Wenn der Tränkemeister mit der Kunstlehrerin

vor 4 Tagen
Die berühmte Künstlerin Raqoovah Thompson (OC) kommt nach Hogwarts, um dort von nun an magische Kunst zu lehren. Als sie dort zum ersten Mal auf den unnahbaren Zaubertranklehrer Severus Snape trifft, ist sie sofort von ihm angetan und versucht nun inständig, seine Aufmerksamkeit zu erlangen; offenbar mit Erfolg, denn der dunkle Zauberer schein..
Harry Potter Romanze P16 Fantasy In Arbeit

Die Verkündung - Teil 2

An diesem Tag beendete ich den Unterricht meiner Erstklässler etwas früher, denn heute fand ein Quidditchspiel zwischen Ravenclaw und Slytherin statt, worauf die Schüler schon die ganze Woche hin fieberten und ihre Konzentration nahm mit jeder weiteren Minute sichtbar ab.
In letzter Zeit wohnte auch ich den Quidditchspielen bei, da ich mich aus gutem Grund mit Severus treffen konnte. Niemand schenkte uns währenddessen Beachtung, wenn wir uns in der hintersten Reihe der Tribüne heimlich Hand in Hand angeregt unterhielten, während sich unsere verfeindeten Häuser den Kampf lieferten. Zwar mussten wir natürlich auch hier Sicherheitsvorkehrungen treffen, jedoch waren die Quidditchspiele im Vergleich zur Hausaufgabenaufsicht erheblich ausgelassener, da wir in der abgelenkten Masse untergingen.
Um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, lief er wie immer aufmerksam durch die Reihen, während ich an meinem Tisch saß und korrigierte. Nur in unbeobachteten Momenten warfen wir uns kurze Blicke zu, bevor jeder wieder seiner Tätigkeit nachging.
Noch mühsamer war es während des Essens, weil wir ja nebeneinander saßen und noch vorsichtiger sein mussten, da alle um uns versammelt waren.
Der einzige Lichtblick war, dass wir nach dem Abendessen Zeit nur für uns hatten, auch wenn wir erst unsere eigenen Räume aufsuchten, um von dort zu apparieren.
Soweit ich wusste, hat niemand von unserer Liaison erfahren, wir gaben uns schließlich alle Mühe, damit es dazu kam. Offenbar fiel es Severus leichter als mir, er setzte einfach seinen gewohnten emotionslosen Gesichtsausdruck auf, auch wenn ich ein warmes Funkeln in seinen Augen ausmachen konnte, sollten sich unsere Blicke doch einmal treffen.
Das Kollegium ahnte ebenfalls nichts, immerhin verbrachte ich wie gewohnt die meisten Pausen und Freistunden im Lehrerzimmer, obwohl ich lieber bei Severus gewesen wäre. An manchen Tagen jedoch, wenn wir es nicht mehr aushielten oder unsere Freistunden zusammenfielen, trafen wir uns meistens in seinen Unterrichtsräumen, da sich im Normalfall niemand dorthin verirrte.
Lediglich vor einem Zauberer konnten wir es nicht verbergen und das war Albus. Aber er wünschte uns nur das Beste und respektierte den Wunsch, unsere Bindung eine Weile geheim zu halten. Dass er es wusste, fanden wir jedoch beide nicht schlimm, da wir wussten, wir könnten uns auf Albus verlassen und dass er niemals ein Geheimnis verraten würde.
Die Erstklässler packten eifrig ihre Sachen zusammen und ich hörte, dass sie vorhatten, jetzt gleich zum Quidditchfeld rüberzugehen, um sich die besten Plätze zu sichern.
„Habt ihr denn heute keine Hausaufgaben?“, fragte ich verwundert.
„Nein“, strahlten mich die Schüler freudig an.
„Auch nicht in Zaubertränke?“
„Nein, Professor Snape hat uns nichts aufgegeben, das gab es noch nie!“, jubelten sie und ich zog überrascht eine Augenbraue nach oben.
Nachdem wir mittlerweile jeden Abend miteinander verbrachten, wurde das Korrigieren der Arbeiten immer lästiger, da es so viel Zeit in Anspruch nahm und Severus an manchen Tagen bis spätabends an seinem Schreibtisch saß. Oft kam er erst ins Bett, wenn ich schon schlief, aber wenn er den Schülern natürlich keine Hausaufgaben aufbrummte, musste er auch keine Zeit aufwenden, um sie zu verbessern und konnte somit seine Aufmerksamkeit mir schenken.
Als der Gong ertönte, stürmten die jungen Zauberer und Hexen hinaus auf die Gänge. Der Letzte hatte das Klassenzimmer soeben verlassen und ich machte mich daran, im Raum Ordnung zu schaffen. Ich zückte meinen Zauberstab und ließ sämtliche Gegenstände an ihre vorgesehenen Plätze fliegen, als Severus plötzlich in der Tür stand. Er trat ein und sah sich aufmerksam um, ich glaube, er hatte den Kunstsaal vorher noch nie betreten.
Lächelnd schloss er mich in die Arme, hob mich anschließend in die Luft und drückte mich fest an sich. Wir waren jetzt auf Augenhöhe und küssten uns innig zur Begrüßung. Als wir voneinander abließen, legte ich meine Hände um seinen Nacken und blickte tief in seine schwarzen Augen.
„Was machst du hier?“, fragte ich neugierig.
„Ich wollte dich sehen“, antwortete er unbeirrt und schlang seine Arme fester um mich.
„Außerdem…“, fuhr er fort und ließ mich zurück auf den Boden, „muss ich dir etwas mitteilen…“. Seine Stimme wurde auf einmal feierlich.
„Ja?“
Er verschränkte die Arme auf dem Rücken und begann, geschäftig auf und ab zu gehen.
„Nach langem Überlegen bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass nun ein guter Zeitpunkt wäre, um alle von unserer Beziehung in Kenntnis zu setzen“, sprach er und ich konnte fast nicht glauben, was gerade über seine Lippen kam.
„Wirklich? Bist du dir sicher?“, fragte ich ungläubig und starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen erwartungsvoll an.
Er nahm meine Hand und zog mich zu sich und als er mir tief in die Augen sah, nickte er lächelnd.
„Absolut.“
Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte, stattdessen lachte ich nur sprachlos, aber überglücklich und schlang meine Arme um ihn. Auch er drückte mich fest an sich und ich konnte förmlich spüren, wie ihm ein Stein vom Herzen fiel.
Endlich, nach wochenlangem Bemühen, unsere Liebe zu verheimlichen, was mitunter wirklich nicht leicht gewesen war, würden wir nun öffentlich zu unseren Gefühlen stehen. Vorbei waren die Tage, an denen wir abends in das Zimmer des anderen apparierten, um nicht gesehen zu werden und morgens wieder zurückzukehren, damit wir nicht aus ein und demselben Zimmer kamen und nie wieder würden wir uns Ausreden einfallen lassen müssen, wenn wir doch öfters außerhalb der Unterrichtszeit zusammen gesehen wurden. Wir würden uns während des Essens lebhaft unterhalten und wenn wir uns doch einmal vielsagende Blicke zuwarfen, mussten wir nicht mehr aufpassen, dass uns niemand dabei sah.
In den letzten Wochen hatte Severus besonderen Wert darauf gelegt, dass unsere Gespräche in der großen Halle auf ein Minimum beschränkt blieben und wir unsere Blicke bei uns behielten. Anfangs fiel es mir sichtlich schwer, den Mann, dem ich eben noch meine Lippen auf den Mund drückte, plötzlich zu ignorieren, mit der Zeit wurde es allerdings ein wenig erträglicher. Vor allem, nachdem mich Severus ein paar Unterrichtsstunden Selbstdisziplin lehrte, in denen ich lernte, meine Gedanken und Gefühle zu kontrollieren.
Das alles würde nach schier endlosen anderthalb Monaten endlich ein Ende haben und ich freute mich unheimlich, dass Severus nun endlich soweit war. Ich hatte es mir zwar nicht anmerken wollen, aber insgeheim hatte ich mir in der letzten Zeit nichts sehnlicher gewünscht, als mit der Wahrheit rauszurücken und es in die Welt hinauszuschreien. Aber ich sah, wie Severus vor allem in den letzten Wochen immer lockerer wurde und ich förmlich spürte, dass er sich immer besser an die Situation gewöhnte, sodass ich seinen Fortschritt nicht boykottieren wollte.
Er sagte, er würde es noch heute Albus mitteilen und verließ den Raum nicht, ohne mir einen Abschiedskuss zu geben.
Dann war es heute nach dem Abendessen wohl soweit. Auf einmal machte sich ein Kribbeln in meinem Bauch breit und mein Puls begann, sich zu erhöhen. Dabei hatte ich doch gar keinen Grund, aufgeregt zu sein…

Ich wurde augenblicklich aus meinen Gedanken gerissen, als Albus sich erhob und mit einem Messer ein paar Mal gegen das Glas in seiner Hand klopfte, um für Ruhe zu sorgen.
Ich begann, nervös mit den Fingernägeln auf der Tischplatte zu kratzen und warf einen kurzen Blick zu Severus, der sich sachlich zu Albus gedreht hatte und seinen weiteren Ausführungen lauschte.
Wie jeden Abend hielt er gegen Ende des Abendessens eine kurze Rede, um danach Schüler und Lehrer in ihre Räume zu entlassen. Als er allerdings heute seinen Schlussmonolog beinahe beendet hatte, fügte er noch stimmungsvoll hinzu:
„Und nun bitte ich um Aufmerksamkeit, da Professor Thompson und Professor Snape eine wichtige Ankündigung zu machen haben“, proklamierte er und mit einem Mal drehten sich alle Köpfe erwartungsvoll in unsere Richtung. Ich war gespannt, was Severus machen würde, ob er eine kurze Rede halten, es beiläufig erwähnen oder mich einfach vor allen küssen wollte, obwohl ich letzteres eher ausschloss. Stattdessen legte er sanft seine Hand in meine auf den Tisch, drückte sie fest und sah mir tief in die Augen. Auch ich erwiderte lächelnd seinen Blick, bis wir uns voneinander abwandten und auf die Reaktionen warteten.
Als Severus meine Hand nahm, war meine komplette Unruhe mit einem Mal verflogen und ein umfassendes Glücksgefühl durchflutete meinen Körper. Severus bemühte sich zwar inständig, ein Lächeln zustande zu bringen, es war allerdings ein sehr scheues, dass eigentlich nur ich es sehen konnte. Ich konnte seine Anspannung trotzdem deutlich spüren, als er mit seiner eiskalten Hand meine immer fester drückte.
Etwas unschlüssig tuschelten die Schüler und Lehrer, als Albus Klarheit schaffte und feierlich verkündete:
„Professor Thompson und Professor Snape sind nun offiziell ein Paar.“
Mit einem Mal war es totenstill im Saal. Alle starrten uns mit offenen Mündern und ungläubigen Gesichtsausdrücken an. Ein Schüler ließ vor Schreck seine Gabel fallen, die mit einem lauten Klirren auf den Teller fiel. Es dauerte eine ganze Weile, bis die Schlossbewohner ihre Sprache wiederfanden und reges Getuschel einsetzte. Die Blicke waren kaum zu ertragen, also wanderte meiner zu Severus, der ihn sofort erwiderte. Auch er wirkte gequält und ihm schien alles andere als wohl zu sein.
Genau das war der Moment, den wir fast zwei Monate heraus zu zögern versuchten, der mir schlaflose Nächte bereitete und der noch viel unangenehmer war, als ich mir vorstellte.
Ich schnappte ein paar Gesprächsfetzen der Kollegen auf, deren Reaktionen unterschiedlicher Natur waren. Ich hörte Dinge wie „Sie haben nie den Eindruck gemacht, als wären sie mehr als Kollegen?“, „Snape und Thompson, die passen doch gar nicht zusammen!“, „Das wird nicht lange halten…“, „Meinen Segen haben sie!“, „Ich wusste gar nicht, dass Snape zu derartigen Gefühlen fähig ist!?“, „Was will die Kleine denn mit solch einem Eiswürfel?“, „Ob da nicht schwarze Magie im Spiel war…?“, „Nach all der Zeit hat es Snape mehr als verdient, nicht mehr allein zu sein!“, „Als sie während der Quidditchspiele so vertraut miteinander waren, hätte ich es eigentlich merken müssen…“.
Einzig und allein Hagrid lächelte freudig und prostete uns zu.
Ein paar Minuten später entließ Albus alle in ihre Gemeinschaftsräume, was Schüler und Lehrer beinahe überhörten, da sie immer noch eifrig diskutierten. Aber schließlich verließen sie die große Halle, allerdings etwas zögerlich und uns ständig Blicke zuwerfend.
Severus und ich blieben sitzen, bis auch der letzte den Saal verlassen hatte, bis nur noch Albus übrig war. Der Schulleiter beglückwünschte uns herzlich und meinte, dass die Reaktionen doch recht positiv waren. Er versicherte uns, wir könnten jeder Zeit zu ihm kommen und mit ihm reden, dann klopfte er Severus väterlich auf die Schulter und raunte ihm leise zu:
„Ich freue mich so für dich, dass du endlich jemanden gefunden hast!“
Er zwinkerte mir noch grinsend zu, als auch er den Saal verließ.
Erleichtert atmete Severus aus und lächelte mich glücklich an. Nun war es raus und uns fiel eine schwere Last von den Schultern, auch wenn vor uns noch ein paar unangenehme Tage oder sogar Wochen lagen, bis sich der Schock gelegt hatte.
Wir erhoben uns und zum ersten Mal seit Ende der Weihnachtsferien liefen wir Hand in Hand den Lehrerkorridor zu meinen Räumen entlang, ohne uns Gedanken darüber machen zu müssen, zusammen gesehen zu werden.
Erleichtert lächelte mir Severus zu und als seine schwarzen Augen meine trafen, tat ich es ihm gleich.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
ATheobald84 19. Aug 2017

Da ja noch niemand ein Kommentar hinterlassen hat fange ich mal an. Ich liebe deine ff sie ist anders und ich liebe ffs mit snape. Er ist einer meiner Lieblings Charaktere in hp. Bitte schnell weiter

Gelöschter Kommentar
Gelöschter Kommentar