Helden des Olymp - Aufstieg der Nacht

07.10.15 20:20
Eine Nachfolgegeschichte zu der Buchserie Helden des Olymp. Unsere Geschichte spielt nach dem Fall Gaias und stellt unsere alt bekannten Halbgötter, aber auch neue Heroen, vor tödliche Gefahren, verzwickte Situationen und erneut eine unglaublich böse, alte Gottheit. Aber wir wollen nicht vorgreifen.
Percy Jackson Abenteuer P16 Fantasy In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Vorprolog oder auch endlich mal wieder Entspannungszeit

Teatime

Kleine Erzählung bevor die Geschichte beginnt. Schnappt euch am besten eine dampfende Kanne Tee oder eine heiße Tasse Kakao, euer Lieblingshaustier oder ein großes Kissen (beim Haustier aufpassen, es nicht zu sehr zu quetschen), fläzt euch in euren Lieblingssessel und macht es euch gemütlich. Denn wir haben eine lange Geschichte vor uns. In diesem Sinne: Erstmal entspannen und Viat Lux!

Stellen Sie sich einen Raum vor.
Einen runden Raum, um den ein gewaltiger Sturm pfeift. Man hört von innen wie das Gebälk knackt und stöhnt, aber nicht unter der Last des Raumes. Nein, es stöhnt unter der Last der Jahrhunderte, die sich der Raum bereits dem tosenden Wind wiedersetzt. Aber von innen merkt man dem Raum die Schwere seiner Jahre nicht an, im Gegenteil.
Die Wände sind frisch verputzt und schneeweiß, im Kamin brennt lustig von Holzscheit zu Holzscheit springend ein flackerndes Feuer. Einzig und allein die Einrichtung lässt auf das Alter des Raumes schließen. Dicht an die Wände geschmiegt stehen viele Regale aus dunklem, fast schwarzen Holz, bekritzelt mit den verschiedensten Runen, das Holz an manchen Stellen eingeritzt und bereits morsch, an anderen mit Tintenklecksen übersät.
Die Bücher in den Regalen sehen nicht minder alt aus, in dicken, ledrigen Einbänden, von denen bereits die Farbe abblättert und welche vom Gebrauch vieler Jahre gezeichnet sind. Hier und da ragen sogar einzelne Schriftrollen aus den scheinbar wahllos geordneten Büchern heraus. Es hängt ein schwerer Ledergeruch in der Luft, als ob man in eine gewaltige Bibliothek eingetreten ist und der Duft der unendlich vielen Bücher einen betäubt.
In einer Ecke des Raumes direkt vor dem Kamin steht ein brauner Ledersessel, in ihm sitzt zusammengesunken ein alter Mann. Der lange weiße Bart hängt seitlich vom Sessel bis zum Boden, sein Gesicht ist von tiefen Furchen geprägt. Sein Atem geht nur noch rasselnd und wenn die Luft seinen Körper wieder verlässt schwingt immer ein Seufzer mit, als ob dieser Mann von zu vielen Menschen Geschichten gesehen hätte und zu viele davon schlecht ausgegangen waren und sich das Leiden dieser Menschen auf ihn übertragen hätte.
Er sitzt so zusammengesunken da, als ob er die Last seiner Knochen nicht mehr ertragen könnte.
Können Sie sich das vorstellen? Gut.
Nun hebt der Mann mühsam den Blick, aber statt Pupillen sieht man die unzähligen Sterne einer Galaxie durch seine Augen treiben. Langsam nickt er Ihnen zu und hebt eine Hand. Mit einem Ruck fliegt eines der Bücher, wild mit den Seiten schlagend, aus dem Regal und landet etwas unsanft in der knochigen Hand des Greises.
Als er das Buch aufklappt, erkennt man dass sich der Titel auf dem Deckel des Buches ständig ändert, nie auch nur eine Sekunde lang still steht. Namen fliegen vorbei in einer Geschwindigkeit, dass man nicht vermag sich einen Einzelnen zu merken und doch geht aus der Summe hervor, dass sie alle gewöhnlich sind. Nicht gleich und doch keiner bedeutender als der Vorrige.
Der Alte streicht sanft und bedächtig über die Seiten während er anfängt leise ein Lied zu summen. Ganz langsam, allmählich, wie das Anrollen eines großen, aber behäbigen Zuges, fängt das Buch, das der Alte in Händen hält, an, im Takt zu vibrieren. Der Greis streicht nun immer schneller über die Seiten, scheinbar auf der Suche nach etwas und nach und nach steigen auch die Bücher in den Regalwänden in das monotone Vibrieren des einen Buches ein. Erst langsam, dann immer schneller, wie das Pochen und Stampfen eines Herzens, das immer intensiver schlägt, vibrieren die Bücher zu dem Streichen des Greis. Immer schneller und schneller bis sie schließlich mit einem einzigen Knall alle verstummen.
Sanft lächelt der Alte, als ob er endlich gefunden hätte, was er suchte.
Auf dem Umschlag des Buches steht nun ein Name in goldenen Lettern, welcher vollkommen still steht, als wäre er bereits eine Ewigkeit auf den Buchrücken gezeichnet.
Charlie Cavanagh
Langsam löst sich Ihr Blick vom Rücken des Buches und wandert hoch zum Gesicht des Greises, welcher immernoch weich lächelt. Behutsam winkt er Sie zu sich. Als Sie bei ihm angelangt sind, deutet er auf einen Spiegel, der Ihnen vorher noch nicht aufgefallen ist. Der Spiegel ist in die Wand eingelassen und augenscheinlich erst durch das Vibrieren der Bücher hervorgelockt worden. Sein Rahmen besteht aus silbernem Stein, welcher im Feuerschein schwach aufleuchtet.
Der Alte nickt ihnen noch einmal freundlich zu und spricht dann mit einer Stimme, welcher man Jahrtausende anhört "Sie suchen eine Geschichte! Sagen Sie nichts, alle die bei mir landen suchen eine gute Geschichte, mit der sie sich die Zeit vertreiben können. Und glauben Sie mir" Er zeigt auf die vielen Bücher die ihn umgeben und das Feuer lodert hell auf. "Geschichten habe ich genug!"
Er sah noch einmal auf das Buch hinunter.
"Ah, griechische Mythologie! Ein wunderbares Thema voller Helden, Ungeheuer, Licht und Nacht.... Aber wir wollen nicht vorgreifen!"
Kurz zwinkert er ihnen zu. Dann sieht er Richtung Spiegel und wirft in einer langsamen Bewegung und mit einer kleinen, beschwingten Melodie das Buch in die Luft. Es zuckt in der Luft erst nur ein wenig, bevor es sich zusammenreißt und Richtung Spiegel flattert.
Der Alte schaut zufrieden und legt Ihnen seine Hand auf die Schulter.
Auf einmal fühlen sie sich, als würden Sie in dem Sessel mit einer Decke vor dem Feuer sitzen. Ihnen wird herrlich warm und behaglich zumute. Mit einer kleinen Kopfbewegung sorgt der Alte dafür, dass sie Ihre volle Aufmerksamkeit wieder dem Spiegel zuwenden.
Das Buch hat den Spiegel erreicht und flattert mit voller Geschwindigkeit gegen ihn. Nein nicht gegen ihn. Durch ihn hindurch.
Als es ihn eigentlich berühren müsste, verschwindet es und der Spiegel kräuselt sich, als ob er aus silbernen Wellen bestünde, die vom Wind umhergetrieben werden. Der Greis nickt Ihnen ein letztes Mal zu, lehnt sich wieder in den Sessel zurück und dreht sich Richtung Feuer.
Mit traumwandlerischer Sicherheit treten Sie auf den Spiegel zu und mit einem großen Schritt durch ihn hindurch. Und die Geschichte beginnt.

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