Der Junge im Bus

vor 7 Mon.
San Francisco im Oktober. Es ist ein kalte Vollmondnacht, Derek ist müde und will bloß noch schnellstmöglich nachhause! Natürlich verreckt ihm gerade jetzt seine blöde Karre. Also gut, dann muss er wohl den verdammten Bus nehmen. Und irgendetwas an dem Typ, der ihm gegenüber sitzt, lässt ihn aufmerksam werden. Honigaugen! Sterek, Pesaac, A..
Teen Wolf Romanze P16-M+M Drama Beendet

Coming in

Die Sonne schien warm ins Schlafzimmerfenster und draußen lärmten die Vögel um die Wette.

Als Stiles die Augen öffnete, fiel sein erster Blick auf Derek, welcher neben ihm lag, den Kopf auf den Ellenbogen gestützt, wie er ihn belauerte:
„Was guckst du denn so?“ murmelte Stiles grinsend und noch ganz dumm vom Schlaf: „Das ist irgendwie gruselig!“

„Ich warte darauf, dass du aufwachst!“ antwortete Derek: „Ich bin geil!“

Stiles richtete sich auf und zog die Augenbrauen hoch:
„Himmel! Das waren wohl die kürzesten Flitterwochen der Geschichte! Wir sind gerade mal seit vier Tagen so etwas wie ein Paar und schon ist die Romantik zum Teufel!“

Derek kicherte:
„Was soll ich sagen? Das mit dir ist wie mit Gummibärchen; hast du erst mal eines genommen, kannst du nicht mehr aufhören! Verdammt, du riechst so gut, Stiles und ich kann in deiner Nähe einfach an nichts anderes mehr denken!“

„Gummibärchen?“ erwiderte Stiles gespielt streng: „Du bist ja ein echter Poet!“
Dann setzte er ein freches Grinsen auf und sagte herausfordernd: „Aber scheiß´ drauf! Komm´ und hol´s dir, Lassie!“

Natürlich ließ Derek sich das nicht zweimal sagen, rollte Stiles auf den Rücken und legte sich dessen Beine über die Schulter.
Als er von Stiles allerdings ein unzufriedenes Stöhnen vernahm, hielt er sofort inne, setzte die Hüfte des Jungen wieder aber, legte sich an seine Seite und blickte bestürzt auf ihn hinab:

„Du kannst dich wieder entspannen, Wolverine!“ kicherte Stiles: „Es ist doch bloß Muskelkater! Unser Workout der letzten Tage macht sich langsam bemerkbar, denn da habe ich Muskeln benutzt, die in meinem ganzen bisherigen Leben noch nichts zu tun bekommen haben. Mir geht’ s gut, also hör´ auf so ein komisches Gesicht zu ziehen!“

„Oh Mann, es tut mir leid, Stiles! Ich... ich hätte viel vorsichtiger und rücksichtsvoller mit dir sein müssen! Du bist immerhin bloß ein Mensch! Ich wollte dir wirklich nicht wehtun!“ sagte Derek reumütig: „Weißt du was? Wir kuscheln einfach ein bisschen, in Ordnung? Wenn du willst, kann ich dich auch massieren, oder so?“

Stiles setzte sich empört auf:
„Kuscheln? Bloß ein Mensch? Wovon zum Teufel sprichst du? Jetzt wird gevögelt! Denk´ bloß nicht, dass ich mit dir nicht mithalten könnte! Ich muss mich in Zukunft vielleicht einfach vorher ein wenig stretchen, das ist alles!“
Und mit diesen Worten drehte er Derek energisch auf den Rücken, ließ sich auf dessen Hüfte nieder und begann damit sich anregend auf ihm zu bewegen, um diesem Unsinn umgehend ein schnelles Ende zu setzen.
`Bloß ein Mensch?´
`Also, so weit kommt´s noch!´


Sehr viel später saßen die beiden dann an einem reichlichen gedeckten Frühstückstisch und Derek grinste immer reichlich zufrieden vor sich hin, bis sein Blick auf Stiles fiel, der lustlos in seinem Rührei herumstocherte:
„Was ist?“ wollte der Ältere wissen: „Schmeckt´s nicht? In den letzten Tagen hast du hinterher doch jedes Mal gegessen, als hättest du einen Bandwurm, oder so!“

„Es liegt nicht am Essen! Mir graut bloß einfach davor, nachhause zurückzukehren! Hier sind wir die ganze Zeit in unserer kleinen Blase gewesen; ganz für uns allein. Wir haben keinen anderen Menschen gesehen und... und es war einfach der Himmel! Aber in San Francisco wird es nicht so sein!“

Derek schaute ihn bestürzt an. Dann zog er Stiles sanft von dessen Stuhl hinüber auf seinen Schoß:
„Heißt das, du willst lieber noch eine Weile hier bleiben, Kleiner?“ wollte er wissen: „Denn das lässt sich bestimmt machen.“

Der Junge schüttelte den Kopf:
„So unglaublich die letzten Tage auch waren, aber wir sollten heute Abend wohl wirklich wieder nachhause in die reale Welt zurückkehren. Ich habe morgen die Tagschicht im Café und Peter macht mit Sicherheit nichts als Unsinn, wenn du nicht endlich mal wieder nach ihm siehst und ihm mit deinen buschigen Augenbrauen drohst.“

„Peter ist wie eine Katze; ein Selbstversorger! Der liegt bestimmt gerade in einem Meer von Leibern und amüsiert sich köstlich, weil er das doch eigentlich immer tut.“ versicherte Derek: „Und bestimmt kann auch jemand anders den durstigen Jungs von San Francisco ihre Diät-Limo bringen!“

Stiles schüttelte heftig den Kopf und bestimmte mit Endgültigkeit in der Stimme:
„Nein, das wirkliche Leben muss weitergehen! Und dann werden wir ja sehen, ob und wie das mit uns beiden funktioniert. Aber erst einmal liegt ja noch ein weiterer Tag im Paradies vor uns und wie ich dich kenne, werde ich dafür ja wohl ein bisschen Energie tanken müssen.“
Er zog sich grinsend seinen Teller wieder heran.


Nach dem Frühstück machten sich die beiden Männer als erstes auf zu einen Spaziergang am Strand. Nachdem sie eine gefühlte Ewigkeit gelaufen waren, pausierten sie auf einem Felsen, hielten sich bei den Händen, ließen sich von der Sonne braten und vom kräftigen, warmen Wind das Haar zerzausen.
Abgesehen von den Seevögeln, die sich anmutig von den Böen tragen ließen, gab es hier weit und breit scheinbar kein lebendes Wesen, keine Stimmen, keine lärmenden Autos und auch keine ratternden Straßenbahnen. Das einzige, was sie hörten war das Tosen des Ozeans, das Pfeifen des Windes und das Geschrei der Möwen.
Und ihre Küsse schmeckten großartig; nach Sonne, Salz und Verheißung.

Als sie sich schließlich wieder auf den Rückweg machten, wurden Stiles nach einer Weile die Beine schwer und er beschloss auszuprobieren, ob sich Werwölfe auch als Reittiere eigneten.
Wie sich zeigen sollte, waren sie durchaus für die Lastenbeförderung tauglich und Stiles ließ sich von Derek den Rest des Weges Huckepack tragen.


Nach ihrer Rückkehr waren sie noch ein wenig im Pool schwimmen gewesen und wie automatisch waren sie nach dem Duschen ein weiteres Mal im Bett gelandet.
Derek griff sich das Gleitgel vom Nachttisch, doch etwas an Stiles Blick ließ ihn innehalten:
„Was denn?“ fragte der Ältere unsicher: „Hast du keine Lust?“

„Doch schon!“ erwiderte Stiles zögerlich.
Dann nahm er dem Älteren das Fläschchen aus der Hand:

„Oh!“ machte dieser ein klein wenig eingeschüchtert: „Ach so ist das!“

„Ich dachte mir, wir könnten ja vielleicht mal probieren, ob es dir gefällt?“ murmelte Stiles. Dann schob er blitzschnell hinter: „Aber wir müssen natürlich nicht, wenn du das nicht magst! Weißt du was? Vergiss´ es einfach wieder. Es war eine dumme Idee!“

Derek lächelte schüchtern, zog Stiles Körper auf seinen eigenen, schlang ihm die Beine um die Hüften und fragte:
„Hältst du mich etwa für einen Feigling? Wenn es etwas ist, was du probieren möchtest... dann... na ja, dann tun wir es eben! Es wird schon irgendwie gehen.“

„Das ist aber sehr heldenhaft und selbstlos von dir!“ brummte Stiles sarkastisch: „Kannst du es jetzt vielleicht nochmal so sagen, als wolltest du mir nicht bloß einen großen Riesengefallen tun und als wäre ich auch nicht im Begriff, dich zur Schlachtbank zu führen? Vielleicht stelle ich mich ja auch halbwegs geschickt an und es wird... was weiß ich... ganz nett, oder so? Hast du darüber schon einmal nachgedacht?“

„Ich... uhm...nein, nicht doch, Stiles!“ stammelte Derek. Dann sah er plötzlich sehr bußfertig aus und schob sanft hinterher: „Ich hab´ doch bloß ein bisschen Angst. Aber das soll uns nicht abhalten, etwas Neues auszuprobieren.“
Grinsend fügte er hinzu:
„Also los, du Hengst! Zeig´s mir!“

Unter diesen Umständen war es Stiles bedauerlicherweise unmöglich, an seinem Ärger festzuhalten:
„Du bist echt ein Spinner!“ sagte er kopfschüttelnd zog Dereks Gesicht zu einem Kuss zu sich heran und beteuerte: „Keine Sorge, ich werde sanft mit dir sein!“

Und das war er auch!
Er wusste ja neuerdings, worauf es dabei ankam, bereitete Derek mit geschickten Fingern ausgiebig vor, bis dieser schließlich ganz ungeduldig wurde und versicherte, dass er sich mehr als bereit fühle.
Stiles wusste, dass es Derek; dem Älteren, dem Wolf, dem Alpha viel abverlangte, alle Kontrolle abzugeben und er war berührt davon, wie vollständig es ihm dennoch gelang.

Derek suchte Stiles Blick während sie es taten, doch es wirkte irgendwie, als schäme oder fürchte er sich ein klein wenig und so versicherte Stiles:
„Es ist alles in Ordnung! Ich hab´ dich! Du bist sicher!“
Der Jüngere dachte an den Morgen zurück, an das Anbranden und Sich-Zurückziehen des Meeres und genauso liebten sie sich nun: In sanften Wellen!

Hinterher musterte der Junge Derek prüfend, doch dieser bestätigte leise:
„Das war schön, Stiles! Wirklich!“
Er schmiegte sich an den Menschen und wenig später waren beide eingeschlafen.

Es war bereits nach vier, als sie mit knurrenden Mägen wieder erwachten. Für langes Kochen war der Hunger bereits viel zu groß und so liefen sie nackt hinüber in die Küche und machten sich einen riesigen Stapel Sandwiches, welche sie am Pool verdrückten. Danach brieten sie noch eine Weile in der Sonne, bis Stiles feststellte:
„Ich fürchte, es wird Zeit `Fantasy Island´ den Rücken zu kehren und zu sehen, wie gut uns beiden der Alltag und die Realität bekommen.“

„Zu früh!“ brummte Derek unzufrieden.

„Na komm´ schon! Wir können doch jederzeit wiederkommen!“ versuchte ihn Stiles zu ermutigen, doch der Werwolf rührte sich nicht.

Also erhob sich der Junge und verschwand allein im Haus, um ihr Gepäck zusammenzupacken.
Irgendwann vernahm er hinter sich das Tapsen nackter Füße und Dereks unleidliche Stimme, die verkündete:
„Ich bin nicht einverstanden, Stiles!“

Der Junge wandte sich um und schenkte ihm einen fragenden Blick und Derek ließ eine Erklärung folgen:
„Hosen! Niemand hat dir erlaubt, welche anzuziehen, Stiles!“

„Aber wenn wir mit nackten Ärschen nach San Francisco einreiten, werden wir doch sofort festgenommen!“ gab Stiles grinsend zu bedenken und reichte Derek seine Kleider:

„Du bist dir also vollkommen sicher, dass wir diesen kleinen Trip nicht noch ein bisschen verlängern sollen?“ wollte Derek wissen, schlang von hinten seine Arme um Stiles und schob ihm vorn eine Hand in den Hosenbund.

Der Jüngere grinste, hielt die Hand fest und hielt dagegen:
„Das geht doch nicht! Schließlich bin ICH ein Junge, der für sein Auskommen arbeiten muss!“

„Ich habe doch Geld! Du musst nicht mehr arbeiten gehen!“ beharrte Derek:

„Du spinnst wohl? So fangen wir gar nicht erst an! Ich werde mit Sicherheit nicht bloß dein Lustknabe sein! Ich werde mein eigenes Geld verdienen!“ empörte sich Stiles nun:

„Ist gut, Baby! Mir ist doch einfach bloß jedes Mittel Recht, um dich nicht mehr aus meinem Bett herauszulassen, doch ich wollte dich bestimmt nicht beleidigen.“ schnurrte Derek in Stiles Nacken und als der Nackte sich enger an den Jungen drängte, konnte dieser dessen Erektion an seiner Rückseite spüren: „Aber willst du wirklich SOFORT los?“

Stiles seufzte theatralisch drehte sich um und sagte streng:
„Also gut! Aber nur ein Quickie!“


Eine Dreiviertelstunde später waren sie schließlich auf Landstraßen unterwegs zurück nach San Francisco.

Stiles fragte sich, ob er es sich nur einbildete, dass Derek angespannter wurde, je näher sie der Stadt kamen? Es führte jedenfalls dazu, dass auch er selbst nun ein wenig unruhig wurde.

Nach und nach nahm der Verkehr auf den Straßen zu und kurz vor der Stadtgrenze standen sie dann eine Weile im Stau.

Der Abend dämmerte bereits herauf, als sie den Camaro endlich in der Nähe von Dereks Haus parkten. Stiles fühlte sich erschöpft und irgendwie war es so, als würde eine tonnenschwere Last auf seinen Schultern ruhen, seit sie wieder in der Stadt waren.
Er schulterte seinen Rucksack und legte seine freie Hand in die von Derek als sie zum Haus hinübergingen, woraufhin dieser begann, sich hektisch umzublicken, wer sie beide dabei wohl gesehen haben könnte.

Ein ganz schlechter Anfang!
Stiles seufzte, doch er sagte sich, dass das ja alles noch neu für Derek war und er es schon noch in den Griff bekommen würde.

Sie stiegen die Treppen hinauf und im Apartment schlossen sie schnell Tür hinter sich, legten ihre Taschen ab und fielen einander um den Hals:
„Herzlich willkommen zuhause, Baby!“ flüsterte Derek und küsste Stiles.

„Sieh´ an, sieh´ an!“
Das war die Stimme von Braeden, begleitet von dem Kichern von Peter. Die beiden mussten hier schon auf sie gewartet haben und waren nun aus dem Wohnzimmer zu ihnen in die Diele getreten.

Derek zuckte zusammen und stieß Stiles von sich, als habe er sich an ihm die Finger verbrannt. Der Junge geriet hierbei sogar ein klein wenig ins straucheln.

Stiles sagte nichts, schaute Derek bloß an, doch die Verletzung, die in diesem Blick lag, sagte so viel mehr als Worte.
Es war herzzerreißend!

„Uhm... Oh, Mann Stiles... ich... tut mir leid!“ stammelte Derek hilflos:

„Ist mir egal!“ erwiderte Stiles bitter und schnappte sich seinen Rucksack.

Als Derek versuchte ihn aufzuhalten, schlug Stiles seine Hand fort und bellte:
„Versuch´ jetzt bloß nicht, mich aufzuhalten! Ich will jetzt erst mal allein sein! Wir telefonieren irgendwann!“
Er ließ die Tür mit einem Knall hinter sich ins Schloss fallen.

Derek blickte ihm einen Moment lang erschüttert hinterher.
Dann wirbelte herum und schnauzte seine ungeladenen Gäste an:
„Was macht ihr Zwei denn hier, verdammt? Was habt ihr überhaupt hier zu suchen?“

„Du bist ja vielleicht ein Schwachkopf!“ gab Peter anstelle einer richtigen Antwort zurück.

Und Braeden bestätigte kopfschüttelnd:
„Ein echter Vollidiot!“

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Feltro 22. Jan 2019

Hi there! I'm an Italian guy, who is currently trying to learn German (and since I am still very bad at it, I thought it was better to write this in English). I wanted to thank you for this wonderful fanfiction.
It's quite advanced for me, so I have to read it very slowly, but I love it! The characters, the places, the scenes, everything is described in a rich and effective way. Reading your work has become for me a very enjoyable way to expand my German vocabulary. Thank you again so much for this!