Der Junge im Bus

vor 5 Mon.
San Francisco im Oktober. Es ist ein kalte Vollmondnacht, Derek ist müde und will bloß noch schnellstmöglich nachhause! Natürlich verreckt ihm gerade jetzt seine blöde Karre. Also gut, dann muss er wohl den verdammten Bus nehmen. Und irgendetwas an dem Typ, der ihm gegenüber sitzt, lässt ihn aufmerksam werden. Honigaugen! Sterek, Pesaac, A..
Teen Wolf Romanze P16-M+M Drama Beendet

All the way, Teil 4 – Segen und Torte

„Siehst du! Wir sind gar nicht zu spät. Die Bräute sind auch noch gar nicht da.“ stellte Peter nicht eben leise fest, als er und Isaac atemlos als Letzte in die Kapelle gestürmt kamen und sich hektisch ihre Plätze suchten, so dass einige der anderen Hochzeitsgäste sich bereits genervt nach ihnen umzublicken begannen. Isaac besaß wenigstens den Anstand, ein wenig zu erröten, doch Peter schien das alles nicht im Geringsten zu kratzen. Auch nicht die Tatsache, dass es sehr still in der Kapelle war, weshalb auch jeder hören konnte, was er als nächstes zu sagen hatte:
„Da hätten wir auch noch für eine zweite Runde im Bett bleiben können, wenn Stiles und Derek eh´ noch nicht hier sind. Das ist echt unhöflich von den beiden!“

„Shh!“ machte irgendwer in der ersten Reihe:

„Ach halt die Klappe!“ erwiderte Peter streitlustig.

Isaac war in seinem Sitz immer kleiner geworden und weil er sich keinen anderen Rat wusste, um Peter zum Schweigen zu bringen, gab er den Lippen des Älteren eben etwas Besseres zu tun:
„Halt doch jetzt einfach mal selbst die Klappe, Babe!“ forderte er sanft und küsste ihn.

„Also gut, Lämmchen. Aber nur weil du es bist.“ versprach Peter.

Eigentlich hatte Peter gestern noch angenommen, dass er und Isaac sich vor der Hochzeitsfeier gar nicht mehr sehen würden, doch als er von dem Junggesellenabschied nachhause gekommen war, war der Junge schon dagewesen und hatte nackt, betrunken und süß vor sich hin schnörchelnd in ihrem Bett gelegen. Als Peter sich dann dazugelegt hatte, war Isaac aufgewacht, hatte sich auf ihn gerollt und gelallt:
„Da bissu ja endlich!“
„Und du bist auch hier!“ hatte Peter da überaus scharfsichtig festgestellt: „Gab´s denn gar keine heißen Typen, da wo heute Nacht gewesen bist?“
„Dassin bloß Jungs!“ hatte Isaac da gekichert: „Abba ich mag DICH!“
Und dann hatte er ihm ausgiebig gezeigt, wie sehr er ihn mochte und Peter hatte das gefallen.

Jetzt hingegen auf dieser total öden Veranstaltung zu sein gefiel ihm nicht besonders. Er blickte sich gelangweilt um, rollte mit den Augen, blies die Backen auf, musterte die anderen Gäste, bis sein Blick schließlich an etwas hängen blieb, was er kaum fassen konnte:
„Ich glaub´s ja nicht! Hat Stiles den Kerl tatsächlich eingeladen?“ rief er aus und deutet auf Deucalion, der ganz still und bescheiden am Rand saß und nun, da über ihn gesprochen wurde, flüchtig zu Peter hinüberschaute.

„Was ICH nicht glauben kann ist, dass Derek dieser Einladung tatsächlich zugestimmt hat? Hat er aber, Stiles hat´s mir selbst erzählt.“ gab Isaac achselzuckend zurück.

Peter schaute Isaac ungläubig an:
„Mein Neffe lässt sich von seinem kleinen Bräutigam wirklich gründlich weichkochen. So etwas könnte mir jedenfalls nicht passieren!“

Isaac grinste vielsagend und damit sie dies nicht weiter vertiefen mussten, fragte Peter rasch:
„Wer ist eigentlich das Sahneschnittchen, das da neben meinem Kumpel Deuc sitzt? Halten die Zwei etwa Händchen? Das ist ja widerlich! Hat der Kleine vielleicht eine Wette verloren und muss deswegen jetzt den Altenpfleger für diesen blöden Penner spielen?“

„Das ist Jackson, einer der Jungs aus dem Café. Die beiden haben sich vor kurzem kennengelernt. Ich denke, sie mögen sich.“ informierte ihn Isaac.

Peter verzog angewidert das Gesicht, doch ehe er darauf noch etwas erwidern konnte, ertönte Musik; das Präludium in C-Dur von Johann Sebastian Bach und das Hochzeitspaar erschien in der Kapellentür, um nun Hand in Hand ganz langsam und bedächtig den Mittelgang hinab zu schreiten. Die beiden schienen ganz der Welt entrückt und hatten nur Augen für einander, während die wohlwollenden Blicke aller Gäste auf ihnen ruhten. Einzig Peter gähnte herzhaft, streckte sich in der Sitzbank lang aus und legte bequem den Kopf auf Isaacs Schulter ab. Dieser riss seinen Blick einen kurzen Moment lang von den Bräutigamen los, schaute gutmütig-verliebt auf seinen Gefährten hinab und drückte ihm einen Kuss auf das Haar.

In der ersten Reihe erhob sich nun Deaton, trat mit feierlicher Miene vor das Bräutigamenpaar hin und räusperte sich. Derek und Stiles war es irgendwie logisch vorgekommen, dass Alan die Trauung vollziehen sollte und so hatten sie ihn gefragt und er hatte diese große Ehre erfreut angenommen. Niemandem war es auch nur eine Sekunde lang komisch vorgekommen, dass der Druide, der Bewahrer einer uralten, heidnischen Religion, die das Christentum trotz aller Bemühungen nicht ganz hatte ausmerzen können, sich dazu zu einem christlichen Priester weihen lassen musste, damit es legal war.
Und nun stand Deaton da und sprach in salbungsvollen Worten über die Leben, das Kennenlernen und die Beziehung der beiden Männer, sowie über die Liebe im Allgemeinen.

Als Peter es vor Langeweile nicht mehr aushielt, flüsterte er Isaac zu:
„Ich dachte, wenigstens einer von ihnen würde weiß tragen. Ich hatte es mir so schon so schön ausgemalt: Mein Neffe in einem schulterfreien Corsagenkleid, eine A-Linie vielleicht, um seine ausladenden Hüften zu verbergen und ein Schleier über der schlecht gelaunten Grumpy-Cat-Visage...“

Derek hörte natürlich jedes Wort, doch er würde seinem Onkel nicht die Genugtuung gönnen, seine Frechheit mit irgendeiner Reaktion zu würdigen.

Isaac flüsterte zurück:
„Breite Hüften? Wovon sprichst du überhaupt? Dir ist schon klar, dass Derek vermutlich einer der schönsten Männer auf dem Planeten ist, oder?“

„Hey!“ protestierte Peter: „Ich dachte, du bist MEIN Freund. Da darfst du doch überhaupt nicht solche Sachen über einen anderen Mann sagen! All´ deine Liebe und Bewunderung sollte allein mir gelten!“

„Ach ja? Seit wann denn das?“ fragte Isaac mit einem frechen, kleinen Grinsen und genoss diesen Moment, denn immerhin war es Peters eigene Schuld, weil er bei jeder Gelegenheit seine Unabhängigkeit betonte. Isaac verpasste es jedes Mal einen kleinen Stich im Herzen.

Darauf hatte das Großmaul Peter tatsächlich mal keine Antwort parat und Derek lachte heimlich in sich hinein. Zum Glück verpasste er vor lauter Schadenfreude nicht die Stelle, an der er sagen musste:
„Ja, ich will!“

Als Stiles, der sehr wohl gemerkt hatte, dass sein Gefährte kurz abgelenkt gewesen war, nun an der Reihe war dasselbe zu sagen, ließ er ihn kaltlächelnd ein Weilchen warten und dem großen, bösen Alpha rutschte ein paar Sekunden lang das Herz in die Hose, bis der Jüngere in schließlich erlöste, indem er sagte:
„Na darauf kannst du wetten, dass ich dich will, Großer! Schließlich bist du der Hauptgewinn!“

Derek zog ihn daraufhin ungestüm an sich und unter dem Applaus und den Jubelrufen der Hochzeitsgäste küssten sie sich endlich.

Die gesamte Hochzeitsgesellschaft folgte nun den Frischvermählten aus der Kapelle hinaus und nun waren die Gäste an der Reihe, sich ihre Küsse und Umarmungen von ihnen abzuholen.

Selbstverständlich hasste Derek diesen Teil der Veranstaltung aus tiefstem Herzen, doch er ließ es tapfer über sich ergehen, ohne jemanden anzuknurren, oder zu beißen. Und als Sheriff Stilinski ihn dann an sich zog und sagte: „Herzlich willkommen in der Familie, mein Junge!“, da lächelte er sogar.

Nun ging es zur nächsten Station dieses Tages. Die Gäste stiegen in unterschiedliche Fahrzeuge und folgten dem Camaro, in dem das frisch gebackene Ehepaar saß. Der Autokorso fuhr unter lautem Hupen einmal quer durch die Stadt zum Café, an dessen Tür ein Schild mit der Aufschrift „Geschlossene Gesellschaft“ prangte. Dort hatten fleißige Wichtel bereits Heißgetränke vorbereitet, sowie ein reichhaltiges Kuchenbuffet, gekrönt von einer einen Meter hohen Hochzeitstorte, mit einem Männerpaar in schwarzen Smokings aus Marzipan obenauf.

Doch ehe es ans Schlemmen ging, kamen die Reden.
Danny verteilte Sektgläser und Sheriff Stilinski war der Erste, der das Wort ergriff. Er sprach darüber, wie sehr er sich wünschte, dass Stiles Mutter Claudia heute hier sein könnte, gab ein paar Anekdoten aus der Kindheit seines Sohnes zum besten, bis Stiles stöhnte: „Oh, bitte nicht Dad! Was sollen denn die Leute von mir denken?“ Irgendwann kam John in seiner Ansprache zu der Stelle, als er durch sein mangelndes Verständnis sein einziges Kind aus dem Haus getrieben hatte und ihm kamen die Tränen. Es war beinahe so, als wolle der Sheriff durch sein Bekenntnis zu seinem väterlichen Versagen vor versammelter Mannschaft Buße tun.

Stiles brach es ein wenig das Herz. Er trat vor seinen Vater hin und schloss ihn in seine Arme:
„Ich liebe dich, Dad!“ versicherte er:

„Ich liebe dich auch, Sohn!“ erklärte John mit brüchiger Stimme und um sie beide herum gab es zahlreiche Personen, die nun nach Taschentüchern kramten, sie die Augen tupften und die Nasen schnäuzten.

Schließlich straffte John die Schultern und brachte mit fester Stimme seine Rede zu Ende, indem er erklärte, wie glücklich es ihn machte, dass Stiles nun glücklich sei. Er wünschte dem Paar, dass sie so glücklich werden mochten, wie er es mit seiner Claudia gewesen sei und er strahlte über das ganze Gesicht, als er damit schloss, wie sehr er sich darauf freute, schon bald sein Enkelkind im Arm zu halten.

Deaton, Stiles Freunde und sogar Braeden sagten noch ein paar liebevolle Worte zu den Bräutigamen, doch als sich dann Peter ebenfalls anschickte, eine Rede zu halten, fürchtete jeder natürlich das Schlimmste, doch wie immer war er auch heute wieder für eine Überraschung gut:

„Lieber Stiles, lieber Derek...“ begann er und erhob sein Glas: „... ich verstehe zwar beim besten Willen nicht, warum zwei Menschen sich freiwillig lebenslang Ketten legen möchten, aber ihr beide hättet es wohl schlechter treffen können, vermute ich? Stiles, ich weiß noch, als wir zwei uns kennenlernten und ich dich für einen Stricher hielt... ach ja, die guten alten Tage. Ich denke gern daran zurück!“
Die meisten Anwesenden lachten, Derek knurrte vor sich hin und Peter fuhr fort:
„Und nur für den Fall, dass es dir mit dem großen Griesgram einmal zu langweilig wird: Mein Angebot steht immer noch, und das meine ich selbstverständlich im wörtlichen Sinne.“
Weiteres Gelächter und Stiles, der ein angewidertes Gesicht machte und einen Muffin nach seinem Schwiegeronkel warf, welchem dieser geschickt und kichernd auswich:
„Du weißt, ich liebe dich, Kleiner und ich bin froh dass Derek nun dich hat. Durch dich hat er seine Lachmuskeln wiederentdeckt.... und vermutlich auch seinen Penis?“
Nun war es Braeden, die Peter mit Gebäck bewarf, doch dieser ließ sich nicht beirren:
„Derek, du bist vermutlich so etwas wie mein moralischer Kompass und es gibt ein, zwei Leute die behaupten, dass ich so etwas gut gebrauchen könnte, auch wenn ich absolut keine Ahnung habe, wie sie das meinen könnten? Ich finde, du bist eine schreckliche Nervensäge und irgendwas sagt mir, dass du dasselbe über mich denkst, aber eines habe ich dir noch nie gesagt: Ich liebe dich, Mann!“
Derek klappte die Kinnlade herunter, doch er konnte nichts darauf erwidern, weil Peter bereits weitersprach: „Und darum bin ich auch froh, dass du nun jemanden an deiner Seite hast, der es tatsächlich mit einem schrulligen, langweiligen Kerl wie dir aushält. Stiles, dafür hast du im Übrigen meine Hochachtung! Und nun liebe Anwesende, lasst uns auf die Jungs anstoßen, denn ich will endlich was von der Hochzeitstorte haben! PROST!“

Tatsächlich hoben die Gäste nun ihre Gläser und tranken auf das Glück des Paares.
Dann war Ethan mit einem Messer zur Stelle, reichte es den Bräutigamen und diese schnitten sich das erste Stück Torte ab, um sich daraufhin, in Ermangelung einer Gabel, gegenseitig mit den Fingern damit zu füttern, was selbstverständlich zu einer mittelschweren Sauerei wurde, welche beide dann mich einem Kuss nur noch schlimmer machten.

Die Gäste lachten ausgelassen und Mason kam mit Servietten angelaufen.
Dann erst bekamen endlich auch alle anderen etwas von der köstlichen Torte ab.
Isaac schlenderte mit seinem Teller zu Peter hinüber und sagte leise:
„Also das mit dieser Rede... das hast du toll gemacht, Liebling!“
„Ach die hat sich beinahe von selbst geschrieben. Ich meine, schau dir meinen Neffen doch mal an! Der Kerl IST schrullig und langweilig!“ erwiderte Peter, die Worte des Jüngeren absichtlich missverstehend.

Isaac rollte mir den Augen:
„Du weißt genau wovon ich spreche, du kleiner Spinner! Einer von euch beiden musste mal das Eis brechen und ich bin stolz auf dich, das DU es gewesen bist.“

Peter schenkte seinem Gefährten ein schelmisches Grinsen und stahl sich eine Gabel voll Kuchen von seinem Teller.

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Feltro 22. Jan 2019

Hi there! I'm an Italian guy, who is currently trying to learn German (and since I am still very bad at it, I thought it was better to write this in English). I wanted to thank you for this wonderful fanfiction.
It's quite advanced for me, so I have to read it very slowly, but I love it! The characters, the places, the scenes, everything is described in a rich and effective way. Reading your work has become for me a very enjoyable way to expand my German vocabulary. Thank you again so much for this!