An diesem Augenblick hängt die Ewigkeit

vor 8 Tagen
Charlotte oder Gwendolyn, die Frage beschäftigt die Familien Montrose, deVilliers und auch die Loge des Grafen von Saint Germain, seit die Mädchen am gleichen Tag das Licht der Welt erblickten und dabei unterschiedlicher nicht sein könnten. Wer wird der Rabe und somit die letzte Zeitreisende im Kreis der Zwölf, denn genauso unterschiedlich ..
Edelstein-Trilogie Drama P18 Romanze In Arbeit

Ich warte in der Küche auf dich!

Gideons Sicht
Das mit dem Kuss war wirklich eine schlecht Idee und ich hatte die Ohrfeige wohl mehr als verdient, denn Gwen hätte das nie so reagiert wenn ich sie nicht ständig enttäuschen würde, das war mir klar. Doch letztendlich hatte es funktioniert und nachdem ich versprochen hatte, das ich ihr ein paar Antworten geben würde lies sie sich auch von diesem Ball und wohl bemerkt dem Grafen wegbringen.
Leider mussten wir nun die Strecke zurücklaufen und ich verfluchte doch ein wenig die Vergangenheit, denn in unserer Zeit war es überhaupt kein Problem ein Taxi zu rufen wenn man es brauchte oder einfach in den Bus oder die Bahn zu steigen, statt durch die kühle Nacht zu laufen.
Bei dem Gedanken kühle Nacht fiel mir aber etwas ganz anderes ein und mit einen kleinen Seitenblick auf Gwen wusste ich auch das ich recht hatte, also zog ich meine Jacke aus und legte sie ihr um die Schultern, denn ich hatte wenigstens noch ein langärmliges Hemd an, wohingegen Gwennys Kleid weit ausgeschnitten und und ohne Arm war.
Einen gewissen Abstand behielt ich trotzdem zu ihr bei, denn wenn Gwen einmal sauer war, dann nicht nur fünf Minuten und ich wollte ihr einfach auch ein wenig Zeit geben diesen chaotischen Abend für sich selbst zu begreifen. Ich hingegen nutzte die Stille und dachte krampfhaft darüber nach, was ich ihr eigentlich später sagen oder verraten wollte, denn ich konnte nur bei der Wahrheit bleiben, wollte aber nicht gleich damit herausplatzen das sie laut Graf sterben musste.
Auf dem ganzen weg zurück zu Loge bekam ich kaum etwas mit und es war schon ein wunder das ich die richtigen Straßen gewählt hatte, aber als ich Gwennys Stimme vernahm wurde mir wieder bewusste wo wir waren und das ich sie mal wieder vollkommen vergessen hatte, obwohl sie mich gerade brauchte, denn anscheinend war ihr Schuhe mal wieder nicht die bequemsten und mir fiel ein wie schlimm ihre Füße vor ein paar Tagen ausgesehen hatten. Deswegen war es mir dann auch egal das wir eigentlich etwas Abstand halten sollten, denn dadurch das ich sie stütze kamen wir wieder schneller voran.
Ich glaube wir waren beide erleichtert als wir den Keller erreicht hatten und Gwenny sich setzen konnte, doch die Erleichterung bei mir hielt nur kurz denn nun war es Zeit für Antworten und das wussten wir beide. Zu meinem erstaunen fiel es mir gar nicht mal so schwer mit Gwen darüber zu reden und ich lies auch nur das mit dem sterben weg, denn es war vielleicht gar nicht so schlecht wenn Gwen wusste das ihr Gefahr drohte weil sie ja doch ganz gut auf sich aufpassen konnte und sie es mir dann vielleicht ein wenig leichter machen würde sie zu beschützen.
Während unseres Gesprächs konnte ich ihr allerdings nicht immer in die Augen sehen denn irgendwie schämte ich mich schon dafür das ich ausgerechnet unseren Zusammenhalt auf Spiel gesetzt hatte indem ich Gwenny mehr oder weniger angelogen hatte. Doch das Gefühl wich ziemlich schnell wieder meinen Sorgen denn Gwenny hatte ihre Füße ausgestreckt und einer davon schaute unter dem langen Rock hervor. Das wäre natürlich nicht das Problem gewesen, wenn da nicht die Farbe Rot an ihren Strumpf gewesen wäre und ihr Knöchel deutlich angeschwollen war. Mir war sofort klar das Gwen nach diesem Marsch keine Blasen mehr hatte sondern ihre Füße wohl offene Wunden zeigten aber das sah dann doch nicht ganz so schlimm aus wie in der ersten Sekunde gedacht zumindest am linken Fuß. Doch der geschwollene rechte Knöchel und dann auch Fuß machte mir Sorgen und war durch die Reibung aufgescheuert und das tat mir richtig leid vor allem da ich das gerade nur notdürftig versorgen konnte.
Kaum waren wir in unserer Basiszeit angekommen trug ich Gwenny nach oben und war irgendwie schon von der ersten Minute an genervt, da ausgerechnet Marley uns erwartete. Ich mochte ihn ja noch nie, aber seit einiger Zeit sah er Gwenny immer so komisch an und das konnte ich noch weniger ab.
Zu unserem Pech kam an diesem Abend natürlich noch hinzu, das Dr White die Loge schon verlassen hatte, doch ich brachte Gwenny trotzdem in seinen Behandlungsraum, von dem aus ich auch gleich Falk anrief, der selbst herkommen und Dr White informieren wollte.
„Warum musst du da so eine riesen Sache drum machen und kannst mich nicht selbst behandeln?“, murrte Gwenny in ihrer typischen Art aber ich schmunzelte nur als ich begann die Wunde zu reinigen. >Ich kann das zwar Versorgen aber nur der Doc kann dich Röntgen und Krank schreiben und solange du nicht laufen kannst haben wir wieder ein paar Tage gewonnen.<, flüsterte ich ihr zu sah Gwen dann doch wissentlich lächeln, aber sagen konnten wir beide nichts mehr, denn Falk betrat den Raum und sah sich Gwenny ebenfalls genauestens an.
Ich lies mich allerdings von meinem Onkel nicht wirklich stören und machte mit meiner Arbeit weiter bis Dr White dem Raum betrat. Ihm sagte ich kurz was ich schon alles unternommen hatte und war froh das er halbwegs freundlich und gut gelaunt war, weswegen er mir nur einige Anweisungen gab und nicht selbst die Behandlung übernahm.
Währenddessen begannen die beiden Herren allerdings mit der Befragung und das leider nicht bei mir, denn sie unterhielten sich mit Gwenny und stellten ihr haufenweise Fragen über den Ball und unseren Aufenthalt in der Vergangenheit. Ich betete nur das die beiden keinen Verdacht schöpften, aber einmischen konnte ich mich auch nicht denn das wäre zu auffällig gewesen. Außerdem musste ich mich extrem Beherrschen nicht zu lachen, denn ich war selbst erstaunt was wir alles in der Vergangenheit erlebt hatten und wie Gwen ihre Wunden Füße mit einem kleinen Ausdauerlauf nach der Panne unserer Kutsche begründete bei dem sie wohl auch noch umgeknickt war. Ich versuchte meine Mimik im Griff zu behalten, denn Dr White beobachtete mich ganz genau und ich war mir nach wie vor klar das alleine ich für den verstauchten Knöchel verantwortlich war.
Gwenny war anscheinend doch nicht so schlecht im Lügen wie ich immer angenommen hatte, denn die Herren glaubten ihr jedes einzelne Wort und letztendlich war auch ich zufrieden weil es Gwenny besser ging, der Fuß wirklich nur verstaucht und nicht gebrochen war und wir die nächsten Tage zum elapsieren in ein ruhiges Jahr geschickt werden würden.
Bevor wir uns nach dieser Sache aus der Loge verabschieden konnten, sahen Gwen und ich noch bei ihrer Mum und dem Baby vorbei, wobei sie mit ihrer Mum noch ein wenig plauderte und anscheinend bei diesen altmodischen Schuhen recht bekam, was Madame Rossini ein klein wenig unrecht tat, denn unter normalen Umständen wäre es nie so schlimm geworden, doch andererseits waren wir nunmal nicht normal und darauf sollte jeder hier achten.
Unter Gwennys Protest trug ich sie bis zum Wagen und später auch ins Haus, wobei Paul natürlich gleich zur stelle war, aber als er sah das es sich zum Glück nur um einen verstauchten Fuß handelte wurde auch er wieder ruhiger. Ich lies die beiden dann auch alleine, denn ich musste wohl auch mal nach Hause und mir war durchaus bewusst das ich mich nach einer Dusche wieder an die Prophezeiungen setzen würde.
Ganz so kam es zwar doch nicht, weil Raph etwas zu essen gemacht und auf mich gewartet hatte, weswegen ich ein wenig zeit an diesem Abend mit ihm verbrachte, doch dann ging ich duschen und verzog mich auf mein Zimmer.
Immer wieder begann ich die alten Schriften zu lesen doch meine Konzentration war gleich null obwohl ich noch nicht mal so müde war aber andauern schweiften meine Gedanken zum heutigen Tag ab. Ich hörte dabei Falks Anweisungen, sah die Londoner Straßen der Vergangenheit und den prunkvoll geschmückten Ballsaal aber am meisten tauchte Gwenny vor meinen Augen auf.
Ja ich sah sie in ihrem wunderschönen Kleid, ihr lachen was ich ihr in den letzten Wochen so oft verdorben hatte und ihre funkelnden Augen als wir uns vollkommen planlos auf der Terrasse gegenüberstanden. Ich fragte mich wirklich ob ich irgendwas hätte besser machen können oder ob ich aufmerksamer hätte sein müssen aber vor allem war ich froh das ich mit ihr gesprochen hatte und wir uns wieder näher kamen, denn durch diesen Tag war mir mehr als bewusste geworden das ich Gwenny weder so noch so verlieren wollte.
Geschlafen hatte ich mal wieder kaum als ich am nächsten morgen in der Loge ankam und am Haupteingang traf ich auch schon auf Gwen, die sich mit ihren Krücken die Treppen hinauf quälte. Mein schlechtes Gewissen war natürlich sofort wieder da und ich beeilte mich die Treppen hoch, damit ich ihr Helfen konnte.
>Hey Kleines, komm her ich trag dich.<, begrüßte ich sie als ich auf gleicher Höhe war doch Gwen gab mir nur einen genervten Blick zurück. Sie sah genau so müde aus wie ich mich fühlte und ich wusste das sie in dieser Phase gar nicht gut zu genießen war.
„Ich bin noch am Leben und nicht Schwerstbehindert also brauch mich auch niemand zu tagen und jetzt will ich einfach nur Kaffee.“, motzte sie mich sofort an, was mich schon wieder zum schmunzeln brachte, denn so war eben nur Gwen und ich wusste das sie nach einem Kaffee besser gelaunt war.
>Ich warte in der Küche auf dich!<, meinte ich deshalb und eilte an ihr vorbei damit der Kaffee auch ja fertig war wenn sie da ankam. Länger als gedacht musste ich auf Gwenny warten und ich fragte mich ob sie sich absichtlich so lange Zeit lies oder mit jemanden sprach. Ebenfalls kam mir kurz der Gedanke das sie gar nicht mit mir Kaffeetrinken wollte und doch nicht alles halbwegs gut zwischen uns war, doch diesen Gedanken verstreute sie, indem sie in den Raum hüpfte und sich still vor ihre Tasse setzte.
>Wir sollen vor dem elapsieren bei Onkel Falk vorbeischauen.<, begann ich nach einiger Zeit mal den Versuch eines Gesprächs doch mehr als ein Nicken als Antwort bekam ich irgendwie nicht. Es war komisch das Gwen so still war und sie nun irgendwie diejenige, die komplett in ihren Gedanken hing aber ich einem weiteren Versuch, wobei ich nur fragte ob ihr der Kaffee schmeckte, lies ich sie einfach.
Genauso still wie in der Küche war der Gang zu Falk und Gwen auch beim Gespräch mit dem Großmeister denn wir mussten ihm nochmal erzählen was gestern in der Vergangenheit los war, was ich dann einfach übernahm. Letztendlich war ihre Stimmung auch beim elapsieren so, obwohl Gwenny nicht sauer auf mich war, denn über ein paar belanglose Dinge unterhielten wir uns dann doch und trotzdem wurde ich aus ihr nicht schlau, denn warum bitte überlegte sie sich gerade, ob sie sich neue Inlineskater kaufen sollte, wenn sie doch erst im Frühjahr welche bekommen hatte?

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
CrackHoe123 12. Feb 2019

Ein schönes und ruhiges Kapitel. :)
Verstehe die Überschrift nur nicht ganz. Entweder habe ich es überlesen, oder ich weiß auch nicht.
Freue mich das nächste Kapitel.
Lg CrackHoe123 ;)

CrackHoe123 02. Feb 2019

Ich bin noch dabei. Bin die ganzen Wochen treu geblieben und Sonntags geschaut, ob was neues da ist. Eigentlich auch nur so aus langeweile heute an einem Samstag mal geschaut. Und dann steht da, vor 3 minuten aktualisiert. :)
Schön, dass du auch wieder da bist.
Ein schönes Kapitel und ich bin gespannt wie es nch weitergehen wird.
LG CrackHoe123:)

Tara-Jax 02. Feb 2019
Wird wieder so wie sonst immer Sonntags und die Geschichten im Wechsel aber ich hab endlich meinen Laptop repariert bekommen und es funktioniert also wollte ich meine Leser nicht noch länger warten lassen :) LG Tara-Jax
CrackHoe123 04. Nov 2018

Aww.. *.* endlich!
Dauergrinsen, als sie sich dann endlich geküsst haben :D
Hoffe, nächstes Mal gehts wieder mit Gwennys Sicht weiter. Bin echt gespannt, wie ihre genauen Gedanken dazu sind. :)
Freue mich auf das nächste Kapitel.
LG CrackHoe123 :)

Tara-Jax 02. Feb 2019
Bin wieder da und hoffe das du auch noch dabei bist ;) LG Tara-Jax