Safe Harbor

16.08.15 20:27
Peavey L. Cobain ist gerade mal 14 Jahre alt, geht in die 9. Klasse und kann so gar nicht mit ihren Mitschülern... eigentlich ist ihr Leben auf eine stupide Weise normal und anödend, bis sie sich Hals über Kopf in das Leben des Sherlock Holmes stürzt!
Sherlock Holmes Romanze P16 In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
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Bemerkung des Authors: Steve: "Hörst du das?" Rick: "Nein" Steve: "Sie tippen schon..."

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Jeder hat ihn, jeder kennt ihn und jeder hasst ihn: der Kerl oder das Mädchen, das einen kennt, der einen kennt, der dein großes Idol kennt. Manche treffen dein Idol auch irgendwo zufällig. Natürlich ist er oder sie begeisterter Fanfictionleser und –schreiber.
„Das war voll krass! Ich so nichts ahnend in der Bahn und so, und alles leer und wer steigt ein? Sherlock Holmes! Ich erst mal auf voll desinteressiert gemacht. Ich konnte es nicht glauben, er setzt sich echt neben mich! Ich fang an zu hyperventilieren und er fragt mich, ob alles in Ordnung is.
Ich nicke einfach nur und starre ihn total verrückt an. Ich dachte mir nur so: ich liebe dich alter! Ich glaubs nicht, er fragt: Wie heißt du?“
Oh Mann! Das war mein Exemplar: Alexandra Erina Merckhaven. Wir gingen in die gleiche Klasse am der Gesamtschule. Sie war ein Jahr älter als ich, so wie alle in der Klasse. Alle bis auf Luca Marvel, der war ein paar Mal sitzen geblieben: mit neunzehn in der neunten Klasse zu sein war schon peinlich. Aber genug von den anderen: Ich bin Peavey Lara Cobain. Peavey wie die Verstärkermarke, Lara wie Lara Croft, Cobain wie mein absoluter Held in der Musikgeschichte, wer ihn nicht kennt, google doch mal seinen Namen. Ich war sehr stolz seinen Namen zutragen, das konnte nicht jeder von sich behaupten.
Ich drehte Alexandra den Rücken zu und machte mich auf den Weg nach Hause. Ihre Worte spukten mir im Kopf herum. Als ob Sherlock Holmes sie nach dem Namen fragen würde! Natürlich! Gedankenverloren stieg ich die Treppen zur U-Bahn hinunter. Sherlock Holmes fuhr auch nicht mit der Bahn, er fuhr selbstredend Taxi! Was für eine Idiotin. Sie hatte nichts im Hirn außer Hormone und die ließen sie die dümmsten Geschichten erfinden. Nicht einmal ein Funken gesunden Menschenverstandes beherbergte ihr Vakuumkopf.
Ich seufzte und stellte mich am Rand des Bahnsteigs hin um auf die Schienen zu starren. Plötzlich wurde ich angerempelt, sodass ich vornüber auf die Gleise stürzte. Als ich mich benommen aufrappelte, sah ich nur noch die Lichter der Bahn auf mich zu rasen!
Ein schriller Schrei entfuhr mir und ich riss schützend die Arme über den Kopf, dann wurde ich von starken Händen hoch gezogen, gerade rechtzeitig. Einen Sekundenbruchteil später fuhr die Bahn über den Punkt, an dem ich gestanden hatte.
Der Mantel meines Retters flog capeartig im Fahrtwind auf. Unglücklich sah er dem Mann hinterher, der auf der anderen Seite des Bahnhofes die Stufen nahm und im Gewimmel der Menschen verschwand. Mein Retter trug einen Anzug dessen Jackett offen war, darunter ein weinrotes Hemd, das ihm leicht zu eng war, was aber nur seinen Oberkörper betonte- wobei ich mich fragte, ob er überhaupt wusste, dass er verdammt attraktiv war.
Ich erkannte seine dunklen Locken, seine Haltung, sein Profil sofort. Noch immer wollte ich es eigentlich nicht wahr haben: vor mir stand tatsächlich Sherlock Holmes!
Mit offenem Mund starrte ich ihn an, nun war ich diejenige, die ihrem Gegenüber im Vergleich den Intellekt einer Dose Coke hatte.
„Du solltest auf dem Heimweg besser aufpassen, die Schule übernimmt den Schaden nicht. Vielleicht hätte es auch geholfen, wenn du nicht noch wegen deines Mitschülers noch geblieben, sondern einfach pünktlich gegangen wärst.“ bemerkte er knapp.
„Woher- ach so die Uhrzeit und meine Nachdenklichkeit“
„Natürlich“ meinte Sherlock und sah mich an, als wäre ich die erste Person in seinem Leben, die seinen Gedankengang vor ihm selbst ausgesprochen hatte.
„Geht es dir gut?“
Sein Blick wurde einfühlsam und er legte eine warme Hand auf meinen Arm: „Gott! Du bist eiskalt!“ Wie war, ich zitterte wie irre.
„Such dir was Warmes zum Anziehen und geh nachhause.“ damit machte er sich auf den Weg.
Ich stand allein auf dem Bahnsteig und rief ihm hinterher: „Wie jetzt? Kein „Auf Wiedersehen“ oder ein Abschiedskuss?! Was soll ich denn von Sherlock Holmes denken?“
Sein Lachen war die einzige Antwort, die ich von ihm erwartet hatte.
Es war nicht anders zu erwarten gewesen, dass ich der darauffolgenden Nacht ausschließlich von Sherlock träumte.
Welcher Traum sich mir besonders ins Gedächtnis brannte, war der, in dem ich tatsächlich von der Bahn überrollt wurde und Sherlock am Bahnsteig stand und auf mich hinunter starrte. Alles was er sagte, war: „Heilige Scheiße“ was natürlich vollkommener Unsinn war.
Ein anderer hingegen war sehr kurz: Sherlock sah mich an und lachte. Nicht überheblich, irre oder gespielt, sondern aus tiefstem Herzen und glücklich.

Am nächsten Morgen kam ich kaum aus dem Bett. Müde schleppte ich mich ins Bad. So schrecklich wie ich mich fühlte sah ich gar nicht aus, ein Glück, dass mir dieser Anblick erspart blieb!
Über diesen Gedanken musste ich doch lachen und wurde etwas wacher.
Ich würde heute wohl das Taxi nehmen, von Gleisen würde ich mich wenn möglich erst einmal fernhalten.
In der Schule verbrachte ich die ersten Stunden damit, sein Lachen in meinem Kopf zu ignorieren. Die Pausen wurden nicht wirklich spannend, als Alex von dem tollen Sherlock schwärmte, den sie gestern nach der Schule getroffen hatte. Was für eine Lügnerin! Wenn ich ihr erzählte, wen ich gestern kennengelernt hatte, wäre ich wahrscheinlich die Lügnerin von uns beiden.
Meine Oma hatte immer erzählt, dass Opa sie im Krieg gerettet hatte, so hatten sie sich eigentlich kennen gelernt, aber sie waren getrennt worden.
Kurz nach Kriegsende, hatte das „Band zwischen Retter und Gerettetem“ sie wieder zusammen geführt und Mama war entstanden.
Ich glaubte daran, dass auch ein Band zwischen Sherlock und mir existierte, seit er mich vor dem Tod durch Perforierung bewahrt hatte, nur konnte es nicht so stark sein wie das von Oma und Opa, denn daran konnte ich nicht glauben…

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Maryfan 26. Aug 2017

Weiter so! Freue mich aufs nächste Kapitel...