Hidden Dreams

vor 30 Tagen
Als Hidan bei einer seiner Missionen auf einem Fest ein Mädchen trifft, keimen in ihm Gefühle auf zu denen er nie zuvor fähig war. Sie verlieren sich aus den Augen, doch dann trifft er sie unverhofft wieder, rettet ihr das Leben und nimmt sie mit zu Akatsuki. Wird er sich seine Gefühle eingestehen oder wird er vor ihnen davon laufen?
Naruto (Fanfictions) Drama P16 Romanze In Arbeit

Wärme

Der Anblick der sich ihr bot als sie in den Spiegel sah schockierte sie beinahe noch mehr als Itachis Folter. Ihre dunkelblonden Haare hingen ihr strähnig und platt über die Schultern, sie war schmutzig und blasser wie die Wand neben ihr. Blessuren, Striemen, blaue Flecken, überall. Augenringe und eingefallene Wangen zeichneten ihr Gesicht, ihre einst strahlend dunkelblauen Augen waren matt und farblos. Als sie die Verbände löste die ihren Körper bedeckten und sie sich betrachtete stand nicht sie sondern ein dürres, fahles Etwas gegenüber. Momo erkannte sich selber nicht mehr. Sie wollte gar nicht wissen wie sie roch.. Schnell stieg sie in die Dusche und als sie das warme Wasser auf ihrem Körper spürte löste sich etwas in ihr. Ein Schluchzer entfuhr ihr, dann spürte sie heiße Tränen auf ihren Wangen. Sie wusste nicht mehr wie lange sie nicht mehr duschen war. Sie nahm sich Hidans Shampoo, wusch sich minutenlang, und als sie sich abspülte sickerte eine dunkelbraune Brühe den Abfluss hinab. Unvorstellbar. Während sie eingehüllt in das warme Wasser da stand merkte sie wie fertig Sie eigentlich wirklich war. Itachis Folter war nur seelisch, nicht körperlich, doch davor war sie wochenlang unterwegs. Der Hunger, der Schlafmangel, die Verletzungen, all das forderte nun seinen Tribut. Kraftlos stellte sie das Wasser ab, wickelte sich in ein Handtuch und versuchte ihre Augen offen zu halten. Sie zog eins von Hidans Shirts vom Stapel und eine Boxershorts, darüber streifte sie sich eine Jogginghose und auch noch einen Kapuzenpullover. Trotz der Dusche war ihr immer noch eisig kalt. Die Tatsache dass sie nicht mal mehr Unterwäsche besaß stimmte sie noch schlechter. Sie hatte nichts und war nichts. Keiner vermisste sie, es gab niemanden mehr. Sie steckte in irgendeiner Höhle mit Verbrechern fest die sie am liebsten tot sehen würden. Doch sie wollte nicht mehr nachdenken. Sie föhnte sich noch ihre brustlangen Haare, dann wandte sie sich zur Tür, atmete tief durch und drückte die Klinke nach unten.
Hidan saß auf seinem Bett und starrte zu Boden. Als er sah wie sie aus dem Bad schlich schaute er auf und fuhr sich erneut nervös durch die Haare. "Geht es dir besser?" fragte er. Sie nickte nur und blieb abwartend an seinem Schreibtisch stehen. "Hast du Hunger? Ich hab dir ein paar Brote geholt, mehr hatten wir leider nicht mehr da, tut mir Leid.." Sie sah auf den Teller mit den Broten den er ihr auf den Schreibtisch gestellt hatte und sofort meldete sich ihr Magen. Wie lange hatte sie nichts mehr gegessen? Sie wusste es nicht. Sie setzte sich, drehte sich von ihm weg und nahm sich eines der Brote. Als sie den ersten Bissen machte fühlte es sich an wie das beste Essen dass sie jemals gegessen hatte. Innerhalb einer Minute hatte sie es verschlungen, und als sie sicher war das Hidan sie nicht beobachtete griff sie erneut zu. Sie widerstand dem Drang alles auf einmal hinunter zuschlucken und versuchte sich Zeit zu lassen. "Wenn du fertig bist würde ich mir gerne mal deine Handgelenke anschauen." unterbrach Hidan die Stille. "Wenn du nichts dagegen hast.." fügte er hinzu. Sie schob den Teller von sich, drehte sich zu ihm um und schaute ihn direkt an. "Warum tust du das? Mir helfen?" Die Frage schien ihm kurz zu verwirren. Dann erhob er sich und kam zu ihr. Sie sprang auf und drückte sich an die Wand. Doch er Griff nur nach dem kleinen Täschchen mit dem Verbandszeug auf dem Tisch. Er wirkte plötzlich müde. "Irgendwann verstehst du es. Weißt du, du magst uns für Monster halten, mich für ein Monster halten, und vermutlich hast du Recht. Ich habe viele grausame Dinge getan und werde in meinem Leben noch weitere schlimme Taten begehen. Aber was dich betrifft, ich werde immer aufrichtig zu dir sein und dir nichts tun. Ich werde dir helfen, versprochen, bei Jashin, ich schwöre es." Sie wusste nicht ob sie bei der Tatsache dass er selber zu gibt ein Monster zu sein beruhigter sein sollte, doch aus unerfindlichen Gründen, sie war es. Sie versuchte ihre Anspannung zu lösen, denn er tat ihr irgendwie Leid wie er sie aus traurigen Augen ansah. Und bildete sie es sich ein oder war da noch etwas anderes in ihr, eine seltsame Wärme. Sie irrte sich vermutlich. Zögerlich ging sie wieder zu ihm, krempelte ihre Ärmel hoch und hielt ihm ihre Handgelenke hin. Dabei schaute sie verlegen zu Boden und erwiderte vorerst nichts. Sie war auch viel zu müde um zu diskutieren. Schweigend nahm er sie in die Hände und drehte sie leicht. Sie sahen wirklich schlimm aus. An den Stellen wo das Metall an ihrer Haut gerieben hatte war die Haut teilweise sehr tief aufgeschürft und blutig, stellenweise dunkelblau. Ihre Hände zitterten. "Ich werde sie kurz desinfizieren und dann verbinden. Das brennt kurz." Es brannte auch aber sie spürte nur Hidans warme Hände. Da war es wieder, dieses seltsame Gefühl. Es war ihr irgendwie vertraut. An seinem Handgelenk befand sich ein ledernes Armband. Ihr war als hätte sie es schon mal gesehen. "Fertig." unterbrach er ihre Gedanken. "Nun, wenn du möchtest kannst du dich ausruhen, ich werde mir eine Matratze holen und auf dem Boden schlafen." Er packte das Verbandszeug wieder ein und wandte sich zum gehen, doch Momo hielt ihn leicht am Arm fest. "Das musst du nicht, wirklich. Ich bleibe ohnehin wach, dein Bett ist groß, wir könnten auch einfach.. Reden." kam das wirklich von ihr? Sobald sie es ausgesprochen hatte bereute sie ihre Worte. Peinlich, dachte sie. Doch nach Wochen der Einsamkeit und der Tage in unerträglicher Schwärze sehnte sie sich einfach nur nach etwas Nähe. Und wenn er nur neben ihr saß. Hidan schien kurz zu überlegen, stimmte ihr aber zu. "Wenn es für dich ok ist. Ich würde dann fix ins Bad, mach es dir einfach gemütlich." Er schnappte sich ein paar seiner Klamotten und verschwand. Kurz darauf hörte sie die Dusche und sie erwachte aus ihrer Starre. Schnell stieg sie ins Bett und als sie die Kissen und die Decken spürte seufzte sie. Was für ein Luxus es plötzlich war in einem richtigen Bett zu schlafen. Sie setzte sich an die Wand und hüllte sich in ihre Decke, zwang sich nicht dem Drang nachzugeben einfach einzuschlafen. Wer weiß ob sie Hidan wirklich trauen konnte. Zwei Minuten später sackte ihr Kopf zur Seite und sie sank komagleich in den Schlaf.

Als Hidan zehn Minuten später wieder zurück kam musste er kurz schmunzeln. Sie saß im Bett,war leicht zur Seite gerutscht und schlief tief und fest. Er kam näher und setzte sich auf die Bettkante. Sein Herz raste. Sie war wunderschön, ihre dunkelblonden Strähnen waren ihr leicht ins Gesicht gefallen und sie hatte sich tief in die Decken gehüllt. Er würde sie beschützen, koste es was es wolle. Morgen würde er versuchen sie vorsichtig auszufragen, doch heute sollte sie einfach schlafen und sich ausruhen. Er schob einen Arm in ihren Nacken und den anderen unter ihre Hüfte und legte sie sacht hin, so würde sie morgen früh keine Gliederschmerzen bekommen aufgrund ihrer Position. Er löschte noch schnell alle Kerzen bis auf eine auf seiner Kommode, damit sie wenn sie wach wird keine Angst haben muss und legte sich neben sie, so weit weg wie es ging, um sie nicht zu verschrecken. Zwischen ihnen waren nun gut anderthalb Meter Platz, auch wenn er sie am liebsten in die Arme genommen hätte. Doch sie nur in Sicherheit bei sich zu wissen genügte ihm voll und ganz. Sollte die Welt um sie beide doch untergehen, sollte Pain fluchen und brüllen. Solange sie da war störte es ihn nicht. Wenn alle Stricke reißen sollten würde er mit ihr das Hauptquartier verlassen und dorthin gehen wo Momo sicher wäre.

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