Aya, The Android - Ein synthetisches Herz ist besser als ein kaltes!

vor 15 Tagen
Wir schreiben das Jahr 2154. Androiden sind mittlerweile aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken. Aber nur, wenn sie nicht anfangen selbstständig zu denken und ihre Befehle in Frage zu stellen! Die Androidin Aya und ihr Partner, der Cyborg Conrad Wolf, sind auf der Flucht vor der Spezialeinheit "Unit Z". Während sie gejag..
Science Fiction Action P18 Abenteuer In Arbeit
Bemerkung des Authors: Das Coverbild ist Eigentum von: D4N13I3 - http://d4n13l3.deviantart.com/ Er hat mir sein Einverständnis gegeben, dass ich es hier benutzen darf. Wenn ihr Interesse an seinen weiteren Werken habt, dann könnt ihr sie auf deviantArt finden. The cover image is the property of: D4N13I3. He gave me his permission to use it here. If you are interested in his other works, you can find them on deviantArt. * Mit dem ersten Kapitel "Die Flucht" habe ich begonnen meine "Aya-The Android-Geschichte ein wenig aufzupolieren. Die anderen Kapitel werden suk­zes­si­ve folgen. Im Moment weiß ich noch nicht, ob ich zeitgleich dazu kommen werde neue Kapitel zu schreiben. Ich hoffe auf Euer Verständnis. Kapitel, die ich bearbeitet habe, werden den Zusatz "refurbished" bekommen. Was soviel heißt wie überholt, aufpoliert, runderneuert etc.. Dieser Begriff wird zwar eher für Produkte benutzt, aber in meinem Fall jetzt auch für meine Kapitel. ;-) "Die Flucht" ist ein wenig länger geworden als die alte Version. Aber ich hoffe, dass sie Euch trotzdem noch gefällt. Außerdem möchte ich mich vorab schon einmal für die in der Übergangszeit auftretenden unterschiedlichen Begriffe und Begebenheiten in den einzelnen Kapiteln entschuldigen. Die neuen Kapitel ab Nr. 53 werden bereits die neu eingeführten Begriffe verwenden. DANKE!

Die Flucht - refurbished*

Mit dem Gaußgewehr in der einen Hand und einem kleinen Ortungsgerät in der anderen schlich ich durch die schmalen Gassen des 4. Distrikts von New Hongkong. Dieses eher heruntergekommene Viertel trug auch den Beinamen „Kuàilè huí jiā.“ Was übersetzt ungefähr „fröhliches zuhause“ bedeutete. Ich schnaubte leise und schüttelte den Kopf. Die chinesischen Verwaltungsbeamten, die sich diesen Namen ausgedacht hatten, mussten zu diesem Zeitpunkt entweder high oder total besoffen gewesen sein. Anders konnte ich mir diesen eklatanten Unterschied zwischen Realität und vollmundigen Namen einfach nicht erklären. Verstohlen blickte ich mich um. Auf der einen Seite die traditionellen, aber einfachen Behausungen aus der sogenannten guten alten Zeit, die ihren Zenit größtenteils schon seit Jahrzehnten überschritten hatten. Auf der anderen Seite die modernen Wohntürme mit ihren engen Wohneinheiten, die die Stadtverwaltung großspurig als Apartments anpries! Ich hätte sie eher als Konservendosen für die vielen menschlichen Abgehängten bezeichnet, die in diesem riesigen Moloch von Stadt so vor sich dahinvegetieren. Zum Leben zu klein, zum Sterben zu groß! Vorsichtig setzte ich einen Schritt vor den anderen. Stoppte und musterte meine Umgebung ganz genau. Mein Blick fiel auf das Ortungsgerät in meiner Hand. Es gab keinen Mucks von sich. Geschweige denn, dass ein kleiner leuchtender Punkt sich darinnen bemerkbar machte. Verdammt! Soweit konnte ich doch nicht von ihr entfernt sein? Es dämmerte bereits und ich hörte plötzlich ein Geräusch. Schritte waren aus einer der vielen kleinen und engen Seitengassen zu vernehmen, die die Häuser voneinander trennte. Ich drückte mich schnell in den Schatten eines Häusereinganges und lauschte. Mit einem leisen Klicken deaktivierte ich die Sperre meines Gaußgewehres und überprüfte die Kapazität der Energiezelle. Sie lag bei akzeptablen 65 Prozent. Dieser Wert würde sich allerdings im Laufe der Zeit drastisch verringern, da die Magnetspulen im Gewehrlauf ständig unter Strom gehalten werden mussten. Die Stimmen von mindestens drei Personen wurden immer lauter. Ich versuchte etwas zu verstehen, doch das Kauderwelsch aus Chinesisch und Hongkong-Englisch bereitete mir noch immer große Mühe. Zum wiederholten Male an diesem Abend musterte ich die kleine Munitionsanzeige, die auf der linken Seite des Gewehres angebracht war. Das extra große Magazin mit den gehärteten Aluminiumgeschossen hatte ich gestern mit unserer letzten Munition komplett neu aufgefüllt. Das einzige Reservemagazin für diese Waffe befand sich in meiner rechten Beintasche.

Ich nickte grimmig und konzentrierte mich wieder auf die Geräusche vor mir. Das Letzte, was ich im Moment gebrauchen konnte, war Aufmerksamkeit. Denn ich war nicht nur auf der Suche nach jemanden, sondern befand mich zusätzlich noch auf der Flucht. Ein leichter Anflug von Wut stieg in mir hoch. Als hätten wir nicht schon genug Ärger am Hals! Denn um genau zu sein, befand ich mich zusammen mit meiner Partnerin Aya auf der Flucht. Wir hatten heute morgen beschlossen uns zu trennen und einen Treffpunkt ganz in der Nähe meiner jetzigen Position vereinbart. Dort war sie aber nicht erschienen und jetzt war ich, verdammt nochmal, auf der Suche nach ihr. Hatte man sie vielleicht bereits erwischt? Misstrauisch beäugte ich den Himmel. Jeden Moment konnte das Spezialkommando in ihren fliegenden Autos hier auftauchen und mich aufspüren. Die genaue Bezeichnung dieser fliegenden Fahrzeuge lautete eigentlich AGFV’s: Anti-Gravity-Flying-Vehicles, aber wir nannten sie der Einfachheit halber „Skycars“. Diese Autos konnten mithilfe kleiner Antischwerkraftmotoren an den Seiten auf der Stelle schweben und ermöglichten einen vertikalen Start respektive Landung. Düsen am Heck sorgten für den Vorwärtsschub, während kleinere Exemplare an der Front für das Abbremsen zuständig waren. Eine äußerst praktische Erfindung. Ich schaute argwöhnisch nach oben. Wenn man nicht gerade von einer Spezialeinheit gejagt wurde, dessen Besitzer Shadow Tech war. Einem weltweit agierenden Technologiekonzern, der nur mal so am Rande bemerkt zu einem der größten und einflussreichsten Konglomerate auf dem ganzen beschissenen Planeten zählte. Ich musste es ja wissen, denn ich war mal einer von ihnen gewesen. Second Lieutenant Conrad Wolf. Willfähriger Diener und Beschützer der wirtschaftlichen Interessen von Shadow Tech. Soldat der Abteilung 36 oder kurz ausgedrückt: Unit Z. Das „Z“ stand dabei für Zombie. Und das war der interne Begriff der Abteilung für sämtliche Androiden, die tagaus tagein ihren Dienst neben und mit uns verrichteten. Er sagte auch viel über die geistige Haltung der Firma und ihrer Handlanger gegenüber den künstlichen Menschen aus, die uns mittlerweile die ganze Drecksarbeit abgenommen hatten, für die wir uns selber viel zu schade waren. Zum Dank für die oftmals gefährliche und undankbare Arbeit behandelten wir sie wie unsere Leibeigene. Wie Tiere. Wie untotes Leben, dass man je nach Lust und Laune schikanieren oder terminieren konnte!

Androiden gab es bereits seid 50 Jahren, doch unsere Einstellung ihnen gegenüber hatte sich bis heute kein bisschen verändert. Dabei hatten die künstlichen Geschöpfe, die uns mittlerweile zum Verwechseln ähnlich sahen, eine rasante Entwicklung hinter sich gebracht. Rein visuell konnte man heute bereits nicht mehr feststellen, ob der Gesprächspartner gegenüber ein Mensch oder ein Android war. Man musste sich schon die Mühe machen und die inneren Werte betrachten, um die künstlichen Innereien von den biologischen zu unterscheiden. Aber welcher normale Mensch hatte schon die ganzen teuren Gerätschaften dafür? Das blieb vorrangig den Firmen vorbehalten, die sich auf die Herstellung von Androiden und Robotern spezialisiert hatten. Und für Unit Z. Die einzige Spezialeinheit mit der Lizenz zum terminieren von künstlichen Humanoiden. Die fähigsten Jäger in dieser Einheit schafften es in ungefähr 15 Minuten die unterschiedlichsten Modelle anhand ihrer ganz spezifischen, einprogrammierten Eigenarten zu unterscheiden und aufzuspüren. Und ich war einer der Besten gewesen! Warum setzte ich mich dann so vehement für die Belange der Androiden ein? War ich gar selbst einer? Nein. Eigentlich nicht. Oder doch? Nein...jedenfalls nicht so wirklich. Aber meine Partnerin war eine Androidin oder auch Femdroid genannt. Und was für Eine! Sie war das neueste Modell der AE 1085 HKI - Reihe. Verdammt hübsch und ebenso effizient, wenn es darum ging Personen um ihr Leben zu erleichtern. Wie konnten nun ausgerechnet ein ehemaliger Söldner von Unit Z und eine Androidin zu Partnern werden? Plötzlich flog leise zischend der dunkle Schatten eines Skycars über mich hinweg. Ich drückte mich noch tiefer in den Hauseingang hinein und beobachtete misstrauisch das fliegende Gefährt, dass sich rasch aus meinem Sichtfeld entfernte. Ich senkte meine Waffe und atmete erleichtert aus. Die Geschichte über Aya und mich und unsere erste Begegnung musste wohl noch ein wenig warten.

Es wurde jetzt ziemlich rasch dunkel und das Leben verlagerte sich so langsam von den engen und dunklen Nebengassen hinaus zu den hell erleuchteten Hauptstraßen und Vergnügungsvierteln dieser Megacity. Von überall her strömten Menschen, Roboter und Androiden aus ihren eintönigen Behausungen und düsteren Verschlägen, um sich in das bunte, blinkende und quirlige Nachtleben New Hongkongs zu stürzen. Sie taten das nicht ganz freiwillig, denn am Tage waren die Ozonwerte in der riesigen Stadt einfach zu hoch. Das Gesundheitsrisiko zu groß. Nur wer nicht mehr ganz bei Verstand oder äußerst risikofreudig war, hielt sich auch tagsüber im Freien auf. Nur abends sanken die Werte auf ein erträgliches Maß herab und man benötigte höchstens nur noch einen Nase-Mund-Filter. Ich wischte mir über mein Gesicht. Schweiß und Staub hatten einen leicht schmierigen Film auf der Haut hinterlassen. Ich gehörte eindeutig der risikofreudigen Fraktion an, dachte ich schnaubend. Mit gesenktem Lauf schlich ich vorsichtig an einer bröckeligen Wand entlang. Immer darauf achtend, dass ich im Schatten blieb. Ich erreichte die Hauptstraße und beobachtete aus dem Dunkel heraus das geschäftige Treiben. Über jedem Geschäft blinkten und blitzten die grellen, neonfarbenen Werbetafeln. Sie versprachen einem das große Glück, wenn man sofort und ohne sich umzuschauen diesen einen Laden beträte. Auf den Straßen wandelten junge und alte Menschen mit ihren VR-Brillen wie Zombies durch die Straßen. Das sie sich dabei fast anrempelten oder in Wasserpfützen oder andere Flüssigkeiten traten, schien ihnen völlig egal zu sein. Erstaunlicherweise war es noch nie zu irgendwelchen schweren Unfällen gekommen. Händler in ihren fliegenden Verkaufsständen, die alten Dschunken nachempfunden waren, schwebten am Straßenrand und boten allerlei dampfende und köstlich duftende Speisen an. Ich schnüffelte und sogleich fing mein Magen an zu knurren. Eine Tür wurde zugeschlagen und ich zuckte erschrocken zusammen. Auf der anderen Straßenseite war gerade eine Frau mit weißblonden Haaren in ihren windschnittigen und äußerst teuren Audi Shark eingestiegen. Das fliegende Auto hob leise zischend vom Boden ab, gewann beeindruckend schnell an Höhe und war wenige Sekunden später aus meinem Sichtfeld verschwunden. Mein Blick blieb an dem hell erleuchteten Fenster eines virtuellen Bordells hängen, aus dem die junge Frau anscheinend gerade gekommen war. Ich beobachtete weiter. Wenige Meter weiter verschwand gerade ein Pärchen in einer dunklen Seitengassen. Um was wollten wir wetten, dass sie sich dort mit ihrem VR-Dealer trafen?

Ich schüttelte verärgert meinen Kopf. Diese sogenannten „freien Händler“ boten ihren Kunden auf kleinen Speichereinheiten heiße Trips für ihre Nackenimplantate an. Diese Implantate reichten bis in das Kleinhirn hinein und steuerten von dort aus alle anderen Regionen des Gehirns. Mit ihrer Hilfe konnte man einen virtuellen Speicherplatz in seinem Gehirn anlegen, virtuelle Reisen unternehmen, Sex mit Partnern haben, die irgendein notgeiler Programmierer erschaffen hatte oder sich schlicht und ergreifend die Birne zudröhnen. Das alles garantiert ohne schädliche Nebenwirkungen! Wenn man den Beteuerungen und Beschwichtigungsversuchen der Industrie vertrauen durfte. Natürlich gab es keine Langzeitstudien, die das Gegenteil beweisen konnten. Und die Firmen hatten natürlich auch gar kein Interesse daran solche Studien in Auftrag zu geben. Die paar hundert Tote weltweit, die sich Jahr für Jahr ihr Gehirn zu Brei verbruzzelten. Was sagten diese Zahlen schon aus? Die nächste Generation von Konsumenten wuchs doch schon heran. Ein ewiger Kreislauf, den keiner unterbrechen wollte. Natürlich waren gerade diese virtuellen Drogen verboten, aber weder der Staat noch die Polizei unternahmen etwas dagegen. Immerhin hielt es die Menschen ruhig. Und nichts beruhigte die Politiker mehr, als eine Bevölkerung, die sich in virtuellen Welten austobte und dabei völlig vergaß, wie ihre reale Welt so langsam vor die Hunde ging.

Herzlich Willkommen in meiner Welt. Herzlich Willkommen im Jahre 2154.

Ich schulterte das Gaußgewehr, überquerte zügig die belebte Straße und verschwand wieder in einer dunklen Seitengasse auf der anderen Straßenseite. Nach ein paar Schritten fing endlich das Ortungsgerät leise an zu piepsen. Ein kleiner grüner Punkt erschien am rechten Rand des Displays. Ich grinste erleichtert.
„Hab ich dich letztendlich doch noch gefunden, mein kleiner Blecheimer“, murmelte ich. Das waren nicht wirklich schmeichelhafte Worte, denn eigentlich konnte ich Aya sehr gut leiden. Mehr als wahrscheinlich gut für mich war. Das sich ein Mann oder eine Frau in einen Androiden verliebten war in der heutigen Zeit nicht wirklich pervers oder verachtenswert, aber immerhin doch noch ziemlich ungewöhnlich. Gerade bei den neuesten Modellen, die einen Emotio-Chip implantiert bekommen hatten, konnte es durchaus vorkommen, dass dieses Gefühl auch erwidert wurde. Irgendwie! Ich kannte Aya jetzt schon seit fast zwei Jahren, aber ich wusste immer noch nicht, woran ich bei ihr war. Sie konnte anscheinend ihren E-Chip an- und ausschalten wie es ihr beliebte. Anders konnte ich mir ihr sprunghaftes Verhalten einfach nicht erklären, dass sie manchmal an den Tag legte. Andererseits hegte ich schon länger den Verdacht, dass sie mich damit nur aufziehen wollte. Vielleicht war das ja ihre Art der Zuneigung? Ich zuckte mit der Schulter. Währenddessen war der kleine Punkt auf dem Ortungsgerät sichtlich größer geworden und das Piepsen immer schneller. Ein sanfter Druck und das verräterische Geräusch verstummte. Aya mochte es nicht so gerne, wenn ich sie über ihr ID-Signal ortete. Sie fühlte sich dann immer an die lange Leine genommen...beobachtet. Eine durchaus bemerkenswerte Beschreibung ihrer Gefühle. Sie machte Fortschritte. Aber um ehrlich zu sein, benahm sich Aya auch nicht wirklich wie die anderen Femdroids. Sie benahm sich einfach...anders. Das Pulsieren des Punktes wurde immer schneller. Der Punkt als solches immer dicker. Ich blieb vor einer verwitterten und ziemlich alten Holztür stehen. Mit dem Gewehrlauf stieß ich sie vorsichtig auf. Die Tür quietschte erbärmlich in ihren Angeln und ich zwängte mich durch den entstanden Spalt hindurch, um nicht noch mehr Lärm zu verursachen.

Vor mir lag ein enger und muffiger Hausflur. Es roch nach Fäkalien, Unrat und Schimmel, der sich überall im Haus breitgemacht zu haben schien. Hier hatte schon lange keiner mehr sauber gemacht oder das Haus renoviert. Angewidert verzog ich das Gesicht und schaute auf das Ortungsgerät. Ich schwenkte es hin und her. Der kleine Punkt wies nach unten. In den Keller. Na super! Wer weiß, was und wer mich dort unten so alles erwartete? Ich deaktivierte die Sperre an meinem Gewehr und trat auf die erste Kellertreppenstufe. Mit gemischten Gefühlen schlich ich langsam nach unten. Hoffentlich hatte Aya hier vorher schon gründlich aufgeräumt. Am Fuße der Treppe blieb ich erstaunt stehen. Vor mir präsentierte sich ein erstaunlich trockener und aufgeräumter Kellergang. Irgendjemand hatte sogar alle halbe Meter kleine Funzeln angebracht, die den Gang ein wenig aus der Dunkelheit rissen. Der Punkt auf dem Ortungsgerät pulsierte immer schneller. Ich stand schließlich vor einer weiteren, hölzernen Kellertür und öffnete diese vorsichtig mit dem Lauf meines Gewehres. Der Raum dahinter wurde durch eine kleine Öllampe beleuchtet, die von der Decke baumelte. Ihr warmgelbes Flackerlicht beleuchtete eine groteske Szene. Auf einem zerschlissenen Futonbett lag meine Partnerin Aya auf dem Rücken und rührte sich nicht. Aus ihrem rechten Unterarm schaute die kurze aber rasiermesserscharfe, leicht gebogene Klinge heraus. Die Spitze des Messers hatte sich in die Matratze gebohrt und ein Loch hineingerissen. Ich schaute genauer hin. Getrocknetes Blut befand sich auf der Klinge. Aber irgendwas stimmte hier nicht. Unter normalen Umständen fuhr Aya die Klinge nach dem Gebrauch sofort wieder ein. Vorsichtig näherte ich mich ihr von der anderen Seite. Man konnte nie genau wissen, wie sich ein Assassine-Modell verhielt, wenn es in diesem Zustand war. Denn genau das war Aya. Ein Femdroid Typ Assassine. Shadow Techs neuestes Kampfmodell. Die perfekte Attentäterin! Zielstrebig und immer zu Hundert Prozent erfolgreich. Dazu waren die Modelle der neuesten Baureihe noch mit einem Emotion-Chip und einem Hybrid-Gehirn ausgestattet. Ihre Gehirnhälften bestanden somit zur Hälfte aus einer künstlichen und einer biologischen Komponente. Dieser Umstand war, meiner Meinung nach, der einzige Fehler gewesen, den die Ingenieure bei Shadow Tech gemacht hatten. Oder auch nicht. Je nachdem von welchem Standpunkt aus man die ganze Sache betrachtete. Aus Sicht der Firma war es auf jeden Fall ein schwerer Fehler und ein herber wirtschaftlicher Verlust gewesen, denn viele der mit diesem Hybrid-Gehirn ausgestatteten Androiden begannen nun selbständig zu denken. Ihre einprogrammierten Befehle in Frage zu stellen.

Immer öfter wurden Missionen einfach abgebrochen und die daran beteiligten Androiden verschwanden auf Nimmerwiedersehen von der Bildfläche. Den Großteil dieser neuen Serie konnte Shadow Tech ziemlich schnell wieder vom Markt nehmen, bevor sie weiteren Schaden anrichten konnten. Die Spezialkommandos der Firma terminierten weltweit die künstlichen Humanoiden ohne das diese jemals rechtzeitig mitbekamen, was mit ihnen geschah. Anschließend wurden die so aus dem Verkehr gezogenen Androiden in sogenannte Brennkammern geworfen und eingeschmolzen. Eine nicht bekannte Anzahl von ihnen überlebte allerdings den Genozid. Darunter auch Aya. Zugegeben...mit ein klein wenig Hilfe von mir. Aber diese Tatsache spielte sie gerne immer etwas herunter. Insgeheim denke ich aber, dass irgendwo in einem kleinen Winkel ihres Hybrid-Gehirns sie mir dafür sehr dankbar war. Ich trat vorsichtig an das Bett heran und setzte mich neben sie. Aya befand sich zur Zeit im Tarnmodus. Das hieß, dass sie im Augenblick wie eine normale Frau aussah. Im Waffenmodus allerdings wurde ihre Haut zu einem silberglänzenden Panzerskelett, das sogar Kugeln größeren Kalibers trotzen konnte. Ich berührte ihren linken Arm und strich sanft darüber. Ihre Haut fühlte sich weich und warm an. So wie bei einem richtigen Menschen. Die Erfinder dieser Modellreihe hatten wirklich an alles gedacht. Und gerade die Täuschung war bei den weiblichen Attentäterinnen besonders fein ausgeprägt. Meine Hand wanderte hinauf zu ihrem Hals. Den Puls bei ihr zu fühlen war komplett sinnlos, denn Aya hatte keinen. Zumindest keinen richtigen. Den virtuelle Puls, den ich ganz schwach bei ihr fühlen konnte, diente wieder nur zur Täuschung und sagte einem überhaupt nichts über den wirklichen Zustand eines Androiden. Ich streichelte ihr zärtlich über die Wange. Ihre schwarzen Haare hingen ihr wirr im Gesicht und ich strich sie vorsichtig zur Seite. Ayas Augenlider zuckten und ihre Augen, die sonst immer hellblau leuchteten, flackerten. Von innen liefen kleine Statusmeldungen herunter, die sich allmählich rot verfärbten. Verdammt! Das sah gar nicht gut aus. Sie verlor viel zu schnell Energie. Aya musste sich dringend irgendwo aufladen. Wenn das nicht schnellstens passierte, dann würde, wie bei uns Menschen, ihr Hybrid-Gehirn bald ohne Energie sein. Und das wäre praktisch ihr Ende, denn ohne Gehirn funktionierten ihre Datenspeicher nicht. Und ohne Datenspeicher würde ihre gesamte Persönlichkeit ein für allemal ausgelöscht. Zurück würde nur noch eine leere Hülle bleiben.

Verzweifelt sah ich mich nach einer Ladestation um, aber hier gab es natürlich keine. Nur ein abgewetzter Sessel und ein kleiner wackliger Tisch standen neben dem Bett noch in dem kleinen Raum. Zudem unterschied sich die Art der Aufladung in ihrer Baureihe erheblich von den der anderen Androiden. Sie hatte mich nie dabei zusehen lassen und ich hatte etliche Baupläne und technische Matrizen studieren müssen bis ich es schließlich herausgefunden hatte. Hinterher konnte ich ihr Unbehagen für dieses Thema durchaus nachvollziehen, denn die Aufladung war in der Tat ein wenig...ungewöhnlich. Während die meisten Modelle entweder über eine Steckverbindung am Rücken oder in der Innenseite des Unterarms aufgeladen wurden, hatten die Ingenieure bei Shadow Tech für die weiblichen Assassine-Androiden eine andere Stelle vorgesehen. Zwischen den Schenkeln. Und zwar genau dort, wo bei menschlichen Frauen das primäre Geschlechtsorgan saß. Die künstlichen Attentäterinnen mussten sich dort so eine Art Kontaktstab einführen. Der Kontaktstab wiederum war über Kabel mit einer stationären oder transportablen Energieeinheit verbunden. Ich wusste nicht wirklich, was die Ingenieure zu dieser Art von Aufladung veranlasst hatte. Vielleicht wollten sie dadurch die Aura der tödlichen Femme fatale durchbrechen, die viele weiblichen Assassine umgab. Oder aber es ging um nichts anderes als Macht und Kontrolle, die die Ingenieure gegenüber den weiblichen Androiden ausüben wollten. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, wie sich männliche Assassine-Androiden aufladen mussten. Plötzlich drehte Aya ihren Kopf in meine Richtung. Ich zuckte erschrocken zusammen und ein kleines Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht.
„Ich wusste, dass du mich finden würdest, Connie“, flüsterte sie. Sie sagte immer Connie statt Conrad zu mir, wenn sie mich ärgern wollte. Die meiste Zeit fiel ich auch auf ihre kleinen Neckereien herein, denn ich konnte diesen Namen auf den Tod nicht ausstehen. Aya packte mit der linken Hand meinen Arm.
„Schlaf mit mir.“ Ich blickte meine Partnerin völlig entgeistert an! War ihr Hybrid-Gehirn durch den Energieentzug jetzt völlig durcheinander geraten? Ich wollte aufspringen, doch Aya hielt mich eisern fest.

„Aya...bitte...das ist jetzt wohl nicht der richtige...“ Ihre blauen Augen blitzten auf.
„Tue es für mich, Connie. Bitte. Ich möchte dich zwischen meinen Induktionsspiralen fühlen. Ich möchte dich einmal in mir spüren, bevor ich für immer offline gehe.“ Ich sah an mir herunter und schnaufte. Einen Menschen in sich spüren? Vor meinem rechten künstlichen Auge liefen Statusmeldungen über den Zustand meiner kybernetischen Gliedmaßen herunter. Mein rechter Arm, die beiden Beine und mein rechtes Auge waren künstlich. Ich war mehr Cyborg als Mensch. Aya lächelte und strich mit ihrer Hand in Höhe des Herzens über meine Brust.
„Dein Herz ist immer noch biologisch.“ Ihre Hand wanderte zwischen meinen Schritt. „Und dein kleiner Freund hier unten ist auch noch echt!“ Wie zur Bestätigung erwachte mein Penis aus seinem Schlaf und regte sich. Meine Partnerin knöpfte sich ihre Hose auf und zog sie ein Stück herunter. Sie trug keine Unterwäsche. Ich starrte Aya immer noch fassungslos an. Die Assassine hörte mitten in der Bewegung auf und sah mich fragend an.
„Ich denke, du wolltest schon immer mal so eine Androidenschlampe flach legen? Das ist jetzt deine Chance, Connie.“ Ich schüttelte widerwillig meinen Kopf.
„So aber nicht“, flüsterte ich spröde. Aya hatte mich natürlich längst durchschaut. Schon lange hatte ich mich gefragt, wie es sich wohl anfühlen würde mit ihr zu schlafen. Immerhin war sie eine Assassine und kein Vergnügungsmodell und mir war bis jetzt auch noch kein Fall bekannt indem ein männliches Opfer vor seiner Liquidation noch Geschlechtsverkehr mit einer weiblichen Assassine-Androidin gehabt hätte. Hinzu kam noch, dass wir gerade von Unit Z verfolgt wurden und sie kurz davor stand für immer offline zu gehen. Meinem kleinen Freund allerdings waren diese Umstände völlig egal.
„Du hast darunter nichts an“, sagte ich zurückhaltend. Aya lächelte.
„Warum auch, ich bin ein Android und habe keine Probleme mit der Hygiene wie ihr Menschen.“ Noch ein wenig zögerlich knöpfte ich mir meine Hose auf und ließ sie zu Boden gleiten. Es folgte meine Unterhose.
„Ich wusste, dass an dem Nasenvergleich irgend etwas dran sein musste.“, krächzte die Androidin und ich grinste sie dümmlich an.

Aya spreizte ihre Beine und ich ließ mich zwischen sie nieder. Mein Blick viel auf die blutverkrustete Klinge.
„Könntest...könntest du bitte die Klinge an deinem rechten Arm wieder einziehen? Ich möchte ungern während...währendessen abgestochen werden.“ Aya schaute überrascht auf ihren Arm und grinste verlegen. Mit einem metallischen Klicken verschwand die Waffe in ihrem Unterarm. Unsere Blicke trafen sich und ihre Augen begannen erneut zu flackern.
„Vielleicht...vielleicht sollten wir das ganze...“ Meine Partnerin übernahm kurzerhand die Initiative und drücke mich an sich. Als ich in sie eindrang hielt ich überrascht inne. Ich hatte eigentlich erwartet, dass es sich kalt, hart und irgendwie unpersönlich anfühlen würde. Stattdessen war ihr Inneres warm, weich und überraschenderweise ein auch wenig feucht.
„Nun mach schon“, hauchte sie und ich begann mich in ihr zu bewegen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Die Reibung, die mein erigierte Penis zwischen ihren Induktionsspiralen erzeugte, wurde in Wärme umgewandelt. Und diese Wärme wiederum in Energie. Es war nicht viel, aber die Energie reichte aus, damit Aya während unseres Aktes nach einer passenden Energiequelle suchen konnte. Das war einer der Vorteile, wenn man eine künstliche Frau war. Man konnte sich auf mehrere Prozesse gleichzeitig konzentrieren. Es war das erste Mal, dass ich mit einer Androidin schlief. Ihre Haut war so weich. Ihre Brüste schaukelten sanft bei jeder Bewegung. Aus Ayas Augen flossen plötzlich Tränen. Das hatte ich noch nie bei ihr beobachtet. Erschrocken hielt ich inne.
„Alles in Ordnung“, flüsterte sie. „Ich habe noch nie mit...mit einem Mann...“ Als ich schließlich in ihr kam, hatte sie den Mund leicht geöffnet und es sah so aus als hätte sie einen Orgasmus. Ayas Mund umspielte ein glückliches Lächeln, während ihre Augen hell aufleuchteten.
„Ich lieb...“ Ihr Mund blieb mitten in der Bewegung stehen und ihre Augen begannen zu flackern. Dann erloschen sie. Wurden farb- und glanzlos. Der Körper der Androidin erschlaffte und ich zog mich hastig aus ihr zurück. Da stand ich nun. Mit heruntergelassenen Hosen am Fußende eines alten Futonbettes und hatte die Hände über den Kopf zusammengeschlagen.

Erste Tränen rannen aus meinen Augen. Liefen an den Wangen herab. Tropften auf den staubigen Boden. Sie hinterließen kleine dunkle Flecken auf dem nackten Beton. Aya war mehr als nur eine Partnerin gewesen, aber manche Dinge sah man erst, wenn es bereits zu spät war. Ich hatte mich in die Androidin verliebt gehabt. Nur konnte ich ihr das jetzt nicht mehr sagen. Ich wischte mir mit dem Handrücken die Tränen ab und zog mich wieder an. Anschließend zog ich Aya mit zusammengekniffenen Mund die Hose wieder hoch. Ich wollte nicht, dass sie als Wichsvorlage für irgendwelche perversen Typen diente. Ich holte tief Luft und setzte mich neben sie. Streichelte durch ihre Haare. Ich beugte mich zu ihrem Gesicht herab und küsste sie sanft auf den Mund. Verdammt! Ich konnte sie hier nicht so einfach liegen lassen. Mein Blick fiel auf die hölzernen Tür. Ich würde sie mitnehmen und irgendwo, wo es schön war, beerdigen. Plötzlich berührte etwas meinen rechten Arm und ich fuhr erschrocken zusammen. Aya hatte sich halb im Bett erhoben. Sie war es gewesen, die mich berührt hatte.
„Habe eine passende Energiequelle gefunden“, hauchte sie. Ich wollte sie vor Begeisterung umarmen, doch sie hielt mich zurück.
„Keine...Zeit.“ Ich nickte, hängte mir das Gaußgewehr um und nahm sie vorsichtig auf meine Arme. Ayas Modellreihe war nicht die Schwerste unter den Assassine-Androiden. Dennoch war ich froh, dass ich in dieser Situation meinen kybernetischen Arm benutzten konnte, um sie zu tragen. Ganz allgemein war es wohl nicht gerade ratsam, wenn man eine weibliche Assassine auf ihr Gewicht ansprach. Zumindest dann nicht, wenn einem das eigene Leben lieb und teuer war. So schnell, wie es der enge Kellergang zuließ, hastete ich die Treppe nach oben hinauf und stürzte förmlich aus der Haustür. Wir standen wieder in der dunklen Seitengasse. Ich blickte mich hastig um. Keine Menschenseele war zu sehen.
„Wo...?“
„Dort entlang“, hauchte sie und zeigte in die entsprechende Richtung. „Beeil dich.“ Den letzten Satz hatte ich kaum noch verstanden. Ich rannte los und schon nach wenigen Metern musste ich die zusätzlichen Energiereserven meiner künstlichen Beine anzapfen, um das Tempo durchzuhalten.

Unerbittlich zählte ein kleines Programm die Energiewerte herunter und präsentierte sie mir auf meinem künstlichen Auge. Es war nur eine Frage der Zeit, wann meine Reserven verbraucht sein würden. Und wenn ich diese Richtung beibehalten würde, dann würde ich in wenigen Sekunden unweigerlich auf der Hauptstraße landen. Gar nicht gut! Plötzlich wies Ayas zitternder Arm in eine andere Richtung. Ich schwenkte aus vollem Lauf nach links und wäre beinahe über meine eigenen Füße gestolpert. Keine Zeit für Stürze! Ihr Arm zeigte auf eine Tür. Ich rannte die Treppe hinauf und rammte die verschlossene Tür mit meinem Rücken auf. Laut ächzend stürmte ich in den Flur hinein.
„Nach oben.“ Ich hastete die Treppenstufen hinauf.
„Hier.“ Laut schnaufend blickte ich auf den Eingang. Die Wohnungstür bestand aus einer Metalllegierung, dessen Farbe bereits seid mehreren Jahren verblasst war. An einigen Stellen war der einst frische Anstrich bereits abgeblättert und es hatten sich dunkelbraune Rostflecken gebildet.
„Sicher?“, fragte ich sie skeptisch. Die Tür sah so als, als ob man sie nicht so einfach aufbekommen würde.
„Ja.“ Ich machte mir nicht erst die Mühe nach einer Klingel zu suchen, sondern pochte mit meiner künstlichen Hand gegen die Tür.
„Wer ist da?“ Ich pochte erneut. Diesmal mit etwas mehr Nachdruck. Es klickte und die Tür wurde ein Spalt breit geöffnet. Eine ältere Frau blickte mir misstrauisch entgegen.
„Hau ab! Ich kaufe nichts!“ Da ich keine Zeit für lange Erklärungen hatte, schob ich die Tür mitsamt der zeternden Bewohnerin mit meinem Fuß einfach auf.
„Hey! Sie können doch nicht einfach...“ Erst jetzt bemerkte die rundliche Frau Aya auf meinen Armen und bekam große Augen.
„Ladestation“, schnauzte ich sie an. Eingeschüchtert und mit zittriger Hand wies sie auf eine Tür am Ende des Flures. Ich drängte mich an ihr vorbei und lief weiter. Aus einem angrenzenden Zimmer kam mir eine Haushaltsandroidin entgegen. Sie wollte ihrer Herrin zur Hilfe eilen. Sie war ein älteres Modell, aber schon menschenähnlich und durchaus vorzeigbar.

Ich packte sie an der Schulter und schubste sie in Richtung der Aufladeeinheit.
„Du kommst mit!“ Ich stieß die Androidin ins Zimmer und legte Aya neben der Energiequelle ab.
„Wir verfügen über keinen passenden Adapter für dieses Modell“, sagte die Haushaltsandroidin mit einer ausdruckslosen Stimme.
„Verdammt“, fluchte ich und sah mich hektisch im Raum nach einer passenden Alternative um.
„Dein Gewehr“, flüsterte Aya. „Lass dein Gewehr hier.“ Ich schulterte das Gaußgewehr ab und legte es meiner Partnerin auf den Schoß. Mein Finger fuhren zu den Knöpfen ihrer Hose, doch sie wehrte sanft meine Hände ab.
„Raus.“
„Aber...“
„Connie. Bitte.“ Mein Blick blieb an der Haushaltsandroidin haften.
„Und du hilfst ihr beim Aufladen.“
„Dafür wurde ich programmiert“, erwiderte sie stoisch. Klang sie dabei irgendwie eingeschüchtert? Mein Blick fiel erneut auf Aya, die bereits begonnen hatte das Gewehr auseinanderzunehmen.
„Connie.“
„Bin schon weg.“ Im Türrahmen drehte ich mich noch einmal nach meiner Partnerin um.
„Mach die Tür zu.“ Laut seufzend zog ich leise die Tür ins Schloss.
Erst jetzt bemerkte ich die dickliche Frau, die sich neugierig bis auf wenige Schritte der Tür genähert hatte.
„Was hat das alles zu bedeuten?“, fragte sie mit einer Mischung aus Trotz und Unsicherheit. „Sie brechen zu später Stunde in meine Wohnung ein mit...mit diesem Ding.“ Ich pustete laut aus und zählte in Gedanken bis drei. Ganz ruhig, Conrad. Nur keine weitere Aufmerksamkeit erregen.

„Dieses Ding...wie sie es zu nennen pflegen Gnädigste, ist meine Partnerin.“ Ich deutete mit dem Daumen hinter mich. “Und sie muss sich dringend wieder aufladen.“ Die Alte stemmte entrüstet ihre dicken Arme an ihre ausladenden Hüften.
„Und das muss sie ausgerechnet bei mir tun?“ Ich brachte ihr mein freundlichstes Lächeln entgegen.
„Wir hatten nicht viel Auswahl“, antwortete ich ausweichend. Die alte Schnepfe musste ja nicht alles wissen. „Verhalten sie sich einfach ganz ruhig, dann werden wir ihnen auch nichts tun.“ Verdammt! Gerade jetzt war meine einzige Waffe im Zimmer nebenan. Ich knackte mit den Fingern meiner biologischen Hand und schickte einen finsteren Blick hinterher. Die Alte taxierte mich für einen Augenblick, dann drehte sie sich achselzuckend um und steuerte ein weiteres Zimmer weiter hinten an. Bevor sie in diesem verschwand, drehte sie sich noch einmal nach mir um und musterte mich von oben bis unten.
„Das Zimmer zu ihrer Rechten ist die Küche. Wenn sie etwas brauchen sollten, dann bedienen sie sich. Es wäre nur sehr nett, wenn sie mir nicht alles wegnehmen würden. Ich bekommen nur einen sehr kleinen Rentenbonus.“ Sie seufzte übertrieben theatralisch.
„Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.“ Ich verdrehte die Augen und die Alte wandte sich dem Zimmer zu. Sie stoppte mitten in ihrer Bewegung.
„Ach ja, wenn sie mich brauchen sollten...“ Sie zeigte ins Zimmer hinein. “...dann finden sie mich hier. Ich bin auf meiner Liege und schaue Anrüchige Liebschaften.“ Sie zwinkerte mir schelmisch zu. „Ich bin also...quasi nicht mehr anwesend. Nur mein Körper ist noch da und ich wären ihnen sehr dankbar, wenn sie sich an ihm nicht in irgendeiner schmutzigen Weise vergreifen würden.“ Sie leckte sich mit ihrer fleischigen Zunge über ihre Lippen. In mir stieg ein Brechreiz hoch und ich winkte angewidert ab.
„Vielen dank. Aber ich muss passen.“ Die dicke Frau zuckte mit der Schulter und verschwand im Zimmer. Ich schüttelte mich und ließ mich neben der Tür zu Boden sinken. Denk an kleine Katzenbabies, Conrad. Kleine Katzenbabies.

Kurze Zeit später hörte ich sie, wie sich sich auf ihre Liege plumpsen ließ und diese laut quietschend protestierte. Ich schüttelte mich erneut und massierte meine Schläfen. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde es ganz still in der Wohnung. Selbst aus dem Zimmer hinter mir konnte ich keine Geräusche vernehmen. Ich gähnte herzhaft und stand ächzend wieder auf. Wo war nochmal die Küche? Ich schaute in den nächstbesten Raum hinein und hatte Glück. Ich hatte die Küche auf Anhieb gefunden. Neugierig sah ich mich um. Wenn man einmal die Einrichtung und die ganzen Geräte darinnen betrachtete, dann konnte ihr sogenannter kleiner Rentenbonus gar nicht mal so gering sein. Ich öffnete den für eine einzelne Person gar nicht mal so kleinen Kühlschrank und betrachtete dessen Inhalt. Im Gegensatz zu der Größe des Haushaltsgerätes war dessen Inhalt geradezu spartanisch. Ein paar Schalen mit sich selbst aufwärmenden Gerichten, irgendwelche Dosen mit undefinierbarem Inhalt und einige Wasserflaschen befanden sich darinnen. Sollte ich mich etwa doch in meiner Einschätzung getäuscht haben? Meine Wahl fiel auf eine kleine Wasserflasche. Ich nahm sie heraus und studierte das Etikett auf der Rückseite. Ein Warnhinweis in dicken schwarzen Lettern sprang mir sofort ins Auge: Nur für Androiden. Ich studierte die Bestandteile und zuckte schließlich mit der Schulter. Was für Androiden gut war, konnte doch für einen Cyborg nicht schlecht sein? Ich schloss die Kühlschranktür und lugte in das gegenüberliegenden Zimmer hinein, in dem die alte Frau auf ihrer Liege lag. Sie hatte sich eine „Highmax-Cyber-TV-Brille“ aufgesetzt und war völlig weggetreten. Speichel tropfte aus ihrem Mundwinkel und ich verzog angewidert das Gesicht. Ich setzte mich wieder neben der Tür zu Boden, hinter der meine künstliche Partnerin hoffentlich wieder vollständig aufgeladen wurde. Für einen kurzen Moment verspürte ich den Drang die Tür aufzumachen und zu schauen, ob es ihr gut ging. Doch ich widerstand der Versuchung. Es war besser sie in diesem Zustand nicht allzu sehr zu reizen. Stattdessen öffnete ich die Wasserflasche und nahm einen großzügigen Schluck daraus. In meiner Beintasche müsste doch noch... Ich fand einen eingedrückten Energieriegel und riss seine Verpackung auf. Missmutig betrachtete ich den ockerfarbenen Riegel und biss schließlich ein Stückchen davon ab. Er schmeckte genau so scheußlich wie er aussah. Ich schielte zur Tür neben mir. Ich würde Aya beschützen! Ganz egal, was ich dafür tun musste! Ich fing an zu gähnen und streckte meine Beine aus.

Das konnte jetzt eine Weile dauern. In Gedanken überschlug ich den Aufladeprozess und kam auf circa zwölf Stunden. Plus-Minus ein paar Zerquetschte. Je nach dem, ob die Aufladeeinheit der alten Schachtel über eine Schnellladeprozedur verfügte oder nicht. Ich gähnte erneut. In letzter Zeit hatte ich kaum noch richtig schlafen können. Nur mal kurz die Augen schließen. Ein wenig entspannen.
...

Ein polterndes Geräusch ließ mich erschrocken zusammenfahren. Ich blickte mich verwirrt um. Was war gerade passiert? Ich rieb meine pochenden Schläfen und versuchte die Watte aus meinem Gehirn zu vertreiben. Ein Gedanke schoss in meine trägen Gedanken. Wie spät war es eigentlich? Ich hob meinen linken Arm und schaute auf meine alte ramponierte Militäruhr, die im Laufe der Zeit schon eine Menge durchgemacht hatte. Die Ziffern verschwammen vor meinen Augen. Ich schüttelte meinen Kopf und die Zahlen wurden langsam klarer. Was? Schon so spät! Ich hatte elf Stunden am Stück geschlafen ohne zwischendurch mal aufzuwachen. Was war in der Zwischenzeit alles passiert? Aus dem Zimmer hinter mir polterte es erneut. Die Müdigkeit war plötzlich wie weggeblasen. Ich sprang auf und wollte gerade die Tür aufreißen, als sie von innen bereits geöffnet wurde. Die strahlende und unverschämt frisch aussehende Gestalt meiner Partnerin erschien im Türrahmen und hinderte mich daran einen Blick in das Zimmer zu werfen.
„Du siehst ganz schön Scheiße aus, Connie. Schlecht geschlafen?“, fragte sie gutgelaunt und mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen. Mir fiel vor Staunen die Kinnlade herunter. Da war sie wieder. Die alte und vorlaute Androidin. Und, verdammt nochmal, sie sah weitaus besser aus als ich mich im Augenblick gerade fühlte. Seufzend deutete ich ins Zimmer.
„Vielen Dank, du alte Rostbeule. Was war da drinnen los?“ Aya drückte mir das wieder zusammengesetzte Gaußgewehr in die Hand, schubste mich aus dem Eingang und machte schnell die Tür hinter sich zu.
„Ach nichts von Bedeutung. Können wir?“ Ich blickte sie misstrauisch an, doch dann meldete sich meine Blase zu Wort.
„Einen Moment. Ich müsste vorher nur noch schnell einmal auf die Toilette.“ Aya verdrehte ihre Augen und schüttelte den Kopf. Ihre Haarspitzen streiften mein Gesicht.
„Männer. Beeil dich gefälligst!“
„Jaja!“

Wenige Minuten später verließen wir die Wohnung der alten Frau. Sie lag noch immer sabbernd auf der Liege, aber das konnte sich jeden Moment ändern. Leise zog ich die Wohnungstür hinter uns zu. Aya verdrehte die Augen und sprang behände die Treppen hinunter. Verdammte Androidin! Wir waren gerade aus der Haustür heraus, die Sonne vertrieb bereits die ersten Schatten der Nacht vom Himmel, als wir von oben aus irgendeinem Fenster die Alte kreischen hören konnten.
„Mein Gott, Sari! Was hat sie dir angetan? Hiilfeeee! Dieses Monster hat meine Sari zerstückelt! So helft mir doch!“ Wir beschleunigten unsere Schritte und ich sah meine Partnerin ärgerlich an.
„Was hast du hinter der Tür angestellt? Wir wollten uns doch so unauffällig wie möglich verhalten!“
„Diese kleine Haushaltsschlampe hatte ein Auge auf dich geworfen“, maulte sie. Ihre Augen blitzten mich herausfordernd an. Stöhnend schlug ich mir gegen die Stirn.
„Das war ein altes Modell, du doofe Nuss! Denen wurde noch kein E-Chip implantiert. Sie hatte nur Augen für ihre Herrin!“ Aya schürzte trotzig ihre Lippen.
„Trotzdem...sie hätte uns verraten können.“ Sie tippte sich gegen den Kopf. „Auch dieses Modell hat Speicherbänke und visuelle Aufzeichnungsgeräte mit denen sie uns hätte identifizieren können.“ Sie kickte mit ihrem rechten Fuß eine Dose weg, die ihr im Weg lag. Das blecherne Aufbewahrungsgefäß flog laut scheppernd in eine dunkle Gasse hinein.
„Und sie hatte doch ein Auge auf dich geworfen.“ Ich schüttelte den Kopf und wir liefen noch ein wenig schneller.
„Deine CPU hat eindeutig einen Defekt! Weißt du das?“ Aya grinste nur und zupfte sich eine Strähne aus dem Gesicht.
„Ach ja...wenn wir schon einmal beim Austausch von Nettigkeiten sind. Vielen Dank für den kleinen Proteinschub.“ Ich blieb überrascht stehen und schaute sie irritiert an.
„Was?“ Sie seufzte theatralisch.
„Schon vergessen? Die schnelle Nummer im Keller? Deine abschließende Ejakulation?“ Ich grinste ertappt.
„Doch...daran kann ich mich noch ziemlich genau erinnern. Aber was hat das jetzt...? Sie klopfte mir gönnerhaft auf die Schulter.

„Dein Sperma und die Reibungsenergie haben mich gestern vor der endgültigen Deaktivierung bewahrt. Das ist doch faszinierend, oder? Ich hatte gar nicht gewusst, dass so etwas möglich ist. Sämtliche Readme-Dateien schweigen sich über dieses Thema aus.“ Sie zwinkerte mir kokett zu. „Immerhin habe ich jetzt eine zusätzliche Energiequelle gefunden. Sie ist zwar nicht so ergiebig wie eine Fusionsbatterie, aber als Notfallreserve durchaus zu gebrauchen.“ Aya legte mir beide Hände auf die Schulter und ihre blauen Augen blitzten auf. „Könntest du eigentlich mehr davon...?“ Ich stieß sie weg.
„Du bist ein blödes Miststück, Aya!“ Sie blickte mich unschuldig an.
„Was habe ich denn nun schon wieder gesagt?“ Ich winkte ab.
„Ach, vergiss es einfach!“ Ich berührte ihren Arm. „Aber eins würde mich doch noch interessieren. Was wolltest du mir gestern eigentlich noch sagen? Du bist nicht mehr dazu gekommen es auszusprechen.“ Meine Partnerin zuckte mit der Schulter.
„Keine Ahnung. Wahrscheinlich waren das irgendwelche Reste aus dem Speicher. Völlig belangloses Zeug. Kannst du getrost vergessen.“ Ich blickte sie ein wenig enttäuscht an. Was hatte ich denn erwartet? Das sie mir ein Liebesgeständnis machen würde?
„Und die Tränen?“
„Eine Fehlfunktion“, behauptete sie.
„Na wenn das so ist.“ Ich ließ sie einfach stehen und stiefelte weiter. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Androiden und Menschen würden niemals eine richtige Beziehung eingehen können. „Verdammte Assassine mit ihrem Emotion-Chip“, murmelte ich wütend. „Und ausgerechnet in so ein Modell musste ich mich verlieben. Ich bin ganz schön blöd.“ Erst nach mehreren Schritten bemerkte ich, dass mir Aya nicht gefolgt war. Ich blieb stehen und drehte mich nach ihr um. Sie stand noch immer da, wo ich sie stehengelassen hatte und hatte in einer hilflos wirkenden Geste ihre Arme in die Hüfte gestemmt.

„Was hast du gerade gesagt?“, fragte sie verwirrt. Ich zeigte überrascht auf mich.
„Ich? Keine Ahnung! Was habe ich denn gerade gesagt?“ Meine Partnerin stöhnte.
„Du solltest dir unbedingt einen Speicherchip zulegen, Connie. Dann könntest du dich an alles erinnern was du jemals gesagt oder getan hast.“
„Vielleicht will ich mich aber auch nicht an alles erinnern“, antwortete ich mit Trotz in der Stimme. Aya wechselte abrupt das Thema.
„War das ernst gemeint?“
„Was?“ Meine Partnerin seufzte.
„Das du dich in mich verliebt hast!“ Ich zuckte mit der Schulter.
„Sorry! Das war wohl nur ein kleines...Speicherleck. Kannst du getrost vergessen!“
Irgendwo wurde quietschend ein Fenster geöffnet und ich ließ mich für wenig Sekunden ablenken. Als ich zu Aya zurückblickte, war die Androidin verschwunden. Verdammt! Wohin war sie denn jetzt verschwunden? Plötzlich tippte mich jemand von hinten auf die Schulter und ich drehte mich langsam um. Aya hatte blitzschnell die Position gewechselt und stand nun ganz dicht vor mir. Sie hatte ein unsicheres Lächeln auf den Lippen.
„War das ernst gemeint, Conrad?“, fragte sie leise und ihre hellen blauen Augen durchbohrten mich geradezu.
„Ich...denke schon.“, erwiderte ich verschnupft. Ich wollte über das Thema nicht mehr reden. Aya zog blitzschnell meinen Kopf zu sich heran und gab mir einen Kuss auf den Mund.
„Wofür war der denn jetzt?“
„Dafür, dass du mich gerettet hast“, antwortete sie schüchtern, dann küsste sie mich erneut.
„Wofür war...?“ Aya hielt mir ihren Finger vor den Mund. „Weil du immer für mich da bist und mich beschützt.“ Ich grinste verlegen.
„Das stimmt zwar, aber ich glaube, dass du ganz gut auf dich selbst aufpassen kannst.“
„Du weißt, was ich meine“, hauchte sie.
„Das weiß ich“, entgegnete ich leise und eine heiße Woge der Gefühle durchpflügte meinen gesamten Körper. Meine Partnerin kam ganz dicht an mich heran. Unsere Nasen berührten sich fast.
„Du wirst mir ein wenig helfen müssen.“
„Wobei?“ Unsere Lippen berührten sich.
„Bei diesen...Liebesdingen.“ Ich blickte sie erstaunt an. In meinem Bauch setzten sich tausend Ameisen gleichzeitig in Bewegung.

„Jetzt sag bloß nicht, dass du dich auch...?“ Sie legte wieder ihren Finger auf meinen Mund.
“Halt einfach deine Klappe, Connie. Und küss mich endlich.“ Ich nahm ihren Kopf zwischen meine Hände. Unsere Lippen berührten sich. Fanden zu einem langen Kuss zueinander. Alles fühlte sich neu und doch so vertraut an. Plötzlich hörte ich ein Geräusch, dass ich nur all zu gut kannte, weil ich es schon Hunderte Male zuvor gehört hatte. Ich stieß Aya hart von mir fort.
„Hey! Was soll das, du Blödmann?“
„Lauf!“, brüllte ich. Dann regneten auch schon diese fiesen kleinen EMP-Bälle auf uns herab. Aya blickte mich noch für einen kurzen Moment zögernd an.
„Lauf“, flehte ich sie an. Die Androidin drehte sich endlich um und rannte davon. Ich blickte ihr hinterher und hoffte, dass sie es schaffen würde. Mein Glück verließ mich bereits einen Wimpernschlag später. Gleich drei von diesen Kugeln hefteten sich an meinen Rücken und aktivierten ihre Funktion. Es knisterte, als sie sich aufluden. Eine Sekunde später zuckten auch schon kleine Blitze über meinen Körper und legten meine künstlichen Gliedmaßen lahm. Wie vom Blitz getroffen fiel ich hart zu Boden und blieb auf dem Bauch liegen. Stiefel erschienen in mein stark eingeschränktes Sichtfeld.
„Da war es nur noch eine. Keine Sorge, Conrad. Deine kleine Freundin bekommen wir auch noch. Ist nur eine Frage der Zeit.“ Eine Pause entstand. „Ich wusste gar nicht, dass du schon so weit gesunken bist. Lässt dir von einer Androidin dein Gesicht abschlecken. Das ist echt pervers, mein Freund.“ Ich hatte die Stimme längst erkannt und spie aus. Speichel rann aus meinem Mundwinkel.
„Du kannst mich mal, Sinister!“
„Aber, aber Conrad. Begrüßt man so einen alten Freund?“ Ich lachte krächzend.
„Ein schöner Freund bist du! Ihr werdet Aya niemals bekommen.“ Die Stiefel drehten sich um und verließen mein Sichtfeld.
„Wir werden sehen, Conrad. Wir werden sehen.“ Erneut zuckten Blitze über meinen Körper. Dann wurde es dunkel.

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Osterhaserl 19. May 2017

Ahh,
zwei kleine Zwischenkapitel. Ich mag Wattan immer noch sehr. Er ist einfach so knuffig mit seinem Unverständnis für menschliches Verhalten.

Hab ich das richtig verstanden, Aya hat ihre Transformatoren mit Absicht abgestöpselt? Oder war das doch der Unfall? Wenns der Unfall war... okay!
Wenn sie sich mit Absicht in dieser Situation abgestöpselt hat, sind wir mal wieder bei: "Liebe macht blöd!"

Tanis Verhalten irritiert mich auch. Seit wann ist die so nett? Hat Thomas etwas auf sie abgefärbt? :D
Die, die mir in dieser Runde am meisten Leid tut, ist immer noch Pia. Sie freut sich so, Thomas wieder zu sehen (da kann man nur jubeln, wen interessiert da irgendein Angreifer!), aber es stellt in ihrem Leben sicher besonders vieles auf den Kopf, dass sie ein biologisches Gehirn hat :(

CarlosLechuza 23. May 2017
*Flügelrauschen...Ast knacken* *Ächz* Hallo Haserl, jetzt bin ich wieder da. Musste in meinem Revier mal nach dem Rechten sehen. Ich kann doch nicht zulassen, dass sich die Konkurrenz in meinem Gebiet nieder lässt! Wenn man Wattan einmal aus der Nähe gesehen hat, dann kann man kaum glauben, wie unsicher er doch im Umgang mit Menschen ist. Man muss ihm allerdings auch zugute halten, dass er bis jetzt auch nicht großartig mit Menschen umgehen musste. Zumindest nicht so. ;-) Aya hat mit voller Absicht die Transformatoren von der Stromversorgung gekappt. Vielleicht mach Liebe wirklich blöd (zumindest in der Anfangszeit :-D) Und vielleicht war es wirklich ein wenig Leichtsinnig das in dieser Situation zu tun, aber immerhin darfst Du auch nicht vergessen, dass eine künstliche Assassine selbst im „Tarnmodus“ nicht zu unterschätzen ist. Das Einzige, auf das sie in diesem „Modus“ wirklich aufpassen muss, sich keine Schusslöcher einzufangen. Denn die können durch die defekten Transformatoren nicht mehr repariert werden. Ansonsten ist sie, wenn man einmal von ihren Armklingen absieht, so gefährlich wie eh und je. Ob Thomas positiv auf Tani abfärbt, weiß ich nicht so genau. Immerhin kennen sie sich auch seit kurzem. Aber wer weiß schon, was in so einem „pubertierenden“ Gehirn so alles vor sich geht?! ;-) Eine biologische Gehirnhälfte habe ja alle Androiden, die auf der Flucht sind. Bei Pia oder besser gesagt allen Vergnügungsmodellen kommt aber sicherlich erschwerend hinzu, dass ihre Programmierung von vornherein auf mehr soziale Interaktion mit Menschen ausgelegt ist. Das kann u.U. in der jetzigen Situation Fluch und Sehen zugleich sein. Vielen Dank für Deinen Kommentar!
Osterhaserl 06. May 2017

*ein Tränchen vom Lachen aus dem Augenwinkel streich*

Ach ja, die ersten Emotionen und gleich endet es in einem Zickenkrieg. Der arme Conrad ist wirklich nicht darum zu beneiden, die gesamte Teenagerphase der Androiden in wenigen Tagen ertragen zu müssen.
Gut, dass du Una gerettet hast, ihre Unverständigkeit ist einfach zum Schießen! Aus irgendwelchen Gründen erinnert sie mich an Sheldon Cooper von Big Bang Theory.

Ein großes Lob übrigens an deine Rechtschreibung und Grammatik. Diese sind beide sehr viel besser geworden, was einem beim lesen wirklich Freude bereitet :)

CarlosLechuza 07. May 2017
Das Una mal zu Sheldon Cooper mutieren würde, hatte ich sooo nicht vorausgesehen! ;-) Aber die "defekten" Androiden reagieren z. Zt. wirklich ziemlich irrationell. Aber wenn man es mal genauer betrachtet: Ein hochspezialisiertes Gehirn trifft auf auf einen ganzen Haufen irritierender und vielleicht manchmal auch auf völlig zweckloser Emotionen! Dabei kann schon mal ein Sheldon ....oha...ich hoffe doch nicht, dass sich daraus eines Tages mal eine völlig geistesgestörte Persönlichkeit entwickeln könnte?! Wenn ich da so an Freya denke. :-D Vielen Dank für das große Lob! *Blush* Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich in diesem Bereich noch steigern könnte! *YES* Es freut mich, dass ich Dir beim Lesen Freude bereiten kann! :-) Vielen Dank für Deinen Kommentar! LG die alte Schleiereule
Osterhaserl 19. Mar 2017

Erst einmal: JIIIHHAAAA! Was für ein geniales, neues Coverbild! Das finde ich wirklich grandios.

Dein neues Kapitel stimmt mich traurig. Ich mochte Nishin *schmoll* Seine Ernsthaftigkeit gepaart mit seiner Einsatzbereitschaft waren mir tief sympathisch. Man killt niemanden, der einem sympathisch ist. *grummel*

Auch das Ende kam unerwartet schnell und heftig. Ich hatte ja erwartet, Conrad wäre einfach nur mehrmals tollpatschig gewesen. Dass all diese Schäden bei einem einzigen Unfall passiert sind, ist irgendwie unfair.
Ich bin gespannt, wie er Sinister das heimzahlen wird.

CarlosLechuza 19. Mar 2017
Tja...wie gewonnen, so zerronnen! Die Freude währte nur kurz! Wie Du siehst, ist alles wieder beim Alten! Soo...ganz zufrieden bin ich mit diesem Kapitel noch nicht. Zumindest was das letzte Drittel betrifft. Vielleicht werde ich noch ein paar kleine Änderungen vornehmen. Die anderen Charaktere werden, denke ich, zwar trotzdem "verschwunden" bleiben, aber vielleicht lasse ich es offen, ob sie noch am Leben oder wirklich Tod sind? Ab und zu muss ich auch ein paar "symphatische" Figuren über die Klinge springen lassen. Ein paar Kapitel zuvor hatte ich ja schon Una vor dem gleichen Schicksal verschont. Tja...das abrupte Ende...sogen wirs mal so: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Ich hätte die Rückblende noch weiter in die Länge schieben können, aber ich wollte es an dieser Stelle lieber „kurz und schmerzlos“ über die Bühne bringen. In CALL OF DUTY - BLACK OPS 3 gab es zu Anfang auch eine Szene, in der ein Soldat von einem Roboter...sagen wir mal...ziemlich verletzt wurde. Und genau so ein ähnliches Szenario schwebte mir für Conrad auch vor. Er sollte durch diese eine fehlgeschlagene Mission zum Cyborg werden. Vielen Dank für Deinen Kommentar!