Just human - Eine Harry Styles Fanfiction

vor 8 Mon.
Für Alice läuft im Moment alles genau nach Plan. Sie hat endlich eine Rolle in einem Film und ist die bekannteste Newcomerin in Hollywood. Sie lebt ihren Traum und genießt das Promi- Dasein in vollen Zügen. Nur etwas fehlt ihr: ihre Familie und ihre Freunde. Durch den ganzen Trubel konnte Alice noch keine Kontakte knüpfen. Doch das sollte si..
One Direction Romanze P12 In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Das Interview

"Mir geht es heute nicht so gut, Jenny. Vielleicht sollte ich doch besser zu Hause..."
"Kommt nicht in Frage, Alice. Du versaust dir nun nicht dein wichtiges Interview, weil du Angst hast. Das lasse ich nicht zu", schimpft Jenny. Sie drückt mich zurück in meinen Stuhl und zieht mich im Spiegel mit einem ernsten Blick an. "Ich gebe mir doch nicht stundenlang solch eine Mühe, nur dass du plötzlich kalte Füße kriegen kannst." Sie fährt mir durch meine braunen, schulterlangen Haare und lässt sie sanft auf meine Schultern fallen. Jenny verbrachte die letzten zwei Stunden, mir die Haare zu waschen, die Spitzen zu schneiden und sie glatt und glänzend zu föhnen. Ich habe gefühlt 20 verschiedene Produkte in meinem Haar, doch es scheint zu wirken. Meine Haare sahen nie schöner aus.
"Ohne dich wäre ich wirklich aufgeschmissen", schmeichle ich ihr. Doch es stimmt. Jenny ist mir innerhalb eines Monats echt ans Herz gewachsen. Sie ist bessesen von Klatschzeitungen und kennt immer die neuesten Gerüchte und Geheimnisse der Promis, die sie mir nur zu gerne beim Stylen schildert. Ich versuche ihr zwar ständg zu erklären, dass die Hälfte davon erfunden und die andere Hälfte vollkommen gelogen ist. Doch ihr ist das egal, es ist ihr Hobby und das respektiere ich, wenn auch nur schwer. Sie ist im Moment die einzige Freundin, die ich habe und die möchte ich nicht verlieren.
"Das kannst du laut sagen, Schwester. Falls du jetzt sentimental werden willst, dann lieber jetzt, bevor ich mit dem Make-Up beginne." Ich lache kurz und mache ihr dann verständlich, dass ich ab nun meinen Mund halten werde.
"Du bist nicht die erste Person, die ich für die ELLEN DEGENERES SHOW style. Sie ist wirklich eine tolle Frau und du wirst dich schon nicht zum Affen machen. Und wenn doch, siehst du dabei wenigstens unfassbar heiß aus", zwinkert Jenny mir zur.
"Was ist, wenn ich sie nicht verstehe oder plötzlich kein Englisch mehr sprechen kann und mich alle auslachen und ich die Witzfigur der Nation werde oder als Meme ende...", rede ich panisch.
"Verdammt, Alice!" Jenny rollt mit den Augen. Sie nimmt mein Gesicht fest in ihre Hände und sieht mir tief in die Augen. "Du siehst verdammt nochmal echt scharf aus und das ist dein erstes große Interview im amerikanischen Fernsehen. Natürlich bist du dir unsicher und auch sehr zurückhaltend, aber das weiß Ellen! Sie ist die beste in ihrem Gebiet und wird darauf Rücksicht nehmen. Und du bist nun mal kein Muttersprachler, es wird dir niemand übel nehmen, wenn die Wörter vertauscht oder dir keine einfallen. Trotzdem hast du einen tollen Charakter und das wirst du den Leuten da draußen zeigen, hast du mich verstanden?" Sie wartet kurz auf meine Antwort. Ich bin so erschrocken, dass ich nur mit einem zierlichen "Okay" antworten kann.
In diesem Moment klopft auf auch schon jemand an, um mich abzuholen. Es ist Zeit. Nun gibt es kein Zurück mehr.

"Willkommen zurück, ich hoffe die Pause war Ihnen nicht zu lang und Sie haben mich noch nicht vergessen. Falls doch: Herzlich Willkommen bei der TONIGHT SHOW mit mir, Jimmy Fallon", scherzt Ellen und das Publikum lacht. Egal, was sie sagt, das Publikum findet es lustig. Hoffentlich wird das bei mir auch so sein.
"Ich habe heute einen ganz besonderen Gast. Sie ist eine der neuaufgehenden Sternchen am Hollywoodhimmel und ich freue mich, sie zu ihrem allererstem Interview in einer amerikanischen Talkshow begrüßen zu dürfen. Heute hier aus dem weitentfernten Los Angeles", wieder lachen alle, "Alice Schmidt!"
Das ist mein Stichwort. Ich setze einen Fuß vor den anderen, in der Hoffnung, nicht zu stolpern. Das Publikum rastet total aus. Pfiffe, Schreie, Rufe, Gejubel. Und das alles wegen mir. Ich bekomme eine Gänsehaut. Meine ernste Mine verblasst sofort und ich strahle übers ganze Gesicht. Mein Blick schweift über das Publikum und ich versuche, mir jedes einzelne Gesicht einzuprägen. Bevor ich mich versehe, stehe ich auch schon vor Ellen und schüttel ihr die Hand. Sie zeigt auf die Couch und ich setze mich. Mein Herz rast. Doch nicht aus Angst, sondern aus Freude.
"Wow", staunt Ellen. "Das war mal ein Empfang, nicht wahr?"
Ich antworte nicht, sondern grinse nur vor mich hin. Ellen muss denken, ich sei verrückt.
"Hast du dich an sowas mittlerweile gewöhnt?", fragt sie mich.
Ich lache kurz. "Nein, ich glaube daran kann man sich nie gewöhnen."
"Also, ich habe mich daran gewöhnt", sagt sie mit einem ernsten Blick. Das bringt das Publikum nur wieder zum Lachen. "Aber ich habe ja einen Fehler in meiner Ankündigung gemacht. Du bist gar nicht aus LA, sondern aus Deutschland. Was vermisst du am meisten?"
"Das ist einfach. Das Frühstück." Ich erschrak kurz, als das Publikum lacht. Hatte ich etwa gerade etwas Lustiges gesagt?
"Das Frühstück?", fragt Ellen verwundert. "Was ist denn so anders oder besonders an deutschem Frühstück?"
"Es ist auf jeden Fall viel einfacher und gesünder", lache ich. "Wir Deutschen haben morgens keine Zeit, großartig Eier, Speck oder Pancakes zu zubereiten. Da reicht auch ein Kaffee, Cornflakes oder... ähm..." Nein. Mir fällt ein Wort nicht ein. Verdammt, Alice, wie kann man es umschreiben? Ich habe keine Ahnung, wie man BRÖTCHEN umschreiben kann. Komm schon, streng dich an! ... Ich hab es: roll.
"Das klingt ziemlich langweilig, ich glaube nicht, dass das ein guter Start in den Tag wäre." Ellen zieht ihre Augenbrauen hoch.
"Ich sagte nie, dass wir Deutschen die großen Entertainer wären." Wieder Gelächter aus dem Publikum.
"So, genug Gerede über Deutschland." Ellens Blick fällt auf den kleinen Monitor neben der Kamera. Ich folge ihrem Blick und sehe mich auf dem roten Teppich. "Das war bei den Teen Choice Awards, richtig?"
"Richtig", antworte ich.
"Du sahst wirklich schön aus."
"Vielen Dank. Das habe ich alles nur meiner wundervollen Stylistin zu verdanken." Ich höre Jenny förmlich ausrasten.
"Neben wem hast du gessesen?"
"Rechts von mir saß Zedd und links vor mir saß, ich glaube es war Liam Payne." Das Publikum kreischt, als ich den Namen sage.
"Wow, Liam Payne. Habt ihr Nummern ausgetauscht?", scherzt Ellen.
"Nein", lache ich. "Aber er ist sehr nett und hat mir erklärt, wie das so abläuft, da ich noch nie bei einer Award Show war und somit keine Ahnung von nichts hatte."
"Hat er mit dir geflirtet?" Wieder Gekreische aus dem Publikum. "Ich weiß zufällig, dass er sehr gerne flirtet."
"Ich denke nicht, dass er geflirtet hat." Mir wird die Unterhaltung langsam unangenehm.
"Warst du kein Fan von One Direction?"
"Nicht wirklich", sage ich vorsichtig. Ich möchte nichts Falsches sagen. "Zu der Zeit war es üblich, dass man entweder One Direction Fan oder Justin Bieber Fan war. Und ich war - und bin es noch - ein Belieber. Deswegen habe ich mich nie so wirklich für die Band interessiert. Aber sie hatten auch genug Fans, da hätte ich keinen Unterschied gemacht." Ich lache nervös. Ich hoffe, mein Publicist ist jetzt nicht stinkwütend.
"Und jetzt, wo sich die Band aufgelöst hat und alle ihre eigenen Wege gehen? Hörst du ihre Musik?"
"Ja, sie läuft schließlich im Radio rauf und runter." Das Publikum lacht und nickt zustimmend. "Aber ich finde die Musik, die sie nun individuell machen viel besser, da nun jeder von ihnen ihr eigenes Können unter Beweis stellen und ihre persönliche Note unterbringen können. Das macht die Musik authentischer."
"Wer ist dein Favorit?" Ellen grinst.
"Ähm..." Ich sehe mich im Publikum um. Sie schreien mir abwechselnd die Namen der Jungs zu. "Nur nach der Musik ausgehend...", beginne ich. Ich suche verzweifelt nach jemanden aus meinem Team, doch niemand ist anwesend. "Da ich ja mehr auf unerwartene und ungewöhnliche Dinge stehe", wieder mache eine Pause.
"Ich denke Harry." Mit diesen Worten habe ich nur wieder den Startschuss für ein Kreischkonzert gegeben. "Er hat mich wirklich überrascht, da ich ja nur die Musik von 1D kannte und er etwas komplett anderes gezaubert hat. Ich hätte das nie von ihm erwartet. Und "Sign Of The Times" hat mich umgehauen. Es ist ein wundervolles, starkes Lied und Harry zeigt dort wirklich, was er stimmmäßig drauf hat."
"Das stimmt. Das Lied ist wirklich schön. Hast du ihn schon mal getroffen?", fragt Ellen.
"Nein", antworte ich.
"Er ist ein wirklich netter Mensch und sehr höflich. So wie die anderen Bandmitglieder."
Ich nicke zustimmend. "Vielleicht habe ich ja noch das Glück, sie einmal zu treffen."
"So", Ellen klatscht in die Hände und wendet den Blick von mir ab, um in die Kamera zu sehen. "Das war's für heute. Ich hoffe, Ihnen hat die Show gefallen und wenn nicht", sie zuckt mit den Schultern, "ist mir das auch egal, ich werde trotzdem bezahlt." Wieder Gelächter.
Die rote Lampe der Kamera erlischt. Ich atme erleichtert aus. Ich habe es geschafft.

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