Who'll come with me?

vor 22 Tagen
Was passiert, wenn eine junge Frau das Leben eines männlichen Bandmitgliedes von mitte der 90er an bis in die Gegenwart gehörig durcheinander bringt? Oder ist es doch eher umgekehrt? Kelly Boy && Elaine James (oc)
Kelly Family Romanze P16 Drama In Arbeit
Bemerkung des Authors: * "We are the world" © USA for Africa 1985

15.

Elaine sah auf die Uhr und war einigermaßen ratlos. Es war der 27. Juni 1999 und im Münchner Olympiastadion befanden sich gute 62.000 Fans beim Benefizkonzert „Michael Jackson and friends“. Um 15 Uhr hatte die mehrstündige Veranstaltung begonnen, deren Ende man etwa für kurz nach Mitternacht erwartete. Gerade hatte der Österreicher Udo Jürgens seinen Auftritt beendet und war mit Applaus verabschiedet worden, bevor die französische Sängerin Patricia Kaas direkt nach ihm folgte „Ich will ja wirklich keinen Stress schieben, aber danach seid ihr schon dran.“ erklärte die Brünette und blätterte in ihrem Ablaufplan. Bei manchen Veranstaltungen war man als Security fast schon eine Art vorübergehender Manager, denn es gab so dermaßen vieles zu beachten, vor allem wenn internationale Größen wie Jackson mit von der Partie waren. „Wenn er bis dahin nicht hier ist, dann müsst ihr ohne ihn raus. Es wurde seitens der Veranstalter eindeutig gesagt, dass Änderungen im Plan absolut keine Option sind“. Joey Kelly war ausgerechnet an diesem Tag beim Triathlon, hatte jedoch eigentlich fest zugesagt, dass er rechtzeitig kommen würde. Das hätte vor genau einer Stunde sein sollen und jetzt war nach wie vor nichts von ihm zu sehen. Jimmy machte unterdessen sein eigenes Ding in Irland und Patricia fehlte Krankheitsbedingt. „Dann fehlt uns eine E-Gitarre und eine Stimme bei „We are the world“, was wir wegen Patricia und Jimmy sowieso schon umgestellt haben“, warf Angelo ein und Elaine nickte. „Vorschläge?“

„You're gonna step in for him!“, rief John herüber und grinste, während er an den Knöpfen eines Outfits herum friemelte, dass Elaine nie zuvor bei ihm gesehen hatte. „Oh ja, genau. Wenn ihr wollt, dass die Zuschauer weg laufen, dann schickt mich on stage mit Gitarre und Mikrofon“, gab die Sicherheitsangestellte belustigt zurück und betrachtete ihn von oben bis unten. „Konnichi wa übrigens!“, spielte sie grinsend auf sein eindeutig asiatisches Outfit an, welches sie stark an Yoga oder andere Meditationsmethoden erinnerte. „Das hier ist aus China und du „sprichst“ gerade japanisch“ ,wurde sie prompt von John belehrt und machte ein dummes Gesicht. „Japanisch könnt ihr auch noch?“ Alle schüttelten den Kopf. „Nein, aber trotzdem“. Augenrollend sah die junge Frau wieder auf ihre Uhr, als ihr Vater den Kopf zur Tür hereinstreckte, weil es wohl gleich Zeit wurde, auf die Bühne zu gehen „Und?“ Elaine verneinte, doch gerade in dem Moment sprintete der bisher fehlende Joey in die Kabine und zog direkt über sein Trikot ein weißes Rüschenhemd. „Habs gleich!“, gab er sehr amüsiert zu verstehen und war tatsächlich innerhalb weniger als einer Minute fertig. „Warum trödelt ihr so!“, war er dann auch der erste, der wieder zur Tür hinaus rannte in Richtung der Bühne und Elaine konnte nur den Kopf schütteln.

Inzwischen schien man sich daran gewöhnt zu haben, dass auch noch andere mit in den Garderoben waren und so verabschiedete sich Paddy jetzt vorübergehend von Raelyn, die zumindest bei Konzerten in Deutschland häufig mit kam. Außerdem hatte Angelo es, mit ein wenig Hilfe von Elaine, kurz nach Weihnachten tatsächlich endlich geschafft, seine angebetete Kira für sich zu gewinnen. Auch zwischen den beiden gab es einen flüchtigen Kuss, worauf Adam seinem jüngeren Cousin mit einem übertriebenen „Oooooh“ den Kopf tätschelte, bevor sie gemeinsam hinaus gingen. Die beiden Mädchen wurden von einem Sicherheitsmitarbeiter begleitet und an einen Platz geführt, von wo aus sie das Geschehen auf der Bühne für eine Weile beobachten konnten. „Und was ist mit mir?“, hörte Elaine sofort eine leise Beschwerde, nachdem John extra seinen Geschwistern allen den Vortritt gelassen hatte. „Ich bin im Dienst. Das ist der unterschied zwischen mir und denen“, erinnerte sie ihn gleich, schmunzelte aber über seinen scheinheiligen Gesichtsausdruck.
Prüfend sah Elaine zur Tür, ob auch tatsächlich niemand mehr in direkter Nähe war, kam dann mit schnellen Schritten hinüber und küsste ihn tatsächlich so überschwänglich, dass er hinterher doch ziemlich zerzaust wirkte. „Nun verschwinde endlich!“, scheuchte Elaine ihn Richtung Bühne. Was sie nicht wusste war, dass sie mit ihrem Verhalten den Musiker nur noch in einer Idee bestärkte, über die er schon mehrere Tage immer wieder nachdachte.

Der Auftritt sollte zwei Lieder beinhalten, von denen Elaine das erste nicht mitbekam, weil sie sich mit einigen Kollegen noch eben austauschte. Manchmal war es ja doch interessant, was die unterschiedlichen Prominenten für Eigenheiten und Macken hatte, wobei die Brünette selbst sich in dem Bezug nur über wenig beschweren konnte.
Der erste Song war gerade zu Ende und als Elaine sich nach einem prüfenden Blick neben Angelo's Freundin Kira stellte, hörte sie gerade, wie John über sein Mikro die Zuschauer ansprach. „Sing with us now. You know this song“, hörte sie seine Stimme und suchte dann auch schon die entsprechende Stelle wo er am Bühnenrand stand, während die ersten Klänge des folgenden Songs eingespielt wurden. „Wann wollt ihr endlich diese Geheimnistuerei bleiben lassen?“, fragte die Dunkelhaarige aus Rostock und musterte Elaine interessiert. „Shht!“, machte die deutsch-Irin sofort und deutete mit dem Kopf zu Raelyn, die nicht weit von ihnen stand. „Jah sorry, aber das hält man ja im Kopf nicht aus!“, raunte Kira noch, doch sie bekam von Elaine keine Antwort mehr, sondern nur noch einen finsteren Blick.
„*There comes a time when we need certain call
When the world must come together as one“, klang es von der Bühne und Elaine merkte selbst, dass sie viel zu fixiert hin sah, als Kira ihr auch schon einen Stoß mit dem Ellenbogen verpasste. „Gib dir einen Ruck, was ist denn schon dabei?“ Elaine sagte immer noch nichts, denn sie hatte ihrer Freundin schon mehrfach erklärt, warum sie sich nicht öffentlich „outen“ wollte und generell die ganze Beziehung (in sofern man es so nennen konnte?) lieber für sich behielt. „Hat er denn kein Problem damit, sich immer zu verstecken?“, hakte Kira weiter und Elaine schüttelte nur den Kopf. „Ich möchte das nicht ausdiskutieren“. Damit war sie dann auch schon weg. Scheinbar schien „keine Diskussion“ in dem Bezug ihre liebste Ausrede zu sein.

Das Konzert sollte zwar noch einige Stunden dauern, doch jedem, der seinen Auftritt hinter sich hatte, stand es frei zu gehen. Um ehrlich zu sein war es im völlig überfüllten Backstagebereich sowieso nicht besonders angenehm und so entschied man sich ziemlich schnell und einstimmig, doch besser zurück ins Hotel zu fahren. Im Normalfall war keiner der Kellys wirklich der Typ dafür, im Hotel zu übernachten, doch die Münchner Gastronomen und Gastwirte trugen so eben auf ihre Weise zum Wohltätigen Hintergrund der großen Veranstaltung in ihrer Stadt bei, indem sie Unterkünfte für die Internationalen Gäste kostenlos zur Verfügung stellten.
Am Sheraton München Arabellapark angekommen, stellte sich bald heraus, dass der ein oder andere auf der Fahrt doch seine eigenen Pläne geschmiedet hatte. So wollten Barby und Maite mit Joey's Freundin Tanja – einer professionellen Tänzerin – noch in einen Club. Die anderen, die im Hotel blieben, ließen sich schließlich von Paddy zu überreden, sich ein paar Drinks am hoteleigenen Pool zu genehmigen. Elaine hatte – wie üblich bei geschäftlichen Reisen – keine passende Kleidung dabei. An der Rezeption allerdings konnte man tatsächlich von Kosmetik, über Socken, bis hin zu Kuchen praktisch alles kaufen und Kira grinste breit, als sie ihrer Freundin einen dunkelblauen Bikini in die Hand drückte. „Untersteh dich, nun wieder zu sagen, dass du im Dienst bist. Umziehen, hopp!“, ließ die dunkelhaarige Freundin von Angelo keine Widerrede zu und war ausgesprochen zufrieden, dass man ihrer Anweisung tatsächlich Folge leistete.

Zwar fühlte Elaine sich ein wenig Unwohl, als sie zwischen den anderen so mehr oder weniger privat am Hotelpool saß, doch nach dem ersten Piña Colada schien ihre Anspannung sich zumindest ein wenig zu lösen. „Elaine! Ich hab nicht gewusst, dass du auch was anderes tragen kannst als die schwarzen Männeranzüge deines Vaters!“, rief Joey lachend vom Wasser aus herüber, wo er mit seinem Cousin Adam einen Ball hin und her warf. „Haha!“, machte die Brünette kurz, stand dann auf und kickte mit einem Fuß am Beckenrand Wasser in Richtung Joey, was die anderen scheinbar amüsierte. „Ich wusste nicht mal, dass sie eine Frau ist“, mischte John sich ziemlich provokant ein und klatschte sich mit Paddy ab, neben dessen Liege er kurz gestanden hatte, ehe er wieder auf seine eigene ging. „Ja, ne?“, lachte Elaine's Ex und auch Raelyn neben ihm stimmte kichernd zu.
Die junge Frau griff nach einem Handtuch und holte damit nach ihrem vermeintlich heimlichen Freund aus, um ihm für diese Frechheit eins zu verpassen. „Pass du lieber auf, dass du bestimmte Kleider vom Yoga nicht mit deinem Bühnenoutfit verwechselst!“ Womit sie nicht gerechnet hatte war, dass er so schnell nach dem Stück Stoff greifen konnte, kräftig daran zog und Elaine mit erschrockenem Gesicht plötzlich auf seinem Schoß saß. „Nicht...“, die anderen kicherten und John grinste zu ihr hinauf. „Ist doch Spaß, hab dich nicht so“, wischte er ihre Bedenken beiseite und schien damit auch wirklich recht zu haben.
Sie waren an diesem Abend alle ganz gut drauf und obendrein kannte Elaine die Familie nun so lange, war praktisch mit jedem von ihnen auch privat befreundet, dass niemand auch nur annähernd verdacht schöpfte. Okay, Kira und Angelo wussten zwar tatsächlich Bescheid, doch sie hätten nie aus eigenem Ermessen etwas davon nach außen dringen lassen, in sofern die eigentlich Beteiligten das nicht wollten.

Für gewöhnlich trank Elaine eigentlich keinen Alkohol, wenn sie im Dienst war, doch nun ließ sie sich einfach von der allgemeinen Heiterkeit anstecken und es blieb eben nicht bei dem einen Drink, weil immer wieder einer nachbestellte und ihr ein neues Glas in die Hand gedrückt wurde. Es kam zu den üblichen Blödeleien, die man an und in einem Pool eben so veranstaltete, doch spätestens dann, als Raelyn und Paddy, sowie Kira und Angelo sich verabschiedeten (es war inzwischen bereits Nacht geworden) trat auch die junge Security langsam den Rückzug an. „Gehst du auch schon?“, fragte ein gut angeheiterter Joey, der unter polterndem Lachen von Adam gerade versuchte, seinen verschütteten Drink mit der Hand zurück ins Glas zu schieben. „Ich muss früher Raus als ihr und auch einen klaren Kopf haben, während ihr noch im Bus pennt“, erinnerte die Brünette ihn, dass sie eigentlich zu Arbeiten hatte und der Sänger hob die Schultern, nickte dann aber trotzdem, auch wenn er schon wieder völlig auf seinen Whiskey auf den Poolfliesen konzentriert war.
Vor dem Hinausgehen sah Elaine noch kurz zu John und hob lächelnd eine Hand. Dass er ihr ziemlich verdächtig hinterher sah, entging ihr natürlich und die beiden anderen waren sowieso längst nicht mehr bei der Sache.

Nach einer Dusche in ihrem Zimmer lag Elaine irgendwann im Bett und runzelte die Stirn über die zuerst undefinierbaren Geräusche aus dem Nebenzimmer. Sie hoffte, es wäre nur etwas vorübergehendes, doch als die Laute mit der Zeit immer intensiver wurden, ging ihr ziemlich plötzlich ein Licht auf und ließ sie die Decke über den Kopf ziehen. „Oh du meine...“, murmelte sie seufzend und versuchte die Geräuschkulisse irgendwie auszublenden. Leider dauerte der „Spaß“ noch eine ganze Weile und als es endlich wieder ruhig war, erlaubte sich tatsächlich auch noch jemand die Frechheit, bei Elaine zu klopfen. Im Halbdunkel öffnete sie die Tür und stand John gegenüber, der sich seitlich an den Rahmen gelehnt hatte und lächelnd zu ihr hinab sah. „Ich muss dir etwas sagen, kann ich bitte reinkommen?“, fragte er leise und Elaine trat gleich einen Schritt zur Seite, damit er an ihr vorbei kam. In erster Linie dachte sie natürlich daran, wie andere es beurteilen würden, wenn man sie dabei erwischte, sich gegenseitig nachts im Hotelzimmer zu besuchen. Zum zweiten war sie natürlich durchaus neugierig, was der Musiker ihr zu sagen hatte.

Kaum dass die Tür geschlossen war, trat er direkt vor Elaine und sah ihr sofort eindringlich in die Augen. Er hatte keine Ahnung davon, wie wild ihr Herz angefangen hatte zu pochen und wenn es nicht so absurd wäre, dann hätte sie in dem Moment und bei seinem Verhalten fast mit einem Heiratsantrag gerechnet.
„Wir müssen endlich sagen was Sache ist“, begann er leise, jedoch mit deutlichen Worten, und gab damit auch sofort preis, was ihn beschäftigte. Man konnte sehen, dass er von seiner Sache überzeugt war und es auch vollkommen ernst meinte, mit so etwas würde er auch unter keinen Umständen blöde Scherze treiben. „Du weißt, dass das nicht geht. Ich will mir gar nicht vorstellen, was wir damit auslösen“. Doch sofort schüttelte John den Kopf. „Vorhin am Pool mit den anderen...“ Er hatte seine Brüder und deren Freundinnen beobachtet und was ihm sowieso schon längst klar geworden war, hatte sich dadurch nur noch verstärkt. „Ich kann und will mich nicht länger verstecken, verstehst du? Es mag sein, dass alles unter den falschen Voraussetzungen angefangen hat, aber ich stehe zu meinen Fehlern. Und...“ nun griff er nach ihren Händen und hielt sie fest.
„Wir müssen es IHM zuerst sagen“. Elaine erschrak, denn vor einem Gespräch mit Paddy fürchtete sie sich nach wie vor am meisten. Sie redeten inzwischen zwar normal miteinander, aber durch so ein Geständnis würde nur alles wieder in Erinnerung gerufen und womöglich sogar noch verschlimmert werden.

„Du weißt, dass das nicht geht. Er ist dein Bruder, hast du das vergessen?“, stotterte die Brünette und zog dann ihre Hände langsam zurück. Warum nur hatte er plötzlich so einen unglaublichen Drang zur Wahrheit. „Eben weil er mein Bruder ist. Wir konnten uns immer alles sagen früher. Und langsam scheint das auch wieder zu funktionieren, Raelyn tut ihm wirklich gut. Elaine, ich will auch nichts vor ihm verheimlichen müssen und ganz besonders nicht das, was wir...“ nein, das klang falsch, denn er wollte ja über das sprechen, was in ihm selbst vorging. „.. was ich für dich empfinde“, korrigierte er den Satz noch und sah Elaine dabei zu, wie sie sich nervös die Haare aus dem Gesicht strich.

„Ich hab ihm wirklich genug angetan und jetzt wo es ihm langsam wieder ein wenig besser geht, muss ich das nicht gleich wieder schlimmer machen“, äußerte sie erneut das, was sie in dem Zusammenhang immer wieder in Gedanken quälte. „Krieg endlich dieses verfluchte Helfersyndrom in den Griff!“, fuhr John sie plötzlich ungehalten an, denn es machte ihn einfach wahnsinnig, wie sie ständig nur an andere dachte und sich selbst überhaupt nichts zugestand. „Und du bist nicht ständig an allem Schuld, um Himmels Willen!“ wie konnte ein einzelner Mensch nur so viel schlechtes von sich selbst denken? Er begriff es nicht, denn Fehler machte jeder, aber Elaine bestrafte sich ja praktisch täglich selbst dafür.
„Ich hab kein Helfersyndrom, ich sehe einfach nur, wenn ich etwas falsch gemacht habe, verstehst du?“, fauchte sie nicht weniger laut zurück wie er kurz zuvor und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich kann doch nicht nur wegen meiner eigenen Bedürfnisse einen Familienstreit riskieren, schon mal drüber nachgedacht?“, legte die junge Frau gleich noch nach und sah ihn mit einem entgeisterten Blick an. John hatte wirklich mühe, nachzuvollziehen, was sie da gerade alles von sich gab, denn es war teilweise von ihr einfach so völlig falsch interpretiert.

„Deine Bedürfnisse? Du hast welche? Ich wäre kaum drauf gekommen, denn du versteckst ja lieber alles und behältst es für dich.“ Das war ein Tiefschlag und er hatte leider sogar recht damit, doch in dem Moment war Elaine natürlich viel zu stolz um das zuzugeben. „Willst du echt deinen eigenen Bruder unglücklich machen, nur weil wir eine kleine .. Geschichte am laufen haben?“, sie fand nicht den richtigen Ausdruck, doch allein das Wort „klein“ zog ihm ja fast den Boden unter den Fußen weg. „Klein.. ich verstehe. Dann haben wir womöglich einfach zwei unterschiedliche Meinungen, was das angeht.“ Ihm war die Sache mit Elaine inzwischen ganz und gar nicht mehr „klein“ erschienen, denn sie war der erste Mensch überhaupt, für den er sein komplettes Leben ändern würde.
„Und was denkst du, wie die anderen sich fühlen? Nicht nur Paddy. Das ist deine Familie und wir haben ihnen über Monate... Jahre hinweg etwas vorgemacht!“. Langsam platzte ihm wirklich der Kragen und was die Lautstärke anging, war es ihm nun völlig egal, ob man bereits von Nachtruhe reden konnte. „Du redest ständig nur davon, was die anderen denken, was Paddy denkt oder sonst wer. Er ist mein Bruder. Weil er das ist kenne ich ihn und er wird uns verzeihen können, verstehst du? Hast du dich schon jemals gefragt, wie ICH damit klar komme?“ Nun wusste sie nicht, was die beste Antwort gewesen wäre und schwieg vorerst nur, doch er war sowieso noch nicht fertig. „Ich kann so nicht weitermachen, Elaine. Diese Heimlichkeiten bringen mich um. Ich teile mit meiner Familie, wenn es mir nicht gut geht und ebenso will ich es auch können, wenn ich glücklich bin. Ist das SO schwer zu verstehen“. Noch immer fehlten ihr die Worte, doch der Gesichtsausdruck sagte nicht unbedingt, dass sie bald nachgeben würde.

„Ich kann nicht mein ganzes restliches Leben auf einer Lüge aufbauen, nur weil du Probleme lieber in dich hinein frisst, anstatt dich der Lösung zu stellen“. Er atmete tief ein und aus, wobei er Elaine kopfschüttelnd ansah und jetzt war sie tatsächlich wieder dazu bereit, etwas zu sagen. „Dann wirst du den Rest deines Lebens ohne mich verbringen müssen“, sagte sie ganz leise und war gleich darauf fast selbst über ihre Worte erschrocken, doch das war es, was sie gedacht (und dann auch laut ausgesprochen) hatte.
Er war blass geworden und sie fühlte sich nicht weniger mies. „Warte..“, er gab einen Ton von sich, der eine Mischung aus Lachen und entsetztem Keuchen war. „...machst du gerade Schluss mit mir?“ Die Dunkelhaarige brachte zuerst keinen Ton mehr heraus und blickte zur Seite – Hauptsache ihn nicht ansehen müssen – wobei sie mehrmals schluckte und das Gefühl hatte, sie müsste sich gleich übergeben.
„Geh bitte...“, sagte sie irgendwann leise, drehte ihm den Rücken zu und hörte dann nur noch, wie die Tür ins Schloss fiel. Elaine warf sich auf ihr Bett und zog die Decke über den Kopf. Am liebsten wollte sie nie wieder aufstehen.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
mpk1981 02. Aug 2017

Hallo, ich habe hier schon ganz vieleFF gelesen, aber erst deine hat mich dazu bewogen das ich mich hier anmelde. Ich wollte einfach los werden wie toll ich deine Geschichte finde. Ich hoffe es geht bald weiter. Eine Vermutung lässt mich seit mehreren Kapiteln nicht mehr los: Ich glaube ja das John Noahs Vater ist und hoffe inständig das sie es ihm bald sagt, weil er kinder ja so liebt. Am anfang musste ich mich erstmalan die Geschichte gewöhnen, da es nicht um Paddy ging(er hat mich schon immer fasziniert) und mit John konnte ich nichts anfangen, da er viel älter ist. Aber durch deine FF hast du ihn mir näher gebracht und man könnte meinen das man ihn und seine Familie schon ewig kennt.
Ich freue mich auf neue Kapitel
Liebe grüße

Casnix 02. Jul 2017

Die Geschichte ist wirklich schön :) Ich hoffe auf ein Happy End - nach so langer Zeit. Echt schön, jeden Abend was Neues zu lesen. Und mir gefällt, dass auch mal John der Hauptcharakter ist. Tolle Idee.

JuliehCan 29. Jun 2017

Ich freue mich jedes Mal wenn du wieder ein neues Kapitel hochlädst...du schreibst so toll und deine Geschichte ist einfach nur interessant :-) mach weiter so

Cherry84 29. Jun 2017
Aww, vielen Dank für die netten Worte ^-^