Miracle hour

24.08.16 09:17
Ich weiß nicht, wie es sein kann, oder wie es passiert ist, oder sonst etwas über dieses Phänomen, ich weiß nur, dass es da ist. Und es bedeutet garantiert nichts Gutes. Alle Menschen auf der Welt bleiben stehen und fangen an zu weinen. Täglich eine Stunde lang. Nun ja, fast alle. Da ist noch ein Mann namens Jack, dieser Doctor und das Mäd..
Sherlock Holmes Doctor Who Torchwood Mystery P16 Humor In Arbeit
Inhaltsverzeichnis
  • A day in 2013

A day in 2013

~Sherlock

Ich bin auf dem Weg von einem neuen Fall nach Hause. Ein Mordfall und in dieser Situation war es wirklich der Gärtner.
Ich meine, wie konnte man das übersehen?! Er hatte nicht mal ansatzweise ein Alibi, geschweige denn eine Erklärung für das (eindeutig nicht Bastel-) Messer in seiner Wohnung, an dem immer noch Blut der Blutgruppe des Opfers klebte. A+, seines kann es nicht gewesen sein, keinerlei Wunden und nicht seine Blutgruppe.

Nun ja, jedenfalls ist es etwa fünf nach eins und obwohl ich vor -ich sah auf meine Armbanduhr- etwa drei Minuten meinen letzten Fall gehabt hatte, war mir schon wieder langweilig. In letzter Zeit ist nun mal nichts Spannendes passiert! Ich spüre wie der letzte Rest Adrenalin meinen Körper verlässt.

Da mir nicht anderes einfällt, mache ich mich auf den Weg ins nächstgelegene Einkaufszentrum, um...ja was eigentlich? Einzukaufen? Garantiert nicht! Mich abzulenken? Ach komm schon, als ob mich etwas ablenken könnte! Ist da diese widernatürliche Hoffnung in mir, dass etwas Schlimmes passieren wird, wenn ich nur fest genug daran glaube? Okay, diese Hoffnung ist echt abstrakt...
Oder ist es etwa...

Ach keine Ahnung...

Als ich im Zentrum angekommen bin, ist es 13:07, ganze zwei Minuten hatte ich schon hinter mir. Wie sollte das mit mir nur weitergehen...?!

Ich überlege, was ich nun tun soll. Jetzt, wo ich schon hier bin, kann ich doch einkaufen, oder? Also betrete ich ein Lebensmittelgeschäft und denke nach. Was isst John eigentlich? Mag er Gummibärchen? Natürlich! Jeder mag Gummibärchen, sogar ich esse manchmal Gummibärchen!
Also nehme ich drei Tüten und überlege weiter. Was esse ich eigentlich? Esse ich überhaupt? Ich kann mich nicht erinnern, je gegessen zu haben...Na ja, ist ja nur ein unwichtiger Bestandteil des Lebens, also entweder blende ich es aus oder ich tue es wirklich nicht...

Meine Überlegungen werden abrupt unterbrochen, als ich eine Bewegung im Augenwinkel wahrnehme. Oder besser gesagt, keine Bewegung. Bis eben hatte es im Hintergrund noch geschäftiges Gewusel gegeben, nun ist alles still. Totenstill. Wo sind die Menschen hin?

Langsam drehe ich mich um. Die Menschen sind noch da, doch sie sind alle stehen geblieben. Sie wirken abwesend, teilnahmslos. Ich blicke auf die Uhr. 13:13. Zufall oder Schicksal?, schießt es durch meinen Kopf.

Sie starren in die Leere. Dann, kaum merklich läuft eine Träne über die Wange eines Mädchens. Sie ist höchstens fünf Jahre alt, blond und hat einen älteren Bruder, der jedoch in Schottland studiert. Das erkenne ich, an dem kleinen Button an ihrer Jackentasche. Ein kleines Mitbringsel, da er sich nichts viel größeres leisten kann.

„Eine Schwester.“, bemerkt eine Stimme hinter mir.
„Was?! Wie sind Sie darauf...“, ich verstumme, da mir erst jetzt die Unheimlichkeit der Situation klar wird. Langsam drehe ich mich um.

Dort steht ein relativ jung aussehender Mann, doch ich weiß es besser. Wer genau hinsieht, kann das Alter in seinen braunen Augen erkennen, ebenso wie viel Schmerz, und mehr Erfahrung und Wissen als sämtliche Menschen je zusammen haben werden. Er trägt einen langen hellbraunen Mantel, ein weißes Hemd und eine Jeans. In der Hand hält er eine Art Portemonnaie, was ich jedoch nicht genau erkennen kann.

„Wer sind Sie?“
„Sagen Sie es mir!“
Seine Stimme ist ruhig und gelassen, doch darin liegt etwas herausforderndes. Was will er von mir? Will er mich prüfen?
Ich mustere ihn.
„Nun gut, aber im Gegenzug müssen Sie mir ein paar Fragen beantworten.“, lenke ich ein.
Er lächelt.
„Gut, für jeden nicht eindeutig sichtbaren Fakt, den Sie über mich herausfinden beantworte ich eine Ihrer Fragen, sofern es in meiner Macht steht.“, antwortet er, „Doch nicht hier, ich weiß, wo wir...ungestörter sind.“
Damit verlässt er das Kaufhaus.

Ich schmeiße die Gummibärchen in das nächstbeste Regal und renne hinaus auf dir Straße. Auch dort ist alles stehengeblieben. Die Vögel flattern zwar noch durch die Luft, und auch Hunde bellen noch von überall her, doch sämtliche Menschen sind erstarrt. Und sie weinen.

Der Mann biegt in eine Seitenstraße ein und bleibt vor einer ungewöhnlich blauen Polizeinotrufzelle stehen. Er zieht einen winzigen silbernen Schlüssel aus einer seiner Manteltaschen und schließt sie auf.
Was mir sofort auffällt, ist, dass die Tür nach innen aufgeht. Ungewöhnlich.

Er betritt die Zelle und bedeutet mir, ihm zu folgen. Was?! Wie...? Kann darin überhaupt Platz für zwei Menschen sein?
„Kommen Sie schon!“, ruft er ungeduldig aus dem Inneren, wobei seine Stimme merkwürdig nachhallte.

Ich holte tief Luft, in der Erwartung von Etwas...Unglaublichem? Unmöglichem? Atemberaubendem? Das kann ich nicht genau sagen.

Dann trete ich durch die Tür.

~~~

Das erste was ich feststellen kann, ist: Ich hatte Recht!
Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend.
Es sieht aus wie - ich kann es nicht anders beschreiben - ein Raumschiff. In der Mitte des riesigen Raumes steht eine Art...Kontrollpult...in dessen Mitte wiederum eine leuchtende Säule bis an die Decke reicht.

Der Mann von vorhin steht lässig an ein Geländer gelehnt am anderen Ende des Raumes.

„Los, kommen Sie schon! Sagen Sie's! Das tun die Leute immer!“
Ich bin aber nicht 'die Leute'!, denke ich und muss innerlich grinsen als ich antworte: „Außerirdisch, nicht?“
Eigentlich ist das nur eine Vermutung, da so etwas nicht von der Erde stammen KANN, und ich noch nie an außerirdisches Leben geglaubt habe...
Einen Moment lang scheint er verwirrt zu sein, dann ein klein wenig verärgert und vor allem beleidigt.
Ich kann nur noch hören, dass er murmelt: „Spielverderber...“, dann grinst er mich an.
„Ein Tipp: Ich bin der Doctor. Dann legen Sie mal los!“

„Doktor von was?“
„Wie gesagt, sagen Sie es mir! Sie die Fakten, ich die Antworten auf Ihre Fragen.“
Ich mustere ihn erneut, diesmal gründlicher und erneut bleibe ich bei seinen Augen hängen. Diese unergründlich tiefen, dunkelbraunen Augen, die so alt aussehen, im Gegensatz zu seinem ebenfalls braunen Haar und seinen jungen Gesichtszügen.
Er hat Schmerz gesehen, Wunden und Seelisch, physisch und psychisch, mehr als ein Mann in einem Leben sehen kann, ohne zu verzweifeln.
Er hat Weisheit erfahren, Güte und Gnade, Freundschaft und Liebe, mehr als es auf dieser Welt je geben wird.
Er hat Krieg gesehen, Grausamkeit und Tod, Wut und Trauer, mehr als ein Mensch ertragen könnte ohne Hilfe zu haben.
Er hat Erfahrung gesammelt, Wissen und Abenteuer, Träume und Albträume, mehr als die gesamte Menschheit je besitzen wird.
Er hat Schwankungen gespürt, Wahrheiten und Lügen, Höhen und Tiefen, mehr als ein Mensch je aushalten könnte, ohne zu brechen.

Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend.

All diese plötzlichen Erkenntnisse führen mich zusammen, zu einem unglaublichen Punkt. Er ist kein Mensch. Und er ist gebrochen. Er hat mehr gesehen als die gesamte Welt je bieten könnte. Und dabei ist er innerlich explodiert. Mehr ertragen, gefühlt, ausgehalten, als alle Menschen zusammen es je tun werden. Und daran ist er verzweifelt. Er KANN kein Mensch sein und doch...Bisher haben alle meine Fälle und deren Lösungen darauf basiert, DASS es nun mal keine Außerirdischen GIBT, und doch...doch ist er hier...

Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend.

„Sie sind...alt!“, stelle ich fest.
„Wenn Sie wüssten...“, er lacht, „Das reicht nicht. Wie alt?“
„Zu alt für einen Menschen.“, ich überlege, versuche, das Alter in seinen Augen abzulesen.
„Neunhundert. Ungefähr.“, antworte ich.
Er sieht überrascht aus.
„Neunhundertundeinundzwanzig“

Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend.

„Jetzt bin ich dran. Wie konnten Sie vorhin wissen, was ich gedacht habe?“
Erneut muss er lächeln.
„Sie haben laut gedacht.“
„Habe ich dabei geredet? Wirklich? Das passiert mir in letzter Zeit immer häufiger...“
„Nein, haben Sie nicht. Ich habe das hier benutzt.“, sagt er, und streckt mir das Portemonnaie geöffnet entgegen.
„Gedankenmanipulierendes Papier. Sie denken so intensiv, dass es darauf übertragen wird. Das Prinzip ist ganz einfach.“
„Aber wieso sehen Sie nur meine Gedanken, nicht die aller anderen Menschen?“
„Wie gesagt, Sie denken laut. Intensiver als andere Menschen. Dadurch bin ich auf Sie aufmerksam geworden. Gut, nächster Fakt.“

Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend.

„Sie sind kein Mensch.“
„Ich weiß nicht ob ich das durchgehen lassen kann...aber na ja, klar ersichtlich ist es ja nicht, also wieso nicht...“
„Gut, was sind Sie dann?“
„Ein TimeLord. Ein Zeitreisender. Ich komme vom Planeten Gallifrey in der Konstellation Castaborus.“
„Okay...“
Ich versuche, mich zu fangen. Das ist etwas viel für einen Tag.

Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend.

„Sie haben Krieg gesehen. Tod. Leiden. Sie sind wahrscheinlich der letzte Ihrer Art.“
Ich merke, dass es mir immer leichter fällt, diesen Mann zu verstehen.
„Ja. Der Zeitkrieg. Sie sind alle fort...“

Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend.

„Was ist das hier? Eine Zeitmaschine?“
„Es nennt sich TARDIS. Das bedeutet Time and Relative Dimensions in Space.“
„Und wie funktioniert es?“
„Eigentlich sind Sie jetzt mit einem Fakt an der Reihe...Aber okay.“, er lächelt, „Es ist TimeLord Technik. Von innen größer als von außen.“
„Und wieso eine Telefonzelle?“
„Eigentlich passt sie sich von Aussehen her an die jeweilige Zeit und den Ort an, aber diese Schaltkreise sind lange kaputt gegangen...“

Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend.

Eine Weile lang starre ich ihn nur ungläubig an. Wie kann es sein? Und nur diese einen Gedanken schießen mir durch den Kopf.

Unglaublich. Unmöglich. Atemberaubend. Wie?
UnglaublichUnmöglichAtemberaubendWie?
Unglaublichunmöglichatemberaubendwie?

Meine Gedanken antworten mir. Und schon bevor ich es denke, weiß ich, was ich denken werde.

Ich weiß es nicht.

Ich lache. Es ist kein fröhliches Lachen. Es ist das irre, unkontrollierte Lachen eines verrückten Psychopathen. Und ich spüre, wie der Soziopath in mir verlischt, nicht stirbt, aber sich in die hintersten Ecken meines Bewusstseins zurückzieht.

Ich weiß es nicht.

Das Geständnis, vor dem ich mich mein Leben lang gefürchtet habe. Ich habe es gestanden. Ich habe es wirklich gestanden. Dieser kleine Satz, diese vier winzigen Worte, die mein Leben verändern sollten. Das Geständnis, das ich gehofft hatte niemals ablegen zu müssen.
Immer wieder hallen diese Worte in meinem Kopf wieder, mir meiner eigenen, vorwurfsvollen Stimme.

Ich weiß es nicht.

Ich weiß es nicht.

Ich weiß es nicht.

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my-storytime 11. Oct 2017

Warte jetzt schon auf Kapitel 2

Weltenspringer 09. Jun 2016

Hey! :D

Das erste Kapitel klingt schon mal richtig gut! ^^ *seufz* Warum können Sherlock und der Doktor nicht einmal wirklich aufeinandertreffen? *heul* Und Jack kommt auch noch vor, yessss!

Eine kleine Bemerkung noch: "Ich weiß es nicht" sind vier Worte und nicht drei ;3

Lg Weltenspringer

leseratte3000 22. Jun 2016
Oh stimmt :'D hab ich gar nicht bemerkt. Danke für den Hinweis. Ich will noch weiterschreiben, hab aber momentan zu viel anderes Zeug... Danke für den tollen Kommentar LG Leseratte