The day that changed the world

vor 23 Tagen
9/11. Ein Datum, dass die Welt nie vergessen wird. Die Frage: "Wo warst du als es passiert ist?" wurde zu dieser Zeit immer wieder gestellt. Doch was wenn du mittendrin bist? Kate, Kathleen und James sind es, alle auf ihre Art und Weise und niemand von ihnen wird diesen Tag jemals vergessen können.
Historie Action P16 Drama In Arbeit
Bemerkung des Authors: So jetzt hat es mit dem Bearbeiten doch nicht so lange gedauert. Es wurden 2 Sachen geändert: 1. Kathleen fliegt nach New York zu Kate NICHT nach San Francisco (war ein Fehler am Anfang), die 2. Sache erfahrt ihr irgendwann in den nächsten Kapiteln ich will noch nicht spoilern :) Ich hoffe das Kapitel gefällt euch, gebt mir gerne eine Rückmeldung

My father - Kathleen

Nachdem ich bei dem Frühstück größtenteils der Diskussion um das Fliegen entkommen bin und nur einige sorgenvolle Blicke meiner Mom ertragen musste, stehe ich jetzt endlich auf und räume meine leere Schüssel in die Spülmaschine, die auch schon bessere Tage gesehen hat. Ich würde mich nicht wundern wenn sie nicht mehr spülen würde wenn ich wiederkomme.

Das Ding ist schon aus der Zeit als ich noch einen Vater hatte. Ich meine einen richtigen, offiziellen Vater. Ich hatte seit mein Vater uns sitzen gelassen hat einige Stiefväter aber die kamen und gingen und irgendwie wurde es nie so richtig was. An meinen Vater kann ich mich kaum erinnern, aber ich habe natürlich die ganze Geschichte schon ungefähr hundertmal erzählt bekommen- wenn nicht sogar noch öfter. Mein Vater und meine Mutter waren immer DAS Dreamteam- sie die junge wunderschöne Frau, die toll kochen und backen konnte und sich gerne unterdrücken lies, er erst der glorreiche Unternehmer und später der glorreiche Politiker-von allen gekannt und verehrt, vor allem von seinen Mitarbeiterinnen und ganz besonders von seiner persönlichen Mitarbeiterin, die ihm nicht nur für das Erledigen seiner häufig gestellten Aufgaben zur Verfügung stand sondern auch für ganz andere Sachen-so erzählte meine Oma die Geschichte gern und vergaß dabei unter anderem auch, dass Mom damals auch berufstätig war und nicht nur den Haushalt schmiss. Vor allem nicht nachdem mein Vater weg war. Sie arbeitete immer noch als Krankenschwester und nahm mich dann eben mit. Ihren Traum Flugbegleiterin zu werden konnte sie durch ihre Flugangst nie umsetzen.

„Persönliche Assistentin-pah. Eher persönliches Betthupferl!“ schnaubte meine Oma oft wenn sie mal wieder bei uns am Küchentisch saß und meine Mom das Geschirr in die Spülmaschine räumte, die mein Vater seinerzeit noch gekauft hatte. „Und diese Spülmaschine hat er doch nur gekauft damit du noch mehr tun kannst. Und dann lässt er dich mit einem Baby allein und zahlt nicht mal den Unterhalt richtig.“ „Mom, wir haben immer Unterhaltszahlungen bekommen. Außerdem war sie verheiratet. Da war nichts. Es ging zwischen uns einfach nicht mehr.“ Warf meine Mom jedes Mal ein, woraufhin meine Oma erwiderte: „Aber nach dem was er euch angetan hat, hätte er viel mehr bezahlen müssen. Außerdem verdient er doch sowieso viel zu viel. ER war schon immer ein elender Geizkragen. Und das mit dem verheiratet sein kannst du jemand anderem erzählen.“ „Mutter!“ schrie meine Mutter dann damals immer und knallte die Tür zum Treppenhaus zu damit ich sie nicht mehr hören konnte. „Die Geschichte ist schon ewig her. Wir haben das damals so abgemacht also hör auf ständig wieder damit anzukommen! Und rede so nicht vor Kathleen, hörst du. Sie hat ihren Vater nie gekannt und dabei soll es auch bleiben! Er will das nicht und ich will das nicht- und das wars! Und ich schmeiße keine funktionierende Spülmaschine weg nur weil sie von einem Exfreund ist mit dem ich vor gefühlt hundert Jahren mal zusammen war und das weißt du. Du willst mir doch nur wieder zeigen wie sehr ich deiner Meinung nach gescheitert bin. Ok ich habs verstanden. Bist du fertig?“ „Du lässt dich einfach nicht belehren!“ schrie meine Oma dann zurück. „Du gehst noch unter wenn du weiterhin alle Menschen verteidigst die dir nichts Gutes wollen. Du schießt dir selbst ins Bein!“ Und dann verließ sie demonstrativ die Wohnung und kam immer seltener, bis sie schließlich gar nicht mehr kam. Und natürlich hatte ich jedes Wort gehört und ich hörte auch das Knallen der Tür nachdem meine Oma gegangen war. Ich dachte aber mit 8 nicht weiter darüber nach sondern fragte mich eher woher meine Mutter eine Pistole bekommen sollte um sich damit selbst ins Bein zu schießen und warum man so was überhaupt tun sollte. Die Metapher verstand ich erst später.

Ich fragte zwar beim Abendessen immer nach warum Oma schon gegangen war aber meine Mom hatte immer irgendeine Ausrede parat und wir sprachen nicht weiter darüber. Jahre später fragte ich mich manchmal ob sie ein ganzes Buch für diese Ausreden gehabt hat um sich nicht über die Jahre mal zu wiederholen. Oder sie hatte sich schon längst wiederholt und ich hatte es nur nicht bemerkt. Schließlich wusste ich ja, dass alles was sie zu dem Thema sagte gelogen war und deshalb machte ich mir nie die Mühe mir die Ausreden zu merken. Meine Oma versuchte sich zwar eine Zeit lang noch mit mir zu treffen aber irgendwann brach auch bei uns größtenteils der Kontakt ab und wenn ich doch mal nach meinem Vater fragte sagte sie nur: „Frag doch deine Mutter nach diesem Idioten.“ Mit jedem Jahr machte mich dieser Satz wütender und irgendwann sprachen auch wir nicht mehr miteinander. Mittlerweile weiß ich nicht mal mehr wo sie wohnt. Ich sah meinen Vater nie als kompletten Idioten an, vielleicht als Halbidioten, aber ich konnte nie aufhören darüber nachzudenken wie er wohl so war. Wo er jetzt ist. Und wer allem wer er ist. Ich habe es bis heute nicht herausgefunden, auch weil er meine Mom mittlerweile nicht mehr interessiert. Ich meine sie war Anfang 20 als er ging und jetzt ist sie grade 40 geworden. Wahrscheinlich würde er mich auch nicht mehr interessieren. Aber meine Mom weiß schließlich auch wer er ist.

Vielleicht will ich es ja auch gar nicht wissen. Was ich jetzt will ist nach New York zu fliegen, denke ich, verscheuche die Gedanken und mache die Spülmaschine wieder zu.

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Isabelle99 07. May 2018

Perspektivwechel finde ich gut :) hab ich ja gesagt dass das klappt ;-)

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