An diesem Augenblick hängt die Ewigkeit

vor 8 Tagen
Charlotte oder Gwendolyn, die Frage beschäftigt die Familien Montrose, deVilliers und auch die Loge des Grafen von Saint Germain, seit die Mädchen am gleichen Tag das Licht der Welt erblickten und dabei unterschiedlicher nicht sein könnten. Wer wird der Rabe und somit die letzte Zeitreisende im Kreis der Zwölf, denn genauso unterschiedlich ..
Edelstein-Trilogie Drama P18 Romanze In Arbeit

Wir müssen sofort hier weg!

Gwennys Sicht
Gideon schien nun endgültig durchzudrehen. Ohne einen erkennbaren Grund zerrte er mich mitten im Tanz und ohne das meine Füße hinterherkamen auf die Terrasse und hatte damit alles andere als einen guten Eindruck bei den Gästen hinterlassen, aber wie ich es in den letzten Wochen von ihm schon gewohnt war, bekam ich auch dafür nicht mal die geringste Erklärung.
Er war angespannt, nervös und ich glaubte auch das ich Angst bei ihm spürte, doch dies alles ergab für mich keinen Sinn und erst recht nicht, das er uns drehte und mich ohne Vorwarnung und den Hauch meiner Zustimmung heftig auf den Mund küsste.
Ehrlicherweise war mir das nun zuviel und für mich war das Maß damit auch voll und eine gewisse Grenze überschritten. Mir war es egal ob es in diese Zeit passte oder nicht aber ich riss mich von Gideon los und gleichzeitig verpasste ich ihm eine schallende Ohrfeige, die anscheinend gut gesessen hatte, denn sofort färbte sich seine Gesichtshälfte trotz des Puders rot.
„Sag mal hast du sie noch alle?“, giftete ich und taumelte zwei Schritte zurück, bis ich gegen das Geländer stieß, doch Gideon ging gar nicht darauf ein, sah sich kurz um und folgte mir dann die zwei Schritte.
>Wir müssen sofort hier weg!<, sagte er hektisch und sah sich erneut nervös um, doch als er nach meiner Hand greifen wollte zog ich sie weg. >Gwen bitte vertrau mir....< „Nein nicht ohne Antworten!“, unterbrach ich ihn, denn das konnte ich langsam nicht mehr hören. Zittrig strich sich Gideon durchs Haar und wirkte dabei wie ein gehetztes Tier. >Es ist jemand hier dem wir besser nicht begegnen sollten!<, meinte er knapp und so wie sich Gideon gerade Verhielt, hatte er anscheinend wirklich Angst, was mir ein mulmiges Gefühl brachte aber ganz glauben konnte ich es nicht mehr. „Ich sehe nur feiernde Leute Gideon! Wieviel bitte hast du denn von dem Punsch getrunken?“, fragte ich weil ich annahm das er einfach nur jemanden Verwechselt hatte, doch er schüttelte heftig mit dem Kopf. >Ich hab nur das eine Glas getrunken, das weißt du ganz genau und jetzt lass uns hier verschwinden.<, bemerkte er und wir standen uns immer noch gegenüber aber das war meine Chance. „Bekomme ich dann ein paar Antworten?“, fragte ich deshalb und Gideon nickte etwas missmutig doch das war mir egal denn wenn er wirklich dachte das wir hier nicht sicher waren, wäre das schlimmste was wir tun könnten uns zu trennen. Fürs streiten hatten wir ja in der Gegenwart noch genügend Zeit.
Unsere Emotionen kochten langsam herunter während wir durch den dunklen Garten ganz still und heimlich das Anwesen verließen. Nach einiger Zeit bemerkte ich auch die Kälte wieder und da Gideon mich durch kleine Gassen in Richtung Stadt führte war mir klar das wir diesmal keine Kutsche nehmen konnten.
>Es tut mir wirklich leid!<, murmelte Gideon nach einiger Zeit die wir gelaufen waren nochmal und legte mir seinen grünen Gehrock über die Schultern. Er selbst trug jetzt nur ein dünnes weißes Hemd und fror wahrscheinlich genauso wie ich gerade eben noch aber ich nahm seine Jacke dankend an und mir wurde auch etwas wärmer.
Über eine Stunde liefen wir durch die Stadt und die Kälte von vorhin wäre wohl mein kleineres Problem gewesen denn mittlerweile brannten meine Füße wieder höllisch in diesen altmodischen und unbequemen Schuhen und ich konnte kaum noch einen Schritt vor den anderen machen und das obwohl ich so froh gewesen war das meine Füße fast verheilt waren.
„Sagst du mir jetzt was los war?“, wand ich mich an Gideon denn ich wollte mich ablenken weil ich wie betrunken über die alten Pflastersteine stolperte. Gideon zuckte neben mir zusammen als er meine Stimme hörte und ich merkte das er wohl vollkommen in seinen Gedanken versunken war und gar nicht bemerkte wo wir gerade noch waren.
>Wir sind gleich da Gwenny.<, bemerkte er und legte etwas zögerlich seinen Arm um meine Hüften. Erst wollte ich protestieren weil seine Nähe und wohl bemerkt auch seine Wärme, waren das letzte was ich gerade wollte, doch gleichzeitig spürte ich wie Gideon mich stützte und somit den Druck auf meine Füße minderte.
Ich konzentrierte mich erstmal auf das laufen und tatsächlich dauerte es nicht mehr lange bis Gideon mich in eine Tür und somit in die gewohnten Katakomben führte. Immer noch blieb er still und erst als wir den Raum betraten wo wir gelandet waren lies er mich los und rückte mir einen alten und auch nicht gerade stabil aussehenden Hocker heran aber es war alles besser als auf den Füßen zu stehen.
>Wir müssen immer noch fünfundvierzig Minuten ausharren bis wir zurück springen.<, meinte er leise und hockte sich vor mich. „Waren es Männer der Florentinischen Allianz die du dort gesehen hast?“, fragte ich einfach wieder nach denn ausweichen konnte er mir gerade eh nicht und ich hoffte das Gideon ehrlich zu mir war, doch er senkte den Blick und ich konnte mir nur zu gut vorstellen das er dazu gar nichts sagen würde aber da hatte ich mich wohl getäuscht.
>Es war der Graf von Saint Germain persönlich der dort anwesend war!<, murmelte er und atmete tief durch so als ob er es selbst nicht glauben konnte. Doch dieses Aussage verwirrte mich nur noch mehr und ich legte Gideon eine Hand auf die Schulter, denn ich wollte das er weitersprach. Das tat er allerdings nicht also musste ich stacheln.
„Ich oder besser gesagt wir werden den Grafen in den nächsten Tagen sowieso treffen also versteh ich das nicht, wir hätten mit ihm reden können.“ >Gwen der Graf hat wahrscheinlich doch nicht so ehrenwerte Ziele wie wir wohl immer angenommen und eingetrichtert bekommen haben. Du bist die letzte Zeitreisende und in deinem Blut kreuzen sich die zwei Linien, weswegen du wohl sehr wichtig für seine Pläne bist und da ich noch nicht herausgefunden habe was dahinter steckt oder was er wirklich mit dir vorhat, will ich nicht das du ihn triffst.<, meinte Gid und wirkte wiedermal verzweifelt.
„Ich möchte das du mir das genauer und vor allem alles erzählst!“, forderte ich weiter doch Gid schüttelte leicht den Kopf. >So viel mehr weiß ich auch nicht obwohl ich es die ganze Zeit versuche herauszufinden, aber ich möchte das du in Sicherheit bist.<, sagte er und auch wenn ich merkte das er mir wohl immer noch Details verschwieg war ich nicht mehr wirklich sauer denn langsam ergab sein Verhalten einen Sinn.
„Du brauchst trotzdem nicht alle Probleme auf deine Schultern zu laden Gideon! Wir haben doch immer alles gemeinsam überstanden und wenn wir vernünftig mit Falk und meinen Eltern reden.....“ >Eben nicht Gwenny, ich vertraue der Loge gerade keinen Millimeter und wenn ich mit Falk spreche erfährt es über kurz oder lang jeder Adept und ich kann die Folgen noch nicht abschätzen. Deinen Eltern hingegen vertraue ich nach wie vor aber die beiden haben doch gerade erst um ein Kind gezittert, wie soll ich ihnen da sagen das uns und ganz besonders dir vielleicht Gefahr droht.<, unterbrach er mich und ich sah die Ernsthaftigkeit dieser Worte in seinen Augen. Ja Gideon hatte sich sehr viele Gedanken gemacht und war wohl deshalb so in sich gekehrt aber wie sollte ich ihm das ausreden und vor allem klarmachen das wir trotzdem zusammenhalten mussten.
>Gwen geht es dir wirklich gut?<, fragte Gideon mit einem mal und mich durchzuckte ein kleiner Schauer denn ich spürte seine Hand an meinem Knöchel. Vollkommen überrascht richtete ich meinen Blick zu meinem Fuß und sah das Gideon mit großen Augen auf meinen Schuh oder besser gesagt auf meinen Strumpf starrte, der sich irgendwie von weiß zu rot gefärbt hatte. Eilig kämpfte ich auch meinen zweiten Fuß unter dem Rock hervor und bemerkte das er viel dünner war als der rechte. Ohne das ich etwas dazu sagte zog Gideon mir die Schuhe und dann diese komischen Spitzenstrümpfte aus wobei die ersten offenen stellen meiner Haut an dem geschwollenen Knöchel zu sehen waren.
>Verdammt warum sagst du mir nicht das du schmerzen hast.<, schimpfte er und ich zuckte erschrocken mit den Schultern, denn das mir die Füße weh taten hatte ich bemerkt aber das es so schlimm und ich anscheinend umgeknickt war nun auch nicht. Jetzt da Luft an die offene Wunde kam und ich es auch noch sah, fühlte es sich allerdings dann doch ganz anders an.
„Ich hab nur schmerzen beim laufen gehabt, aber damit hab ich nicht gerechnet. Wahrscheinlich bin ich umgeknickt als du mich aus dem Ballsaal gezogen hast.“, piepste ich und sah Gideon an, denn er musste doch wissen das ich sowas nicht spürte wenn ich abgelenkt war. Mit einem seufzen nickte er und griff nach seinem Hemd was er sich in einer geschmeidigen Bewegung über den Kopf zog und danach gleich in zwei Hälften teilte.
Ich wusste echt nichts darauf zu sagen und sah jeden einzelnen Muskel seines Oberkörpers an, den Gideon anspannte während er meinen Fuß notdürftig verband und den anderen nur etwas umwickelte damit mir nicht kalt wurde. >Hast du mich verstanden Gwenny?<, fragte er dann noch obwohl ich gar nicht mitbekommen hatte, das er währenddessen mit mir geredet hatte. Ich sah ihn weiterhin nur an und hatte wohl ein riesengroßes Fragezeichen im Gesicht denn er musterte mich kritisch.
>Gwenny wir springen gleich zurück und dann werden wir deine Wunde und den Knöchel versorgen, aber vielleicht ist es besser wenn du dich auf den Fußboden setzt und nicht versuchst im stehen zu landen. Hast du mich jetzt verstanden?<, sagte er zu mir und das wahrscheinlich nicht das erste mal.
„Klar hab ich dich verstanden, hab bloß beim ersten mal nicht zugehört.“, murmelte ich und schlug mir innerlich die Hand gegen die Stirn, denn den zweiten Teil wollte ich ihm doch gar nicht wissen lassen. >Hab ich bemerkt.<, kommentierte er trocken und stand auf.
>Es geht los Gwenny, versuch locker zu bleiben dann gibt’s keine blauen Flecke.<, sagte er nochmal, trat zwei Schritte von mir weg und verschwand in grellen weißen Licht, was mich wie so oft blendete.
Auch bei mir setzte dann das ziehen im Bauchraum ein und ich ließ mich vom Hocker auf den Boden gleiten, denn Gid hatte mal wieder recht und stehen konnte ich gerade auf keinen Fall.
Als mich der rote Lichtstrudel wieder ausspuckte musste ich mich erstmal umsehen, doch zu meinem Pech sah ich als erstes in das Hochrote Gesicht von Marley der mir umständlich die Hand hinhielt um mir aufzuhelfen. Was für ein Idiot dachte ich und sah mich weiter um, denn wenn Gideon, was ich nicht wirklich glaubte, nicht da wäre hätte ich genau diesen Marley als Stütze gebraucht, doch im selben Moment hockte sich Gideon neben mich und ich sah aus den Augenwinkeln wie die doofe Tomate peinlich berührt zwischen Gid und mir hin und her blickte.
>Gehen sie vor und machen sie die Türen auf, ich nehme Gwenny.<, wies Gideon Marley harsch an und lud mich auch sogleich auf seine Arme, was für mich dann doch etwas komisch war denn Marleys Blicke, Gideons freier Oberkörper und die nähe zu ihm waren mir irgendwie unangenehm. „Wenn du mich stützt kann ich bestimmt selbst laufen.“, wand ich ein, doch Gid wische das mit einem: >Kannst du nicht.<, weg und lief an Marley vorbei der immer noch die Tür fest umklammert hielt. Das knarren der Tür verriet uns dann aber das er doch nicht zur Statue geworden war und Gideon rief ihm noch zu das er meine Schuhe mitbringen sollte. Ok ich hatte nicht mal mitbekommen das er die aus der Vergangenheit mitgebracht hatte, aber mir war das irgendwie auch egal.
Nachdem wir ein paar Schritte durch den Gang gelaufen waren legte ich dann auch meine Arme um Gideons Schultern, denn er würde mich wohl unter keinen Umständen herunterlassen, also war es nur fair wenn ich es ihm dann so leicht wie möglich machte. Zuerst war auch das ein komisches Gefühl für mich obwohl wir doch immer so vertraut waren, doch seine wärme ließ mich recht schnell entspannen und es dauerte nicht lange da fühlte ich mich wieder geborgen und wohl in seinen Armen.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
CrackHoe123 12. Feb 2019

Ein schönes und ruhiges Kapitel. :)
Verstehe die Überschrift nur nicht ganz. Entweder habe ich es überlesen, oder ich weiß auch nicht.
Freue mich das nächste Kapitel.
Lg CrackHoe123 ;)

CrackHoe123 02. Feb 2019

Ich bin noch dabei. Bin die ganzen Wochen treu geblieben und Sonntags geschaut, ob was neues da ist. Eigentlich auch nur so aus langeweile heute an einem Samstag mal geschaut. Und dann steht da, vor 3 minuten aktualisiert. :)
Schön, dass du auch wieder da bist.
Ein schönes Kapitel und ich bin gespannt wie es nch weitergehen wird.
LG CrackHoe123:)

Tara-Jax 02. Feb 2019
Wird wieder so wie sonst immer Sonntags und die Geschichten im Wechsel aber ich hab endlich meinen Laptop repariert bekommen und es funktioniert also wollte ich meine Leser nicht noch länger warten lassen :) LG Tara-Jax
CrackHoe123 04. Nov 2018

Aww.. *.* endlich!
Dauergrinsen, als sie sich dann endlich geküsst haben :D
Hoffe, nächstes Mal gehts wieder mit Gwennys Sicht weiter. Bin echt gespannt, wie ihre genauen Gedanken dazu sind. :)
Freue mich auf das nächste Kapitel.
LG CrackHoe123 :)

Tara-Jax 02. Feb 2019
Bin wieder da und hoffe das du auch noch dabei bist ;) LG Tara-Jax