Can't forget you - Christmasspecial

24.12.16 12:01
Alec hat einige stressige Wochen hinter sich und freut sich auf einen ruhigen Heiligabend mit Magnus. Zudem ist er schon sehr gespannt darauf, wie dieser das Loft weihnachtlich geschmückt hat, da er ihn damit überraschen wollte. Er ahnt nicht, dass Magnus noch eine weitere Überraschung für ihn hat und sie den Abend nicht alleine verbringen. /..
Chroniken der Unterwelt / Shadowhunters Fantasy P12-M+M Romanze Beendet
Inhaltsverzeichnis
  • Merry Christmas
Bemerkung des Authors: Hey meine Lieben :3 Herzlich Willkommen bei meiner kleinen Weihnachtsgeschichte zu Can’t forget you. Vor etwa zwei Wochen kam mir spontan die Idee hierzu und ich musste es einfach aufschreiben. Allerdings habe ich dadurch gemerkt, dass ich unter Zeitdruck schlecht schreiben kann. >.< Ich habe eine gefühlte Ewigkeit hierfür gebraucht. Aber ich hoffe, man merkt es nicht, dass ich mich zwischendurch wirklich schwer getan habe, und hoffe, dass es euch gefällt. Es ist sozusagen mein kleines Weihnachtsgeschenk an euch. :3 <3 Wer diesen OS entdeckt hat und die Story dazu noch nicht gelesen hat, dem empfehle ich, dies vorher zu tun, da man sonst einige Dinge eventuell nicht versteht. Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Lesen. Außerdem wünsche ich euch ein schönes Weihnachtsfest mit der Familie. <3 Ganz liebe Grüße Eure Yusu

Merry Christmas

Voller Vorfreude auf einen besinnlichen Heiligabend und ein paar sorgenfreie Tage lief Alec vom Institut nach Hause. Nach dem Stress der letzten Wochen, in denen sich ein psychopathischer Hexenmeister einen Spaß daraus gemacht hatte, ganze Horden von Dämonen auf die Stadt zu hetzen, wollte er die Weihnachtsfeiertage einfach nur in Ruhe mit Magnus verbringen. Seine Eltern waren davon nicht sehr begeistert gewesen und Maryse hatte ihn gefragt, ob er die Tage nicht zusammen mit der ganzen Familie verbringen wollte. Bei der Erinnerung an dieses Gespräch musste er seufzen. Sie hatte mit Absicht vergessen, dass sowohl Jace und Clary die Feiertage außerhalb des Instituts verbrachten, als auch Isabelle. Die ganze Familie hätte also lediglich aus seinen Eltern und ihm bestanden und darauf hatte er wenig Lust. Alec wusste ganz genau, was ihm dann bevorgestanden hätte: eine Rede nach der anderen, mit der sie ihm davon überzeugen wollten, wie schlecht Magnus doch für ihn war. Vor allem seine Mutter hatte sich noch nicht wirklich damit abgefunden, dass er mit einem Unterweltler eine Beziehung führte und das, obwohl sein Coming-Out nun auch schon ein paar Monate her war. Wobei es ihr sicherlich besonders gegen den Strich ging, dass es sich dabei ausgerechnet um Magnus handelte, der in seinem langen Leben nun mal viel herumgekommen war und sich einen gewissen Ruf angeeignet hatte. Ihm war das allerdings egal, denn sein Freund gab ihm jederzeit das Gefühl der Einzige zu sein, für den sein Herz schlug, und somit störten ihn dessen frühere Liebschaften nicht. Nur seine Mutter schien das nicht akzeptieren zu können, während sein Vater es als Tatsache hinnahm und sich seine Geschwister, Chelsea und Clary für ihn freuten.


Mit einem sehnsüchtigen Blick schaute Alec zu den beleuchteten Fenstern, an denen er vorbeilief. Er war schon sehr gespannt darauf, wie Magnus das Loft dekoriert hatte. Eigentlich hatte er gedacht, sie würden das schon ein paar Tage vor Weihnachten gemeinsam machen, aber er wollte ihn mit der fertigen Dekoration überraschen, wenn er heute nach Hause kam. Allerdings konnte er sich vorstellen, dass sie ziemlich umfangreich ausfiel. Bescheidenheit war für seinen Freund ein Fremdwort. Er musste grinsen, wenn er daran dachte, wie Magnus ihm versuchen würde, zu erklären, dass jeder einzelne Dekorationsartikel notwendig war. Und wenn er ihn dann mit seinen dunklen Augen direkt ansah, konnte er ihm nicht einmal böse sein, dass er es mal wieder übertrieben hatte. Aber so war Magnus nun einmal und so hatte er ihn kennen- und lieben gelernt. Also würde er sich nicht beschweren.
Als das Appartementhaus langsam näherkam und Alec es nicht mehr weit hatte, fischte er seine Schlüssel aus der Hosentasche und begutachtete diese, während er weiter lief. Noch immer kam es ihm manchmal wie ein Traum vor, dass er mit Magnus zusammenwohnte. Dabei war es inzwischen mehrere Monate her, dass ihm der Hexenmeister angeboten hatte, bei ihm einzuziehen. Aber obwohl es sich einerseits wie eine halbe Ewigkeit anfühlte, kam es ihm mitunter so vor, als wäre es erst gestern gewesen. Und er wusste bis heute nicht, womit er das in diesem Moment verdient hatte. Als er Magnus danach gefragt hatte, meinte dieser, er hatte ein Zeichen setzen und ihm zudem einen möglichen Rückzugsort vor seinen Eltern bieten wollen. Inzwischen konnte sich Alec jedoch denken, dass es nicht nur das war. Magnus hatte sich genauso nach seiner Nähe gesehnt, wie umgekehrt, und diese Tatsache zauberte ihm erneut ein Lächeln auf die Lippen.


Noch immer lächelnd schob Alec wenig später seinen Schlüssel ins Schloss und öffnete die Tür zum Loft. Bevor er überhaupt richtig eintreten konnte, schmuste ihm Miau Tse Tung um die Beine, um ihn zu begrüßen. Inzwischen hatte er sich daran gewöhnt, dass Magnus’ Kater immer hinter der Tür auf ihn wartete, wenn er nach Hause kam. Er ging kurz in die Hocke, um ihn hinter den Ohren zu kraulen, und dann ließ er ihn endlich in die Wohnung. Als Alec den großen offenen Wohnbereich betrat, weiteten sich seine Augen erstaunt. Magnus hatte tatsächlich alles dekoriert und hatte es - wie erwartet - maßlos übertrieben. In der Nähe der großen Fensterfront stand ein riesiger Weihnachtsbaum, bei dem man kaum noch etwas von den Zweigen und Nadeln sah, weil jede Menge Christbaumkugeln, Schleifen und Blumen in rot und gold daran hingen. Zudem schlängelte sich ein goldenes Band um den Baum und beleuchtet wurde er durch viele kleine Lichter. An den Wänden waren die verschiedensten Lichterketten befestigt und wo Alec auch hinsah, fand er neben einigen Kerzen jede Menge Dekorationsartikel vor, bei denen ein Großteil ebenfalls leuchtete. Während er noch dabei war, das ganze Ausmaß von Magnus’ Dekorationsfreude zu verarbeiten, erklang hinter ihm die Stimme des Hexenmeisters.
“Ich weiß, was du sagen willst, Alexander, aber sag mir nur, ob es dir gefällt.”
Augenblicklich drehte sich Alec zu ihm. Allerdings wusste er nicht so richtig, was er von der Dekoration halten sollte. Er hatte zwar gewusst, dass es für seinen Geschmack viel zu viel sein würde, aber er hatte sich noch keine Gedanken darüber gemacht, ob es ihm trotzdem gefallen würde. Er ließ seinen Blick noch einmal über den Raum gleiten und richtete ihn dann wieder auf Magnus, der ihn immer noch neugierig und abwartend ansah. Da er jedoch immer noch nicht wusste, was er antworten sollte, betrachtete er seinen Freund. Im Gegensatz zu dem extravagant dekorierten Loft war Magnus recht schlicht gekleidet. Neben einer schwarzen Jeans trug er ein dunkelrotes Hemd, bei dem die ersten beiden Knöpfe geöffnet waren, und darüber ein schwarzes Jackett, das er offen trug. Das einzig Auffällige an ihm waren, neben seiner Frisur und den dunkel geschminkten Augen, die Ketten um seinen Hals und die Ringe an seinen Fingern.


Nachdem er ihn fertig gemustert hatte und sein Blick von Magnus’ eingefangen wurde, wusste er, was er sagen wollte.
“Es ist, wie ich es erwartet habe, aber es gefällt mir.”
Und es entsprach tatsächlich der Wahrheit, weshalb sich auf Magnus’ Zügen augenblicklich ein Lächeln ausbreitete.
“Ich muss allerdings gestehen, dass ich etwas Hilfe hatte.”
Alec runzelte die Stirn, doch bevor er etwas sagen konnte, kam jemand aus dem Bad. Er drehte sich in die entsprechende Richtung und war überrascht.
“Chelsea?”
Sie blickte zu ihm und ein strahlendes Lächeln zeigte sich in ihrem Gesicht. Die junge Schattenjägerin trug ein weißes, schulterfreies Oberteil, dessen Ärmel komplett aus Spitze bestanden, eine schwarze Stoffhose und auf ihrem Kopf war eine Weihnachtsmütze zu sehen. Alec hatte das Gefühl, dass bei diesem Outfit Isabelle ihre Finger im Spiel hatte. Normalerweise trug Chelsea eher unauffällige Sachen - in diesem Punkt waren sie sich sehr ähnlich - doch seit seine Schwester wieder da war, versuchte sie der Brünetten ein wenig mehr Stil zu verleihen. Zumindest waren das ihre Worte. Allerdings war er froh, dass Chelsea ihren eigenen Kopf hatte und genau wusste, welche Sachen sie niemals tragen würde, und sich diesbezüglich auch nicht überreden ließ.
Chelsea kam kurz zu ihm und umarmte ihn zur Begrüßung.
“Da du jetzt da bist, können wir mit dem Essen anfangen.”
Mit diesen Worten löste sie sich wieder von ihm und lief in die offene Küche, um sich dort ein Paar Handschuhe überzuziehen und dann einen Topf vom Herd zu nehmen, um diesen anschließend zu dem runden Esstisch zu bringen, der dort ganz in der Nähe stand.
Alec bedachte Magnus mit einem fragenden Blick, der daraufhin genau wusste, was er ihn fragen wollte.
“Es ist ihr erstes Weihnachten in New York und sie wollte den heutigen Abend gerne mit uns zusammen verbringen. Ich dachte mir, du hast nichts dagegen. Außerdem haben wir ja noch zwei weitere Tage nur für uns.”
Bei seinen letzten Worten erschien auf Magnus’ Lippen ein sehr eindeutiges Lächeln und auch seine Augen sagten mehr, als er aussprach. Alec versuchte nicht genauer darüber nachzudenken, was seinem Freund gerade durch den Kopf ging, denn das würde nur dazu führen, dass er rot anlief. Stattdessen schenkte er ihm seinerseits ein kurzes Lächeln, bevor er die Augenbrauen zusammenzog und die Lider niederschlug.
“Außerdem haben wir ihr einiges zu verdanken. Da ist es wohl das Mindeste, dass sie heute hier ist.”


“Alexander…”
Alec blickte bei Magnus’ sanftem Tonfall auf. Dieser strich ihm mit zwei Fingern über die Stirn.
“Es ist Weihnachten. Da sollten keine Sorgen deine Stirn in Falten legen oder deinen Blick trüben. Ich habe dir verziehen, also quäle dich nicht.”
Bevor er noch etwas erwidern konnte, zog ihn Magnus an seinen Gürtelschlaufen näher zu sich und verschloss seine Lippen mit seinen. Dies tat er in solchen Momenten gerne, wenn er ihm deutlich zeigen wollte, dass er nichts weiter dazu sagen sollte oder musste, und er genoss es jedes Mal aufs Neue. Dabei war ihm auch egal, dass Chelsea nur ein paar Meter von ihnen entfernt dabei war, den Tisch zu decken. Kurz darauf lösten sie sich wieder voneinander und Magnus schaute ihm intensiv in die Augen, um zu sehen, ob er es geschafft hatte, Alec von seinen trüben Gedanken abzulenken. Nur leider war das Ganze nicht so einfach, wie er sich das vorstellte. Er musste immer wieder daran denken, was er getan hatte, und er wusste, dass auch Magnus ab und zu daran dachte. Auch wenn dieser der Meinung war, das gut kaschieren zu können, merkte er es. Doch für die nächsten Tage wollte er tatsächlich nicht daran denken und einfach nur die Zeit mit seinem Freund genießen.
“Nun sollten wir uns aber doch langsam hinsetzen. Sonst wird Chelsea noch böse auf uns und denkt, sie hätte das Essen umsonst vorbereitet.”
Alec musste bei dieser Vorstellung grinsen. Es war sehr schwer, die kleine Schattenjägerin aus der Fassung zu bringen, denn sie war eigentlich die Ruhe in Person, aber wenn es tatsächlich mal jemand geschafft hatte, sollte der Betreffende ganz schnell das Weite suchen. Dennoch wollte er sie nicht länger warten lassen und setzte sich in Bewegung.


Als Alec vor dem Esstisch stehen blieb, staunte er ein wenig.
“Das sieht aber nicht nach einem typischen Weihnachtsessen aus.”
Er lächelte Chelsea an, damit sie nicht dachte, dass er es böse meinte. Sie erwiderte es, bevor sie antwortete.
“Wer braucht auch schon einen ganzen Truthahn und den ganzen Kram?! Das wäre für uns drei viel zu viel gewesen.”
Alec musste gestehen, dass sie recht hatte, und begutachtete, was sie alles vorbereitet hatte. In der Mitte des Tisches stand der Topf, den er bereits gesehen hatte. In seinem Inneren schien sich heißes Fett zu befinden. Jeder von ihnen hatte eine kleine Auswahl an verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten und einen Fonduespieß. Dazu standen mehrere Dips und Soßen bereit. Ein Fondue war alles andere als ein typisches Weihnachtsessen, aber es gefiel ihm. Es war mal etwas anderes und machte definitiv weniger Arbeit. Außerdem konnte sich Alec vorstellen, dass Magnus und Chelsea schon lange genug für die Dekoration gebraucht hatten. Zumindest wenn dabei keine Magie im Spiel war. Da blieb für ein umfangreiches Essen keine Zeit mehr.
Nachdem er sich hingesetzt hatte, spießte er eines der Fleischstücke auf und hielt es in den Topf, damit es durchgarte. Währenddessen nahm er aus dem Augenwinkel wahr, wie Magnus, der links neben ihm saß, mit einer kleinen Bewegung seiner Finger, bei der er blaue Funken versprühte, die Musikanlage einschaltete und kurz darauf leise Weihnachtslieder erklangen. Magnus hatte wirklich an alles gedacht.


Einige Zeit später beobachtete Magnus Chelsea dabei, wie sie in die Küche lief, um den Nachtisch aus dem Kühlschrank zu holen. Er hatte keine Ahnung, was die junge Schattenjägerin noch gezaubert hatte, denn er war zu diesem Zeitpunkt damit beschäftigt gewesen, das Loft zu dekorieren. Doch er war sich sicher, dass es genauso köstlich war, wie alles, was sie kochte oder backte. Alec und er waren in den letzten Monaten öfter in den Genuss ihrer Kochkünste gekommen und er musste zugeben, dass sie wirklich ein Händchen dafür hatte. Sein Blick wanderte zu Alec, der rechts neben ihm saß und Chelsea ebenfalls beobachtete. Während er ihn ansah, dachte er an sein letztes Weihnachten zurück. Er verbrachte es alleine und wollte niemanden sehen. Es war nun einmal das Fest der Liebe und die Person, die er liebte, war zu diesem Zeitpunkt für ihn unerreichbar. Niemals hätte er in dieser Zeit daran geglaubt, dass er dieses Jahr zusammen mit Alec hier sitzen würde. Und ohne Chelsea wäre es vielleicht auch nicht so weit gekommen oder es hätte zumindest länger gedauert, bis sie sich wieder angenähert hätten. Alec hatte recht, sie hatten ihr einiges zu verdanken.
Mit einem leisen Seufzen schüttelte er leicht den Kopf. Da hatte er seinem Freund gesagt, dass er nicht daran denken sollte, und dann tat er es selbst, aber manchmal wurde er eben melancholisch. Diesbezüglich war er unverbesserlich. Als er erneut zu Alec sah, bemerkte er, dass dessen Blick auf ihm ruhte. In seinen blauen Augen bemerkte er Besorgnis. Magnus mochte es nicht, wenn das Strahlen daraus verschwand, weil sich Alec Sorgen um ihn machte. Deswegen lächelte er ihn an, um ihm zu zeigen, dass alles in Ordnung war. Es dauerte ein paar Augenblicke, in denen sein Freund ihn besorgt musterte, aber dann zeigte sich auch auf dessen Lippen ein Lächeln und Magnus’ Herzschlag setzte für einen kleinen Moment aus. Diese Wirkung hatte Alec’s Lächeln immer auf ihn, denn es war stets aufrichtig und es hatte ihn von Anfang an in seinen Bann gezogen.


Magnus wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Chelsea ihm ein kleines Schälchen mit dem Dessert vor die Nase stellte. Er löste seinen Blick von Alec und schaute vor sich auf den Tisch.
“Was genau ist das?”
Alec kam ihm mit dieser Frage zuvor, denn auch er wollte das gerne wissen. Es sah wirklich köstlich aus.
“Das ist Schmandsahne auf verschiedenen Beeren und einer Zuckerkruste. Ich hoffe, es schmeckt euch.”
Chelsea lächelte sie etwas unsicher an. Dabei musste sie das nach Magnus’ Meinung überhaupt nicht sein.
“Ich habe noch nie etwas von dir gegessen, das nicht geschmeckt hat.”
Die junge Frau wurde augenblicklich leicht rot und er musste über ihre Reaktion schmunzeln. Sie wusste, dass sie gut kochen konnte, aber sie war es noch immer nicht gewohnt, dass man sie dafür lobte.
Magnus schob sich einen Löffel des Desserts in den Mund und wurde wieder einmal nicht enttäuscht. Ein kurzer Blick zu Alec sagte ihm, dass dieser ebenfalls begeistert war. Dabei kam ihm eine Frage in den Sinn, die er Chelsea stellen wollte. Vorher genoss er allerdings noch einen Bissen des Desserts.
“Gibt es im Moment eigentlich jemanden, mit dem du dich triffst?”
Das Rot auf Chelseas Wangen wurde direkt noch eine Spur dunkler und er musste erneut ein wenig schmunzeln. Normalerweise mischte er sich in solche Sachen nicht ein, aber er wusste, dass es Alec interessierte. Chelsea war in den letzten Monaten für ihn wie eine kleine Schwester geworden, und obwohl er sich bei Isabelle nicht einmischte - die das zugegebenermaßen auch nicht zulassen würde - fühlte er sich für die kleine Schattenjägerin ein wenig verantwortlich und irgendwie konnte Magnus das verstehen. Sie war auch ihm ans Herz gewachsen und hatte sich sein Vertrauen verdient. Etwas, das noch nicht viele Schattenjäger geschafft hatten.


“Ähm… Nein, da gibt es niemanden.”
Chelsea schien sich inzwischen wieder etwas beruhigt zu haben. Magnus bemerkte allerdings, dass sie noch etwas sagen wollte, und blieb deswegen erst einmal ruhig. Die junge Frau seufzte, bevor sie fortfuhr.
“Allerdings habe ich im Moment auch gar keine Zeit, um überhaupt jemanden kennenzulernen. Erst die Sache mit dem Hexenmeister und dann hat mir Maryse immer wieder neue Aufgaben gegeben, als könnte sie es nicht sehen, wenn ich einmal für fünf Minuten nichts zu tun habe.”
Magnus bekam Mitleid mit ihr. Er wusste nur zu genau, wie unnachgiebig Maryse sein konnte. Schließlich hatte sie sich bis heute nicht damit abgefunden, dass er etwas mit ihrem Sohn hatte und wenn Blicke töten könnten, wäre er wohl schon mehrmals tot umgefallen.
Er leerte sein Schälchen und legte dann den Kopf schief.
“Vielleicht sollte ich mal mit ihr reden, damit sie dir mehr Freizeit gibt.”
Schon alleine bei dem Gedanken musste er leicht lächeln. Chelsea und Alec ging es da jedoch nicht anders.
“Wenn du meine Mutter zur Weißglut treiben willst, solltest du das tun.”
Mehr bekam Alec nicht heraus, denn er musste bei dem Gedanken breit grinsen. Auch Magnus gefiel die Vorstellung. Er wusste ganz genau, dass Maryse nichts von ihm hielt, und das war schon so, bevor er Alec überhaupt kennengelernt hatte. Dennoch besuchte er seinen Freund ab und zu mal im Institut und ließ es sich dabei nicht nehmen, seiner Mutter deutlich zu zeigen, für was und wen dieser sich entschieden hatte: gegen eine Vernunftehe und für seine Gefühle und somit für ihn. Jedoch schob er jedes Mal andere Gründe vor, warum er im Institut sein musste. Schließlich sollte niemand denken, dass er nur deswegen - und um Alec zu sehen - dorthin ging, auch wenn er den Schattenjägern seine Dienste noch immer nur sporadisch zur Verfügung stellte.


So sehr ihm die Vorstellung gefiel, Maryse ein wenig zu reizen, umso weniger wollte er, dass Chelsea dadurch vielleicht Ärger bekam. Sie war immerhin die Assistentin der Institutsleiterin und Maryse fiel sicher irgendwas ein, um der jungen Schattenjägerin Probleme zu bereiten. Das wollte er keineswegs.
“Aber ich glaube, ich lasse das lieber. Ich möchte nicht, dass du Schwierigkeiten bekommst.”
Chelsea schenkte ihm ein dankbares Lächeln.
“Schon okay. Ich denke, nach dem ganzen Weihnachtsstress wird es besser.”
Magnus erwiderte das Lächeln und hoffte, dass sie recht hatte. Sie war ein kleines Organisationstalent, aber auch sie hatte irgendwo ihre Grenzen.
“Wenn nicht, rede ich einfach mal mit ihr. Vielleicht hilft das auch schon.”
Sein Blick wanderte zu Alec, der Chelsea nun ebenfalls anlächelte. Sein Freund würde alles für die Personen tun, die ihm nahe standen. Eine Eigenschaft, die durchaus positiv war, in der er ihn aber ab und zu bremsen musste, wenn Alec es mal wieder übertrieb. In diesem Fall war das allerdings nicht nötig. Deswegen lenkte er seine Gedanken auf etwas anderes. Mit ein paar kleinen Handbewegungen, bei denen blaue Funken zu sehen waren, räumte er den Tisch ab. Immerhin waren alle fertig mit essen und das Wichtigste stand nun bevor: die Geschenke. Chelsea schien direkt zu wissen, was er vorhatte, denn sie sprang von ihrem Stuhl auf und lief in Alec’s und sein Schlafzimmer, wo er die kleinen Pakete zwischenzeitlich gelagert hatte. Während die Schattenjägerin die Geschenke holte, beobachtete er Alec. Auf dessen Gesicht spiegelte sich Verwirrung wider, bis ihm klar wurde, was nun kam. Augenblicklich biss er sich auf die Unterlippe und Magnus musste grinsen, versuchte es aber zu unterdrücken, als Alec seinen Blick auf ihn heftete. Er wusste genau, was nun kam. Sein Freund war in den letzten Wochen so beschäftigt gewesen, dass er nicht wirklich Zeit hatte, an ein Geschenk zu denken. Doch er nahm es ihm nicht übel. Immerhin wusste er, was im Institut los war, und die Idee für sein Geschenk war ihm selbst erst vor kurzem spontan gekommen. Dennoch amüsierte ihn Alec’s peinlich berührter Blick.


Verlegen fuhr sich Alec durch die Haare, während er Magnus ansah. Er bemerkte das amüsierte Glitzern in dessen dunklen Augen und er fühlte sich direkt noch ein wenig unwohler. Die letzten Tage gab es im Institut kaum ein anderes Thema als Weihnachten und dennoch hatte er völlig vergessen, ein Geschenk für Magnus zu besorgen. Dessen unterdrücktem Grinsen entnahm er allerdings, dass er es bereits wusste. Dennoch wollte er sich dafür entschuldigen, dass er es vergessen hatte.
“Magnus, ich…”
Weiter kam er nicht, denn Magnus legte ihm einen Finger auf die Lippen.
“Ich weiß, was du sagen willst, und es muss dir nicht leidtun.”
Alec senkte dennoch betrübt den Blick. Auch wenn Magnus der Meinung war, dass es ihm nicht leidtun musste, hatte er ein ungutes Gefühl. Er war sich sicher, dass er etwas für ihn hatte, und er fühlte sich bei dem Gedanken direkt noch ein wenig schlechter.
“Zerbrich dir nicht deinen hübschen Kopf darüber. Du wirst sehen, dass das absolut unnötig ist.”
Diese Worte holten Alec wieder aus seinen Gedanken und er schaute zu Magnus, der ihn aufmunternd anlächelte. Er zog die Augenbrauen zusammen und fragte sich, was sein Freund für ihn hatte, wenn er meinte, dass er sich wegen des vergessenen Geschenks nicht schlecht fühlen musste. Doch er würde ihn nicht danach fragen. Immerhin erfuhr er es ohnehin gleich, wenn Chelsea mit den Päckchen zurückkam.


Genau in diesem Moment verließ die junge Schattenjägerin das Schlafzimmer und hatte vier Geschenkpäckchen in der Hand. Als Alec das ganz Große sah, runzelte er erneut die Stirn. Was könnte das denn sein? Er war auf einmal ziemlich neugierig und dabei wusste er nicht einmal, für wen es war. Er beobachtete Chelsea dabei, wie sie alles auf dem Tisch ablegte. An jedem der Geschenke hing ein kleines Kärtchen, auf dem der jeweilige Name stand und Alec staunte, als er seinen auf dem großen Paket entdeckte, das bereits seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte.
“Wer fängt an, die Geschenke auszupacken?”
In Chelseas Stimme schwang ihre Neugier mit und Alec konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Das Leuchten in ihren Augen war dasselbe wie bei kleinen Kindern, die sich schon darauf freuten, endlich ihre Geschenke auspacken zu dürfen. Allerdings war Magnus der Erste, der etwas sagte.
“Ich würde ja sagen Ladys first.”
Bei diesen Worten leuchteten Chelseas grüne Augen noch ein wenig mehr auf und auch auf Magnus’ Lippen war ein Lächeln zu sehen. Sie griff nach dem Päckchen, auf dem ihr Name stand. Es war schmal und länglich und Alec wusste bereits, was sich darin befand. Immerhin war es sowohl von Magnus als auch von ihm und er war schon gespannt darauf, was sie dazu sagen würde. Kurz darauf war es ausgepackt, und als Chelsea die Schachtel öffnete und eine Stele hervor holte, war sie etwas verwirrt. Alec konnte das gut verstehen. Erstens besaß jeder Schattenjäger eine Stele und zweitens leuchtete die Spitze von dieser leicht golden statt blau. Im Gegensatz zu Chelsea wusste er allerdings, woran das lag und da er sie nicht weiter auf die Folter spannen wollte, ergriff er das Wort.
“Auf der Stele liegt ein Zauber, der deine Heilungsrunen verstärkt. Außerdem lassen sich damit leichte Dämonenvergiftungen heilen.”
Chelseas Augen weiteten sich erstaunt, bevor sich auf ihren Lippen ein Grinsen ausbreitete.
“Euer Ernst?”
Alec fand es süß, dass sie es nicht wirklich glauben konnte, aber er war sich mit Magnus sicher gewesen, dass es das perfekte Geschenk für sie war. Während der Dämonenangriffe durch den Hexenmeister hatte sie jede Menge zu tun gehabt, um die Verletzten zu heilen. Sie selbst kämpfte nicht gern und hatte sich somit lieber um die Heilung gekümmert. Oftmals war es dabei vorgekommen, dass sie Magnus’ Hilfe brauchten, um leichte Vergiftungen zu heilen. Dies konnte sie nun mit dieser Stele selbst tun. Allerdings sollten seine Mutter und der Rat nichts davon mitbekommen. Sie sahen es nicht gerne, wenn Gegenstände, die bereits die Kräfte der Engel besaßen, durch Magie verstärkt wurden. Doch er war sich sicher, dass sie vorsichtig damit umgehen würde.
“Wir brauchten Catarinas Hilfe für den Zauber, da sie sich damit besser auskennt, aber ja, es stimmt.”
Magnus schmunzelte noch immer über Chelseas Reaktion. Diese sprang von ihrem Stuhl auf und fiel erst Magnus und dann Alec um den Hals.
“Dankeschön. Ihr seid toll.”


Magnus beobachtete, wie Alec die junge Frau kurz an sich drückte und sie dann losließ, damit sie sich wieder hinsetzen konnte. Nachdem sie dies getan hatte, hielt sie ihm ein Päckchen hin. Neugierig nahm er es entgegen. Er hatte nicht einmal ansatzweise eine Idee, was sie ihm schenken könnte. Schnell wickelte er das Papier ab und öffnete die Verpackung. Als er dann das Geschenk herausholte und sah, was es war, musste er anfangen zu lachen. Es handelte sich um eine große blaue Kaffeetasse, auf der mit Glitzerschrift die Worte Besser als Gandalf standen. Es dauerte ein paar Minuten, bis sich Magnus wieder beruhigt hatte und er wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. Dann schaute er zu Chelsea, die ihn breit angrinste.
“Ich dachte mir, dass es dir gefällt.”
“Mit so etwas habe ich überhaupt nicht gerechnet, aber ich finde es gut.”
Noch immer bekam er das Grinsen nicht ganz aus seinem Gesicht. Sie hatte ihn damit wirklich überrascht. Sowohl der Glitter als auch der Spruch passten perfekt zu ihm. Als er sich wieder vollständig beruhigt hatte, schaute er zu Alec, dessen Mundwinkel ebenfalls noch leicht zuckten.
“Jetzt bist du dran.”
Er heftete seinen Blick auf Alec, der erst kurz zu ihm schaute und dann zu dem großen Paket sah. Irgendwie hatte er es bereits geahnt, dass er sich als erstes dafür interessierte. Das große längliche Paket war auch um einiges auffälliger als das kleine Geschenk, das er für ihn hatte. Außerdem hatte er die Neugierde in Alec’s Augen bemerkt, als Chelsea die Geschenke geholt hatte. Der Schattenjäger griff danach und stand auf, um es auszupacken. Nachdem das Papier und die Verpackung verschwunden waren, weiteten sich seine Augen erstaunt.


“Ich glaub’s nicht…”
Mehr bekam Alec nicht über die Lippen, denn ein Kloß bildete sich in seinem Hals. Er hielt einen Bogen in den Händen und wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Vor etwa zwei Wochen war sein Bogen zerbrochen, während er mit Jace und Isabelle auf einer Mission war. Seitdem konnte er lediglich mit Nahkampfwaffen kämpfen und hatte sich alles andere als wohlgefühlt. Doch etwas anderes war ihm nicht übrig geblieben, da es im Institut keinen weiteren Bogen gab. Außerdem kam er durch den ganzen Stress nicht dazu, die Eisernen Schwestern um einen neuen zu bitten. So wie es aussah, hatte Chelsea hingegen die Zeit gefunden, ihnen eine Feuerbotschaft zu schicken und sie nach einem neuen Bogen zu fragen. Alec war sich sicher, dass er von ihr war. Magnus war wirklich zu sehr vielem fähig, aber an Schattenjägerwaffen kam auch er nicht so leicht heran. Zumindest nicht, wenn er sie nicht von irgendwo herbeizauberte. Und sein Freund wusste, was er davon hielt, sich an den Sachen anderer mit Hilfe der Magie zu bedienen. Das fing schon beim Kaffee, den sie jeden Morgen nach dem Aufstehen tranken, an. Aus diesem Grund war eines der ersten Dinge, die sie gekauft hatten, eine Kaffeemaschine.
Alec schüttelte kurz den Kopf, um wieder ins Hier und Jetzt zurückzukommen und schaute dann zu Chelsea. Die Brünette lächelte ihn an.
“Danke. Ich weiß gar nicht, wie ich dir dafür danken soll.”
Sie machte eine wegwerfende Handbewegung.
“Euer Geschenk steht dem Bogen in nichts nach und die Eisernen Schwestern zu kontaktieren war nicht sehr schwer. Außerdem habe ich gesehen, wie sehr es dich mitgenommen hat, als deiner kaputt ging.”
Er schenkte ihr ein glückliches Lächeln, doch dann zog Magnus seine Aufmerksamkeit auf sich.
“Ich hatte überlegt, ihn noch mit einem Zauber zu verstärken, doch leider hat Chelsea ihn erst heute mitgebracht und es war keine Zeit dafür.”
“Er kam leider erst gestern Abend im Institut an. Sonst hätte ich ihn schon eher vorbeigebracht.”
Chelsea senkte betrübt den Blick. Sie hatte gewusst, dass Magnus diese Idee hatte, und ihr gefiel sie ebenfalls sehr gut. Immerhin war das Leben eines Schattenjägers sehr gefährlich und auf Missionen konnte immer etwas passieren. Vor allem da Alec stets alleine die Umgebung sicherte und er somit niemanden hatte, der ihm den Rücken frei hielt. Demnach wäre ein verbesserter Bogen sehr nützlich für ihn.
“Ist ja kein Problem. Den Zauber kann man jederzeit noch nachholen. Zumindest, wenn du das willst.”


Den letzten Teil richtete Magnus an Alec und wartete darauf, wie dieser reagierte. Er hoffte, dass er zustimmte, denn er war jedes Mal froh, wenn Alec am Abend unversehrt nach Hause kam. Eine verstärkte Waffe würde ihm dabei helfen, dass seine Chancen, auf Missionen nicht verletzt zu werden, stiegen. Er erinnerte sich nur ungern an den Moment zurück, als er den Schattenjäger vor einigen Monaten schwer verletzt im Institut vorgefunden hatte, nachdem Chelsea bei ihm aufgetaucht war, um ihn um Hilfe zu bitten. Es hatte ihm das Herz zusammengeschnürt, ihn so zu sehen, und es war einer der Augenblicke, die ihn dazu gebracht hatten, Alec zu verzeihen. Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereute. Doch er wollte ihn nie wieder in so einer Situation sehen, auch wenn er wusste, dass sich das bei einem Schattenjäger nicht immer ganz verhindern ließ. Es konnte jederzeit etwas passieren, womit man nicht rechnete. Deswegen hoffte er, dass Alec nichts gegen diesen Vorschlag einzuwenden hatte.
Der Schwarzhaarige schaute zu ihm und seine Augen fingen bei dem Angebot an zu leuchten und für einen Moment verlor sich Magnus darin. Diese strahlend blauen Augen hatten ihn von Beginn an fasziniert. Er hatte eine Schwäche für diese Kombination aus schwarzen Haaren und blauen Augen und nur diese hatte anfangs überhaupt dafür gesorgt, dass er Alec mehr Aufmerksamkeit als nötig geschenkt hatte, wenn man bedachte, dass er der Schattenjägergemeinschaft misstrauisch gegenüberstand. Allein dieses Leuchten sagte Magnus, dass sein Freund von dem Vorschlag nicht abgeneigt war, dass er seine Waffe noch ein wenig verbessern wollte.
“Ich habe nichts dagegen.”
Auf Alec’s Gesicht erschien ein Lächeln. Ihm fiel kein Grund ein, warum er es ablehnen sollte, und wenn er Magnus’ erleichterten Gesichtsausdruck sah, wusste er, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte. Bevor er den Hexenmeister kennengelernt hatte - und auch noch eine ganze Weile danach - war er der Ansicht gewesen, dass alle anderen wichtiger waren, als er. Er hatte sich immer erst um das Wohlergehen der anderen gekümmert und hatte immer versucht, es allen recht zu machen. Erst Magnus hatte ihm klar gemacht, dass auch er wichtig war, und für ihn stand er immer an erster Stelle. Dies zu wissen, war ein schönes Gefühl, und wenn sich Magnus damit sicherer fühlte, sollte er ruhig einen Zauber auf seinen Bogen anwenden. Außerdem kam es ihm auch zugute, wenn er seine Gegner schneller ausschalten konnte. Umso schneller waren die Missionen erledigt.
“Schön, dann hätten wir das ja geklärt und du kannst dich meinem Geschenk widmen.”


Magnus musste leicht grinsen, als er sah, wie sich Alec erneut ein wenig unwohl fühlte. Dabei hatte er ihm nicht umsonst gesagt, dass er sich wegen seines vergessenen Geschenks nicht schlecht fühlen musste. Aber das würde der Schattenjäger gleich mit eigenen Augen sehen. Er angelte sich das kleine flache Geschenk vom anderen Ende des Tisches und legte es vor Alec hin. Danach stützte er seine Ellbogen auf dem Tisch ab, verflocht seine Finger miteinander und legte sein Kinn darauf, während er gespannt dabei zusah, wie Alec danach griff und es auspackte. Es war nicht mehr als eine kleine Karte, doch das Wichtigste war ohnehin das, was darin stand. Er beobachtete Alec’s Reaktion ganz genau. Zuerst zog er skeptisch die Augenbrauen zusammen, doch mit jedem Wort, das er las, wuchs die Überraschung, die man ihm deutlich im Gesicht ablesen konnte und Magnus musste bei dem Anblick lächeln. Alec schien sich das Ganze noch einmal durchlesen zu müssen, denn seine Augen huschten ein weiteres Mal über die Zeilen auf dem Papier, bevor er seinen Blick auf Magnus richtete.
“Deswegen meintest du also, ich müsste kein schlechtes Gewissen haben.”
“Ganz genau.”
Alec’s Mundwinkel hoben sich zu einem Lächeln.
“Dann sollte ich mir Gedanken machen, wohin es gehen könnte.”
Magnus sagte nichts weiter dazu und schaute einfach nur in Alec’s glückliches Gesicht, dessen Anblick sein Herz schneller schlagen ließ. Wie es aussah, war seine Idee, Alec einen gemeinsamen Urlaub zu schenken, ein voller Erfolg. Er konnte sich sogar aussuchen, wo es hingehen sollte. Magnus war in seinem Leben so viel herumgekommen, dass er nicht glaubte, dass sich sein Freund ausgerechnet einen Ort aussuchen würde, an dem er noch nicht war und zu dem er somit mit einem Portal nicht reisen konnte. Dass er außerdem keinen Schritt nach Peru setzen durfte, wusste Alec, denn er hatte es ihm einmal erzählt. Als er Ragnor und Catarina von dieser Idee erzählt hatte, hatten ihn beide gefragt, warum er daraus ein Weihnachtsgeschenk machte, denn er konnte ja jederzeit überall hin. Das Problem war nur leider, dass Alec als Schattenjäger gewisse Pflichten hatte, die er nicht einfach mal spontan vernachlässigen konnte. Demzufolge waren sie noch nicht dazu gekommen, zusammen zu verreisen. Er hoffte aber, dass sich dies durch das Versprechen auf einen Urlaub bald änderte und nach Alec’s Gesichtsausdruck zu urteilen, wird er sich diesen auch nicht nehmen lassen, was Magnus wiederum freute. Er wollte einfach mal ein paar Tage - weit weg von allen Pflichten - mit Alec entspannen.


Ein paar Stunden später stand Alec neben Chelsea, etwa in der Mitte des großen Raums, und sah Magnus dabei zu, wie er ein Portal öffnete. Eigentlich hatte sie zum Institut laufen wollen, aber er hatte es ihr ausgeredet. Er wollte nicht, dass sie um die Zeit draußen herumlief. Immerhin lag das Institut nicht um die Ecke. Alec wusste, dass seine Sorge vermutlich völlig unbegründet war. Obwohl Chelsea nicht gerne kämpfte, wusste sie sich sehr wohl zu verteidigen. Immerhin trainierten sie zumindest ab und zu gemeinsam und er wusste, was sie konnte. Trotzdem war es ihm lieber, sie nutzte ein Portal. Außerdem war sie so sehr viel schneller wieder zu Hause. Als das Portal geöffnet war, drehte sich Magnus wieder zu ihnen.
“Danke, dass ich den Abend bei euch verbringen durfte.”
Kurz schaute Chelsea zu ihrer Stele, die sie in den Händen hielt, und als sie wieder aufschaute, strahlte sie sowohl ihn als auch Magnus an.
“Und auch vielen Dank für das wundervolle Geschenk.”
Bevor Alec dazu etwas sagen konnte, kam ihm sein Freund bereits zuvor und machte eine wegwerfende Handbewegung.
“Ach was. Du musst dich nicht bedanken. Immerhin gehörst du zur Familie.”
Das Strahlen in Chelseas Augen wurde noch eine Spur heller, bevor sie Magnus und ihn umarmte.
“Trotzdem danke.”
Auf Alec’s Gesicht erschien ein Lächeln, als er sah, wie viel es Chelsea zu bedeuten schien. Jedoch war er derselben Meinung wie Magnus. Die junge Schattenjägerin gehörte zur Familie. Allerdings konnte er nachvollziehen, warum ihr das so viel bedeutete. Sie hatte ihm einmal erzählt, dass sie weder Eltern noch Geschwister hatte. Dass Schattenjäger einen Elternteil verloren, kam immer wieder mal vor. Immerhin waren sie Krieger und man wusste nie vorher, was während einer Mission geschah. Jedoch beide Eltern zu verlieren, war schon ziemlich bitter, vor allem wenn man keine Geschwister hatte, die einem Halt gaben. Aber Chelsea wusste, dass die nun Magnus und ihn hatte und immer zu ihnen kommen konnte.


Alec wurde aus seinen Gedanken geholt, als die brünette Schattenjägerin durch das Portal ging und dieses kurz darauf verschwand. Obwohl der Abend nicht so gelaufen war, wie er ihn sich vorgestellt hatte, war er trotzdem toll gewesen. Und wie Magnus ihm bereits bei seiner Ankunft gesagt hatte, hatten sie nun immer noch zwei Tage nur für sich. Zumindest wenn nichts Wichtiges dazwischen kam. Auf seinem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus, als er daran dachte, dass er die nächsten beiden Tage mal wieder ausschlafen konnte. In diesem Moment drehte sich Magnus zu ihm und lächelte ihn an.
“Endlich sind wir wieder unter uns.”
Ein Funkeln trat bei diesen Worten in seine dunklen Augen und Alec trat ein Stück näher zu ihm.
“Du hast ihr erlaubt, heute hier zu sein.”
Er hakte seine Finger in Alec’s Gürtelschlaufen und sah ihm tief in die blauen Augen.
“Es war ja auch ein schöner Abend, aber ich bin trotzdem froh, dass wir jetzt alleine sind.”
Magnus’ Lächeln vertiefte sich und er zog ihn näher zu sich, sodass sie direkt voreinander standen. Für einen Moment schauten sie sich einfach nur in die Augen und Alec merkte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte. Dann hielt er es nicht mehr aus, legte seine Hände auf Magnus’ Hüften und beugte sich ein Stück zu ihm hinunter. Zuerst lagen seine Lippen nur leicht auf denen von Magnus, doch schon kurz darauf wurde er von ihm in einen leidenschaftlichen Kuss verwickelt und Alec zog ihn so nah an sich, wie es ging. Danach wanderten seine Finger unter Magnus’ Hemd und legten sich auf dessen warme Haut, während ihn der Hexenmeister sanft Richtung Schlafzimmer schob.

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SasoNoAkasuna 24. Dec 2016

Ohayo! :D

Das ist das einzige, wo ich noch kein Kommi vorgeschrieben hatte xD
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich dazu sagen soll. :<

Ich mag es, aber ich bin trotzdem nicht in Weihnachtsstimmung. xD

Ich finde, man merkt nicht, dass du unter Zeitdruck geschrieben hast, vor allem weil es sich doch flüssig lesen lässt.
Außerdem finde ich, du hast die Charaktere gut getroffen und auch die Geschenkideen sind gut überlegt. :)

Ich freue mich darauf, bald wieder etwas von dir lesen zu können.

Liebe Grüße,
SasoNoAkasuna