Der myff-Adventskalender 2017

vor 2 Mon.
Um euch die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen, haben einige unserer Autoren sich zusammengefunden, um euch auch dieses Jahr mit Geschichten zu erfreuen. Viel Spaß mit dem Kalender 2017 und vielen Dank an alle Mitschreiber!
Weihnachten Allgemein P12-F+F Drama In Arbeit

Einleitung: Es weihnachtet – aber ohne uns!

Nachdenklich starrten Hades und Bluey auf die weiße Welt Myffloniens. Ein Schneesturm war über das Land gezogen und hatte die gefürchtete Eisbärenfarbe überall hin verteilt. Zugegeben, das lieferte den beiden Moderatoren-Rentnern eine gute Ausrede, um sich in Hades' Wohnhöhle zurückzuziehen und ungestört vor dem flackernden Kamin Kakao zu schlürfen.
„Können wir nichts tun?“, fragte Bluey, nachdem sie eine Weile lang den weißen Flocken zugesehen hatte, die vor dem Fenster tanzten.
„Was schwebt dir vor?“
‚Schneeschaufeln‘ wäre die korrekte Antwort gewesen, aber Bluey ahnte, dass Hades genau so viel Lust hatte wie sie, mit einer Schippe loszuziehen. Sie hatten ja nur ein komplettes Land freizuschaufeln ... Außerdem brauchte sie kein schnabelklapperndes Pingi, um zu wissen, dass es draußen viel zu kalt war. Während sie noch überlegte, wie sie dem Kollegen ihren Alternativplan schmackhaft machen sollte, begann der Boden unter ihren Füßen zu beben.
„Was zum Hades …?“
„Ich bin diesmal nicht schuld“, brummte der, nicht weniger erschrocken.
Es gab ein ohrenbetäubendes, urknallähnliches Geräusch, ein Ruck ging durch das Land … und dann wurde es ruhig. Zu ruhig.
„Was war das denn?“, wollte der Myff-Polizist verdattert wissen.
Als er keine freche Antwort bekam, warf er der Kollegin einen schrägen Seitenblick zu – nur um anschließend mühsam einen Heiterkeitsausbruch zu unterdrücken: Das Pony war über und über grün angelaufen.
„Hups…“, hickste es. „Mir ist… hups… schlecht.“
Vorsorglich platzierte Hades einen Übelkübel in der Nähe, auch wenn Pferde angeblich nicht ... Nach den Reinigungsaktionen der letzten beiden Jahre (einmal wegen einer gewissen Verflauschungs- und anschließend wegen Blueys Racheaktion) hatte er keine Lust auf eine dritte Runde Höhle putzen.
Green… äh… Bluey warf ihm einen ungläubigen Blick zu. „Sag mir nicht, dass – hups – das ganze Land gerade geplofft ist!“
„Wie soll das gehen?“
„Musst gerade du fragen. Ich – hups – wette mit dir, dass der Rat der Magier wieder Uns-hups- Unsinn gemacht hat. Lass uns lieber nachsehen gehen.“
Dagegen konnte Hades schlecht etwas sagen. „Ist wohl die beste Idee“, grummelte er. Ein Fingerschnippen und er stand in seiner weihnachtlichen Ausgehuniform da.
„Ich will doch nicht. Hups. Draußen ist kalt.“
„Ist das dein Ernst? Wer hat denn eben den Vorschlag gemacht? Außerdem hast du Winterfell.“
„Es ist … hups … trotzdem kalt.“
Einen Moment lang spielte Hades mit dem Gedanken, Bluey mit einem Fußtritt ins Freie zu befördern. Auf diese Quengelei hatte er keine Lust. „Es reicht! Möchtest du vielleicht lieber in die Südsee umziehen?“
Das saß. Nachdem sich das Pingi der Temperaturen wegen samt ihrer Insel und dem Superhelden in wärmere Gefilde abgesetzt hatte, war die Stimmung der beiden Alt-Moderatoren leicht gedrückt. Sie vermissten die kleine schwarzweiße Gestalt mit dem dicken lila Schal, den Ally selbst im Sommer nur selten ablegte.
„Außerdem“, meinte Hades, „bekommst du vielleicht deine Farbe wieder, wenn du mal ordentlich frierst.“
Das Pony sah ihn fragend an.
„Ist dir noch nicht aufgefallen, dass du grün bist?“
Eilig blickte das Tierchen an sich herunter. „Mist ... wobei: Du läufst im Winter auch immer so rum, also beschwer dich nicht!“ Hoheitsvoll warf es den Kopf zurück und trabte in den Schnee hinaus. Sie war so beschäftigt, ihren Kollegen anzuschmollen, dass ihr das Verschwinden ihres Schluckaufs völlig entging.

~

Es war immer noch seltsam still. So still, dass sie das feine Knartschen des Schnees unter ihren Hufen beziehungsweise Füßen hörten. Selbst mit Blueys guten Ponyöhrchen, die sie in alle Richtungen drehte und wendete, war ansonsten nicht das leiseste Geräusch wahrzunehmen. Es wirkte, als sei das ganze Land ausgestorben.
„Das ist schon ein wenig gruselig.“
„Wenn wir wirklich geplofft sind, hat's alle Bewohner aus dem Land geworfen. Die müssen sich jetzt ihren Weg zurück suchen“, mutmaßte Hades. „Hoffentlich sind die Portale nach Myfflonien zugänglich.“
„Ganz toll“, kommentierte Bluey. „Das kurz vor Weihnachten.“
Ohne Vorwarnung tauchte plötzlich vor ihnen ein riesiger Kopf auf. Mitten in der Luft – kein Körper dazu, nur das Gesicht, das auf sie beide herunterblickte. Reflexartig zückte das Pony die Mörderaxt.
„Hallo Iridinix“, grüßte Hades und schubste Bluey zur Seite, damit sie dem Obermagier nichts antun konnte. Er ignorierte das unterdrückte ‚Hey‘, mit dem seine Begleiterin in einer Schneewehe versank. „Lange nichts vom Magierrat gehört, wie geht’s euch?“
„Habt ihr Adminius gesehen? Wir wollten Myfflonien verweihnachten, aber unser Zauber ist … nun … unvollständig ohne ihn. Deshalb der Dimensionssprung. Wir müssten ihn dringend finden, um das Ganze rückgängig zu machen.“
„Adminius?“ Hades glaubte, sich verhört zu haben. „Der war seit Jahren nicht mehr in Myfflonien, das müsstest du ebenso gut wissen wie wir. Genau aus diesem Grund haben du und deine Magierbande ja die Aufsicht über diese Landmasse bekommen.“
„Ach herrje, stimmt ja! Na, dann suchen wir mal weiter, nicht?“ Genauso schnell, wie Iridinix' Kopf verschwand, tauchte das – immer noch grüne – Pony aus der Schneewehe auf.
„Hast du sie noch alle?“, schimpfte es.
Hades ignorierte diese Aussage und beschränkte sich darauf, seine Unterhaltung mit dem Obermagier wiederzugeben.
„Mir reicht’s“, kakelte Bluey, „immer dieses Chaos! Ich kündige!“
„Du bist nicht mal angestellt.“
Solche Banalitäten hielten die Kleine nicht auf, wenn sie sich einmal in Rage geredet hatte. „Dann wandere ich aus!“
„Du könntest dich auch hinter einer Tanne verstecken, wenn du deine Ruhe haben willst.“ Er biss sich auf die Zunge, um nicht ‚Allerdings solltest du keinen schlanken Nadelbaum nehmen’ hinterherzuschieben. Er musste der Kollegin ja nicht noch auf die Nase binden, dass die letzte Keks-Diät eher durchhängenden als durchschlagenden Erfolg gehabt hatte.
„Ich muss mich nicht verstecken. Weißt du, was ich stattdessen mache?“
„Hellsehen ist nicht meine Stärke.“
Greeny… äh… Bluey schüttelte indigniert die Mähne. „Einiges andere auch nicht. Wenn der Magierrat macht, was er will, sollten wir das auch tun. Sollen sie sich doch ein paar Dumme suchen, die das Land über Weihnachten am Laufen halten – ich bin weg und du kommst gefälligst mit.“
„Du meinst, wir machen ...", Hades senkte die Stimme zu einem Flüstern, „Urlaub?"
Das Pony grinste. „Du hast es verstanden.“

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wolkenloch 24. Dec 2017

Guten Heiligabend-Morgen Haserl,

was für ein Highlight zum heutigen Abschluss des Adventskalenders!!! Weihnachten, wie es früher in ländlichen Gegenden war. Du beschreibst es so gut, stimmungsvoll und in lebendigen Bildern... - großes Kino in meinem Kopf. Man glaubt fast, Du hast die Geschichte selbst erlebt. Oder hat sie Dir Ella, der Du ja Dein Werk gewidmet hast, erzählt? Ist so ihr Glaube an das Christkind verloren gegangen? Verzeih bitte meine Neugierde.
Vielen Dank Haserl und frohe Weihnachten.

Osterhaserl 24. Dec 2017
Guten Morgen Wölkchen, Neugier ist wichtig! Wo wäre unsere Gesellschaft heute ohne sie? Vermutlich immer noch auf einem Baum... oder im Meer? Du hast Recht. Ella hatte mir diese Geschichte erzählt - also fast. Es waren eigentlich Karamellosterhäschen, die sie unter der Decke fand. Sie war damals krank und musste das Bettchen hüten, während die restliche Familie am Ostermorgen die Tiere versorgten. Aber da dies eine Weihnachtsgeschichte sein sollte, musste ich sie ein wenig anpassen. Danke für dein Lob! Ich muss aber zugeben, dass es ohne Löwchen nicht so schön geworden wäre!
wolkenloch 24. Dec 2017
Es scheint so, als habe Löwchen sehr vielen Leuten geholfen.
freakontour 24. Dec 2017

Hey Häschen,
Ich hab’s dir zwar schon mal gesagt, aber egal. Deine Geschichte ist wundervoll. In jeglicher Hinsicht :)
Vielen lieben Dank :)

Osterhaserl 24. Dec 2017
Liebstes Löwchen! Ich habe DIR zu danken! Ohne deine kontinuierliche Korrekturarbeit wäre die Geschichte bei weitem nicht so gut geworden. Es war sehr lieb, dass ich auf dich und deine Beta-Leser-Künste zurückgreifen durfte. Deine Ratschläge haben den Text in seiner heutigen Form erst möglich gemacht. Also herzlichen Dank an dich zurück!
wolkenloch 24. Dec 2017
Frohe Weihnachten kleiner Löwe.
KleinerIgel 24. Dec 2017

Hallo Haserl,

*seufz* Schön. Einfach schön. War ja auch zu erwarten, am 24. gibt es immer die flauschigsten Texte.

Ella ist aber auch ein kleiner Pechvogel, aber wer war das nicht in dem Alter? Aber es zeigt sich, dass sie ihr Herz am richtigen Fleck hat und versucht, den Unsinn, den sie anstellt, wieder gerade zu biegen - zumal sie ja auch weiß, wenn etwas nicht so gut war (wie das mit den Eiern, wofür sie nur bedingt etwas konnte). Dementsprechend hat sie es auch verdient, noch eine zusätzliche Portion Kekse zu bekommen. Spätestens, als sie ihr Geschenk ihrem Bruder geben will, den sie vorher "geschädigt" hat :D

Wie gesagt: Einfach schön.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und danke an alle, die den Kalender ermöglicht haben.
KleinerIgel

Osterhaserl 24. Dec 2017
Hi Igelchen, freut mich, wenn ich dir mit der Geschichte einen schönen Einstieg ins Weihnachtsfest bieten konnte. Karamellsterne sind übrigens keine Kekse, vielleicht hätte ich das noch rausarbeiten sollen. Es sind Karamellbonbons in einer entsprechend weihnachtlichen Form. Kekse bug die Mutter selbst. Aber Bonbons waren eine seltene Delikatesse, da sie eingekauft oder eingetauscht werden mussten, daher Ellas große Freude darüber. Heutzutage gibt es sowas wohl nicht mehr, da hat sich Schokolade zum Fest durchgesetzt, die wäre damals noch zu teuer gewesen.
wolkenloch 24. Dec 2017
Dir auch frohe Weihnachten Igelchen.