Die Tribute von Panem - Die Verborgenen

vor 1 Mon.
Ein großer Verlust hat Snow so bösartig gemacht. Er findet die Schuldigen und bestraft sie, indem er sie bei den 20. Hungerspielen in eine Arena sperrt, in der sie sich bis auf den Tod bekämpfen müssen. Doch sie sind nicht allein. Menschen, die als Tod galten, doch deren Leichen nie gefunden wurden, haußen noch in der Arena und sind auf Rach..
Die Tribute von Panem Abenteuer P12 Drama In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Prolog

Ein kleiner zehnjähriger Junge rannte über die Wiesen von Distrikt 1. Hinter ihm rannte ein beinahe ebenso altes Mädchen, allerdings war sie erst 9. Sie rannten um die Wette auf dem Weg zum Training. Das machten sie jeden Morgen.
Begonnen hatten sie damit vor knapp einem Jahr, kurz nachdem sie sich kennengelernt hatten. Als sie sich das erste Mal begegnet waren, war es ein beinahe ebenso schöner Tag wie heute gewesen. Der Junge hatte gerade geübt sich an seinen Hund anzupirschen, einem braunweißen Jack Russel Terrier, der am Straßenrand etwas aus einer Pfütze getrunken hatte. Kurz bevor er sich auf ihn stürzen und ihn spielerisch umstoßen wollte, wurde er selbst von hinten von jemand flinkem angerempelt und aus dem Gleichgewicht gebracht. Er war auf den trockenen staubigen Boden gefallen und hatte gehustet. Jemand hatte ihm lachend die Hand entgegengestreckt. Der Junge hatte wütend aufgeblickt, doch dann hatte er ein Mädchen erkannt, nachdem sich seine Augen an das grelle Sonnenlicht gewöhnt hatten und seine Wut war wie weggeblasen gewesen. Und seitdem waren sie die besten Freunde.
„Warte auf mich“, japste sie.
Der Junge drehte sich zu ihr um. „Komm schon, schneller. Sonst kommen wir zu spät.“
Das Mädchen verdrehte die Augen, sagte aber nichts und holte zu dem Jungen auf. Sie überholte ihn und kam als Erste bei den Trainingsplätzen an. Der Junge blickte sie lächelnd an. Er mochte sie, deshalb hatte er sie gewinnen lassen und das wusste sie. Sie grinste breit zurück.
Eine Frau mit straff zurückgebundenem hellblondem Haar kam auf sie zu. Sie hielt ein Klemmbrett in der linken Hand auf dem sie mit der Rechten nun etwas notierte.
„Da seid ihr ja endlich. Das Training hat schon begonnen. Reiht euch bitte ein.“ Die Trainerin blickte sie mit streng zusammengekniffenen Lippen an. Als sie sich umgewandt hatte und wieder ihrer Arbeit nachging, machte der Junge ein strenges Gesicht und ahmte sie nach. Das Mädchen musste darüber kichern, hielt aber inne, als die Frau sich erneut zu ihnen wandte und sie skeptisch musterte. Die Beiden senkten den Blick und huschten zu den Trainingsständen. Der Junge reihte sich bei den Messerwerfern ein. Das Mädchen bei den Bogenschützen.
Hier in Distrikt 1 war es nicht ungewöhnlich, dass beide Geschlechter gemeinsam trainierten, da sie alle eine Chance aufs Überleben haben mussten. Ihnen wurde von klein auf eingeschärft, dass es wichtig war ein Karriero zu sein. Ein starker Krieger auf den Distrikt 1 stolz sein konnte. Jemand der gut genug war und vor allem jemand der gewillt war, sich bei der Ernte freiwillig zu melden.
Sie trainierten bis sich der Tag allmählich dem Ende neigte. Kurz nach Trainingsschluss war das Mädchen gerade dabei ihre Pfeile einzusammeln, die sie verschossen hatte. Es war Vorschrift, dass sich nach dem Training jeder um die Vollständigkeit seiner Waffen bemühte. Natürlich war es auch für das Überleben in der Arena enorm wichtig, immer bewaffnet zu sein, deshalb handhabten sie das hier ebenfalls so. Hier beim Training sollte es so realistisch wie möglich sein.
Ein blonder hochgewachsener Junge, um die 13 Jahre warf gerade seine letzten Messer, was gegen die Regeln verstieß, nach Trainingsschluss noch zu üben, doch anscheinend war ihm das gleichgültig. Ihm ging es offenbar nur darum der Beste von Allen zu sein.
Das Messer, welches er soeben geworfen hatte, flog durch die Luft, genau auf das Mädchen zu, das gerade fleißig ihre Pfeile einsammelte. Sie drehte sich um und ehe sie reagieren konnte, traf das Messer ihre Brust. Das Mädchen blickte auf den Griff und Verwunderung machte sich auf ihrem Gesicht breit, die kurz darauf in Entsetzen, dann in Panik umschlug.
Als das Mädchen abtransportiert wurde, wollte der Junge den Männern die sie forttrugen hinterherrennen, doch er wurde von den Trainern aufgehalten. Er sollte nach Hause gehen und sich beruhigen. Dabei wussten sie genau, dass das ein Rat war, den niemand befolgen konnte. Wie sollte er sich beruhigen, nachdem er das miterlebt hatte?
Trotzdem trugen ihn seine erschöpften Beine nach Hause. Er war beinahe bei seinem Zuhause angekommen, als er Rauch roch und die Flammen sah. Nun war das Gefühl der Trauer verschwunden und Angst schürte ihm die Kehle zu. Er lief auf sein Heim zu und sah eine Gestalt vor dem Eingang liegen. Seine Mutter. In ihrem Rücken steckte ein Speer. Der Junge setzte sich neben sie und als er aufblickte sah er eine Meute von Menschen das Grundstück verlassen. Sie trugen alle Waffen. Er zählte sie und versuchte sich alle Einzelheiten einzuprägen. Insgesamt waren es 24 Menschen. Sie waren alle noch ziemlich jung, sogar Kinder waren unter ihnen. Er erblickte insgesamt 4 Kinder. 2 Mädchen und 2 Jungen, die sich nicht großartig daran beteiligten, aber anwesend waren sie trotzdem. Von der Kleidung und den Frisuren nach zu urteilen, waren sie alle aus unterschiedlichen Distrikten.
Nachdem einige hilfsbedürftige Menschen das Feuer gelöscht hatten, durchsuchten sie die Trümmer nach Überlebenden, natürlich war es aussichtslos. Nicht weit von dem zerfallenen Gemäuer entfernt, erblickte er einen erschlafften kleinen Körper. Es war sein Hund, dem der Bauch aufgeschlitzt worden war. Er trug den Körper zu seinen Eltern und seinen Geschwistern. In dieser Nacht begrub er seine ganze Familie.
In den schneeweißen Haaren des Jungen sammelte sich Asche. Coriolanus Snow ging auf die Knie und begann hemmungslos zu schluchzen. Mit wütenden Augen blickte er auf die Gräber und ein Gedanke setzte sich in ihm fest, verbiss sich in ihm, wie ein hungriges Insekt: Ganz Panem würde ihn fürchten lernen.

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05. May 2019

Das hast du richtig schön geschrieben, ich bin sehr gespannt wie es weiter geht!