Phases of life - A new life

30.11.17 19:42
„Life is like riding a bicycle. To keep your balance, you must keep moving.“ Die 17-jährige Elisa versucht die Probleme ihrer Vergangenheit hinter sich zu lassen und einen Neuanfang zu wagen. Doch auch dieses neue Leben wird nicht immer einfach sein...
Bis(s) Romanze P16 In Arbeit
Inhaltsverzeichnis

Prolog

„Wir machen eine wohl besser eine kurze Pause damit du verschnaufen kannst.“
Der rothaarige David blieb stehen drehte sich langsam zu mir und meiner anderen Begleiterin um.
Die stundenlange Wanderung, die wir schon hinter uns hatten, hatte weder bei ihm noch bei Lana Spuren hinterlassen.
Mittlerweile musste es nach Mittag sein. Ich hatte schon seit Tagen die Sonne nicht mehr gesehen. Der Himmel erstrahlte in seinem typischen grau mit vereinzelt dunkleren Flecken, die nach Regen aussahen. Lana drückte mir vorsichtig auf die Schulter und deutete dann auf einen Stein in der Nähe.
„Setz dich einen Augenblick und trink etwas.“
Sie begann in ihrem Rucksack zu wühlen und ich ging langsam auf den Stein zu und ließ mich nieder. Der große graue Fels war vom Wetter gezeichnet. Trotz der verschlissenen harten Oberfläche war er im Moment das gemütlichste Sitzmöbel im Umkreis von Kilometern.
Meine Hände legte ich in meinen Schoß und rieb sie vorsichtig aneinander. Meinem Empfinden nach war es für Sommer unglaublich kalt. Wir hatten schon vor einiger Zeit jegliche Zivilisation hinter uns gelassen. Ich hatte keine Ahnung mehr wo wir uns überhaupt befanden. Der Nadelwald, den wir aktuell durchquerten, enthielt kaum richtige Wege. Wir kämpften uns hauptsächlich durch Gebüsch und Unterholz.
„Wir können sofort weiter. Ich brauche nur noch eine Minute.“ Die letzten Worte wurden von einem Hustenanfall fast verschluckt.
Lana fischte die Wasserflasche aus dem Rucksack und übergab diesen an David. Dann kniete sie sich vor mich und reichte mir diese.
„Trink. Wenn wir erst in Folks sind, dann behandeln wir deine Erkältung.“
Vor ein paar Tagen hatte sich eine Erkältung in mir breitgemacht. Die meiste Zeit des Tages verbrachten wir draußen und verfolgten unsere Route, um unser Ziel zu erreichen. Den Schlafsack, der sich ebenfalls im Rucksack befand, hatte ich gestern Nacht noch genutzt. Im Gegensatz zu den anderen beiden benötigte ich wie jeder normale Mensch Schlaf, um wieder auf die Beine zu kommen. Leider war dieser auf dem kalten und feuchten Boden nicht sonderlich erholsam, weshalb meine physische Konstitution auch tagtäglich etwas abnahm.
Vorsichtig streichelte Lana mir über den Kopf und ließ sich neben mir nieder.
„Ich gehe schon mal ein Stück vor und schaue, wo wir den leichtesten Aufstieg haben.“
Mit einem gezielten Wurf bugsierte David den Rucksack ebenfalls auf dem Stein und war verschwunden.
Für meine müden Augen war es schwer zu verfolgen, wo er hin gegangen oder besser gerannt war.
Meine beiden Begleiter waren auf den ersten Blick ein ungleiches Paar. David, der rothaarige Hitzkopf, und Lana, die braunhaarige ruhige Seele. Tief in seinem Inneren konnte David jedoch genau so überlegt sein wie Lana. Sie entgegen konnte auch zur größten Furie werden, wenn sie wollte. Zum Glück hatte ich sie nur einmal in dieser Phase, wie sie es gerne beschrieb, erlebt.
Nachdem ich einige Schlucke Wasser getrunken hatte, wandte ich mich wieder Lana zu.
„Ich bin leider nicht so zäh wie ihr.“, sagte ich scherzhaft.
Lana warf mir einen traurigen Blick zu.
„Es kommt alles wieder in Ordnung, Kleine. Sie werden sich gut um dich kümmern, da bin ich mir sicher.“
Wie schon oft in den letzten Tagen nahm sie mich in den Arm und drückte mich eng an sich. Durch die lange Zeit draußen bemerkte ich die Kälte, die ihr Körper abgab kaum noch. Dennoch spendete diese Umarmung mir Trost und Sicherheit.
Plötzlich erschien David wieder vor uns. Seine kurzen Haare waren durch seine Sprints noch weiter durcheinander geraten. Er erinnerte mich ein bisschen an einen durchgeknallten Professor aus einer Komödie, die ich einmal gesehen hatte. Als ich ihn so sah, konnte ich mir ein kleines Lachen nicht verkneifen.
„Ich hoffe doch, dass du nicht über mich lachst.“, gab er ernst von sich.
Ich schüttelte nur kurz den Kopf und erhob mich von meinem unbequemen Sitz. Lana schulterte den Rucksack wieder und ging einige Schritte vor. David kam auf mich zu und legte mir den Arm um die Schultern.
„Es ist nicht mehr weit. Das letzte Stück schaffen wir heute noch und dann beginnt ein neues Leben für dich.“
Seine goldbraunen Augen strahlten, wie die von Lana, noch immer Hoffnung aus. Diese reichte, um mich wieder aufzurappeln und weiterzumachen. Ich nickte kurz und wir setzten uns wieder in Bewegung.

Etwas später setzte der vom Himmel angekündigte Regen ein. Mit jedem Schritt fiel mir der Nächste schwerer, sodass David schlussendlich beschloss mich Huckepack zu nehmen.
„Jetzt mach nicht schlapp. Wir sind nicht den ganzen Weg gegangen, damit du vorher ins Gras beißt.“
Für diesen Spruch erntete David einen bösen Blick von Lana.
Ich klopfte ihm müde auf die Schulter. „Dann geben wir wohl besser ein bisschen Gas, oder?“, entgegnete ich und schaute kurz zu Lana. Diese schüttelte nur ungläubig die braunen Locken.
David hingegen drehte seinen Kopf in meine Richtung und lächelte mich an.
„Dann halt dich mal gut fest, sonst verliere ich dich noch.“
Ich verstärkte meinen Griff an seinen Schultern und drückte meinen Kopf eng an ihn.
Mit einem Ruck lief er los.

Auf Davids Rücken kam ich langsam zur Ruhe. Ich verfiel in eine Entspannungsphase und schloss meine Augen.
Der Regen ließ irgendwann nach. Da wir jedoch auf die Nacht zugingen, wurde es dennoch nicht mehr heller.
Als ich aus einem Nickerchen erwachte, bemerkte ich das David und Lana wieder normales Tempo angenommen hatten. Die beiden schauten immerzu von links nach rechts. Vorsichtig hob ich meinen Kopf und versuchte ebenfalls etwas im Dunkel zu erkennen.
„Na, du Schlafmütze? Wir sind fast da. Gutes Timing“, entgegnete David mir. Lana streichelte nur kurz über meinen Kopf.
Wir hatten den Nadelwald scheinbar verlassen. Wir befanden uns augenscheinlich in einem Wald, der hauptsächlich aus Laubbäumen bestand. Die Baumkronen verdeckten den Blick auf den Himmel. Die Nacht war aber mittlerweile angebrochen.
„Lass mich bitte runter. Den Rest schaffe ich.“, sagte ich zu David.
Er schaute sich nochmals zu mir um und ließ mich dann von seinem Rücken.
Gemeinsam gingen wir weiter vorwärts.
„Die passen ja wirklich gut auf uns auf. Damit nicht auf den letzten Metern noch ein Unglück passiert.“, rief David aus.
Lana stieß ihn an die Schulter. „Manchmal solltest du einfach den Mund halten.“
„Von wem redet ihr?“, fragte ich verwirrt.
Ich konnte noch immer niemanden um uns herum erkennen. Ich hörte auch keine Stimmen oder andere Geräusche.
Lana wandte sich zu mir um.
„Es gibt hier Leute, die auf diesen Wald aufpassen. Sie schauen nur, dass wir keinen Unsinn machen. Nicht wahr, David?“
Der Angesprochene schnaubte nur verächtlich.
Dann endete der Wald urplötzlich und wir fanden uns auf einer riesigen Rasenfläche wieder.
„Wir sind endlich da.“, sagten Lana und David erleichtert.
Vor uns konnte ich in einiger Entfernung schemenhaft ein Haus erkennen. Aus den Fenstern strahlte helles Licht.
Ohne ein weiteres Wort zu sagen, nahm ich die beiden an den Händen und schritt mit ihnen gemeinsam in die Zukunft.

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joerg67 30. Nov 2017

Schöne Geschichte, schöner Anfang! Der Leser kann sich gut in die Szene hinein versetzen. Auch sprachlich rund geschrieben. Nur eins, ließ es dir Laut vor, du wirst bemerken, dass dein Text an mehreren Passagen holpert.