An diesem Augenblick hängt die Ewigkeit

vor 5 Mon.
Charlotte oder Gwendolyn, die Frage beschäftigt die Familien Montrose, deVilliers und auch die Loge des Grafen von Saint Germain, seit die Mädchen am gleichen Tag das Licht der Welt erblickten und dabei unterschiedlicher nicht sein könnten. Wer wird der Rabe und somit die letzte Zeitreisende im Kreis der Zwölf, denn genauso unterschiedlich ..
Edelstein-Trilogie Drama P18 Romanze In Arbeit

Es gibt schlimmeres!

Gwennys Sicht
Was bitte stimmte mit Gideon nicht? Hatte er eine gespaltene Persönlichkeit oder war ihm was auf den Kopf gefallen? Hatte ich was falsch gemacht oder holten ihn jetzt die Dämonen seiner Seele ein und er würde wie seine Mutter werden?
Ich meine was wollte er bitte? Ich hatte ihn mehr als deutlich verstanden, als er vor dem Inneren Kreis über mich sprach und anscheinend sein wahres Gesicht zeigte und seine Meinung über mich preisgab.
Ich konnte es nicht glauben das ich mich all die Jahre so in ihm getäuscht hatte und das ihm die Stunden, die wir miteinander gelacht und geweint hatten gar nichts mehr bedeuteten.
Ich konnte seine nähe einfach nicht mehr ertragen und fragte mich warum ich mich letzte Nacht so nach meinem Bruder gesehnt hatte, denn er hatte mich von vorn bis hinten belogen und wahrscheinlich Charlotte auch. Zwar konnte ich ihr anhängliches Verhalten gegenüber Gideon immer noch nicht nachvollziehen, aber wenn sie das brauchte dann bitte, ich jedenfalls musste niemanden hinterherlaufen.
Leslie war wie so oft für mich da und nachdem sich auch bei ihr die erste Wut gelegt hatte war sie der gleichen Meinung wie ich, denn ich musste mich von niemanden so behandeln lassen. Einige male fragte ich sie an diesem Abend nach Raph, denn ein wenig leid tat es mir schon das ich ihr den Abend mit Raphael versaut hatte, aber Les war in ihrem Element und lies sich nicht davon abbringen das Schokoladeneis und ich gerade ganz oben auf ihrer Liste standen. Ich war ihr mehr als dankbar, besonders weil Dad mich an diesem Abend auch noch anrief, fragte ob alles in Ordnung bei mir sei, was ich ihm natürlich bestätigte und er mir dann mitteilte das er über Nacht in der Loge bei Mum bleiben würde. Also doch alleine, dachte ich mir aber Leslie hatte mich soweit wieder aufgebaut das ich trotzdem schlafen konnte.
Am nächsten morgen fuhr ich nach Temple und sah als erstes mal nach dem Rest meiner Familie, dem es anscheinend blendend ging. Mum saß schon wieder aufrecht im Bett und Dad war bei meinem Brüderchen. Ich nutzte die paar Minuten die ich mit Mum hatte und wir redeten über dies und das. Natürlich zeigte ich ihr meine Probleme nicht und erzählte ihr lediglich von unserem Mädchenabend was sie zu freuen schien und das machte mich wiederum glücklich denn je schneller sie gesund werden würde umso eher kam wieder Leben in unser Haus.
Irgendwie hatte ich an diesem Vormittag noch gehofft das ich mit Dad in die Vergangenheit reisen dürfte, doch diese Illusion wurde mir genommen als mich Falk zum elapsieren abholte.
>Ich bringe dich jetzt zu Madame Rossini, die dich einkleiden wird und dann schicken wir dich zusammen mit Gideon zum Stadtspaziergang ins Jahr 1952. Zeig ihm das er sich unnötig sorgen macht und vertragt euch damit wir mit den wichtigen Zeitreisen beginnen können.<, meinte Falk zu mir und ich hatte mühe ein schnauben zu unterbinden. „Ich hoffe das du das auch Gideon gesagt hast!“, motzte ich auch wenn ich wusste das er nichts dafür konnte. >Ich habe auch mit Gideon gesprochen und hoffe das er es verstanden hat, aber ich denke er macht sich hauptsächlich Sorgen um dich denn er würde verzweifeln wenn dir etwas passiert.<, sagte Falk und ich fragte mich echt auf welcher Seite er stand, denn eigentlich sollte Falk wissen wie gut ich ausgebildet wurde und das er ein klein wenig Vertrauen zu mir haben sollte.
Schweigend nahm ich das alles so hin, lies mir die Kleider von Madame Rossini geben und konnte mich selbst an ihrer guten Laune nicht mehr erfreuen.
Im Chronographenraum traf ich dann auf Gideon, der wahnsinnig abgekämpft und müde aussah aber ich ging nicht darauf ein und begrüßte ihn auch nicht, denn bei seinem Lebenswandel in den letzten Wochen würde es mich nicht wundern wenn er die Nacht bei irgendwelchen Tussi´s verbracht hatte und deswegen so von der Rolle war, aber wie gesagt es war komplett sein Problem.
Nachdem ich in der Vergangenheit gelandet war, wobei ich bemerken musste das ich das mit der Landung trotz des Kleides ziemlich gut hinbekam, ging ich sofort zur Tür und nahm den Gang Richtung Freiheit.
>Ich dachte du solltest mir bei diesem Ausflug beweisen wie gut du dich in der Vergangenheit auskennst, das geht aber nicht wenn du alleine Unterwegs bist.<, hörte ich mit einem mal Gideons belustigte Stimme hinter mir und hatte sofort wieder Wut im Bauch denn nach dem gestrigen Tag war ich überhaupt nicht zum scherzen aufgelegt.
Genau wie ich es mir vorgenommen hatte ignorierte ich ihn und war dabei so stolz auf mich das ich das hinbekam, das ich mein Kinn ein wenig höher nahm und hoch erhobenen Hauptes weiter lief.
>Ach komm schon Gwenny!<, kam es erneut von Gideon nur das er mir diesesmal zuvor kam und und sich zwischen die Tür und mich stellte und mir so den weg versperrte.
„Ich wüsste nicht warum ich dir irgendwas beweisen sollte oder weswegen ich meine Zeit mit dir verbringen muss und außerdem ist mein Name Gwendolyn für dich und jetzt geh mir aus dem weg.“, sagte ich ihm aber es passiert nichts, nur war Gideons Gesicht jetzt wieder erst.
>Können wir bitte kurz reden?<, fragte er und ich schüttelte nur mit dem Kopf während ich an ihm vorbei griff und die Tür öffnete, trotz das er davor stand. Ich drängelte mich danach einfach an Gideon vorbei und tat dann genau vier Stunden das was mir Falk aufgetragen hatte.
„Mir tun die Füße weh und ich hab lauter Blasen von den unbequemen und vor allem hässlichen Schuhen“, jammerte ich Leslie Abends schon das dritte mal die Ohren voll, denn gleich nachdem ich mit Dad zu Abend gegessen hatte musste ich sie anrufen und ihr berichten das ich ganze vier Stunden durch die Vergangenheit gelaufen war ohne Gideon auch nur zu beachten.
>Das hast du toll gemacht Gwenny, ich meine natürlich nicht das mit deinen Füßen, aber Gideon hat das verdient und solange er nicht mal Klartext mit dir spricht machst du so weiter.<, bestätigte mir Les und gleich danach musste ich ihr alles mögliche über die Stadt aus der Vergangenheit berichten, denn sie fand das wahnsinnig Interessant.
Zu meinem bedauern liefen die zwei nächsten Tage nicht anders ab, nur verkrümelte ich mich in der Vergangenheit auf eine Parkbank weil meine Füße mir fast jeden Schritt verweigerten und ich nichtmal in meinen normalen Chucks laufen konnte. Gideon ignorierte ich nach wie vor doch er sah von Tag zu Tag schlechter aus und um ehrlich sein ging es mir ähnlich, aber nachgeben wollte ich auch nicht.
Nachdem ich die Loge am Abend hinter mir gelassen hatte gönnte ich mir zu Hause ein lange und entspannendes Bad was mir sehr gut tat und gleich danach verzog ich mich in meinen Kuschelsache in mein Zimmer doch ganz fertig war ich nicht denn meine Füße brauchten dringend Pflege.
Weit kam ich allerdings damit nicht, denn es klopfte an meine Tür und noch bevor ich herein sagen konnte ging sie auf. Dad kam langsam auf mich zu und setzte sich zu mir auf das Fensterbrett.
>Ich wollte dich nur kurz fragen wie es dir geht und wie du in den letzten Tagen mit allem zurecht kommst?<, meinte er und sah mich fragend an, doch ich lächelte nur. „Mum und du, ihr braucht euch nicht zu sorgen, ich hab meinen Platz gefunden und freue mich wenn hier wieder mehr Leben ins Haus kommt.“, sagte ich ihm und Dad sah mich ein wenig komisch an, doch dann hellte sich seine Mine etwas auf. >Ich hab auch nie daran gezweifelt das du deinen Platz in der Loge findest und wusste von vorn herein das ein Geschwisterchen kein Problem für dich darstellt auch wenn es deiner Mutter und mir furchtbar Leid tut, das wir dich gerade so oft alleine lassen aber ich wollte dir trotzdem sagen das wir wahnsinnig stolz auf dich sind.<, meinte er und ich konnte nicht anders als ihm einfach mal um den Hals zu fallen, denn auch wenn ich es wusste war es toll zu hören.
>Wenn deine Mum und der Kleine endlich zu Hause sind verspreche ich dir das es etwas ruhiger wird und wir wieder ein wenig geregelter Leben, sofern wir das tun, aber dazu gehört wohl auch dein bester Freund. Gwenny es wird nie immer alles eitel Sonnenschein sein, aber zum Erwachsenwerden gehört wohl auch das man Probleme vernünftig löst und miteinander redet und ich finde zumindest das Gideon die Chance verdient hat, vor allem weil ihr aufeinander angewiesen seid.<, sagte Dad leise und ich wollte gerade protestieren, denn noch vor einem halben Jahr hatte mein Dad Gideon manchmal ganz anders dargestellt aber sofort fiel mir ein, das er ihm eigentlich doch immer vertraut hatte, sonst hätte ich nie so viel Zeit mit Gideon verbringen dürfen und schon gar nicht von zeit zu zeit bei ihm übernachten.
Ja dieser Zerreißprobe von Gideon und mir ging wohl an keinem vorbei und ich überlegte ob ich vielleicht doch ein klein wenig übertrieben hatte, aber so richtig darüber nachdenken konnte ich gar nicht, denn Dad richtete mich wieder auf und stand plötzlich vor mir.
>Ich denke wir haben Gideon lang genug auf dem Flur stehen lassen, ich werde runter in mein Arbeitszimmer gehen und euch ein wenig zeit geben denn die werdet ihr bestimmt brauchen.<, meinte er, strich mir über den Kopf und war so schnell aus meinem Zimmer verschwunden, das ich nur noch sprachlos hinterherschauen konnte.
Genauso sprachlos sah ich auch zu wie Gideon mit hängenden Schultern durch die offene Tür geschlichen kam und kurz vor dem Fensterbrett stehen blieb. Beide sahen wir uns Minutenlang in die Augen und am liebste hätte ich jetzt mit ihm so wie vor einigen Wochen gelacht oder irgendwelchen Blödsinn gemacht doch Dad hatte recht es war gerade nicht eitel Sonnenschein.
>Tut es sehr weh?< riss mich Gideon aus diesen Gedanken und erst jetzt bemerkte ich das sein Blick auf meine Füßen lag, die ich deswegen schnell unter einer Decke versteckte und mit einem: „Es gibt schlimmeres!“, antwortete.
>Ich halt das einfach nicht mehr aus Kleines!<, murmelte er mit einem mal deprimiert und lies sich auf der anderes Seite des Fensterbrettes nieder. Gideon sah dabei wirklich so fertig aus, das ich ihn am liebsten in den Arm genommen und ihm zugeflüstert hätte, das alles ok sei, aber das tat ich nicht, denn es war gerade meine Chance etwas Licht ins dunkle zu bringen.

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CrackHoe123 09. Apr 2019

Ich musste echt lachen, als ihr Vater das Thema angesprochen hat :D
bin gespannt wie es mit den beiden weiter geht und ob noch böse Überraschungen kommen
LG CrackHoe123 :)

CrackHoe123 11. Mar 2019

Ein schönes Kapitel :)
Ich weiß grad gar nicht so richtig, was ich hier schreiben soll. Mein Kopf ist so voll mit allem möglichen..
Aber ich wollte trotzdem nicht ohne Kommentar gehen.
LG CrackHoe123 :)

Tara-Jax 07. Apr 2019
Vielen Dank auch über ein kurzes Hallo freue ich mich riesig ;) LG Tara-Jax
CrackHoe123 25. Feb 2019

Ihr könnt Whitman nicht trauen :D würde ich ihnen am liebsten zurufen
ein schönes Kapitel :) mach weiter so.
LG CrackHoe123 :)

Tara-Jax 10. Mar 2019
Naja mal sehen wem sie überhaupt trauen können ;) LG Tara-Jax