck von Band, Fans und Familie alles zerstört werden?
The Vamps Romanze P16 Drama In Arbeit

+ Kapitel 19: For you, I'd risk it all +

Juni 2019

Die Tage vergingen, die Gedanken rotierten und irgendwie war alles wie eingefroren.
Victoria und ich sprachen vorerst nicht darüber. Wir hatten uns darauf geeinigt, uns eine Woche Zeit zu nehmen, um uns klar zu werden, was wir wirklich wollten und wie wir das alles schaffen konnten. Und diese Zeit brauchte ich, um das Chaos in meinem Kopf irgendwie zu sortieren.
Ich schlief schlecht, ich dachte viel nach, verbrachte meine Nächte mit Pläneschmieden und mir die Zukunft Vorstellen. Die Konzerte, die wir spielten, liefen zwar hervorragend, aber dennoch war ich nicht mit ganzer Konzentration bei der Sache. Und ich hatte Glück, dass Brad und Tristan viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren, als sich um mich zu sorgen, sodass ich mich nur mit James rumschlagen musste. Aber da er es nur gut meinte und wusste, wo meine Grenzen waren, war das auch okay.
Und die Pläne, die ich mir zurechtgelegt hatte, waren nicht schlecht. Ich gewöhnte mich immer mehr an den Gedanken, dass Victoria schwanger war. Dass ich irgendwann in vielen Monaten Vater werden würde. Und je mehr Zeit verstrich, desto mehr freute ich mich wirklich darüber. Auch, wenn ich das niemals alles so geplant hatte. Und genau solche Sachen sagte ich Victoria auch immer wieder. Ich schrieb ihr, schickte ihr Sprachnachrichten. Ich tat alles, dass es ihr besser ging, auch wenn ich nicht an ihrer Seite sein konnte. Ich versuchte für sie da zu sein, auch wenn ich nicht da war. Und so merkwürdig das auch war, es funktionierte. Tori und ich waren noch weiter zusammengewachsen und ich hatte nicht die leiseste Ahnung, wie das überhaupt noch möglich war, so sehr wir doch aneinander hingen.
Die letzten Tage hatte ich viel auf irgendwelchen Internetseiten verbracht. Gegooglet, mich belesen, und mittlerweile hatte ich auch irgendwie das Gefühl, mehr Herr der Lage zu sein. Ich wusste mittlerweile so viel, ich hatte eine Ahnung was mit Victoria passierte – und dem Baby. Und so langsam wurde dieses vage Foto eine Realität, die mich weniger verängstigte als sie sollte. Ich fing an, mich viel zu sehr zu freuen. Und das, obwohl alles so dermaßen unpassend war und obwohl ich wirklich Angst hatte, was sich alles verändern würde. Denn dass sich alles irgendwie verändern würde, das war klar. Es war nicht mehr nur Victoria und Connor gegen den Rest der Welt. Es war jetzt Victoria, Connor, ein Baby und all die Probleme, die es mit meinen Managern, der Band, meiner Familie, den Medien und den Fans gegen würde. Und am liebsten hätte ich Victoria anders in das alles eingeführt. Hätte sie gerne einfach nur so als meine Freundin meinen Eltern und meinen anderen Verwandten vorgestellt. Hätte ganz langsam damit angefangen, mit ihr draußen zusammen rumzulaufen, um sowohl den Medienrummel als auch die Reaktion der Fans gesondert auffangen zu können. Und jetzt, da fiel das alles auf einmal. Und ich hoffte wirklich, dass es nicht zu viel war.
„Joe? Hast du ein paar Minuten?“, fragte ich einen meiner Manager irgendwann, als wir ein wenig Freizeit hatten. Richard war nicht mit auf Tour, sodass ich jetzt wohl ein Vier-Augen-Gespräch mit ihm führen würde. Und auch, wenn es Joe war, mit dem ich reden würde, und auch, wenn ich ihn eigentlich kannte, war ich trotzdem nervös.
„Ist es was Wichtiges?“, fragte er und schaute auf.
„Ziemlich“, erwiderte ich nur und er sah mich abwartend an. „Alleine?“, setzte ich noch hinzu. Wir waren hier mit den anderen Backstage und alle waren hier in diesem Raum. Das war nicht der richtige Ort, um so ein Thema anzugehen.
„Oh, okay. Komm mit“, meinte er dann nur und stand auf. Man sah ihm an, dass er neugierig war und dass er befürchtete. Aber all das, was er wirklich befürchtete war wahrscheinlich so weit von der Wahrheit entfernt, dass ich seine Reaktion gar nicht einschätzen konnte… „Also, was liegt dir auf dem Herzen?“, fragte er dann – wir waren mittlerweile in einen leeren Raum gewechselt – und ich sah ihn einfach nur an, kratzte meinen Mut zusammen.
„Ich werde Vater“, meinte ich dann aber nur. Drei simple Worte, eigentlich so eine simple Aussage, und mittlerweile fiel es mir auch nicht mehr schwer, diese Worte auszusprechen.
„Bitte was?“, hakte Joe nach, so als ob er seinen Ohren nicht traute und als ob er sich gerade sehr schrecklich verhört hätte.
„Ich werde Vater“, wiederholte ich also nur und sah ihn weiterhin an. Seine Augen wurden groß, er schluckte, brauchte ein paar Sekunden, um das zu realisieren.
„Wie… SAG MAL SPINNST DU?!“, keifte er dann und war einen Schritt auf mich zugekommen. „Sag mir bitte, dass das ein übler Scherz ist, Connor!“, meinte er und hatte mich an den Schultern gegriffen, schüttelte mich minimal und sah mich direkt an.
„Das ist kein Scherz“, erwiderte ich und sah zurück, ihm fest in die Augen. Und ich hätte nicht gedacht, dass ich dabei so ruhig bleiben konnte.
„CONNOR! Was ist denn los mit dir? Du bist 23. Du bist viel zu jung, um Vater zu werden und verdammt nochmal du bist Bassist von einer der bekanntesten britischen Bands! Ich… Ich… es geht nicht!“, meinte er nur und ich sah ungläubig zurück.
„Ist ja nicht so, als ob es rückgängig zu machen sei, Joe“, fauchte ich und schüttelte den Kopf. Ich hatte wirklich gedacht, er würde anders reagieren. Unterstützender.
„Noch ist nichts zu spät. Wir kriegen das alles wieder hin. Du schaffst es schon, Victoria davon überzeugen, dass eine Abtreibung das Beste für alle Beteiligten wäre. Oder du gibst mir ihre Handynummer und ich regel das für dich. Am besten wäre es, wenn ihr den Kontakt erstmal…“, redete er panisch vor sich hin und ich stand da einfach nur, all die Worte prasselten auf mich ein und ich musste mich wirklich zurückhalten, nichts zu tun, was ich wirklich, wirklich bereuen würde.
„Ist das gerade wirklich dein Ernst, Joe?“, unterbrach ich ihn also einfach und sah ihn an. „Du willst, dass sie abtreibt? Du willst, dass ich sie dazu überrede, sonst machst du es selbst? Du willst, dass wir uns trennen? Dass sie keinen Kontakt mehr mit mir hat? Ist es das?“, fragte ich bissig und sah ihn mit verschränkten Armen an.
„Was anderes steht doch gerade gar nicht zur Diskussion. Connor, ein Kind zerstört alles. Eure ganze Karriere, euren Ruf, euren Erfolg. Wie stellst du dir das vor?“, wurde er immer lauter und lief auf und ab. „Und ich dachte wirklich, du bist vernünftig! Aber anscheinend habe ich mich geirrt“, meinte er noch und ich schüttelte nur den Kopf.
„Es ist also vernünftig, der Person, die ich wirklich liebe, einzureden, dass eine Abtreibung gut wäre, auch wenn sie das Kind behalten möchte? Es ist also vernünftig, der Person, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen möchte, das Herz zu brechen und nie wieder mit ihr zu reden? Das ist alles sehr vernünftig, Joe. WAS IST LOS MIR DIR?“, fauchte ich und funkelte meinen Manager an.
„Du bist 23, Connor! 23! DU HAST DEIN GANZES LEBEN NOCH VOR DIR! Du und Victoria, das ist nicht für immer. VERDAMMT!“, schrie er mich an und ich hatte genug. Das war zu viel. Viel zu viel.
„Du wirst nie wieder auch nur ein einziges böses Wort gegen Victoria richten, hast du mich verstanden?! Du hast absolut keine Ahnung von mir, Victoria, meiner Beziehung und meinem Leben. Victoria wird verdammt nochmal nicht abtreiben, was nebenbei im vierten Monat eh nicht mehr möglich ist, und du wirst sie nicht kontaktieren, um ihr irgendwas anzubieten. Und wenn du das nicht einsehen willst, weil das ja alles unsere Karriere gefährdet und ich zu jung bin und ich alles zerstöre, schön. Dann geh ich halt. Dann bin ich raus und ihr könnt nach einem neuen Bassisten suchen“, erwiderte ich eiskalt und sah Joe an. Sein Gesicht fiel, er fror regelrecht ein.
„Das meinst du nicht ernst, Connor!“, erwiderte er nur und ich sah ihn an. „Du wirst nicht wegen ihr die Band verlassen!“
Ich schnaubte.
„Ganz ehrlich, Joe, du kannst mich mal. Ich bin raus. Ich packe meine Sachen und fahre nach Hause, zu meiner schwangeren Verlobten, die ganz alleine in England festsitzt, weil ihr Verlobter durch die Weltgeschichte tourt und das alles durchzieht, um niemanden im Stich zu lassen. Denkst du, ich wollte das alles so? Aber ich werde die Band nicht über meine Familie stellen, Joe. Das kannst du nicht von mir verlangen“, erwiderte ich nur und drehte mich kopfschüttelnd um. Ich hatte mit Unterstützung gerechnet. Und irgendeiner Idee, wie mir geholfen werden konnte.
Gerade, als ich dieTürklinke runter drücken wollte, meldete sich Joe aber noch einmal zu Wort.
„CONNOR? Jetzt warte erstmal!“, rief er mir hinterher und ich drehte mich kurz um.
„Was ist?“, fauchte ich. Ich wollte hier raus, ich wollte mich irgendwie abregen. Irgendwie.
„Du wirst nicht gehen, Connor. Das kannst du vergessen“, meinte Joe dann noch und ich verschränkte die Arme.
„Das ist aber schön, dass du das entscheidest, Joe“, erwiderte ich und verdrehte die Augen.
„Du kannst nicht gehen, du liebst die Band und das Leben hier auf Tour“, versuchte er mich zu überzeugen und ich sah ihn weiter an.
„Meine Familie ist mir wichtiger“, meinte ich aber nur und Joe sah mich an.
„Und das habe ich jetzt auch verstanden. Wirklich. Aber kannst du bitte wirklich erstmal hier bleiben und wir reden nochmal in Ruhe darüber?“, ruderte er ein wenig zurück und sah ihn an, prüfend, weil ich nicht wusste, wie ich das einschätzen sollte.
„Was machst du mit Victoria?“, fragte ich und er sah mich an.
„Sie erstmal in Ruhe lassen. Kein negatives Wort mehr über sie verlieren. Und sie vor allem in Ruhe lassen, okay?“, meinte er und ich nickte.
„Besser. Ich muss los, die Show beginnt gleich“, meinte ich dann noch und drehte mich um. Wie ich mit meiner Laune eine Show spielen wollte, wusste ich zwar noch nicht, aber mir blieb ja nichts anderes übrig.

‚Hab mit dem Management geredet. Alles wird gut‘ (Connor, 20:23)

Mit größter Wut in mir prügelte ich auf diesen Boxsack ein. Ich hatte mich nie wirklich fürs Boxen interessiert noch sonst irgendetwas in die Richtung getan, aber seitdem normaler Sport nicht mehr half, mich zu beruhigen, und seitdem alles irgendwie den Bach runter ging, war das der einzige Sport, der mich wirklich runter brachte. Und das war gut so.
Nicht reden, nur den Kopf freibekommen, alles verdrängen, Joe innerlich verprügeln, um am Ende mir nichts anmerken zu lassen. Vor allem nicht Victoria gegenüber, die hatte genug Probleme mit denen sie sich alleine rumschlagen musste, weil ich nicht da war.
Immer, wenn James ins Fitnessstudio ging, suchte ich den Boxsack auf. Ich hatte früher immer mit ihm trainiert, zusammen, aber irgendwie brauchte ich mehr. Ich wollte diesen Ausgleich und ich brauchte ihn auch zu sehr, um damit jetzt wieder aufzuhören.
Und so vergingen die Tage, ich fühlte mich wie in einer Zeitschleife gefangen und nichts änderte sich. Ich spielte Konzerte, tourte, machte Sachen und es fühlte sich nicht so an, als würde die Zeit vergehen. Dennoch, immer, wenn Victoria mir Bilder schickte oder mir davon berichtete, wie es ihr ging, merkte ich, wie die Zeit mir im Nacken saß. Und dass ich ganz unbedingt endlich nach Hause musste, um bei ihr zu sein. Ich wollte doch einfach nur zu ihr… Ich wollte ihr sagen, dass alles gut werden würde und dass ich bald nach Hause kommen würde und dass sie nicht mehr alleine sein würde. Obwohl sie nicht alleine war. Obwohl wir beide nie wieder alleine sein würden.
Ich musste lächeln, während ich daran dachte und langsam meine Boxhandschuhe von meinen Händen löste. Der Schweiß lief meine Schläfen herunter und ich atmete schwer, aber ich fühlte mich unfassbar gut.
„Connor, bist du soweit?“, riss James Stimme mich aus meinen Gedanken und ich drehte mich um.
„Ja“, hauchte ich nur und atmete noch einmal tief durch. Ich war wirklich soweit.

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StayingStrong 02. Oct 2017

Hey :)
Ich dachte, ich lass dir mal wieder einen Kommentar da. Da geht's ja ganz schön zur Sache bei den Vamps. Sehr viel Trubel haha
Aber mir gefällt's!
Außerdem finde es klasse, dass Connor Victoria so unterstützt. Und dein Schreibstil ist auch super!
LG

Aprocure 08. Oct 2017
Hey, vielen Dank für deine lieben Worte! Ich freu mich, dass du die Story immer noch verfolgst, dass ist klasse! Und ja, diese Story ist wohl eine der "typischeren" Fanfictions mit ein paar Klischees eingestreut, ich hatte da echt mal Lust drauf, sowas zu schreiben. Aber wenn es doch gut ankommt, ist ja alles super! Ich wünsche dir sehr viel Spaß bei den nächsten Kapitel :) Liebste Grüße!
StayingStrong 09. Jul 2017

Guten Abend,
das Kapitel ist echt der Hammer! :D
Ich musste so lachen, als sie Brad um den Wangenkuss gebeten hat!
Und der von Connor initiierte Abgang am Schluss ist auch sehr amüsant. Ich konnte quasi das ganze Kapitel bildlich vor mir sehen.
Hat mir sehr gut gefallen!
LG :)

P.s.: Die armen Bandmitglieder. Da hat Connor sie aber ordentlich verwirrt und geschockt haha

Aprocure 11. Jul 2017
Hallöchen! Mal ein wenig gute Laune und andere ärgern/verwirren muss ja auch mal sein, nach dem ganzen Kitsch :D. Ich freu mich, dass es dir so gut gefallen hat. Und vielen Dank für dein Review, natürlich! Liebste Grüße :)
NiiNchen0815 09. Jul 2017

Hey,

deine Gechichte ist wirklich gut.:)
Schade dass du nur Sonntags die Kapitel online stellst.

LG

Aprocure 11. Jul 2017
Hey! Vielen Dank, das freut mich! Leider schaffe ich es nicht noch öfter, aber ich bemühe mich, immerhin jeden Sonntas zu posten! Liebe Grüße!
StayingStrong 30. May 2017

Hey :)
Also ich bin eigentlich zufällig über deine FF gestolpert. Ich kenne weder die Namen der Bandmitglieder von The Vamps, noch viele Songs von ihnen. Aber ich muss wirklich sagen, dass mir deine Story und dein Schreibstil sehr gut gefallen. :)
Ich finde es gut, wie du mit den random WhatsApp-Nachrichten angefangen hast und wie sie sich jetzt, Monate später (was die Geschichte noch realer macht - tiefe Freundschaften und das dafür benötigte Vertrauen entstehen erst mit der Zeit), immer mehr näher kommen.
Ich freue mich schon auf die nächsten Kapitel und bin gespannt, was sich zwischen den Beiden entwickelt! Und ich bin neugierig darauf, wann sie denn in Kontakt mit dem jeweiligen Freundeskreis treten!
LG

Aprocure 05. Jun 2017
Hallöchen! Ich freue mich sehr, dass du überhaupt über diese Story gestolpert bist. Das Fandom ist hier ja noch ziemlich leer und ich bin die einzige Story hier uuund wenn du die Jungs auch gar nicht kennst, find ich das noch toller! Die Bandmitglieder werden später - wenn es dann irgendwann dazu kommen sollte, dass Victoria sie kennen lernt - auch nochmal ganz kurz vorgestellt, damit auch jeder mitkommt, wer jetzt alles Teil der Band ist und so weiter. Ich liebe diese Nachrichten viel zu sehr, sodass ich sie nicht loslassen konnte und somit sie auch jetzt immer noch vorkommen. Von daher wird es auch später noch viele Nachrichten geben ;) Und ich bin wirklich kein Fan von diesen überstürzten FF-Beziehungen, von daher gibts das bei mir einfach nicht und ich freu mich, dass dir meine Art, das zu behandeln, gefällt ;) Und vielen, vielen Dank für deine ganzen lieben Worte! Liebste Grüße und ich wünsche dir weiterhin viel Spaß!
StayingStrong 05. Jun 2017
Ja, das stimmt. Ich finde auch, dass es generell immer weniger FFs hier auf der Seite gibt... Das freut mich, dann lerne ich quasi was über die Band :D Die Nachrichten sind auch unglaublich süß! Also behalte sie ruhig bei! Dein Schreibstil ist einfach toll, also keine Ursache und gern geschehen :D Danke dir! Den werde ich bestimmt haben! ;)