Simulation Titanic - Ist alles nur ein Spiel?

vor 5 Tagen
Simulation Titanic! Erleben sie die Katastrophe der Nacht des 14. Aprils 1912 nocheinmal hautnah und seien sie selbst dabei! Anmeldung im unterem Vormular. Als die 15-jährige Olivia, kurz Liv, diese Worte in der Zeitung liest, ist sie schockiert. Sie selbst ist ein Nachkomme einer der Überlebenden der Titanic. Schon damals kämpfte ihr Urgro..
Historie Abenteuer P12 Drama In Arbeit
Bemerkung des Authors: Wer es noch nicht weiß: Ich bin nicht die wirkliche Hermine, sondern nur ihre Schwester. Schaut auf meinem Profil vorbei, da erfahrt ihr es genauer. Wünsch euch trotzdem viel Spaß beim Lesen! LG Ramona Hier auch nochmal der Klappentext: Simulation Titanic! Erleben sie die Katastrophe der Nacht des 14. Aprils 1912 nocheinmal hautnah und seien sie selbst dabei! Anmeldung im unterem Vormular. Als die 15-jährige Olivia, kurz Liv, diese Worte in der Zeitung liest, ist sie schockiert. Sie selbst ist ein Nachkomme einer der Überlebenden der Titanic. Schon damals kämpfte ihr Urgroßvater auf dem unsinkbaren Schiff um sein Überleben. Über so etwas macht man sich nicht lustig, denkt sie dabei, schneidet den Artikel jedoch aus und behält ihn. Ihr geht das nicht mehr aus dem Kopf, obwohl sie selbst daran natürlich nie teilnehmen würde. Doch eines Tages liegt im Briefkasten die Bestätigung, dass Liv als eine der Passagiere auf der Simulation Titanic, die Katastrophe miterleben darf. Ohne, dass sie sich jemals angemeldet hat. Liv kann es nicht glauben und hat das Gefühl verrückt zu werden. Jegliche Versuche das rückgängig zu machen scheitern. Und die Wochen bis zum Beginn des ganzen Spiels scheinen zu schnell zu vergehen. In der Nacht wird Liv von schrecklichen Träumen heimgesucht und als sie in endlich den Bord der Titanic besteigt, klopft ihr Herz wie verrückt. Sie fühlt sich völlig unwohl und ist unendlich dankbar in dem Offiziersjungen Tim einen Freund zu finden, der ähnlich denkt. Doch während die Titanic direkt auf den Eisberg zusteuert, scheint die Idylle auf dem Schiff zusammenzubrechen und als Liv endlich merkt, dass das alles überhaupt kein Spiel mehr ist, ist es schon zu spät. Der Kampf auf der sinkenden Titanic beginnt.

Der Zeitungsartikel

Einen Moment lang starrte Liv mit offenem Mund auf den Zeitungsartikel in ihrer Hand. Immer wieder las sie die die Überschrift. Mit ihrer Zunge fuhr sie sich über die trockenen Lippen. Dann schluckte sie. Ihre Augen flogen zum Ende des Artikels, wo der Autor stand. Matthew Smith. Ein ganz normaler Journalist. Oder etwa nicht? Smith... Wie der Kapitän der Titanic. Mit einem Mal schoss kochende Wut in Liv hoch. Sie sprang auf, packte die Zeitung und lief in die Küche. "Mum!", rief sie. "Mum! Sie her, was ich hier habe. Ist das zu fassen?" Ihre Mutter stand in der Küche und kochte Spaghetti mit Käsesoße. Eines von Livs Lieblingsessen. Doch gerade konnte sie sich überhaupt nicht darüber freuen. "Was ist denn, mein Schatz?", fragte ihre Mutter und drehte sich kaum um. "Warte, ich lies dir vor:" Liv legte den Artikel auf die Küchenablage und begann zu lesen:

MEGA BOOM! DREI JAHRE LANG WURDE DER BAU EINER ZWEITEN TITANIC VERHEIMLICHT. JETZT SOLL ALLES ZU EINEM GROßEN SPIEL WERDEN.

98 Jahre ist die Katastrophe der Titanic inzwischen her. Und noch immer bleibt die Geschichte eine große Historie. Menschen aus aller Welt gedenken den Opfern der Titanic, die am 14. April 1912 ihr Leben auf dem Atlantik lassen mussten. Und jetzt soll das alles nocheinmal geschehen? George F. Worthain baute drei Jahre lang an einer Titanic, die dem Original aus 1912 bis aufs Haar gleicht. Niemand wusste davon. Bis jetzt. Dem Time Magazin verriet der 49-jährige , dass er daraus eine Art Spiel machen wolle. Er wolle die Titanic nocheinmal zu Wasser lassen, er will die Katastrophe nocheinmal erleben. Wörtlich: >>Ich möchte den Leuten von heute eine Chance geben, das zu fühlen, was damals in der Nacht des 14. Aprils wirklich geschah. Ich möchte die Titanic wieder erleben.<< Die Nachrichten verbreiteten sich sofort und auch sind schon erste Bilder der gebauten Titanic veröffentlicht. Zuerst wollte keiner Worthain seine Zustimmung geben, doch auf der Internetseite, "Life on the Titanic", wurde das Anmeldeformular schon über 2000 mal geklickt und ausgefüllt. Bis 1. März soll Anmeldefrist sein, dann werden die 2200 Glücklichen ausgelost, die eine Reise mit dem tragischen Schiff antreten dürfen. Dann wird das Schiff am 10. April auslaufen. Und die Katastrophe wird zum zweiten Mal beginnen.

Während Liv diese Worte vorlas, war ihre Mutter kreidebleich geworden, sie hatte sich umgedreht und wischte ihre zitternden Hände an ihrer Jeans ab. "Wie...", begann sie, "Wie kann das sein? Wie können die Menschen sich darauf freuen? Wissen sie denn gar nicht, dass es damals um Leben und Tod ging?" "Mum, ich wette dieser George Worthain ist einfach nur geldgierig. Ihn interessiert die ganze Geschichte gar nicht. Aber ich verstehe das auch nicht. Die Glücklichen! In diesem Artikel ist von den Glücklichen die Rede, Mum! Die sind doch verrückt. Der kann doch nicht wieder 1500 Menschen sterben lassen! Oder meinst du, die simulieren das bloß alles in warmen Wasser in einer riesigen Schwimmhalle...Glaubst du das, Mum? Mum??" Doch Livs Mutter antwortete nicht. Sie stand an die Küchentheke gelehnt, den Kopf in ihren Händen. Liv erschrak. "Mum!", rief sie. "MUM, die Nudeln!" Liv schob ihre Mutter beiseite und schaltete die Kochplatte zwei Grad runter. Währenddessen kam wieder Leben in ihre Mutter. "Weißt du...", begann sie leise. "Weißt du noch, wie dein Urgroßvater immer davon erzählt hat? Er war damals auch fünfzehn. Genau wie du. Und er wäre beinahe ertrunken. Gestorben wie die 1500 anderen." Liv hielt in ihrer Bewegung inne und sah ihre Mutter an. Der Schmerz in ihren Augen war unverkennbar. Liv nahm sie schnell in den Arm und obwohl ihr Herz selbst doppelt so schnell schlug, tröstete sie sie. "Aber er hat überlebt", erwiderte sie leise. "Und ich verspreche dir, dass ich daran nicht teilnehmen werde. Niemand von uns wird das. Auch nicht Dad." Ihre Mutter seufzte und schob sie dann fort. "Du hast ja Recht.", sagte sie. "Das ist das Ding der anderen. Sollen sie doch unbedingt sterben, wenn sie wollen. Aber eigentlich macht man sich darüber nicht lustig. So etwas auf die Beine zu stellen ist krank. Meinst du nicht, dass...." Die Worte ihrer Mutter wurden dadurch unterbrochen, dass an der Tür ein Schlüssel herumgedreht wurde. Gleich darauf ging die Tür auf und Livs Vater kam herein. Seine Haare waren von winzigen nassen Tropfen übersät und seine Jacke glitzerte feucht. Anscheinend schien es draußen zu regnen. "Dad...", Liv sprang sofort herbei und wollte zu einer Erzählung ansetzen, aber er winkte ab. "Sag bloß nichts.", erwiderte er und legte seine Jacke ab. "Ich hab es im Radio gehört. Die Menschheit muss verrückt geworden sein." Liv lächelte vorsichtig, doch ihr Vater blieb todernst. "Nimm mir mal bitte die Tasche ab.", erwiderte er und reichte sie ihr. Liv nahm sie und ging wieder in die Küche. Dort hatte ihre Mutter den Tisch gedeckt und stellte gerade den Topf mit den dampfenden Nudeln darauf ab. Gleich darauf schlurfte Livs Vater in die Küche und alle setzten sich. Schon bevor Liv überhaupt Nudeln auf dem Teller hatte, begann ihr Vater zu sprechen. "Ich will jetzt mal ernst mit dir reden, Olivia.", sagte er und sah sie an. Liv schluckte. Immer wenn ihre Eltern sie Olivia nannten, kam etwas schlimmes. Vor allem, wenn ihr Vater so mit ihr sprach. Sie beide hatten ein sehr gutes Verhältnis zueinander und konnten oft miteinander lachen. Vorsichtig wickelte sie Nudeln um ihre Gabel. "Dieses Projekt von George Worthain ist alles andere als ein Spiel. Es ist eine Simulation von der Katastrophe von 1912. Und es wird genauso sein, wie damals. Es wird auf dem Atlantik sein, die Titanic wird untergehen und es werden Menschen sterben. Das glauben die alle nur nicht. Deswegen melden sie sich dort an. Sie glauben, dass das ein lustiges Spiel sein wird. Das sie vier Tage auf dem Luxusschiff genießen können, dann gegen einen Eisberg knallen, kurz ins kalte Wasser fallen, um gleich darauf von einem wartenden Schiff in der Nähe wieder lebend rausgezogen zu werden." Livs Vater beugte sich ein wenig vor und sah sie durchdringend an. "Das wird nicht so sein. Das wird eine der größten Katastrophen der Geschichte sein. Wenn ich erlebe, dass du dich da anmeldest, Liv...", er seufzte und schüttelte traurig den Kopf. "Bitte lass es einfach bleiben." Liv sah ihren Vater an. Er machte sich Sorgen, das sah sie. Sie schluckte. "Keine Sorge, Dad.", erwiderte sie leise. Ihre Stimme klang seltsam. "Natürlich melde ich mich da nicht an." Ihr Vater nickte beruhigt, ihre Mutter lächelte leicht. Doch Liv schob die Nudeln auf ihrem Teller hin und her. Plötzlich war ihr verdammt schlecht geworden.

Liv schob die Hände unter das Kopfkissen und sah zur Decke. Im Haus war es still geworden. Nur ab und zu drangen Laute aus dem Wohnzimmer, wo ihre Eltern einen Film schauten. Liv biss sich auf die Lippe. An Schlaf war nicht zu denken. Immer wieder ging ihr die Sache mit der Titanic Simulation durch den Kopf. Und die Worte ihres Vaters. Er hatte sehr sorgenvoll geklungen. Aber eigentlich war doch alles nur ein Spiel. Oder? Liv war sich nicht mehr so sicher. Entschlossen schlug sie die Bettdecke zurück und setzte sich an ihren Schreibtisch. Sie klappte ihren Laptop auf und gab das Passwort für ihr Konto ein. Um die Maus besser bedienen zu können, schob sie einen herausgerissenen Zeitungsartikel fort. Sie warf nur einen flüchtigen Blick drauf, stockte dann aber. Der Titanic Artikel. Sie hatte ihn am Abend herausgerissen. Einfach so, um sich vielleicht Jahre später nocheinmal zu erinnern. Sie überflog ihn nochmals mit den Augen. Die Internetseite "Life on the Titanic" fiel ihr ins Auge. Hastig öffnete sie den Google Browser und gab die vier Wörter ein. Sofort kamen die Ergebnisse. Liv klickte die erste Seite an. Es war eine kunstvoll gestaltete Seite. Vor blauem Hintergrund fuhr eine Titanic auf und ab. Dann erschien eine Sprechblase auf dem Bildschirm. Willkommen, Fremder. Du möchtest Passagier auf der Titanic werden? Dann klick hier. Liv folgte dem Link. Eine weitere Seite erschien. Schnell überflog sie den obenstehenden Text. Um sich anzumelden füllen sie bitte das untere Formular aus und schicken sie es an die gegebene Addresse. Preise finden sie hier: Liv scrollte weiter hinunter und fand die Preise. Sie las die Tabelle. 1. Klasse, 2. Klasse, 3. Klasse. Dahinter standen die Preise von Erwachsenen Jugendlichen und Kindern. Das war verdammt teuer. Und doch waren schon tausende von Formularen und Buchungen ausgefüllt worden. Liv schüttelte den Kopf. Das war irgendwie manipulierend. Sie blickte den Bildschirm weiter hinunter und fand das Anmeldeformular. Sie betrachtete die auszufüllenden Felder. Man musste für jeden Reisenden, selbst für Haustiere, die man mitnehmen wollte einen solchen Schein ausfüllen. Alter, Geschlecht, Name, Herkunft, gewünschte Klasse, Gewicht, Größe und so weiter. Liv grauste es davor, bei der Vorstellung, dass tausende von Leuten diese absurden Fragen schon beantwortet und weitergeschickt hatten, nur um zusammen mit der Titanic untergehen zu können. Liv wollte die Seite schon beinahe wieder schließen, da fiel ihr ein kleines Feld am unteren Rand auf. Liste der Anmeldungen, konnte sie dort lesen. Das fand sie interessant. Vielleicht kannte sie ja jemanden, der dort sein Formular eingeschickt hatte. Sie klickte darauf und fand sich auf einer ellenlange Liste wieder, die alle Namen und die Herkunft der Leute anzeigte, die sich bereits angemeldet hatten, in der Hoffnung eine Reise mit der sinkenden Titanic zu gewinnen. Liv scrollte ein paar Mal durch die Liste, gab aber nach wenigen unbekannten Namen wieder auf. Bis zum Ende würde sie nie kommen. Da hatten sich ja schon über 2000 Leute angemeldet. Liv betrachtete das kleine grüne Rädchen, das anzeigte, dass die Seite gerade neu lud, um wenige Sekunden später einen neuen Namen auszuspucken, der sich gerade angemeldet hatte. Familie Davies, Manchester. Per Klick konnte Liv deren Anmeldeformular ansehen, aber die Seite war gerade überfordert, da sie dabei war, einen neuen Namen anzuzeigen. Liv beugte sich ein wenig vor, um den Namen besser entziffern zu können und im selben Moment blieb ihr Herz stehen. Ihr Puls begann zu rasen und ihr Mund wurde staubtrocken. Sie las den Namen nocheinmal, um sicherzugehen, dass sie sich nicht getäuscht hatte, aber es war die Wahrheit. Die Person, die sich in dieser Sekunde gerade angemeldet hatte, war niemand anderes als Olivia Timberlain.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Schatten-Jaeger 09. Dec 2017

Spannendes neues Kapitel und gut geschrieben wie immer! :)

HerminePotterWeasley 10. Dec 2017
Danke :)
Schatten-Jaeger 26. Nov 2017

Oh Nein, ich bin fertig!!! Mehr!!!! :D :D

Schatten-Jaeger 22. Nov 2017

Hey :D
Ich finde deine Geschichte total super. Sie ist gut geschrieben und spannend zu lesen und eigtl. will ich gar nicht weiterlesen, weil ich dann i-wann zum Ende kommen muss :/
Aber mach auf jeden Fall weiter. Ich freu mich schon riesig darauf, mehr zu lesen!!! :D :D

LG
Schatten-Jaeger

HerminePotterWeasley 23. Nov 2017
Hey ;) Dankeschön, dann werde ich auf jeden Fall schnell weiterschreiben, damit du nicht so schnell zum Ende kommst :D Es freut mich, dass es dir gefällt :) LG