Schlaflos

vor 3 Mon.
„Ich geb´ dir tausend für die ganze Nacht; fünfhundert vorher und fünfhundert hinterher!“ Derek hat schon alles versucht, um endlich wieder einmal eine Nacht durchschlafen zu können, außer dieser einen Sache! (Sterek, AU)
Teen Wolf Drama P18-M+M Romanze In Arbeit

Unterwegs mit Mädchen

„Und? Gehen wir jetzt feiern, oder wie?“ fragte Stiles, als sie in der Apotheke in der Schlange standen, um das Rezept für Scotts Antibiotikum einzulösen.

Sein Freund schüttelte heftig den Kopf:
„Ich feiere das erst, wenn ich diese widerliche Sache wieder los bin und wir in einem Monat die endgültigen Testergebnisse haben!“ bestimmte er.

Später, als sie wieder zuhause waren und nebeneinander auf dem Sofa hockten, wollte Scott wissen:
„Findest du mich jetzt eigentlich eklig?“
Er blickte Stiles elend an und spülte seine erste Tablette mit einem Glas Fruchtpunsch herunter.
„Spinner!“ erwiderte sein bester Freund lachend und drückte ihm einen dicken Schmatzer auf die Lippen.

„Nicht!“ rief Scott erschrocken aus: „Was, wenn ich dich anstecke?“

Stiles Lachen wurde noch ein wenig lauter:
„Wie sollte das denn funktionieren? Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hast du die Chlamydien doch in deinem... na ja, du hast sie zumindest nicht in deinem Mund! Und darum musst du dir auch keine Sorgen machen! Außerdem bleibt dir auf diese Weise ein peinliches Gespräch mit Allison erspart!“

„Und was ist mit früheren Freiern? Meinst du nicht, ich muss es irgendeinem von denen sagen?“ fragte Scott und dabei stand ihm das Grauen angesichts dieser Aussicht ins Gesicht geschrieben:

„Spinnst du? Sie machen das doch schließlich auf eigenes Risiko und sollen gefälligst selbst zum Arzt gehen. Du hast doch keine Verantwortung für die Typen!“ gab Stiles entrüstet zurück.

Scott zuckte mit den Achseln:
„Chlamydien.“ murmelte er vor sich hin: „Davon habe ich vorher überhaupt noch nie etwas gehört.“

„Ich finde, es klingt ganz harmlos. Es könnte auch der Name von etwas Botanischem sein; von einem Zierstrauch vielleicht, oder von irgendeinem aus der Mode gekommenen Gemüse?“ witzelte Stiles.

Scott machte ein angewidertes Gesicht:
„Lach´ du nur, du Blödmann. Wir unterhalten uns weiter, wenn dir irgendwann mal so eine widerliche Botanik im Arsch wächst!“

Stiles rollte sich kichernd auf Scott und kuschelte sich an ihn:
„Ich will doch bloß, dass du anfängst, das Ganze ein wenig lockerer zu sehen. Wie es aussieht haben wir beide ziemlich viel Glück gehabt und das ist schließlich ein Grund, sich zu freuen!“

„Ich hasse dich, Stiles!“ murrte Scott und schlang die Arme um seinen besten Freund.


Kate und Derek hatten im Hotel eine Suite mit getrennten Schlafzimmer, aber einem gemeinsamen Wohnbereich gebucht. Dennoch war es so, dass sie einander kaum zu sehen bekamen, weil Derek ständig zu arbeiteten schien, so wie auch jetzt gerade wieder. Der Zimmerservice hatte soeben ihr Essen gebracht, doch Kate saß natürlich wieder einmal allein am Tisch, während die Portion von Derek kalt wurde, weil dieser gerade eine Videokonferenz mit Europa hatte.
Und wenn sie dann doch einmal fünf Minuten Zeit für einander hatten, um zu reden, dann sprach Derek unter Garantie immer nur über Stiles; darüber wie lieb dieser sei, wie gut er ihm täte, wie er ihm helfe, nachts zu schlafen, wie süß sein Lächeln wäre...
Davon konnte einem doch einfach nur schlecht werden!

Kate wusste sie musste diese kleine Made einfach irgendwie loswerden! Und wenn ihr Charme und ihre Reize dafür wirklich nicht ausreichen sollten, dann würden sich zur Not auch andere Wege finden lassen. Ein tragischer Unfall, der Derek untröstlich zurückließe zum Beispiel? Spätestens dann würde Kates Stunde schlagen. Sie würde die Verständnisvolle spielen und Derek sich an ihrem Busen ausweinen lassen, bis der kleine Stiles irgendwann nur noch eine blasse Erinnerung wäre.

Mit diesem Plan B war Kate hochzufrieden, doch noch war sie mit ihrem Latein nicht am Ende!


Weil Scott nun tagsüber arbeitete, spielte Stiles zuhause erst einmal die brave, kleine Hausfrau, putzte das Bad, bezog die Betten frisch, wusch Wäsche, saugte Staub und reinigte den Käfig seiner kleinen Häschenfamilie. Als das erledigt war, ging er in die Bibliothek und stöberte ein wenig in den Fachbüchern für Kriminalistik, denn er dachte sich, es könnte nicht schaden vorbereitet zu sein, falls die Uni ihn zu einem Vorstellungsgespräch einladen sollte.

Am Abend hatte er versprochen, für Scott und Allison zu kochen, um die Frau, die seinem besten Freund so sehr den Kopf verdreht hatte besser kennenzulernen, also ging auf dem Heimweg noch rasch in den Supermarkt.
An der Kasse traf er zufällig Danny. Dieser hatte einen Freier im Schlepptau, doch den ließ dieser für einen Augenblick links liegen und begrüßte Stiles freudig mit einer Umarmung:
„Hey, Kumpel! Ich hatte schon Angst, Scott und dir sei etwas zugestoßen?“ rief er aus.

Danny war früher zwar nicht unbedingt ein Freund gewesen, aber Scott und Stiles hatten ihn dennoch immer irgendwie gern gehabt. Er war netter, als die meisten Jungs im Geschäft. Eigentlich war er sogar ZU nett, um sich zu prostituieren, hatte Stiles manchmal gedacht. Man hatte immer irgendwie das Gefühl, man müsse ihn vor der bösen Welt beschützen. Andererseits war er ein großer, starker Kerl, der nicht vor allzu viel Angst haben musste. Es ging eher um Dannys kleines Herzchen, dass Stiles manches Mal Sorgen bereitet hatte:

„Scott und mir geht es gut!“ beantwortet Stiles die Frage: „Wir sind bloß zu ein wenig Geld gekommen und sind deshalb aus dem Business ausgestiegen.“

Danny zog fragend die Augenbrauen hoch:
„Habt ihr in der Lotterie gewonnen, oder wie?“ wollte er wissen:

„Etwas in der Art.“ erwiderte Stiles geheimnisvoll:

„Fein! Du musst es mir ja nicht sagen!“ entgegnete Danny nun ein wenig eingeschnappt.

Natürlich hätte Stiles ihm alles erzählen können, doch er hatte irgendwie das Gefühl Dereks Identität und alles, was mit ihm zu tun hatte schützen zu müssen:

„Ich kann es dir leider nicht sagen. Tut mir leid!“ murmelte er stattdessen entschuldigend:

„Also habt ihr beide ein krummes Ding gedreht!“ stellte Danny:

Stiles sagte nichts dazu und machte lediglich ein vielsagendes Gesicht und Danny ließ es auf sich beruhen.

Sie unterhielten sich noch ein Weilchen, während sie ihre Einkäufe bezahlten, doch dann wurde Dannys Kunde mit einem Mal ungeduldig und so tauschten sie noch schnell Telefonnummern aus, versprachen, sich bald mal zu treffen und gingen dann wider auseinander.

Das Abendessen mit Allison war angenehm. Stiles mochte sie und er mochte es insbesondere, wie sie Scott anschaute: Voller Zuneigung!
Ein wenig fühlte es sich an, wie das erste Treffen bei den zukünftigen Schwiegereltern und Stiles gefiel sich gut in der Rolle von Scotts Stiefmutter.
Es gab Thai-Curry, welches großes Lob erntete.
Stiles hatte sich mit bedacht für dieses Rezept entschieden, denn es war leicht , weil nichts der Erotik so abträglich war, wie ein aufgeblähter Bauch. Außerdem würde die leichte Schärfe das Blut der Liebenden ein wenig erhitzen und schließlich wollte Allison heute zum ersten Mal hier bei Scott übernachten.
Stiles stellte sich schon mal darauf ein, mit Ohrstöpseln zu schlafen, um das Liebesgeflüster nicht zu hören.

Nach dem Essen saßen sie noch ein Weilchen beisammen und redeten, doch es war dem Paar anzumerken, dass sie darauf brannten sich endlich zurückzuziehen, um unter sich zu sein und so traf es sich ganz gut, dass irgendwann Derek anrief.

„Du klingst erschöpft, Baby!“ stellte Stiles fest:

„Der Jet-Lag und ein Haufen Arbeit sind schuld. Außerdem ist Kate irgendwie enttäuscht, weil ich keine rechte Zeit für sie habe.“ erklärte Derek: „Aber ich habe ihr versprochen, dass wir am Donnerstag noch einmal einen drauf machen, ehe wir am Freitag wieder in den Flieger steigen werden.“

„Aber warum legst du dich nicht jetzt ein wenig hin und ruhst dich aus!“ fragte Stiles sanft: „Das wird dir sicher gut tun.“

„Geht nicht!“ seufzte Derek: „Hier ist vier Uhr morgens und mein Arbeitstag fängt doch praktisch gerade erst an. Gerade sitze ich hier und überarbeite ein Kundenportfolio und nachher habe ich zwei wichtige Konferenzen und ein Mittagessen mit ein paar unserer Hauptaktionäre. Ich komme frühestens in sieben Stunden ins Bett.“

„In Ordnung, dann ist es hier bei uns drei Uhr morgens. Ich stelle mir den Wecker und warte auf deinen Anruf, damit ich dich dann in den Schlaf quatschen kann!“ bestimmte Stiles:

„Nein, das kann ich dir nicht schon wieder antun.“ wehrte sich Derek: „Du brauchst doch auch deinen Schlaf.“

„Keine Widerrede! Ich bin jung und stecke das weg! Um drei Uhr also und wenn DU nicht anrufst, dann rufe ICH DICH an!“ drohte Stiles an: „Und nun sieh´ zu, dass jemand dir einen starken Kaffee bringt, damit du durchhältst. Pass´ gut auf dich auf, Großer. Bis später!“
Er hängte auf, ehe Derek noch etwas hätte erwidern können und dem Geschäftsmann blieb nichts anderes übrig, als sich geschlagen zu geben. Er grinste den Hörer an und schüttelte leicht den Kopf. Dieser kleine Frechdachs gab ihm also einfach so irgendwelche Anweisungen!
Na sowas!

Doch Derek, der große Über-Boss fand das irgendwie erfrischend.


Nachdem sie einmal so angefangen hatten, setzen sie es auch in derselben Weise fort: Gegen Abend rief Derek an, um von seinem Tages zu berichten und Stiles hörte sich alles geduldig an und morgens gegen drei Uhr kalifornischer Zeit, wenn Derek endlich zu Bett ging, nahmen sie Kontakt via Skype auf und hielten ihn solange, bis es für den Geschäftsmann wieder Zeit wurde aufzustehen. Und trotz der großen Entfernung zwischen ihnen beiden funktionierte ihr kleines Arrangement trotzdem irgendwie recht gut.


Kate hatte in ihrer Tokio-Woche einige ziemlich stressige Fototermine angenommen und es war immer derselbe Fotograf, ein gewisser Alex Shane, vor dessen Linse sie dann zu posieren hatte. Sie kannte diese dumme, kleine Schwuchtel bereits einige Jahre und konnte ihn einfach nicht leiden, doch das beruhte ohne Zweifel auch auf Gegenseitigkeit. Alex ließ keine Gelegenheit aus, Kate zu provozieren. Bereits am ersten Tag hatte er tatsächlich den Nerv gehabt, sie ein zweites Mal in die Maske zu schicken, mit der Begründung, sie würde müde und alt aussehen. Beim nächsten Fotoshooting hatte er ihr dann auch noch geraten so schnell wie möglich mindestens fünf Kilo abzunehmen, denn so wie sie jetzt aussähe, müsse er die Fotos ja hinterher noch stundenlang mit einem Bildbearbeitungsprogramm retuschieren und das würden die Kunden auf die Dauer auch nicht hinnehmen und dass wäre es dann für ihre Karriere gewesen!

Kate hatte das alles mit einem Lächeln und einem charmanten Spruch überspielt, doch am nächsten Tag hatte sie dafür beim Mittagessen Alex Salat mit einer doppelten Dosis Abführmittel gewürzt und da war es plötzlich der Fotofraf gewesen, der gar nicht mehr so taufrisch aussah.
Am Besten gefiel es Kate, dass der winselnde, kleine Waschlappen offensichtlich tatsächlich glaubte, er müsse nun sterben, als die Scheißerei einmal losging.

Für Kate, die anderen Models und den Rest der Crew hatte das an diesem Tag einen frühen Feierabend bedeutet und Kate hatte sich noch Stunden später beinahe nassgemacht vor Lachen über ihren kleinen Streich.
Später im Hotel hatte sie eigentlich Derek davon erzählen wollen, doch sie ahnte bereits, dass dieser das nicht so witzig finden würde wie sie, denn er hatte gelegentlich diese unglaublich langweiligen Gutmenschen-Anwandlungen, aber diese verzärtelte Überempfindlichkeit würde Kate ihm schon noch austreiben, wenn sie erst einmal verheiratet wären.
Sie glaubte nicht an das Märchen, dass man den Einen träfe, der perfekt zu einem passte. Männer mussten geformt und erzogen werden!


Es war wirklich saudämlich, doch Stiles musste sich eingestehen, wie sehr er Derek vermisste. Er hatte sich daran gewöhnt, mit ihm in einem Bett zu schlafen und ihn jeden Tag um sich zu haben.

Irgendwie hatte es Stiles beruhigt, dass bislang nichts darauf hingedeutet hatte, dass Kate auch nur die kleinste Chance hatte, Derek wieder für sich zu gewinnen, doch heute war Donnerstag, der Tag ihres großen Dates und da würde Kate mit Sicherheit noch einmal alle Register ziehen, weil sie wusste, dass ihr die Zeit weglief.

Und Stiles war nervös!

„Jetzt zieh´ doch nicht so ein Gesicht!“ forderte Scott am Frühstückstisch: „Es gibt gute Neuigkeiten! Deaton hat mir nämlich heute freigegeben, damit ich meinen besten Freund aufmuntern kann und weißt du, was wir tun werden? Wir rufen die Mädchen an und fragen sie, ob sie mit uns an den Strand wollen! Das Wetter soll herrlich werden! Und heute Abend gehen wir dann allesamt aus und tanzen uns den Blues aus dem Leib! Was sagst du dazu?“

„Hm...“ machte Stiles und zog ein Schnäuzchen: „Wenn du meinst?“
Er stütze das Kinn auf die Fäuste und brummte unzufrieden:
„Was, wenn Kate am Ende bekommt, was sie will? Es ist total beknackt, aber ich würde mich dann wirklich wie der verlassene Freund fühlen, auch wenn das zwischen uns beiden doch alles bloß Theater ist.“

Scott seufzte:
„Das liegt daran, weil es das eben NICHT ist! Du liebst ihn schließlich. Ein gewisser Jemand ist bloß zu blöd, das zu bemerken! Vielleicht solltest DU die Initiative ergreifen und ihm nach seiner Rückkehr sagen, was du empfindest?“

Stiles schüttelte entsetzt den Kopf:
„Unmöglich! Damit mache ich doch alles kaputt! Ich habe immerhin einen Vertrag unterschrieben und da wäre das doch total unprofessionell! Ich will, dass Derek weiß, dass er sich auf mich verlassen kann. Ich bin nicht in der Position, irgendwelche Ansprüche anzumelden. Und ich komme mit der Situation klar. Ich habe schließlich alles, was man sich nur wünschen kann, jedenfalls solange diese blöde Bitch nicht alles kaputt macht.“

Scott schenkte ihm einen traurigen Blick, schlang die Arme um ihn und murmelte:
„Ich mache mir Sorgen, dass dir das Herz gebrochen wird. Du hast mehr verdient, als diese merkwürdige Scharade zwischen Derek und dir. Du verdienst es, dass jemand zu dir sagt `Ich liebe dich!´“

„Dafür habe ich doch dich!“ erwiderte Stiles mit einem kleinen Grinsen: „Mach´ dir keine Sorgen Bro! Ich passe schon auf mich auf.“


Um ein Uhr holten Scott und Stiles die Mädchen mit dem Jeep ab. Lydia wurde mit Wangenküssen begrüßt, doch als sie dasselbe auch mit Malia versuchen wollten, knurrte diese:
„Rührt mich an und ihr erfahrt, was Schmerzen sind!“

„Ignoriert sie einfach! Es ist noch zu früh für sie und außerdem hat sie PMS. Wir lassen sie noch ein bisschen schlafen und füttern sie später mit Schokolade und dann wird das schon!“ behauptete Lydia und wurde dafür angeknurrt.

Die vier Freude hielten noch rasch an einem Supermarkt, um für ein Picknick einzukaufen und Scott und Stiles sorgten dafür, dass reichlich Schokolade dabei wäre, um das prämenstruelle Raubtier in ihrer Mitte damit friedlich zu stimmen.

Am Strand fanden sie ein sonniges, windstilles, etwas abgelegenes Plätzchen und Malia flegelte sich sogleich auf ihr Handtuch, um erst einmal ein Nickerchen zu machen. Stiles stellte einen Sonnenschirm für Lydia auf, damit die empfindliche Haut der süßen Erdbeerblondine nicht verbrannte, schmierte sich dann mit Sonnencreme ein und legte sich zu Malia, um ebenfalls ein wenig zu ruhen, da seine `Nachtdienste´ inklusive Telefonkonferenz nach Tokio ihn doch ein bisschen müde machten.

Scott setzte sich zu Lydia und diese wollte von ihm wissen:
„Und? Was gibt es Neues bei euch Jungs?“

„Ich habe jetzt einen Hund!“ erwiderte Scott mit einem jungenhaften Grinsen und kraulte den Kopf von Skippy, welcher besitzergreifend den Schoß seine Herrchens erobert und sich dort breit gemacht hatte. Und unter leichtem Erröten fügte Scott hinzu:
„Außerdem habe ich seit neuestem eine Beziehung!“

Lydia lächelte und wollte wissen:
„Und? Wo ist der Traumprinz? Warum hast du ihn nicht mitgebracht?“

Scotts Röte intensivierten sich und seine Ohren schienen nun beinahe Feuer zu fangen:
„Es ist ein Mädchen!“ gab er zu: „Findest du das schlimm?“

Lydia musste lachen:
„Was sollte daran schlimm sein.“ Und mit Blick auf die schlafende Malia fügte sie hinzu: „Ich kann dich sogar sehr gut verstehen.“

„Aber nun bin ich nicht mehr so wie ihr Drei!“ murmelte er unzufrieden: „Und außerdem ist es schwierig. Sie ist die Tochter von Chris Argent, auf dessen Party wir damals gewesen sind, erinnerst du dich? Sie spielt doch in einer völlig anderen Liga als jemand wie ich! Außerdem kann ich ihr nicht die Wahrheit über mich sagen, weil es Stiles und Dereks Geheimnis aufdecken würde. Und welches Mädchen möchte schon mit einem ehemaligen Stricher zusammen sein?“

„Hm...“ machte Lydia: „Durch meine Arbeit im Club kenne ich eine Menge reicher Leute, doch du glaubst gar nicht, was manche von ihnen für ein schlechtes Benehmen an den Tag legen. Einige sind sogar richtige Schweine! Glaub´ mir einfach, wenn ich dir versichere, dass diese Typen mit Sicherheit nicht automatisch die „bessere Gesellschaft“ sind. Aber diese Allison scheint ein wirklich nettes Mädchen zu sein. Ich habe auf der Party kurz mit ihr geredet und ich hatte den Eindruck, dass sie die Menschen nicht nach ihrem Schulabschluss oder nach der Dicke ihrer Brieftasche beurteilt. Wenn ich du wäre, dann würde ich abwarten, bis ihr euch noch ein bisschen besser kennt und du dir sicher bist, dass du ihr vertrauen kannst und dann verrätst du ihr alles über dich, was es zu wissen gibt. Ich bin sicher, dass es für sie kein allzu großes Problem darstellen wird und dass sie es irgendwie verstehen wird, wenn sie dich wirklich liebt.“

Scott blickte die Rothaarige zweifelnd an und antwortete:
„Meinst du? Das hoffe ich sehr, aber es fällt mir schwer, das zu glauben.“
Und nach einer kurzen, nachdenklichen Pause fügte er hinzu:
„Aber weißt du, was am Schlimmsten ist? Das Ganze ist totales Neuland für mich. Ich weiß doch gar nicht, was Mädchen sich wünschen, wenn man... ES tut? Wie .. na ja...wie sorgt man denn dafür, dass es ihr gefällt.“

Lydia kicherte:
„Also wirklich Scott!“ erwiderte sie kopfschüttelnd: „ES? Sprichst du vielleicht von Sex? Für jemanden, der sein halbes Leben von käuflichem Sex gelebt hat, bist du echt ganz schön schamhaft!“

Scott ließ den Kopf hängen:
„Aber das mit Allison ist eben ganz anders! Mit ihr WILL ich diese ganzen Dinge tun. Es fühlt sich neu, wundervoll und unschuldig an! Bei den Kerlen war es mir egal, ob es ihnen gefallen hat oder nicht; ich wollte einfach nur das Geld und das war´s und ich war hinterher froh, wenn ich es hinter mir hatte. Von Allison kann ich nicht genug bekommen und wäre am liebsten immer bei ihr, verstehst du? Nur dass ich eben keinen Schimmer habe, ob ich es richtig mache, wenn wir zusammen sind und dass wahnsinnige Angst vor unserem ersten Mal habe.“

„Du hast Glück, denn ich kenne mich in dieser Materie recht gut aus!“ erklärte Lydia selbstbewusst und mit einem vielsagendem Grinsen.
Und nun bekam der arme, überrumpelte Scott erst einmal Nachhilfe in Sachen Anatomie, inklusive einer sehr plastischen Abbildung der weiblichen Genitalien, welche die künstlerisch begabte Lydia für ihren Schüler aus feuchtem Sand angefertigt hatte und deren sexuelle Einsatzmöglichkeiten sie nun hingebungs- und lustvoll vorführte.

Vor lauter Scham dachte der überforderte Scott ein paar mal darüber nach, sich einzugraben um der peinlichen Situation zu entkommen.


Am Abend entschieden die vier Freunde dann tatsächlich zum Tanzen zu gehen und weil Scott natürlich die Sehnsucht überkommen hatte, hatte er Allison ebenfalls dazu eingeladen.
Für Stiles, der Angst hatte, sich in Gesellschaft von zwei Paaren wie das fünfte Rad am Wagen vorzukommen und der außerdem ein wenig Ablenkung von der Vorstellung brauchte, was Derek wohl gerade mit Kate trieb fand, war dies genau der rechte Moment, Danny anzurufen und diesen ebenfalls dazu zu bitten.

In diesem Moment saß er mit ebendiesem an der Bar und sie unterhielten sich, während die anderen Vier miteinander tanzten. Danny hatte berichtet, dass er ebenfalls darüber nachdachte, aus dem horizontalen Gewerbe auszusteigen, ehe er noch den Rest seines Glaubens an die Menschheit verlöre, nur wisse er nicht, was er stattdessen tun könne, denn von irgendwas müsse man schließlich leben und gelernt habe er ja nichts.
Stiles versprach, sich Gedanken zu machen und sich für ihn umzuhören, um für Danny irgendeinen Einstieg in ein seriöses Leben zu finden.
Irgendwann kamen die beiden dann auf früher zu sprechen und auf die anderen Jungs von der Straße und Stiles wollte wissen, ob es irgendetwas Neues gäbe.

Isaac versuche immer, allen Anderen die Freier auszuspannen, berichete Danny und dann sei da ja auch noch diese Sache mit Mason passiert: Ein Freier habe ihn ausgeraubt und böse zusammengeschlagen und nachdem er wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden war, seien er und sein Freund Corey nach San Francisco abgehauen, um dort einen Neuanfang zu versuchen, weil sie gründlich die Schnauze voll gehabt hätten.
Plötzlich änderte sich Dannys Miene und er erklärte stirnrunzelnd:
„Übrigens ist vor einer Weile etwas passiert, dass ich schon fast wieder vergessen hatte. Ich weiß nicht, ob es von Bedeutung ist, aber da war vor einer Weile so ein komischer Typ, der jeden nach dir gefragt hat. Er hatte auch ein Foto dabei und hat Geld für Informationen angeboten? Ich kannte den Kerl nicht und es war keiner von den üblichen Freiern. Er wollte alles Mögliche über dich und deine Vergangenheit wissen, doch keiner wusste wirklich etwas, aber weil einige scharf auf das Geld waren, haben sie sich einfach etwas aus den Fingern gesogen.“

Stiles hatte keine Ahnung, was das wohl bedeuten mochte, ließ sich von Danny eine genaue Beschreibung des Fremden geben, doch diese gab ihm leider auch keinen Aufschluss darüber, wer der Mann wohl gewesen sein könnte und diese Sache hinterließ ein verdammt mulmiges Gefühl in Stiles Magen.


Derek hatte an diesem Morgen tatsächlich doch noch all die restlichen Kleinigkeiten geschafft, welche für seinen Japan-Aufenthalt geplant und bislang noch unerledigt geblieben waren und nun konnte er sich in seinen letzten Stunden hier in Tokio mit gutem Gewissen ein wenig amüsieren.
Kate war bester Laune, obwohl sie in den letzten Tagen zugegebenermaßen ziemlich zu kurz gekommen war, stellte er erleichtert fest.

Zunächst besuchten sie ein japanisches Restaurant und genossen ein wenig die Landesküche, dann ging es zum Shoppen, wobei es beinahe den Eindruck machte, dass Kate sich noch einmal von Grund auf neu einkleiden müsste, während Derek eigentlich nur nach einer hübschen Kleinigkeit für Stiles suchte.
Am Ende schaffte Kate es, Derek zu überreden, mit ihr Cocktails trinken zu gehen, obwohl er beim Gedanken an den stundenlangen Interkontinentalflug am nächsten Tag eigentlich lieber heute nüchtern bleiben wollte, doch Kate konnte nun einmal sehr überzeugend sein:
„Du musst echt mal lockerer werden, Derek und dich mehr amüsieren! Das Leben ist zu kurz und es will gelebt werden!“ zog die ihn auf.


Stiles Unruhe würde mit der Zeit immer größer. Wer konnte das nun gewesen sein, der da nach ihm gesucht und mit Geldscheinen um sich geworfen hatte, bloß um ein paar Informationen über ihn auszugraben?
Er wollte Derek zwar nicht stören, wenn er nach all der harten Arbeit gemeinsam mit Kate sein kleines bisschen Resturlaub genoss, doch gegen drei Uhr morgens, also zu ihrer üblichen Zeit hielt er es schließlich nicht mehr aus und wählte die Nummer.

Und er wurde einfach so weggedrückt? So etwas hatte Derek vorher noch nie getan!

Als er es gleich danach noch einmal versuchte, war Dereks Handy ausgeschaltet.
Nun war Stiles erst recht beunruhigt!


Derek erwachte benommen und mit dröhnendem Schädel im Bett seines Hotelzimmers. Er brauchte einen Moment, ehe er die Situation, in welcher er sich momentan befand, vollständig erfasst hatte: Er hatte keine Erinnerung mehr daran, wie er überhaupt hierher gekommen war, neben dem Bett befanden sich zwei leere Whiskeyflaschen, er selbst war nackt und als er sich umdrehte lag da Kate, ebenfalls ohne ihre Kleider, grinste auf ihn hinab und sagte munter:
„Guten Morgen, du Schlafmütze!“

FUCK!
Was zur Hölle war denn hier geschehen?

Nachwort:

Ich weiß, ihr hasst mich jetzt, aber bitte vertraut mir und habt ein bisschen Geduld mit mir! :-)))
Ich hatte heute ein paar neue Ideen für den Plot und ich glaube, es wird gut!

Liebe Grüße,

Eure Ginger

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