Unbekannte Liebe

vor 7 Tagen
Lena und ihre beste Freundin Sabrina waren ein Jahr in Spanien und haben ein Auslandsjahr von der Schule aus hinter sich. Sie hatten kaum Zeit, sich über Neuigkeiten in Deutschland zu informieren und waren nur unterwegs. Als sie dann zurück kamen, begegnete Lena in ihrem Lieblingsladen einem Jungen, der überhaupt nicht ihr Typ war. Anfangs ..
Tokio Hotel Romanze P12 Drama In Arbeit

Drama um Tom und Sabrina

„Was war denn das jetzt?“ fragte Bill und sah mich entsetzt an.
„Ich bin mir sicher, dass das Sabrina war. Und es hört sich nicht gut an.“

Wir liefen zurück in den Aufenthaltsraum, wo Georg, Gustav, Tom und Sabrina da standen und sich ratlos ansahen.
Sabrina sah Bill und mich an und ihr liefen Tränen über die Wangen.

„Maus was ist denn passiert? Warum weinst du?“ fragte ich sie und nahm sie in den Arm, woraufhin sie noch mehr in Tränen ausbrach.

„Bitte können wir gehen. Ich kann nicht… ich..“ seufzte sie und brachte kaum einen normalen Satz heraus.
Ich nahm sie an der Hand, winkte Bill zum Abschied zu und ging mit Sabrina runter vor die Tür des Studios. Ehrlich gesagt ganz weg wollte ich von Bill auch nicht aber meine beste Freundin geht vor.

„Süße was ist denn passiert? Ich dachte, du hast dich gut unterhalten mit Tom. Hat er dir was angetan?“ ich fragte vorsichtig nach und fürchtete mich ehrlich gesagt vor der Antwort.

„Naja… wir waren ja in einem Extraraum. Tom zeigte mir die Gitarren und spielte mir einen Song vor, der noch gar nicht veröffentlich war. Alles total super. Dann setzten wir uns aufs Sofa und er hat mir eben dauernd Komplimente gemacht. Die ganze Zeit. Ich wurde schon extrem verlegen. Tom hat mir dann an den Oberschenkel gefasst und ja… er wollte mich küssen. Mir ging das aber viel zu schnell. Du weißt, normal bin ich nicht so… aber ich kenne ihn kaum und er ist eben ein Star. Wer weiß was ich für den bin? Ein Lückenfüller für zwischendurch bis der nächste Groupie kommt? Ich will einfach nicht verletzt werden. Das kennst du doch oder?“ sie seufzte so stark, dass ich mir nicht sicher war, ob ich jedes Wort richtig verstanden hatte.

„Ach Süße… Das ist doch ganz klar, dass du das nicht wolltest. Ich mein ihr kennt euch gerade mal eine Stunde? Und da braucht er nicht gleich aufs Ganze gehen. Leider gibt’s hald solche Männer, die gleich alles auf einmal haben wollen. Und ich bin sehr froh, dass du nicht darauf eingestiegen bist. Denn das ist dein Stolz. Aber sonst ist nichts passiert oder?“ ich nahm sie in den Arm, als ich diese Worte zu ihr sagte und fühlte ihr Herz pochen.

„Nein… ich bin aufgesprungen und bin raus gerannt. Er hat sich auch gleich entschuldigt vor den anderen. Aber mir wurde das grad einfach zu viel. Ich wollte weg. Und dann seid ihr, also Bill und du auch noch da gestanden und ich wollte einfach mit dir reden. Ich hoffe, ich hab nichts zerstört.“ Ich wusste, dass sie es bereut, dass sie Bill und mich auseinandergerissen hat, aber es stört mich auf keinen Fall. Beste Freundinnen gehen immer vor, egal was passiert. Da müssen sich die Männer eben hinten anstellen.

„Okey, wenigstens hat ers nicht weiter versucht. Vielleicht hat er das auch nicht böse gemeint. Ich würde trotzdem noch mal rauf gehen, wenn es okey ist, und wir reden mit ihm. Bill soll auch dabei sein, schließlich kennt er Tom am besten. Und wenn er wirklich nur auf das Eine aus ist, dann hauen wir ab okey? Sowas haben wir nicht nötig.“ Gab ich voller Überzeugung zu und nahm Sabi an der Hand, während wir das Treppenhaus wieder hinaufschlenderten.

Ich öffnete die Tür zum Proberaum und 4 ahnungslose Jungs starrten mich an.
Tom konnte uns nicht wirklich in die Augen sehen und saß mit verschränkten Armen vor uns.
Die Stille im Raum war unerträglich und mir kam es vor als vergingen Stunden, in denen keiner ein Wort sagte.

„Ähm… Tom… hast du nicht was zu sagen?“ sprach Bill an und ich war ihm in diesem Moment echt dankbar, dass er die Stille gebrochen hat.

„Können wir zu viert sprechen? Ich finde, dass geht keinem was an.“ Sagte Tom zögerlich und suchte immer noch keinen Augenkontakt.

Wir gingen in Bills Zimmer und setzten uns auf sein Designersofa, dass dem Aussehen nach ziemlich teuer gewesen sein muss.
Sabi setzte sich neben mich und ich hielt ihre Hand, weil sie so zitterte. Bill saß neben Tom und gab ihm einen Stoß, worauf er endlich anfing zu reden.

„Ich… ähm… Es tut mir leid. Ich…. Ich wollte das nicht.“ Tom tat sich sichtlich schwer Worte zu finden. Aber dieser Satz, reichte meiner Meinung nach nicht, um alles wieder gut zu machen.
Sabrina gab keinen Ton von sich und sah Tom nur mit ihren verheulten Augen an.

„Sag mal Tom jetzt reiß dich mal zusammen. Denkst du das reicht? Ich weiß, du bist kein Mann der großen Gefühle. Aber siehst du nicht wie dreckig es ihr geht? Und dann findest du nicht mal Worte? Komm schon.“ Sagte Bill zornig und ich konnte seine Wut bis hierher spüren.

„Es tut mir wirklich leid Sabrina… Ich bin normalerweise kein Mann, der kämpfen muss, um ein Mädchen kennen zu lernen. Weißt du, die kommen immer von selbst. Ich bin einfach nicht gewohnt, abgewiesen zu werden. Ich kann mit so was nicht umgehen.“ Gab Tom zu und ehrlich gesagt war ich genauso erschrocken wie Sabrina, die ihn fassungslos ansah.

„Aber Tom… ich will mich da jetzt nicht großartig einmischen… Aber was denkst du denn? Das du jede haben kannst? Sabrina ist ein tolles Mädchen, die es nicht nötig hat sich irgendwen zu angeln. Sie wartet auf den richtigen und sie ist so bildhübsch und perfekt, dass die Männer bei ihr Schlange stehen. Da hat sie es nicht nötig von einem Kerl wie dir so ausgenutzt zu werden. Sie ist nicht irgendein dahergelaufener Groupie, den du für eine Nacht flachlegen kannst und dann wieder weg schicken kannst.“ Mein Puls musste gerade auf 300 sein und ich konnte mich nicht mehr zurückhalten. Die Worte strömten nur so aus mir heraus.

Sabrina drückte meine Hand fester zusammen und ich wusste damit, dass es jetzt an der Zeit war, die Klappe zu halten.
Tom und Bill sahen mich beide fassungslos an und konnten glaube ich selbst nicht glauben, dass das aus meinem Mund kam. Vor allem Bill, denn er lernte mich bis jetzt eigentlich ruhig und schüchtern kennen.

„Ich finde auch, dass du dich nicht einmischen solltest.“ Sagte Tom und ich war etwas verwundert, dass nicht mehr aus seinem Mund kam.

„War das alles was du zu sagen hast Tom?“ fragte Bill entsetzt und sah ihn ernst an.

„Das war alles.“ Gab Tom von sich, stand auf und verließ den Raum.

Nun… jetzt saßen wir da und sahen uns an. Sabrina kullerten weiter die Tränen herunter und ich war extrem sauer auf Tom. Auch wenn ich ihn nicht kannte, für mich war er unten durch. Zuerst groß reden und dann nicht mal zu seinen Fehlern stehen.

„Es tut mir schrecklich leid. Tom ist… ich sags mal so… manchmal extrem eingebildet und denkt eben, er kann alle haben. Leider steigt ihm der Erfolg sehr ins Gehirn und er bildet sich ein, etwas Besseres zu sein. Sabrina es tut mir extrem leid, dass du ihn so erleben musstest und ich möchte mich für ihn entschuldigen. Er kann auch anders sein, aber er lässt leider keine Gefühle zu bzw. kann er keine Gefühle zeigen. Deshalb gingen auch seine Beziehungen in die Brüche. Es tut mir wirklich leid.“ Sagte Bill und ich sah ihm an, wie unangenehm ihm die Sache wirklich war.

„Kein Thema Bill. Du brauchst dich nicht für deinen Bruder entschuldigen. Das sollte er schon selbst auf die Reihe bekommen. Aber ich danke dir trotzdem. Leider habe ich es auch nicht leicht mit der Männerwelt. Auch wenn man gut aussieht, man landet immer oder meistens bei den falschen Männern, die einen eh nur ausnutzen bzw. nur fürs Bett wollen. Weißt du, es ist total schwer für mich. Eigentlich wollte ich Tom freundschaftlich kennen lernen ohne Hintergedanken. Aber er wollte eben mehr.“ Erzählte Sabrina und ich hielt währenddessen ihre Hand.

Sie tat mir wirklich leid. Ich weiß wie schwer sie es bis jetzt hatte, eine ehrliche Beziehung zu finden. Sie konnte keinen Jungen kennenlernen, ohne dass dieser gleich an mehr als nur Freundschaft dachte. Da bin ich echt froh, dass mein Aussehen etwas runtergeschraubt wurde und ich nicht so die perfekte Frau bin.

„Ich versteh dich gut. Aber er braucht so was nicht abziehen. Jede Frau kann er nicht haben, auch wenn er das glaubt. Ich finde super, dass du es nicht zugelassen hast und dass du deinen Stolz hast. Er braucht so was ab und zu um nicht zu denken er sei der allertollste der jede haben kann. Es gibt eben auch Frauen, die nicht auf so Machos rein fallen. Ich denke, ihm wird das sowieso keine Ruhe lassen, dass du nicht angebissen hast. Und er wird sich bei dir entschuldigen, da lege ich meine Hand für ins Feuer.“

„Auch wenn er sich entschuldigt, ich werde sicher – zumindest derzeit – keinen Kontakt mehr wollen. Wenn, dann muss er es beweisen, dass er mich freundschaftlich kennen lernen will. Sonst kann ers sowieso vergessen. Aber danke Bill. Ich finde deine Art echt toll. Ich denke, du verstehst etwas mehr vom Leben und weißt, wie man Mädchen zu behandeln hat.“ Sabrina grinste und sah mich an.

Ich spürte, dass sich meine Gesichtsfarbe ins rötliche veränderte und mir wurde warm. Keine Ahnung, warum mir das gerade so unangenehm war. Als ich aufsah, sah ich zu Bill und auch er sah mich an und grinste leicht.

„Vielen Dank aber ich weiß einfach wie ich selbst behandelt werden möchte und das geb ich eben dann an meine Freunde bzw. Freundinnen weiter. Ich bin aber auch das Gegenteil von Tom und etwas ruhiger.“ Gab er zu.

„Egal… ich denke wir sollten das vergessen und ja… Wie gesagt… Bill mit dir hab ich kein Problem. Wir können uns auch gerne weiter treffen. Aber Tom muss sich, wenn er mich doch noch kennenlernen möchte, ein bisschen mehr Mühe geben.“ Grinste Sabrina und ich sah ihr an, dass sie etwas erleichtert war.

„Na gut… Lass uns doch gehen oder? Es war genug Aufregung für heute, würde ich mal sagen.“ Gab ich von mir und stand auf.

„Tut mir leid, dass der Tag so geendet hat. Ich hoffe, wir sehen uns wieder.“ Sagte Bill und sah mich hoffnungsvoll an.

„Klar. Meld dich einfach bei uns.“ Sagte ich und wir verließen den Raum. Im Aufenthaltsraum saßen nur noch Gustav und Georg, die genüsslich die restlichen Chips aßen.
Wir verabschiedeten uns und gingen zum Auto.

Dieser Tag war echt extrem anstrengend. Sabrina und ich ließen uns zu Hause nur mehr aufs Sofa fallen und sahen uns Blödsinn im Fernsehen an. Einfach als Ablenkung.
Danach schliefen wir irgendwann ein und es verfolgte mich wieder dieser Junge bis in meine Träume. Wie schaffte er das nur?

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