Eislöwen

vor 7 Tagen
Eine FanFiktion über die Serie TheTribe
The Tribe Allgemein P12 Fantasy In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
  • Winterschnee
Bemerkung des Authors: Das ist meine erste FF über The Tribe. Also nehmt es mir bitte nicht übel wenn in der Story nicht alles so perfekt ist.

Winterschnee

10 Monate. 10 Monate ist es her seid das Virus alle Erwachsenden auf der ganzen Erde tötete. Nun waren nur noch Kinder und Jugendliche am Leben.
Als das Virus ausbrach dachten die Menschen zunächst noch sie könnten ihn irgend wie wieder eindämmen, doch so war es nicht. Seid mehr als 12 Wochen zogen Xena, Fynn und Ich nun durch die Vororte unserer Gegend immer auf der Suche nach Essen, Wasser und einem halbwegs sicheren Platz zum schlafen. Als wir an diesem Nachmittag eine Seitenstraße betraten  wussten wir nicht was uns erwarten würde. "Müssen wir hier wirklich übernachten, Jana?" fragte mich Fynn mit halbgespielten Gejammer. Ich seufzte und nahm sie in den Arm. "Es gibt leider nichts anderes wo wir hinkönnen" antwortete ich und suchte in meiner Tasche nach dem winzigen Schraubenzieher mit dem ich versuchen würde das kleine Fenster auf der Rückseite dieses alten Fabrikgebäudes aufzubrechen um ins Innere zu gelangen. Ich schoss ein Stoßgebet zum Himmel in dem ich darum bat das Gebäude möge leer und möglichst ungezieferfrei sein. Wenn ich daran dachte noch eine Nacht in der Kanalisation zu verbringen wurde mir übel. Ich setzte den Schraubenschlüssel an den Rahmen des Fensters und begann zu hebeln. Hin und her. Durch das Fenster konnte ich einen dunklen,  halb Unterwasser stehenden Korridor von ca. 20 Metern länge erkennen. Hin und her. "Schaffst du es?" fragte Xena. "Ich glaube schon" antwortete ich und hebelte weiter. Hin und her, hin und her, hin und her. Endlich machte es KRACK und das Fenster sprang auf der linken Seite aus seinem Rahmen. Langsam kletterten wir drei einer nach dem anderen durch das Fenster. Es platschte jedes mal laut als wir in den halbüberfluteten Korridor landeten. Das nach Abfällen und Benzin stinkende Wasser war tiefer als ich gedacht hatte. Bis zu den Fußknöcheln durch die ekelhafte Brühe wartend begannen wir uns den Flur hinunter zubewegen. Die Wände waren mit alten Graffiti und verblasten Postern verziert. Als wir um eine Ecke bogen sah ich ein geplatztes Abwasserrohr aus einer Wand ragen. Jetzt wussten wir wo das ganze Wasser herkam. Ich war froh als wir eine kleine Treppe erreichten die in eine höherliegende, treckende Ebene führte. Auf dieser gab es einen ca. 20 x 30 Meter großen Saal mit zerbrechenden Fenstern auf der linken und drei Holztüren auf der rechten Seite.  
Vorsichtig öffnete Xena eine dieser Türen....und sprang nur eine Sekunde später kreischend zurück. Fynn und ich fuhren herum. Eine Horde großer Ratten huschte an uns vorbei. Als ich zu Xena schaute war diese blaß wie ein Geist. "R-Ratten...." stammelte sie "...ich....ich hasse die Ficher...!" Ich schaute den Tieren nach als sie in dem weitläufige Raum verschwanden. "Lasst uns bitte schnelle weiter gehen" schlug  Fynn vor.

Wir folgten der Idee. Nie würde ich Xena dazu bringen können in einen Raum hinein zu gehen aus der gerade eine Rattenhorde heraus gekommen war. Nie! Ehr würde sie sich einen Arm oder ein Bein abhacken lassen als mit derartigen Tieren in einem Zimmer zu sein. "Spinnen, Schlangen, Insekten..." sagte sie schimpfend zu sich selber "...alles gerne. Aber doch keine Ratten!"  Wir gingen, unter einer gehörigen Portion Vorsicht, an der Wand entlang zur nächsten Tür. "Also ich mache hier keine Tür einfach so wieder auf" sagte Xena. Also war ich es die die Klinge herunter drückte. Die Tür schwang, unter furchtbarem quietschen, nach Innen auf. Alles ruhig, alles leer, keine Ratten da. Ich meinte Xena neben mir aufatmen zu hören. Der Raum hinter der Tür schien mal ein Großraumbüro oder so etwas in die Richtung gewesen zu sein. Der Boden war mit grauem Teppich ausgelegt der jedoch durch einsickerndes Regenwasser hoffnungslos durchnässt war.  Am Ende des Raumes gab es eine weitere Tür. Hinter dieser fanden wir einen kleineren Raum in dem sich noch ein alter Schreibtisch und ein umgekippter Bürostuhl befanden. "Wir sollten hier bleiben" schlug ich vor "Wenigstens für diese Nacht." "Hier?...." fragte Xena mit leicht ängstlicher Stimme "Hier in einem Gebäude voller Ratten?" "Wenn du einen besseren Vorschlag zum übernachten hast, dann raus da mit" sagte Fynn. Seufzend längte Xena schließlich ein. Ich setzte meinen Rucksack ab und nahm unsere Decken und unseren einzigen Schlafsack heraus. "Haben wir noch irgend was zu essen, Jana?" fragte  Fynn. Ich suchte tiefer in meinem Rucksack. "Ein Paar Wildvogeleier und etwas Kaninchenfleisch" sagte ich und packte unsere Vorräte aus. Klack, Klack.  "Mist" sagte Xena als sie merkte das ihr Feuerzeug den Geist aufgegeben hatte. "Willst du hier drinnen etwa ein Feuer anzünden?" fragte Fynn. Sie schüttelte den Kopf, dabei schlugen ihre, zu nach hinten einem Pferdeschwanz zusammengebunden Haare, auf ihrem Rücken hin und her.
 
"Was würde ich jetzt geben für eine Badewanne voller warmen Wasser" sagte sie anschließend. Wir nickten gleichzeitig.
Vor dem Virus war alles so selbstverständlich für uns: Sich Baden, jeden Tag saubere Kleidung, Essen, Trinken. Nun mussten wir jedes mal wenn wir uns waschen wollten darauf hoffen irgend wo einen sauberen Bach, Teich, oder See zu finden. Mit dem waschen unserer Kleidung sah es nicht anders aus. Ich trug immer noch die gleichen Klamotten in dehnen ich vor 10 Monaten von Zuhause wegging. Ich hatte sie zwar bei jeder, sich bietenden Gelegenheit gewaschen trotzdem fühlten sie sich langsam wie Stoffsäcke auf der Haut an. Auf unserer "Reise"  hatte ich gut und gerne 15 Kilo an Gewicht verloren. Früher währe ich froh gewesen niemals zuzunehmen. In meiner jetzigen Lage würde ich mich über jedes, zugenommene Kilo freuen.
Überhaupt konnte ich das, was ich in den letzten 7 Tagen gegessen hatte, an einer Hand abzählen: Kaninchenfleisch, Wilderdbeeren und ein paar Löwenzahnblätter.
In der Woche davor war es sogar noch weniger gewesen. In einem kleinen Topf, von dem ich nicht wusste wo Fynn ihn her hatte, kochten wir die Eier und teilten sie dann unter uns auf. Anschließend aßen wir etwas von dem Kaninchenfleich und packten den Rest wieder ein. Ich hatte keine Lust Spuren zu hinterlassen dass hier jemand übernachtet hatte. Genau in dem Moment, wir hatte gerade alles wieder verstaut, hörten wir ein Geräusch. Ich zog meine einzige Waffe: Ein kleines Taschenmesser welches ich schon vor dem Virus immer bei mir gehabt hatte und schlich zur Tür. "Da ist jemand" flüsterte ich. "Sei vorsichtig Jana" sagte Fynn und die Angst schwang in seiner Stimme mit. Dann riss ich die Tür auf....und schaute in die entsetzten Gesichter eines ca. 15 Jahre alten Jungen und eines Mädchens die ich auf ungefähr 17 schätzte.
  
"Wir sind unbewaffnet" sagte das Mädchen mit ängstlicher Stimme. "Ist gut" sagte ich und lies das Messer sinken, beide nahmen die Arme runter "....Ihr habt uns nur erschreckt..." Fynn und Xena hatten sich hinter mich gestellt. "Wir dachten ihr seid....Wilderer" sagte das Mädchen. Der Junge, der in der Lederjacke die er trug förmlich zu versinken schien, nickte immer noch leicht ängstlich. Wilderer, eine Bande schwarz gekleideter Typen die die Gegend unsicher machten und auf der Suche nach Nahrung auch nicht vor Überfällen zurück schreckten. Ich hatte sie erst zwei mal gesehen und war nicht sonderlich scharf darauf einen von ihnen zu begegnen.
"Wir sind auf der Suche nach einem Versteck für die Nacht...und nach etwas zu essen" sagte das Mädchen. Xena, Fynn und ich tauschten Blicke. "Wir haben leider selber nicht sehr viel" erklärte ich. in diesem Moment tropfe etwas von Oben auf meinen Kopf. Die Decke des Raumes war doch nicht so dicht wie ich es gedacht hatte. Jetzt erst erkannte ich die beiden großen Wasserflecken an der Decke. "Ich finde wir sollten abstimmen ob die beiden bei uns bleiben sollten" schlug Fynn vor. Xena und ich tauschten Blicke und hoben gleichzeitig die Hand. Fast im selben Moment schoss auch Fynns Hand nach oben.  "Einstimmig!" sagte Fynn. Das Mädchen und der Junge, die sich uns als Charlotte und Justin vorstellten, betraten den Raum. Keiner besaß essbare Vorräte. Alles was Justin in seiner Jacke mit sich herum trug war eine Rolle Draht und eine Packung Streichhölzer. "Habt ihr irgend wo Hinweise gefunden das sich hier noch andere Leute aufhalten?" fragte Charlotte. Ich schüttelte den Kopf und antwortete "Nein, wir sind glaube ich alleine in dem Gebäude." "Jetzt mal was anderes" begann Fynn "Wollen wir hier wirklich auf dem Fußboden übernachten?" In diesem Moment fiel mir der Tisch wieder ein den ich im nächsten Raum gesehen hatte. Ich ging hin und zog an der Türklinke. Im letzten Moment sprang ich zurück. Die Tür viel aus ihren Angeln und landete unter lautem schäpern vor mir auf dem Fußboden. "Das war knapp" sagte Charlotte. Ich konnte nur nicken während ich mich von dem Schrecken erholte.
Anschließend versuchte ich den Tisch in der Ecke des Raumes hoch zu heben. "Ich helfe dir!" sagte Justin. Zusammen trugen wir den Tisch in das andere Zimmer. Dadurch schuffen wir in dem  kleinen Raum so viel platz das wir zu fünft in dem Raum übernachten konnten. Ich schloss die Tür und wir versuchten es uns in dem engen für die Nacht gemütlich zu machen. Ob wohl gemütlich wohl kaum das richtige Wort war. Jeder von uns hatte gerade so viel platz um sich einmal herum zu drehen.

Als ich am nächsten Morgen, durchgefroren und vollkommen gerädert, aufwachte brauchte ich ein paar Sekunden um wieder zu wissen wo ich war. Doch nach einigen Sekunden der Verwunderung wusste ich es wieder. Außer Charlotte und Fynn schliefen alle anderen noch. Die beiden saßen im Vorraum und trafen allem Anschein nach Vorbereitungen um draußen nach Essbarem zu suchen. Die beiden verstanden sich in meinen Augen außergewöhnlich gut für Leute die sich erst seid ungefähr einem halben Tag kannten. „Wo willst du anfangen mit suchen?“ fragte Charlotte. „Am besten in der Umgebung“ schlug Fynn vor. Zusammen verließen sie das Gebäude. In diesem Moment, und ich wusste nicht weshalb, überkam mich ein merkwürdiges Gefühl. Ich wusste nicht wo ich sie hinstecken sollte doch Charlotte kam mir merkwürdig bekannt vor. Irgend wo hatte ich sie schon mal gesehen. Ich wusste nur nicht wo ich sie hinstecken sollte. Im Kopf ging ich alle Leute durch an die ich mich aus meiner Schulzeit noch erinnern konnte doch Charlotte war nicht dabei. Trotzdem würde ich Stein und Bein schwören das ich sie schon mal irgend wo gesehen hatte. Dies musste irgend wann vor dem Virus gewesen sein, doch wann nur? Ich wusste es nicht. Als die anderen nach und nach erwachten konnten wir nichts weiter tun als aus Charlotte und Fynn zu warten. Die Zeit verging und verging doch sie kamen nicht wieder. „Hoffentlich ist ihnen nichts passiert“ sagte Xena. „Wenn sie bis um 10 Uhr nicht zurück sind sollten wir uns auf die Suche nach ihnen machen“ schlug Justin. So wohl Xena als auch ich nickten. „Hat jemand eine Uhr?“ fragte ich in den Raum hinein doch jeder den ich anschaute schüttelte den Kopf. Zeit spielte eh kaum noch eine Rolle. Seid die Erwachsenden tot waren standen fast alle Uhren still. Die letzte funktionierende Uhr an die ich mich erinnern konnte befand sich am Bahnhof meiner Heimatstadt. Also blieb uns nichts weiter übrig als weiter zu warten. Es verging noch eine weitere, geschlagene Stunde, dann hörten wir Schritte. Die Tür ging auf und Fynn und Charlotte kamen herein. „Tut uns leid wenn ihr euch Sorgen gemacht habt“ sagte Fynn „Aber wir mussten draussen den Wilderern ausweichen.“ „Habt ihr etwas gefunden?“ fragte Xena und hielt sich den Bauch. „Leider nicht sehr viel“ antwortete Fynn. Er hielt einen Beutel hoch aus dem er ein paar Konservendosen und eine Packung Trocken-Fleisch heraus holte. „Dies reicht nie und nimmer für uns alle“ sagte Xena.Ich seufzte und nahm mir eine der Konservendosen. Ich war froh das sie eine Lasche zum Aufreißen hatte. Leider war das Etikett der Dose ausgeblichen so das man nicht mehr erkennen konnte was sich in ihrem Inneren befand. Charlotte nahm sich ebenfalls eine der Dosen auf der man noch ganz schwach das Wort Bohnensuppe lesen konnte. „Wer hat Lust auf kalte Bohnensuppe?“ fragte ich im Scherz in die Runde. „Ich nicht“ antwortete Fynn lachend. Im Augenwinkel sah ich wie Xena den Raum verlies. Verwundert folgte ich ihr in den Vorraum. In diesem sah ich wie sie versuchte in einer Raumecke mit Holzstock herumwerkelte. Ich ging zu ihr und lupte über ihre linke Schulter. Xena hatte sich den Stock zwischen die Hände geklemmt und versuchte diesen zwischen ihnen so schnell es ging zu drehen. Unter die Spitze des Stockes hatte sie einen Haufen trockene Blätter und Gras gelegt. „Klappt es?“ fragte ich. „Ich hoffe es“ antwortete Xena. Sie klemmte sich die Zunge zwischen die Lippe. Inzwischen waren auch Fynn und Justin zu uns gestoßen. „Das muss etwas schneller sein“ sagte Fynn und hockte sich zu Xena herunter. Sie gab ihm ohne Worte den Stock und stand auf. Nun sahen wir Fynn zu wie er probierte ein Feuer anzuzünden. Seine Hände rieben über den Holzstock. Mach endlos erscheinenden Minuten sahen wir endlich Rauch. „Es qualmt schon mal“ sagte Fynn. Immer weiter hielt er den Stock in einer Drehbewegung und dann endlich: Flammen!

Ich meinte alle um mich herum erleichtert seufzen zu hören. Wir legten vertrocknete Pflanzenreste und etwas Holz auf die Flammen um das Feuer größer zu machen. Die Wärme tat gut. Ein Glück saßen wir in einer Ecke des Raumes in dem kein Teppich lag. „Wir sollten uns hier mal genauer umschauen“ sagte Xena „Dieses Gebäude ist so groß.“ Ich nickte und antwortete: „Gute Idee.“