Darkness [killed in revenge]

vor 6 Tagen
Doch das Mädchen blieb in ihm, in seinem Herz. Wütend rannte er weiter, doch das Mädchen blieb. Er rannte immer weiter, doch das Mädchen blieb… zurück. Er blieb keuchend stehen und drehte sich um, nicht einmal der Wald vor ihrem Haus war noch zu erkennen. Der Mann krümmte sich plötzlich und griff sich an ..
Liebe/Romantik Fantasy P12 Romanze In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
Bemerkung des Authors: Dann gehts mal los mit Elena und Ian... Nach langem Suchen habe ich es jetzt geschafft, meine Story hochzuladen ;) Ich hoffe, manchen von euch gefällts :D und natürlich hoffe ich auch auf positive und negative kritik dann viel spaß, leute

Teil 1: der erste Blick

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TEIL 1

Der erste Blick (Kapitel 1)

>>Liebes Tagebuch,

Ich halte dieses ewige Streiten nicht mehr aus. Meine Eltern meinen mich immer kontrollieren zu müssen!! Wenn ich einmal für eine Stunde nicht in ihrer Sichtweite bin läutet schon mein Handy. „Wo bist du? Ist was passiert?“
Wie rührend, denkst du vielleicht. Aber ich bin doch kein Kind mehr! Ich bin 17 und werde bald 18. Ich will zwar noch nicht fort von zu Hause aber sie machen mir das Leben hier nicht sehr schön oder leicht. Ich weiß nicht, ob…
Tut mir Leid. Mum ist gerade reingekommen und hat gefragt was ich mache. Als ob sie das nicht wüßte? Sie weiß, dass ich mit IHR über nichts sprechen kann, außer… wir streiten.
Naja, ich will meine Zeit jetzt nicht wieder verschwenden. Den ganzen Tag war ich im Zimmer. Wird mal Zeit zum Rausgehen in das kalte Frühjahr<<

Elena seufzte, als sie ihr Tagebuch zuklappte und es auf ihr Bett legte. Darin standen all ihre geheimen Gedanken und Wünsche. Keiner wusste mehr über sie als dieses kleine, stillschweigende Büchlein. Sie setzte sich auf die Matratze und fuhr mit der Hand zärtlich über den Buchrücken. Bücher hatten so vieles zu bieten: Abenteuer, Action, Romantik, Liebe, Leidenschaft… Alles was man im wahren Leben nicht hat, kann man ihn Büchern erleben.

Elena überlegt wo sie hingehen sollte. Zum Schwimmen war es noch zu kalt. Menschen wollte sie sowieso keine sehen. Allein sein, das brauchte sie jetzt.
Sie zog den Schlüssel vom Tagebuch ab und steckte beides zwischen zwei Bücher in ihrem Regal.
Als sie ihre Sammlung betrachtete und sich im Zimmer umschaute, bemerkte sie, dass sie eigentlich ein hübsches Zimmer hatte. Der weiche rote Teppich umschmeichelte die Füße. Das breite Bett lud zum Schlafen ein, ein großer Kleiderschrank mit einem Spiegel davor, der Schreibtisch mit dem schwarzen Laptop und natürlich das Bücherregal mit einem gemütlichen Sessel daneben.
Jede Art von Büchern war im Regal zu finden. Von J.K. Rowling, über L.C. Smith bis zu Goethes „Faust“ (Wobei sie letzteres noch nie gelesen hatte). Wenn Elena in ihren Büchern versank konnte sie sich ganz der Fantasiewelt hingeben. Ein anderes Leben zu führen begeisterte das Mädchen. Sie verschlang jeden Jugend-Bestseller…

Elena zog sich eine Jacke an, band sich die Haare zusammen und blickte dann in den Spiegel. Das war sie! Die „ungeschminkte“ Wahrheit. Intensiv blaue Augen, die von dichten Wimpern eingerahmt wurden, eine gerade Nase und volle helle Lippen. Die weißen Zähne sah man nur selten, wenn sie mal lachte, lächelte sie bloß leicht.

Elena hielt sich für ganz durchschnittlich. Nichts was Jungs sofort auffallen würde; und das tat sie auch nicht. Sie ignorierte jeden interessierten Jungen und so taten diese es ihr nach.
Eigentlich war sie doch hübsch, aber wegen ihrem mangelnden Selbstbewusstsein kam das nur selten zur Geltung.
Doch wenn sie mit ihrer Familie oder besten Freunden zusammen war, wurde sie zu einer anderen Person. Sie strahlte, redete pausenlos, lacht und war einfach sie selbst.
Das Problem jedoch war, dass sie seit der Volksschule keine Freunde mehr hatte und dass sie momentan nicht gut mit ihrer Familie klar kam.

Elena war noch einen letzten Blick in den Spiegel, wie es wohl ein jeder macht, und ging dann aus dem Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Als sie ihre Schuhe anzog hörte sie Schritte die Stiege herauf kommen. Schnell packte sie den zweiten Schuh und versteckt sich hinter einem Vorhang. Wenn man flüchtig an ihr vorbeigehen würde, könnte man sie nicht entdecken. Und genau das wollte sie in dem Moment: Nicht bemerkt werden, eben allein sein. Manchmal wollte man genau das!

Ihre Mutter ging an ihr vorbei ohne die unter dem Vorhang herausstehenden Beine ihrer einzigen Tochter zu bemerken.
Elena zog den Vorhang einen Spalt weit zurück und spähte hindurch. Keiner war da, und so rannte sie schnell aus dem Haus, sprang auf ihr altes Rad und fuhr los.
Außer sichtweite des Hauses atmete sie schwer durch. Endlich war sie alleine und konnte ihren Gedanken ungestört nachhängen.

So fuhr sie eine Weile die Landstraße entlang, bis sie bemerkte, dass sie im Unterbewusstsein den Weg zu dem kleinen See, mit dem ebenso kleinen Spielplatz gewählt hatte. Der Teich lag, umrundet von Bäumen und Büschen, etwas tiefer als die Straße, die rundherum führte.

Elena raste den Schotterweg hinunter und genoss den Wind, der ihre Haare zurückwehen und die Augen zukneifen ließ. Bei einem kleinen Holzturm, den die kleinen Kinder des Dorfes oft al Ritterburg nutzten, machte sie Halt und lehnte ihr Rad an die Wand.
Dann kletterte sie hinauf und setzte sich so an den Rand, dass ihre Füße frei in der Luft baumeln konnten. Sie blickte sich um. Heute war niemand am See schwimmen oder spielen. Dazu war es noch zu kalt, und außerdem sah es nach Regen aus. Da war Elena nur Recht, sie war hier gerne alleine. Jediglich zwei kleine Kinder standen am gegenüberliegenden Ufer und angelten mit einer selbstgemachten Angelrute.

Elena summte ein paar Melodien die gerade zu ihrer Stimmung paßten. Etwas melancholisch aber sehr leidenschaftlich. „Cascada“ war perfekt dafür…

Als sie sich nach einigen Minuten umblickte, stellte sie fest, dass sie sich gerade vollkommen wohl fühlte! Das Wetter paßte zu ihr: Der Himmel war bewölkt und die Luft war ganz klar und frisch. Das Wasser des Sees lag still und friedlich. Nur hin und wieder hüpfte ein Goldfisch über das Wasser. Vielleicht wollte auch er die Natur bewundern: Eingeschlossen von hohen Bergen, an deren Gipfel noch Schnee lag. Nirgends war ein Haus zu sehen. Kein Zeichen von Zivilisation. Alles war so natürlich. Man spürte den bevorstehenden Regen.
„Ich mag Regen,“ dachte Elena, als sie in ihren Jackentaschen nach etwas Essbarem suchte.
„Ahh, ein Kaugummi,“ sagte sie zu sich selbst. „Doch ich habe gerade keine Lust auf Kaugummi.“ Elena kam es nicht komisch vor mit sich selbst zu reden. Sie war eben die einzige, mit der sie ganz ehrlich sein konnte. Wie sollte sie auch Geheimnisse vor sich selbst haben können?...
Schließlich fand Elena noch einen kleinen Keks. Sie wusste zwar nicht mehr woher er kam oder wie alt er war, doch das war ihr egal. „Was soll schon passieren, ist doch nur ein Keks.“
Sie steckt ihn sich in den Mund und kaute lange genüßlich darauf herum. Als nichts mehr da war, kaute Elena aus Gewohnheit und Zeitvertreib weiter.

Sie fühlte sich so gut, so ruhig, so ganz sie selbst. Doch keiner würde sie je so sehen. „Das ist auch gut so. Darum bin ich auch hier herunter gekommen, um allein zu sein,“ murmelte Elena. Doch sie wusste, dass das nicht stimmte. Zumindest nicht ganz. Mit einem richtigen Freund, der die wahre Elena kannte, würde sie lieber die Zeit verbringen. Doch so jemanden gab es in ihrem Leben momentan nicht. Sie war zu scheu um mit einem Jungen länger als ein paar Sätze zu sprechen. „Vielleicht wenn ich mit einem allein wäre…“ überlegte sie, „Nein! Das wäre dann so etwas wie ein Date, und das traue ich mich erst recht nicht!“

Elena saß noch einige Minuten auf dem Turm und schaukelte verträumt ihre Beine, als sie einen Mann den Weg zum See herunterkommen sah, ganz alleine. Sie beobachtete ihn. Als er näher kam, erkannte sie, dass es sich um einen Jungen handelte, der ungefähr in ihrem Alter war. Doch sie kannte ihn nicht, was in einem so kleinen Dorf wie ihrem höchst verwunderlich war. Hier kannte jeder jeden, was sowohl ein Vorteil als auch ein Nachteil war…
Der Neue konnte Elena nicht sehen, solange diese auf ihrem Turm sitzen blieb. Ein Baum versperrte jedem unten am Weg den Blick herauf, doch sie konnte von ihrem Standort aus alles und vor allem JEDEN sehen.

„Was macht der bei diesem Wetter hier?“, fragte sich Elena. „Vielleicht hatte auch er Streit und will hier alleine sein. Pech gehabt! Das ist mein Revier,“ schmunzelte sie und ein leichtes Lächeln stahl sich auf ihre Lippen.
Der Fremde ging zum Ufer und ließ ein paar Steine über das Wasser springen. Dann setzte er sich auf den kalten Boden und blickte sich um. Als er in Elenas Richtung sah, duckte sie sich instinktiv. Ihr schien es, als würde sein Blick kurz auf ihr verweilen, doch im selben Moment wanderte sein Blick weiter und er betrachtete stirnrunzelnd den mickrigen Spielplatz.
Komischerweise stieg bei diesem Anblick Wut in Elena auf. Sie wollte ihm sagen, er solle abhauen, wenn es ihm hier nicht gefiel. Was er hier überhaupt mache?...
Doch auch dazu hatte das scheue Mädchen nicht genug Mut oder Lust.
„irgendwann wird er wohl wieder gehen,“ hoffte sie und sah, dass inzwischen auch die Angler verschwunden waren. „Spätestens wenn der es zu regnen beginnt.“

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