Love, twins & rock'n'roll

vor 3 Mon.
Joey - zu chaotisch für diese Welt, ihr Zwillingsbruder Antoine - ein Musikgenie, beide fast nicht auseinander zu halten, eine neue Kleinstadt, eine neue Schule, neue Freunde (oder auch nicht) - und diese Band. Mit Bandgründer Jordan Bennett. Noch weiß keiner, dass Antoines Zwilling nicht das ist, was er zu sein scheint. Es wäre das schönste..
Liebe/Romantik Romanze P12 Humor In Arbeit
Bemerkung des Authors: Huhu liebe Leser - ich bin zurück - und hab gleich ein neues Kapitel dabei :) Es war so viel los bei mir, im Urlaub war ich auch (und das ohne Internet!!), aber nun geht es hier wieder regelmäßiger weiter - zumindest ist das mein Plan... Über eure Unterstützung freue ich mich sehr - danke allen Abonennten und Kommischreibern - ihr seid meine Motivation wenn es manchmal nicht so einfach ist, die Ideen vom Kopf aufs Papier zu bringen :) Viel Spaß mit dem neuen Kapitel und liebe Grüße!!

Crêpes

Joey stand in der Küche der Bennetts und schaute konzentriert in den offenen Kühlschrank. Um sie herum sah es recht abenteuerlich aus: mehrere Schranktüren standen offen, auf der Theke hatten sich allerlei Packungen und Flaschen angesammelt, zudem thronten ein Rührgerät und mindestens drei verschieden große Schüsseln auf der Arbeitsfläche.
In Joeys Augen hatte das alles seine Berechtigung – schließlich wollte sie Crêpes machen – echte Crêpes – ganz auf französische Art, nicht diese furchtbaren, viel zu dicken Pancakes, die es hier in Amerika immer gab…
Außerdem plante sie wenigstens drei Gänge: zuerst deftig – mit geschmolzenem Käse, Kräutern und Tomaten, dann klassisch mit Zimt und Zucker und schließlich, als Dessert sozusagen, mit gemischten Früchten und Sahne.

Für ihren besten Freund war schließlich kein Aufwand zu groß. Ihr bester Freund – Cedric – saß nämlich schon seit geraumer Zeit im Keller des großen Hauses und trommelte auf seinem Schlagzeug herum. Joey fand es beinahe beunruhigend, wie lange Cedric nun schon ohne Pause da unten war. Er probte seinen Auftritt für irgendeinen Jugend-Schlagwerk-Wettbewerb und schien in geradezu verzweifelter Konzentration in seine Vorbereitungen vertieft zu sein.

So hatte Joey beschlossen, ihm etwas Gutes zu tun und für‘s Abendessen zu sorgen. Außer ihnen (und ihren jeweiligen Brüdern) war nämlich niemand im Haus, und das würde auch noch bis morgen Mittag so bleiben. Jordan und Cedrics Eltern waren mit Emma Verwandte besuchen und wollten dort über Nacht bleiben. Mr. und Mrs. Bennett hatten ihnen großzügigerweise erlaubt, ihre Freunde zum Übernachten einzuladen. Ob Mrs. Bennett so entspannt abgefahren wäre, wenn sie etwas von Joeys Kochkünsten geahnt hätte, bleibt zu bezweifeln.

***

Zur selben Zeit, in Jordans Zimmer.

Antoine ließ sich auf das kleine, grüne Sofa fallen und zippte den Reißverschluss an seinem Rucksack auf. Er zog einen recht beachtlichen Stapel von ziemlich alt und abgewetzt aussehenden Heften aus seinem Rucksack und platzierte sie beinahe feierlich auf dem kleinen Tisch vor ihm. Eigentlich bestand der ‚Tisch‘ nur aus ein paar alte Holzkisten neben und übereinander gestapelt, aber es erfüllte seinen Zweck.
Jordan hatte Antoine beinahe angefleht – naja, das war vielleicht etwas zu viel gesagt – aber recht beharrlich war Ceds älterer Bruder doch gewesen – ihm seine Hefte mit Songtexten und Musikideen zu zeigen. Bisher hatten noch nicht viele Leute diesen Stapel gesehen, Joey natürlich und einer seiner besten Freunde aus ihrem alten Wohnort, das war‘s auch schon.

„Wow,“ war alles, was Jordan im ersten Moment über die Lippen brachte.

Schon an dem Tag, als Antoine mit dem E-Bass auf dem Rücken in die Schule marschiert war, hatte Jordan geahnt, dass das hier etwas ganz Besonderes werden konnte.
Seit diesem Tag hatten die beiden sich vorsichtig immer mehr von ihren musikalischen Ideen und Vorstellungen anvertraut. Sie hatten zusammen gespielt, improvisiert - einfach nur zum Spaß – hatten ein paar Lieder der Band probiert und sich über ihre Lieblingsmusiker und – lieder unterhalten. Jordan war fasziniert von Antoines Wissen bei allem, was auch nur entfernt mit Musik zu tun hatte. Außerdem hatte Cedric nicht übertrieben – Antoine konnte tatsächlich jedes Instrument spielen, dass bei ihnen im Proberaum zu finden war und vermutlich noch viele mehr. Und das auch noch auf ziemlich hohem Niveau. Es war einfach unglaublich. Zudem schien er eine Art siebten Sinn für Musik und Melodien zu haben. Noch bevor Jordan ihm ein Lied im Ganzen vorgespielt hatte, konnte sein neuer Bandkollege schon einsteigen und das Lied mit ihm gemeinsam zu Ende spielen oder singen.
Jordan hatte so viel Spaß in ihrem Proberaum wie noch selten zuvor. Das war nicht nur Proben von Liedern, das war ein musikalischer Fluss auf dem sie dahinsegelten, voller Magie und Kreativität, und dabei spielten sie erst seit ein paar Tagen zusammen…

Und nun lagen hier Antoines ‚gesammelte Werke‘ vor ihm auf seinem Couchtisch. Jordan wusste genau, dass dies ein regelrechter Schatz war, angesammelt in vielen Jahren, voll mit Gefühlen, Träumen und Erinnerungen.

„Das ist ja unglaublich – sind die komplett voll geschrieben?“ Jordan deutete auf den Stapel und schaute sein Gegenüber anerkennend an.
„Hm, ja so ziemlich. Aber manches ist wirklich nicht der Rede wert. Gerade die ältesten Hefte – wie alt war ich da? 11 vielleicht? Da kam nichts Weltbewegendes dabei heraus.“ Antoine lachte. Er ließ sich nach hinten fallen und verschränkte die Hände in seinen hellblonden Haaren.

Ganz schön bescheiden, Joeys Zwilling, dachte Jordan bei sich und stand auf.
„Ich hol uns noch schnell was zu Trinken, dann würde ich mir deine Meisterwerke gern mal anschauen – wenn ich darf...“ Vorsichtig blickte er seinen neuen Kollegen – oder waren sie schon Freunde? - an und deutete dann zur Türe.

„Meisterwerke klingt gut – ich hoffe du bist nachher nicht enttäuscht.“ Antoine schüttelte den Kopf und schaute Ceds Bruder hinterher, der gerade aus der Tür verschwand. Er war ja wirklich auch gespannt, was Jordan zu seinen Liedern und Texten sagen würde. Für ihn selbst war es keine große Sache, aber so wie sich das mit Jordan anfühlte, könnten sie vielleicht wirklich ein paar geniale Songs zusammen hinbekommen…

***

Joey hatte mittlerweile die Eier gefunden und schlug eins nach dem anderen in die große Schüssel. Nach dem dritten Ei fiel ihr ein, dass man für richtig gute Crêpes die Eier ja trennen musste, und so versuchte sie, mit einem großen Löffel das Eigelb wieder aus der Schüssel zu holen. Wer dies einmal selbst probiert hat weiß, dass ein Vorhaben dieser Art nahezu unmöglich ist. Joey werkelte eine ganze Weile mit dem Löffel in der Schüssel herum bis sie sogar ein Eigelb – das noch kaum Verlaufene – auf dem Löffel hatte. Leider wollte das gelbe Etwas sich nicht so wirklich vom Eiklar, zu dem es gehörte, lösen und rutschte, gerade als Joey damit über dem Schüsselrand und genau zwischen zwei Schüsseln war, vom Löffel. Natürlich nicht in die andere Schüssel sondern – könnte es anders sein – genau auf den Rand der Arbeitsplatte. Aufhalten war zwecklos – die glibbrige Masse rutschte elegant den Küchenschrank hinunter und sammelte sich in ein paar Klecksen auf dem Boden.

„Merde! Das fehlt mir noch… naja, sind ja noch Eier da...“ Joey öffnete erneut die Eierschachtel, als sie bemerkte, dass noch jemand in der Küche war.

Jordan stand etwas fassungslos in der Tür zur Küche seiner Familie. Das heißt, fast hätte er sie nicht wiedererkannt. Er hatte in diesem Raum noch nie solch ein Chaos gesehen. In Emmas Zimmer manchmal – aber hier??

„Was um Himmels Willen machst du hier?!“ Mit großen Augen starrte er auf Antoines Zwilling und die Berge von Schüsseln und anderen Küchenutensilien um ihn herum – nicht zu vergessen den nicht zu übersehenden Unfall mit dem Ei auf den weißen Küchenfliesen.

„Na Crêpes natürlich. Für Cedric. Der ist etwas durch den Wind würde ich sagen. Ihr könnt auch welche haben, wenn ich fertig bin.“ Joey betrachtete das braune Ei in ihrer Hand und wirkte einen Moment etwas ratlos.
Jordan konnte nicht fassen, in welchem Zustand sich seine Küche befand. Wie sollten sie das alles wieder sauber bekommen?! Er war regelrecht sprachlos.

„Kannst du Eier trennen?“ Joey deutete auf das braune Ding in ihrer Hand.
„Eier trennen? Wieso? Nein, hab ich noch nie gemacht. Willst du nicht mal hier aufwischen??“ Jordan deutete auf die gelben Kleckse am Boden.
„Ach das mach ich alles am Ende, kommt ja bestimmt noch was dazu...“ Joey zuckte mit den Schultern und goss dann ungefähr die halbe Packung Milch in die Schüssel zu den schon aufgeschlagenen Eiern.

„Kommt noch was dazu?! Bist du verrückt geworden? Das kriegen wir nie wieder sauber! Wenn das Mom sehen würde...“ Jordan war schon an der Spüle und drehte den Wasserhahn auf, ein Spültuch in der Hand.

„Heh, was machst du denn – du bringst ja alles durcheinander – so werde ich nie fertig!“ Joey rettete die große Schüssel mit dem halbfertigen Teig, die Jordan gerade auf die Spüle gestellt hatte um darunter aufzuwischen.

Ich bringe alles durcheinander?! Hast du dich hier mal umgesehen? So kann man doch nicht kochen! Wenn du so weitermachst können wir hinterher die ganze Küche renovieren!“ Jordan schüttelte den Kopf, nahm Joey das braune Ei aus der Hand und steckte es zurück in die Eierschachtel.

Das ging nun aber doch zu weit, fand Joey. Auch wenn er hier der ‚große Bruder‘ war, er konnte ihr doch nicht einfach ihre Zutaten aus der Hand reißen!

„Sag mal, hast du noch nie was von Hilfsbereitschaft gehört? Du könntest z.B. einfach fragen ob ich noch irgendwas brauche.“ Sie sah Jordan auffordernd an.
„Jaja, so weit kommt‘s noch. Wir räumen jetzt hier auf und ich bestell nachher Pizza.“ Jordan war schon dabei, die Packungen und Gläser zurück in die Schränke zu räumen.

„Für uns brauchst du keine bestellen, ich hab Ced Crêpes versprochen und die mach ich jetzt auch. Du kannst schon mal Sahne schlagen wenn du was Sinnvolles tun willst.“ Joey öffnete den Kühlschrank und wollte gerade die Flasche mit der Sahne heraus holen, als sie mit einem kleinen Ruck am Handgelenk gepackt wurde. Die Kühlschranktür wurde schwungvoll wieder zu geschlagen und sie mit erhobenem Arm – Jordan hielt immer noch ihr Handgelenk – praktisch daran festgepinnt.
Joey schielte einen Moment zu ihrem Handgelenk – warum bloß hatten es in letzter Zeit alle darauf abgesehen? Ein kleiner Schatten in schönem gelb-lila-braun war immer noch gut zu erkennen. Sie biss sich kurz auf die Lippen, um nicht die Luft zwischen den Zähnen einzuziehen – die Haut war an der Stelle immer noch ziemlich empfindlich...

Jordan konnte kaum glauben, wie Antoines Zwilling sich ihm hier einfach widersetzte. Und nicht nur das, er verteilte auch noch Kommandos! Joe führte sich auf, als wäre das hier seine Küche. Es war ja lobenswert, dass er für sie alle Crêpes machen wollte, aber irgendwie schien er nicht gerade der geborene Koch zu sein… Und an wem blieb nachher die ganze Arbeit hängen? Nein nein, darauf hatte er absolut keine Lust.

Als er Joes Handgelenk gepackt hielt, fiel ihm einen kurzen Moment lang der gelb-lila Schatten unter seinen Fingern auf, aber er hatte keine Zeit sich darüber zu wundern, er lockerte nur seinen Griff ein klein wenig – weh tun wollte er Antoines Bruder schließlich nicht – bevor er an Joes Augen hängen blieb.
Und da war er wieder, der gleiche Moment, das gleiche seltsame Gefühl wie neulich in der Schulhalle. Diese dunkeldunkelgrünen Augen funkelten ihn regelrecht an. Stürmischer Ozean, keine Frage. Joey war wütend, so viel war sicher – und Jordan bereute schon, sie beide in diese Situation gebracht zu haben. Joe würde nicht nachgeben, und wie er selbst hier herauskommen sollte, ohne sein Gesicht zu verlieren, war ihm ein Rätsel...

***

Antoine fing gerade an sich zu wundern, wofür Jordan eigentlich so lange brauchte, als Cedric plötzlich in der Tür stand.
„Hey Antoine, wo ist denn mein Bruder, ich muss ihn was fragen.“ Ced warf einen kurzen Blick auf den Stapel Hefte, bevor er seinen Blick wieder auf Antoine richtete.
„Er wollte in die Küche, Getränke holen. Dauert aber schon eine Weile… Wo ist Joey?“ In genau diesem Moment beschlich Antoine eine seltsame Ahnung, die mit seiner Schwester zu tun hatte. Das passierte immer mal wieder, wenn sie getrennt waren, und der andere in irgendwie aufregenden Situationen steckte.
„Wollte uns was kochen. Ist auch schon eine Weile her...“ Cedric schaute auf seine Uhr.

„Joe kocht?? Oh Gott! Doch nicht etwa Crêpes?“ Antoine war schon vom Sofa aufgestanden und schaute Ced beinahe schockiert an.

„Doch, genau, woher weißt du –?“ Cedric kam nicht mehr dazu, seine Frage zu vollenden, da war Antoine schon an ihm vorbei auf den Flur gestürmt.
„Los komm, ich ahne Schlimmes...“ Antoine sprang – immer drei Stufen auf einmal nehmend – die Treppe hinunter. Er konnte sich schon vorstellen, was er gleich vorfinden würde…

***

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MrsH 22. Jun 2018

Hello,
I just read the whole story at once. I really like your style. Interesting characters that keep you curious why they do what they do. The twins are close but not cliche tight . It's interesting that Antoine is the more quite creative responsible one against the more outgoing stubborn Joey.
I am curious about the songs and the band to come. I suspect the texts will tell a lot about both Antoine and Jordan. Jordan, he's the intriguing one. About who is his songtext? Why is acting like he does towards Joey? And then Ced. Always in his brothers shadow. Finally a true friend and then he's turns out to be a girl!? I loved his reaction. Accepting fast,, but her breasts are a mistery. I wonder how protective he will grow over Joey now that he knows she's a girl a there is still the issue with her locker.
Whats with Jeremy? Another interesting guy. Why does he need his space? Why does he accept, sort of, that Joey still uses the locker next to his? What will he do next time now that she's told the teacher she tripped herself.
And last but not least. Emma. Emma is on to something. Will she find out soon? And when she does, who does she tell?
Lots of stuff can still happen and probably will in this story. But for now, let's see what happens with the mess in the kitchen first.
Wow,this might be my longest comment since , I don't know, ever probably.

Purzelstern 22. Jun 2018
Heyy MrsH, nice to see you here ;) welcome back! Thank you so much for your inspiring comment! It's nice to read your thoughts about all the characters. :) I too loved the idea of Cedric just accepting Joeys revelation and continuing talking to her as if she still was a boy ... Jeremy and Emma - yes you're right, there will be sth going on there, about Jerry - you'll find out soon, Emma is taking some more time :) I'm sorry i'm trying your patience ;) Hope you enjoyed the story so far, and thanks for the 'chapter-like-comment' :) Purzelstern
Gelöschter Kommentar
-amunet- 21. Jun 2018

- Crêpes -

Hat es eigentlich einen bestimmten Grund warum du immer nur von "seinem Zwilling", "mein Zwilling", "mein Bruder" oder "dessen Bruder" redest? Nenn doch die Leute beim Namen oder eben "er/sie". Das tut nicht weh und man weiß trotzdem noch, wen du meinst. :D

Hui ui ui, Joey klingt nach einer miserablen Köchin :D Da wird es doch wohl nicht zwischen Jordan und Joey knistern?
Schade, dass ich nicht schon weitergeht. :D Würde gern mehr lesen. :D
Ich bleibe auf jeden Fall dran!

Dicke Schmusegrüße
-amunet-

Purzelstern 22. Jun 2018
Hi amunet, da hatte ich ja nun einiges zu Lesen :) Das muss ich mir alles erst mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen ... Zu deinen inhaltlichen Fragen verrate ich jetzt mal nichts - das wird alles noch im Laufe der Geschichte aufgeklärt ;) Ja, Joey ist auf jeden Fall nicht der große Held/Heldin in der Küche, jeder der da aufräumen muss kann einem nur leid tun... Das nächste Kapitel ist auch schon fast fertig, vielleicht kann ich es dieses WE noch hochladen :) Grüße zurück, Purzelstern