Eine Woche Zeit

vor 25 Tagen
JP/LE. Eine Wette. Eine Woche. Ein Mädchen, das eine Beziehung fakt. Ein Junge, der sich wünscht, es wäre kein Fake.
Harry Potter Romanze P16 Humor Beendet
Inhaltsverzeichnis
Bemerkung des Authors: Hey Leute! Neues Schriftbild, neuer Titel und einige Veränderungen im Text selbst, doch die Idee ist geblieben. Herzlich Willkommen zu meiner überarbeiteten Version von "One week with you"! Ich hatte viel Spaß mit dieser Geschichte und hoffe, sie gefällt euch und neuen Lesern weiterhin. Liebe Grüße, Fencheltee

Tag X

„Evans!“ Oh nein, nicht schon wieder. Als ob ich nichts anderes zu tun hätte, als Date-Anfragen abzulehnen.

Mit einem gekünstelten Lächeln auf den Lippen drehte ich mich um. „Ja, POTTER?“

Der Siebzehnjährige mit den schwarzen Haaren und haselnussbraunen Augen lächelte zurück, wie er es immer tat, selbst wenn ich ihn mit einem Slytherin oder dem Riesenkraken im See verglich.

„Ich wollte dich etwas fragen.“

Ach ja? Ich kannte die Frage und ich kannte die Antwort. Er auch. Kein Wunder. Seit der dritten Klasse wurde er regelmäßig von mir zusammengeschrien, dass Hogwarts' Wände erbebten.

Doch James Potter ließ sich einfach nicht unterkriegen! Hartnäckig wie eine Stechmücke auf der Jagd nach Blut klebte er an mir dran, starrte mir hinterher, als wäre ich berühmt und stauchte alle Leute zusammen, die mir irgendetwas anhaben wollten.

Zugegeben, Letzteres war manchmal schon ganz praktisch – im Gegensatz allerdings zu seiner ständigen Fragerei nach einem Date. „Evans, gehst du mit mir aus?“ „Evans, willst du nicht mit mir ausgehen?“ „Evans, was hältst du von einem Date?“ Aaaaah!

Potters Verliebtheit hatte noch eine weitere Auswirkung. Seitdem er mich liebte (oder es zumindest immer wieder beteuerte – er hielt mich wohl für so naiv wie die ganzen anderen Mädchen), hatte er dafür gesorgt, dass sich kein anderes männliches Wesen – mit Ausnahme seiner Rumtreiberfreunde und Frank – auf zehn Meter an mich herantraute.

Und Potter meinte es wirklich ernst. Ich erinnerte mich noch gut an den Tag, als mich ein Junge in der fünften Klasse nach einem Date gefragt hatte – und daran, wie er mit diversen Blessuren im Krankenflügel gelandet war.

Weswegen? P-O-T-T-E-R! Genau dem, der immer noch vor mir stand, mit einem so treudoofen Hundeblick, dass ich ernsthaft daran zweifelte, dass er Gehirnzellen besaß.

Ich konnte es nicht mehr hören, wirklich. Und auf seine Frage hatte ich auch keine Lust!

Trotzdem hielt ich ihn nicht davon ab. „Dann stell sie halt“, murmelte ich genervt.

„Ich will mit dir wetten.“

Erstaunt hob ich den Kopf. Keine Anfrage? Aber schnell hatte ich mich wieder im Griff. „Das ist keine Frage“, stellte ich fest. Potter grinste nur. „Stimmt. Also. Evans, willst du mit mir wetten, dass du es nicht schaffst, eine Woche lang meine Freundin zu spielen?“

Gedanken rasten in meinem Kopf herum wie Quaffel auf dem Quidditchfeld. James Potter. Und ich.

Eine Woche. Freundin.

Igitt.

„Potter, ich-“, fing ich an und spürte schon, wie sich die Wut in meinem Magen zu einem riesigen, festen Klumpen zusammenballte. Wie immer, wenn er mich ansprach.

„Du traust dich also nicht?“ Sein Grinsen brachte das Fass zum Überlaufen. Wollen wir doch mal sehen, wer hier kneift und wer nicht.

„Und ob“, erwiderte ich fest. „Von mir aus. Die Wette gilt. Aber nichts, was unter die Gürtellinie geht“, erklärte ich energisch.

Für einen Augenblick blitzte Enttäuschung in Potters Augen auf. Ha! So weit würde ich garantiert nicht gehen. Nie im Leben.

„Und diese Lippen“, ich zeigte auf meinen Mund, „werden deine niemals berühren, verstanden?“

Damit das mal ganz klar war. Freiwillig küsste ich Potter ganz sicher nicht!

„Aber-“, wollte er schon protestieren, besann sich jedoch. „Na gut – aber du wirst schon sehen...“, er grinste schon wieder so dämlich. Das musste eine Krankheit sein, genau wie seine grenzenlose Dummheit, Arroganz und die Angewohnheit, sich in meiner Gegenwart durch die Haare zu fahren.

Wir beide waren Schulsprecher und nach dem ersten Schock hatte ich mich schon daran gewöhnt, mit ihm in einer Wohnung zu leben. Es war zwar alles andere als angenehm, aber ich würde es überleben. Jetzt kam mir diese Tatsache sogar sehr gelegen, da ich nicht um der Tarnung willen mit Potter in seinem Bett schlafen musste, sondern einfach die anderen glauben lassen konnte, dass es in den Schulsprecherräumen jede Nacht heftig zur Sache ging.

Oder was auch immer er sich für unsere gemeinsame Woche vorgenommen hatte...ehrlich gesagt wollte ich das alles gar nicht wissen.

,,Du hast eine Woche Zeit. Mal schauen, wie weit du kommst."

Potter trat einen Schritt näher und missachtete dabei ganz lässig meine Komfortzone. Ob mich das störte? Aber sicher. Ob ich etwas dagegen unternahm? Nö. Und wenn schon!

,,Ich würde eher sagen...mal schauen, wann du kommst, Evans."


Später begab ich mich in unsere gemeinsamen Räumlichkeiten, um mir noch schnell ein paar Kekse aus der Dose im Eckschrank zu stibitzen. Ich hatte keine Ahnung, wie sich die Dose jedes Mal wieder auffüllte, vermutete aber die Hauselfen. Eines Tages würde ich ihnen einen liebevollen Zettel hinterlegen und klarstellen, dass ich auch selbst backen konnte.

Eines Tages...doch meistens war ich schlicht und ergreifend viel zu faul, um mein Backtalent auszuleben.

Hoffentlich erwartete Potter nicht, dass ich ihn bekochte! Das konnte er mal schön stecken lassen. Candle-Light-Dinner waren einfach nicht mit mir zu vereinbaren.

Potter...Potters Freundin. Lily Evans.

,,Ich bin Lily Evans, James Potters Freundin", sagte ich laut vor mich hin und zuckte beim letzten Wort merklich zusammen. Die Keksdose glitt mir aus der Hand, ich konnte sie jedoch unter Einsatz meines linken Knies und meiner Arme (ja, ich war wirklich ein seltsames, ungelenkes Wesen) vor dem Aufprall retten.

James Potters Freundin.

Das schrie nach einem Krisengespräch!


„Du bist verrückt.“ Das waren die ersten Worte meiner Freundin Alice, als ich ihr davon erzählte.

„Ich weiß.“ Ich hockte auf Alice' Bett. „Aber was soll ich machen? Dieser hirnlose Mädchenschwarm soll bloß nicht über mich triumphieren! Ich mach ihn fertig, ich...“

Alice unterbrach mich. „Lily, ist dir klar, was das alles nach sich zieht? Du musst mit Potter Händchen halten, mit ihm ausgehen, mit ihm reden, nett zu ihm sein, ihm Geschenke machen...und am schlimmsten“, sie machte eine Pause, „du musst ihn küssen!“

Oh Gott. Mit einem Mal wurde mir bewusst, dass diese Wette mehr als nur eine Wette gewesen war.

Es war eine Bewährungsprobe. Eine sehr harte Bewährungsprobe für mich.

Ich würde eine Woche lang James Potters Freundin spielen. Mit allem Drum und Dran. Mit kleinen Liebesbekundungen, roten Rosen (was sich fürchterlich mit meinem Haar beißen würde), Guten-Morgen-Küssen und romantischen Spaziergängen. Da könnte ich auch gleich einen Rosamunde Pilcher – Marathon starten.

Was hatte ich nur getan?!

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LaJulica 11. Sep 2013

Ohh, wie süß!!! <33
Du hast echt ein seeehr schönes Ende geschrieben:)
Danke;D
Schade, dass es schon vorbei ist... :(
Ist es doch, oder...?

Fencheltee 09. Jul 2017
Hey, ja, die Geschichte ist inzwischen (schon lange) beendet, aber evtl. werde ich sie überarbeiten und nochmals hochladen. :-) LG
LaJulica 24. Aug 2013

WOW;) Sehr schön wirklich:D
Du hast einen tollen Schreibstil und ich liebe die Handlung<3
Lily verliebt sich langsam aber sicher in James*_*
xD
Und James ist echt süüß zu ihr<33
Mach schnell weiter:*

Lollylilo 05. Aug 2013

Ach so, vielleicht schreibst du auch mal aus James sicht?
Lg