An diesem Augenblick hängt die Ewigkeit

vor 5 Mon.
Charlotte oder Gwendolyn, die Frage beschäftigt die Familien Montrose, deVilliers und auch die Loge des Grafen von Saint Germain, seit die Mädchen am gleichen Tag das Licht der Welt erblickten und dabei unterschiedlicher nicht sein könnten. Wer wird der Rabe und somit die letzte Zeitreisende im Kreis der Zwölf, denn genauso unterschiedlich ..
Edelstein-Trilogie Drama P18 Romanze In Arbeit

Gwenny es tut mir leid!

Gideons Sicht
Es hätte mir sowas von klar sein müssen das Mum mich mal wieder im Stich lies. Ich meinte was hatte ich auch von ihr erwartet? Sie hatte sich nie für mich interessiert und ich war ihr wahrscheinlich auch vollkommen egal, aber ich hatte es mir immer wieder anders eingeredet, doch das war auch wohl Wunschdenken von mir.
Gwen hatte also wiedermal recht behalten obwohl unser letztes richtiges Gespräch zu diesem Thema wahnsinnig lang her war, doch nachdem ich erfahren hatte, das meine Mutter nicht zur Abschlussfeier kommen würde verriet mir Raphael das er zu Mum auch keinen Kontakt mehr hatte, seit er sich entschieden hatte auf eigene Faust nach London zu mir zu kommen.
Natürlich hatte ich mit Mum telefoniert als mein Bruder plötzlich vor meiner Tür stand, doch so deutlich hatte es mir keiner der beiden gesagt und ich wusste gar nicht was ich fühlen sollte.
Enttäuschung, Wut, Traurigkeit, Unverständnis und mittlerweile wohl auch Hass auf diese Frau, die anscheinend nur Kinder hatte wenn sie in ihr Leben passten und keine Fehler hatten waren meine Gefühle seit diesem Zeitpunkt und nur Gwenny schaffte es dies ein wenig in den Hintergrund treten zu lassen.
Genau wegen ihr versuchte ich diesen Tiefschlag auch herunterzuschlucken und mich an meinem Erfolg, der für meine Mum absolut nichts zählte, zu freuen, denn das Gwennys stolzes lächeln, Leslies sonniges Gemüt und die Unterstützung von Raphael und Falk trugen mich über den ersten Teil des Abend auch wenn er für mich ein wenig die Bedeutung verloren hatte.
Das ganze ging allerdings nur so lange gut, bis Gwen mich beim Tanzen an Magdalena abtrat, die sich einfach zwischen mich und meine kleine Schwester drängelte.
Ich hatte keine Lust auf die Feier und noch weniger auf dieses Mädchen denn sie war fast so anhänglich wie Charlotte und hatte schon vorhin auf der Bühne wieder was davon gefaselt wie gut wir doch zusammenpassen würden, bei unserer Intelligenz!
Ich nutzte die erste Gelegenheit um von ihr weg zu kommen, doch als ich einen Blick an unseren Tisch erhaschen konnte und sah wie Falk sich mit Gwen unterhielt, wobei beide ernste Gesichter machten. Darauf hatte ich auch keine Lust und steuerte lieber die hinterste Ecke der Bar an, denn keiner konnte mir heute verbieten etwas zu trinken.
Das ich es dann damit wohl etwas übertrieben hatte merkte ich erst als mich Gwennys blaue Augen sorgenvoll ansahen und mein Bruder direkt hinter ihr stand.
„Na komm Gid, wir gehen nach Hause.“, meinte Gwen sanft und ich verstand gar nicht warum sie gerade so war, aber das konnte ich später fragen, denn als ich vom Barhocker aufstand war ich doch froh das Raph mich hielt.
Die Heimfahrt verlief genauso still wie die herfahrt und ich kämpfte gegen die den Nebel in meinem Kopf und irgendwann auch gegen die Müdigkeit, und Ehrlicherweise war ich dankbar das keiner mir einen Vortrag über Alkohol hielt. Aus der ferne bekam ich mit, wie Gwen auf ihrem Handy herumtippte, doch ich fragte gar nicht nach und lies mich dann einfach aus dem Wagen ziehen, als die Limousine vor unserem Wohnhaus hielt. Raph half mir bis in die Wohnung, doch erst als ich mich auf die Couch fallen lies bemerkte ich das Gwen ebenfalls da war und einige Sachen auf dem Couchtisch ablegte, bevor sie sich neben mich setzte.
>Tut mir Leid<, nuschelte ich in den Raum und sah das Raph noch im Türrahmen stand, doch keiner der beiden sah mich wütend an, was ich für ein gutes Zeichen hielt und in diesem Augenblick wusste ich nicht ob es Einbildung war oder nicht, doch Gwen nickte Raph zu und der verabschiedete sich ins Bett.
Ich war allerdings immer noch nicht mal annähernd klar und legte den Kopf nach hinten auf die Couchlehne, denn ich hoffte das es etwas besser wurde aber das war absolut sinnlos und ich lies einfach ein wenig die Luft aus meinen Lungen entweichen.
„Ist dir schlecht?“, fragte Gwen leise und ich schüttelte den Kopf, was es noch schlechter machte, aber da war ich selbst schuld und das Gwen mir die Haare aus dem Gesicht strich bekam mir gerade gar nicht.
>Geh nach Hause!<, brummte ich auch wenn ich wusste das dies nie passieren würde. „Ich lass dich auf keinen Fall alleine“, meinte sie ruhig doch das alles war mir einfach zuviel. >Lass mich doch einfach alleine und hör auf so lieb zu sein, das ertrage ich nicht.<, fauchte ich, doch Gwen wich keinen Millimeter zurück.
„Sei nicht unfair Gid! Ja das heute war hart für dich aber du hast uns als Familie und alle anderen können nichts dafür. Sei von mir aus traurig oder auch wütend auf Selina aber die Mädchen die heute Abend mit dir tanzen wollten und vielleicht nett waren hatten deine heftigen Sprüche nicht verdient und ich verdiene sie auch nicht, doch ich werde sie aushalten, denn mich vertreibst du damit nicht!“, sagte sie ruhig und ich fragte mich echt wie ich mich in den letzten Stunden benommen hatte, aber irgendwie war mir das auch egal, denn der Alkohol bewirkte wohl das ich mich gerade selbst bemitleidete.
Obwohl mir schwindelig war setzte ich mich abrupt auf und schnappte mir die Urkunde die wunderschön eingerahmt und mit schleife versehen war. >Ich kann mir so viel mühe geben wie ich will, für meine Mum bin ich absolut nichts Wert weil ich ein verdammter Freak bin und auch die vielen lieben netten Mädchen sind doch nur von meinem Aussehen und Geld beeindruckt und würden mir sofort den Rücken kehren wenn sie wüssten das ich nicht normal bin. Ich hab es satt angelogen zu werden und vor allem andere anlügen zu müssen.<, giftete ich scharf und warf die Urkunde in die nächste Ecke denn ich hatte die Nase gestrichen voll.
Mit großen Augen sah Gwen dem Bilderrahmen hinterher und erst als sich die Splitter klirrend auf dem Boden verteilten merkte ich das ich komplett die Kontrolle über mich verloren hatte.
>Gwenny es tut mir leid.<, flüsterte ich sofort und wollte aufstehen um die Scherben aufzuheben, doch Gwen zog mich am Arm zurück und hielt mich mit einem mal fest im Arm.
„Ich kann dich verstehen Gid aber es ist nicht alles so wie du es gerade siehst, jetzt geh bitte einfach duschen und lass mich das hier machen!“, forderte sie und ich ergab mich da ich gerade keine Lust auf Diskussionen hatte.
Eine gefühlte Ewigkeit stand ich unterm kalten Wasser und langsam lichtete sich der Nebel in meinem Kopf. Natürlich war ich nicht nüchtern aber ein wenig besser ging es mir schon als ich meine Schlafsachen überzog und direkt in mein Schlafzimmer ging. Dort öffnete ich das Fenster und lies die kühle Nachtluft ins Zimmer, während ich mich Rückwärts aufs Bett fallen lies und in den Nachthimmel sah.
Irgendwann kam Gwenny dazu, warf sich meine Sweatjacke über, denn so wie ich es mir schon die ganze Zeit denken konnte hatte auch sie ihre Schlafsachen an weil sie mich wirklich nicht alleine lassen würde und legte sich wortlos an meine Seite. Auch sie sah in den Himmel und war einfach da.
>Danke Gwenny, es tut mir wirklich leid wie der Abend gelaufen ist.<, murmelte ich nochmal und sie kuschelte sich etwas näher an mich. „Ja du warst heute ein Idiot aber nun ist gut und morgen sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.“, bekam ich gesagt und danach kehrte wieder Stille ein, die allerdings sehr angenehm war.
Irgendwann musste ich dann eingeschlafen sein, denn als ich wach wurde lag ich richtig in meinem Bett und war zugedeckt. Ich drehte langsam den Kopf und sah Gwenny die neben mir noch tief und fest schlief. Es war zwar schon später Vormittag und ehrlicherweise hatte ich keine Ahnung wann wir in der Loge sein mussten aber ich lies sie dennoch schlafen und schlich mich leise aus dem Zimmer.
Erstaunlicherweise ging es mir gut und ich hatte nicht mal Kopfschmerzen, weswegen ich mich kurz im Bad frisch machte und dann in die Küche ging, denn Gwenny und Raph hatten ein leckeres Frühstück verdient, was ich gleich mal vorbereitet.
>Na Gid, geht’s dir heut besser?<, hörte ich irgendwann die Stimme meines Bruders und als ich mich umdrehte stand er noch ein wenig verschlafen in der Tür. >Ja mir geht’s wieder gut und das gestern war sch...< >Schon gut Gideon ich versteh das nur zu gut aber wir müssen uns halt damit abfinden das wir keine Mutter haben und glaub mir ich war in Frankreich mehrfach an dem Punkt wo du gestern Abend warst.<, sagte Raphael und setzte sich schonmal an den Tisch.
Ich war bei dieser Aussage allerdings so perplex das ich mich ebenfalls hinsetzte und da Gwen immer noch nicht wach war nahmen wir uns einfach den ersten Kaffee und redeten ein wenig über unser Leben in den letzten Jahren, denn ehrlicherweise hatte ich es zwar mitbekommen weswegen Raph zu mir geflohen war aber nie hinterfragt was es genau für Probleme zwischen ihm und Selina gab.
Es war gut das wir nun mehr über den anderen wussten und obwohl wir nicht zusammen aufgewachsen waren konnte ich sehr deutlich sehen wie ähnlich wir uns doch waren.
„Guten morgen ihr zwei, ich hoffe ihr habt mir Kaffee übrig gelassen.“, sagte Gwen mit einem mal hinter uns und beiden drehten wir uns zu ihr, denn wir hatten sie nicht gehört. Gwenny lächelte uns an und ich musste einfach zurück lächeln, denn als ich ihr in die Augen sah wusste ich das es stimmte was sie gestern gesagt hatte und heut die Welt schon ganz anders aus sah und meine Zukunft auf mich wartete.
>Morgen Kleines, setzt dich ich bring dir deinen Kaffee und dann können wir Frühstücken.<, sagte ich ihr und konnte gar nicht so schnell gucken wie sie am Tisch saß. Das brachte mich endgültig zum lachen und Raph stimmte mit ein aber auch Gwennys kichern war zu hören und das passte mal wieder alles zusammen.
Gemeinsam Frühstücken wir ganz gemütlich doch irgendwann meinte Gwen das wir in die Loge müssten und ich nahm es seufzend hin, denn um die vier Stunden Vergangenheit kam ich genauso wenig herum wie um Falks Standpauke, die mit Sicherheit auf mich wartete.

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CrackHoe123 09. Apr 2019

Ich musste echt lachen, als ihr Vater das Thema angesprochen hat :D
bin gespannt wie es mit den beiden weiter geht und ob noch böse Überraschungen kommen
LG CrackHoe123 :)

CrackHoe123 11. Mar 2019

Ein schönes Kapitel :)
Ich weiß grad gar nicht so richtig, was ich hier schreiben soll. Mein Kopf ist so voll mit allem möglichen..
Aber ich wollte trotzdem nicht ohne Kommentar gehen.
LG CrackHoe123 :)

Tara-Jax 07. Apr 2019
Vielen Dank auch über ein kurzes Hallo freue ich mich riesig ;) LG Tara-Jax
CrackHoe123 25. Feb 2019

Ihr könnt Whitman nicht trauen :D würde ich ihnen am liebsten zurufen
ein schönes Kapitel :) mach weiter so.
LG CrackHoe123 :)

Tara-Jax 10. Mar 2019
Naja mal sehen wem sie überhaupt trauen können ;) LG Tara-Jax