Der Junge im Bus

vor 3 Mon.
San Francisco im Oktober. Es ist ein kalte Vollmondnacht, Derek ist müde und will bloß noch schnellstmöglich nachhause! Natürlich verreckt ihm gerade jetzt seine blöde Karre. Also gut, dann muss er wohl den verdammten Bus nehmen. Und irgendetwas an dem Typ, der ihm gegenüber sitzt, lässt ihn aufmerksam werden. Honigaugen! Sterek, Pesaac, A..
Teen Wolf Romanze P16-M+M Drama In Arbeit

Generationenkonflikt

Derek war gerade im Begriff einzuschlafen, als er etwas spürte, was eigentlich gar nicht sein dürfte:
„Ist nicht dein Ernst, Stiles? Zieh´ sofort deine Hand da wieder raus!“ flüsterte er erschrocken: „Du glaubst doch nicht wirklich, dass hier jetzt irgendetwas läuft, oder? Nebenan schläft dein Vater! Er wird uns doch hören! Das geht nicht! Tut mir leid!“

„Ach, komm´ schon Derek! Mein Dad hat einen sehr festen Schlaf und ich werde auch wirklich ganz brav und leise sein!“ versprach Stiles schnurrend und saugte sich an Dereks Hals fest:

„Du und leise? Das wäre ja mal etwas ganz Neues! Ich laufe mittlerweile nur noch mit gesenktem Haupt durch´s Treppenhaus, weil jeder einzelne meiner Nachbarn eine ziemlich genaue Vorstellung davon haben dürfte, was wir Zwei so treiben.“ murmelte Derek:

„Soll das etwa heißen, du sagst Nein zu mir? Du kannst doch nicht neben mir liegen, SO riechen und dich SO anfühlen und mich dann nicht wollen!“ fragte Stiles empört.

Derek knurrte leise:
„Ich will dich immer. Ich bin sogar total verrückt nach dir, aber es geht einfach nicht, solange dein Vater bei uns ist. Wirklich nicht!“

„Aber er wird eine ganze Woche hier bleiben. So lange halte ich es mit Sicherheit nicht ohne Sex aus.“ klagte der Jüngere:

„Das ist doch Blödsinn.“ stellte der Werwolf klar: „Bevor das mit uns angefangen hat, warst du schließlich eine verdammt lange Zeit ohne und hast es trotzdem überlebt!“

„Das ist doch etwas vollkommen anderes!“ behauptete Stiles: „Jetzt haben wir die Büchse der Pandora nun mal geöffnet und es gibt kein Zurück mehr!“

Und weil Stiles von Derek nun einmal bekam, was Stiles wollte, dauerte es nicht lange, ehe sein Liebhaber sich breitschlagen ließ. Anfänglich gelang es ihnen auch noch ganz gut, den Geräuschpegel niedrig halten, doch irgendwann schien es Stiles dann völlig egal zu sein wer sie hörte, so dass Derek sich gezwungen sah, dem Jungen den Mund zuzuhalten.
Stiles störte das allerdings nicht im Geringsten. Im Grunde war es... Bonus, denn es war verdammt heiß!

„Kleiner Teufel! Du bist wirklich unmöglich!“ schimpfte der Werwolf liebevoll, als sie hinterher nackt, erhitzt und befriedigt nebeneinander lagen.

Stiles reckte sich, um Derek zu küssen und versicherte mit einem Grinsen in der Stimme:
„Ich liebe dich, Grummelwolf“

„Ich muss dich wohl auch lieben, sonst würde ich so etwas Bescheuertes mit Sicherheit nicht tun!“ knurrte der Angesprochene und fügte streng hinzu: „Jetzt wird aber geschlafen, kapiert“

„Süß, dass du denkst, du hättest mir irgendetwas zu sagen.“ gab Stiles zurück und als er Alphaaugen in der Dunkelheit aufblitzen sah, kicherte er.

Derek fragte sich, was er sich mit diesem kleinen Frechdachs bloß eingehandelt hatte?

Andererseits war er noch nie in seinem Leben so glücklich gewesen, wie seit dem Tag, als sie beide ein Paar geworden waren, also war es vielleicht gar nicht so schlimm, dass er hier jegliche Autorität eingebüßt hatte, oder?


John ließ sich am folgenden Morgen nicht anmerken, ob er Stiles und Derek bei ihren mitternächtlichen Aktivitäten gehört hatte. Er verhielt jedenfalls ganz normal.
Und Stiles schien es auch nicht im Geringsten zu jucken!
Allein Derek fühlte sich, als müsse er unter einen Stein kriechen und sich ein Jahrhundert lang schämen. Unter seinem Dreitagebart zeigte sich ein verdächtiger, rosiger Schimmer und er musterte Stiles Vater verstohlen, ob nun vielleicht doch gleich noch das Donnerwetter folgte und Stilinski sie beide fragen würde, ob sie eigentlich den Verstand verloren hätten.

Doch dann gab es plötzlich eine Ablenkung, die Derek einerseits von seinen Qualen erlöste, auch wenn sie andererseits abgesehen davon höchst unwillkommen war, denn kaum war die Luft erfüllt von Kaffeeduft, klingelte es an der Tür.

Stiles, dem klar war, dass dies nur Einer sein konnte, der so früh am Morgen störte, ließ seinen Kopf auf die Platte des Küchentresens sinken:
„Dad! Du musst jetzt sehr tapfer sein!“ stöhnte er: „Denn jetzt lernst du den fantastischen Peter Hale kennen.“

„Verdammt! Ich muss ihm unbedingt endlich diesen Schlüssel abnehmen!“ knurrte Derek, als er hörte, wie ebenjener im Schloss herumgedreht wurde.

Als nächstes stand Dereks Onkel bei ihnen in der Wohnküche, in zerrissener Jeans und tief ausgeschnittenem V-Shirt. Er kam zweifelsohne von irgendeiner Party und ließ nun seinen Blick neugierig von einem zum anderen wandern, ehe er schnurrend fragte:
„Ja H a l l o! Wen haben wir denn da? Das muss Stiles wahnsinnig gutaussehender älterer Bruder sein! Warum sagt mir denn keiner, dass hier gerade ein Familientreffen stattfindet?“
Peter hielt John eine Hand hin, welche dieser unsicher ergriff.

Stiles rollte mit den Augen und Derek bellte:
„Älterer Bruder? Also wirklich Peter. Das ist selbst für dich ziemlich billig! Können wir irgendwas für dich tun, oder darf es ein `Coffee-to-go´ sein?“

„Jetzt sei doch nicht so unhöflich! Der Daddy unserer Prinzessin brennt sicher bereits darauf, mich endlich kennenzulernen?“ Peter hockte sich ungemütlich nah neben John und schenkte ihm sein strahlendstes Lächeln: „Stiles hat mir vollkommen verschwiegen, dass sein Vater so ein unheimlich gutaussehender Mann ist. Sie sind Witwer, richtig Mr. Stilinski!“

John blickte sich hilfesuchend um und Stiles stöhnte:
„Also wirklich Peter! Machst du eigentlich vor gar nichts Halt? Mein Vater ist ein Mann in einem gewissen Alter. Das kann doch nicht dein ernst sein?“

John richtete sich in seinem Sitz auf und murrte empört:
„Klingt, als wäre es am Besten, wenn ich mir gleich mal ein Plätzchen zum Sterben suche, was mein Sohn? Ich bin noch nicht tot, weißt du?“

„Aber Dad! Du weißt doch, wie ich das meine!“ erwiderte Stilinski junior gequält:

„Nein, eigentlich habe ich keine Ahnung, was du meinst!“ murrte John.

Da schaltete Peter sich wieder ein:
„Hören sie am besten gar nicht auf ihn! Sie sind in bemerkenswerter Form. Trainieren sie?“
Er befühlte ausgiebig Johns Bizeps.

„Für den Polizeidienst muss ich mich fit halten. Wir haben da alle zwei Jahre diesen Sporttest...“ erwiderte der Sheriff überrumpelt.

„Ein Polizist!“ schnurrte Peter entzückt: „Ich stehe auf Uniformen!“

Derek wedelte expressiv mit den Augenbrauen und Stiles rollte ein weiteres Mal genervt mit den Augen, doch Peter ignorierte beides, nahm sich ungefragt eine Portion Rührei, einen Kaffee und einen Frühstückbagel, ehe er wieder seinen Platz, beinahe auf Johns Schoß einnahm:
„Und? Was haben wir heute vor, an diesem herrlichen Tag unter der kalifornischen Sonne?“

„Stiles wird seinem Vater seine neuen Freunde vorstellen und ihm die Stadt zeigen, aber DU kommst nicht mit!“ stellte Derek klar:

„Aber sicher komme ich mit! Ohne mich wird das doch eine total öde Veranstaltung. Außerdem habe ich doch Zeit!“ erwiderte Peter, als sei es lediglich sein voller Terminkalender, über den sich irgendeiner der Anwesenden Sorgen machen würde.

Derek blickte Stiles hilflos an, doch dieser zuckte bloß genervt mit den Schultern und so kam es, dass Peter schließlich seinen Willen bekam.
So wie gewöhnlich!


Stiles kam es vor, als habe er seinen Vater seit einer Ewigkeit nicht gesehen und er brannte darauf, ihm alles zu zeigen, was in seinem jetzigen Leben von Bedeutung war. Darum sollte John nun unbedingt all die Menschen treffen, die für ihn eine Rolle spielten. Ihren ersten Halt machten sie in Masons Wohngemeinschaft und sie kamen genau recht für eine Einheit der `Die fünf Tibeter´, eine Art Yoga unter der Anleitung des rauschebärtigen Sunflower.

Derek und John tauschten verwunderte Blicke, Peter rollte stöhnend mit den Augen, doch Stiles schloss sich ihnen kurzerhand an, weil er festgestellt hatte, dass diese Form der Gymnastik sogar hilfreicher gegen sein ADHS war, als eine Dosis Adderall.

Als sie eine Viertelstunde später fertig waren verteilte Stuart kleine Schnapsgläschen mit `goldener Milch´ nicht nur an seine Mitbewohner, sondern auch an die Gäste.

„Was ist denn das überhaupt?“ fragte John misstrauisch und Stiles ahnte, dass sein Vater zweifelsohne irgendwelche pflanzlichen Drogen vermutete:

„Keine Sorge, Dad! Das ist rein pflanzlich: Eine Gewürzpaste, die vorwiegend aus frischem Kurkuma und Ingwer und noch ein paar anderen Sachen besteht. Das Ganze wird in Sojamilch aufgekocht und wenn du willst, kannst du ein wenig Honig hineingeben. Stuart behauptet, er könne damit sogar Krebs heilen, auch wenn ich das für ein bisschen übertrieben halte. Es ist auf jeden Fall furchtbar gesund! Probier´ doch mal!“

Der Sheriff nahm einen vorsichtigen Schluck und runzelte die Stirn angesichts des absonderlichen Aromas.

Nun machte Stiles seinen Dad mit seinen Freunden bekannt und berichtete bei der Gelegenheit ein wenig von den Anfängen zwischen Derek und ihm selbst und auch warum es zeitweise für ihn notwendig gewesen war, sich bei seinem Gönner auszuquartieren.
Der Ältere ließ den Kopf hängen und rechtfertigte sich, dass das nun einmal alles neu für ihn gewesen sei, aber dass er doch am Ende schließlich noch zur Vernunft gekommen sei!

Stiles küsste Derek beschwichtigend und Peter nannte seinen Neffen eine `Pussy´, weil er so lange für die Erkenntnis gebraucht hatte, Stiles zu wollen.

John nahm diese Szene, ebenso wie die eigenartige Wohngemeinschaft skeptisch in Augenschein.
Dies waren nun also die neuen Menschen im Leben seines Sohnes?
Es war nicht ganz das, was er kannte, oder sich vorgestellt hatte.

Nachdem sie ihren Zaubertrank ausgetrunken hatten, machten sich die Stilinskis und die Hales in Begleitung von Mason auf zu ihrem nächsten Ziel; Alan Deatons Buchladen!

Als John die Begrüßung zwischen Mason und dem Buchhändler sah, schluckte er und stellte flüsternd fest:
„Diese beiden sind wohl nicht Vater und Sohn, richtig?“

„Komm´ drüber weg, Dad!“ forderte Stiles: „Ich weiß, dass es erst einmal ein wenig gewöhnungsbedürftig aussehen mag, aber die beiden lieben sich! Und sie passen erstaunlich gut zusammen. Es ist ist in Ordnung!“

John versuchte wirklich aufgeschlossen zu bleiben, aber heimlich sprach er ein Dankgebet, dass es nicht sein Sohn war, der sich einen dreißig Jahre älteren Liebhaber gesucht hatte.

Oder jemanden wie Peter Hale, welcher sich gerade mal wieder frech bei John untergehakt hatte und ihm auf die Pelle rückte.

John blickte sich ein wenig in dem Laden um: Regenbogenfarbener Krempel, Postkarten, Bücherregale und, OH... eine Ecke mit Sex-Toys?
Der Sheriff musterte den Ladeninhaber, welcher den MINDERJÄHRIGEN Jungen an seiner Seite verliebt anblickte und der Polizist in ihm fragte sich, ob er etwas dagegen unternehmen musste.

Stiles wiederum waren diese Blicke natürlich nicht entgangen. Er starrte seinen Vater warnend an und zischte:
„Wehe du mischt dich da ein, Dad!“
Um ganz sicher zu gehen, verabschiedete er sich rasch mit einer Umarmung von Alan und Mason und zog dann seinen Vater aus dem Laden:

„Der Mann ist in meinem Alter, Stiles und wie alt ist dieser Junge? Fünfzehn oder sechzehn? Das ist doch nicht richtig!“ erklärte John:

„Mason ist sechzehn, also ist es legal! Und Alan hat das doch schließlich nicht geplant. Es kam für ihn selbst vollkommen überraschend. Alle Initiative ist allein von Mason ausgegangen. Alan war davor bloß ein väterlicher Freund, der ihm immer wieder geholfen hat, nachdem seine Eltern ihn auf die Straße gesetzt haben. Er ist kein fieser Kinderschänder, oder was auch immer du dir gerade ausmalst und darum wirst du dich da gefälligst heraushalten!“ schimpfte Stiles.

„Ich gebe mir Mühe, Stiles! Ich... ich versuche das alles zu verstehen,...“ erwiderte John kleinlaut: „... aber dein Leben hier ist schon ziemlich... anders. Das musst du zugeben!“

„Das alles war wahrscheinlich ein dumme Idee.“ erwiderte Stiles verletzt: „Vielleicht solltest du einfach wieder nachhause fahren, wenn mein Leben hier dir so zuwider ist, Dad! Gute Reise und ein schönes Leben noch!“
Er war sich halbwegs bewusst, dass er sich da vielleicht gerade in etwas hineinsteigerte. Möglicherweise nahm er das alles ja auch ein bisschen zu persönlich? Aber dieser vernünftige Teil seiner Persönlichkeit, der das alles wusste saß leider gerade nicht am Steuer, sondern es war jener andere, der sich bei Nacht und Nebel aus dem Staub gemacht hatte, weil er den enttäuschten Blick seines Vaters nicht länger ertragen hatte, was ihm dann mehrere Wochen lang ein Leben auf der Straße, mit Kälte, Hunger und Angst beschert hatte.
Und nun war Stiles eben wütend, weil das viel leichter zu ertragen war, als die Angst, die Liebe seines Vaters womöglich verloren zu haben:
„Ich bin stolz auf das was ich bin und ich werde mich nie wieder verstecken! Auch nicht für dich, hörst du Dad? Wenn du also nicht damit klar kommst, dann ist das ganz allein dein Problem!“
Stiles schrie mittlerweile beinahe.

John sah unterdessen aus, als habe sein Sohn ihm ins Gesicht geschlagen, doch da erhielt er Hilfe von unerwarteter Seite:
„Sei nicht so hart zu deinem Vater, Stiles!“ forderte Derek streng: „Du musst ihm doch wenigstens ein bisschen Zeit geben, dass alles zu verstehen. Bleib gefälligst fair!“

Stiles zuckte ein wenig zusammen, ob der scharfen Ansprache von Seiten seines Geliebten und ehe er es selbst noch recht begriff, kullerten ihm vor Schreck auch schon zwei große Tränen über die Wangen.

Derek schickte sich nun an ihn trösten zu wollen, doch John kam ihm zuvor, legte die Arme um seinen Sohn und versicherte:
„Es tut mir leid! Mir tut das alles so furchtbar leid. Ich wünschte, ich hätte diese ganze Sache damals viel besser hinbekommen. Mir wird ganz schlecht bei der Vorstellung, wie es für dich gewesen sein muss, als du ohne Schutz und Geld auf der Straße unterwegs gewesen bist. Und ich bin unendlich dankbar dafür, dass dir nichts Schlimmes zugestoßen ist und du jemanden wie Derek getroffen hast, der für dich da war, als ich es nicht gewesen bin!“
Plötzlich fühlte Stiles sich wie ein überreizter Dreijähriger. Er warf sich an die Brust seines Vaters, krallte sich in dessen Flanellhemd, welches nach Rasierwasser und zuhause roch und murmelte erstickt:
„Es war so furchtbar schwer, Daddy!“
John musste schlucken:
„Ich weiß, mein Kleiner. Aber jetzt ist alles wieder gut!“
Da musste Stiles erst recht heulen.
Und während Dereks kleines Herzchen bei der Szene ein wenig zu bluten begann, rollte sein Onkel gelangweilt mit den Augen und murrte:
„Ist ja gut jetzt, Kinder! Kriegt euch wieder ein! Ihr habt euch alle lieb und reitet in den Sonnenuntergang; kitschige Musik, Abspann und Vorhang! Können wir dann jetzt bitte wieder damit aufhören, gemeinsam zu menstruieren? Das ist echt öde!“

„Du mich auch Peter!“ knurrte Stiles über seine Schulter hinweg und Derek rammte seinem Onkel den Ellenbogen in die Seite und schlug ihm vor, Unzucht mit sich selbst zu treiben.

John tat das einzig Richtige, ignorierte Hale Senior und forderte von Stiles:
„Nun würde ich gern deinen Arbeitsplatz sehen, wenn ich das jetzt noch darf?“

Und so marschierten die vier hinüber in das Café, wo gerade Ethan und Isaac ihre Schicht verrichten und letzterer sah mal wieder so aus, als habe er eine schlimme, schlaflose Nacht voll von düsteren, erschreckenden Alpträumen gehabt. Die blonden Locken standen wild in alle Richtungen und die schönen, großen, blauen Augen waren dunkel umschattet.
Stiles empfand Mitgefühl mit ihm.

„Wen schleppst du uns denn da an, Sonnenschein?“ fragte Ethan munter und begrüßte Stiles mit einem kleinen Kuss auf die Lippen, wodurch sich Dereks Miene augenblicklich verdüsterte, worüber sich wiederum Peter bestens amüsierte.

Stiles bekam davon allerdings nichts mit. Er nahm seinen Vater beim Arm, stellte ihm seine Kollegen vor, führte ihn herum und zeigte ihm alles:
„Es ist der beste Job, den man haben kann und ich bin auch wirklich ziemlich gut darin!“ erklärte er zufrieden und Ethan bestätigte:

„Ihr Sohn ist unser Trinkgeld-König. Die Kunden lieben ihn!“
„Das liegt nur daran, dass er sich bei der Arbeit anzieht, wie eine Nutte!“ blökte Peter unqualifiziert aus dem Hintergrund dazwischen: „Das ist wirklich heiß!“

John riss fragend die Augen weit auf und Stiles zuckte schuldbewusst ein wenig zusammen und behaupte:
„Stimmt doch gar nicht!“

„Stimmt wohl!“ beharrte Peter: „Er hat sogar ein knappes, hautenges Shirt, auf dem das Wort `Slut´ draufsteht! UND er schminkt sich!“

Stiles schickte einen mörderischen Blick gen Peter und erklärte seinem Vater dann kleinlaut:
„Nicht wie eine Frau, oder so! Eher wie ein... Rockstar? Ein bisschen Kajalstift, das ist alles. Und ich mache das nur bei der Arbeit, nicht in meiner Freizeit.“
Er blickte hilfesuchend zu Derek hinüber, doch John versicherte schnell:

„Ist in Ordnung, Stiles. Ich... uhm... ist ja nicht schlimm.“

Damit ließen sie sich an einem der Tische nieder und Ethan nahm ihre Kaffeebestellung auf.

Als sie auf ihre Getränke warteten, fiel Stiles etwas auf, dass ihm ganz und gar nicht passte. Peter zog Isaac praktisch mit den Augen aus und dem Jungen schien das zu gefallen, denn er lächelte ihm schüchtern zu.
Derek und John waren angeregt in ein Gespräch vertieft und bekamen nichts davon mit, doch Stiles packte Dereks Onkel unsanft am Arm, zog ihn zu sich hinüber und zischte leise in dessen Ohr:
„Denk´ nicht mal daran! Isaac ist tabu, kapiert? Er ist zu empfindlich für deine Spielchen. Er braucht jemanden, der ihn liebt und sich um ihn kümmert und kein Scheusal wie dich, dass ihn fickt und dann wegwirft. Wenn du es wagst ihm wehzutun, dann schwöre ich, ich schleife deinen haarigen Arsch zum Tierarzt und der macht diesem Blödsinn ein blutiges Ende!“

Peter machte sich los und erwiderte mit gerümpfter Nase:
„Tierarzt? Du hast aber eine wirklich hässliche Phantasie, Stiles! Und wer sagt denn, dass ich nicht genau das bin, was dieser arme, kleine, getretene Welpe braucht? Ich kann lieb sein, weißt du? Zu dir war ich es schließlich auch.“

„NEIN!“ erwiderte Stiles streng: „Du wirst ihn gefälligst in Frieden lassen!“

Peter grinste diabolisch:
„In Ordnung, Süßer. Aber dann will ich deinen Vater!“

„Pft!“ machte Stiles: „Versuch´ dein Glück. Ich weiß ja, dass du dir an ihm die Zähne ausbeißt!“

„Herausforderung angenommen!“ erwiderte Peter entzückt: „Dann werde ich nicht nur dein Schwiegeronkel, sondern auch deine Stiefmutti sein. Wie gefällt dir das, Prinzessin?“

„Lass´ den Blödsinn, Peter! Das war keine Herausforderung!“ beschwerte sich Stiles doch weiter kam er nicht, denn da kam Ethan mit ihren Getränken und schlug vor:
„Was hältst du davon, wenn wir heute Abend alle in den Club gehen. Vielleicht hat dein Dad ja Lust auf ein wenig Party in seinem Urlaub? Ich könnte auch die anderen fragen; Jackson, Danny, Mason...?“

Stiles winkte heftig ab und behauptete:
„Das ist nichts für meinen Vater!“

„Moment mal! Wieso ist das nichts für mich?“ beschwerte sich John: „Meine Tanzschuhe mögen ja schon ein wenig eingestaubt sein, aber ich hätte mal wieder Lust auszugehen.“

„Aber Dad! Weißt du denn nicht, was das für ein Club ist? Dort... werden nur Männer sein!“ erklärte Stiles:

„Na und? Einem Fossil wie mir wird mir schon keiner an die Wäsche gehen.“ erwiderte John unbeeindruckt und sah dabei nicht, wie sich Peter hinter seinem Rücken grinsend die Hände rieb: „Ich bin dabei!“
„Großartig!“ rief Ethan aus: „Wir treffen uns dann so gegen halb zwölf im Club, abgemacht?“

„Ich freue mich darauf!“ bestätigte John und damit war die Sache entschieden.


Am frühen Nachmittag begann es heftig zu regnen, so dass Stiles Derek und John ihre Sightseeing-Pläne vertagten und sich über einen kleinen Umweg über einen Supermarkt in Dereks Apartment begaben. Peter hatte sich abgesetzt. Er würde erst am Abend wieder zu ihnen stoßen und Stiles stellte sich erst einmal in die Küche, um für Vater und Liebhaber ein Bigosz zu kochen, dass Großmutter Stilinski stolz gemacht hätte.
Als er wieder nach den beiden Männern sah, hatte John gerade Dereks DVD-Sammlung entdeckt und stand schwärmend vor den ganzen Klassikern der Filmgeschichte. Und damit war auch schon die Entscheidung gefallen, was sie bei dem Mistwetter den ganzen Tag anstellen würden, bis es Zeit wurde, sich für den Club fertig zu machen.
Sie schauten zunächst `Ben Hur´, welcher vier Stunden ging und anschließend noch `Denn sie wissen nicht, was sie tun´ und `Casablanca´, bis sie allesamt viereckige Augen hatten.

Als es daran ging, sich zum ausgehen umzuziehen, blickte John unzufrieden an sich hinab, verzog das Gesicht, zupfte an seinem Flanellhemd und an seiner verwaschenen Daddy-Jeans herum und wollte wissen:
„Kann ich wirklich so gehen?“

„Warum nicht?“ fragte Stiles achselzuckend: „Auf dich wird doch sowieso niemand achten!“

John viel die Kinnlade herunter und Derek knuffte Stiles tadelnd mit dem Ellenbogen in die Seite, so dass dieser schnell hinterher schob:
„Ich meine, du willst da doch niemandem Gefallen, oder? Also ist es doch egal, was du anhast!“

„Sich mit dir zu unterhalten ist wirklich ganz schlecht für das Selbstvertrauen, Sohn!“ murrte John unzufrieden und Derek schlug vor:

„Du kannst dich gern in meinem Kleiderschrank umschauen, ob du da etwas findest, was dir gefällt. Hör´ gar nicht auf Stiles!“

Aus Trotz entschied sich John für eine figurbetonte Jeans und ein eng anliegendes, teilweise geknöpftes Shirt, bei dem er die Knöpfe offen ließ und frisierte sich anschließend noch das Haar, mittels Fön und Schaumfestiger.

Stiles fand es lächerlich, wie sein Vater plötzlich auf jugendlich machte, doch er durfte ja nichts sagen, weil er dann ja gleich wieder von seinem Vater oder Derek als seniorenfeindlich bezeichnet werden würde, also drückte er seinem Unmut auf andere Weise aus, nämlich indem er sich herausputzte, als wolle er zur Arbeit gehen. Er wählte hierfür eine Skinny-Jeans und das Oberteil welches hinten nur von Bändern zusammengehalten wurde. Darüber zog er sich seine knappe, hellblaue Jeansjacke und schminkte sich die Augen.
Sein Vater rollte genervt mit den Augen und fragte:
„Hast du nicht vorhin noch gesagt, so ziehst du dich bloß für die Arbeit an, Stiles? Und wie findest du es, wenn er so herumläuft, Derek?“

„Ich hasse es!“ knurrte dieser: „Es steht ihm zwar, aber jetzt werde ich doch den ganzen Abend auf ihn aufpassen müssen!“
Stiles zuckte lediglich gleichgültig mit den Schultern.

In diesem Moment klingelte Peter und als dieser das aufgedonnerte Vater-Sohn-Gespann erblickte, pfiff er anerkennend und erklärte mit einem unverschämten Grinsen:
„Ich hab´ mal einen Porno gesehen, der so anfing! Willst du nicht vielleicht schon mal vorgehen, Derek? Die Jungs und ich kommen dann später nach, wenn wir fertig sind.“

Stiles verzog angewidert das Gesicht und Derek bellte:
„Könntest du dich eventuell ein einziges Mal NICHT wie ein Triebtäter aufführen? Das ist echt widerlich, Peter!“

„Ach! Ihr Leute habt einfach keinen Humor! Ich weiß echt nicht, wieso ihr so verkrampft seid?“ erwiderte Peter munter und hakte sich dann bei John unter, um ihn hinter sich her zur Tür zu ziehen.
Stiles und Derek folgten ihnen.

Als du vier in dem Club eintrafen, waren Stiles Kollegen bereits da. Mason hatte Alan mitgebracht, der sich unter seinen vielen jüngeren Begleitern sichtlich unwohl zu fühlen schien.
Irgendwie hatte Danny es geschafft, auch Jackson zu überreden mitzukommen und dessen geröteten Augen konnte Stiles ansehen, dass Ethan ihn bereits mit reichlich Gras hatte vorglühen lassen.
Er hoffte bloß, dass seinem Vater nichts auffallen möge und er raunte Ethan bei der Begrüßungsumarmung ins Ohr:
„Halt´ dich heute Abend ein bisschen zurück! Mein Dad ist bei der Polizei!“

Dann stellte Stiles John diejenigen vor, die dieser bislang noch nicht kennengelernt hatte. Zu Jackson erklärte er:
„Erinnerst du dich noch an ihn, damals aus Beacon Hills? Wir sind zusammen zur Schule gegangen und er hat mich in der achten Klasse einmal in einen Spind gesperrt. Ich habe dort über zwei Stunden gesteckt, ehe Coach mich gefunden und befreit hat. Aber keine Sorge! Seit damals hat Jackson ein Persönlichkeits-Upgrade erhalten, von `absolut-unerträgliche-widerliche-Pest´ hin zu `nervtötendes-Stinktier´.“

„Du kannst mich mal, Stiles!“ brummte Jackson.
John hingegen begrüßte er mit einem beinahe schüchternen:
„Guten Abend, Sheriff Stilinski!“
Vermutlich war es aber bloß die Angst, festgenommen zu werden, weil er vollkommen stoned war.

Stiles musterte seinen Vater und fürchtete, dass dieser sich in dieser Umgebung unwohl fühlen könnte.
Und tatsächlich wirkte John ein wenig unbehaglich, wie er sich einen Barhocker ein wenig abseits des Trubels sicherte und verstohlen das Publikum an diesem Abend beobachtete.
Sicher war es Stiles Vater nicht geheuer, diese ganzen Männer um sich herum zu sehen, die miteinander tanzten, lachten, oder einander küssten?
Stiles fragte sich plötzlich, wie er das überhaupt hatte zulassen können. Sein Dad gehörte einfach nicht hier her, sondern viel eher vor die Glotze, wo sie sich bei Chips und einem Bierchen ein Spiel anschauten. Für solche Nächte in einem Schwulenclub war er doch viel zu alt und verklemmt!
Und nun tauchte auch noch Peter auf, bewaffnet mit einem Bier für John und sich selbst.

„Nett, dass du an uns alle gedacht hast!“ kommentierte Derek sarkastisch, doch Peter lachte bloß und konterte:
„Wer bin ich? Deine Mutter? Hol dir selbst was, wenn du Durst hast, oder muss ich dich stillen?“ ehe er sich neben John niederließ und ihm zuraunte, dass er wirklich heiß aussähe.

Und Stiles glaubte seinen Augen nicht trauen zu können, denn sein Vater bedankte sich artig und schien tatsächlich ein kleines bisschen zu erröten, wie so ein saublödes Schulmädchen!
Was war das hier? Die `Twilight-Zone´ etwa?

„Das gefällt mir nicht!“ zischte er Derek zu: „Es kann doch nicht sein, dass dein verkommener Onkel sogar bei jemandem wie meinem Vater landet! Was ist denn das? Irgend so ein Werwolfs-Voodoo? Haben solche wie ihr vielleicht Zauber-Pheromone, mit denen ihr uns arme Normalsterbliche betört und herumkriegt, oder was passiert hier gerade?“

„Entspann´ dich Stiles. Am Ende wird Peter sich an John dennoch die Fänge ausbeißen! Aber überleg´ doch mal! Wie lange ist dein Vater schon Single? Zehn Jahre, oder so? Jeder braucht doch mal ein bisschen Bestätigung. Und das beherrscht Peter nun einmal; er versteht es wie kein anderer, seinem Gegenüber das Gefühl zu geben, attraktiv, interessant und einzigartig zu sein!“ erklärte Derek und schickte ein verschnupftes: „Aber das muss ich DIR jawohl nicht erklären, Stiles richtig? Sicher, dass du nicht bloß sauer bist, dass mein Onkel mit seinem Interesse nun auf ein neues Objekt umgeschwenkt ist?“

„Spinnst du?“ fragte Stiles entrüstet: „DU bist alles was ich brauche und deine Eifersucht auf Peter ist wirklich albern! Aber ausgerechnet mein Vater? Schreckt dein Onkel eigentlich vor nichts zurück. Ich meine... Dad ist doch schon total alt! Das ist völlig unangemessen!“

Derek schüttelte nachsichtig den Kopf und kommentierte:
„Dafür, dass du so viel Aufhebens um deine eigene sexuelle Selbstbestimmung machst und deinem Vater sogar mit totalem Kontaktabbruch drohst, wenn er dich nicht so akzeptiert, wie du bist, bist du aber sehr schnell dabei, deinem alten Herrn seine eigene Sexualität abzusprechen. John ist nicht alt! Er ist ein gutaussehender, junggebliebener Mann in seinen Fünfzigern, der noch eine ganze Menge Leben vor sich hat. Er hat eine Ewigkeit um seine Gefährtin getrauert, doch jetzt scheint er endlich bereit zu sein, wieder ins Leben zurückzukehren. Und gerade du solltest ihm dabei nicht im Weg stehen. Er will sich doch bloß ein bisschen amüsieren! Was ist schon dabei? Und außerdem denke ich, er ist heute bloß mitgekommen, um dir zu beweisen, dass er aufgeschlossen ist und dein heutiges Leben akzeptiert. Wenn du mich fragst; dafür verdient er dein Lob und keine Schelte!“

Stiles wollte gerade heftig protestieren, doch Derek kam ihm zuvor, stopfte ihm den Mund mit einem wahrlich spektakulären Kuss und forderte dann:
„Und nun überlassen wir deinen Vater Peter und du tanzt mit, denn du siehst heute so unwahrscheinlich heiß aus, dass ich am liebsten jetzt auf der Stelle mit dir schlafen würde. Und weil das nicht geht, will ich mich wenigstens in einem Meer schwitzender Leiber ganz eng an dir reiben.“

Stiles hätte nun eigentlich auf seinem Standpunkt beharren müssen, doch irgendwie hatte er durch Dereks letzte Worte und seinen hungrigen Blick vergessen, worüber sie eigentlich gerade gesprochen hatten.
Und so tanzten sie, rieben sich ausgiebig, kühlten sich bei Bedarf mit kalten Getränken ab und zwischendurch tanzte Stiles auch mal im Sandwich zwischen Ethan und Danny, was Derek zähneknirschend duldete, oder aber mit Isaac.

Jackson, der anfänglich noch bei ihnen gestanden hatte, war irgendwann verschwunden. Später erblickte Stiles ihn bei den Toiletten, die Hand auf dem Arsch irgendeines heißen Kerls, verwickelt in einen hemmungslosen Zungenringkampf.
Stiles war darüber nicht wirklich erstaunt, denn er wusste ja bereits, dass es lediglich dreier Biere bedurfte, um aus dem aufrechten Heterosexuellen eine liebeshungrige Queen zu machen.

Innerlich wünschte er dem kleinen Arschloch viel Spaß.

Gegen halb vier fand Stiles, dass es Zeit sei, nachhause zu fahren, doch sein Vater verblüffte ihn mit der Erklärung, dass er noch ein wenig bleiben werde, da er sich gerade wirklich gut amüsiere.

Stiles hatte offenbar ein Veto, doch Derek, dem die Aussicht auf eine sturmfreie Bude scheinbar ganz recht war, kam ihm zuvor, indem er sagte:
„In Ordnung, John! Amüsier´ dich gut!“
An Stiles gewandt fügte er hinzu:
„Gib deinem Vater deinen Schlüssel, Baby, damit er sich später selbst hereinlassen kann!“
Und weil der Werwolf es plötzlich sehr eilig hatte, zog er diesen dann auch höchstselbst aus der Hosentasche seines Liebhabers, um ihn John zuzuwerfen. Dann zerrte er Stiles hinter sich her, so dass diesem nichts weiter übrig blieb, als einen hilflosen Blick zurückzuwerfen auf seinen armen, alten gebrechlichen Vater, der zurückblieb in den Fängen eines sexuellen Raubtieres wie Peter Hale!

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