Der Junge im Bus

vor 2 Mon.
San Francisco im Oktober. Es ist ein kalte Vollmondnacht, Derek ist müde und will bloß noch schnellstmöglich nachhause! Natürlich verreckt ihm gerade jetzt seine blöde Karre. Also gut, dann muss er wohl den verdammten Bus nehmen. Und irgendetwas an dem Typ, der ihm gegenüber sitzt, lässt ihn aufmerksam werden. Honigaugen! Sterek, Pesaac, A..
Teen Wolf Romanze P16-M+M Drama In Arbeit

Followed by a Moonshadow

Gleich würde Derek irgendetwas tun; den Kühlschrank schließen, sich wegdrehen, aufhören ihn so anzuschauen und dieser Moment wäre einfach so vorüber.
Aber Stiles wusste plötzlich, dass er das nicht zulassen konnte. Ehe er selbst es noch richtig begriff, was er tat, legte er einen winzigen, schüchternen und flüchtigen Kuss auf Dereks Lippen.

Der Ältere riss im ersten Moment erschrocken die Augen weit auf. Dann änderte sich sein Blick. Er nahm Stiles ernst und fest ins Visier.

Keiner von ihnen sprach in diesem Moment.

Stiles bewegte sich rückwärts einige Schritte weit fort, bis er den Küchentresen im Rücken spürte. Es war ihm unmöglich zu ergründen, was in Derek nun vorging.

Es war gut möglich, dass Derek jetzt sehr wütend wäre.
Es bestand eine ebenso gute Chance, dass er zornig genug war, um Stiles für das zu schlagen, was er soeben getan hatte.
Und so verhielt sich der Junge ängstlich abwartend.


Derek konnte seinen Blick nicht von Stiles Lippen nehmen; schmal, herzförmig und sensibel geschwungen.
Seine ganze Welt schrumpfte für einen Moment auf diesen kleinen Bildausschnitt zusammen und er fühlte sich fiebrig, was eigentlich nur am Vollmond liegen konnte.

Und nun bewegte er sich sehr langsam auf Stiles zu.

Aus irgendeinem Grund ließ dies den Jungen an einen Wolf denken, der seine Beute in die Enge getrieben hatte.
Und er selbst war in diesem Fall das winzig kleine, zitternde Kaninchen in der Falle.

Dennoch gelang es Stiles irgendwie, einfach still stehen zu bleiben.
Als Derek endlich unmittelbar vor ihm stand, wartete er einfach furchtsam ab, was nun wohl geschehen mochte.

Dereks Hände wanderten hinab zu Stiles Hüften und griffen danach, unerwartet sanft und ohne Eile und dann zog der Ältere ihn zu sich heran, wobei er Stiles immer noch fest aus diesen intensiven, grünen Augen anstarrte.

Dann küsste Derek ihn!

Und an DIESEM Kuss gab es überhaupt nichts Flüchtiges, Schüchternes oder Zurückhaltendes. Er war hungrig und fordernd und schickte kleine, erregende Stromstöße durch Stiles gesamten Körper.
Hinterher blickten beide Männer einander erneut bloß an, doch sie sprachen noch immer noch kein Wort.
Dann schob Derek Stiles vor sich her zum Sofa, wo der Jüngere stolpernd zum Liegen kam und erwartungsvoll hinaufschaute.

Stiles stutzte. Da war ganz kurz so etwas wie ein Glühen in Dereks Blick.
Aber wahrscheinlich war es nur ein merkwürdiges Spiel mit dem Licht gewesen.
Was sollte es sonst sein?

Doch warum zögerte Derek denn jetzt?

Stiles streckte die Hand nach ihm aus:
„Komm!“ flüsterte er.

Und tatsächlich ließ Derek sich nun von Stiles zu sich auf das Sofa ziehen.

Stiles mochte es, wie dessen gesamtes Gewicht auf ihm ruhte. Er legte sanft die Hand in Dereks Nacken und zog dessen Gesicht zu sich hinab.

Was mit zärtlichen, kleinen Küssen begann, entwickelte im Laufe der Zeit immer zu einem wilden Geknutsche, welches Stiles die Hitze ins Gesicht trieb und heiß-kalte Schauer über seinen Körper jagte.
Derek hatte seine Handgelenke gepackt und hielt sie über seinem Kopf fest. Der Griff war fest genug, um später Abdrücke zu hinterlassen, doch das störte Stiles nicht. Im Gegenteil; es gefiel ihm sogar.
Und ihm gefiel auch die Wildheit in Dereks Blick, der sagte: Du bist Mein und du entkommst mir nicht!

Aber dann war plötzlich alles vorbei.
Mittendrin brach Derek einfach ab, setzte sich auf Stiles Hüfte, blickte auf ihn hinab und sagte:
„Ich denke, wir sollten das hier doch lieber lassen. Wollen wir stattdessen nicht einfach eine Pizza bestellen, oder so?

Stiles fühlte sich, als habe Derek ihm ins Gesicht geschlagen:
„Pizza?“ murmelte er verstört: „Wovon redest du eigentlich?“

Derek stieg von Stiles herunter, hockte sich ans andere Ende der Couch und sagte:
„Wir sollten einfach vergessen, dass dies hier passiert ist. Das will doch im Grunde keiner von uns beiden wirklich. Wir haben eine wirklich schöne Freundschaft, die mir viel bedeutet. Das sollten wir uns nicht kaputt machen mit dieser Spielerei.“

In Stiles Ohren rauschte das Blut. Er nahm diese ganze Situation wie durch Nebel wahr, schüttelte den Kopf und dann schrie er:
„Weißt du was, Hale? Du bist ein Idiot! Du bist ein echter Idiot und... ich verschwinde!“

Stiles sprang vom Sofa auf und begann seine Sachen in seinen Rucksack zu stopfen. Und weil er mittlerweile mehr Zeug besaß, als dort hineinpasste, nahm er zusätzlich noch zwei Plastiktüten hinzu.

„Hey, Stiles! Jetzt warte doch mal!“ rief Derek und griff den Jüngeren bei den Schultern.
Stiles fuhr zornig herum und brüllte:
„Fass´ mich gefälligst nicht an, kapiert?“
Dann holte er tief Luft und fügte ruhiger hinzu:
„Ich danke dir für alles was du für mich getan hast. Aber ich... ich muss jetzt gehen!“
Er legte seinen Apartmentschlüssel als Symbol auf dem Küchentresen ab, zog sich seine Jacke über, schnappte sich sein Gepäck und lief zur Tür.

„Stiles, komm´ schon!“ rief Derek ihm hilflos hinterher: „Das muss doch jetzt echt nicht sein! Bitte bleib´ hier und lass´ uns darüber reden.“
Doch er blieb unerhört und die Tür schlug geräuschvoll hinter Stiles zu.

Derek ließ sich mit einem unzufriedenen Seufzen auf das Sofa nieder und vergrub sein Gesicht in den Händen.


Kaum war Stiles unten auf der Straße, begannen auch schon seine Tränen zu fließen, während ein gleichgültiger Vollmond silbrig auf ihn hernieder schien.

Verzweifelt ging Stiles im Kopf seine Optionen durch: Er könnte zu Scott hinüber fahren, doch der würde sicherlich bloß sagen, dass er es doch gleich gewusst hatte, dass mit diesem Derek etwas nicht stimmte und das wollte Stiles gerade echt nicht hören.
Er könnte zu Peter gehen und den Onkel das vollenden lassen, was der Neffe verweigert hatte.
Und einen wütenden, trotzigen Moment lang dachte er ernsthaft darüber nach. Dann jedoch entschied er sich anders.

Mason war noch wach; das behauptete er zumindest am Telefon und er versicherte, dass Stiles selbstverständlich vorbeikommen und bei ihm schlafen könne.

Masons Bett war gerade groß genug für sie beide. Der Junge hielt Stiles fest, als sie nebeneinander lagen und hörte sich geduldig dessen etwas konfusen Bericht des heutigen Abends an, bis Stiles irgendwann endlich müde genug war, um einzuschlafen.

Als Stiles und Mason am nächsten Morgen beim Kaffee in der WG-Küche saßen, murmelte der Jüngere verschlafen:
„In gewisser Weise beneide ich dich ein bisschen. Du weißt nun wenigstens, woran du bist. Ich hänge mit Deaton immer noch in der Schwebe. Wahrscheinlich werde ich nie den Mut finden, klare Verhältnisse zu schaffen, so wie du es nun getan hast.“

„Glaub´ mir: Es ist ein zweifelhaftes Vergnügen!“ murmelte Stiles unzufrieden.

Mason hatte heute die Tagesschicht im Café, also musste er sich fertig machen. Stiles beschloss, sich ihm anzuschließen und sich mit Scott dort zum Frühstück zu treffen.
Auf dem Weg erblickten sie Deaton, welcher gerade dabei war seinen Laden aufzuschließen und der ihnen von weitem zuwinkte.

Unerwartet packte Mason Stiles beim Arm und verkündete:
„Ich tu´s jetzt!“

„Huh?“ machte Stiles ratlos: „Du tust...was?“

Doch da war Mason auch schon verschwunden und Stiles musste ihm hinterherrennen.

Der Junge verschwand hinter Alan Deaton in der Ladentür und Stiles beobachtete durch das Schaufenster, was nun geschehen mochte.


„Hewitt!“ begrüßte Deaton den jungen Mann fröhlich: „Was kann ich für dich tun? Brauchst du etwas zu lesen? Nette Gesellschaft?“ Er blickte den Jungen prüfend an: „Oder brauchst du vielleicht Geld?“

Mason schüttelte den Kopf und verkündete:
„Nein! Das Einzige, was ich von dir brauche ist Klarheit.“
Dann nahm er mit Todesverachtung das Gesicht von Alan Deaton in seine Hände, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn.

Und Deaton küsste ihn zurück.

Hinterher schaute Mason den Älteren erwartungsvoll an, doch der sagte nichts und wirkte ziemlich überrumpelt.
Also war es Mason, der das Wort ergriff:
„Ich bin verliebt in dich, Alan. Schon lange! Ich wollte nur, dass du das weißt!“
Er benutzte den Vornamen. Zum ersten Mal!

„Oh!“ machte Deaton bloß.

„Mehr hast du nicht zu sagen?“ fragte Mason stirnrunzelnd.

Deaton kratze sich am Kopf.
Eine Verlegenheitshandlung:
„Du weißt, wie alt ich bin, oder?“ wollte er wissen.

„Weiß ich und es ist mir piepegal!“ stellte Mason klar:

„Du weißt auch, dass man mich überall für deinen Dad halten wird, wo wir als Paar auftreten würden?“ vergewisserte sich Deaton noch einmal.

Mason zuckte mit den Schultern:
„Du bist es aber nicht, also wen juckt´s?“

„Du bist sechzehn! Ich würde mich strafbar machen, Kleiner.“ warf Deaton ein.

„Und wer soll dich anzeigen? Etwa meine Losereltern, die mich mit fünfzehn auf die Straße gesetzt haben, weil ich schwul bin? Ich liebe dich, Alan! Ich will mit dir zusammen sein. Und du? Was willst du?“

„Mason...!“ sagte Alan gequält.

Der Junge sackte ein wenig in sich zusammen:
„Du willst mich nicht, richtig?“ stellte er niedergeschlagen fest.

Der Buchhändler schaute den Jungen unbehaglich an und einen Moment lang war sich Mason sicher, dass er ihr wegschicken würde, doch dann zog Alan ihn zu einem weiteren Kuss zu sich heran und kommentierte hinterher unbehaglich:
„Gott, ich bin das Letzte!“

Mason schlang die Arme um ihn und versicherte:
„Das bist du nicht! Hol´ mich nach meiner Schicht im Café ab. Wir können bei dir etwas kochen und dann vielleicht...?“

Alan schluckte:
„Und du bist dir ganz sicher?“

Mason nickte, schenkte dem Älteren ein schüchternes Lächeln und einen kleinen Wangenkuss zum Abschied und drehte sich um:
„Bis später! Ich freue mich auf dich!“ rief er noch über die Schulter und dann war er auch schon zur Tür raus.

Deaton blickte dem Jungen fassungslos hinterher.


„Das sah vielversprechend aus.“ stellte Stiles fest, als sein Freund wieder bei ihm war.

„Hab´ mich bei ihm eingeladen. Für Abendessen und... Nachtisch!“ erwiderte Mason und errötete heftig unter seiner braunen Haut: „Ich hoffe bloß, er macht keinen Rückzieher?“

„Das wird er schon nicht!“
Stiles Herz mochte in tausend Scherben liegen, doch er freute sich trotzdem über Masons Happy-End.


Als Scott kam, bedurfte es keiner Worte, um Stiles besten Freund erkennen zu lassen, dass etwas nicht stimmte:
„Was ist passiert Stiles?“ wollte Scott wissen: „Du siehst ja aus, wie eine Wasserleiche!“

„Besten Dank, Kumpel!“ erwiderte Stiles beleidigt.

Scott starrte ihn jedoch lediglich eindringlich an und schließlich rückte Stiles mit der Sprache heraus:
„Ich bin bei Derek ausgezogen!“

„Also doch ein Menschenfresser?“ wollte Scott wissen: „Und du bist mit Ach und Krach Messer und Gabel entkommen?“

„Nein, du Arsch!“ Schimpfte Stiles: „Siehst du? Darum habe ich letzte Nacht auch nicht dich, sondern Mason angerufen! Du bist nämlich total voreingenommen! Derek ist genau der Mensch, als den ich ihn dir beschrieben habe; lieb, großzügig, ein guter Freund... das Problem ist nur: Er will mich nicht!“

Stiles wischte sich mit dem Handrücken über die Augen.
Scott entschuldigte sich und drückte seine Anteilnahme aus, indem er über den Tisch langte und den Arm seines besten Freundes streichelte. Dann ließ er sich von Stiles ausführlich schildern, was vorgefallen war:
„Weißt du, was eigenartig ist?“ wollte dieser hinterher von Scott wissen: „Ich hatte währenddessen das Gefühl, dass es Derek gefallen hätte, was wir tun. Ich hatte sogar das Gefühl er habe eine... also ich meine, ich habe da etwas an meiner Hüfte gespürt, als er auf mir lag. Aber warum sollte er dann hinterher so tun, als ob es nicht so wäre?“

„Vielleicht ist er noch nicht so weit?“ spekulierte Scott: „Möglicherweise gefällt es ihm nicht, dass es ihm gefällt?“

„Das ist aber total dämlich!“ murrte Stiles unzufrieden.

Scott zuckte ratlos mit den Achseln:
„Stimmt!“ bestätigte er.

Sie knabberten eine Weile schweigend an ihrem kontinentalen Frühstück, bis Scott plötzlich fand:
„Aber dann gibt es für dich doch jetzt auch keinen Grund mehr hierzubleiben, oder? Lass´ uns diese Woche hier noch einen drauf machen und dann nehme ich dich mit nach Hause. Was hältst du davon?“

Stiles schüttelte unbehaglich den Kopf:
„Sorry, Bro, aber ich will hier bleiben. Mein neues Leben gefällt mir. Ich mag diese Stadt, diesen Job, meine neuen Freunde. Das einzige, was mir fehlt, ist mein bester Freund in meiner Nähe.“

„Aber was ist mit dem College? Was ist mit deinem Dad?“ fragte Scott und alles an ihm schrie `Enttäuschung´!

„Ich denke daran, mich zum Sommer an der UC San Francisco einzuschreiben. Und ich denke, Dad und ich brauchen beide noch ein bisschen Zeit, bis das mit uns wieder gut werden kann. Unser letztes Telefonat war nicht gerade der Hit. Aber weißt du, was toll wäre? Wenn DU hierher an die Fakultät wechseln würdest! Dann könnten wir zusammen studieren, wie wir es immer schon vorgehabt haben. Und seien wir doch mal ehrlich: Die UC Beacon Hills ist bloß ein popeliges, kleines Provinzcollege. In der Großstadt hast du doch viel mehr Möglichkeiten. Und willst du wirklich dein ganzes Leben in diesem verdammten Kaff versauern, in dem wir aufgewachsen sind?“

„Und was ist mit Allison?“ fragte Scott unglücklich.

Stiles grinste:
„Überrede sie doch einfach, mitzukommen. Es kann eurer Beziehung nur gut tun, wenn du sie dem Einfluss von Ma und Pa Argent entziehen kannst. Diese beiden sind doch total gruselig!“

Scott kratzte sich am Kopf:
„Ich... muss darüber nachdenken. Und mit Allison sprechen.“

Stiles grinste. Er wusste, dass er schon halb gewonnen hatte.

Dann wollte Scott wissen:
„Aber wo willst du denn jetzt wohnen, wenn nicht bei Derek?“

Stiles zuckte mit den Schultern:
„Ich finde schon etwas. Zur Not ziehe ich zu Peter.“

„Du weißt, dass du dafür einen Preis zahlst, oder?“ fragte Scott alarmiert.

Wieder ein Schulterzucken von Stiles:
„Na und? Mich für ihn zu bücken hat zwei Vorteile: Erstens hat Peter viel Erfahrung und kann mir beibringen, wie es geht und zweitens würde es Derek wahnsinnig machen. Und der hat nach letzter Nacht echt eine Strafe verdient!“

„Dieser Peter macht mir eine Gänsehaut. Versprich mir, dass du dich nicht mit ihm einlässt, nur um Derek zu ärgern!“ bat Scott inständig:

„Ich verspreche dir nichts!“ erwiderte Stiles schnaubend: „Hör´ auf, mich dauernd zu bemuttern. Du bist ja schlimmer als ein Elternteil!“

„Bin halt der große Bruder.“ behauptete Scott großspurig.

„Die zwei Monate!“ bellte Stiles und boxte seinem Herzensbruder in den Arm.

„Acht entscheidende Wochen!“ behauptete Scott lachend und erwiderte den Boxhieb.

Stiles revangierte sich noch einmal und plötzlich rangelten die beiden kichernd mitten im Café an dem zierlichen Tischchen, an welchem sie saßen, während alle Köpfe sich nach und nach zu ihnen umdrehten.
Sie ignorierten es geflissentlich, denn es war plötzlich wieder so wie früher, als sie beide noch zusammen zur Schule gegangen sind und das war einfach toll:

„Ich hab´ dich lieb, Bro!“ stieß Stiles hervor und es klang viel dramatischer, als er beabsichtigt hatte: „Komm nach San Francisco und lebe hier!“

Er hatte immer noch nicht bemerkt, dass die Aufmerksamkeit aller Gäste im Café auf ihnen ruhte.
Dann stimmte irgendein Idiot plötzlich an und rief: „Kuss! Kuss! Kuss!“
Und natürlich stimmte das übrige Hornvieh mit ein.

„Sorry!“ murmelte Stiles verlegen, doch Scott lachte nur und stellte fest:
„Na ja es wäre ja schließlich nicht das erste Mal für uns beide!“ und er drückte Stiles einen Kuss auf die Lippen.

Zunächst glotzte Stiles ihn verblüfft an, doch dann bemerkte er kichernd:
„Und es ist DOCH ansteckend! Diese ganzen homophoben Republikaner und die religiösen Fanatiker da draußen haben es immer schon gewusst, doch nun haben wir den Beweis. Sorry, Allison Argent, wo immer du gerade steckst, aber dieser Mann ist nun für die Frauenwelt verloren!“

Scott schüttelte den Kopf und stimmte in Stiles Kichern mit ein.
Und es dauerte nicht lange, bis dieses sich in ein ausgewachsenes Gelächter auswuchs, in dessen Folge einer den anderen vom Stuhl zog und beide schließlich mit einem schweren Zwerchfellkrampf am Boden kullerten.

Und genau so etwas hatte Stiles gebraucht.

`Ich pfeif´ auf dich, Derek Hale!´ dachte er trotzig.

Die Freunde einigten sich darauf, nun besser zu zahlen und aufzubrechen, bevor sie an Stiles Arbeitsplatz noch einen ausgewachsenen Skandal provozierten.
Stiles besorgte sich den Wohnungsschlüssel von Mason, damit er seine Sachen, die noch immer dort lagerten in das Apartment von Scotts Dad schaffen konnte, denn dort würde Stiles bis zu Scotts Abreise erst einmal bleiben.


Stiles übertraf sich heute selbst bei der Auswahl seiner Arbeitskleidung: Skinny-Jeans und darüber ein langes, weites aber unverschämt weit ausgeschnittenes hellblaues T-Shirt mit der Aufschrift: „Try me!“
Um das Ganze perfekt zu machen formte er seine Haare mit Gel zu einer verwegenen Frisur und trug sogar, und dies zum ersten Mal in seinem Leben, ein wenig Guyliner auf.
Er würde die Kerle in den Wahnsinn treiben, aber niemand würde ein Stück von ihm bekommen. So lautete von jetzt an Stiles Plan!

Scott biss sich auf die Zunge, als er seinen Kumpel erblickte und sagte alles, was er mitzuteilen hatte mit den Augen.


Derek blickte angewidert auf das Fertiggericht in der Plastikschale, welche er gerade aus der Mikrowelle geholt hatte. Angeblich sollte es sich um Roastbeef, Kartoffelpüree und Erbsengemüse handeln. Die einzelnen Elemente der vorgeblichen Mahlzeit waren in unterschiedlichen Fächern des Wegwerfbehältnisses untergebracht.
Das Fleisch, welches in braunem Spülwasser badete, war irgendwie blässlich, glasig und in der Mitte von einer fetten, widerlichen Sehne durchzogen. Das Püree war klumpig und hatte einen unnatürlichen Gelbton. Die Erbsen waren winzig und runzlig.
Über den eigenartigen Geruch des Ganzen wollte Derek lieber gar nicht nachdenken.
Als Derek kostete kam es ihm beinahe wieder hoch, doch er hatte Hunger, also zwang er es sich hinein und hatte hinterher ein Völlegefühl, bei gleichzeitiger, totaler Unzufriedenheit.

Irgendwie war es ziemlich still in seinem Apartment fand Derek und legte eine CD mit Arien nach Purcell ein.
Allerdings stellte er schnell fest, dass dies überhaupt nicht seiner Stimmung entsprach, also schaltete er das Radio ein.

Die munter vor sich hin plappernden Diskjockeys entsprachen mehr Dereks Gemütsverfassung.

Seltsam.

Sonst hörte er niemals Radio, weil ihm das Gequatsche furchtbar auf den Wecker ging.

Er blickte sich in seinem Apartment um und stellte fest, dass es ihm so sehr viel besser gefiel: Niemand ließ irgendwo seine getragenen Socken herumliegen, oder sein nasses Handtuch nach dem Duschen.
Keiner fasste beim Kochen sämtliche Schranktüren mit klebrigen Fingern an und kleckerte alles voll.

Endlich hatte Derek wieder seine Ruhe in seinen vier Wänden.

Da fiel ihm die Spielekonsole auf dem Tisch ins Auge, die Stiles einfach hatte stehen lassen.

Derek erhob sich eilig und verstaute sie im Schrank, denn irgendetwas an dem dummen Ding nervte ihn zu Tode, verflucht!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Es wurden noch keine Kommentare geschrieben.