Tiefer Schlaf

vor 2 Mon.
Eine Sekunde, kann über Leben und Tod endscheiden. Jeder Schritt kann der letzte sein. Als die neunzehnjähre Mila von einem Auto angefahren wird, fällt sie in ein tiefes Koma, doch das soll nicht ihr ende sein, sondern es eröffnet ihr eine völlig neue Welt, voller freundschaft, hoffnung und gefahr, denn hier ist nichts so wie es scheint und ..
Fantasy - modern P16 Drama In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Prolog- Schicksalsschlag

Am Morgen war es noch sonnig gewesen, doch jetzt hatten dicke, schwarze Wolken den Himmel verhangen und ließen keinen sonnenstrahl mehr auf die Straßen fallen. Missmutige Gesichter auf den Straßen, laute Hubgeräusche aus den Autos, in denen genervte und gestresste Menschen sich ebenso über das Wetter ärgerten wie die, die zu Fuß unterwegs waren und unter den Dächern und Markisen der Geschäfte Schutz suchten oder schleunigst ihre Regenschirme aufspannten.

Es war schon später Nachmittag als Mila endlich das Schulgebäude verlies. Der leichte Regen hatte sich in ein wahres Unwetter verwandelt und sie ärgerte sich, dass sie ihre Hausaufgaben lieber in der Bibliothek, als zu Hause an ihrem Schreibtisch gemacht hatte. Zu Hause würde sie sich jetzt in ihre schöne, warme Kuscheldecke auf dem Sofa zusammenrollen und Fernsehen, aber stattdessen musste sie durch Pfützen waten um zu der Bushaltestelle, einige Straßen weiter zu gelangen.
Den Schirm fest mit beiden Händen umklammert stapfte sie immer weiter gerade aus. Der Wind war so stark, dass sie alle Mühe hatte einen Fuß vor den anderen zu setzen und den Schirm nach vorne gerichtet zu halten, damit er nicht vom Wind umgeklappt wurde.
, Egal wohin man geht, komischerweise hat man immer Gegenwind` dachte sie noch gerade, als sie schnurstracks in eine besonders tiefe Pfütze trat. Sie spürte wie sich das kalte Wasser seinen Weg durch ihren Schuh bahnte. Es dauerte nicht lange, da hatte sie das Gefühl, mit jedem Stritt auf einen vollgesogenen Schwamm zu treten. Plötzlich hörte sie aus weiter Entfernung und abgeschwächt durch das laute Plätschern des Regens, den Glockenschlag der Kirchturmuhr, die neben ihrer Schule jede volle Stunde angab.
Verdammt! Wenn sie ihren Bus nicht verpassen wollte, musste sie sich beeilen. Sie zog den Schirm noch tiefer ins Gesicht und lief los, so schnell es der Wind eben zu ließ. Eine Böe von rechts wirbelte den Schirm in die endgegengesetzte Richtung und zog Milas ganzen Oberkörper mit sich. Plötzlich, wie aus dem nichts in schrilles Hupen, quietschende Reifen auf nassem Asphalt, ein harter Stoß, ein dumpfer Aufschlag auf dem Boden, der gellender Schrei einer Frau. Dann wurde alles schwarz.

,,Was ist passiert? Bitte, wie geht es meiner Tochter?“
Völlig aufgelöst und mit flehendem Blick stand die Frau vor dem zuständigen Arzt Dr. Johanns. Die eigentlich große, selbstbewusste Frau, sah aus, als wäre sie um viele Zentimeter geschrumpft und mindestens um fünf Jahre gealtert. Wimperntusche und Makeup rannen ihr über die Wangen und ohne ihren Mann, der sie festhielt, hätten ihre wackeligen Beine wohl nachgegeben.
,,Setzen sie sich doch bitte erst einmal hin“, schlug der Mann im weißen Kittel vor und deutete auf die freien Stühle vor dem Schreibtisch in seinem Büro.
,, Ich will mich nicht setzen! Ich will wissen, wie es meiner Tochter geht!“
Ungeachtet dessen was sie gesagt hatte bugsierte ihr Mann sie auf einen der Stühle, setzte sich neben sie und legte behutsam den Arm um ihre Schulter.
,,Wie schon gesagt, ihre Tochter wurde von einem Auto erfasst. Sie wurde sofort ärztlich behandelt aber sie hat bei dem Unfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten und mehrere Knochenbrüche. Es tut mir sehr leid aber…“
Die Frau gab ein gurgelndes Geräusch von sich und schnäuzte sich die Nase.
,,… Ihre Tochter liegt momentan im Koma.“ Das war zu viel. Die Frau brach jetzt völlig zusammen. Sie lehnte sich an ihren Mann, der entgeistert irgendwo ins nichts starrte. Sie klammerte sich an seinen Arm, und schluchzte herzzerreißend in seine Schulter.
Nach einigen Sekunden fragte er:,, Wird sie wieder gesund?“
,,Das ist schwer zu sagen. Es ist ein tiefes Koma, aber sie kann wieder aufwachen, das ist nichts ungewöhnliches. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nichts zu ihrem wahrscheinlichen Krankheitsverlauf sagen, nur je früher sie wieder ins Leben zurückkehrt desto besser.“

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