An diesem Augenblick hängt die Ewigkeit

vor 15 Tagen
Charlotte oder Gwendolyn, die Frage beschäftigt die Familien Montrose, deVilliers und auch die Loge des Grafen von Saint Germain, seit die Mädchen am gleichen Tag das Licht der Welt erblickten und dabei unterschiedlicher nicht sein könnten. Wer wird der Rabe und somit die letzte Zeitreisende im Kreis der Zwölf, denn genauso unterschiedlich ..
Edelstein-Trilogie Drama P18 Romanze In Arbeit

Pass auf Gwen!

Gideons Sicht
Oh Gott mein Leben war doch schon kompliziert genug und bekam ständig neue Herausforderungen gestellt.
Ich meine mir war seit meiner frühesten Kindheit klar, das ich ein Freak bin und mein ganzes Leben abhängig von einer Geheimloge und dem Chronographen war, damit ich nicht unkontrolliert in der Zeit sprang. Damit hatte ich mich allerdings abgefunden und sogar einige heftige Enttäuschungen in meinem Leben überwunden, was ich wirklich Gwenny zu verdanken hatte, denn ich erinnerte mich immer noch lebhaft an den Tag kurz vor meiner Einschulung, als mir Mum gesagt hatte, das sie mit Raph nach Frankreich zu ihrem Freund zieht und mich bei meinem Onkel Falk lies.
Ja ich spürte den Schmerz in meiner Brust und die Krämpfe in meinem Magen immer noch, denn mein kleiner Bruder war mir damals sehr wichtig und ich hatte wirklich geweint als ich es erfahren hatte. Ich war traurig, wütend, enttäuscht und gleichzeitig ängstlich aus dem Zimmer gelaufen, wo ich direkt in dieses kleine schwarzhaarig Mädchen mit den blauen Augen geknallt war, was ich bis dahin nur zweimal in der Loge gesehen hatte.
Sie hatte sich nach unserem Zusammenstoß aber sofort ohne zu weinen aufgerappelt und war mir hinterher, was ich allerdings erst bemerkte, als ich mich in einer versteckten Nische verkroch.
„Warum weinst du denn so, sind die Leute hier so schlimm?“, fragte sie mit piepsiger Stimme und setzte sich zu mir. Gwenny war damals vier und ich hatte ihr unter Tränen nur gesagt, das Mum wegzieht und mir meinen Bruder wegnimmt, danach weinte ich selbst noch mehr, weil es mich zerriss alleine zu sein. Alleine, genau so fühlte ich mich auch in diesem Moment, doch schon damals war Gwen anders, denn sie tauchte mit glitzernden Augen in meinem Gesichtsfeld auf.
„Na dann bin ich ab jetzt deine kleine Schwester, denn ich muss ab heute jeden Tag hierher und wollte schon immer einen großen Bruder haben der auf mich aufpasst.“, erklärte sie mir das einfachste der Welt, strich mir die Tränen von der Wange und seit dem Tag waren wir wirklich ein Herz und eine Seele.
Gwen half mir über die dunklen Stunden obwohl sie es damals wohl gar nicht begriff und ich half ihr dafür über die Jahre bei der Ausbildung in der Loge, wenn sie Probleme hatte oder wenn sie von ihrer Cousine, mit der sie sich eigentlich halbwegs gut verstand, mal wieder geärgert wurde. Da für Charlotte seit frühester Kindheit irgendwie fest stand das sie der Rubin und damit etwas ganz Besonderes war hatte sie seit einigen Jahren immer mal wieder solche Aktionen losgelassen und das konnte ich ja nicht so hinnehmen.
Ich konnte schließlich mit Gwenny, bis auf eine Ausnahme, wirklich über alles reden, sie war meine Schwester, Vertraute und Familie und wir waren immer füreinander da, auch wenn die zeit bei mir in den letzten Monaten etwas knapp war, doch ich hatte ernsthaft geglaubt das auf der Party etwas vorgefallen war, aber da lag ich wohl daneben.
Statt mir irgendwas schlimmes zu erzählen, saß meine kleine Schwester gerade neben mir und fragte mich ernsthaft ob Sex wichtig wäre!
Ich meine ich war mit Sicherheit nicht verklemmt oder gar gar prüde und nur weil meine Beziehung mit Charlotte auch genau an diesem Thema zerbrochen war, hatte ich keine Probleme damit, aber was erwartete sie denn jetzt?
>Sag mal Kleines, willst du wirklich mit mir über Sex reden?<, fragte ich zu meiner eigenen Überraschung extrem direkt, was mir gleich wieder leid tat, denn Gwen wurde rot und wendete den Kopf ab.
„Mit wem soll ich denn sonst darüber reden? Was Les als Mädchen dazu meint ist mir schon vorher klar, aber ich kann schlecht meinen Dad für die männliche Seite fragen, sonst darf ich nirgendwo mehr hin.“, murmelte sie und ich war damit ernsthaft überfordert, aber irgendwie war mir klar, das da mehr dahinter steckte. Ich zog Gwenny in meine Arme und dachte kurz darüber nach.
>Ich hab echt keine Ahnung was auf der Party abgegangen ist, doch soviel ich weiß bist du mit Cole nicht zusammen und genau deswegen ist die Antwort für mich ganz klar Gwenny!
Kein Typ ist es Wert das du mit ihm ins Bett steigst, bevor du es willst und wenn er das nicht versteht, dann hat er dich sowieso nicht verdient.<, versuchte ich Gwen einen guten Rat zu geben, denn das war es bestimmt nicht Wert und meine Überzeugung.
„Du hast leicht reden, denn ich will einfach nicht das er denkt ich sei vollkommen verklemmt, doch gleichzeitig will ich mir sicher sein, das ich nicht in die nächste auf seiner Liste bin, denn er hat schon einige Freundinnen gehabt.“, seufzte sie und jetzt war ich mir ziemlich sicher, da brauchte Gwen gar nicht weiter zu reden.
>Er ist ein Arschloch Kleine und ich werde ihn umbringen, wenn er dir weh tut! Das kannst du ihm gerne ausrichten.<, knirschte ich mit den Zähnen und Gwen sprang sofort auf.
„Du kennst ihn gar nicht Gid und solltest nicht so reden, schließlich kann er auch nichts dafür, wenn es ihm die Mädchen so leicht machen.“, sagte sie laut und ich musste mich wirklich beherrschen um nicht loszulachen.
>Ach bitte Gwenny nicht diese Tour Ok? Setzt dich und wir reden in ruhe.<, meinte ich erstmal und Gwen setzte sich zum Glück wieder hin, sodass ich erneut meinen Arm um sie legen konnte.
>Pass auf Gwen! Er ist älter als du und wie du sagst auch ziemlich erfahren, aber wenn er echte Gefühle für dich hat, kann er warten bis es sich für dich richtig anfühlt und ihr euch besser kennengelernt habt.
Versprich mir das du dich nicht zwingen lässt und zu deinen Gefühlen stehst, denn alles andere wäre falsch.<
„Sag mal hast du dich mit Les abgesprochen?“, fragte Gwen bittersüß und ich musste lachen. >Deine Freundin scheint wirklich noch schlauer zu sein als ich bisher angenommen habe.<, meinte ich und auch Gwen begann zu lächeln.
„Es ist toll einen großen Bruder zu haben.“, flüsterte sie und schlang ihre Arme kurz um mich. Ich fand es auch toll, denn es zeigte mir mal wieder, wie gut mir Gwenny in meinem Leben tat.
Noch eine weile Skateten wir durch den Parkour, aber irgendwann war unser bisschen Freizeit schon vorbei und jetzt war es wieder ich der Unterstützung brauchte, denn das Dinner bei Lady Arista konnte nur die Hölle werden.
Doch es nützte ja nichts, deswegen fuhren Gwen und ich zu mir, damit ich mich duschen und umziehen konnte und dann ging es auch gleich weiter zu Gwen, wo ich in ihrem Zimmer wartete, bis sie endlich fertig war, denn wir mussten nur noch ein Haus weiter.
Obwohl wir recht pünktlich waren, hatten sich alle anderen schon eingefunden, was uns natürlich einige Blicke einbrachte, denn Gwen und ich waren in unserm Element und kamen aus dem lachen nicht heraus. Worüber wir lachten wussten wir zwar selbst nicht ganz genau aber alleine das wir wieder so unbeschwert lachen konnten war gut.
Wie nicht anders zu erwarten war es aber auch das einzige was es zu lachen gab, denn die Gespräch drehten sich hauptsächlich um die obere Gesellschaft, die Geldgeber und die Frage, wer nun endlich der Rubin war.
Genau wie ich waren Paul und Lucy genervt, denn bei den Montroses war es anscheinend gesetzt das es Charlotte werden würde und Charlotte selbst war nach meiner Ansage gestern etwas verstimmt.
Ok damit hatte ich ja gerechnet, aber das sie sogar Gwen anzickte, obwohl die beiden sich sonst halbwegs verstanden und nur ab und zu stritten, tat mir leid, aber ändern konnte ich es gerade nicht.
Zum Glück ging auch der Abend mal zu ende und als ich endlich daheim war, musste ich mich noch um das Chaos kümmern, welches mein Bruder hinterlassen hatte. Ja ich mochte meinen Bruder und war irgendwie glücklich und dankbar das er wieder da war, aber nach zwölf Jahren Trennung und den vielen Baustellen in meinem Leben mussten wir erst lernen in einer Wohnung zu leben.
Obwohl es spät war, als ich auf mein Zimmer ging, setzte ich mich noch einmal vor die Bücher, denn bald würden die Prüfungen losgehen und die wollte ich eben nicht versauen.
Als ich am nächsten morgen aufstand war ich immer noch ziemlich müde und machte Kaffee, bevor ich Raph aus dem Bett holte. Ja irgendwie war es für uns beide zu früh, dennoch sprach ich ihn auf die Wohnung an, was ihn etwas gegen den Strich ging, aber wenn das so weiter ging war ich ernsthaft genervt und Streit konnte und wollte ich nicht auch noch hier haben.
Nach einigem hin und her waren wir uns wenigstens halbwegs einig und mein Bruder versprach es zumindest zu versuchen, was mich vorerst zufrieden stellte.
Zusammen fuhren wir dann zur Schule, doch kaum liefen wir auf das große Hauptgebäude zu, sah ich das nächste was mir den Nerv raubte, aber ich ging locker auf Charlotte zu, denn ich musste noch immer mit ihr auskommen und wenn ich Pech hatte sogar mein ganzes Leben.
>Hey Gidi, können wir wegen dem Wochenende nochmal reden?<, fragte sie in ihrer typischen Art und ich nickte, denn was sollte ich auch anderes tun? Raph neben mir verdrehte nur die Augen und verzog sich sofort, denn er konnte Charlotte vom ersten Tag an nicht leiden.
>Charlotte ich möchte einfach das wir normal miteinander umgehen und nicht ständig irgendwas zwischen uns steht.<, begann ich einfach mal, obwohl es Charlotte war die reden wollte und sofort wurde ihr lächeln breiter.
>Genau das will ich doch auch und wir können nochmal ganz von vorne anfangen, ich wusste das da zwischen uns noch etwas ist und das du es auch fühlst.....<
>Wow warte Charlotte, ganz langsam! Ich denke wir reden hier komplett aneinander vorbei und das ist gar nicht gut.
Es tut mir leid das es zwischen uns nicht funktioniert hat und ich will auch gar nicht mit dem Blödsinn kommen, das wir doch Freunde bleiben könnten, aber wir haben nunmal miteinander zu tun, ob wir wollen oder nicht und deshalb will ich das wir wenigstens neutral mit dem anderen umgehen.<, erklärte ich es halbwegs nett, doch Charlotte funkelte mich böse an, warf ihre Haare in den Nacken und rauschte davon. Na das konnte ja noch was werden!
Ich versuchte das dann einfach zu verdrängen und mich auf den Unterricht zu konzentrieren, denn egal wie lange ich meine zeit in der Vergangenheit verbrachte, ich wollte eine Zukunft haben.
Danach ging es wie jeden Tag in die Loge, wo ich erneut auf Charlotte traf, doch diesmal schien ich sie richtig verärgert zu haben, denn sie würdigte mich keines Blickes und lies ihre miese Laune an Gwenny aus. Die war alles andere als mies gelaunt und um ein vielfaches strahlender als gestern, weswegen ich annahm das es irgendwas neues mit Cole gab, doch da wir nie alleine waren, konnte ich sie nicht fragen.
Nachdem Giordano mich entlassen hatte ging es direkt zum elapsieren und dort war ich froh das mal kein Auftrag auf mich wartete, denn die vier Stunden alleine im Kellerraum wusste ich gut zu nutzen und kam mit meinem lernen für die Prüfungen sehr gut voran.
>Raph ich bin zu Hause.<, rief ich in die Wohnung, weil mich heute mal kein lauter Fernseher oder noch lautere Musik begrüßte und das machte mich nervös. Doch kaum hatte ich meinen Rucksack abgestellt, stand mein Bruder in der Küchentür.
>Für mehr als Spagetti hat es nicht gereicht bei mir, aber ich hoffe sie schmecken wenigstens etwas.<, lachte er fröhlich und ich war erleichtert das nichts passiert war.
Gemeinsam aßen wir kurz darauf und es war schon etwas entspannter als sonst, was hoffentlich auch bald beim Zeitreisen der Fall sein sollte.
Doch weil wir einmal beim Thema Zeitreisen waren, denn mir kam in den Sinn, das ich unbedingt noch mit Gwenny reden wollte, weswegen ich mein Handy nahm und die Nummer meiner kleinen Schwester wählte.

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CrackHoe123 09. Apr 2019

Ich musste echt lachen, als ihr Vater das Thema angesprochen hat :D
bin gespannt wie es mit den beiden weiter geht und ob noch böse Überraschungen kommen
LG CrackHoe123 :)

CrackHoe123 11. Mar 2019

Ein schönes Kapitel :)
Ich weiß grad gar nicht so richtig, was ich hier schreiben soll. Mein Kopf ist so voll mit allem möglichen..
Aber ich wollte trotzdem nicht ohne Kommentar gehen.
LG CrackHoe123 :)

Tara-Jax 07. Apr 2019
Vielen Dank auch über ein kurzes Hallo freue ich mich riesig ;) LG Tara-Jax
CrackHoe123 25. Feb 2019

Ihr könnt Whitman nicht trauen :D würde ich ihnen am liebsten zurufen
ein schönes Kapitel :) mach weiter so.
LG CrackHoe123 :)

Tara-Jax 10. Mar 2019
Naja mal sehen wem sie überhaupt trauen können ;) LG Tara-Jax