Kohlrabenschwarz

vor 2 Mon.
Ich würde sterben, diese schreckliche Tatsache wurde mir mit einem Mal klar. Ich wusste nicht wie oder wann, nur, dass es eben geschehen würde. Doch was viel schlimmer als mein unvermeidbarer Tod war, war das Wissen, dass es meine eigene Schuld war. Die eigene Dummheit, der eigene Stolz. Das Licht hatte mich geblendet. Für einen kurzen Moment ..
Fantasy - modern Fantasy P12 Romanze In Arbeit
Bemerkung des Authors: ____ Soo das war erstmal das erste Kapitel. Es ist noch nicht sonderlich viel passiert, aber das wird sich nach und nach noch ändern >:) Erstmal danke, dass ihr bis hierhin gelesen habt. Reviews sind natürlich immer gerne gesehen, ich werde versuchen einmal die Woche neue Kapitel zu posten. (Montag) Wenn ich gerade denke, dass ich genug vorrätig habe vielleicht auch öfter :P Ich hoffe man sieht sich wieder <3 Luna

Von parallelen Universen

Ich würde sterben, diese schreckliche Tatsache wurde mir mit einem Mal klar. Ich wusste nicht wie oder wann, nur, dass es eben geschehen würde. Doch was viel schlimmer als mein unvermeidbarer Tod war, war das Wissen, dass es meine eigene Schuld war. Die eigene Dummheit, der eigene Stolz. Das Licht hatte mich geblendet. Für einen kurzen Moment war ich mir wirklich wie eine Heldin vorgekommen. Wie Naiv.
Ich werde euch erzählen wie es dazu kam, wie ich mein eigenes Leben weggeworfen habe.

Meine Geschichte, oder wie auch immer man diese verwirrende Aneinanderreihung von seltsamen und abstrusen Ereignissen auch nennen mag, beginnt an einem verregneten Freitag-Nachmittag.
Nein, nicht Freitag der 13., auch wenn das meiner Geschichte einen gewissen Touch gegeben hätte.
„… sowohl Demokrit als auch Petron von Himera glaubten fest an die Existenz von parallelen Welten. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass es nur eine Realität geben soll, empfanden diesen Glauben gar als egozentrisch“ Herr Kaub strich sich eine Strähne zurück und setzte sich auf das Pult.
Ich befand mich in meinem Klassenzimmer, die letzten beiden Stunden an einem Freitag waren für die Philosophie vorgesehen. Sie waren alles was mir und meinem lang ersehnten Wochenende noch im Wege standen.
„Petron sprach sogar von 185 verschiedenen Welten. Da sie still neben der unseren Existieren sollen und unser Leben damit nicht beeinflussen können sind sie schwer nachzuweisen.“ Ach was. „Im Umkehrschluss kann man sie so jedoch auch nicht widerlegen“
„Schwachsinn“, flüsterte ich und stieß meinem Sitznachbarn in die Seite. „Ich glaube, Kaub hat heute wieder Mal zu viel ungesundes Zeugs geraucht.“
Es gab nur unsere Welt, zumindest auf der Erde. Vielleicht waren wir nicht der einzige Planet mit intelligentem Leben, das mochte sein, aber parallele Realitäten?
„Die alten Griechen waren für ihre Zeit vielleicht sehr intelligent und weit entwickelt, heute sollten sie es jedoch besser wissen.“
Sam lachte neben mir nur, so als hätte ich einen Witz nicht verstanden.
„Was ist denn los?“, missmutig runzelte ich die Stirn. Eigentlich waren wir so etwas wie beste Freunde, manchmal ging mir seine Allwissende Art aber einfach auf die Nerven. Er schien immer über alles Bescheid zu wissen, neben ihm fühlte ich mich oft kein und dämlich.
„Glaubst du etwa an den Quatsch?“
„Dieser Quatsch“, unterbrach mich mein Lehrer scharf bevor Sam etwas erwidern konnte, „Ist die Philosophie der größten Menschen aller Zeit, Miss Schwarz. Demokrit zum Beispiel sprach schon damals davon, dass alles aus winzigen Teilchen besteht – den Atomen. Eine Theorie die heute beweisen ist. Damals jedoch glaubten ihm nur wenige Menschen, hielten ihn teilweise für verrückt.“
Hitze schoss mir ins Gesicht, ich mochte es nicht im Mittelpunkt zu stehen. Schon gar nicht ungewollt. Genervt blickte ich nach unten und begann auf meinem Block unkenntliche Muster zu kritzeln. Erst als sich Herr Kaub wieder dem Rest der Klasse zugewandt hatte sah ich noch einmal zu Sam.
Dieser zuckte bloß mit den Schultern.
Unglaublich.
Ich schien die Einzige mit klarem Verstand zu sein. Vielleicht lag das auch an meiner Erziehung. Den Weihnachtsmann oder den Osterhasen hatte es bei uns nie gegeben. Meine Eltern legten keinen Wert auf Märchen, sie brachten meiner Schwester und mir stets bei wie man mit der Realität umzugehen hatte.
Der Rest der Stunde zog sich gefühlte Ewigkeiten in die Länge. Die ganze Zeit über ging es noch um diesen Aberglauben der fremden Welten, doch ich hörte nur mit halbem Ohr zu. In Momenten wie diesen fragte ich mich oft warum ich überhaupt Philosophie als Wahlfach gewählt hatte. Wahrscheinlich einfach, weil Sam darauf bestanden hatte. Er und ich hatten jedes Fach zusammen und wenn ich ehrlich war schlug ich mich lieber zwei Stunden durch so ein langweiliges Fach wie Philosophie als alleine chemische Versuche oder dergleichen durchzuführen.
Das Klingeln riss mich aus meinen Gedanken. Schnell packte ich meinen Kram in den Rucksack, schob den Stuhl zurück und streckte mich.
„Endlich Wochenende“
Ich wollte gerade aufstehen und zusammen mit Sam nach Hause gehen, da hörte ich meinen Namen. „Nicht so schnell Christin“
Ich hasste es, wenn man meinen vollen Namen verwendete. Christin. Er passte nicht zu mir. Zwar war ich kein Atheist, hatte mit Religion im Allgemeinen aber nie viel zu tun gehabt. Mit einem leisen seufzen Blickte ich auf und sah direkt in das faltige Gesicht meines Philosophie Lehrers.
„Ja?“, machte ich, bemüht höflich zu klingen. Ich hatte keine große Lust wegen meinem Kommentar länger als nötig in der Schule bleiben zu müssen. „Hören sie, es tut mir wirklich leid, dass ich einfach reingeredet habe…“, begann ich also eine Entschuldigung zu heucheln, doch Herr Kaub unterbrach mich.
„Bleiben Sie bitte noch etwas hier, ich würde nachher gerne unter vier Augen mit Ihnen reden.“
„Was hat der denn jetzt?“, fragend blickte ich meinem Lehrer hinterher, welcher sich zu meinen Mitschülern stellte um noch ein paar Fragen zu beantworten.
„Vielleicht gibt er dir ja eine private Nachhilfe Stunde. Falls du weist was ich meine“, Sam wackelte anzüglich mit den Augenbrauen und strich sich durch seine blonde Lockenmähne. Er sah nachdenklich aus, sein Kommentar klang nicht so fröhlich wie er wohl beabsichtigt hatte.
„Beschäftigt dich etwas?“, besorgt griff ich nach Sams Arm.
„Hm? Nein, alles okay“, er log. Ich sah es an seinen Augen die den Kaub förmlich fixierten. „Ich komme damit schon klar“, lächelnd verschränkte ich die Arme vor meiner Brust und stellte mich gerade auf. „So eine kleine Rüge bringt niemandem um. Außerdem ist es ja wohl nicht das erste Mal, dass ich mit einem Lehrer aneinandergeraten bin“, auch wenn ich mir nicht erklären konnte warum er wegen eines einfachen dummen Kommentars so streng wurde.
Meine Klasse rief an dauernd rein, gerade freitags in den letzten Stunden. Klar, ermahnt wurde man deswegen schon, aber ein Gespräch unter vier Augen?
Eigentlich wollte ich bloß nach Hause. Vielleicht eine Kleinigkeit essen, vielleicht meinen Eltern kurz „Guten Tag“ sagen, dann in mein Zimmer verschwinden und etwas zocken.
Sam hatte leider keine Zeit, er musste zu irgendeiner Familienfeier. Wohlmöglich war er deswegen gerade etwas komisch drauf. Ich kannte seine Verwandten nicht, nicht einmal seine Eltern hatte ich je kennen gelernt. Die paar Male die ich bei ihm verbracht hatte, waren sie unterwegs, auf Reisen oder einfach nur arbeiten.
„Können diese Schleimer nicht einfach schneller gehen?“, ich nickte in Richtung Jennifer, sie saß auf ihrem Tisch und löcherte Herrn Kaub mit Fragen die anscheinend sehr lustig waren. Zumindest lies ihr lächerliches Kichern, welches alle paar Sekunden von ihr kam, das vermuten.
Zusammen mit ihrer besten Freundin Sahra war sie dafür bekannt sich durch ihr geheucheltes Interesse bessere Noten zu erschleimen.
„Ist heute etwas Besonderes, dass du so schnell wegwillst?“
„Kennst mich doch“, lachend sah ich wieder zu meinem besten Freund. „Ich mach heute Abend mal wieder einen drauf und lande mit drei Kerlen gleichzeitig ins Bett. Dabei hole ich mir Syphilis und Typhus und versuche dich damit anzustecken.“
„Syphilis gibt es in Europa nicht mehr“, meinte Sam ernst. Sein rechter Mundwinkel zuckte, aber er blickte für meinen Geschmack immer noch zu ernst drein. Kopfschüttelnd schob ich es wieder auf die anstehende Familienfeier und sagte: „Nein, ich schau, dass ich endlich in meinem Spiel weiterkomme. Da ist so eine doofe Mission, die lässt mich glatt verzweifeln.“ Die Erklärung war eigentlich überflüssig gewesen. Sam kannte mich. Besser als jeder andere.
Er blieb mir eine Antwort schuldig, ich öffnete den Mund um noch etwas zu sagen, um die Stille zu überbrücken, doch da stand auch schon wieder der Kaub vor mir. Plötzlich war er einfach wie aus dem Nichts aufgetaucht. Wie machte er das bloß?
„Wenn Sie nun bitte den Unterrichtsraum verlassen würden, damit ich mit Christin alleine reden kann, Samuel...“, er betonte Sams vollen Namen scharf.
Kurz verharrte dieser, sah ihn einfach bloß an. Sekunden, es fühlte sich aber beinahe an wie Minuten, standen sie sich nur gegenüber. Schweigend. Einander anstarrend.
Dann drehte sich Sam ohne ein weiteres Wort zu verlieren um und verschwand.
Seltsame Menschen. Heute schienen alle irgendeinen Sprung in der Schüssel zu haben.
„Frau Schwarz, sie glauben also nicht an die Existenz von Paralleluniversen?“
„… Nein“, meine Antwort kam zögerlich, ich wusste nicht genau worauf er hinauswollte. In der Philosophie ging es doch nicht darum jede Theorie zu glauben. Es ging darum die Grundzüge zu verstehen und darüber dann konstruktiv zu diskutieren.
„Schade, dass würde Ihnen ihr Leben um einiges erleichtern“
„Wie bitte?“
„Ach nichts. Passen sie in Zukunft besser in meinem Unterricht auf, Christin. Sie wissen nie, wann Sie es brauchen werden.“
Unsicher machte ich einen kleinen Schritt zurück, die Tischkante drückte sich leicht gegen meinen Oberschenkel. „Okay…“
Diese ganze Situation erschien mir mehr als Grotesk, ich wusste nicht einmal warum. „Dann bis nächsten Freitag“, setzte ich nach, drehte mich langsam um und machte mich in Richtung der Tür auf.
„Ach und Christin…“, eine Hand packte mich an der Schulter. Ich zuckte zusammen und versuchte dem Drang zu widerstehen sie einfach weg zu schlagen. Seine Berührung fühlte sich falsch an, meine Haut kribbelte obwohl sie von meinem Shirt bedeckt wurde.
„Was denn noch?“, fragte ich mit zusammengebissenen Zähnen. Warum hatte ich plötzlich beinahe Angst vor meinem Lehrer?
„Sagen sie Noah einen schönen Gruß von mir“

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HerminePotterWeasley 15. Sep 2017

Und sooo spannend!!!

HerminePotterWeasley 15. Sep 2017

Cool :)

HerminePotterWeasley 05. Sep 2017

Wie spannend!
Dein Schreibstil gefällt mir immer besser, tolle Geschichte ;)