We are like young volcanoes

25.04.17 21:56
Mit dem Abi in der Tasche beginnt für Hannah und Alice ein neuer Lebensabschnitt. Tami ist endlich wieder von ihrer einjährigen Reise zurück gekehrt und zusammen verschlägt es die drei Mädchen nach Hamburg, wo für sie alle drei der nächste Lebensabschnitt wartet, das Studium. Doch ganz so unkompliziert wie sie es sich erhofft haben, wird e..
Nevada Tan - Panik - Zorkkk Drama P16 Romanze In Arbeit

Hakuna MatABI - Ohne Sorgen die Könige von morgen.

Hannah:

"Wenn du noch etwas länger brauchst, dann werden deine einzigen Erinnerungen an deinen großen Tag unser Badezimmer beinhalten..", lachte mein Bruder und klopfte zum gefühlten zwanzigsten Mal in den letzten Minuten an die Tür. Zugegeben, ich hatte mich vor knapp einer Stunde hier eingeschlossen, um mich fertig zu machen, aber ich lag wirklich gut in der Zeit. Tatsächlich war ich soweit fertig, nachdem ich meine Haare noch einmal mit einer großzügigen Portion Haarspray benebelt und mich ein letztes Mal ausgiebig im Spiegel betrachtet hatte, um mich zu vergewissern, dass ich auch wirklich zufrieden war. Meine langen, blonden Haare hatte ich hinten hochgesteckt, vorne hingen nur einige lockere Strähnen heraus, und mein Make-Up war recht schlicht gehalten, genau passend zu meinem Kleid. Es war etwa knielang, schulterfrei, hatte einen hellen Nudeton und war rundherum mit kleinen weißen Perlen bestickt, die es dezent glitzernd ließen. Ich fand es traumhaft und war unglaublich gespannt auf die Reaktionen meiner Familie, denn nur meine Mutter hatte es bisher sehen dürfen, weil sie mich beim Kauf unterstützt hatte. ".. nicht dass unser Bad nicht schön wär, aber..", setzte die Nervensäge vor der Tür gerade wieder an, als ich diese schwungvoll öffnete und mich seinem Blick preisgab. Er war mein größter Bewunderer aber ebenso schärfster Kritiker, weshalb ich gerade seine Meinung nervös erwartete. "Wow..", entfuhr es seinem besten Freund, meinem quasi zweiten Bruder, leise, der natürlich auch am Start war. Timo brauchte offensichtlich einige Sekunden, um sich zu fangen, ehe er anfing zu reden: "Ist das dein Ernst!?" Seine Stimme offenbarte eine Mischung aus Begeisterung und Entsetzen. "Ich habe dafür jetzt eine Stunde im Bad gestanden, seh ich aus als würde ich Scherze machen?", ich legte kurz eine tot ernste Miene auf, bevor ich lachte. "Nein, aber.. wow.. ich werde heute wohl nüchtern bleiben und Bodyguard spielen müssen.", grinste er und deutete mir an mich zu drehen, damit er mich komplett betrachten konnte. Empört stemmte ich die Hände an die Hüften. "Das wirst du nicht tun!", grinste ich, woraufhin er mir einmal frech zu zwinkerte. Natürlich würde er das nicht tun, aber er würde definitiv dafür sorgen, dass ich allein nachhause kam. Allein als Definition für nur in seiner und höchstwahrscheinlich Davids Begleitung. "Können wir, Prinzessin Sonnenschein?", fragte David lächelnd und hielt mir seine Hand hin. Als ich meine Hand in seine legte platzierte er einen kurzen Kuss darauf, was mich lächeln lies. Timo nahm meine andere Hand, tat Davids Geste gleich, und schließlich stolzierte ich zwischen den beiden die Treppe herunter, wo unsere Eltern schon ungeduldig warteten.

Ähnlich wie ich zuvor die Treppe herunter begleitet wurde, betrat ich nun die Lokation, in der mein Abiball stattfand. Ich durfte zwar diesmal selbstständig laufen, aber die beiden Typen in den schwarzen Anzügen waren nicht von meine Seite gewichen. "Hannah.", quietschte es sofort als wir auf unseren Tisch zusteuerten, den wir mit Familie Werner teilten. "Alice.", quietschte ich ebenfalls und umarmte meine gute Freundin herzlich. Wir wechselten schnell einige begeisterte Worte über die Tatsache, dass wir unseren Abiball feierten, bevor wir uns nebeneinander an den Tisch setzten. Timo und David waren sofort in ein Gespräch mit Jan, ihrem Halbbruder verfallen, und unsere Eltern schienen ebenfalls schnell ein Gesprächsthema gefunden zu haben, was mir den Anlass gab mich ersteinmal ausgiebig umzuschauen. Es sah alles so beeindruckend aus, es war die pure Reizüberflutung. Die Halle war passend zu unserem Abi-Motto geschmückt, wie ein kleiner Dschungel mit allen möglichen Tieren und Pflanzen. Das Highlight waren die riesige Giraffe neben der Eingangstür, die der Kunstkurs gemacht hatte, und der improvisierte Königsfelsen auf der Bühne. Unser Abiball-Komitee hatte wirklich alles gegeben, was möglich war.

"Jetzt wo der offizielle Teil hier vorbei ist und die Party gleich losgeht, möchte ich noch ein paar Worte loswerden.", eröffnete ich als ich mit meinem Sektglas in der Hand aufstand und damit die Aufmerksamkeit aller am Tisch Sitzenden auf mich zog. "Ja.. auch ich habe mein Abitur endlich geschafft, ein kleiner Traum, den ich hatte seit ich wusste, dass sowas existiert, und ich wollte mich einfach nur bedanken. Mama, Papa.. ihr seid die Besten! Ich danke euch dafür, dass ihr immer alles für mich gegeben habt, ihr habt euch für mich aufgeopfert und habt mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Euch verdanke ich alles und habe meine ganze Stärke von euch. Ich liebe euch.", ich begann meine kleine Rede und sah meiner Mutter sofort an, dass ihr die Freudentränen in die Augen schossen. "David! Wäre ich nicht die bessere Hälfte von Timo, dann wärst du das. Jedenfalls bist du ein sehr würdiger Vertreter..", grinste ich und mein kleines Publikum begann zu lachen. ".. auch dir danke ich für alles. Du bist mein 'brother from another mother' und es war mir immer eine Ehre mit dem nächsten Mozart aufwachsen zu dürfen.", lächelte ich und der Angesprochene warf mir eine Kusshand zu. Nach vielen weiteren liebevollen, sehr schnulzigen Worten zu Alice und meinen Großeltern widmete ich mich schlussendlich meinem Bruder, der schon auf heißen Kohlen saß. "Timo.. mein größter Verehrer, mein schärfster Kritiker, mein selbst ernannter Bodyguard, meine bessere und irgendwie auch schlechtere Hälfte. Menschen, die keinen Zwilling haben, können unsere Beziehung wahrscheinlich nicht nachvollziehen, aber ich könnte ohne dich wirklich nicht leben. Auch ohne dich würde ich jetzt hier nicht stehen, denn du hast mir geholfen wie kein anderer. Leider kann ich mich daran nicht mehr erinnern, aber Mama und Papa reden ja nur zu gerne darüber. Du warst bei jeder Physiotherapie dabei, du hast dich, obwohl du die Gründe damals noch nicht begreifen konntest mit mir hingesetzt und versucht mir das sprechen beizubringen, du hast mich auf eine Art unterstützt, die mir wahrscheinlich die meiste Kraft gegeben hat und meine Dankbarkeit dafür ist nicht in Worte zu fassen...", eigentlich wollte ich noch weiter reden, aber Timo war aufgesprungen und hatte meine Rede durch eine innige Umarmung unterbrochen. "Wenn du weiterredest heul ich gleich auch noch.", flüsterte er grinsend. "Das war der Plan.", kicherte ich. Er löste die Umarmung und schaute mich an. Tatsächlich konnte ich Tränen in seinen Augen erahnen, was mich noch mehr lächeln lies. "Ich liebe dich, Hanni, und ich kann meinen Stolz auf das, was aus dir geworden ist, nicht in Worte fassen. Ohne dich wäre ich nicht ich und wenn ich mir vorstelle du hättest es damals nicht geschafft und ich könnte mir nur ausmalen wie es wäre eine Zwillingsschwester zu haben, dann könnte ich wirklich heulen. Du bist das Beste an mir.", seine Worte und sein liebevolles, so stolzes Lächeln trieben mir ebenfalls die Tränen in die Augen. "So! Genug Geschnulze, jetzt wird gefeiert!", ich fasste mich schnell wieder und legte ein enthusiastisches Grinsen auf. Bevor er noch protestieren konnte zog ich Timo mit zum Mittelgang der Halle, wo sich bereits einige meiner Mitschüler für den Eröffnungstanz aufbauten. "Muss das sein?", murrte Timo, der im Gegensatz zu mir absolut unbegeistert war was das Tanzen anging. "Und wie! Das steht so fest wie das Amen in der Kirche!", lachte ich. Ich hatte ihn letztes Jahr bei seinem Abiball dazu getrieben am Eröffnungstanz teilzunehmen und somit musste das grade heute auch unbedingt sein. Wir stellten uns nebeneinander in der Reihe auf und ich legte zufrieden lächelnd meine Hand auf seine. "Ich kann das doch alles nicht mehr.", seufzte er. "Ach komm, die paar Takte Walzer und Discofox wirst du wohl noch hinbekommen.", zwinkerte ich und drückte seine Hand ermutigend. Kurze Zeit später ertönte auch schon die Einlaufmusik und wir liefen im Takt zur großen Tanzfläche vorne in der Halle.

"Danke.", lächelte ich als die Musik verklungen war. "Es war mir eine Ehre.", lächelte Timo ebenfalls, verbeugte sich kurz vor mir und drückte mir einen Kuss auf die Hand, die er hielt. Natürlich hatte er sich etwas unbeholfen angestellt, aber er war ja auch mit einer entsprechenden Einstellung an die Sache rangegangen. Außerdem war tanzen wirklich nicht sein Ding. Zusammen liefen wir an den Rand der Tanzfläche, wo sich unsere Familie versammelt hatte. Unsere Mutter konnte es sich natürlich nicht nehmen lassen den Tanz zu filmen, so wie sie es bei seinem Abiball auch getan hatte. Zum Abschied umarmte ich meine Eltern noch einmal fest, denn jetzt kam langsam der Teil des Abends, der die meisten Eltern nachhause trieb. "Darf ich bitten?", David stand plötzlich vor mir und hielt mir grinsend seine Hand hin als meine Eltern verschwunden waren. Der DJ legte gerade noch ein paar Lieder für die auf, die noch ein wenig klassisch tanzen wollten, bevor die Abiband spielte und die Party endgültig beginnen konnte. Lächelnd legte ich meine Hand in seine und lies mich von ihm wieder auf die Tanzfläche führen. Die letzten Takte des Liedes verklangen gerade und so kamen wir perfekt, um in ein neues Lied zu starten. Es ertönte '100.000 leuchtende Sterne' von Anna-Maria Zimmermann und sowohl David als auch ich mussten lachen. Ausgerechnet einen Schlagersong hatte der DJ sich jetzt ausgesucht. Leise sang ich den Text mit während ich mich von David führen lies, denn auch wenn er ebenfalls nicht gerade oft tanzte, so konnte er es doch besser und souveräner als Timo, zumindest was Paartanz anging. Ich genoss den Tanz, genauso wie den mit Timo, in vollen Zügen. Wenn ich tanzte fühlte ich mich frei. Vor allem die Drehungen und Pirouetten machten mir Spaß, Freiheit mit der nötigen Sicherheit durch die Führung meines Gegenübers.
Schneller als es mir lieb war endete das Lied und es wurde plötzlich wesentlich ruhiger. "Kaum Stimmungscrash.", grinste David als 'Your Song' in der Version von Ellie Goulding zu spielen begann. "Man muss nehmen was man bekommt.", schmunzelte ich und trat einen großen Schritt näher an ihn heran. Er verstand das sofort und so änderten wir unsere Tanzart von Discofox zu einem langsamen Foxtrott. "Hab ich dir heute eigentlich schon gesagt wie stolz ich auf dich bin, Kleine?", lächelte er irgendwann und riss mich damit aus meinen Gedanken. Eigentlich hatte ich über nichts Besonderes nachgedacht, ich war bloß diesen unglaublich grandiosen Tag noch einmal durchgegangen. Natürlich war er noch lange nicht zu Ende, aber bisher schon außerordentlich ereignisreich gewesen. "Ich hab das heute schon so oft gehört, dass ich aufgehört hab zu zählen.", grinste ich und schaute ihn an. Mein Grinsen wandelte sich ebenfalls zu einem Lächeln um und wir sahen uns für einen Moment einfach nur in die Augen. "Zurecht. Ich kann mich natürlich auch nicht mehr an alles erinnern, aber manchmal seh ich dich noch mit deiner Gehhilfe ins Wohnzimmer zu Timo und mir stolpern und höre deine gebrochenen Fragen, ob du mitspielen darfst, und wenn ich mir dann wieder vor Augen führe was für eine wunderschöne, eigenständige junge Frau aus dir geworden ist, dann lässt mich das wirklich für einen Moment meine Sorgen vergessen, denn wenn du das schaffen konntest bin ich mir sicher, dass ich das alles auch schaffen kann.", offenbarte er dann und seine Worte trafen mich so sehr, dass mir für einen Moment wieder Tränen in die Augen stiegen. Glücklicherweise konnte ich sie aber schnell wieder runterschlucken. "Das bedeutet mir viel.", flüsterte ich, doch er verstand es scheinbar trotzdem. Als Antwort drückte er mir nur einen kurzen Kuss auf die Stirn, was gleichzeitig ein perfekter Abschluss für das Lied war.
"Würde man euch nicht kennen könnte man glatt denken, dass da was läuft.", lachte Alice als wir wieder zu Timo, Jan und ihr stießen. "Das wäre quasi Inzest, das ist verboten.", lachte ich ebenfalls und David stieg zustimmend darauf ein. So wie er für Timo wie ein Bruder war, so war er es auch für mich. "David ist nicht der Typ, der seine große Schwester vögeln würde.", scherzte Jan, was uns erneut zum Lachen brachte. "Wer vögelt seine Schwester?", Chris trat an unsere kleine Gruppe heran und klang äußerst amüsiert. "Niemand!", lachte David, woraufhin Chris enttäuscht das Gesicht verzog: "Ach man, ich dachte es gäb mal ne gute Story hier in Newmünster." - "Du lieferst uns ja nichts mehr, was soll da schon groß passieren?", grinste Timo. Seit Chris sich nach dem Abitur zumindest einen Nebenjob gesucht hatte war es tatsächlich etwas langweilig geworden, denn er hatte kaum noch Zeit und grade er war immer für den größten Spaß zu haben gewesen. "Hat jemand was von Juri gehört?", fragte Jan in die Runde. "Vielleicht hatte der Zug Verspätung oder so.", kaum hatte Alice die Worte ausgesprochen kam Juri auch schon um die Ecke gebogen. Zu unserer großen Überraschung mit Tami im Schlepptau. "Oh mein Gott, Tami!", quietschte ich und umarmte sie stürmisch. Tami war Juris Stiefschwester und hatte das letzte Jahr im Ausland verbracht, um nach dem Abi erstmal was zu erleben. "Wowow, lass mir mein Leben.", hustete sie theatralisch, erwiderte meine Umarmung jedoch ebenso fest. Durch die langjährige Freundschaft der Jungs hatten Alice, Tami und ich uns schon vor Jahren kennengelernt und waren mittlerweile auch sehr gute Freunde. "Ich freu mich auch euch zu sehen..", schmunzelte Juri, der immer noch neben uns stand. Grinsend löste ich Tamis und meine Umarmung und schloss dafür Juri in meine Arme. "Herzlichen Glückwunsch zum Abitur.", lächelte er. "Ach genau! Glückwunsch, Hannah und Alice!", hörte ich Chris im Hintergrund rufen und musste sofort anfangen zu lachen. Das war sowas von Chris, den eigentlichen Anlass einer Party erstmal vergessen.

"Schnell, bevor der Photograph gleich weg ist!", hetzte Alice und zog an der einen Hand Jan und an der anderen Hand Timo hinter sich her. Wir anderen folgten den Dreien amüsiert. Familienphotos hatten wir schon vor dem Essen gemacht, aber jetzt und vor allem nach zwei bis drei Cocktails mussten auch noch Freundschaftsphotos gemacht werden. Zu erst bauten wir uns mit allen zusammen vor der Kamera auf und ließen einige lustige Bilder machen. Durch diverse dumme Sprüche von Jan und Chris lief das alles andere als gesittet ab und ich konnte mir sehr gut vorstellen, dass sie auch nicht grade wunderschön geworden waren, aber die Erinnerung zählte. "Und jetzt Geschwisterbilder.", freudig klatschte ich in die Hände und sah sowohl Timo, als auch David erwartungsvoll an. "Dir kann ich einfach keinen Gefallen abschlagen.", grinste Timo und stellte sich mit mir vor die Kamera. Eigentlich sollte es ein normales Photo werden, allerdings riss er mich in letzter Sekunde von den Füßen, sodass ich quer auf seinen Armen lag. Ich quiekte erschrocken auf und stimmte in sein Gelächter mit ein, während der Photograph ein paar Mal den Auslöser betätigte. "Daviiiiid, komm zu uns.", schnell wank ich ihn herbei, was er nur widerwillig befolgte. "Ich mache die Bilder eh nur kaputt.", schmollte er wie ein kleines Kind. "Nein, du MUSST mit drauf. Ich brauch doch Photos mit beiden Brüdern.", lächelte ich ihn mit einem Dackelblick an. "Ich zitiere Timo: 'Dir kann ich einfach keinen Gefallen abschlagen'." Wir brachen wieder in Gelächter aus, was der Photograph schon mal bildlich festhielt. Es folgten ein normales Bild, eins, auf dem Timo und David, die rechts und links von mir standen, mir jeweils einen Kuss auf die Wange drückten, und eins, auf dem ich, wie bei dem Bild mit Timo zuvor, quer über ihren Armen lag. "Wollen wir jetzt mal Platz für die anderen machen?", fragte Timo grinsend. "Ich brauche noch eins nur mit David, dann bin ich zufrieden.", lächelte ich und sah David erwartungsvoll an. "Ich werde Timo nicht erneut zitieren.", lachte David während er sich neben mir für ein weiteres Photos positionierte. "Schon mal drüber nachgedacht doch lieber Model zu werden, so gerne wie du offensichtlich vor der Kamera stehst?", scherzte Chris und ich streckte ihm die Zunge raus, dann schoss der Photograph ein schönes Bild von David und mir. Da ich dank meiner Schuhe fast so groß war wie er steckte ich mich schnell ein wenig und drückte ihm für das zweite Photo einen Kuss auf die Wange. Er kommentierte das nur mit einem breiten Grinsen.
"Dürfen wir jetzt auch mal? Sonst überleg ich mir das gleich noch anders.", Alice boxte Jan für den Kommentar gegen die Schulter. "Ich kann nichts dafür, dass die Kamera mich liebt.", zwinkerte ich und sorgte damit wieder für allgemeines Gelächter. Sowohl Alice und Jan, als auch Tami und Juri schossen noch ein paar 'Geschwisterbilder', bevor wir Mädels uns zu dritt natürlich auch noch mal vor die Kamera begaben. Obwohl wir eigentlich keine Tussis waren, machten wir uns den Spaß und hauten nur typische Mädchenposen inklusive Duckface raus.

"Ein Zug?", ich schaute Jan mit Engelsaugen an und schließlich gab er nach. Irgendwie hatten ich auf der Tanzfläche im Rausch alle verloren und auf der Suche dann wenigstens Jan draußen beim rauchen angetroffen. Eigentlich war ich Nichtraucher, aber wenn ich, so wie heute, sehr viel Alkohol getrunken hatte, nahm ich auch ganz gerne mal einen Zug oder vier. Als die Zigarette gerade an die Lippen gesetzt hatte schaffte ich es gerade noch daran zu ziehen ehe ich von hinten umarmt und von den Füßen gerissen wurde, was mich erschrocken aufkreischen lies. "Sollst du das machen?", ertönte kurz darauf Davids Stimme als er mich, nach kurzem hin und her schleudern, lachend wieder absetzte. Ich drehte mich nur ebenfalls lachend um und boxte ihm gegen die Brust. "Wenn das Timo gesehen hätte.", er hob tadelnd den Finger, grinste allerdings immer noch. "Hat er aber nicht und er wird es auch nicht erfahren.", zwinkerte ich und nahm einen weiteren Zug. David tat so als würde er seine Lippen mit einem Schlüssel versiegeln und diesen wegschmeißen. Er war mein Beschützer vor meinem Beschützer und hatte mir schon oft geholfen Sachen durch zuziehen, die Timo missfallen wären. Eigentlich nie dramatische Aktionen, aber 'illegale' Sachen waren voll unser Ding. "Damit die Heimlichtuerei auch nicht umsonst ist.", grinste Jan und steckte sich eine neue Zigarette an, was mir den Freifahrtschein gab die Alte aufzurauchen. Ich lächelte ihn dankend an, nahm noch einen Zug und David verdeckte sich grinsend die Augen als würde er nichts mitbekommen. "Wo sind die anderen eigentlich?", fragte ich, um die beiden abzulenken, da mich in dem Moment der absolute Nikotinschock traf, der, kombiniert mit dem vielen Alkohol, bewirkte, dass mir noch schwindeliger wurde. Jan drehte den Kopf, um zu sehen, ob zufällig einer von den anderen in der Nähe war. David antwortete nicht, sondern legte mir einen Arm um die Schultern, um mich zu stützen. "Kommt davon.", flüsterte er mir ins Ohr. Natürlich hatte er mich durchschaut, so lange wie er mich schon kannte. Stumm lehnte ich mich gegen ihn und wartete darauf, dass der Schwindel etwas nachließ. "Alles gut?", hörte ich plötzlich Timos Stimme, was mich panisch zu David aufschauen lies. Schnell reichte ich ihm so unauffällig wie möglich die Zigarette, die er dann, während ich mich zu meinem Bruder umdrehte, damit die Aufmerksamkeit auf mir lag, an der Mauer ausdrückte. Ich schmiss mich Timo um den Hals und umarmte ihn fest. "Hat die Alkohol-Sentimentalität wieder eingesetzt?", schmunzelte er. Bevor er noch roch, dass ich geraucht hatte, löste ich mich wieder von ihm und lehnte mich stattdessen wieder an David. "Die Prinzessin brauchte etwas frische Luft.", feixte dieser. "Weil die Sauerstoffkeule es ja immer besser macht.", fügte Jan ironisch hinzu. "Leute! Wir müssen tanzen! Sofort!", rief ich begeistert auf als von drinnen die ersten Takte von 'Narcotic' ertönten. Ungeduldig klatschte ich in die Hände während Jan seine Zigarette ausdrückte. Quasi schon springend erreichte ich kurz darauf die Tanzfläche gefolgt von den drei, durch meine Reaktion offensichtlich sehr amüsierten, Typen. Überraschenderweise dauerte es nicht lange bis sich unser Kreis wieder durch Alice, Tami, Chris und Juri vervollständigte.

"Ich bin sooo betrunken.", seufzte Alice theatralisch als sie und ich draußen standen. Es war bereits halb drei und es wunderte mich wirklich, dass Timo nicht schon längst gefragt hatte, ob wir nicht langsam mal nachhause gehen sollten. Wenn er selbst feiern ging machte er auch gerne mal durch, aber wenn ich dabei war blieben wir meistens nur bis ein Uhr weg. Glücklicherweise hatte er seine Drohung nicht wahr gemacht und sich selbst ziemlich betrunken, weshalb er sich auch nicht wie eine Klette an mich heftete. "Ich auuuuch, aber ich könnte die ganze Welt umarmen.", grinste ich und umarmte sie fest. Das war ohne Zweifel unser Tag gewesen und diese Nacht gehörte ebenfalls uns. "Bald geht's nach Hamburg.", lächelte sie selig vor sich hin und lenkte das Gespräch damit auf unsere Zukunft, die jetzt endlich in greifbarer Nähe war. "Keine zwei Monate mehr. Ich kann's nicht erwarten.", ich führte einen kleinen Freudentanz auf, was sie zum lachen brachte. "Neue Stadt, neue Menschen, neues Glück.", grinste sie und erhob ihre Hand für ein Highfive. Wir zogen zwar mit Tami in eine WG ziehen und auch die Jungs gingen nach Hamburg, um endlich ihre Musikkarriere anzustreben, aber trotzdem würde es so viel Neues mit sich bringen. "Serious Girltalk?", Chris zwickte Alice in die Seite, was sie erschrocken zusammenzucken ließ, als Jan und er sich zu uns gesellten, weil Jan mal wieder rauchen wollte. "Zukunftsgequatsche. Nicht mehr laaaange.", freut ich mich erneut. Chris und Jan grinsten. Die Jungs freuten sich natürlich auch riesig. Timo hatte mir erzählt, dass Chris übers Internet in Kontakt zu einem ambitionierten Sänger stand, der ebenfalls nach Hamburg zog und dort zu ihnen stoßen würde und dann wollten sie endlich durchstarten. Hamburg sollte ein riesiges Abenteuer werden!

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GwendeBoer2004 28. Jan 2017

Hey,

Ich finde eure Geschichte toll und freue mich auf neue Kapitel.

In den ersten Kapiteln durften wir ja die Hauptfigur kennenlernen und ich bin gespannt was jetzt passieren wird.

Lg,Gwen