Tal como eras

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"Katherina..." der Klang meines Namens mit seinem spanischen Akzent jagte mir eine Gänsehaut über Arme und Beine. Langsam drehte ich mich zu ihm und sah in die Tiefen seiner braunen Augen... Katherine MacHaley ist 15 Jahre alt als sie das erste mal mit ihren Geschwistern ins Ausland fährt um über die Sommerferien in einem Hotel ihr ..
Fernando Torres Romanze P12 Allgemein In Arbeit

Rückblick

1. Rückblick

Wenn ich jetzt auf meine Geschichte zurückblicke muss ich sagen, dass ich es von Anfang an hätte wissen müssen. Es hätte nicht kitschiger und Klischeebehafteter sein können aber wir sollten ganz am Anfang anfangen.
Seit Jahren schon fuhren meine Brüder und meine Schwester in den Sommerferien ins Ausland um in verschiedenen Hotels zu arbeiten und sich ein wenig Geld dazu zu verdienen. Meine Eltern leiteten selbst ein Hotel und konnten somit nur selten in den Urlaub.
Seit ich 15 war durfte ich mit. In eben einem dieser Hotels begann alles.
Ein kleines 4- Sterne Hotel in Barcelona, Spanien, um genau zu sein. Nichts Großes aber für teures Geld komplett renoviert.
Wir kamen Gott sei Dank ein wenig vor Beginn der Hauptferienzeit an sodass ich noch ein wenig Zeit hatte mich an die neue Umgebung und Sprache zu gewöhnen. Ich hatte Spanisch in der Schule gehabt und war, zum Stolz meiner Eltern, Klassenbeste.
Als ich an diesem 9. Juli 2007 pünktlich um halb sechs zum morgendlichen, gemeinsamen, Mitarbeiterfrühstück herunterkam, war ich noch so müde und in Gedanken versunken dass ich erst aufschreckte als der Hotelmanager meinen Namen nannte.
"Katherine? du hilfst bitte Maria bei Señor Torres Zimmer. Er wohnt oben im Penthouse" ich nickte. Anders als feste Hotelangestellte, erledigten wir "Springer" alles was gerade Anstand. Wir brachten Post weg, machten Besorgungen oder gingen den Angestellten einfach zur Hand.
Nach dem Frühstück schleppte ich mich also in Richtung Aufzug und drückte den obersten Knopf.
Als das leise, melodische Klingeln ertönte und sich die Türen öffneten konnte ich schon Maria mit ihrem Staubsauer hören.
Ich klopfte und als habe Maria hinter der Tür auf mich gewartet öffnete sich nur Sekunden später die Tür und ihr gestresstes Gesicht erschien in dem Spalt.
"Gott sei Dank bist du da" keuchte sie und ließ mich hinein "die Suite ist das reinste Chaos. Seit der Renovierung hat sie noch niemand gebucht. Hier ist alles noch neu sogar die Matratzen und Lattenroste sind noch verpackt. Wir werden sie aufbauen müssen."
Ich sah mich um. Sie hatte recht: die Lampen und Aschenbecher auf dem Tisch neben der Tür stand waren noch in Folie gepackt und als ich weiter ging, erblickte ich ein großes weißes Laken unter dem ich eine Couch vermutete. Auf dem schwarzen Marmorboden lag eine dicke Staubschicht die Maria mit ihrem Staubsauger entfernte aber selbst an den Stellen an denen sie bereits gesaugt hatte glänzte der Boden aus irgendeinem Grund nicht richtig.
"Kannst du mit dem Bad anfangen, bitte? Ich sauge hier noch fertig und wische und dann müssen wir das Bett aufbauen" Ich nickte, griff mir Eimer, Handschuhe und Putzutensilien aus Marias Wagen und betrat das Badezimmer. Sagte ich Badezimmer? Badeschloss hätte es eher getroffen. Das Bad hatte die Größe meines Zimmers in London. Die Wasserhähne waren wie der Rand des Spiegels darüber vergoldet, die Wände waren allesamt in einer Farbe gefliest die ich nicht identifizieren konnte, der Whirlpool lud nur dazu ein sich hineinzulegen und die Dusche... Oh mein Gott diese Dusche! Diese riesige (Und wenn ich riesig sage meine ich riesig!) wunderschöne Regenwalddusche! Was würde ich für ein solches Badeparadies geben. Seufzend zog ich mir die Handschuhe über und griff nach dem Schwamm und das Badezimmer von allem zu befreien was hier nicht hingehörte und was "Señor Torres" dazu anregen könnte sich zu beschweren.
Badezimmer zu putzen war die langwierigste Arbeit von allen denn die Toiletten, Waschbecken und auch alles Andere mussten nicht nur geputzt sondern auch noch desinfiziert und mit einem "DESINFECTADO" Bändchen versehen werden. Danach durfte nichts mehr berührt werden. Nach einer gefühlten Ewigkeit verließ ich das Bad wieder.
Maria war gerade dabei den Boden zu wischen der nun endlich glänzte. Am Fernseher leuchtete ein rotes Standby Lämpchen und ein leises, monotones Summen sagte mir dass sie die Minibar auch schon angeschlossen hatte.
"Fertig?" fragte Maria und als ich nickte lehnte sie den Mopp an eine Wand. "super dann machen wir kurz das Bett."
Ich folgte ihr ins Schlafzimmer welches überraschen schlicht möbliert war. Ein Bett, ein Kleiderschrank, eine Kommode auf der ein Fernseher stand und zwei einfache Nachttische je einer rechts und links vom riesigen Bett. Alle Möbel waren in dunklen Farben gehalten die fast perfekt in den schwarzen Marmorboden übergingen.
An einer Seite des Bettes standen noch in Folie eingeschweißt der Lattenrost und die Matratze. Mit vereinten Kräften steckten und schraubten Maria und ich den Lattenrost zusammen und hievten ihn danach in den Bettkasten. Die Matratze wog zwar gefühlt eine Tonne aber auch das schafften wir. Als ich hinter Maria das Wohnzimmer wieder betrat hörte ich sie leise fluchen.
"So ein Mist ich hab das Bettzeug in der Wäscherei vergessen! Kannst du kurz weiterwischen ich hole es schnell" bat sie in mehr oder minder gutem Englisch und eilte sogleich aus der Tür. ich griff mir den Wischmopp und versuchte mir auszumalen wer man sein musste um HIER wohnen zu können. Als erstes fiel mir ein Arzt ein. Vielleicht einer dieser überbezahlten Schönheitschirurgen die in Hollywood immer an den menschlichen Barbies herumbasteln. Oder vielleicht ein Anwalt mit eigener großen Kanzlei der den ganzen Tag mit dem Handy am Ohr herumlief und mit seiner Sekretärin telefonierte. Oder doch ein Firmenvorstand? Ein alter Knacker im Anzug mit seiner 30 Jahre jüngeren, blondierten Freundin mit aufgespritzten Lippen. So musste es sein. Während ich die Reste des Bodens wischte war ich so in meine Gedanken über den zukünftigen Bewohner versunken, dass ich gar nicht merkte wie sich die Aufzugtüren öffneten und jemand die Suite betrat. Erst als ich hinter mir das Quietschen von Turnschuhen und einen dumpfen Aufschlag hörte wirbelte ich herum.

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