Die Bestimmung - Letzte Angst

vor 2 Tagen
Du konntest mit dem Ende von "Die Bestimmung - Letze Entscheidung" einfach nicht abschließen? Du wünscht dir nichts sehnlicher, als das Tris zurück kommt? Dann bist du hier genau richtig. Meine Geschichte knüpft direkt an den Epilog an und ich verspreche dir, dass ich Tris und eine weitere von mir geliebte Person zurückbringen wer..
Die Bestimmung (Divergent) Sci-Fi P12 Romanze In Arbeit
Bemerkung des Authors: Viel Spaß beim Lesen! Lasst gerne ein Kommentar da, wenn es euch gefällt oder ihr irgendetwas anmerken wollt, ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen! Ich verspreche auch immer schnellst möglich und ausführlich zu antworten ;) Ich habe die Story bereits zu Ende geschrieben, werde die Kapitel hier aber erst nach und nach hochladen. Erstes Kapitel spielt einen Tag nach dem Epilog des letzten Teils!

1. Kapitel (Tobias)

Ein paar Worte vorweg - Worum geht es überhaupt und wie kam es dazu
(wenn ihr keine Lust drauf habt und gleich mit der eigentlichen Story loslegen wollt, scrollt einfach weiter ;)

---Achtung Spoiler: Ende von "Die Bestimmung - Letzte Entscheidung"---


Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
– Oscar Wilde

Wenn ich ehrlich bin, war dieser Satz eine große Motivation für mich dieses Ende zu schreiben. Denn nach Die Bestimmung – Letzte Entscheidung war nun mal gar nichts gut. Es war einfach alles nur noch zum Heulen. Und ich bin bestimmt nicht die einzige, der es so ging.
Meine Lieblingscharaktere wurden getötet oder in einer so schlechten Verfassung zurückgelassen, dass ich einfach nicht mit dem Ende abschließen konnte.
Ich konnte das Buch nicht mit einem Lächeln zuklappen und es zufrieden zurück ins Regal stellen. Deshalb las ich es mehrmals. Ich habe die gesamte Reihe mindestens drei Mal durchgelesen. Und ich verstehe ja warum Veronica Roth sich für dieses Ende entschieden hat. Trotzdem hat mir das Ganze keine Ruhe gelassen. Ich kam einfach nicht mit dem Ende klar.
Also habe ich mir den Laptop geschnappt und angefangen selber ein Ende zu schreiben. Mein Ende. Ein Ende mit dem ich abschließen kann.
Dazu habe ich mich sehr viel mit den Büchern und dessen Personen beschäftigt, um mich in Tris, Tobias und all die anderen Köpfe reindenken zu können und sie zu verstehen. Ich habe Tris’ und Tobias’ Sprache und ihre Art zu denken studiert, damit das Ende auch wirklich zu ihnen passt. Ich hoffe, das ist mir gelungen, sagt mir gerne eure Meinung dazu!
Außerdem habe ich einige ungeklärte Fragen für mich beantwortet oder Themen angerissen, welche in den Originalbüchern nicht näher behandelt wurden. Zum Beispiel bin ich intensiver auf einige Charaktere und Beziehungen eingegangen oder aber auch auf die Möglichkeiten, welche die Simulationen bieten und was diese mit einem Menschen anrichten können. Das Buch entwuchs immer mehr seinem eigentlichen Sinn und Zweck – ein gutes Ende, welches direkt an den letzten Teil anknüpft. Denn es wurde zu einem alleinstehenden Buch mit eigener Handlung und eigenen Problemen, die überwältigt werden mussten.

Und ja, dies ist das, was dabei rausgekommen ist. Und vielleicht hilft es den einem oder anderen ja. Mir hat es jedenfalls geholfen, denn ich kann jetzt mit dem Buch abschließen und wieder mit einem Lächeln an "Die Bestimmung" denken und nicht mit einer Träne.
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»Ich bin nicht wichtig. Die anderen werden sehr gut ohne mich zurechtkommen.« Ich schwinge mich in den Waggon und lehne mich schwer atmend gegen die Wand.
»Du würdest bestimmt zurechtkommen. Vielleicht nicht gleich, aber du würdest weitermachen und tun was du tun musst.«
Ich schließe die Augen.
Vielleicht nicht gleich, aber du würdest weitermachen und tun was du tun musst.
Ich höre ihre Stimme – ihre Worte in meinem Kopf wiederhallen. Sie sagte es zu mir, als sie sich entschloss, zu den Ken zu gehen. Als sie sich entschloss zu Sterben …
Weitermachen. Das ist jenes, was ich mir jeden Morgen aufs Neue sage. Es hört sich so leicht – so einfach an. Gestern habe ich den ersten Schritt gewagt. Ich habe ihre Asche verstreut. Ich habe sie gehen lassen – oder zumindest einen Teil von ihr. Doch als ich heute Morgen aufgewacht bin, hat die Tatsache, dass sie nun endgültig fort ist, mich so sehr erdrückt, dass ich einfach losgerannt bin und mich in den nächsten Zug geschwungen habe.
Die Häuserblöcke ziehen an mir vorbei und in der Ferne beobachte ich, wie langsam die Sonne aufgeht. Sie taucht den Horizont in ein warmes orangenes Licht. Ich springe vom Zug ab und lande stehend auf dem harten Betonboden. Ich sehe dem Zug hinterher, wie er dem Weg folgt, welche die Gleise für ihn festgelegt haben. Staub wirbelt auf. Staub. Das ist alles was sie jetzt ist. Bei dem Gedanken wird mir schlecht und ich zwinge mich an etwas anderes zu denken.
Ich befinde mich auf dem Dach, wo früher die erste Initiationsprüfung stattfand. Normalerweise würde ich mich nicht einfach so hier hoch trauen, doch heute ist in mir alles so taub, dass mir die Höhe nichts ausmacht. Langsam schreite ich über den Kies bis hin zur Dachkante.
Als ich das erste Mal hier oben stand, war ich vollgepumpt mit Adrenalin und dem Triumph meinem Vater mit meiner Wahl ein Messer ins Herz gerammt zu haben. Ich wusste nicht, ob dies meine richtige Entscheidung gewesen war, doch ich konnte nichts mehr rückgängig machen. Hätte ich mich an diesem Tag anders entschieden, wie wäre mein Leben dann verlaufen? Wäre ich bei den Altruan geblieben und wäre von Jeanines Marionetten erschossen worden? Wäre ich vielleicht zu den Amite gegangen, hätte ein friedliches Leben geführt und mich aus jeglichem Kriegen herausgehalten? Ich werde es wohl nie erfahren. Doch eins steht fest: Hätte ich mich damals anders entschieden und wäre nicht zu den Ferox gegangen, hätte ich niemals Tris kennengelernt. Ich wäre niemals der geworden, der ich heute bin. Aber wer bin ich denn überhaupt noch ohne sie? Schließlich war sie der einzige Mensch, der mir je wirklich etwas bedeutet hat und dem ich etwas bedeutet habe. Sie war der Grund, dass ich nicht alles hingeschmissen habe, dass ich weitergekämpft habe, doch jetzt ist sie fort und ich weiß nicht mehr wofür es sich noch zu kämpfen lohnt.
Ich atme tief ein und mache einen Schritt nach vorne. Ich falle und der Wind bläst mir um die Ohren. Es ist schrecklich, doch ich ignoriere meine Angst, da sie so gering gegenüber der Leere in mir ist, dass sie keine Chance hat die Oberhand über mich zu gewinnen. Ich schlage mit dem Rücken auf dem Netz auf und werde wieder nach oben gefedert. Ich warte, bis ich wieder ruhig liege, dann krieche ich zum Rand und lasse mich auf die Füße fallen. Meine Hände zittern, doch ich vergrabe sie in meinen Hosentaschen und gehe einfach weiter.
»Erste Springerin: Tris!«
Schon bei ihrem ersten Anblick erinnerte sie mich an mich selbst. Sie wollte ihre Altruankleider ablegen und zur Ferox werden. Sie wollte gewinnen und den anderen Beweisen, was in ihr steckt. Doch auch sie bemerkte irgendwann, dass die grauen immer noch unsere besten Kleider sind. Sie sind das Beste, was wir haben. Und letztendlich brachten sie sie zu ihrem Opfer. Sie brachten ihr ihren Tod ...
Ich gehe den dunklen Gang entlang. Meine Schritte sind gleichmäßig, beinahe rhythmisch, als würden sie von einem stummen Takt bestimmt werden. Ich höre Stimmen, die laut Jubeln und Schreien. Ohne, dass ich es bemerke, folgen meine Füße dem Lärm und führen mich in die Grube. Sie ist voller Menschen, obwohl es noch sehr früh am Morgen ist. Es erinnert mich an früher, als die Ferox noch durch diese Gänge schritten – doch etwas ist anders. Es fehlt diese Wildheit, diese unhinterfragte Begeisterung für alles Gefährliche.
Als ich mich durch die Menge bahne, zeigen einige mit dem Finger auf mich und flüstern, doch ich ignoriere sie einfach. Zuvor drohte die Einsamkeit mich zu zerdrücken, doch jetzt umgeben von Menschen fühle ich mich nur noch verlorener als zuvor. Meine Augen fangen völlig unerwartet an zu brennen und ich werde schneller, während ich immer wieder Leute anremple, da meine Sicht immer mehr verschwimmt.
Ich weiß nicht mehr genau, wie ich dorthin gekommen bin, doch irgendwann finde ich mich an dem Geländer der Schlucht wieder. Mein Blick verliert sich in den Untiefen des Abgrunds. Das Wasser schlägt gegen das Gestein und befeuchtet meine Hände. Früher hat sie mir Angst eingejagt, doch jetzt ist es ein beruhigender Anblick. Ich starre ins tosende Wasser und versuche mich an den Grund zu erinnern, warum ich hergekommen bin. Jeder Stein, jede Ecke verbinde ich mit ihr und all die Erinnerungen stürzen auf mich ein. Doch es sind nur einzelne Funken von ihr, die ich noch bei mir trage und sie sind einfach nicht hell genug, um durch die Dunkelheit in mir zu dringen.
Irgendwann löse ich meinen Blick von der tosenden Flut der Schlucht und gehe die Steintreppen am Rand der Grube entlang. Eigentlich hatte ich mir geschworen nie wieder in meine Angstlandschaft zu gehen, nachdem sich meine letzte Angst verwirklicht hat. Ich weiß nicht, was mich dort erwartet. Doch irgendwie zieht es mich dort hinein, denn gerade ist es das Einzige, was ich tun kann, damit ich mich wieder wie ein Stück ich selbst fühle.
Der Angstlandschaftenraum ist staubig und düster. Wahrscheinlich hat ihn seit Ewigkeiten keiner mehr betreten, denn eigentlich werden Simulationen nicht mehr benutzt. Johanna hat sie verboten. Doch eine Spritze mit dem Serum habe ich aufbewahrt. Lange Zeit befand sie sich in meiner Jackentasche und ich hätte nicht gedacht, dass ich sie eines Tages benutzen werde. Ich greife nach der Injektionsnadel, steche sie in meinen Hals und drücke den Kolben nach unten. Ich trete in die Mitte des Raums, während sich meine Umgebung verändert.
Ich stehe auf einem Dach. Aber im Gegensatz zu vorhin spüre ich jetzt die aufsteigende Panik und es gelingt mir nicht sie einfach zu ignorieren. Ich stehe direkt an der Kante und nur der kleinste Windstoß würde mich normalerweise nach unten befördern. Doch hier kann der Wind mir so sehr in den Rücken peitschen wie er will. Ich werde erst fallen, wenn ich selbst springe. Ich schließe die Augen und erinnere mich, wie ich mit Tris hier stand und wir zusammen gesprungen sind.
»Wir müssen runterspringen, stimmt’s?«
Ich schlage abrupt die Augen auf. Und da steht sie. Sie steht lächelnd neben mir. Entsetzt starre ich sie an. Einen Moment bin ich zu überwältigt, um auch nur ansatzweise eine Erklärung dafür zu finden, warum sie da steht – direkt neben mir – mit rosigen Wangen und wehenden Haaren. Doch irgendwann fängt mein Kopf an zu arbeiten und findet eine logische Begründung: Mein sehnlichster Wille, dass sie bei mir ist, hat die Simulation beeinflusst und sie hierhergebracht. Aber sie ist nicht echt. Sie ist nur eine Simulation. Trotzdem kann ich nicht aufhören sie anzustarren. Da ich kein Bild von ihr habe, habe ich sie ewig nicht gesehen. Einerseits genieße ich ihren Anblick, anderseits will ich, dass sie verschwindet. Sie ist nur eine Produktion aus meinem Kopf. Plötzlich schließt sich ihre Hand um meine. Mein Herz hämmert wie verrückt. Ich kann es nicht abstellen. Ich kann den Wunsch, dass sie hier ist nicht unterdrücken. Genauso wie den Wunsch sie zu berühren. Es war eine dumme Idee hierherzukommen.
Ich will aufwachen. Ich muss aufwachen!
Sie zu sehen macht alles nur noch schlimmer. Ich zwinge mich in die Tiefe zu starren, was normalerweise reichen würde, um mich wieder auf meine Angst zu konzentrieren, doch jetzt scheint dies kaum Einfluss auf mich zu haben. Ich will nur eins und das ist sie. Ich sehe sie an – und sie sieht haargenau so aus wie Tris. Sie fühlt sich sogar so an wie die echte Tris. Für einen kurzen Moment droht mich ihr Anblick zu überwältigen, doch dann lasse ich es einfach zu. Ich schließe meine Finger um ihre und entspanne mich. Nur für diesen einen kurzen Moment, will ich sie bei mir haben. Ich will nur einmal so tun, als wäre das wirklich Tris, die da steht und kein Hirngespinst aus meinem Kopf, welches die Simulation verwirklicht hat, nur um mich noch mehr zu quälen.
»Ich zähle bis drei, okay?«, sagt Tris und beim erneuten Klang ihrer Stimme wird mir ganz anders.
»Eins« Ich schaue nach unten.
»Zwei« Ich drücke ihre Hand fester.
»Drei« Ich springe.
Als ich aufkomme durchzuckt mich ein kurzer glühender Schmerz, dann verändert sich das Bild. Ich schaue mich um.
Tris ist weg. Gut so. Ich muss mich auf meine Ängste konzentrieren, sonst komme ich hier niemals raus.
Die Wände rücken immer näher auf mich zu und schließen mich ein. Panik steigt in mir auf. Ich stemme mich gegen die Wände, doch sie kommen immer näher. Hektisch drehe ich mich im Kreis, aber sie schließen mich von allen Seiten ein, so dass ich gerade noch genug Platz habe, aufrecht zu stehen. Ich höre nichts, außer meinem schnellen Atem und mein hämmerndes Herz.
Konzentrier dich, sage ich mir und versuche einen klaren Gedanken zu fassen. Es ist nur eine Simulation. Ich muss mich nur beruhigen. Doch die Klaustrophobie ist nicht mein einziges Problem. Ich will sie wiedersehen, auch wenn sie nicht real ist.
Nein! Ich darf nicht zulassen, dass die Simulation Tris erneut projektiert.
Ich muss mir sie nur vorstellen, dann wäre sie bei mir.
Ich höre meinen Herzschlag und denke daran, wie ich mit Tris zusammen durch die Angstlandschaft gegangen bin. Wie sie meine Hand auf ihr Herz gelegt hat, damit ich dessen Schlag spüre und mich darauf konzentrieren kann.
»Spürst du meinen Herzschlag? Fühle ihn.« Ich fühle ihn. Es ist so dunkel, dass ich nichts sehe, aber ich weiß, dass sie da ist. Ich spüre ihren gleichmäßigen schnellen Herzschlag. Ihr Herz schlägt. Ein schlagendes Herz bedeutet Leben. Doch ich weiß, dass sie dies nicht tut und dass es sie nicht zurückbringt, wenn ich sie mir herbeisehne.
Ich darf das nicht zulassen. Das ist nicht richtig.
Ich stelle mir vor, wie ihr Herzschlag immer langsamer wird. Es treibt mir Tränen in die Augen, doch ich weiß, dass das hier falsch ist. Ich passe meinen Atem an und beruhige mich so langsam, bis ihr Herz schließlich ganz aufhört zu schlagen und ich ihren Körper nicht mehr neben meinem spüre.
Sie war nicht echt. Sie ist tot.
Die Wände verschwinden und ich richte mich auf und stehe in einem Raum voller Spiegel – wie beim Eignungstest. Ich weiß, was mich gleich erwartet und allein der Gedanke daran bringt meinen Körper zum Zittern. Ich zwinge mich, in den Spiegel zu schauen. Doch es ist nicht mein Spiegelbild, welches mich mit hohlen Augen anstarrt, sondern das von Marcus. Seine schwarzen Augen sehen mich an. Meine Augen sehen mich an. Ich schaue an mir hinab. Ich trage graue Kleidung, wie sie der ehemalige Anführer der Altruan trug – wie mein Vater sie trug. Er hält einen Gürtel in der Hand, genau wie ich und kommt auf mich zu. Oder gehe ich auf ihn zu?
»Es ist nur zu deinem besten!«, sagt er – sage ich. Es kommt aus meinem Mund. Die Worte hallen scheppernd durch den Raum. Meine – seine – unsere Hände holen aus und ich treffe ihn – er trifft mich im Gesicht. Der Schlag lässt mich – ihn zurücktaumeln. Panisch starre ich in den Spiegel.
Bin ich wie er? Hat er mich selber zu einem Monster gemacht?
Er rappelt sich auf und kommt mit langen Schritten auf mich zu. Mein Körper tut das gleiche.
Nein, ich muss aufhören mich zu wehren. Ich bin nicht wie er. Mit all meiner Kraft bleibe ich stehen. Mein Spiegelbild ebenfalls. Meine Beine wollen sich bewegen, doch ich kämpfe dagegen an und bringe sie somit auf einer Stelle zu verharren.
»Sieh dich nur an!« Marcus’ Lippen bewegen sich, aber die Worte kommen aus meinem Mund. »Du denkst du könntest deiner Vergangenheit entkommen?« Er lächelt und ich spüre, wie meine Mundwinkel sich nach oben ziehen.
»Was würden nur die Leute von dir denken, wenn sie dein wahres Gesicht sehen würden? Wenn sie wüssten, dass du genauso bist wie ich? Ein Monster.« Marcus lacht. Ich lache. Wut lodert in mir auf. Ich will auf ihn losgehen. Auf ihn einschlagen. Doch ich weiß, dass das nicht der richtige Weg ist. Ich muss mich beruhigen und ihm beweisen, dass ich nicht so bin wie er. Dass ich mich beherrschen kann.
Ich entspanne meine Muskeln und lasse den Gürtel fallen. Dann drehe ich mich um und gehe. Ich wende mich einfach von ihm ab. Und ich weiß, dass er das selbe tut – auf der anderen Seite des Spiegels.
Ich gebe nicht auf. Ich zeige ihm nur, dass es mir egal ist, was er sagt und dass er keine Macht über mich hat. Und als ich erneut an mir hinabschaue, trage ich schwarze Kleidung und befinde mich wieder in meinem Körper. Ich schüttle meine Arme aus und wappne mich innerlich bereits für die nächste Angst, doch als ich mich umdrehe, gehen plötzlich die Lichter des Angstlandschaftenraum an. Verwirrt schaue ich mich um. Einige Sekunden stehe ich einfach nur still da und warte darauf das irgendetwas passiert – dass sich die nächste Angstlandschaft um mich herum aufbaut. Doch es passiert nichts.
Das kann nicht sein. Das kann unmöglich sein.
Ich weiß nicht, wie lange es braucht, bis die Gewissheit zu mir durchsickert, dass da nichts mehr ist, wovor ich mich noch fürchte. Mit Tris’ Tod ist auch meine letzte Angst fort. Meine letzte Angst Tris zu verlieren.

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