Magnetismus

23.11.17 21:38
Stiles denkt, Derek ist ein unnahbarer Mistkerl.Derek findet, Stiles ist eine entsetzliche Nervensäge. Also sind die Fronten doch klar,oder? Aber irgendwie ist da doch noch etwas Anderes; etwas dass sie am Ende immer wieder zueinander führt. Es ist beinahe so etwas wie Magnetismus!
Teen Wolf Übernatürlich P12-M+M Mystery In Arbeit
Bemerkung des Authors: Ihr Lieben, die Ihr Euch hierher verirrt habt, von mir gibt es 12 Teen Wolf Geschichten, die alle mehr oder weniger Sterek zum Inhalt haben. Einige sind eng an die Serie angelehnt und andere eher AU. Ich werde sie Euch nun nach und nach hochladen und hoffe, Ihr habt Spaß daran. Ich beginne mit meiner erste Story, die gleichzeitig auch die erste Fanfiction ist, die ich je geschrieben habe. Der Titel lautet "Magnetismus" denn es geht eben um... nun ja, um Anziehung! Liebe Grüße Ginger

Rotkäppchen. Allein im Wald!

„Stiles? Was machst du hier?“ knurrte Derek, ohne den Griff der einen großen und verdammt starken Hand zu lösen, die sich um den Hals eines kleinen, untersetzten Kerls Anfang fünfzig gelegt hatte und der in der Gefangenschaft der Schraubstockhand zappelte und jammerte.
Stiles lag an der Erde, rappelte sich langsam auf und klopfte sich die Reste des Waldbodens von Jeans und Kapuzenpullover, ehe er antwortete:
„Dich suchen! Was hast du denn wohl gedacht, was ich mitten in der Nacht hier in der Wildnis zu tun haben sollte. Du hast um Hilfe gerufen und hier bin ich!“
Er machte eine großspurige Geste, bei der er mit beiden Daumen auf sich selbst zeigte:
„Und nun lass` den Kerl da laufen. Er ist bloß ein Mensch, also bring` ihn nicht um!“
Dereks Blick wechselte von dem Jungen zu dem Kerl in seinem Griff. Dann stieß er zischend hervor:
„Ich hab` das doch richtig gesehen: Der Typ hat dich begrapscht, oder? Kannst du mir sagen, warum ich so einen laufen lassen sollte, der nachts im Wald Schuljungen befingert?“

„Ich hab` gedacht, er wäre älter!“ winselte der fremde Mann kläglich.

„Ach wirklich?“ stieß Derek hervor: „Ist ja ´ne tolle Geschichte.“
Er griff mit der freien Hand in die Brusttasche der billigen Anzugjacke des Fremden, zog dessen Brieftasche hervor und öffnete sie. Das erste, was ins Auge fiel, war das Foto von drei hübschen, blonden Mädchen im Alter etwa zwischen elf und siebzehn Jahren. Er richtete seinen Blick wieder auf den Fremden und erkundigte sich zornig:
„Und wenn einer das mit deinen Töchtern versucht, was du gerade mit IHM machen wolltest?“
Er deutete mit dem Kinn auf Stiles:
„Was denkst du, sollte dann mit diesem Menschen geschehen, huh?“

„Wirklich! Es war nicht so, wie es aussah! Bitte lassen sie mich gehen!“ jammerte der Kerl.

Derek klappte die Brieftasche weiter auf und las den Namen im Ausweis laut vor:
„Kevin Turner!“ und an Stiles gewandt fuhr er fort: „Vielleicht sollte dein Vater… DER SHERIFF…“ das betonte Derek mit besonderem Nachdruck: „…den Namen mal durch den Computer laufen lassen. Wäre doch interessant zu sehen, was dabei herauskommt, findest du nicht!“

Stiles nickte und erwiderte ironisch:
„Ja sicher! Wenn ich ihm dann noch erzähle, dass der Kerl mich nachts im Wald angefallen hat, wird die Sache mit Sicherheit ziemlich spaßig; auch für mich! Lass` ihn gehen Derek. Er hat seine Lektion gelernt und wir haben Wichtigeres zu tun!“

Um Stiles Worte zu unterstreichen nickte der Fremde eifrig.
Derek schürzte angewidert die Lippen, steckte die Brieftasche wieder dorthin, wo er sie hervorgezogen hatte, um auch die zweite Hand frei zu haben, mit der er nun ebenfalls den Kragen von Kevin Turner ergriff und ihn einen halben Meter hoch in die Luft stemmte:
„Wenn ich dich noch ein weiteres Mal bei so etwas wie heute erwische, dann reiße ich dir den Kopf von den Schultern, hast du das kapiert, du Wicht?“ brüllte Derek und ließ seine Augen blau aufleuchten.

Turner gab einen erstickten Schrei von sich und nickte. Und schließlich entschied Derek, den Mann laufen zu lassen.
Er ließ ihn laufen, indem er ihn gute vier Meter weit durch die Luft warf, als sei er weiter nichts als ein Bündel alter Kleider!
Benommen rappelte der Kerl sich auf und blickte sich noch einmal erschrocken und fassungslos um, ehe er um sein Leben rannte.
„Und nun zu dir.“ sagte Derek an Stiles gewandt, als sie endlich unter sich waren: „Was zu Donner treibst du hier. Wie kommst du darauf, dass ich dich sehen will oder deine Hilfe brauche?“

Stiles verdrehte die Augen. Charmant wie immer, sein haariger Freund, dachte er genervt bei sich:
„Du hast auf Scotts Mailbox gesprochen, dass du Hilfe brauchst. Er selbst ist momentan aber leider inkommunikado, denn er hat sein Handy bei mir liegen lassen und ist außerdem gerade verabredet mit…“

„…Allison!“ ergänzte Derek finster und zog die dichten Augenbrauen zusammen: „Das erklärt aber noch nicht, was du hier machst! Und wieso hörst DU Scotts Mailbox ab?“

„Ich hab` gesehen, dass es deine Nummer war und ich vertrete Scott. Ist doch klar!“ gab Stiles selbstbewusst zurück.

Derek schüttelte den Kopf:
„Und WIE willst du Scott vertreten? Es geht hier um Werwolfangelegenheiten. Du bist bloß ein mickriger Mensch!“

Stieles schnaubte ärgerlich:
„Und wer bist du bitte? Der unglaubliche Hulk?“

Derek zog die Brauen hoch und drückte damit gleichzeitig Ärger und Unverständnis aus.
War klar, dass Popkulturreferenzen an den grimmigen Wolf verloren waren, dachte Stiles kopfschüttelnd:
„Wie wär`s denn mal mit einem `Danke Dir Stiles! Du bist so eine treue Seele! Auf dich ist wirklich Verlass!´ Aber nein! Stattdessen höre ich nur Unverschämtheiten und humanophobisches Gemecker.“

„Humano…WAS?“ erwiderte Derek verdutzt.

„Ach vergiss` es!“ schnappte Stile und schlang die Arme fest um den eigenen Körper.

Und da realisierte Derek, dass der Junge ein wenig zitterte:
„Ist dir kalt?“ fragte er nun ungewohnt sanft.

Stiles schüttelte den Kopf:

„Hat der Typ dir Angst gemacht?“ fragte Derek weiter.

Stiles zuckte unwillig mit den Schultern und starrte zu Boden:
„Nö!“ murmelte er.

Eine glatte Lüge!

„Warum hast du ihn mich nicht wenigstens ein bisschen weichklopfen lassen?“ fragte Derek mit etwas, das allenfalls dann als ein Lächeln durchgehen konnte, wenn man den übellaunigen Werwolf kannte:

„Soll das ein Witz sein? Du hast ihn durch die Gegend geworfen, als wolltest du jemandem einen Ball in der anderen Spielfeldhälfte zuwerfen. Ich dachte schon, er bricht sich den Hals. Du musst vorsichtiger sein, Derek! Menschen sind zerbrechlich. Du willst doch nicht im Knast landen.“ erwiderte Stiles und seine Stimme hatte einen schwer zu deutenden Unterton.

Machte der kleine Kerl sich etwa Sorgen um ihn?
Derek schwieg einen Moment. Dann entgegnete er:
„Was dieser Mann gemacht hat, war nicht richtig!“

Er klang dabei beinahe wie ein kleiner Junge, stellte Stiles verwundert fest und machte in seinem Kopf eine kleine Notiz (Überkompensation wegen persönlicher Betroffenheit. Fragezeichen).Er würde einen Teufel tun und das laut auszusprechen. Stattdessen erwiderte er schulterzuckend:
„Tja! Was renne ich auch nachts hier draußen `rum, hmm?“

„Berechtigte Frage!“ stimmte Derek nickend zu: „Du hast es selbst gerade gesagt: Menschen sind zerbrechlich! Irgendwie scheinst du aber zu denken, dass das nicht für dich gilt. Wann immer du irgendwo Gefahr witterst, stürzt du dich umgehend kopfüber hinein. Wir leben in Beacon Hills, verdammt nochmal! Kinderschänder sind da nicht das Schlimmste, was dir nachts begegnen kann. Das müsstest du doch echt besser wissen!“

„Kinderschänder?“ empörte sich Stiles: „Wer ist hier ein Kind!“

„Na du, Rotkäppchen!“ erwiderte Derek mit der Andeutung eines Grinsens: „Was soll das eigentlich immer mit deinen roten Kapuzenpullis? Willst du der Großmutter Wein und Kuchen bringen? Oder meinst du, dass die Gefahr dich nicht schnell genug findet, wenn du mal nicht Signalfarben trägst?“

„Du gehst auf dünnem Eis, Freundchen!“ brachte Stiles mit erhobenem Zeigefinger hervor und versuchte, es wie eine Drohung klingen zu lassen, doch er hörte selbst, wie lahm seine Erwiderung war. Er hatte es schon mal besser drauf gehabt, dem großen bösen Wolf ein wenig einzuheizen!
Egal!
Zeit zum Thema zurückzukehren:
„Also! Was kann ich denn nun für dich tun?“ fragte Stiles.

„Hörst du eigentlich nicht zu?“ bellte Derek: „Ich habe doch gesagt, du kannst nichts machen! Es geht…“

„Ja, ja, ich weiß!“ unterbrach ihn Stiles augenrollend: „Es geht um irgendeine tolle, sexy Werwolfangelegenheit und ich bin nicht cool genug, um etwas auszurichten, oder?“

Derek schwieg eine Weile. Schließlich erklärte er kleinlaut:
„Es ist weder cool noch sexy. Es ist ganz einfach…naja…privat und… ein wenig peinlich.“

Stiles riss überrascht die Augen auf und dann musterte er den Werwolf mit zusammengekniffenen Augen:
„Jetzt guck` nicht so!“ knurrte Derek: „Ich werde das mit einem Menschen nicht besprechen! Vergiss es!“

Okay! Es handelte sich also um ein Werwolfsäquivalent zu einer Geschlechtskrankheit oder einer Erektion im Schwimmbad.
Stiles dachte einen Moment darüber nach, Derek noch eine Weile damit zu quälen, doch dann entschied er sich großherzig dagegen:

„Ich bring dich zu deinem Wagen und du könntest mich dann bei Scott absetzen.“ sagte Derek.

Klar, er war ja auch ein Taxiunternehmen, dachte Stiles giftig, doch er erwiderte nichts. Stattdessen war er im Grunde recht dankbar, dass er nicht allein durch den dunklen Wald musste, um zu seinem Jeep zurückzukehren.
Als sie fuhren brummte Derek unvermittelt:
„Tut es dir eigentlich körperlich weh, danke zu sagen?“

Stiles wandte ihm den Kopf zu:
„Häh!“ machte er überaus eloquent:

„Naja, immerhin habe ich dich vor dem Kerl gerettet!“ Derek klang ein ganz kleines bisschen trotzig.

„Ich hätte nicht gerettet werden müssen, wenn ich dir nicht hätte helfen wollen!“ gab Stiles zu bedenken:

„Also ja! Es bereitet dir tatsächlich Schmerzen, ganz schlicht `Danke!´ zu sagen.“ grollte Derek; diesmal eindeutig trotzig.

Stiles blickte ihn ungläubig an. Dann verzog er einen Mundwinkel zu einem frechen kleinen Grinsen. Na bitte! Wenn der Werwolf es so nötig hatte:
„Also gut: Danke, dass du mir meinen jungfräulichen Hintern gerettet hast!“

Upps!

Tolle Wortwahl, Stilinski!

Das sah Derek offenbar auch so.
Erst blickte er verdutzt auf und dann geschah etwas Unfassbares: Er lachte!
„Gern geschehen!“ erwiderte er grinsend und dann fügte er hinzu: „Das ist so bei mir! Für Jungfrauen in Nöten habe ich etwas übrig!“

Doppel-Upps!

Derek schien mit seiner Wortwahl auch nicht recht zufrieden.
Er sah sogar regelrecht panisch aus, stellte Stiles fest.

Und dann tat der Ältere etwas, was normalerweise Stiles Spezialität war, wenn ihm mal wieder etwas Peinliches entschlüpft war: er redete einfach weiter drauflos:
„Du weißt, was ich meine. Das bedeutet nicht, dass ich etwas für DICH übrig habe. Das war nur so dahingesagt!“
Selbst im knappen Licht im Wagen konnte Stiles sehen, das Derek hochrot anlief. Dann verkündete er knurrend:
„Wenn du irgendwem erzählst, dass wir dieses Gespräch geführt haben dann…“ Derek stockte. Dann fuhr er fort: „Dann reiße ich dir die Kehle raus. Mit meinen Zähnen!“

Mittlerweile waren sie vor Scotts Haus angekommen. Stiles brachte den Wagen zum Halten, dann wandte er sich zu Derek um und antwortete mit einem kleinen Grinsen:
„Diese Drohung wird immer schöner, je öfter ich sie höre.“
Er legte den Kopf in Nacken, entblößte seine weiße Gurgel, deutete mit einem Finger darauf und fuhr fort:
„Weißt du was? Wenn du es so unbedingt willst, dann tu`s doch. Hol` s dir, großer Junge!“

Da war keine Spur von Angst in seiner Stimme. Vielmehr klang es anzüglich. Ungesagt schwang etwas in der Bemerkung mit, das sich anhörte : `Vielleicht fällt dir ja auch etwas Besseres mit deinen Zähnen an meinem Hals ein´, oder bildete Derek sich das nur ein? Er zog bedrohlich die Augenbrauen zusammen. Dann sprang er mit einem gefährlichen Knurren, aber ohne ein weiteres Wort aus dem Wagen.

Stiles blickte ihm nachdenklich und ein wenig verwirrt hinterher, ehe er losfuhr.

Derek blieb einen Moment vor Scotts Haus stehen und ließ die letzten Minuten Revue passieren.

Hatte dieser hyperaktive, nervtötende, ständig klugscheißende, sechzehnjährige Spinner gerade mit ihm geflirtet?
Hatten sie mit dem Auto etwa unbemerkt die Grenze in eine alternative Realität überschritten, in der solch unfassbare Dinge möglich waren?
Offenbar hatte er jeden Respekt eingebüßt, den er je besessen hatte, dachte Derek finster!

Dann wurde ihm etwas klar: Er hatte angefangen!
Diese ganze `Jungfrau in Nöten´-Kiste war schuld am irren Verlauf des Gesprächs. Er hatte Interesse an Stiles Stilinski angedeutet!

Kevin Turner war offenbar nicht der einzige Perverse, der in dieser Nacht im Wald unterwegs gewesen war.

Fuck!

Er musste das bei nächster Gelegenheit unbedingt wieder gerade rücken.
Auch wenn er gerade nicht genau wusste, wie?
Er würde sich in der nächsten Zeit ganz einfach extra ekelhaft gegenüber Stiles verhalten, dann lief es schon!
Nachdem er sich mittels seiner Werwolfsinne vergewissert hatte, dass Scotts Besuch gegangen war, stieg er gegen Mitternacht in das Schlafzimmerfenster eines anderen Sechzehnjährigen.

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